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E_1936_Zeitung_Nr.068

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Automobil-Revue — N»

Automobil-Revue — N» 68 In diesem Augenblick musste Roger an einer Kreuzung halten. Mit ruhiger Gleichgültigkeit sah er auf den Schutzmann, der den Verkehr regelte. « Jetzt werden wir gleich wieder dort sein, wo ich Sie kennen gelernt habe, » sagte er traurig. « Sind Sie jetzt zufrieden? » «Steigen Sie augenblicklich aus!», war die unerwartete Antwort. «Augenblicklich, oder ich rufe den Schutzmann dort her! » « Wie? », stammelte Roger. « Ich soll aussteigen? Und Sie? » « Ich? Ich kann tadellos chauffieren. Und besonders diesen Wagen. Er gehört nämlich mir. Mein Chauffeur hat mir telephonisch den Diebstahl mitgeteilt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so schnell wieder finden würde: in dem Augenblick, in dem ich das Haus verlasse, um ihn zu suchen Ich muss Ihnen ehrlich sagen, dass ich nicht sofort meiner Sache sicher war, so geschickt sind die Veränderungen, die Sie in der kurzen Zeit vorgenommen haben, gemacht. Aber Sie selbst haben mir — wenn Sie es auch etwas anders gemeint haben — angetragen, den Wagen als meinen eigenen zu betrachten. Ich werde Sie nicht gerichtlich verfolgen lassen, aber jetzt müssen Sie sofort, und zwar schleunigst, aussteigen ...» Roger stotterte etwas. Es mochte eine Entschuldigung, es konnte aber auch Dank sein. Denn der Schutzmann befand sich nur wenige Schritte von ihnen, und wenn die Kleine gewollt hätte... Er sprang zu Boden und entfernte sich etwas taumelnd. Nun begab sie sich ans Volant. Aber noch bevor sie weiterfuhr, blickte sie lange auf die Stelle, wo Roger*in der Menge untergetaucht war. Leise murmelte sie vor sich hin: , « Wie schade!... » Uebersee-Latein... Wie man im brasilianischen Urwald heiratet. Für die Mädchen der brasilianischen Indianerstämme der Huitots und Ungoninos ist das Heiraten keine einfache Sache. Von Geburt an sind die Mädchen mit Dämonen behaftet, und diese dürfen auf keinen Fall bis zur Heirat im Mädchenkörper bleiben. Wie treibt man aber die Dämonen aus? Indem man die Mädchen an einen Baum bindet, einen Höllenlärm vollführt und mit Peitschen auf das Mädchen einschlägt, in deren Riemen kleine Steine eingeflochten sind. Nach kurzer Zeit bricht das Mädchen blutüberströmt und bewusstlos zusammen; dann hat der Dämon das Mädchen verlassen, sitzt aber jetzt im Baum. Nun kommt der Bräutigam, Flucht in die Wildnis. Photo Daimlei-Benz-Weika bmdet seine ohnmächtige und oft schwerverletzte Braut los und zündet den Baum an, der zusammen mit dem Dämon verbrennt. Ein hupender Fisch. In der Sundasee gibt es einen Fisch mit dem Namen Therapon theraps, der eigentlich Autofisch bzw. Hupenfisch heissen sollte, wegen der eigenartigen Töne, die er, unbekannt zu welchem Zwecke, hervorbringt. Die Töne entstehen dadurch, dass der Fisch seine Schwimmblase zusammenpresst und die entweichende Luft erzeugt auf dem Wege zum Ausgang jene charakteristischen Geräusche. Man nimmt an, dass das Hupen die vielen Feinde des sonst wehrlosen Fisches verscheucht; ein Hupverbot in der Sundasee würde also das Aussterben des Therapon theraps wesentlich beschleunigen. Zwei Bücher Jerome K. Jerome: «Der Nebel steigt». Deutsch von Herminia Zur Mühlen. Verlag Ludwig Nath, Wien—Leipzig. Der berühmte Autor von «Drei Mann in einem