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E_1936_Zeitung_Nr.069

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tag. gleich von drei

tag. gleich von drei Mann unterschritten, denn neben Caracciola und Rosemeyer, dessen Zeit mit 2.39,3 angegeben wurde, gelangte auch Varzi auf 2.39,5. Auch Nuvolari legte sich noch forscher ins Zeug und buchte mit 2.41,5 das viertbeste Trainingsresultat des Samstags, währenddem er am Freitag «nur» 2.42,9 herausgebracht hatte. Wie gewissenhaft er es mit der Sache nahm, erhellt daraus, dass er eeine wohlgezählten 16 Runden schmiss, sein Stallgenosse Dreyfus sogar 18. Wie denn überhaupt die Alfa-Leute am Samstag die grösste Beharrlichkeit und Ausdauer an den Tag lfegten. Irgendwie muss es damit sein ganz besonderes Bewenden haben und die Deutschen werden gut. tun, ein wachsames Auge auf sie zu richten. In der Mercedes-Mannschaft wurden für Brauchitsch 2.42,7 (gegen 2.40,3 am Freitag) notiert, für Lang 2.55,9 (verglichen mit 2.40,4 am Freitag). Umgekehrt steigerte Fagioli von 2.46,9 auf 2.45,6. Stuck erledigte auf seinem Auto-Union sechs Runauch etwas mehr «Dinger» drauf wie am Freitag, den, worunter die schnellste in 2.45,8, hatte somit eine Leistung, die von seiner Zähigkeit spricht, denn mit einer offenen Wunde am Arm zu fahren, gehört bestimmt nicht zu den Annehmlichkeiten des Daseins. Stuck wird übrigens trotz seiner Verletzung im Grossen Preis starten, obwohl er sich bewusst ist, was für ein Handicap er damit auf sich nimmt. Aber sein Sportgeist verbietet es ihm, dem Sieger des ersten Grand Prix der Schweiz, sich zuschäuenderweise zu betätigen. Hasse hält sieh als •Ersatzfahrer der Auto-Union in Bereitschaft, um einzuspringen, falls es sich als notwendig erweisen sollte. Uns in Prognosen über den Ausgang des Rennens zu ergehen, davon lassen wir lieber die Finger. Nur so viel sei gesagt, dass es ein mörderisches Rennen absetzt, das höchste Spannung verspricht, bei dem es hart auf hart und ausserdem mit fast hundertprozentiger Sicherheit auch, dem bisher im Rennen erzielten Rekord von 2.44,4 (159 km 416) an den Kragen gehen wird. Wer in diesem titanischen Ringen obenausschwingt, das muss erst der Sonntag lehren. Dass freilich Auto-Union, Mercedes oder Alfa Romeo den Sieger stellen werden, daran ist ein Zweifel so gut wie ausgeschlossen, zumal den Einzelfahrern deren Wagen punkto Schnelligkeit weder den Deutschen noch Alfa die Spitze zu bieten vermögen, lediglich Platzchancen zugebilligt werden können. Beste Trainingsrunden der Grand-Prix-Wagen am Samstag. Caracciola, Mercedes-Benz 2:37,9 Rosemeyer, Auto-Union 2:39,3 Varzi, Auto-Union 2:39,5 Nuvolari, Alfa Romeo 2:41,5 v. Brauchitsch, Mercedes-Ben« 2:42,7 Fagioli, Mercedes-Benz 2:45,6 Stuck, Auto-Union 2:45,8 '• Dreyfus, Alfa Romeo 2:48,4 Wimille, Bugatti 2:53,3 Farina, Alfa Romeo 2:53,4 Lang, Mercedes-Benz 2:55,9 v. Delius, Auto-Union 2:56,3 Chiron, Mercedes-Benz 3:05,9 Ruesch, Alfa Romeo 3:11,3 Biondetti, Siata Maserati 3:30,2 Das Samstag-Training der 1,5-Liter-Wagen wurde von 14 Fahrern bestritten und machte mit Ausnahme des ERA-Teams, das offenbar mit den Probefahrten vom Freitag zufrieden war, wieder alles mobil. Nachzutragen bleibt in diesem Zusammenhang, dass sich der Schar der Konkurrenten noch der Engländer Tongue auf ERA zugesellt hatte, 9er unter Startnummer 92 in den Kampf zieht. Als schnellster Mann entpuppte sich diesmal wieder Seaman mit seinem Delage, doch vermochte er mit 3.01,3 seine Zeit vom