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E_1936_Zeitung_Nr.072

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nachweinen. Unter seiner

nachweinen. Unter seiner Herrschaft nämlich sind die Lager so berstend voll geworden, dass nur mehr der Abfluss in die Benzintanks Rettung zu bringen scheint. Er brachte es fertig, den Bundesrat von der Notwendigkeit des Beimischungszwanges zu überzeugen — ungeachtet der beiden aus zuständigen und ausserdem nicht am motorisierten Strassenverkehr interessierten Quellen stammenden Gutachten, welche beide den bessern, weil wirtschaftlich vernünftigeren, Weg über die Feinspritfabrikation anrieten. Weil eben einfach alles, was dem landwirtschaftlich orientierten Direktor der Alkoholverwaltung nicht in den Kram passte, seit jeher und noch heute unter den Tisch gefegt wurde. Die Beimischung musste her, um Jeden Preis, denn sie allein ermöglichte ein Weiterwuriteln im alten Schlendrian. Doch' selbst die Langmütigkeit der Motorfahrzeugbesitze.r und Benzinkonsumenten hat ein Ende. Das bewiesen die letzten Tage der Frühjahrssession. Die damals gefallenen Voten Hessen jedenfalls hinsichtlich Beurteilung der Geschäftspraktiken der Alkoholverwaltung kaum mehr Zweifel aufkommen und an diesen kann es .nicht gelegen haben, wenn der eidg. Alkoholdirektor erst nach Ablauf einiger Monate den einzig richtigen Schluss daraus zieht! Es hat lange gedauert, bis Herr Tanner die « Zeichen der Zeit» zu deuten verstand. Zugegeben — es war und wird in Zukunft noch weit weniger ein angenehmes, geruhsames Amt sein, das es hier zu verwalten gilt. Denn die Misswirtschaft dieses Regiebetriebes geht nicht allein zu Lasten des zurücktretenden Direktors, mindestens ebensoviel Verantwortung hiefür trägt die Alkoholgesetzgebung, tragen Parlament und Bundesrat. Sie alle haben gefehlt — nur für den Djrektor als Fachmann und Kenner der Verhältnisse gilt die Entschuldigung, von stärkern Kräften in die Enge getrieben worden zu sein, nicht. Er sei in erster Linie Soldat und gehorche, hat Herr Tanner erklärt. Nun denn — ist es nicht frevelhaftes Beginnen, wenn ein Truppenführer nicht unverzüglich auf unhaltbare Positionen aufmerksam macht und es unterlässt, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren, damit schwächste Frontteile nicht der Gefahr des Einbruches ausgesetzt seien? Selbst Gehorsam entbindet nicht von Verantwortung. Als Direktor dieses Verwaltungszweiges hätte er den Mut finden müssen, 'Bundesrat und Parlament auf die drohende, ständig wachsende Gefahr aufmerksam zu machen, hätte ein Vorbeugen kategorisch fordern müssen. Oder warteten alle Drei auch hier auf das Wunder, das unserer Wirtschaftspolitik noch aus manch anderer Klemme helfen soll? Dass die Situation sich allseits mehr und mehr zuspitzte, dessen war man sich auf der Alkoholverwaltung allerdings längst bewusst. Man hat wohl Verschiedenes versucht, doch ohne Erfolg. Selbst die Berufung des Sohnes eines erstmals gewählten Nationalrates aus seiner bisherigen Stellung in einer ostschweiz. Grossbrennerei nach Bern hat ihren Zweck, die Opposition des Fähnleins der sieben Aufrechten auszuschalten, verfehlt. Einmal mehr hatte der Alkoholdirektor seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wer annahm, Direktor Tanner werde sich nun kurzerhand zur Ruhe setzen, dürfte sich einmal mehr enttäuscht sehen. Seine Verdienste um gewisse landwirtschaftliche Kreise lassen