Boot» schreibt hier voll Humor den Roman seines Lebens. Jerome K. Jerome, von dessen heiteren Büchern die ganze Welt mit froher Dankbarkeit spricht, sieht als alter Mann auf seine Jugend zurück. Aber das Land der Kindheit liegt so ferne. Der Nebelschleier steigt nur langsam, lässt nur nach und nach die vielen merkwürdigen guten und schlechten, glücklichen und unglücklichen Gestalten des ungeheuren, fast unheimlichen und doch so frohen Londons wieder lebendig werden. Und ihr Arbeiten, ihr Lachen und Weinen, ihre Stärken und ihre Schwächen, ihre vielen kleinen Handlungen werden dem Dichter zur grossen Musik der Menschheit. Johannes Gebbing: Ein Leben für Tiere. Verlag Bibliogr. Institut Leipzig, Auslieferung für die Schweiz: Fretz & Wasmuth, Zürich. Dr. Gebbing, der als Tiergartenleiter internationalen Ruf geniesst, gehört zu den wenigen, die ihre Aufgabe wirklich mit innerer Leidenschaft erfüllt haben. Als Forschungsreisender, als Schöpfer moderner Freianlagen und als Tierzüchter hat er stets nur dem Leben seiner Tiere, nicht einer abstrakten Wissenschaft gedient. In fesselnder und oft humorvoller Weise berichtet er in diesem aufschlussreichen Buche, wie die Tiere gefangen werden oder wie sie in Freiheit und Gefangenschaft aufwachsen, sich zu ausgeprägten Individuen entwickeln, und worin das Geheimnis der Dressur liegt. Wir erleben die von Dr. Gebbing wesentlich beeinflusste Wandlung der Zoologischen Gärten von den engen Tierkäfigen zum naturgemässen Freigehege und zum Tierkindergarten. Viele kleine Abenteuer beim Raubtierfang oder im täglichen Umgang mit den Tieren beleben das reichbebilderte Buch, das jeden Tierfreund entzücken wird. das hat. Die. Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R.Wagners CH Touring, Führer fOr Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. seine Seestrasse vorbildlich gehört ins Tourenprogramm ausgebaut des Auto- Touristen. Wenn am Vierwaldstättersee, dann unbedingt nach AXENSTEIN ob Brunnen GRAND HOTEL PARK HOTEL ab Fr. 8.— Zimmer ab Fr. 3.50 ab Fr. 14.SD Weekend ab Fr. 11.— ab Fr. 13.— Pension ab Fr. 9.50 Ingenbohl-Brunnen Gasthaus Schwyzerhüsli Gut bürgerliches Hans. Direkt bei der ersten Schweiz. Forellenzucht. Durchgangsstrasse Schwyz-Brunnen. Selbsgetführte Butter. und ForellenkücEe. Zimmer Fr. 2.—. Pension Fr. 6.50. Garage- Telephon 227 Frau Wwe. Beeler. OBERIBERG Kurhaus Holdener £g;I: 1135 m über Meer, an der Route Einsiedeln—Ibergeregg—Schwyz. Das Lieblingsziel des Weekend- und Tourenfahrers. 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in. Blatt Automobil-Revue Nr. 68 BERN. 21. August 1936 Wieder daheim. Das sagt man im Schwabenland und meint es wohl auf der halben Welt so. Lockenmachen ist nun bei der Haarpflege das Dessert. Vorher braucht's andere und notwendigere Bemühungen. Qual anstatt Freude bereitet der sogenannte Haarschmuck vielen Frauen. Besonders durch Hitze und Köchendampf leidet das Haar. Es wird missfarbig, verliert seinen natürlichen Duft und Glanz. Und doch möchten wir alle ums Leben gern seidenschimmerndes Haar haben. Es verschönt das unscheinbarste Gesicht. Bei vielen Frauen, auch bei Männern, ist das Haar geradezu ein Barometer für den Gesundheitszustand. Im allgemeinen haben wir bei Wohlbefinden viel lebendigeres, glänzenderes Haar als bei Mattigkeit und Krankheiten. Da wird es missfarbig und hängt leblos herunter. So sehr ist