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E_1936_Zeitung_Nr.068

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 21. AUGUST 1936 —> JV» 68 Das Schmieren der Federbolzen. Die rederbolzen gehören zwar zu den «lebenswichtigen > Teilen eines Autos, weil ihr Bruch Ursache zu schweren Unfällen geben kann. Trotzdem aber kümmern sich sehr viele Autofahrer nicht darum, ob diese Bolzen, die ja wie alle beweglichen Teile einer ausgiebigen Schmierung bedürfen, auch wirklich genügend Fett erhalten. Es kann aber leicht vorkommen, dass diese der Verschmutzung stark ausgesetzten Teile nicht genügend geschmiert werden und dadurch stärkster Abnutzung ausgesetzt sind. Es empfiehlt sich deshalb, beim Abschmieren des Wagens zu kontrollieren, ob die Federbolzen genug « Nahrung » bekommen. Unbedingt muss man darauf sehen, dass beim Abschmieren an den Federbolzen überschüssiges Fett oder Oel austritt. Ist das nicht der Fall, so ist damit zu rechnen, dass die Schmierstelle verstopft ist. Man sollte dann durch kräftiges Schaukeln der Karosserie versuchen, die Oelstelle wieder frei zu bekommen. Gelingt es auf diese Weise nicht, «in Austreten des Schmiermittels zu erreichen, so bleibt nichts anderes übrig, als einen Säuberungsversuch mit Petroleum vorzunehmen und, wenn auch dieser fehlschlägt, den Federbolzen auszubauen und eine Generalreinigung zu veranstalten. Bohrung an unbequemer Stelle. Es passierte mir kürzlich, dass ich eine grosse Zahl von Löchern in einen Gussteil bohren sollte, die recht unangenehm gelegen waren, da dort, wo der Bohrer eindringen sollte, ein Rand schräg vorstand (siehe Skizze). Dieser Vorsprung lenkte den Bohrer ab, der infolgedessen sehr schwer zu zentrieren war. Ich kam dann auf die Idee, ihn vorn in der gezeigten Weise schräg anzuschleifen unter demselben Winkel, wie ihn der Vorsprung aufwies. Am Spitzenwinkel veränderte ich selbstverständlich nichts. Es zeigte sich, dass die Löcher mit dem dermassen modifizierten Werkzeuge sehr leicht zu bohren waren. F-r. Tedhn *•» «thsaal Antwort 9885. Chassis-Schutzöl. Chassis-Schutsöle, welche den Rostschutzlack nicht lösen, werden hier in der Schweiz sowohl nichtgraphitiert als auch mit Zusatz von Graphit mit Erfolg angewendet. Unseres Wissens werden graphitierte Oele dieser Art mehr im Ausland angewendet. Bezugsquelle für Chassie-Schutzöle brieflich mitgeteilt. Frage 9909. Pneuschutzmittel. Können Sie uns die Bezugsquelle für ein Pneuschutzmittel in Pulverform bekanntgeben? Z. H. F. in Z. Antwort: Adresse brieflich mitgeteilt. Frage 9922. Personenwagen-Anhänger. Wer fabriziert praktische Anhänger für Personenautos? F.C. L. i n Z. Antwort: Adressen brieflich mitgeteilt. Frage 9923. Elektrische Hupe tönt schlecht. Ich kaufte kürzlich eine elektrische Hochfrequenz- Hupe, um sie an meinem Wagen zu befestigen. Sie arbeitet ganz zufriedenstellend, wenn ich sie in der Hand halte. Sobald ich sie dagegen festschraube, ist der gute Klang dahin. Die Hupe tönt weniger laut und auch ihr Ton ist tiefer. Woran könnte das liegen? F. 0. in M. A n t w o T t: Solche elektrische Hupen reagieren sehr empfindlich auf die Art der Befestigung. Vielfach ist es nötig, sie mittels eines federnden Supports zu befestigen, der vom Fabrikanten oder Vertreter erhältlich ist. Es wird am besten sein, wenn Sie sich diesbezüglich mit ihm in Verbindung setzen. # Frage 9924. Motor will nicht anhalten. Es ist mir seit einiger Zeit nicht mehr möglich, den Motor meines alten Wagens, Modell 