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E_1936_Zeitung_Nr.072

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12 iuIomobü-Bevue —

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Die gleichen Rasierklingen, die gleichen Globusseifen, das gleiche Briefpapier, die gleichen Fünfliber leben hier ihre Daseinsform wie anderswo: auf der Bude des Schreinergesellen Meier, oder des Bankangestellten Vontobel. — Das Neue, Persönliche, Schöpferische, Geistige ist die menschliche Arbeit: hier die Nummer... Und die sehen Sie vor den Kulissen, in der bestmöglichen Form. Was sehen Sie hinter den Kulassen? Garderoben mit defekten Rasierspiegeln, Puderquasten, illustrierten Zeitungen — Garderoben mit ganzen Rasierspiegeln, ohne Puderquasten, ohne Illustrierte ... geduldige Spassmacher, auf einem schmutzigen Sockel hockend, auf ihre Nummer wartend ... gelangweilte Managers, die über die Person oder die Existenzberechtigung Hitlers und Mussolinis streiten... nervöse Frauen, die über ein falsch angebrachtes Bouquet in chronische Verstimmung geraten ... Zirkusdiener, die zum tausendsten Male die gleiche Leiter in die Manege tragen helfen und alles Menschliche, was Sie bei Ihnen zu Hause, auf der Strasse, in der Fabrik immer wieder sehen, — Aber es ist eben nicht dasselbe, ob der Handlanger Hans Müller auf dem Bauplatz während der Znünipause auf einem schmutzigen Sockel hockt, oder ob das der gefeierte Solotänzer Miracolo hinter den Kulissen genau so macht. Was suchen Sie hinter den Kulissen? — Rätsel, Wunder, Geheimnisse und ihre Lösungen. Was finden Sie? Alltägliches, Selbstverständliches. Der Alltag. Der Extrazug ist angekommen. Es ist morgens zehn Uhr. Der Elefant streckt sorgfältig seinen Rüssel durch die Wagenluke. Er macht Bekanntschaft mit seinem neuen Publikum. Zimmer. « Tag, Herr Lehrer, wie geht's? » — Morgen, Frau Turner, danke — haben Säe Glück? « Und wol Sagen Sie, Herr Lehrer. Sie kennen die Stadt, wie? Haben Sie schon Zimmer? Und für die Buben? — Ach, die schlafen im Wagen, nicht? » — Ja, diesmal ging's rasch. Schwein muss der Mensch haben. Eigentlich geht's bei mir immer rasch. — Sie suchen noch? « O ja, Sie wissen? » — Da oben, gleich in diesem Neubau..„ « Aber teuer, wie? » — Wollen Sie ein Doppelzimmer? « Ja, wissen Sie, das ist bei uns so: wenn wir arbeiten, müssen wir sparen, damit wir auch mal wieder anständig leben können, wenn wir wieder nix haben. » — Sie haben im Winter kein Engagement? « Gewöhnlich nicht; fragen Sie mal meinen Mann, der wird Ihnen schon sagen, wie schwierig das heute ist... In der letzten Stadt — na — wie hiess das Ding — Lausanne — da haben wir drei Frank fünfzig bezahlt. Wissen Sie, das ist unverschämt: ein ganz gewöhnliches Zimmer — zwei einfache Betten, dann haben sie sich noch! über uns geärgert — wegen — ja, wegen den Hunden — dem lieben Musi, gell: Musi-Musil Die haben auch gar kein Herz für dich. Dabei weiss ich nicht, wie grossartig die Leute hier leben! Und jammern ^rühherbst Weissf do 7 jefzf kommt das Schönste vom Jahr: Hoch wölbt sich ein Himmel saphirklar lieber Bäumen, die sommersatt. Und in Milde gebettet, so träumt die Stadt Ihrem Herbst entgegen. Zarte Silberschleier legen Sich um der Berge strenges Gesicht, Und wie sie fern im Abendlicht Den Raum begrenzen, das ist Gnade! — Jetzt wächst die Stille, fuhren deine Pfade Zu der Entrücktheit seligem Genüsse. Jetzt streift der göttlichmilde Herbst mit erstem Kusse Der Sommerfee versengte Lippe