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E_1936_Zeitung_Nr.069

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Villoresi stoppt auf

Villoresi stoppt auf einmal an der Boxe wegen Vergaserschaden, und Plate muss wegen diesen verdammten Kerzen ebenfalls kurz unterbrechen. Stand des Rennens nach 20 Runden 1. Seaman auf Delage 100:59,7 2. Embiricos auf E.R.A. 1:02:22,9 3. Tongue auf E. R. A. 1:04:03,4 4. Bäumer auf Austin 1:04:42,7 5. Ruesch auf Maserati 1:04:59,8 Nach Beendigung seiner 20. Runde lässt sich Bäumer in 50*Sekunden neuen Brennstoff einfüllen. In der Zwischenzeit hat Ruesch die Tribünen unter allgemeinem Jubel passiert. Das Rennen ist entschieden! Seaman hat auf Embiricos einen enormen Zeitvorsprung herausgewirtschaftet. Er kann nunmehr von seiner Reserve zehren und seine Fahrt ganz bedeutend verlangsamen. Die drei Spitzenfahrer liegen als einzige in der gleichen Runde; alle übrigen Kämpen sind zum Teil mehrmals überrundet. Bianco's Maserati hat seine anfänglichen Vergaserschwierigkeiten überstanden und marschiert nun, dass man seine helle Freude daran haben kann. Immerhin befindet er sich am Schwanz des Feldes, holt jedoch gegen Schluss des Rennens gewaltig auf, so dass er mit nur 2 Runden Rückstand auf Herkuleyns ins Ziel einfährt, eine respektable Leistung in Anbetracht des TJmstandes, dass Bianco insgesamt über 20 Minuten an den Boxen verbrachte. Ziemlich sang- und klanglos geht es in die 28. Runde, in welcher Bäumer verzweifelt gegen Ruesch anstürmt und ihn tatsächlich kurz « vor Torschluss > noch schnappt. 1. SEAMAN auf DELAGE 1:26:30,4 141,381 km/St. 2. Embiricos auf E.R.A. 1:27:53,8 3. Tongue auf E.R.A. 1:29:43,6 4. Earl Howe auf E.R.A. 1:27:26,7 == 27 Runden 5. Ruesch auf Maserati 1:27:29,5 = 27 Runden 6. Bäumer auf Austin 1:27:59,5 = 27 Runden 7. MacEvoy auf Maserati 1:29:05,6 = 27 Runden 8. Plate auf Talbot 1:27:43,1 = 23 Runden 9. Herkuleyns auf M. G. 1:29:08,9 = 23 Runden 10. Bianco auf Maserati 1:29:10,8 — 21 Runden Schnellste Runde von Seaman: 2:58,7 = 146,783 km/St. Technischer Rückblick Nachdem die beiden Sohlachten vom Sonntag geschlagen sind und eine ganze Reihe der aussichtsreichsten Konkurrenten auf der Strecke blieben, interessiert es sicher auch, einiges über die technischen Gründe zu erfahren, welche verschiedenen Favoriten, ja sogar ganzen Rennställen so übel mitspielten. Dass der nue Bunafti-wagen der als grosser Unbekannter ins Rennen ging und deshalb da und dort ein gewisses Unbehagen erweckte, nicht 6chon am ersten Rennen in die vordersten Ränge gelangen konnte, hat weiter nicht überrascht. Er ist im grossen und ganzen ziemlich konservativ gebaut und fusst auf den Erfahrungen mit Wägen kleinerer Abmessungen. So besitzt er starre Achsen, während doch alle erfolgreichen Grand-Prix-Konstruktionen zur Verbesserung der Bodenhaftung mit Schwingachsen ausgerüstet sind. Ebenso hat er ganz im Gegensatze zu seinen Konkurrenten nicht hydraulische, sondern mechanische Bremsen. Weiter fällt auf, dass seine Karosserie in strömungstechnischer Hinsicht nicht eo sorgfältig durchgebildet ist, wie etwa seine deutschen Konkurrenten: Beim Oeffnen der Motorhaube vor dem Start zeigte sich, dass der süssliche Geruch des Brennstoffs einen ganzen Schwärm von Wespen herangelockt hatte, der nun aufgescheucht wurde und