Freitag nicht ganz zu erreichen. Hingegen wurde Prinz Bira, der sich am Vortage noch bescheiden im Mittelfeld gehalten, nun plötzlih warm, geriet mächtig in Schwung und sicherte sich mit 3.01,9, nur 0,6 Sek. hinter Seaman, das zweitbeste Trainingsresultat des Tages in dieser Klasse. Ebenso steigerte Bianco (Maserati) sein Freitagsergebnis von 3.07,0 auf 3.06,2, dieweil der Schweizer Kautz seine schnellste Runde in 3.08,9 meisterte und damit um rund vier Sekunden hinter seiner am Freitag registrierten Zeit zurückblieb, eine Feststellung, die übrigens auch für den Griechen Embiricos gilt. So, wie sich die Situation in dieser Klasse präsentiert, trifft die Annahme wohl kaum daneben, dass die Entscheidung zwischen einem der Piloten des ERA-Teams und Seaman, dem zweimaligen Sieger dieses Rennens liegen mag. Dass Seaman nichts unversucht lassen wird, seine Erfolgsserie fortzusetzen, und seinen zwei Triumphen noch einen dritten anzugliedern, das kann man sich an den Fingern abzählen. Allerdings ist daneben auch mit Bira zu rechnen, der gerade am Samstag eine Demonstration dessen geliefert hat, was in ihm steckt und dessen zweiter Rang im letztjährigen Preis von Bern noch in zu guter Erinnerung steht, als dass man ihn unterschätzen dürfte. Und sicher wird auch Kautz, nach seinen im Training gezeigten Leistungen zu schliessen, auf den Ehrenplätzen zu finden sein, obwohl sein 4-Zylinder-Maserati in Bezug auf die Leistung von den ERA bei weitem übertroffen wird. Auch unsere zweite Waffe in diesem schweren Gang, der Zürcher Ruesch, wird bestimmt seinen Mann stellen, wenngleich sich seine Aussichten auf einen der vorderen Ränge nicht ganz so günstig beurteilen lassen wie bei Kautz. Dazu darf man auch Embiricos und Bianco nicht aus dem Auge verlieren, denn der eine wie der andere ist imstande, mit einer Ueberraschung aufzuwarten. Ob so oder so, der Preis von Bern kündet sich als spannungsreiches Rennen, als verbissenes Ringen um Sieg und Ehre, das an sportlichem Gehalt und Reiz dem Grand nicht viel nachstehen wird. Beste Traininasrunden vom Samstag: Seaman, Delage Bira, ERA Bianco, Maserati Kautz, Maserati Embiricos, ERA Mac Evoy, Maserati Villoresi, Maserati Ruesch, Maserati Bäumer, Austin Belmondo.Maserati Tongue, ERA Hug, Bugatti Plate. Talbot Herkuleyns, MG AUTOMOBIL-REVUE 3:01,3 3:01,9 3:06,2 3:08,9 3:10,4 3:12,7 3:15,6 3:16,0 3:16,6 3:16,8 3:18,1 3:19,0 3:45,7 4:02,4 Durch unsere Berge mit der achten internationalen Alpenfahrt Erste Etappe ziemlich leicht, doch schon 24 strafpunktbeladene Fahrer. Drei Fahrer ausgeschieden. LUGANO, den 20. August Man wird wohl nicht ßagen können, dass die erste Etappe der diesjährigen Alpenfahrt, welche die 333 km zwischen Luzern und Lugano über Glarue-Klausen-Andermatt-Oberalp-Lukmanier umfasste. allzu schwer war, denn es galt für die Fahrer zum ersten Mal ihre Tüchtigkeit am Klausenpass zu zeigen, wo das Innehalten der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten bestimmt keine leichte Sache bedeutete. Nur fünf Konkurrenten erhielten an den Geheimkontrollen Strafpunkte, bei einem Maximum von 6 für den Engländer Watkinson, der zu Beginn der Fahrt gar zu schnell fuhr. Um 5.10 Uhr startete der erste Fahrer beim Dulaschulhaus in Luzern und die anderen folgten 6.41 Uhr. Im ganzen haben von 76 gemeldeten, 72 Wagen den Weg unter die Räder genommen, was als schöner Erfolg für den veranstaltenden ACS gebucht werden muss. Von diesen 72 Fahrern sind 69, auch wenn die Signalisation