sacht, Und perlenkühl umdämmert uns Septembernachf. noch! Wissen Sie, bei uns in Deutschland bekommen Sie eine ganze Wohnung, sag' ich Ihnen, um diesen Preis. Dann darf ich aber alles machen, kochen und waschen und soo... wissen Sie, »dann bin ich wie daheim. Und wenn ich mal schnell meine Schuhe putzen will — — ja, wir haben ja in der Schweiz auch schon sehr gut gewohnt, muss ich sagen, zum Beispiel in Glarus — die Leute waren ja sehr nett zu uns. Ich finde überhaupt: auf dem Lande sind die Leute viel netter, aufrichtiger... Fragen wir mal da. Waren Sie schon hier drin? Ich bin gleich wieder da. Entschuldigen Sie, Herr Lehrer, Mahlzeit, Herr Lehrer J — Mahlzeit, Frau Turner, viel Glück! ... Bei den Artisten lernte ich .Mahlzeit' sagen — einmal vor, meistens aber nach dem Essen. Das kam mir immer etwas komisch vor. Wir finden eben anderer Leute Sitten und Gewohnheiten stets komischer als die unsrigen. Beharrliche Kameraden. Unser Neger hat jetzt noch kein Zimmer gefunden. « Tag, Salem: » — Morgen, Herr Schaffner. Ist nix, wie? « Warten Sie, dort kommt gleich Cervantes.» — Tag! « Tag!» Nun? — Ach, Sie sprechen franzosisch, Herr Schaffner — o bitte: Wollen Sie nicht mal schnell mitkommen? Man kann sich nicht so recht aussprechen mit diesen Leuten. Sie haben schon? Na, Sie haben's leichter wie wir. Sie kennen die Schweizer — und man kennt sie. Aber wenn wir mit unserer Sprache kommen, dann werden die Leute so ängstlich. Diesen Morgen war ich schon in einem Haus — hat mich die Frau gleich so angeguckt, als ob ich sie fressen wollte. Sag' ich: vom Zirkus. Da hätten Sie das Gesicht sehen sollen! Dem Salem hat die überhaupt nicht geöffnet. c Ja, der hat's eben schwer mit seiner Negerhaut. Die Leute meinen, er mache ihnen das Bett schmutzig — dabei ist er so sauber wie ein Kind und hockt täglich im Strandbad — aber das kann man ihnen nicht nehmen. — Kommen Sie doch auch gleich mit, Salem!» — Natürlich! ... Cervantes unterlässt auch jetzt nicht, mit seiner einfachen .Zeichensprache' zu arbeiten, trotzdem ich mich als Dolmetscher produziere. Er ist aus Berlin. Französisch ist für ihn eine schwere und vor allem sonderbare Sprache. Aber er ist weder bequem, noch nervös. Er ist Akrobat. Seine gleichmütige Entschlossenheit verlässt ihn auch beim Zimmersuchen nicht. Das gehört zum Leben, und er liebt Korrektheit, überall. Zwei Finger der linken Hand bedeuten zwei Zimmer, drei Finger der rechten drei Betten. Alors: zwei Finger links: zwei Mark — und fünf Finger rechts: fünfzig Pfennig. — Er denkt dabei hartnäckig an Franken und Rappen. Natürlich macht er dazu noch manche ergänzende Bewegung — und stumm und dumm ist er auch nicht. Als Truppenchef muss er allwöchentlich seine fünf Personen irgendwo unterbringen — und zwar: billig und gut, Zirkusnähe, Kochgelegenheit, Hausschlüssel. Nicht alle Artisten wollen auf dem Zimmer kochen. Oft ist eine Pension: vier Franken pro Person und Tag vorteilhaft; einige wohnen auch im Hotel, zum Beispiel der Seiltänzer. — Soll er sich leisten! sagen die andern — wir können das nicht. Denken Sie: wir müssten ja eine Fantasiegage kriegen! ... Aber die Lebensart der Artisten verhält sich zu ihren Gagen, ähnlich wie bei uns — nicht unbedingt proportional — oft sogar gerade umgekehrt proportional. Man muss mit Lis Gampec den Wölfen heulen können — auch wenn man satt ist. Das Land, worin man gerade arbeitet, ist immer das teuerste, um Geld auszugeben — und das billigste, um zu verdienen. Das