Verlautbarungen, nach welchen er einer Berufung ins landwirtschaftliche Generalstabsquartier nach Brugg Folge leisten werde, als recht wahrscheinlich erscheinen. Professor Laur's lOOprozentige Gefolgschaft scheint immer fraglicher und dessen kürzliche Entgleisungen vor aufmerksamem deutschem Auditorium hinsichtlich Blubotheorien haben nicht gerade zur Vermehrung seines Ansehens beigetragen. Eine jüngere Kraft, Als die Musik schwieg, erschien die ganze Gesellschaft in der Tür, um frische Luft zu schöpfen. < Tibor bemerkte als erster Sybil. « Aber! » Er kniff die Lider zusammen, um besser sehen zu können. Sybil und ein völlig unbekannter Mensch j * Da ist ja Sybil! > rief Baby. Jetzt sahen sie alle hin, schweigend und aufmerksam. « Ein Fremder! » erklärte Paul. Auch er war irgendwie verletzt, dass Sybil bei einem Mann sass, den er nicht kannte. Das gehörte sich nicht, das war Verrat! « Wer ist das ? » erkundigte sich Catherina, und Paul klirrte gereizt : «Einer, den sie vor euch versteckt hat, weil sie ihn für sich allein behalten wollte. > Für Verräterinnen war kein Wort zu scharf. « Niedrige Seele! > sagte Baby zu ihrem Mann. Bevor er antworten konnte, wandte sie sich ab und ging zwischen den leeren Tischreihen dem Ende der Balustrade zu. Schon auf halbem Wege rief sie j Nicht zu Unrecht schreckt man ferner da und dort vor der Machtkonzentration, wie sie dem Bundesrate durch eine solche eidg. Verkehrssteuer in die Hände gespielt würde, zurück. Kaum jemand, ausser vielleicht die Bundesbahnen, dürfte nach den bisherigen Erfahrungen Interesse daran haben, die Benzinkonsumenten auf Gnade und Ungnade, unserer obersten Landesbehörde ausgeliefert zu sehen. Mag manch arg bedrängten Automobilisten auch eine eventuelle kleine Erleichterung winken, sie verliert das Verlockende, wenn er bedenkt, dass niemand den Bundesrat daran hindern kann, die Schraube nach wenigen Monaten erneut und um ein Vielfaches anzuziehen. Pessimismus? Ach nein — wir sehen die Dinge nur in nackter Wirklichkeit. Wie heisst es doch? In der Not fresse der Teufel Fliegen. Nun — unsere Wirtschaft jedenfalls, vor allem unsere Verkehrswirtschaft ist in Not und wird aus dieser so rasch noch nicht herauskommen. Uebrigens scheint Bundesrat Pilet selbst von der Realisierung seines Projektes nicht allzu überzeugt. Bereits winken einzelne Kantone, und zwar selbst solche, die durch ein Umlageverfahren nur gewinnen könnten, ganz energisch ab. Man kann sich zur eidg. Verkehrssteuer stellen wie man will, wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten ! Für den Moment aber scheint der letztere zweifellos zu überwiegen, zeigt doch allein schon der Einbau des Gedankens in die Bundesbahnsanierung, woher der Wind pfeift! Der gesamte Schwerverkehr soll durch dies Umlageverfahren unweigerlich an die Wand gedrückt werden. Damit aber sind einmal die in der neuen Truppettordnung vorgesehenen Motorisierungspläne verunmöglicht, d. h. der praktische Erfolg der kommenden Wehranleihe wird durch die Politik des Bundesrates zum mindesten in Frage gestellt, weiter wird der Benzinkphsum einen Rückschlag erfahren, der sowohl das gegenwärtige als die bevorstehenden Finanzprogramme bis in die Fundamente die den richtigen Dreh versteht, sich auf den Pfaden gouvernementaler Hintertreppen auskennt, dürfte deshalb dem schweizerischen Bauernverbände wohl anstehen. Und trotzdem würde wohl die Eignung des bisherigen Alkoholdirektors