hie und da nicht ganz reglementsgemäss vorgenommen wurde, am ersten Etappenorte Lugano eingetroffen. Ueber die Fahrt selbst ist nicht viel zu eagen, denn es handelte sich eher um eine einführende, monotone Etappe, in welcher nur der chronometrierte Klausen eine gewisse Rolle spielte. Es regnete auch in den frühen Morgenstunden in Strömen, als wir uns mit unserem «Fiat-Topolino» auf die Reise machten, doch es geschah nichts Besonderes bis Linthal, mit Ausnahme einiger «Rencontres» zwischen Konkurrenten und pflegmatischem Rindvieh. Auf der Klausenstrecke, wo die Chronometer leider nicht ganz richtig bedient wurden, da am Ziel etwas Unordnung herrechte, gab es einige ganz grosse Fahrten, doch mussten gerade hier zwei Wagen die Waffen strecken, der Balilla des Ungaren Kozma (der einem Radbruch zum Opfer fiel) und der B. M. W - Wagen von Frau Lotte Hueckel (Tschechoslovakei), der karambolierte und ziemlich schwer beschädigt wurde. Sonst war alles in Butter, obwohl 23 Fahrer am Klausenpass Strafpunkte einheimsten, so auch der frühere Motorradmeisterfahrer Claude Geresole aus Bern, der das Opfer der ihm wohl bekannten, aber tückischen Strecke wurde. Unter den penalisierten Fahrern befinden eich übrigens auch zwei Mitglieder von Fabrikmannschaften, welche damit die Chancen ihrer Vertretungen verdorben haben; so z. B. der «Hanomag»-Fahrer Roahricht, der volle 96 Strafpunkte erhielt und der «Adler»-Fahrer Paul Von Guillaume, der seinerseits 28 Strafpunkte aufgebrummt kriegte. So stehen im Teamwettbewerb I (Von unserem V. R. Sonderberichterstatter.) DIENSTAG, 25. AUGUST 1936 -^ N° 69 nur zwei Fabriken strafpunktfrei da, nämlich die Mannschaften von D.K.W und von Ford (Holland). Die Bestrafung eines Adler-Fahrers ist besonders schwerwiegend, da diese Fabrik ihre Teilnahme sehr sorgfältig vorbereitet hatte und sogar einen Materialwagen mitschickte. Gegen Schluss' der Etappe, kurz vor Biasca, kollidierte der Holländer Van Beeck wegen des allzu grossen Staubes (eine Plage dieser ersten Etappe) mit einer Telegraphenstange, blieb dabei glücklicherweise unverletzt, aber der Wagen war so übel zugerichtet, dass Van Beeck aufgeben musste. Im ganzen Kanton Tessin (und übrigens auch in den Kantonen Uri und Glarus) war die Strecke eehr gut markiert und die Polizei sorgte, samt Feuerwehr, für» die Absperrung der wichtigsten Dorfstrassen und der Ankunft am Luganeser Quai. Hier hatte der Sektionssekretär Pagnamenta alle nötigen Vorkehrungen getroffen, um eine reibungslose Ankunft zu ermöglichen und es ging auch tatsächlich alles sehr gut, so dass um 15 U^r die Kontrolle beim Ausbleiben von nur drei Wagen geschlossen werden konnte. Dass dann die Kommissäre für die Ausarbeitung des Klassement ziemlich lange brauchten, ist in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die erste Etappe handelt und dass die Zeitetopperei am Klausen etwas haperte, begreiflich und für dieses Mal auch entschuldbar. Hervorgehoben werden muss besonders die Tatsache, dass sämtliche Konkurrenten die grösste Disziplin an den Tag gelegt haben. Die Luganeser haben die Sache sehr gut gemacht und am Donnerstag abend veranstalteten sie eine gemütliche Zusammenkunft bei Huguenln, wo besonders die erstaunlichen Trainingsergebnisse des ersten Trainingstages in Bern eifrig besprochen wurden. Resultate: 1. Etappe Luzern-Lusrano: 72 Startende, 69 an-_ gekommen, 3 ausgeschieden: Kozma (Ungarn), van. Beeck (Holland) und Hueckel (Tschechoslowakei). Strafpunkte: Gruppe I. über 3000 ccm. Einzelfahrer: Lockhart (England) 57 P., van Marken (Holland) 9 P., Symons (England) 1 Punkt. Gruppe II, 2000—3000 ccm. Fabrikteams: Hanomag (Deutschland) G. Röhricht 96 P. Einzelfahrcr- Loenholdt (Deutschland) 35 P., Legre (Frankreich) 1 P., Kuenzli (Schweiz) 14 Punkte. Gruppe III, 1100—2000 ccm. Fabrikteams: Adlerwerke (Deutschland) von Guillaume 28 P. Einzelfahrer: Rolt (England) 11 P., Ceresole (Schweiz) Ein Amerikanerwagen Mit minimalem Benzinverbrauch In der Schweiz montiert. Der Dodge 1936 gilt nicht umsonst als Prototyp der neuzeitlichen Automobilkonstruktion: Er ist schmissig in der Linien» führung — luxuriös ausgestattet — der härtesten Beanspruchung gewachsen — unter allen denkbaren Verhältnissen aussergewöhnlich angenehm und sicher zu fahren — sparsam im Brennstoffverbrauch — und dazu durch Saurer in Arbon montiert. lUi&t Jflotoi wLhk&am scUüicst die Fratelli Ambrosoli, Locarno BASEL: Ed. Contelly. Hochstrasse 26 BERN: Gebr. Marti, Eigerplatz 2 BRUGG: Zulauf, Garage LÄNGENTHAL: Moser & Cie. LUZERN: Capitol-Garage WEINFELDEN: J. Minikus, Schlossgarage WINTERTHUR: H. Roos ZÜRICH: Garage-Metropol A.-G., Utoqua: 49 Im modernen Motor steigt die Hitze seht schnell. Die Teile sind mit geringem Spiel eingepasit. Ueberdies ist die Tourenzahl des Motors eine bedeutende. Br verlangt reichliehe, •widerstandsfähige Schmierung; die Mobiloil gewährleistet, denn et sch_ü«t,bleibt schmierfihig und ist dauerhaft. VAKUUM OIL COMPANY BASEL VXcradc während der warmen Jahreszeit werden Sie die Ueberlegenheit von Mobiloil am meisten schätzen. • Die Hitze ist der stärkste Feind eines gewöhnlichen Oeles, das sofort der Zersetzung und der Oxydation ausgesetzt ist. • Wenn Mobiloil standhält, so nur dank seiner unerschöpflichen Schmierkraft. Et wird durch einzigartige, geheime Verfahren hergestellt, unter Verwendung der besten Rohprodukte. Ein Stab erfahrener Spezialisten arbeit* unermüdlich an dessen Verbmserunt, seitdem das Auto existiert. Schnelle Fahrt, Sicherheit and Wirtschaftlichkeit rerbürgt Ihnen Mobiloil UNERSCHÖPFLICHE SCHMIERKRAFT

J$0 6& — DIENSTAG,'25. AUGUST 1936 11 P., Dr. Franke (Deutschland) 6 P., Kidston (England) 3 P., Weber (Schweiz) 9 P., Koch-Bodes (Deutschland) 9 P., Frau Meinecke (Deutschland) 31 P., von Hanstein (Deutschland) 9 P., Voigt' (Deutschland) 16 P., van Lintelo de Geer (Holland) 2 P., Zuest (Schweiz) 10 P., Wätkinson (England)' 42 P., Roeck (Schweiz) 20 Punkte. Gruppe IV, bis zu 1100 ccm. Einzelfahrer: von der Mühle-Eckart (Deutschland) 7 P., Cornelius (Holland) 15 P., Glauser (Schweiz) 16 Punkte. Alle übrigen Fabrikteams und Einzelfahrer etrafpunktfrei. Prächtige Sonne und schöner Sport in der zweiten Alpenfahrtetappe. St. Moritz, den 21. August. ... Freut man sich, wieder einmal unter Engadiner Treunden zu weilen, so ist man über die Bekanntgabe der Etappenresultate durch die Herren Kommissäre empört, denn es hat bereits die achte Abendstunde geschlagen und der Pressechef steht noch immer ohne Resultate da. Das war wieder einmal ein schöner Somm'ertag; tropische Hitze im Tessin, prachtvolle Sonne un- : term blauen Himmel der grossen Riesen unserer Bündner Berge; mit einem Wort, ein idealer 'Sporttag. Die 69 Ueberlebenden der «ersten •Sehlacht» verliessen frohen Mutes in frühester Morgenstunde das gastliche Lugano, um vorerst den San Bernardino in Angriff zu nehmen. Es wurde von Anfang an ein gutes Tempo eingeschlagen und nur der Deutsche Loenholdt wollte nichts ,-davon wissen, denn er verspätete sich gleich beim Start und erhielt dafür sechs Strafpunkte. • Vom Bernardino ging es hinunter nach Splügen, Thusis und Chur und dann kam man durchs •Prättigau zum Wolfgangpass und nach Davos, wo ; der Flüelapass dem einen und andern eine Nuss zu knacken gab. Hie und da kochte ein Wagen, aber alle machten ihre Sache weiter. Wegen Vorderachsenbruches fiel aber der Deutsche Willisch aus, und sein Landsmann Graf Sandizell folgte .ihm kurz nachher wegen Kupplungsbruches; wohl versuchte der Graf, die Kupplung durch alle möglichen Mittel wieder irgendwie zusammenzuhalten, aber die Tücke des Objektes trotzte allen Reparaturversuchen. So blieben noch 67 Konkurrenten übrig, die einun langen Abstecher zum Nationalpark, Ofenpass, Umbrailpass machten und bei der Quarta Cantoniera erstmals italienisches Gebiet (England) 77 P., Roeck (Schweiz) 36 P. "berührten; da tnuss man gleich sagen (und das Gruppe IV: Rassewitz (Deutschland) 1 P., gleiche galt nachher auch in Tirano), dass das vpn der Müehle-Eckart (Deutschland), 20 P., Jaddatz (Deutschland) 15 P., Cornelius (Holland) 38 Entgegenkommen der schweizerischen und italienischen Zollbehörden ein sehr grosses war und dass die Grenzübertritte sich ohne jegliche Reibung vollzogen. Da wir von Entgegenkommen sprechen, möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass sowohl die Tessiner als auch die bündnerische Kantonspolizei den Streckendienst in mustergültiger Weise organisiert hatte. Eine weitere erfreuliche Fest- Stellung (wenigstens kann man auch etwas Gutes melden) betrifft den allgemeinen Zustand der djirchfahrenen Strassen und speziell der Alpenpässe; mit einigen wenigen Ausnahmen waren die Strassen sehr gut und von Staub bekam man nur selteii'etwas zu sehen. '.Die Bergstrecke a.m Bernfnäpäss wurde chronotftetriert, "umt zwar nicht bis zum Hospiz^ sondern (ähnlich wie beim frühern Berninarennen) bis zum Baracone. Hier hatte Freund Guido Mascioni, der Präsiden); der Puschlaver Untersektion des AGS mit seinem Mitarbeiterstab '(worunter sj c h sogar seihe zwei Töchter befanden) volle und ganze Ar- Bett, geMstet;: so'äass sich 'alles in bester Weise abwickelte; die Strecke war während vier Stunden für jeden Verkehr abgesperrt und die Fahrer konnten den Berg ungehemmt und ungestört « gemessen ». Vom Bernina ging es hinunter nach Pontresina (auch Freund Seiler hatte hier eine feine Lokalorganisation geschaffen) und empfing die Shellstrasse die Konkurrenten im Rahmen einer Flachprüfung, wobei die Geschwindigkeiten gestoppt wurden. Noch ein letztes Mal Gas geben bis zum Ziel in St Moritz, dessen Organisation von Etappenchef Oberstteufc- Troeger und seinen Mitarbeitern beim Kulm, in vorzüglicher Weise eingelichtet und das durch Polizei und Feuerwehr abgesperrt_ war. Ein guter Sporttag; wenn die Langsamkeit der Kommissäre bei der Ausrechnerei nicht wie eine trübe Wolke über dem Ganzen wirken würde 1 Am Ende des zweiten Tages hatten folgende Mannschaften, und Fahrer Strafpunkte zu verzeichnen: Fabrlkttams: Gruppe I. über 3000 com: Ford (Holland) 1 Strafpunkt. Gruppe II, von 2000—3000 ccm: Hanomag- (Deutschland), 96 Strafpunkte. Gruppe III, von 1100—2000 ccm: Adlerwerke (Deutschland) 33 Strafpunkte. Gruppe IV, bis zu 1100 ccm: Auto-Union (Deutschland) 0 Strafpunkte. Einzelfahrer. Gmppel: Lockhart (England) 119 P., Mutsaert (Holland) 1 P., van Marken (Holland) 24 P., Iten (Schweiz), 53 P., Symons (England), 8 P., de Boer (Holland) 1 