1928, anzuhalten, wenn er einmal im Gang ist, d. h. es gelingt mir nur, indem ich die Bremse anziehe und im direkten Gang hierauf einkupple, wodurch der Motor natürlich abgewürgt wird. Begreiflicherweise behagt mir diese Methode auf die Dauer nicht, weshalb ich auf Abhilfe sinne. Ich-stellte fest, dass die Masseverbindung vom Magnetdeckel intakt ist. Fällt es schwer, diese Störung zu beseitigen? Könnte eventuell der Einbau eines zweiten Schalters Abhilfe bringen? f S. S. in M. Antwort: Wir empfehlen in erster Linie, nochmals genau nachzusehen, ob die Verbindungen der Masseleitung auch wirklich in Ordnung sind und ob der Schalter heim Ausschalten die Leitung tatsächlich unterbricht. Am Magnet wäre die Feder zu untersuchen, die innen am Deckel die Masseverbindung herstellen soll. Eventuell ist. sie etwas erlahmt. Als weitere Möglichkeit kommen Glühzündungen in Frage, um so mehr als es sich umT ein altes Wagenmodell handelt, wo durch das wiederholte Einschreiten der Ventile und andere Ursachen im Verbrennungsraume scharfe Kanten vorhanden sein können, die sehr heiss werden und dadurch Glühzündungen verursachen. Ebenso geben oft Kohlenansätze Veranlassung zu Glühzündungen. Führt also die erstgenannte Untersuchung zu keinem Ziel, so wäre in dieser Richtung weiterzuforschen, wozu auch die Zündkerzen zu kontrollieren eind, die weiss aussehen und vielleicht sogar Schmelzperlen aufweisen, falls sie die Uebeltäter sind. -b- Frage 9925. Singendes Differential. An meinem Wagen, der mir schon über fast 100,000 km treue Dienste geleistet hat, macht sich in letzter Zeit in der Hinterachse ein Geräusch bemerkbar, das, anfänglich als Singen, heute aber schon fast als Heulen bezeichnet werden muss. Den Oelstand habe ich kontrolliert und gefunden, dass er etwas niedrig steht. Könnte dies die Schuld an dem erwähnten Uebelstand tragen? H. M. in A. Antwort: Nach der erwähnten Fahrleistung ist anzunehmen, dass sich die Zähne in der Hinterachse abgenützt haben und dadurch das Geräusch entsteht. Den etwa« niedrigen Stand des Oels wird daran keine Schuld treffen, es sei denn, dass tatsächlich die Räder dadurch fast trockenlaufen mussten. Wir nehmen als selbstverständlich an, dass ein gutes Markenschmiermittel Verwendung finden und dieses jeweils nach etwa 10,000 Fahrkilometern ganz erneuert, in der Zwischenzeit aber regelmässig ergänzt wird. Als Abhilfe kommt wahrscheinlich nur ein Ersatz der Zahnräder in Frage, wobei gleichzeitig auch die Lager auf Spiel untersucht werden müssen und eventuell einen Ersatz nötig machen. -b- |unsf. s P >4Bck

N°68 FREITAG. 21. AUGUST 1936 AUTOMOBJt-REVUE Notizen Bussendepositum und Fahrzeugbeschlagnahmung. Es ist fast zur Selbstverständlichkeit geworden, dass in den letzten Jahren im^ Kanton Zürich, bei Uebertretungen von Ver-' kehrsvorschriften durch ausserkantonale Automobilisten ein Bussendepositum verlangt wurde. Ja, in verschiedenen Fällen erzwangen die Behörden die Bezahlung dieses Depositums durch die Androhung der Beschlagnahme des Wagens, ja sogar der Inhaftierung des Wagenlenkers. Eine Behandlung, die wieder deutlich zeigt, wie sehr sich der Automobilist verschiedenes Recht gefallen lassen muss. Gewiss, man stützte sich hiebei auf irgend einen Paragraphen der kantonalen Strassenverkehrsgesetzgebung und der Strafprozessordnung, im vorliegenden Falle auf Art. 73 der Zürcherischen Verordnung über den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern und auf Art. 339 der kantonalen Strafprozessordnung. Es