für einen solchen Posten rundum im Schweizerlande männiglich bezweifelt. Männer, die zur Festigung des erschütterten Volksvertrauens beitragen sollen, brauchen vor allem Mut, Entschlossenheit und Verantwortungsgefühl. Ihre Politik darf auf keinen Fall eine Defizitwirtschaft auf Grund einseitiger Subventionierung sein. Und was gedenkt der Bundesrat zu tun? fragt man gewöhnlich nach Bekanntwerden einer Demission. Sein ergänzender Bericht an die Bundesversammlung zu den Botschäften vom 18. Mai und 15. Juni 1936 betr. Voranschlag der Alkoholverwaltung für das Jahr 1936/37 lässt wenig Hoffnung auf gründliche Räumung dieses Augiasstalles. Wird atn Ende Direktor Tanner huldvoll zur. prov. Weiterführung der Alkoholverwaltung bestimmt? Wohl möglich — denn einen politisch ungebundenen, kaufmännisch denkenden Mann zu finden,, der bereit ist, das Erbe Tanners anzutreten, dürfte schwer halten oder sogar unmöglich sein. Hier geht es um die Verteidigung einer landwirtschaftlichen Hochburg und wehe dem Politiker, der es wagt, in dieses Wespennest zu stechen! «Sybil!» Es durfte keine Minute versäumt werden, um Sybil aufmerksam zu machen und zu warnen. Hier geschah etwas, das spürte Baby. Sybil, die Stolze, sass da wie eine träumende Modistin. « Hallo...» Sybil hob den Kopf. Ihr Gesicht war im ersten Augenblick ärgerlich, dann wurde es verlegen. Aber als Baby beim Tisch stand, war es schon ein korrektes Damengesicht, liebenswürdig und lächelnd. Die weissen Zähne hoben sich scharf ab von dunkler Bronzehaut und leuchtendem Lippenrot. « Sybil...» «Che surpresa!» rief Sybil. Sie war m einem andern Land gewesen und wusste nicht gleich, in welcher Sprache sie mit diesem hergewehten Baby sprechen sollte. Sie hatte Lust, den Mund zu spitzen und Baby einfach fortzublasen; vielleicht löste sie sich in Luft auf und war nur ein verirrter Ger danke gewesen ? Aber dann tauchten die andern auf, lauter vertraute Gesichter, und alles war sehr wirklich. Sybil besann sich und sagte vernünftig:, AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 4. SEPTEMBER 1936 Gvosskaunnfi:«^» Fortsetzung von Seite 1. in Slckt! erschüttern musste und zu guter Letzt hätte dann auch dem Personenwagenverkehr das letzte Stündlein geschlagen! Die entwicklungshemmenden Wirkungen hoher Benzinsteuern lassen sich auch nicht, wie dies zuweilen geschieht, durch den Hinweis bagatellisieren, es sei der Benzinverbrauch nicht durch die Steuern, sondern durch die wirtschaftliche Lage beeinträchtigt worden, und in einigen Ländern habe die festzustellende Wirtschaftsbesserung einen neuerlichen Anstieg des Treibstoffbedarfes gebracht. Diese Verbrauchszunahme ist höchstens ein Beweis für das Elementare des durch das Motorfahrzeug befriedigten Verkehrsbedürfnisses. In Beurteilung der Möglichkeiten aber, welche ein billiger Benzinpreis dem europäischen Motorfahrzeugverkehr erschlösse, besagt er wenig. Amerika stellt das typische Beispiel für die von einem niedrigen Benzinpreis ausgehenden Wunderwirkungen dar. Wohl können weder Europa, noch- vor allem die kleine Schweiz damit rechnen, die amerikanische Verkehrsdichte in absehbarer Zeit auch nur annähernd zu erreichen; ihre Motorisierung jedoch könnte bedeutend weiter vorgetrieben sein. Eine eidgenössische Verkehrssteuer aber wird dieser Entwicklung nur dann gerecht werden, wenn sie sich nicht auf Vorbelastungen, die 320 % des Warenwertes ausmachen, aufbaut. Unter den heutigen