P. Gruppe II: Loenholdt (Deutschland) 35P., Legre (Frankreich) 1 P., Kuenzli (Schweiz) 26 P. Gruppe III : Rolt (England) 11 P., Ceresole (Schweiz) 22 P., Brien (Deutschland) 1 F., Franke (Deutschland) 6 P., Kidston (England) 463 Punkte, Frau Roehrs (Deutschland) 1 P., Weber (Schweiz) 22 P., Koch (Deutschland) 16 P., Frau Meinecke (Deutschland) 43 P., Hanstein (Deutschland) 17 P., Voigt (Deutschland) 31 P., de Geer (Holland) 6 P., Zuest (Schweiz) 22 P., Watkinson Punkte, Glauser (Schweiz), 39 P. Ausgeschieden während der zweiten Etappe: Graf Sandizell (BMW) wegen Kupplungsstörung, Willisch (BMW) wegen Bruch des Vorderlagers, Loenholdt (Adler) wegen dreimaliger Ankunft nach Kontrollschluss. Beste Gruppenzeiten beim Kilometer-Lance" (Shellstrasse Samaden): I Descollas (Bugatti) 26,1 137,93 II Wisdöm (SS) 26,8 134,33 III Gutknecht (BMW) 28,7 125,44 IV Dr. Siebert.(DKW) 34,8 103,45 -; - ;Beste Zeit-anj Kilpmeter-Lapce: DesQO.Uas (Buzatti) 26,1 3ek.,~ 137,930 km/St AUTOMOBIL-REVUE Die dritte Etappe. 166 Konkurrenten landen wohlbehalten in Thun nach nahezu 1200 Kilometer. Thun, den 22. August. Setzt man sich an die Schreibmaschine, um einige Eindrücke über die dritte Etappe dieser echt schweizerischen, prächtigen internationalen Alpenfahrt niederzuschreiben, so muss man unbedingt den Schlüss voranstellen, denn selten noch würden die Alpenfahrtteilnehmer in einer so "festlich ge-j schmückten Stadt -wie dem heimeligen Thun emp-j fangen, und selten nahm die Bevölkerung, samt d'en : Gemeindebehörden, einen so grossen, aufrichtigen Anteil-.an einer Alpenfahrt, wie dies hier der- Fall war, wo Tausende von Zuschauern trotz des leichten, langweiligen Regens • stundenlang auf die Be-; zwinger unserer Alpenpässe warteten. "War gestern Freund Troeger der 'Organisator, der mustergültigen zweiten Etappe, so hiess/ dieser • cEtappengeneral» heute Architekt Ä. Itten aus Thun.' Ihm gehört ein Kränzchen gewunden, denn er* hatj geüje Sache glänzend gemacht, so dass der allgegen-i wartige Rennleiter A. Töndury heute auch etwas vönj den Naturschönheiten geniessen konnte, da an den Einzelorganisationen sozusagen nichts auszusetzen' war. Uns freut es besonders, dass wir in diesem: hefssen internationalen Kampfe den Beweis efbrin-! geh, eine grosse Anzahl junger, tüchtiger Organisa-' toren zu besitzen, die es weder an Fleiss noch äni Begeisterung fehlen lassen und die sich ihren Chef zum Vorbild nehmen. Lassen wir aber die Dinge in chronologischer- Reihenfolge abrollen. Lustig war es in St. Moritz, {wie. immer droben, wenn etwas Besonderes los ist, und bei der Zusammenkunft in der « Chesa Veglia » wurde es für manche etwas spät. Nichtsdestoweniger war heute früh alles auf den Beinen und punkt 5,01 Uhr liess. Kommissar Zwehlen den ersten .Konkurrenten aus dem Andreossischen. Park los. Bei. bedecktem Himmel wurde zuerst der Albulapass in Angriff genommen; In vollem Tempo sausten die Wagen von Preda auf der winterlichen Bobstrecke nach Bergün herunter und im Nu war auch Tiefenkastei erreicht, von wo die Rückfahrt nach dem Engadin über den Julier begann. Hinab nach Silvaplana, dann auf der breiten, schönen Oberengadiner Strasse Maloja entgegen und von hier hinunter nach Castasegna. Die Abfahrt in den Malojakehren gestaltete, sich etwas schwierig, da dort gegenwärtig am Ausbau der Strasse gearbeitet wird (nach dessen Beendigung man eine richtiggehende Autobahn zwischen Mailand und St. Moritz besitzen wird). Aber die Signalisation klappte so