ist klar, dass sich die ausserkantonalen Motorfahrzeugbesitzer eine solche wenig freundeidgenössische Behandlung durch die Zürcher Polizeibehörden nicht gerne gefallen Hessen. Beschwerden waren die Folge und es darf nun anerkennend festgestellt werden, dass die zürcherische kantonale Polizeidirektion diesen Beschwerden eine wohlwollende Prüfung hat angedeihen lassen. Eine Umfrage bei den andern Kantonen ergab, dass dort gegenüber in der Schweiz domizilierten Automobilisten nur in Ausnahmefällen ein Bussendepositum verlangt wird, was nun die Polizeidirektion veranlasste, auch auf Zürcher Boden eine erhebliche Milderung eintreten zu lassen. Der Regierungsrat hat daher angeordnet, dass inskünftig ein Bussendepositum auf Grund von Art. 339 und 83 der kantonalen Strafprozessordnung und Art. 73 der Verordnung über den Motofahrzeugund Fahrradverkehr von ausserkantonalen Motorfahrzeugführern nur noch verlangt werden soll, wenn sich der Führer über seine Person nicht genügend ausweisen kann oder wenn befürchtet werden muss, •dass die Busse nicht bezahlt wird. Die Beschlagnahme der Fahrzeuge soll unter Beobachtung der Vorschrift von Art. 83 der kantonalen Strafprozessordnung nur stattfinden bei Fluchtversuch, wenn Es regnet und die Schlaglöcher der Strasse sind voll Wasser. Etwas . Rücksicht bitte, denn die Verabfolgung von Besenwürfen wird der Autofreundlichkeit der übrigen Strassenbenützer entschieden Abbruch tun. sich der Täter nicht genügend ausweisen kann oder; wenn befürchtet werden muss, dass die Busse nicht bezahlt wird. Die Polizeidirektion macht ferner darauf aufmerksam, dass zur definitiven Beschlagnahme nicht die Polizei, sondern nach Art. 83 und 339 der kantonalen Strafprozessordnung die Polizeibehörde, d. h. das Statthalteramt oder die Gemeindebehörde zuständig ist. Für die Vornahme der Beschlagnahmung ist demgemäss die Bewilligung einer dieser Behörden nachzusuchen. Nach der Ansicht der Polizeidirektion steht dieser Milderung rechtlich nichts im Wege. Einmal der Reiseleitung erledigt. Ein sprachgewandter .sei die Beschlagnahme von Fahrzeugen und dieund ortskundiger Führer leitet die Reise im eigenen Auflage von Sicherheitsleistungen nach Art. 73 der Wagen, und in einem iSchlusswagen, der ebenfalls Kantonalen Motorfahrzeugverordnung nur fakultativ von der Reiseleitung gestellt wird, fährt.ein routinierter Aütotechniker, der bei allen Pannen aus- und nicht obligatorisch. Nach Art. 339 und 83, der kantonalen Strafprozessordnung müsse zudem die helfen kann. So ist, in jeder Beziehung für die Unterlassung solcher Sicherheitsleistungen nicht unbedingt Sanktionen' wie Beschlagnahmung und In- kleinen: Reiseunanriehmlichkeiten bekommen sie ja Fahrtteilnehmer aufs beste gesorgt und all' die haftierung zur Folge haben; diese sollen nur dann nicht zu spüren; vorgenommen werden, wenn der Delinquent flüchtet Der verheissungsvolle Anfang, der mit grossem oder wenn die Gefahr besteht, dass die bevorstehende Strafe nicht vollstreckt werden kann. Ge- für nächstes Jahr die Durchführung von zahlrei- Erfolg durchgeführten ersten Reise ermutigt nun, rade dieser letztere Punkt habe aber nach Einführung der eidgenössischen Automobilgesetzgebung mit breitester Basis zu organsieren. Die Touristik-Abchen Gesellschaftsreisen mit eigenen Wagen auf Rücksicht auf die' interkantonale Rechtshilfepflicht teilung der Hallwag hat im'Einvernehmen mit der erheblich an Bedeutung verloren. S. V. Z. vorgesehen, solche Reisen aus Frankreich, Man