Verhältnissen, d. h. bei der gegenwärtig im eidg. Finanz- und Zolldepartement herrschenden Geistesverfassung und vor allem mit Rücksicht auf die einseitig zu Lasten des Motorfahrzeugverkehrs gehenden Sanierungsmassnahmen der Schweiz. Bundesbahnen, wird die Umlage der kantonalen Pauschalsteuern auf eine eidg. Betriebsstoffsteuer mit grösster Wahrscheinlichkeit zur vollständigen Auslieferung des Motorfahrzeuges an den Fiskus führen. Wenn jemals ein Steuersystem gründliche Untersuchungen und restlose Abklärung seiner Auswirkungen zur Voraussetzung hätte, dann' zweifellos dies weittragende und einschneidende Projekt einer eidgen. Betriebsstoffsteuer! Berufsmässlger Fahrunterricht. Art. 14, Abs. 3 des MFG schreibt vor, dass zur Ausübung des Berufes als Fahrlehrer eine Bewilligung des Wohnsitzkantons nötig ist, für deren Erteilung und Entzug der Bundesrat die Voraussetzungen festsetzt. In Art. 32 der Vollziehungsverordnung zum MFG wird die Ausübung des Fahrlehrerberufes an eine besondere Bewilligung gebunden, die durch die kantonale Behörde auf Grund einer besonderen Prüfung zu erteilen ist. «Voraussetzung zur Erlangung der Bewilligung ist, dass der Bewerber das 22. Altersjahr zurückgelegt hat, die gesetzlichen Vorschriften kennt, über die nötigen technischen Kenntnisse verfügt und während mindestens zwei Jahren ein Motorfahrzeug klaglos geführt hat. Er muss gut beleumdet sein; äuöh müssen seine übrigen persönlichen Verhältnisse Gewähr für eine einwandfreie Ausübung seines Berufes bieten. Der Bewerber muss über seine körperliche Eignung das Zeugnis eines durch die Behörde zu bezeichnenden Arztes beibringen. Die Bewilligung ist jährlich zu erneuern.» Mit Datum vom 31. August 1936 erlässt das eidgenössische Justiz- und Polizei departement an die einzelnen Kantone betr. Fahrlehrer folgendes Rundschreiben: « Was für eine Ueberraschung ! » Tibor saugte an seiner Zigarette und warf düstere Blicke. «Tja. Da sind wir. Verdammte Hitze, nicht wahr, Sybil ? » Lukas wurde vorgestellt, bekam kleine, glatte Hände zum Kuss gereicht. « Hast du deine Abreise verschoben ? Wir dachten...» « Morgen früh fahre ich. •» Paul erkundigte sich höflich : « Wie geht es Konstantin ? Dieser blasse Schurke ! Er hätte wirklich einmal schreiben können. Meinst du nicht auch, Sybil ? « Er schreibt ja nie ! Du weisst doch, Paulchen, das ist wie eine Krankheit bei ihm.» Sybil trommelte eine wilde Melodie auf ihrem Handtäschchen und schtoss einen Moment die Augen. Ja, es war Konstantins Krankheit, ungern und nur lakonische Briefe zu schreiben. Aber an Marion... Sie seufzte und öffnete die Augren. « Wie hübsch, dass ich euch noch getroffen habe.» (Fortsetzung folgt.) N°7£ «Der Bundesrat hat in seinem Kreisschreiben vom 13. August 1935 ausgeführt, dass für die Bekämpfung der Verkehrsunfälle auf der Strasse die richtige Ausnützung der Vorbereitungszeit für die Führerprüfung, während welcher der Führer den Lernfahrausweis besitzt, sehr wichtig ist. Es sollte dahin gewirkt werden, dass die Führerausbildung immer mehr durch sorgfältig auf ihre Eignung geprüfte Fahrlehrer erfolgt. In einer Eingabe stellt die Vereinigung staatlich geprüfter Autofahrlehrer der Schweiz fest, dass es bisher noch nicht möglich war, diese Anregung durchzuführen. Besonders aus finanziellen Gründen wurden im Gegenteil die Dienste der Fahrlehrer je länger je weniger in Anspruch genommen. In der Eingabe wird deshalb eine Reihe von Vorschlägen