ist nun einmal überall so in der Weltwirtschaft. Das weiss der Herr Direktor so gut wie der Stiefelputzer, jeder auf seine Weise... ... Salem fand erst am Nachmittag ein definitives Zimmer. Aber er fand eines; er hat noch nie im Freien geschlafen: es wäre ihm dort zu kalt. Ueberall findet sich ,trotz' Wohnungsüberfluss mit mehr oder weniger Geduld ein unbenutztes, möbliertes Zimmer, das einer Person gehört, die für exotische und andere Extravaganzen schwärmt, oder für einen weltenbummelnden Einzelgänger ein mitleidiges Herz übrig hat. Nun war zwar Salem kein Einzelgänger, denn er hatte eine schöne und liebe weisse Frau. Er bewies aber in kurzer Zeit, dass er trotzdem ein Einzelgänger war, indem er eine noch schönere und liebere fand:, die Schuld daran trägt ein Blumenstrauss. Ein Künstler der Manege lebt in erster Linie von Gagen — in zweiter Linie von Bouquets. Was dann noch folgt, sind tertiäre Erscheinungen. Eine gute Nummer darf wegen eines .Verhältnisses' nicht auf die Probe gestellt werden, es bestehe denn die Möglichkeit einer passenden Einheirat. Die Fabrikantentochter soll doch auch einen Typ heiraten, der etwas vom Geschäft versteht. Und eine Luftnummer weiss mit der idealsten Person furchtbar wenig anzufangen, die am Trapez keinen Trick fertig' bringt. Man sagt es immer wieder: ich lebe von der Liebe; dabei liebst du vom Leben — und nur ein ganz kleines Stück davon. Der Elefant als Scharfrichter. Unter den Reformen, die Bao Dai, der junge, in Frankreich erzogene Herrscher von Annam durchgeführt hat, ist die Abschaffung des Scharfrichter- Elefanten eine der interessantesten. Früher war es in Annam üblich gewesen, Personen, die zum Tode verurteilt waren, in einen engen Hof einzusperren zusammen mit einem Elefanten, der «auf den Mann dressiert» war, einem bösartigen Tier, das den Delinquenten mit dem Rüssel packte, ihn in die Luft schleuderte und dann zerstampfte. Bao Dai hat diese kaum human zu nennende Hinrichtungsart aufgehoben; ursprünglich wollte er auch den Elefanten selbst umbringen lassen, doch hiergegen protestierte die Priesterschaft. So lebt jetzt der Scharfrichter-Elefant in einem Tempel und genieist dort göttliche Verehrung, während die Todeskandidaten in Annam neuerdings mittels einer Guillotine umgebracht werden, die ihrerseits auch bald durch den elektrischen Stuhl ersetzt werden soll. cpr.

Ätttomohil-Reva© 13 Sie Haffen am Rand 3er steilen Bergwiese gerastet Während Klaus lang ausgestreckt döste, hatte Ursula auf den Knien emsig irgendwas in ein Körbchen gesammelt. Nachdem er sich genügend ausgeruht, trieb er zum Aufbruch. Zwei Marienkäfer hingen an ihrem Kleid, als Ursula sich vom Waldboden erhob. Klaus ging immer zehn Schritte voraus*. Ursula pflückte Blumen. «Komm schon endlich,» sagte er, < und lass die Blumen, ich kann auf deinen Stimmungbesen verzichten. Ich möchte rechtzeitig zum Mittagessen im Hotel sein, sonst kommen wir in die grösste Gluthitze, und überidtei ist das Beste auf der Speisekarte gestrichen. » Als der Pfad in den Wald einbog, sagte fUrsula mit stillem Triumph: « Sieh mal, das [habe ich für dich gepflückt, während du ruhtest. Erdbeeren! Das erfrischt nach dem •Marsch in der Hitze. > Klaus nahm ein paar; ;«ie schmeckten eigentlich gar nicht wie Erdtbeeren, aber er wollte Ursel die Freude nicht 'verderben und ass gedankenlos eine nach der randern. Sie strahlte vor Sommerglück und Skippte eine kleine Handvoll in ihren Mund. So gingen sie weiter, assen aus