wild herumschwärmte. Wenn wir an den Apfelgeruch denken, den "wir nach der Vorbeifahrt eines Wagens im Rennen der kleinen Klaeee bemerkten, so können wir den Irrtum dieser Kerbtiere wohl verstehen. Ein Blick unter die Motorhaube entpuppt eine technische Schönheit von Motor, die sich im we- Seaman ist fällig — da kommt er schon. Beifall dröhnt von den vollen Tribünen. Der Sieger des III. Preises von Bern, Richard J. B. Seaman mit seinem altehrwürdigen Delage, fährt direkt zu seinem Stall, die englische Nationalhymne sich für die grossen Motoren in letzter Zeit hersentlichen an die allgemeine Praxis hält, welche ertönt — um seine Maschine bildet sich ein starker ausgebildet hat. Es handelt sich um einen achtzylindrigen Reihenmotor von ca. 4,7 Liter Hub- Cordon, der riesige Siegerkranz wird befestigt, und beklatscht und gefeiert von Tausenden und Abertausenden, absolviert Seaman seine Ehrenrunde. Nockenwellen. Die vom rechts liegenden Kompresraum mit V-förmiger Ventilanordnung und zwei Der Engländer scheint auf Sie?e an den Berner sor kommende Ansaugleitung schmiegt sich dicht Kleinwagenrennen geradezu ein Monopol zu besitzen! Das Rennen des Jahres 1934 (14 Runden) die sorgfältig ausgebildeten Auspuffstutzen an den ans Ventilgehäuse an, während auf der linken Seite fuhr er auf M. G. bei einem Durchschnitt von 120,563 Zylinderblock angeschlossen sind. km/St, zu Ende; letztes Jahr (20 Runden) gewann Leider konnte Wimille sein Rennen Infolge er auf E.R.A. bei einem Mittel von 133,680 km/St., Bruchs des Schalthebels nicht zu Ende fahren, und im vorgestrigen Lauf über 28 Runden holte er welche Störung immerhin leicht zu beheben und mit seinem 10 Jahre alten Delage eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 141,381 km/St, heraus. nicht zu vergleichen ist mit dem rabenschwarzen (Vergleiche hiezu das letztjährige Stundenmittel Pech, das die Rennställe Scuderia Ferrari und von Caracciola bei den Grand-Prix-Wagen: 144,722 Mercedes-Benz verfolgte. km/St. Schon in den ersten Runden fiel Nuvolari zusehends hinter seine Gegner zurück und zweifellos Schlussklassement. war der leichte schwarze Rauch, der am Auspult seines Wagens sichtbar wurde, ein Fingerzeig für den Herd des Uebels. Sein Motor konnte infolge einer Störung im Zünder nicht mehr die volle Leistung hergeben, weshalb sich Nuvolari. nach einiger Zeit aus dem Rennen zurückzog. Ueber die Gründe, welche seine übrigen Stallgefährten zur Aufgabe zwangen, war weiter nichts in Erfahrung zu bringen. Besonders bedauerlich war die Aufgabe Caraeciolas infolge Bruchs der Stützwelle der Hinterachse, nachdem er einen grossen Teil des Rennens AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 25. AUGUST 1936 — N° 69 an zweiter Stelle hinter Rosemeyer gelegen hatte. Es scheint also, dass das Pech mit der Hinterachse, das Mercedes schon bei früheren Rennanlässen dieses Jahres zu schaffen machte, noch nicht endgültig ausgeschaltet ist. Die Sache hätte für Caratsch wohl leicht ein schlimmeres Ende nehmen können, da nach dem Bruch der Stützwelle Rad und Bremstrommel nur noch durch die gelenkig verbundene Antriebswelle mit dem Chassis verbunden waren. Malheur hatte von Brauchitsch, der mit defektem Pneu noch eine Runde weiterfuhr, während etwa 40 cm seiner Lauf decke bei jeder Drehung des Hinterrades durch die