gut, dass alles wohlbehalten bei der ersten Kontrollstelle in Castasegna eintraf. Die beiden deutschen Fahrer Briem und Emminger hatten aber schon je 4 Strafpunkte eingeheimst, da sie mit Verspätung gestartet waren. Der Grenzübertritt vollzog sich auch hier ohne jegliche Schwierigkeiten. Ein Sprung nach Chiavenna,. dann die schönen Kehren zum Splügenpass hinauf; zweite rasche Zollkontrolle und dann folgte die Abfahrt nach dem Dorfe Splügen mit dem anschliessendeh Anstieg zum San "Bernardino; hie und da fällt leichter Regen, doch- fürchtet man den in Sicht stehenden Nebel noch eher. Aber auf der Südseite „wird das Wetteit jwieder gut und so erreicht.manrzi.emlich im vorgeschriebenen Tempo die in Biasca eingerichtete zweite Kontrolle, die, wie die erste in Castasegna, vom eifrigen Kommissär Zwahlen dirigiert wird. Faido, Airolo, .dann wieder der Gotthardpass, der «Justicier» der Tour-de-Suisse-Fahrer; die Wagen brausen aber in vollem Tempo hinauf und der Hospizwirt Lombärdi hat kaum Zeit, alle Nummern aufzuschreiben, denn schon verschwinden die Fahrer gegen Hospenthal herunter, wo die dritte Tageskohtrolle (an einer vielleicht allzu übersichtlichen Stelle) sich-eingenistet .hat. Auf dem Anstieg zur Furka bemerken wir, wie sorgfältig der Signaldiehst Herrn Seilers junior aus Gletsch funktioniert. Walliser.. Polizei in'der neuen, eleganten Uniform wirkt da ebenfalls begeistert mit. Wir machen' einen kurzen Mittagshalt in Gletsch und nehmen da die Parade der Konkurrenten ab; alle scheinen ihre Zeit ziemlich .genau, eingehalten zu haben, doch jeder hat es eilig. Sowohl auf der Furka- wie auch auf der. Grimselstrasse herrscht reger Äutomobilverkehr; aber mit Genugtuung stellen wir fest, dass alle Automobilisten, ob In- oder Ausländer, den Alpenfahrern ohne weiteres die Strasse freigeben und öfters sogar anhalten. Ganz besonders seien hier die tüchtigen Chauffeure der eidgenössischen Post erwähnt, die grosses Verständnis für eine so wichtige Veranstaltung bekundet haben. Ihr Können haben wir immer zu schätzen gewusst, ihre Spörtbegeisterung macht uns aber doppelt so viel Freude. • Den Fahrern bleibt leider keine Zeit, um die . technischen Riesenwerke an der Grimsel bewundern zu können, denn in rasendem Tempo geht ek Melringen zu, wo die letzte Tageskontrolle funktioniert. Und dann erreicht man bei leichtem Regen über Brienz und Interlaken den Etappenort Thun, wo alles —- wie einleitend bereits erwähnt —, glänzend klappte. Mehrere Militärdetachements sorgen für den Ordnungsdienst im Park, wo alles aufs beste vorgesehen ist. Es haben in der dritten Etappe Strafpunkte erhalten: Löckari William (Bentley) 26, Van Marken (Bentley) 2, P. von Guillaume "Je du Leman, Telephon 26.113 Untervertretungen: Basel: Milo Heer, Steinenring 45, Telephon 22.571 ; Bern: Blanc & Paiche, Bundesgasse 45, Telephon 22.235; Brugg: Karl Laubacher, Bahnhofgarage, Telephon 41.800; St. Gallen: A. H. Sprattler, Bodanstrasse 3, Telephon 26.96; Solothurn: Fritz Weber, Garage, Dornacherplatz 1, Telephon 14.51; Utzenstorf: Steiner & Kehrli, Garage, Telephon ,101. QUEEN OF CARS . das englische Qualitäts-Automobil Unvergleichlich in Qualität Eleganz Schnelligkeit Direkte Fabnkvertretung Ausstellung — Ersatzteillager — Service J. Hauser, Kreuzgarage, Zürich 8 Zollikerstr. 9, b. Kreuzplatz, Tel. 28.823 .- '••'• ; % . , . Generaldepot für die Schweiz» Noch einige Untervertreter gesucht HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) - Telephon 61.55S