gemacht, deren Verwirklichung den Fahrlehrern, die heute nach ihren Angaben kaum noch genug verdienen, um ihre Unkosten zu decken, ein genügendes Auskommen sichern sollen. Da auch wir alles Interesse daran haben, dass die Ausbildung der Fahrschüler nur zuverlässigen Leuten anvertraut wird, werden wir prüfen, ob allenfalls die Vorschriften über die Fahrlehrer ergänzt oder abgeändert werden müssen. Diese Prüfung wird voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Unseres Erachtens kann aber auch schon nach den geltenden Vorschriften Verschiedenes vorgekehrt werden, das die Fahrschüler in vermehrtem Masse veranlassen würde, Unterricht bei einem staatlich geprüften Fahrlehrer zu nennen. Wir gestatten uns, hierzu die folgenden Anregungen zu machen: 1. Die Polizei sollte ihr Augenmerk auf solche Personen richten, die ohne die Fahrlehrerbewilligung zu besitzen kerufsmässig Fahrunterricht erteilen. Vielerorts sollen diese «wilden Fahrlehrer» eine häufige Erscheinung sein, ohne dass die Behörden dagegen einschreiten. Verschiedentlich, wird u. W. die Ansicht vertreten, dass eine Person, die den Beruf als Fahrlehrer ausübt ohne die Fahrlehrerbewilligung zu besitzen, nicht bestraft werden könne, da hierfür keine Strafdrohung im MFG enthalten sei. Diese Auffassung trifft u. E. nicht zu. Auf Lernfahrten trägt die den Fahrschüler begleitende Person die Verantwortlichkeit als Führer (Art. 14, Abs. 1 MBG). Die Vorschrift, dass zur Ausübung des Berufs als Fahrlehrer eine Bewilligung des Wohnsitzkantons nötig ist (Art. 14, Abs. 3 MFG), befindet sich im zweiten Titel des Gesetzes, welcher die Ueberschrift « Verkehr » trägt. Berufsmässige Erteilung von Fahrunterricht ohne Fahrlehrerbewilligung- stellt deshalb eine Widerhandlung des Führers eines Motorfahrzeugs gegen die Verkehrsvorschriften des MFG dar und kann nach Massgabe von Art. 58, Abs. 1 und 2 MFG bestraft werden. 2. Als Fahrlehrer sollten nur solche Personen zugelassen werden, die volle Gewähr für einwandfreie Ausübung, ihres Berufes bieten und' die nicht* nur gute, zuverlässige Führer sind, sondern auch wirklich die Befähigung haben, Fahrschüler in theoretischer und praktischer Hinsicht auszubilden. Hierüber kann in erster Linie eine psychoteehnische Prüfung wertvolle Anhaltspunkte bieten, weshalb wir empfehlen, eine solche als Bedingung für die Zulassung zur Fahrlehrerprüfung vorzusehen. Die praktische und theoretische Prüfung der Fahrlehrer sollte wenn möglich nicht von einem einzigen Experten, sondern von einer Kommission abgenommen werden. Kantone, in denen sich nur wenige Bewerber um die Fahrlehrerbewilligung melden, könnten sich vielleicht mit einem andern Kanton, der auf diesem Gebiet Erfahrung hat, in Verbindung setzen und die Fahrlehrerprüfungen' für ihre Kandidaten durch die Prüfungskommission dieses Kantons abnehmen lassen. 3. Ein Bewerber um den Führerausweis, der die Prüfung nicht bestanden hat, darf in der Regel vor Ablauf von vier Wochen nicht zu einer neuen zugelassen werden (Art. 33, Abs. 6 MFV). Ein Kanton hat die mit dieser Bestimmung im Einklang stehende Praxis eingeführt, dem durchgefallenen Bewerber mitzuteilen, diese Wartefrist von vier Wochen könne abgekürzt werden, wenn er für die Wiederholung der Prüfung von einem staatlich geprüften Fahrlehrer angemeldet werde, der bezeuge, dass er bei ihm Unterricht genommen habe und nach seinem Dafürhalten nunmehr fähig sei, die Prüfung zu bestehen. Dieses System soll sich gut bewährt haben, weshalb wir es zur Nachahmung empfehlen. 