wird in andern Kantonen von dieser Belgien, Holland und wenn möglich auch aus verkehrsfreundlichen Einstellung der zürcherischen, kantonalen Polizeidirektion mit be- bis 14 Tagen die Schweiz bereisen sollen. Die Deutschland starten zu lassen, die alle während 8 Schweizer Hotellerie wird diese praktischen Versuche, zur Steigerung des Reiseverkehrs beizutrasonderer Anerkennung Vormerk nehmen und sich freuen, dass man inskünftig auf zürcherischem Boden nicht mehr Gefahr läuft, mit die Organisatoren nicht zu einem Gewinnzwecke gen, sehr begrüssen, besonders da diese Reisen für einem Bussendepositum oder gar mit der Beschlagnahme des Fahrzeuges unangenehm gleichen Route durchgeführt werden, sondern mög- organisiert werden und da sie besonders auch nicht nach einem bestimmten Schema und immer auf der überrascht zu werden. ' V lichst abwechslungsreich alle Gebiete der Schweiz berücksichtigen. p !*«&!••• Abhilfe tut not. Die endgültige Wahl des Platzes für das ; neue Bundesbrief-Archiv Schwyz hatte seinerzeit einen lebhaften Meinungsstreit heraufbeschworen. Man muss sagen, dass mit dem jetzigen Standort in architektonischer Hinsicht eine glückliche Lösung gefunden worden ist. Dagegen vermögen die Verkehrsverhältnisse, wie sie vorliegen, nicht zu befriedigen. Schon kurz nach Eröffnung haben sich die Mängel drastisch erwiesen, und der Gemeinderat Schwyz wird wohl oder übel noch an eine nachträgliche bessere Lösung des Verkehrsproblems vor dem Archivgebäude an der Bahnhofstrasse herantreten müssen. Dass den Automobilisten Parkierungsmöglichkeiten innerorts angewiesen werden, vermag die übrige Situation nicht zu verbessern. Und diese stellt sich etwa folgendermassen dar. Gerade die Stirnseite des Archivgebäudes mit dem Danioth'schen Fresko reizt die Besucher zu besinnlichem Verweilen in der Bildaxe, das heisst mit dem Blick -von der knapp vorbeiführenden Strasse aus. Ist aber dieses Verweilen schon für den Fussgänger auf dem Trottpir mit Störungen verbunden, weil sich gerade vor dem Archiv eine Tram- 'haltestelle befindet, so ergibt sich vollends für den Automobilisten ein äusserst unbefriedigender Zustand. Die vorerwähnte Tramlinie beschreibt wiederum genau vor der Front des Gebäudes am Fusse der Aufgangstreppe eine Diagonale, so dass unkundige Fahrer bei Begegnungen in die Klemme geraten. Diesem zweifachen Dilemma könnte allerdings zum guten Teil abgeholfen werden, wenn von dem gegenüberliegenden, noch unverbauten Land ein Streifen als Park angelegt würde. Soll das neue Bundesbriefarchiv Gegenstand nationaler Wallfahrt sein, dann müssen auch die Voraussetzungen für eine befriedigende Lösung der Verkehrsverhältnisse geschaffen werden. KLEINE CHRONIK «Die Königin zahlt, was die Schweizer zahlen.» Weiss da der « Werdenberger Anzeiger » folgendes nette Intermezzo zu erzählen : An einem Augusttage fuhr ein holländischer Wagen bei einem Solothurner Garagisteri'vor, um Benzin zu tanken. Nach Erledigung der Sache lüftete der Chauffeur das Inkognito und gab dem Säuleninhaber zu verstehen, dass er soeben die Königin von Holland bedient habe. Als aber der Gardist den Gutschein für den Bezug verbilligten Ausländerbenzins verlangte, -wurde ihm vom Chauffeur die Antwort, die 'königliche Familie wünsche kein verbilligtes Benzin, sie zahle, was die Schweizer zahlen! TOURISTIK Belgische Automobilisten in der Schweiz. Die Touristik-Abteilung- des Hallwag-Verlages in, Bern OCH-Touring, Europa-Touring, Automobil-Revue) hat mit Unterstützung der