es abhängig von unseren Drüsen und Körpersäften. Deshalb müssten wir vor allem frisch sein, um reiches und schönes Haar zu erhalten. Wir sorgen für nährsalzreiche Nahrung wie gelbe und rote Rüben, Salate, Spinat. Wie verhelfen wir uns nun zu einer ansehnlichen Haarfülle, ohne grosse Kosten und möglichst rationell? Es ist nicht gut, die Haare mehr als vierzehntäglich zu waschen. Waschen wir sie dann aber richtig, so sehen sie auch länger gut aus. Für alle, braune wie blonde, fette wie trockene, ist Regenwasser das ideale Waschwasser. Hat man keines, so fügt man dem Wasch- und Spülwasser einen halben Teelöffel Kaiserborax bei. Nie darf eine grobe, tierische Seife verwendet werden. Olivenölseife ist gesund. Für dunkles Haar brauchen wir flüssige Teerseife, für helles die flüssige Kamillenseife oder Rosmarinpulver. Ein vorzügliches Rosmarinshampoo können wir uns mühelos selber bereiten. Wir schlagen 2 Eigelb und fügen 15 g Rosmarintinktur hinzu, oder aber einen Viertelliter sehr starken Rosmarintee. Dazu ein Paket Lux-Seifenflocken, die unschädlich sind. Eigelb kräftigt die Haare. Blondes Haar sollte nie mit gewöhnlichem Wasser in Berührung kommen, sondern stets nur mit Kamille. Seife lassen wir nach dem Waschen einige Minuten im Haar liegen. Wir massieren während dieser Zeit tüchtig die Kopfhaut. Altbekanntes Mittel, um duftiges, glänzendes Haar zu erlangen, sind Zitronensaft oder ein halbes Glas weisser Essig ins letzte Spülwasser; denselben Dienst leistet eine Messerspitze gereinigte Pottasche. Ausgezeichnet bewähren sich zum Haarentfetten 20 g Chinarinde auf einen Liter Waschwasser. Gegen Schuppen fügen wir dem Haarwaschwasser einen Teelöffel Salz auf einen Viertelliter Wasser bei. Soll man die Haare durch Heissluft oder an der Sonne trocknen? Vorausgesetzt, dass die Sonne scheint, ist für blonde, rötliche und heller braune Haare das Trocknen an der Sonne vorteilhaft — für schwarze dagegen nicht. Eine allzuhäufige und unvorsichtige Anwendung von Heissluft macht das Haar oft spröde. Wer sich bei Photo Rumbucher Mädchen, mach die £ackea! Sonst Aki&st da hocken sonnenlosem Wetter zu Hause die Haare waschen will, tut das am Abend. Wir hüllen die Haare zur" Nqcht iij.ein weiches Tuch. .. , . Zur täglichen Haarpflege gehört Kämmen, Bürsten und nochmals Bürsten. Erschrecken wir nicht,, wenn wir dabei Haare lassen, besonders geschieht das ja im Frühling und Herbst. Die Haare fallen nicht vom Bürsten aus, ihre letzte Stunde hat ohnedies geschlagen. Bei starkem Haarausfall kann das kräftige Durchmassieren mit Stahlbürste und Hornkamm nur nützen. Nach dem Bürsten sollten wir oft mit der Hand massieren. Wir können dabei die Fingerspitzen mit Brennesselwasser feuchten. Ebenso trefflich ist Zwiebelhaarwasser, ganz leicht herstellbar. Eine Handvoll fein geschnittener Zwiebeln übergiesst man in einer Flasche mit Feinsprit. Womöglich an der Sonne ziehen lassen. Der Sprit verhindert, dass blondes Haar durch die Zwiebeln dunkelt. — Ein zweites Mittel ist Rizinusöl und Rum, halb und balb. Weiter Zitronensaft mit Salz, Borax, Schwefel. Nach der Behandlung etwas Paraffinöl einreiben. — Für Herren mit zunehmendem «Mondschein» gibt es ein Radikalmittel: Petrolöl und Karbolöl zu gleichen Teilen. Das Färben, das jetzt im Schwünge ist, will verstanden sein. Es ist am besten, man geht zu einem zuverlässigen Coiffeur. Wir sahen einmal