Luft wirbelten. Erstaunlich ist, wie sich die Schnureinlagen dabei hielten, denn als. Brauchitsch zum Pneuwechsel an seine Boxe fuhr, waren die meisten Schnür der Wieder leuchten die Plakate mit dem roten Rennwagen von allen Anschlagsäulen und Plakattafeln. Doch nur die Jugend nimmt vorläufig davon Notiz; die Knaben bemalen Kartonstücke mit Nummern, stecken sie in den Rock oder die Hosen und beginnen Autorennen zu spielen, während die Mädchen als mehr oder weniger parteiische Schiedsrichter amten. Die Aufmerksamkeit der Erwachsenen ist immer noch den aussenpolitischen Ereignissen zugewendet. Erst als die grossen Transportwagen der am Rennen beteiligten Firmen durch die Stadt fahren, hört man da und dort Leute, die Erinnerungen an die Rennen der Vorjahre auffrischen. So kommt der erste Trainingstag heran. Jetzt ändert sich das Bild mit einem Schlage. Trotz der drückenden Augusthitze wird das Sonnenbad zugunsten der Rennstrecke vernachlässigt. Wer es irgend ermöglichen kann, eilt hinaus zum Bremgartenwald, um am Abend seinen Freunden das Neueste berichten zu können. Vor den Zugängen drängen sich die Neugierigen, die anfahrenden schlanken Renner mit lauten Zurufen begrüssend. Der eine und andere Rennfahrer wird erkannt und die Namen machen die Runde. Schon ist die Strecke ringsum mit Zuschauern besetzt. Dann brüllen die Motoren auf und Wagen um Wagen schiesst in die Piste. Zeiten werden gestoppt, Notizen gemacht, Zurufe werden laut und ertrinken hoffnungslos im Lärm der Maschinen. Gegenüber dem Zeitnehmerhaus drängt sich die Masse der Zuschauer wieder auf dem Zaun Witze werden laut, trotz der drückenden -Hitze ist alles heiter und guter Dinge. Aber auch die Tribünen sind in diesen Tagen schon gut besetzt. Hier wie überall leuchtende Augen, gezückte Bleistifte und Stoppuhren. In den Zeiten des Unterbruchs herrscht vor den Boxen reger Betrieb. Was auf den internationalen Rennplätzen Namen und Bedeutung besitzt hat sich hier eingefunden. Auch hier 'tobt der Streit der Meinungen hin und her; auch dieses Jahr wieder werden Bekanntschaften erneuert und neue geschlossen. Nur die Mechaniker haben keine Zeit. Noch ein letztesmal überprüfen sie die ihnen anvertrauten Maschinen, füllen Brennstoff nach und ziehen neue Reifen auf. Dann mahnt der Lautsprecher wieder die Versammelten den Platz vor , den Boxen, frei, zu machen, die Motoren heulen auf Einlage noch intakt. Leider war auch nach diesem Pneuwechsel das Rennglück der Nummer 10 nicht bis zum Ende hold, musste doch von Brauchitsch nach einiger Zeit wegen Biookierens der Hinterradbremse aufgeben, der (scheinbar auf den. Bruch irgendeines Teils der Bremse zurückzuführen war. Um das Unglück voll zu machen, musste auch Fagioli, der Lang ersetzte, vor Schluss des Rennens nochmals an die Boxen, da einer seiner hintern Reifen die Luft verlor, wodurch die Felge in zwei Nähten auseinandergegangen war. Beim. Wagen endlich, den Fagioli während den ersten Runden ins Treffen fuhr, trat schon bald nach Beginn des Rennens eine Motorstörung auf, die ihn soMiesslieh zur Aufgabe gezwungen hatte. Ein ganz schwarzer Tag für Mercedes I -eb- Rund um das Training und Wagen um Wagen schiesst in die Piste. Nach dem Training beginnt der Sturm auf die Strassenbahnen, die wieder glänzende Geschäfte machen. Selbst jetzt wird noch eifrig