Schweizerischen Verkehrszentrale eine Reise belgischer Automobilisten mit eigenen Wagen organisiert, die während acht Tagen kreuz und quer durch die Schweiz führte. Diese Gesellschaftsreise hat letzten Samstag ihren Abschluss gefunden und ist zur gröseten Zufriedenheit aller Teilnehmer ausgefallen. Der Gedanke des auf automobilistischem Gebiet bekanntlich sehr tätigen Berner Verlags, solche Reisen zu organisieren, ist äusserst' begrüssenswert, da damit ein zusätzlicher Reiseverkehr erreicht wird, der in der heutigen Zeit besonders notwendig ist. Es gibt im Ausland eine Menge Automobilisten, die sehr gerne im eigenen Wagen die Schweiz bereisen möchten, aber vor den Vorbereitungsarheiten zurückschrecken und eine gewisse Unsicherheit empfinden bei Reisen in ein fremdsprachiges Land. All diesen Leuten den Entschluss zu erleichtern, eine Fahrt nach der Schweiz zu unternehmen und ihnen alles so bequem wie möglich zu machen, ist der Zweck der von der Hallwag organisierten Reisen. Gegen einen Angemessenen Pauschalpreis "wird den Teilnehmern Unterkunft! Verpflegung, Garagierung, werden Führungen usw. besorgt. Auch die Grenzformalitäten werden von dem L«B Verkehrsstillegung! < Wer hätte an einen derart durchschlagenden Erfolg gedacht? Und nun die Wirkung. Wohl ist es im schweizerischen Blätterwald still geworden über die Beimischung des Alkohols zum Benzin.. Vielleicht zeitigte der 5. Juli in Bern doch eine gewisse Wirkung. Merkwürdig still, und das wundert uns besonders, ist es aber gleichzeitig um die Via Vita geworden. Tiefes Schweigen überall. Ich kenne die Organisation der Via Vita und deren weitere Tätigkeit zu wenig, um objektiv urteilen zu können, doch dürfte meines Erachtens die Via Vita als alle am motorisierten Strassenverkehr zusammenfassende Interessen mit Recht nun auch das verlangen, was dem Motorfahrzeug in der Schweiz so dringend nottut. Warum gibt sich nun die Via Vita allein mit dem vermutlichen Alkohol-Erfolg zufrieden? Die Wirkung des 5. Juli ist bestimmt so tief gewesen, um sich für weitere ebenso gerechte Forderungen Gehör verschaffen zu können. Anderseits aber gibt dieses sang- und klanglose Abdanken der andern Seite • den berechtigten Mut, erst recht nicht ans Nachgeben zu denken. Nur mit nachhaltigem Druck ist heute etwas zu erreichen. Schade für die eingetretene Flaute; jeder weitere Erfolg muss doch wieder mit viel Arbeit und Geld erkämpft werden. Und letztendlich steht den zahlreichen Mitgliedern der verschiedenen Auto-Clubs nicht einmal das gute Recht zu, von ihren Verbandsleitungen einmal etwas mehr für die automobilistische Sache einzutreten. Ein Bratschi hat schon mehr erreicht und hat weniger . Leute .hinter sich, als die Führer der Automobil-Verbände. Nach meinem Dafürhalten ist der Moment gekommen, um wenigstens auf den 1. Januar 1937 endlich vernünftigere und auf alle Fälle gerechtere Motorfahrzeugsteuer-Verhälthisse zu fordern. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte die Via Vita, sofern sie nicht auf den Lorbeeren vom' 5. Juli auszuruhen gedenkt, und will sie ihre Existenzberechtigung nicht verleugnen, folgende Punkte erreicht haben: 1. Herabsetzung des Benzinzolles um die letzte Zollerhöhung; 2. Steuerreduktion für über -5 Jahre im Betrieb stehende Autos; 3. Mit einer Nummer sollten mindestens 2 Wagen gefahren werden, wobei das schwächere Motorfahrzeug steuerfrei bleibt. ; Mein Vorschlag erhebt keineswegs Anspruch auf etwas Vollkommenes oder Neues, sondern es soll damit