folgendes Haarfärberesultat: Eine junge Eidgenossin war untröstlich über ihr dunkles Appenzeller Haar. Sie wollte sich bei einem Nichtfachmann zu einem Gretchen blonden lassen und — kehrte zurück mit einer Mischung von Rübenrot und Grünspangrün, dazu waren alle Haare gebrochen und gespalten. Mädchen, mach dir Locken 1 Färben, Dauerwellen, Ondulieren — dazu vertraut man sich am besten einem tüchtigen Fachmann an. Was man ihm für eine richtige Behandlung zu bezahlen hat, ist immer noch billiger als der Aerger und die Beschämung über das Misslingen von privaten Versuchen! " G.E. JM Jjetiit im Sommec Der moderne Mensch treibt in seiner Erholungszeit Sport, und welche Gegend er auch für die Ferien wähle, ob Berge oder Seeufer — sein Streben geht dahin, recht braun zu werden. Die Junisonne hat die grösste Kraft, die Haut zu bräunen. Ihre Strahlen fallen so direkt zur Erde wie in keiner anderen Jahreszeit. Noch vor den eigentlichen Ferien hat man Gelegenheit, sich den gewünschten dunklen Hautton zu erwerben durch Ausflüge, Weekends etc., doch soll man dabei vorsichtig vorgehen, damit die Verfärbung allmählich, nicht gewaltsam erfolgt. Der Teint, zuerst noch hellfarbig, vertieft nach und nach sein Pigment bis zum tiefen Braun des Hochsommers. Als Schutz gegen heftige, atmosphärische Einflüsse, besonders gegen allzustarke Sonnenbestrahlung, verwendet man mit Vorteil ein gut bewährtes Oel oder eine Creme, wie zum Beispiel «Brunina», die zur regelmässigen Bräunung sich ganz ausgezeichnet eignet. Wohl sucht man in den Ferien vor allem ein einfaches, naturgemässes Leben, wohltätige Entspannung in freien, natürlichen Verhältnissen, Luft, Sonne und Wasser. Trotzdem wäre es verfehlt, jede Rücksicht auf seine äussere Erscheinung, jedwelche vernünftige Hautpflege ausser acht zu lassen. Dies würde sich später rächen, und es ist immer schwieriger, begangene Fehler gutzumachen, als Schädigungen vorzubeugen. Auch möchte die elegante Frau noch nicht ganz darauf verzichten, durch leichte Aufmachung ihrem gesunden Aussehen die angenehme Note gutgepflegter Weiblichkeit zu verleihen. Wenn man sich auch tagsüber im Freien aufhält, findet man sich doch vielleicht abends gesellig zusammen, im Restaurant, Tanzsaal, etc. Der Gebrauch einer speziellen Schönheitsmaske, vor dem abendlichen Ausgang für kurze Zeit aufgelegt, kräftigt und entspannt die Gesichtszüge nach einem langen Tag der Einwirkung von Sonne und Wind. Ein wenig Puder ist für glänzende Haut unerlässlich, ein Hauch von Rot, an geeigneter Stelle sorgfältig aufgetragen, vertieft und steigert den Reiz eines schönen, gebräunten Gesichtes. Doch müssen diese Mittel sorgfcitig der stärkeren Tönung der Haut angepasst werden, sonst stechen sie zu sehr ab und wirken geschmacklos. Man lasse sich daher durch Sachverständige bei der Wahl der Teintpflegemittel beraten. Sie gehören zur Reiseausrüstung wie andere, praktische Gegenstände. Denn sie erhöhen das Gefühl, gut gepflegt zu sein, und tragen so dazu bei, dass wir den Wert der Ferien uns in höchstem Masse zu eigen machen: Stärkung von Leib und Seele, neuen Lebensmut und Kraft für die Arbeit eines ganzen Jahres. Frau Dr. S. Bcehnlen, Luzern. 