dem Körbchen und [konnten in der Ferne schon die ersten Häuser ides Dorfes sehen. Bei der zehnten Beere etwa ifiel ihm auf, dass ihnen jedes Aroma fehlte "and dass sie mehlig und staubtrocken schmeckten. Sein Gesicht verfinsterte sich. « Das sind •bestimmt keine richtigen Erdbeeren, das ist eine Abart, eine schlechte Nachahmung.» Er «ah die Erdbeeren an und dann Ursel, die jetzt »till neben ihm herging. « Sie sind höchstwahrscheinlich giftig, bestimmt sogar, mir wird schon schlecht. Du bist schon ganz blass. Gib mir einen Spiegell » « Ach Unsinn, » besänftigte Ursel, aber sie lief mehr als sie ging, um ins Dorf zu kommen. Plötzlich blieb sie steten: « Kläuschen, wenn wir beide die Finger in den Hals stecken, kann uns gar nichts passieren. Dann sind sie alle wieder draussen. » « Ich stecke meine Finger nicht in den Hals. Aber wenn du mich vergiftet hast, bis du schuld an meinem Tod. » Ursel hielt Klaus die Hand vor den Mund. Sie schleppte ihn trotz Sommerglut im Galopp dorfwärts. « Bin ich nicht schon ganz gelb? •», keuchte Klaus hochrot vom Lauf in. der Hitze. « Ist alles Blödsinn, » schrie Ursel und hörte nicht auf, zu rennen und ihn hinter sich her zu ziehen. « Mir geht es blendend, und ich habe genau so viel gegessen wie du. » Dem ersten Menschen, den sie trafen, zeigte Ursel die letzten Beeren auf der flachen Hand: «Sind sie giftig?», brüllte Ursula, die nun auch ihre Haltung verloren hatte. Der Herr zuckte erschreckt und verständnislos die Achseln. Er sah nur soviel, dass die beiden es furchtbar eilig hatten und sagte: « It may be possible, that the post-car will pass at two o'clock in the afternoon.» Dann zog er seinen Hut und ging. Klaus war jetzt völlig erschöpft. Alle Kinderängste vor Satanpilzen und Tollkirschen fielen ihm ein. «Bestimmt, es waren Toll- loitkixschm Von Erica Beeren», stöhnte er. Aus Sympathie und Angst wurde ihr gleichfalls schlecht. So erreichten sie den Gasthof, Ursula bestellte kurz entschlossen zwei Glas heisse Milch und bat um etwas grüne Küchenseife. Klaus sah sie entgeistert an. Verrückt, dachte er, gewiss eine Wirkung des Gifts, und er wischte sich den Angstschweiss von der Stirn. Der Wirt erschien mit der heissen Milch und hinter ihm eine Magd. Ob sich die Herrschaften nicht drinnen erfrischen wollten, da hätten sie auch gleich ein Handtuch und fliessendes Wasser. Das fliessende Wasser sei eine Neuerung dieses Sommers, meinte der Wirt, die Herrschaften mögen es sich im Hause bequem machen. — «Bringen Sie mir sofort die Seife,» bestand Ursula, «auf einem Teller». Die Magd stürzte in die Küche zurück und brachte die Seife auf einem Glasteller und dazu zwei Papierservietten. Illustrationen J.-L. Clcrc Ursula rührte todernst die Schmierseife in die Milch ein. « Trink, Liebling, » sagte sie zu Klaus, der keine ihrer Bewegungen aus den Augen Hess. «Das löst das Gift im Körper auf, wenn wirklich etwas drin sein sollte. » Klaus setzte das Glas zitternd an den Mund und schüttete dann den Inhalt auf die Erde. « Nicht genug, dass du mich mit Toll-Beeren fütterst, willst du mir überdies...» Währenddessen trank Ursula mit heroischer Ueberwindung die Seifenmilch. « Du bist ein Feiges,» sagte sie. «Ist mir völlig gleichgültig,» gab Klaus trotzig zurück. « Ich lasse mir keine Seife vorsetzen. » Und er Hess sich die Speisekarte geben. Ursula würgte, leichenblass.' Der Mohn im Gartenbeet wurde dunkelblau vor ihren Augen, und die Kohlweisslinge waren plötzlich alle grün. Ihr Haar klebte an der Stirn und ihre Hände lagen wächsern auf dem Tisch. Klaus sprang auf, Hess sein Beafsteak im Stich und lief, einen Arzt zu holen. Es gelang ihm nach grosser Mühe einen zu finden. Man brachte Ursula ins nächste Krankenhaus, wo ihr armer Magen dreimal ausgepumpt werden musste. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die wilden Waldbeeren zwar nicht besonders bekömmlich, aber keineswegs giftig waren; wohl aber war es die Schmierseife, die Chlor enthielt Eine weisse Frau im Negerstaat Miss Barbara Greene hat die 'Wildnisse der westafrikanischen Negerrepublik Liberia durchquert, Gegenden, die sie als erste weisse Frau betrat. Ihrem Reisebericht im < News Chronicle > entnehmen wir einige interessante Darstellungen. Vor der Abfahrt galt meine Reiseidee als wahnsinnig. «Das Land ist fast ganz unerforscht, » hiess es, « das Klima erwiesenermassen ungesund. Es gibt Kannibalen. Wenn Sie nicht verschollen bleiben, bekommen Sie Fieber, und wenn das nicht, so werden Sie aufgefressen. » Nun, ich bin während der ganzen Durchquerung gesund geblieben, und aufgefressen worden bin ich auch nicht*. Soweit es dort überhaupt noch Kannibalismus gibt, besteht er in geheimen Menschenopfern, die sehr selten als religiöser Brauch vorkommen. Und dabei führte meine erste Forschungsreise in Landschaften, die keine weisse Frau vor mir betreten hatte. Die ersten 180 Meilen wurden von Sierra Leone mit der Bahn zurückgelegt, die liberianische Grenze bei Pendembu zu Fuss überschritten; dann ging die Wanderung nach Bolahun, wo wir eine Woche blieben. Dann folgten vier Wochen mühsamer Fussreise zur Küste, durch den « Grossen Busch » nach Zigiter, über einen Zipfel von Französisch Guinea nach Ganta, schliesslich über Tapate zur Hauptstadt Monrovia. Kaum einer dieser Namen findet sich auf der Karte, «o wenig bekannt ist das Land. Zeitweise wurde ich in einer Sänfte getragen, meist aber war der Pfad so schlecht und das Vorwärtskommen so langsam, dass es leichter war, zu Fuss zu gehen. Wir hatten sechsundzwanzig Träger und vier Boys als Dolmetscher mit. Verdruss haben wir mit ihnen nicht gelabt, nur in den entlegensten Wildnissen marschierten sie aus Angst vor Menschenfressern mit gezogenen Säbeln und hielten unaufhörlich nervös Umschau. Das Schlimmste war das Marschieren selbst: Stickhitze, unwegsame Pfade, beiderseits der Dschungel, der Sicht und Himmel verbarg. In vielen Dörfern hatte noch niemand eine weisse Frau gesehen, und ich wurde bei der Ankunft stets im Triumph durch die Ortschaft getragen und mit ausserordentlicher Freundlichkeit, Ueberraschung und Neugier begrüsst. Meine Kleider und meine Arme wurden betastet, und durch die Hüttenöffnung lugten stets drei Glieder Zuschauer, wenn ich die Kleider wechselte oder mich wusch. Anfangs hatte ich das Empfinden, ich nähme ein Bad mitten in London, im Brunnenbecken des Trafalgarplatzes, aber auch hieran gewöhnte fchmich rasch. Schwieriger war die „Gewöhnung an Moskitos und Wanzen. Sobald sie mich aber einmal über und über gestochen hatten, fand ich mich damit ab und kratzte nur noch ganz automatisch. Wenn abends die Sonne hinter den grossen Busch sank, tauchten seltsame Musikinstrumente auf; Gesang und Tanz begannen. Bei Vollmond erreichte die Ausgelassenheit ihren Höhepunkt, und bis in die Morgendämmerung hielten Musik und Fröhlichkeit an. Das Volksleben war sehr schlicht und vergnüglich, besonders die Ehegesetze. Ein Mann darf soviel Frauen besitzen, wie er bezahlen