bezweckt sein, dass der Erfolg vom 5. Juli nicht nutzlos -verpuffe und die Via Vita sich energisch für die längst fälligen Erleichterungen auf die Socken mache. Ganz gewiss werden sich auch Männer finden, die, frei von jeglicher Sesselpolitik und Angst Vor Gegenmassnahmen, die Sache richtig ausarbeiten. Das Automobil-Gewerbe und dessen verwandte Gebiete sind heute von solch volkswirtschaftlicher Bedeutung, dass diesen Erwerbszweigen unbedingt, und zwar durchgreifend, geholfen werden muss, und zwar nicht mit Subventionen oder Einmischung des Staates in den Handel, sondern mit zeitentsprechenden Erleichterungen. Nicht allein nur wegen dem .Autogewerbe müssen wir gründlich Remedur schaffen, sondern auch in Berücksichtigung des gesamten Handels und zahlreicher anderer Industriezweige. Nur durch gesteigerte Umsätze kann mehr erreicht werden, nicht durch Abdrosselung. Soll die gesamte Privatwirtschaft dafür bluten, weil in und um die S. B. B. so lange gewurstelt wurde? Wir sind nicht schuldig für die Bundesbahn-Politik, darum weg mit der Bürde, die der Industrie und dem Handel aufgelegt werden. Wir haben das volle Recht, eine den veränderten Wirtschaftsverhältnissen angepasste Besteuerung der Motorfahrzeuge zu verlangen, nachdem die Benzinkonsumenten jährlich Millionen von Abgaben und Steuern dem Staate zahlen. Also ist es unser gutes Recht und Pflicht des Staates, auf diesem Gebiete einmal gründlich und vernünftig zu revidieren. Das Automobilgewerbe, das viel mehr Angestellte und Arbeiter beschäftigt als die Bundesbahnen, ist volkswirtschaftlich von soleh grosser Bedeutung, dass es unbedingt gerettet werden muss, bevor eine grosse Masse von Angestellten und Arbeitern, dem Staate zur Last fallen. " Nebenbei würde der Staat bei" Einführung von Steuererleichterungen ganz gewiss noch das bessere Geschäft machen, denn durch die Wiederbelebung des Gewerbes wirit der Umsatz erheblich erhöht, so dass schlussendlich für den Staat die Bilanz gewiss günstiger ausfiele als heute. ' Mit einer zwangsweisen Drosselung des .Automobils lassen sich die Bahnen nicht retten. Nicht das Auto trägt die Schuld am Niedergang der Eisenbahn, sondern deren eigene Politik hat sie gerichtet. Nicht Klagen von Krise, von der Not der Zeit sollten an-der Tagesordnung sein; -Anpassung ist, was uns fehlt. Nicht am Alten kleben. Neues schaffen, anpassen, mit Zeit und Fortschritt geheni sollte die Forderung des Tages sein. Wenn auch in den Amtsstuben noch kein neuer Wind weht, von Anpassung "und Rationalisierung kann dort schon gar nicht die Rede sein, so wehren wir uns eben unserer Haut selber. Moralisch haben wir das volle Recht, weitere Forderungen al« nur die Nichtbeimischung des Alkohols zu verlangen. Mit schönen Worten allein ist es'auch nicht getan. Bundesrat Obrecht hätte anlässlich der Eröffnung des Genfer Salons auch sagen sollen, wieviele •Autos 1 in den ersten drei Monaten dieses Jahres nicht gelöst und sich nicht nur mit dem Hinweis begnügen, dass in den letzten Jahren noch zahlreiche neue Wagen gekauft wurden. . ..Man sollte wieder mehr mit der Gegenwart und der nüchternen Tatsache rechnen und nicht allein das Schöne längst vergangener Zeiten dem' Volke predigen; Weniger Kömmissionen aufstellen, dafür aber handeln, sich mit der Wirklichkeit abfinden und durchgreifend reorganisieren. Am 1. Januar 1937 sollten die vorgeschlagenen Ziele erreicht sein. Der « Probegalopp > vom 5. Juli erbrachte den Beweis, dass sich der Schweizerbürger heute sehr