über den Verlauf des Trainings diskutiert, und in den Abendstunden, wenn auf den Plätzen die erzielten Resultate bekannt gegeben werden, drängt sich noch einmal alles zusammen, um zu kontrollieren, wie die einzelnen Fahrer abgeschnitten haben. Hoffen wir, dass der Wettergott auch weiterhin bei so strahlender Laune bleibt, so dass das Rennen einmal unter blauem Himmel vor sich gehen kann. ^ä. Der 3. Trainingstag und der Preis von Bremgarten. Der Wettergott scheint den Autosportlern nicht allzu freundlich gesinnt zu sein. Der Himmel hat sich umwölkt; kurze Zeit rieselt es auch herab, gerade stark genug, um den Staub zu binden. Trotzdem strömen die Menschen in Scharen zum Rennplatz. Vor den Eingängen staut sich die Masse, die Tribüne ist zu zwei Dritteln besetzt. Aus allen Augen strahlt frohe Erwartung und macht sich in lebhaften Zurufen Luft, als endlich die grossen Wagen zum Training in die Piste schiessen. Aber die Aufmerksamkeit des Publikums ist noch geteilt, steht doch die Sensation des Tages, das Rennen um den Preis von Bremgarten noch bevor. Wieder vergiesst der Wettergott Tränen über der Rennstrecke, doch die Masse der Zuschauer lässt sich auch durch den Regen nicht vertreiben. Einige ganz Schlaue haben sich in das Astgewirr der Bäume geflüchtet, wo 6ie gegen den Regen gedeckt, doch freie Sicht auf die Piste haben. Endlich rollen die Wagen zum Start, den der Rennleiter Dr. Huber gibt. Jetzt hat das Fieber der Zuschauer den Höhepunkt erreicht, eifrig werden Zeiten gestoppt und verglichen. Doch in der Regel sind die Wagen rascher als das Publikum, so dass viele nach kurzer Zeit die Versuche, die Zeiten zu vergleichen, aufgeben. Runde um Runde wird absolviert und als der Sieger dann aus seinem Wagen steigt, wird er lebhaft begrüsst. So hatte das Rennen einen glänzenden Auftakt und es steht zu erwarten, dass es auch für die Veranstalter ein voller Erfolg werden wird. La, Grosser Preis der Schweiz Von den JL7 Startenden beenden nur 5 das Rennen Alle 4 Auto-Union störungsfrei am Ziel: ERSTER: Rosemeyer DRITTER: Stuck ZWEITER: Varzi FÜNFTER: Hasse Ein Erfolg der Qualität Autropa A.-G. Produkte der Auto-Union: DKW 6 Zylinder, 11 HP 3,5 und 5 Steuer-HP Zürich HORCH WANDERER 8 Zylinder, 18 und 25 HP 6 Zylinder, 11 Steuer-HP Wanderer Sportkompressor 10 HP C. Schlotterbeck, Automobile A.-G. F^enstr/i2, ZÜRICH

—• DIENSTAG, 25. AUGUST 1938 ÄUTOMOBIL-T7EVUE s Mit dem Herannahen des gigantischen Ringens, das der Sonntag verheiest, ist auch das Interesse im Publikum mächtig gewachsen und es kam wohl nicht eo ganz von ungefähr, dass die Tribüne an der Murtenstrasse schon eine recht erfreuliche Besetzung aufwies und dass auch längs der Strecke eine nach mehreren Tausenden zählende Menge Posten gefasst hatte, standhaft und beharrlich der glühenden Sonne trotzend, die plötzlich nachholen zu -wollen schien, was sie vorher versäumt hatte. Und die Zuschauer kamen voll auf ihre Rechnung, rückten doch diesmal die Fahrer sozusagen au grand complet auf. Beim Grand Prix Training war alles zur Stelle, bei den Wagen für den Preis von Bern fehlten einzig die beiden Maserati-Fahrer Troesi und Tenni, deren Wagen nicht fertig geworden sind, der Franzose Melinant, den eine Fussverletzung am Start verhindert und der Deutsche Kohlrausch, der seine Nennung schon früher zurückgezogen