3*t Jludem utuiuyudi&ch? Du lachst, liebe Leserin? Und doch hast du sicher oft gehört, dass, wenn man von Schönheitspflege sprach, diese oder jene Frau entrüstet rief: «Ich pudere mich nie!», mit dem deutlichen Unterton: «denn ich bin eine anständige Frau!» Und wenn man diese Frauen, die sich nie pudern, daraufhin betrachtet, dann laufen sie entweder mit fettigglänzender Nase und blanker Stirn herum, oder sie gehören zu den Glücklichen mit der Apfelblütenhaut, die tatsächlich sehr gut ohne Puder auskomniten können. Die moralische Entrüstung ist also in beiden Fällen unberechtigt. Zu einer gepflegten Frau gehört heute ein wenig leichtes, unauffälliges Pudern. Ist es nicht besser, wenn die Haut eine leichte Reispuderschicht deckt, als wenn sie mit Strassenstaub gepudert ist? Wer sich allerdings weiss antüncht und mit knallroten Wangen wie eine Fieberkranke herumläuft und dann weiter noch mit lackrotem Lippenstift, bläulich geschminkten Augenlidern und schwarzem Augenbrauenstift sich eine Indianer- Kriegsbemalung «andichtet», der zeigt, dass er den Begriff «gepflegte Persönlichkeit» ganz anders und augenscheinlich falsch versteht. Pudern schadet der Haut nicht, wenn es richtig ausgeführt und der Puder dann wieder sachgemäss entfernt wird. Aber da hapert es zumeist. Es gibt noch sehr viele Frauen und Mädchen, die sich pudern, ohne vorher die Haut gereinigt und ohne vorher etwas Tagcreme zum Schutz gegen Verstopfung der Poren in die Haut gerieben zu haben. Das muss aber unbedingt geschehen, und dann haftet der Puder auch besser. Wie viele waschen vor dem Schlafengehen Puder oder Rouge einfach mit Wasser und Seife ab oder legen sich mit ungereinigtem Gesicht schlafen, weil sie s—o—o müde sind. Unter diesen Umständen schadet das Pudern selbstverständlich. Beim Pudern also zuerst das Gesicht gut reinigen, dann etwas Tagcreme in die Haut einklopfen und darauf leicht wjeder abwischen mit einem weichen Tuch oder mit Papiergewebe und nun erst Puder in der Tönung der Haut nehmen. Reispuder ist der beste für die Haut. Puderquasten müssen aus hygienischen Gründen oft gewechselt werden. Besser man nimmt kleine Wattebäuschchen, die nach einmaligem Gebrauch fortgeworfen werden. Das ist besonders allen zu empfehlen, die leicht zu Haurunreinigkeiten neigen. Ein guter Puder schützt vor schädlichen Witterungseinflüssen, verhütet starkes Transpirieren, das die Hautporen erweitert und vergröbert; hellt den Teint auf und gibt ihm den begehrten stumpfen und matten Pfirsichton. Besonders bei fettiger Haut ist Pudern unentbehrlich. (Aus dem Büchlein «Die tägliche Schönheitspflege der Frau» von Lisbeth Ankenbrand, erschienen im Süddeutschen Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart.) JCasmetik -odec JOUegsfana&iuig.? Wo ist die feine Grenze zwischen empfehlenswerter Kosmetik und geschmackloser Uebertreibung? Eine der verbreitetsten amerikanischen Zeitschriften hat kürzlich eine Rundfrage über dieses Thema veranstaltet. «Wenn Lippenstift und Rouge ganz diskret verwendet werden, so können sie bei nicht mehr ganz jugendlichen oder bei kränklichen Kosmetik oder Kriegsbemalung? Frauen über natürliche Mängel wenigstens bis zu einem gewissen Grade hinwegtäuschen», heisst es in einer Zeitschrift, «doch bleiben diese Requisiten Gang in die Sommernacht Um Mitternacht geht der Weg am Korn umduftet, gekühlt entlang. Eine Nachtigall aus vergessener Zeit schlägt im abgeblähten Dorn; die Sterne scheinen geneigt und bang auf der Felder Verlorenheit. Die Lippe fleht um den Heiligen Geist. Irdisches rinnt ins Nichts. Das Herz weint. 