wohl zu einem überparteilichen Zusammengehen findet. Es liegt also an der Via Vita, mit den in ihre Hände gelegten Zügeln den sicherlich schwer beladenen Wagen etappenweise unter Dach zu bringen. E. B. in K. Büdievf^sck Schweizerisches Telephon-Adressbuch. Ein wahres Nachschlagebuch für Geschäftsleute! Wie oft kommt man in die Lage, irgendeine Adresse aufzustöbern, die im Rayon des, eigenen Telephonkreises nicht erhältlich ist, oder für einen besondern Zweck eine Sammlung von Adressen eines bestimmten Erwerbszweiges, des Handels und Verkehrs usw. anzulegen. Wo das Material hiefür holen?-Wohl gibt -es Bureaus, die eine Zusammenstellung, von Adressen liefern. Viele derselben beruhen jedoch auf Listen, die nicht mehr vom Tage sind, sondern Angaben entstammen, die überholt wurden. In diesem vorliegenden «Schweizerischen Telephon-Adressbuch » 1936/37, das der Verlag Hallwag A.-G. in Bern zum Minimalpreise von Fr. 15.— herausgegeben hat, aufgebaut auf den neuesten amtlichen Angaben, hat man gerade das, was man wünscht, und zwar in einer sehr übersichtlichen und praktischen Anlage. In alphabetischer Folge sind hier alle Telephon-Ortschaften der Schweiz eingereiht, in einer besonderen Abteilung die Städte wie Basel A—L, Basel M—Z„ Bern A—K, Bern L—Z, Biel, Chaux-de-Fonds, Fribourg, Geneve, Lausanne, Lugano, Luzern usw. Ein alphabetisches Griffregister am Buchrande gibt sofort wie ein Wegweiser Aufscblüss, wo der. gesuchte Ort liegt, und wo man die Blätter aufzuschlagen hat. Der Druck ist sehr sauber und übersichtlich. Bei den Ortschaften finden sich die näheren Angaben bezüglich Kantons- und Gemeindezugehörigkeit, Post, nächste Bahnstation und Oeffnung des Telephonverkehres. Heber 800000 Adressen mit Berufsangaben sind da zusammengespeichert, so dass der Geschäftswelt damit ein wertvolles Auskunftslexikon in die Hand gegeben, ist, das nach den verschiedensten Seiten seine schätzenswerten Dienst« leistet- Nicht zu übersehen sind als Verkehrspolizeiliche Mitteilung betr. Automobilrennen. Samstag, den 22., namentlich aber Sonntag", den 23. August 1936, wird die Stadt Bern wiederum im Zeichen des Grossverkehrs stehen. Zum Zwecke einer reibungslosen Verkehrsabwicklung wurde von der Polizeidirektion eine allgemeine Publikation erlassen, worin die verschiedenen offiziellen Parkplätze, die Zu- und Wegfahrten und sonstigen Verhaltungsmassnahmen genau umschrieben sind. In* offiziellen Programm für den. III. Grossen Preis der Schweiz für Automobile findet sich ebenfalls ein Auszug über die Verkehrsregelung auf Seite 19. Es sei hier kurz auf folgende Punkte aufmerksam gemacht: Die Zu- und Wegfahrten zu den einzelnen Parkplätzen sind genau bestimmt, damit der Fahrer möglichst ungehindert an seinen Bestimmungsort gelangt und insbesondere bei der Wegfährt automatisch wieder in seine Anfahrtsrichtun# gelangen muss. Wer aus irgendeinem Grunde anderswo hinfahren will, hat dies ausdrücklich bei der Wegfahrt aus dem Parkplatz den Polizeiorganen mitzuteilen. Jede unnötige Signalabgab« ist zu vermeiden. Namentlich die- undisziplinierten Rufzeichen (Anhupen der Verkehrsposten) bei vorübergehenden Verkehrsstauungen, die bei einem derartigen Grossverkehr unvermeidlich sind, sind zu unterlassen. Von den Motorfahrzeugführern wird äusserste Fahrdisziplin erwartet. Sonntagabend, bei der Wegfahrt, soll im Stadtgebiet nicht Oberholt werden; insbesondere auch nicht auf der Strecke Bern-Zollikofen. Ein Fahren in Zweier- oder gar Dreier-Kolonne auf dieser