4 Wenn Bedenken über die Fahrtüchtigkeit des Führers bestehen (Art. 9, Abs. 5 MFG) und wenn der Führerausweis gemäss Art. 13 MFG entzogen werden musste (Ziffer I des Kreisschreibens des Bundesrates vom 13. August 1935), ist eine neue Prüfung anzuordnen. Die Behörde kann dem Führer nötigenfalls mitteilen, dass er zur Kontrollprüfung nur zugelassen werde, wenn er vorher eine gewisse Anzahl von Stunden bei einem staatlich konzessionierten Fahrlehrer genommen habe. 5. Von Bewerbern um den Führerausweis sollto bei der Anmeldung zur Prüfung stets verlangt werden,, dass sie angeben, bei wem sie fahren gelernt haben. Diese Angaben erleichtern in erster Linie die Feststellung von solchen Leuten, die berufsmäsöig Fahrunterricht erteilen, ohne im Besitze der Fahrlehrerbewilligung zu sein. Der Experte hat aber auch die Möglichkeit, mit der Person, welche den Fahrunterricht erteilt hat, in Verbindung zu treten, was allenfalls zur Abklärung eines zweifelhaften Prüfungsergebniss&s von Nutzen sein kann. Diese Fühlungnahme des Experten sollte immer stattfinden, wenn als Lehrer ein staatlich geprüfter Fahrlehrer angegeben wird. Der Experte erhält dadurch nicht nur Aufschlüsse über den Bewerber, sondern er kann sich auch ein Bild machen über die Fähigkeit des einzelnen Fahrlehrers und nötigenfalls, z. B. wenn einige Schüler desselben Fahrlehrers zurückgewiesen werden mussten, diesen auf Fehler in seiner Unterrichtsmethode aufmerksam machen oder beantragen, dass er eine neue Fahrlehrerprüfung zu bestehen hat. Der Kontakt zwischen Behörde und Fahrlehrer 6ollte überhaupt möglichst eng sein. Wenn das der Fall ist und es beim Publikum bekannt wird, dass die Führerprüfung leichter zu bestehen ist, wenn man Unterricht bei einem Fahrlehrer genommen hat, so wird das zahlreiche Fahrschüler veranlassen, sich durch einen solchen ausbilden zn lassen, was im Interesse der Verkehrssicherheit sehr zu begrüssen. wäre.»

72 --> FREITAG, 2. SEPTEMBER' W& AUTOMÖBIE-REVUE Resultate; f. Seaman (1,5 I-Delage) 2.50:14,6 — 114,715 km7St. 2. Lord Howe (1,5 1-ERA) 2.51:06 = 110,876 km/St. 3. Briault/Evans (1,5 1-ERA) 2.57:19,6 4. Cholmondeley Tapper (2,9-1-Maserati) 2.58:20,4 5. Staniland (2,9 1-Alfa Romeo) 75 Runden S. Taylor (2,3 1-Bugatti) 73 Runden K. Raymond Mays (1,5 1-ERA) 72 Runden Am Samstag: Englische Tourist-Trophy. Morgen Samstagmittag startet der königl. Englische Automobilclub sein 15. Tourist- Trophy-Rennen, welches bekanntlich für se- •rienmässig hergestellte Sportwagen reserviert ist und auf der 13,66 Meilen langen Ards-Rundstrecke bei Belfast über total 30 Runden = 410 Meilen oder ca. 660 km geht. Es liegen im ganzen 32 NENNUNGEN vor, und zwar 18 englische, 7 französische, 4 italienische und 3 deutsche, welche sich auf die einzelnen Klassen wir folgt verteilen: Klasse Ober 3000 ccm : BenHey (4250 ccm): E. R. Hall. Lagonda (4453 ccm): Brian Lewis, lord Howe, Pat Fairfield. Bugatti (3255 ccm): Embirieos. Delahaye (3557 ccm): Mongin-Falkner, II. Schell- Mme. Schell, Carriere, Le Begue, Field, Brunet- Ciärke. Asfon-Martin (1950 ccm): Seaman, Phipps-Mxs. Boreen Pbipps. Frazer-Nash-B.M.W. (1970 ccm): «Bira», Fane, [Aldington (Ersatzfahrer: Mrs. Petre, Dobbs). Asion-Martin (1495 ccm): Keneth, Monkhouee- Miss Richmond. Riley (1496 ccm)i von der Becke, Cyril Paul, Maclure, Trevoux, Dixon-Dodson. Dobeon-Wisdom. Rlley (1089 ccm): Chambres, Baird. Fiat (995 ccm): Masters, Wisdom, Davis, Sulli- Tan Ṡinger (972 ccm): J. D. Barnee-F. S. Barnes. R. Eccles-Mrs. Eccles. Sportnachrichten Die 200 Meilen von Donington. Wiederum Seaman auf Delage in Front! Das neunte 200-Meilen-Rennen (77 Runden zu 2,597 Meilen = 321,8 Kilometer) des Junior Car Club, welches am letzten Samstag auf der Strassenrundstrecke von Donington in Szene ging, wurde zu einem noch nie dagewesenen Erfolg. Nahezu 10,000 Zuschauer wohnten im Doningtonpark der in ihrem ganzen Verlaufe äusserst interessanten Veranstaltung bei und erlebten einen grossartigen Spitzenkampf zwischen dem zehn Jahre alten Delage von Richard Seaman und dem von Lord Howe gesteuerten E.R.A.-Rennwagen, den der * Delage-Fahrer in üblicher meisterhafter Weise zu seinen Gunsten entschied. Seaman ging von der fersten Runde weg m iFührung. Es stand jedoch von Anfang an fest, dass er in Lord Howe einen höchst ernst zunehmenden, nicht leicht abzuschüttelnden Gegner hatte, der es denn auch fertig brachte, in der 13. Runde an Seaman vorbeizugehen und während über 37 Runden bei einem Stundendurchschnitt von 109,5 km die Spitze zu halten. Der dreifache Sieger im Preis von Bern verlor indessen den alten Herrenfahrer nicht aus den Augen, welcher bis zur 50. Runde einen Vo'rsprung von insgesamt 17 Sekunden herauswirtschaften konnte. Dann aEer musste Cord Howe zum Tankgeschäft schreiten, und Seaman übernahm die Rolle des Leaders aufs neue. Obwohl der E.R.A.-Pilot das Tanken in der beachtenswerten Zeit von nur 39 Sekunden erledigte, vermochte er auf den davonstürmenden Seaman in den verbleibenden 27 Runden keinen wirksamen Angriff mehr zu unternehmen. Seaman zog gegen Schluss des Rennens höllisch vom Leder und legte ein wahnsinniges Tempo vor, wobei er den Generaldurchschnitt ständig verbesserte. Das Publikum feuerte Lord Howe mit enthusiastischen Zurufen an, der sich denn auch verbissen und verwegen auf die Verfolgung des Spitzenreiters machte und hierbei vielleicht eine seiner grössten Leistungen seiner langen Rennfahrerlaufbahn zeigte. Mit einem zeitlichen Rückstand von rund 50 Sek. auf den. Sieger belegte er den Ehrenplatz. Von den übrigen Konkurrenten lagen einzig noch Briault/Evans auf E.R.A. und Cholmondeley Trapper auf Maserati in der gleichen Runde, während die übrigen Piloten bis zu 15 Runden Rückstand aufwiesen* Klasse bis 2000 ccm j Klasse bis 1500 ccm : Klasse bis 1100 ccm : Handicap: Klasse m/St. Start 1000 ccm 70.76 3 Runden und 8* 45" 1100 ccm 73.73 2 Runden und 7' 16" 1500 ccm 77.56 1 Runde und 2' 26" 2000 ccm 79.31 6 Minuten 5000 ccm 80.61 1 Minute. Die Sternfahrt nach Monte Carlo 1937 gesichert. Wie erinnerlich, sind bald nach Abschluss der diesjährigen XV. internationalen Sternfahrt nach Monte Carlo die ersten* Zweifel darüber laut geworden, ob diese bedeutendste touristische Veranstaltung der Welt im Hinblick auf die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse und die gewaltigen finanziellen Risiken, welche die Organisatoren jedesmal einzugehen haben, auch im Jahre 1937 durchgeführt werden könne oder nicht. Soeben erfahren wir nun, dass der International Sporting Club von Monaco die bestehenden Schwierigkeiten im grossen und ganzen überwunden und demzufolge beschlossen hat, die Sternfahrt im kommenden Januar wiederum zu organisieren und sie zur Eintragung im internationalen Sportkalender anzumelden» Das Reglement wird