hafte. Und ebenso fanden sich auch zum Training für das Nationale Rennen, den Preis von Bremgarten, sämtliche Gemeldeten mit Ausnahme Hörnings und Längs ein. Das Training für den Preis von Bremgarten. Punkt 13.30 wurde das 14 Mann zählende Rudel unter Geheul und Getöse auf die Strecke losgelassen. Mit Rücksicht auf die Vorschrift des Reglementes, wonach sich die Zulassung zum Rennen nach den im Training gezeigten Leistungen richtet, Hess es sich natürlich ein jeder angelegen sein, sich so gut als möglich aus der Affäre zu ziehen. Hatte am Donnerstag Ranrpinelli mit 3 Minuten 20,8 Sekunden das beste Resultat für sich gebucht, so blieben am Freitag Kautz, Stuber und Walther unter dieser Zeit. Mit 3 Minuten 05,8 Sekunden schoss dabei Kautz den Vogel ab. Trainingsresultate fie die beste Runde jedes Fahrers) Kautz, Maserati Stuber, Alfa Romeo Walther, Bugatti Ranrpinelli, Alfa Romeo Dr. Avondet, Alfa Romeo de Graffenried, Alfa Romeo Leuzinger, Bugatti Zimmermann, Alfa Romeo Sutter, Bugatti Frei, Fiat Waeny, Riley ,Hausi\ Bugatti Ryf, E.R. Daler. Amilcar TVainin^siac&e Der Freitag Zeit 3 :05,8 3 :15,7 3 :16,3 3:21,8 3 :41,4 3:46,6 3 : 47,0 4 :00,7 4 :02,6 4 :14,7 4:14,9 4:15,2 4:31,7 4 :48,8 Runden 7 9 9 9 9 12 9 6 8 10 6 1 Grand-Prix-Training im Zeichen der Rekordstürze. Dass das Hauptinteresse der Tribünen- und Zaungäste sich auch diesmal wieder dem Training der Grand-Prix-Wagen zuwandte, darüber ist weiter kein Wort zu verHeren. Und sie können sich nicht darüber beklagen, zu kurz gekommen zu sein, denn es wurde mit Macht und Ausdauer gearbeitet. Sowohl die Rennställe als auch die Einzelfahrer waren vollzählig zur Stelle. Alfa Romeo erschien mit zwei Achtzylindern, die von Dreyfus und Farina gesteuert wurden, währenddem Meister Nuvolari mit dem Zwölfzylin.der über die Strecke fegte. Als «Novum» fand auch der Siata- Maserati des Italieners Biondetti, des Siegers von Develier-Les Rangiers, viel Beachtung. Umsonst hingegen hatte inan den neuen 4,7-Liter-Bügatti erwartet; Wimille erledigte seine Trainingärunden auf dem bekannten 3,3-L., den auch Lord Howe im Grand Prix fährt. Wenn wir am Donnerstag voraussagten, dass trotz der neuen Trainingsrekorde, die zuerst von Rosemeyer und hernach von Caracciola auf die Beine gestellt wurden, das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, so haben uns die Freitagsresultate vollauf recht gegeben. Es wurde noch weiter aufgedreht und die Bilanz des zweiten Tages lautete: zweimal neuer Rundenrekord, aufgestellt durch Rosemeyer. Schon kurz nachdem Caracciola mit einer Zeit von 2.42,9 hatte aufhorchen machen, meldete der Lautsprecher, dass es Rosemeyer gelungen sei, die am Vortag von «Rudi» geschaffene Bestzeit von 2.41,7 auf 2.40,2 zu drücken, was einem Durchschnitt von 163,600 km entspricht. Doch dabei hatte es sein Bewenden nicht; einmal im «Schuss» gab der in glänzender Form sich befindende Auto-Union-Fahrer noch etwas zu und siehe da, sein Rekord hatte, kaum «geboren», auch schön ausgelebt. Sich selbst übertreffend, bewältigte er kurz darauf die Runde in 2 Min. 38,3 Sek., d. h. mit einem Durchschnitt von 165,173 km. Es tat sich aber sonst noch allerhand. Von Rösemeyer abgesehen notierten nämlich auch die beiden Mercedesfahrer Brauchitsch und Lang, ebenso wie Varzi (Auto-Union), Zeiten, die unter Garacciolas Rekord vom Donnerstag liegen. Brauchitsch brachte die 7,280 km in 2.40,3 hinter sich, Lang verzeichnete 2.40,4 und Varzi 2.40,6. Im übrigen lieferte das Grand-Prix-Training vom Freitag folgende besten Rundenzeiten: Zelt- Rosemeyer, Auto-Union 2:38,3 v. Brauchitsch, Mercedes 2:40,3 Lang, Mercedes 2:40,4 Varzi, Auto-Union 2:40,6 Nuvolari, Alfa-Romeo 2:42,2 Caracciola, Mercedes 2:42,9 Dreyfus, Alfa-Romeo 2:45,1 Fagioli, Mercedes 2:46,9 Stuck, Auto-Union 2:48,2 Chiron, Mercedes ... 