Strecke kann katastrophale Auswirkungen haben, indem der gesamte Verkehr dadurch unter Umständen blockiert wird. Gegen Fehjbare wird scharf eingeschritten. Die Automobilisten werden dringend ersucht, ihre Wagen wenn immer möglich in Garagen einzustellen oder nur auf den ordentlichen Parkplätzen in der Stadt zu stationieren. Ein Stehenlassen auf den Strassen, namentlich in der näheren und weiteren Umgebung der Rennstrecke, ist strengstens untersagt. Es liegt im Interesse eines jeden Einzelnen, sich an die Weisungen der Polizei zu halten, wenn er sich vor Schaden bewahren will. Ortsansässigen Automobilisten wird empfohlen, am Sonntag ihre Fahrzeuge zu Hause zu lassen oder aber ausschliesslich, wenn die ordentlichen Parkplätze in der Stadt besetzt sind, die Schützenmatte als Parkplatz zu benützen. Die Schützenmatte wird speziell als Parkplatz für Berner bezeichnet (ohne Gebühr). sehr nützliche Beigaben eine Reihe von recht guten Stadtplänen mit ;Strassenverzeichnissen und eine Eisenbahn- und Autokarte mit einem Hinweis auf ein leichtes Auffinden der Ortschaften. Alles in allem: allgemein verwendbar, praktisch, in bester Art ausgebaut. ALU4«»I*UB**«& Alpeiiposten. Mit dem Eintritt «richtiggehenden» Sommerwetters, das wir bisher so schmerzlich vermisst, haben sich auch die Frequenzverhältnisse auf unsern Alpenposten fast schlagartig zum Bessern gewendet, ein hinlänglicher Beweis dafür, dass an den sehr erheblichen Ausfällen, durch welche sich die Saison bis jetzt «auszeichnete», die geradezu unwahrscheinlich schlechte Witterung die Hauptschuld trug. Waren in den vorhergehenden Wochen Minderfrequenzen von 10,000 Personen und mehr, gemessen an den Ziffern des Vorjahres, etwas durchaus Normales, so nimmt «ich die Woche voin 10. bis 16. August mit der minimen, praktisch nicht ins Gewicht fallenden Einbusse von 83 .Reisenden schon um ein Bedeutendes besser aus, und dieses Minus verwandelt sich sogar in ein Plus, wenn man die Zahl der Fahrgäste mit berücksichtigt, welche auf den 1936- neu aufgenommenen Kursen befördert wurden. Einem Total von 42,779 Perso- Es trägt kaum zur Verschönerung der Landschaft bei, wenn an Jedem Picknickplatz die Visitenkarten in Form von Orangen, und Eierschalen, Papier usw. zurückbleiben! nen in derselben Woche des Vorjahres steht heuer ein solches von 42,696 gegenüber, wohlverstanden nur bei einem Vergleich zwischen den 1935 wie 1936 betriebenen Postautolinien. An der Verbesserung sind 17 von den 36 Kursen beteiligt, voran mit einer Steigerung um 607 Fahrgäste Schuls- Tarasp. Es folgen Stalden-Saas-Balen mit +467, Meiringen-Schwarzwaldalp mit +428, Melchtalmjt + 303. Bei 19 Linien präsentiert sich das Fazit zwar noch immer negativ und hier figuriert an erster Stelle der Kurs über den San Bernardino mit — 554 Passagieren. Unter Einbezug der Frequenzziffern der in diesem Jahr neueröffneten Linien Brienz-Axalp, Bern- Schwefelberg, Lugano-St. Moritz und Nesslau- Schwägalp stellt sich das Total für die Berichtswoche auf 45,605 Personen und übertrifft die entsprechende Vorjahreswoche um 2826. Amis den Dr. A. Locher. — Dr. E. Waldmeyer. Dipl. Ina. F. 0. Weber. somit nd«»n CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN. Wir machen unsere Mitglieder, darauf aufmerksam, dass der im Jahresprogramm aufgeführte Bummel am 23. August nach Gen-" nersbrunn infolge vieler sport* liehen Veranstaltungen bis auf weiteres verschoben wird. Redaktion: Verantwortlich für die Herausgabe: 0. E. Wagner. — Rene Baebler.