Anfang Oktober erscheinen; indessen sind schon heute die wichtigsten Aenderungen bekannt. Die Erfahrung hat gelehrt, dass die vor- RÜEßSEQßER. geschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten auf allen Strecken eingehalten "werden konnten. Es wäre deshalb grundlos, gewissen Konkurrenten dieser oder jener Route Erleichterungen zu gewähren. Somit bleiben sich die einzelnen Streckenführungen und die betr. Punktbewertungen gleich wie im Jahre 1936. Was die Vorschriften betrifft, denen die teilnehmenden Wagen genügen müssen, so wurde von der technischen Kommission mit grösster Strenge vorgegangen. Bei der nächsten Sternfahrt haben nicht nur die Carosserien dem Code Sportif International zu entsprechen; auch die nachstehend aufgeführten Motorenteile müssen mit denjenigen der serienmässig hergestellten Modelle übereinstimmen: Zylinderzahl, Bohrung und Hub, Anzahl und Lage der Ventile, der Kerzen und Vergaser; Anzahl der Nockenwellen; auch vom Radstand und der Spurweite wird Gleichheit mit dem Serienfabrikat verlangt. Kompressoren sind auch weiterhin nicht zulässig. Hinsichtlich der Durchschnittsgeschwindigkeiten wurden keine Aenderungen vorgenommen. Das Stundenmittel beträgt 40 km mit Ausnahme der letzten 1000 Kilometer, welche im 50-km-Tempo abzufahren sind. In bezug auf die Sonderprüfungen ist zu bemerken, dass die erste aus einer Zuverlässigkeitsfahrt auf der letzten Etappe Avignon-Monte Carlo besteht, welche drei Kontrollen aufweist, von denen man jedoch nur die erste bekannt gibt, während die beiden andern geheim sind. Der zweite Wettbewerb findet am Tage nach der Ankunft in Monte Carlo statt. Es ist eine Distanz von 300 Meter zurückzulegen, wobei ein stehender Start in Aussicht genommen wird. 200 Meter nach dem Start haben die Konkurrenten abzustoppen, den Rückwärtsgang einzuschalten und wieder dem Ausgangspunkt zuzusteuern: all dies in möglichst kurzer Zeit. Die Italiener definitiv am 400-Meilen-Rennen von Rooseveltfield. Wir haben bereits vor einiger Zeit berichtet, dass die Scuderia Ferrari mit Nuvolari, Brivio und Dr. Farina am 400-Meilenrennen von Rooseveltfield vom 12. Oktober starten werde. Inzwischen tauchten aber zwischen den beiden Vertragspartnern neue Schwierigkeiten auf, die indessen behoben werden konnten, so dass die italienische Beteiligung nunmehr ausser Zweifel steht. In diesem Zusammenhang erfährt man aus New York, dass die neue Piste von verschiedenen Strassentechnikern besucht worden sei, welche sich dahin geäussert hätten, dass die maximal erzielbare Geschwindigkeit auf dieser Strecke 225 km/St nicht überschreite, während die Durchschnittsgeschwindigkeit ungefähr 140 km/St, betragen dürfte. In den schnellsten Kurven müsse auf mindestens 100 km/St abgebremst werden. An der Internat. Dauerprüfung Bodensee- Balaton, die vom 6./7. September zur Durchführung gelangt, werden auch drei Schweizer teilnehmen, und zwar in der Wertungsgruppe 1 (Automobile über 2000 ccm Hubvolumen): Henri Sauthier, Martigny auf Ford V-8, 3621 ccm, und Hugo Dreier, Luzern, auf Alfa Romeo 2300 ccm; ferner in der Wertungsgroppe 3 (Automobile bis 1100 ccm Hubvolumen) : J. Dittli, Luzern, auf Aero 980 ccm. Gmsse Brennstoffl&'spamis ohnelßbbmgsjjBriust durch in-Regler. 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Maximale Steigung 13 %, durchschnittliche Steigung 9%. Die Einschreibefrist geht am 12. September um Mitternacht zu Ende. £•»«»*# fin «1«» Sdvw