2:50,4 Zeit Zelt Hasse tt. Delius, Auto-Union 2:50,4 Villoresi, Maserati 3:13,4 Wimille, Bugatti 2:52,6 Belmondo, Maserati 3:15,1 Dott. Farina, Alfa-Romeo 2:53,8 Ruesch, Maserati 3:16,4 Biondetü, Siata-Maserati 2:58,2 Bäumer, Austin 3:17,9 Sommer, Alfa-Romeo 2:58,7 Mac Evoy, Maserati 3:23,1 Ruesch, Maserati 3:11,7 Hug, Bugatti 3:33,1 Etancelin, Maserati 3:12,1 Hate, Talbot 3:52,7 Earl Howe, Bugatti 3:13,8 Herkuleyns, MG 4:07,1 Stuber, Alfa-Romeo 3:28,4 • __ Neue Rekorde auch in der Klasse bis 1500 ccm. War am Donnerstag Seaman mit seinem zehnjährigen Delage, der einst den Rennstall Lord Howe zierte, in Front gegangen, so verschob sich beim zweiten Training das Bild insofern, als diesmal sein Landsmann Fairfield auf ERA die schnellste Runde erzielte. Mit 2 Min. 55,2 Sek. unterbot er nicht nur Seamans Rundenrekord vom Donnerstag um mehr als 7 Sekunden, sondern er hängte damit seinen zähen Gegner auch deutlich ab, zumal Seaman in seiner besten Runde mit 3.00,6 um 5 Sekunden hinter ihm zurückblieb. Immerhin hat auch er damit seine eigene Rekordleistung vom ersten Training, die auf 3.02,6 stand, noch übertroffen. Wohl die grösste Ueberraschung aber bildete für uns alle das glänzende Abschneiden des Zugers Kautz, der mit Ausnahme Fairfields der gesamten Allianz der ERA ein Schnippchen schlug und mit 3 Min. 04,5 Sek. Leute wie Mays, Earl Howe, Bira hinter sich verwies, nachdem er schon beim Training zum nationalen Rennen weitaus die schnellste Runde hingelegt hatte. Und es ist wohl keine Verstiegenheit, zu behaupten, der bescheidene, sympathische Schweizer werde bei der «Auseinandersetzung» vom Sonntag, die sich als ausgesprochen hart und hitzig ankündigt, mit in die Entscheidung eingreifen. Wie ausgeglichen sich das Feld im allgemeinen darbietet, erhellt aus der Tatsache, dass beim Training vom Freitag nicht weniger als sieben Fahrer um insgesamt bloss vier Sekunden voneinander getrennt waren, die Maserati von Kautz und Bianco und die Hauptmacht der ERA. Dei übrigen Maserati von Villoresi, Belmondo, Ruesch und Mc Evoy fielen etwas zurück. Ausgezeichnete Figur machte übrigens in der Gesellschaft der 1 j^-Literwagen der 750-ccm-Austin Bäumers, dessen prächtiger Motor auch das Interesse eines Könners und Kenners wie Dr. Porsche erweckte. Mit einer schnellsten Runde von 3.17,9 hat Bäumer eine Leistung gezeigt, die allerhand Respekt verdient. Dass Plate mit seinem Talbot ebenso wie Herkuleyns (MG) nicht schnell genug sind, um bei dem höllischen Tempo der Siegesanwärter mitzukommen, das vermochte auch der Laie zu erkennen. Die besten Trainingszeiten dieser Klasse wurden wiö folgt gestoppt- Zelt Fairfield, ERA 2:55,2 Seaman, Delage 3:00,6 Kautz, Maserati 3:04,5 Embiiicos, ERA 3:06,6 Bianco, Maserati 3:07,0 Mays, ERA 3:07,4 Earl, Howe, ERA 3:08,4 Bira' ERA 3:08,4 Samstag Neuerdings