mag und kann. Eine Frau kostet bis zu zwei Pfund Sterling. Ein alter Häuptling hatte zweihundertunddreissig Frauen I Er war aber schon so kindisch, dass er betrogen wurde: man verkaufte ihm dasselbe Weib immer und immer wieder aufs neue. Ein anderer Häuptling in Französisch-Guinea schickte sich nach einem reichlichen Abendtrunk an, um mich zu werben. Unser Dolmetscher versicherte mir, der Bewerber halte mich für eine ganz vorzügliche Frau. Leider entführte mich mein Taktgefühl vom Schauplatz, ehe ich entdecken konnte, wieviel ich wert sei. ..Einen Dorfschulmeister im zivilisierteren Landesteil lernten wir kennen, der seine Würde dem Umstände verdankt, dass er in Monrovia zwei Monate die Schule besucht hat und seinen Namen schreiben kann. Er war ein freimütiges Männchen: « Meine Zöglinge spielen mir oft Streiche, » erzählte er, « dann werfe ich sie hinaus. » Er wollte wissen, ob ich Christin sei. Als ich bejahte, begleitete er uns ein Stück durch den Dschungel und bat mich inständig und ausdauernd, das Lied « Onward, Christian Soldiers » mit ihm zu singen. Und stundenlang habe ich gesungen «Onward, Christian Soldiers», immer wieder von vorne; auch daran gewöhnt man sich! Nach einem Monat mühseligen Marsches langten wir in Monrovia an, der baufälligen Hauptstadt der Republik, wo die Kleidungsstücke des Herrn Präsidenten zum Lüften auf dem Balkon des Palastes hängen. (Dtsch. v. A. K.) 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Ein schmächtiges Bändchen, dieser «Ritt», voll von Duft und Zartheit, Erinnern und Ahnen, Tasten und Umfühlen, so von kultivierter Kunst des Sagensl erfüllt, dass es beinahe stofflos wirkt. «Eine junge Frau reitet nach langem Fortsein durch den Wald, der ihre Kindheit umschloss. Erinnerung an Kinderängste und -freuden befällt sie und auch wieder die leise Gefährdung einer allzunahen Berührung mit dem Unwirklichen und dem Geheimnis.» Der «Ritt» ist eine artistische Leistung, deren innerer Sinn und Krume aber hinter schöngeformten Worten gesucht werden muss. Uebrigens merkwürdig, was unsere Autoren sich mitunter leisten: Da heisst es: «Für Bi». Was soll der Leser denken, der sich ein Buch kauft und sich schon auf der ersten Seite sagen lassen muss, dass es nicht für ihn, den Leser, sondern für «Bi» geschrieben worden sei? Ausserdem: Wer ist diese(r) «Bi»? Vielleicht heisst ein Hund so oder eine Puppe. Solche Widmungen sind Privatsache und wirken literatenhaft statt dichterisch. Item, «Bi» soll sein Vergnügen haben. Anspruchsvolle Geniesser unter den Lesern werden sich unverdrossen am weichen Pastellton und an dez sprachlichen Schönheit des Büchleins erfreuen. H. R. S. AutlerAusflugsziele aus derMülelschweiz. Besuchen Sie Lenzburg A.C.S. Hotel Krone T.C.S. Bad Lauterbach bei Oftringen Olteil Rest. Metropol-Terrasse T.C.S. MUNSTER-LUZERN A.C.S. HOTEL HIRSCHEN T.CS. A.C.S. HOTEL SCHWANEN T.C.S. V«»n Biichetn LANGENBRUCK Hotel Ochsen A. C. S. T. C. S. Bekannter Gasthof. Ia. Küche und Keller. Eig. Metzgerei. Den Automobilisten bestens empfohlen. Telephon 76.101. i. Stuber-Hlnnl, Bes. Kommen Sie nach BADEN besuchen Sie das Restaurant TIC IIM O beim Stadttor T. C. S. Gute Speise und Trank. Ital. Spezialitäten. Stimmung und Humor. Sep. Weinstube. Mit höfl.Empfehl. Schmld-Villanl. Frick Rest. Silvestrini - Gugerli Ia. Küche. Ital. Spezialitäten. Forellen. - Höfl. Empfehlung Silvestrini-Guqerll. Automobilisten sind gute Kunden! 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