0 du Grund ohne Lot. Ein Glühwurm süsse Würzluft speist; die Nacht zehrt den Wandelstern seines Lichtt wie Manna und Wüstenbrot. Ich bette vor Hunger der Seele den Mund an die Nachglut eines Steins. Der Frühwind weht. 0 Tag im Ost. Bald steht das Getreide Gebund an Gebund, und in den Schatten des Obstbaumhains reift der Kehle kühlende Kost. Um Mitternacht geht der Weg ins Nichts. Die Sterne verschwinden bald. O zehrendes Sehnen, o endlos Gehn. Es leuchten die Geister des Ewigen Lichts der Sonne vorauf durch den alten Wald, die Wipfel wachzuwehn. der Kosmetik, so unentbehrlich sie auch in manchen Fällen sind, immer nur Notbehelfe. Nur allzu oft geschieht es aber, dass auch Frauen, die eine solche künstliche und gewaltsame Verschönerung keineswegs nötig haben, in greller Kriegsbemalung ihr Heil erblicken. Wenn sie nur wüssten, wie sie sich durch diese Geschmacksexzesse verunstalten und wie abstossend sie auf die Männer wirken. Ihre Lippen sind rot bemalt wie eine blutende Wunde oder wie ein Stück Fleisch, das durch chemische Injektionen künstlich wieder geniessbar geworden ist. Oder bestenfalls wie die schlecht geschminkten Lippen einer billigen Sägemehlpuppe, die ordinärste Dutzendware ist. Vor allem aber wirkt es auf die Männer ernüchternd, wenn sie im Restaurant oder in der Bar zusehen müssen, wie eine Frau ihren Kamm, ihren Lippenstift und ihre Puderdose hervorholt und in der ungeniertesten Weise Toilette macht. Im Namen unzähliger Männer appellieren wir an die Frauen, sich nur dann zu schminken, wenn sie verblüht oder kränklich sind, und uns nicht dadurch, dass sie in unserer Gegenwart Maske machen, alle Illusionen zu rauben.» Bemerkenswert ist auch die Zuschrift der Inhaberin eines führenden Modehauses in Hollywood. «Wenn unsere prominenten Filmkünstlerinnen in der Oeffentlichkeit erscheinen,» schreibt sie, «so wirkt an ihnen gerade ihre betonte Unauffälligkeit auffallend. Diese Frauen, die im Atelier geschminkt sein müssen, haben in ihrem Privatleben eine ausgeprägte Abneigung gegen Schminke. In einem eleganten Restaurant in Hollywood würde eine Dame, die plötzlich Lippenstift und Puderdose hervorholt, unliebsames Aufsehen erregen. Die Kosmetik hat in Hollywood einen so hohen Entwicklungsgrad erreicht, und Körperpflege ist. bei uns eine solche Selbstverständlichkeit, dass eine grelle Kriegsbemalung barbarisch und primitiv wirken würde. Die kalifornischen Frauen kennen. die Macht, die raffinierte Einfachheit auf die Männer ausübt, und lassen diesen Zauber spielen.» N.F.P. Wolle aus Glas? Auch die im Vorjahre aufgekommenen Gewebe aus feinem Glasgespinst waren noch nicht ideal, da die" Glasfasern immer noch ziemlich spröde waren und oft splitterten. Seit kurzem ist man aber in der Lage, durch Verspinnung unter Dampfdruck eine außerordentlich fein3 Glaswolle herzustellen, bei der ein Faden nur eine Dicke .von 0,002 mm hat; die Sprödigkeit und Splittrigkeit ist hierbei völlig verschwunden. Als Anwendungsgebiet kommt nicht nur die Textil- und Modeindustrie, sondern auch die elektrische Industrie in Betracht. cpr Nestroy sagte einmal zu einem bekannten Schauspieler: «Wissen Sie schon, dass alle Briefe, die aus Frankreich nach Wien kommen, aufgemacht werden?» «Warum?» fragte der andere erstaunt. «Weil sie sonst kein Mensch lesen könnte», antwortete Nestroy. In leder Farbe in allen Fachgeschäften lu hahftn. Kilian Kerst.