fällt der Rekord, diesmal durch Caracciola. Sorgenvolle Blicke richteten sich am Samstajf nachmittag zum Himmel. Sollte die Wetterregia etwa wieder versagen? Grau in Grau hingen di» Wolken herunter, und richtig: kaum hatten die Grand-Prix-Wagen ihre ersten Runden gedreht, eo ging ein feines Geriesel hernieder, das zwar nur «vorübergehenden Charakters» war, aber dennoch genügte, um die Piste anzufeuchten. Womit für die Rennleitungen der Moment gekommen war, die gesommerten Regenreifen aufziehen zu lassen. Ä propos Reifen: die Deutschen benützen in Bern einen Pneu, der ein vollständig neues Profil aufweist und dessen innerer Aufbau von den bisher verwendeten Modellen nicht unwesentlich abweicht; Dabei hat namentlich auch die Verbindung zwischen der Lauffläche und der Leinwandkarkaasa eine Verbesserung erfahren, durch welche die Möglichkeit, dass sich bei den phantastischen Tempis der modernen Rennwagen die Lauffläche von der Leinwand trennt und wegfliegt, weiter vermindert wird. Wiederum säumten Tausende von Zuschauern! den Parcours und die Tribüne erhielt stärkeren Besuch als an den Vortagen. Dass der gesamte Organisationapparat reibungslos funktionierte, darüber ist weiter kein Wort zu verlieren. Selbstredend benützte die grosse Mehrzahl der Grand-» Prix-Konkurrenten die letzte Trainingsgelegenheit; bis auf Etancelin, Sommer, ,Lord Howe und Stuber war alles zur Stelle. In der Startordnung sucht man den Namen Stubers umsonst, dafür aber figuriert der Schweizer de Rham auf Maserati in der Liste. Mit der Nachricht, der neue Bugatti werde am Samstag seine Aufwartung machen, hatte es seine Richtigkeit. Wimille absolvierte damit fünf Runden, wovon die schnellste in 2 Min. 53,3 Sek. (gegen 2.52,6 mit dem 3,3-Liter), verschwand aber dann von der Bildfläche Wie seine Vorgänger, so stand auch der letzte Trainingstag im Zeichen eines Rekordes, dessen «Schöpfer» diesmal zur Abwechslung wieder Caracciola heisst. Gleich in der ersten Viertelstunde erreichte Rosemeyer 2.39,3 und kam damit bis auf eine Sekunde an seine Bestzeit vom Freitag heran, dann aber ging Caracciola aufs Ganze und. brachte mit der fabelhaften Zeit von 2.37,9 (165,979 km) den Rekord Rosemeyers zu Fall. Womit das letzte Wort gesprochen war. Es hat schon etwas auf sich mit diesem Training: die Rekorde kamen über ein Eintagsfliegen-Dasein nicht heraus und jeder Tag was trinkt er? Wer bei anstrengender Arbeit oder gefährlichem Sport tüchtig, gelassen, aufmerksam bleiben will, hütet sich in gleicher Weise vor nervenzerrüttenden Erregungsmitteln wie vor leeren Genussmitteln. — Eine Tasse Ovomaltine zu Frühstück oder Zwischenmahlzeit ist von allen Getränken das nährwertreichste. Eine Tasse -schützt vor den Gefahren der Erschöpfung! Fr. 3.60 die Büchse zu 500 gr. Fr. 2.— die Büchse zu 250 gr. Dr. A. WANDER A.-G., BERNf Im Grossen Preis der Schweiz 1936 Bern, 23. August beweist die Bosch-Kerze ihre Ueberlegenheit er Rosemeyer, Auto - Union 2. Varzi Auto-Union 3. Stuck Auto-Union 4. Fagioli Mercedes - Benz 5. Hasse Auto-Union Preis von Bern 1936 !•' Seaman auf Delage Siehaben sich einerQualitäts Kerze anvertraut Tun Sie das gleiche! verwenden Sie A 4n/t brachte neue Ueberraschungen. War am Freitag einzig Rosemeyer unter die 2 Min. 40 Sek:-Grenze hinabgestiegen, so wurde diese Marke am 'Sams- BOSCH- KERZE