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E_1936_Zeitung_Nr.075

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8 AUmr.OBIL-REVUE

8 AUmr.OBIL-REVUE DIENSTAG, 15. SEPTEMBER 1936 — N° 75 Praktisches Wissen i Quietschgeräusche bei Bremsen. Bei Automobilbremsen tritt beim Anhalten kurz vor dem Stillstand oft ein lästiges Quietschgeräusch auf. Nach Versuchen von Buchmann (Heinrich Hertz-Institut für Schwingungsforschung) ist dies darauf zurückzuführen, dass die Bremstrommel in Schwingungen gerät. Es wurde dazu eine Automobilbremstrommel, deren Quietschgeräusch eine Tonhöhe von 600^-700 Hz besass, auf elektrischem Wege erregt. Im Bereich dieser Frequenzen führte dabei die Trommel radiale Schwingungen aus. Die Schwingungserregung kann nur eintreten, wenn die Reibung mit wachsender Gleitgeschwindigkeit abnimmt. Ein solcher Verlauf der Charakteristik entsteht, wenn sich zwischen Bremsbelag und Trommel ein Flüssigkeitsfilm befindet. Bei trockenen Bremsbelägen wächst aber die Reibung mit zunehmender Geschwindigkeit. Das Auftreten eines Quietschgeräusches ist daher wahrscheinlich an das Vorhandensein einer Flüssigkeitsschicht gebunden. Für diese Auffassung spricht auch die Beobachtung, dass bei den Versuchen die heissgelaufene Bremse fast nie quietschte und dass Feuchtigkeit aufsaugende Bremsbeläge weniger zum Quietschen neigen als metallähnlich harte. A. •»»«•Itt sehe Winke Nicht zu viel ölen ! Vom Beginn seiner motorsportlichen Laufbahn an wird dem Autosäugling immer wieder gepredigt: wer gut schmerr, der gut fährt! Immer gut ölen, immer gut schmieren — dann läuft alles buchstäblich wie in Butter ! Und entsprechend dieser guten Lehre spart der folgsame Autler nicht mit Oel und Fett, und alles läuft ruhig und schön. Bis eines Tages die Maschine plötzlich stehen bleibt. Nanu ? Benzin ist da, die Kompression ist nicht « verbogen», die Zündung... ja, wo ist die geblieben ? Keine noch so schwache Andeutung von Strom ! Und wenn man der Sache nachgeht, hat man zu gut geölt. Die Lichtmaschine nämlich! Das Oel hat den Kollektor mit einem hübschen Film fettig überzogen, hat die Kohlenbürsten durchtränkt — und da gibt es natürlich keinen Kontakt mehr! Vorsicht daher bei der Ölung der Lichtmaschine — ein paar Tropfen für sie in längeren Zeitabständen reichen vollkommen aus. cpr. Die Scheinwerfer stehen falsch. Gelegentlich erlebt man es zu seiner Ueberraschung, dass man in der Dunkelheit von entgegenkommenden Autlern angeblinkt wird, zum Zeichen, dass sie sich geblendet fühlen, obwohl man selbst als höflicher Mann schon abgeblendet hat. Das Iä'sst darauf schliessen, dass die Scheinwerfer nicht richtig eingestellt sind. Besonders bei neuen Wagen, die gerade erst aus der Fabrik kommen, kann man diese Flüchtigkeitsfehler in der Montage recht häufig feststellen. Es kann aber auch sein, dass infolge der durch das Fahren hervorgerufenen Erschütterungen die Scheinwerfer sich etwas gelockert und oben etwas nach hinten geneigt haben, so dass tatsächlich trotz Abblendens andere Fahrer geblendet werden. Schliesslich auch kann der Fehler darin liegen, dass die Scheinwerfer eingestellt wurden, als die Hintersitze des Wagens nicht besetzt waren ; wenn dann der Wagen hinten belastet wird, werden die Scheinwerfer naturgemäss etwas nach oben gerichtet und können auch bei Abblendlicht blenden. Wenn man also wiederholt angeblinkt wird, so soll man unbedingt die Einstellung seiner Scheinwerfer entsprechend abändern, cpr. Verchromte «Kleinigkeiten» bedürfen auch der Pflege. Am modernen Wagen sind eine Menge kleiner und grosser Teile als Schutz gegen die Angriffe der atmosphärischen Luftfeuchtigkeit verchromt ausgeführt. Während man die Pflege der grossen Chromteile schon darum nicht vernachlässigt, weil ihr Glanz wesentlich zum guten Aussehen des Wagens beiträgt, so kann es leicht passieren, dass die kleineren verchromten Partien übersehen werden, da sie keine grosse und zusammenhängende Fläche aufweisen und infolgedessen ein Ermatten nicht so stark in Erscheinung tritt. Wenn dann nach einiger Zeit Korrosionserscheinungen, die mit einem Rostanflug vergleichbar sind, auftreten, so wird es höchste Zeit, dass man Remedur schafft. Ueberraschend gelingt dies durch Behandlung mit einer in Paraffinöl getauchten Zahnbürste, die in kurzer Zeit die ganzen Rostspureh entfernt. Bei grössern polierten Flächen eignet sich dagegen diese Methode nicht, was hier ausdrücklich festgehalten sei. -b- . T«*«h «•> ««fax« Frag« 9951. Lieferant von Komprtssortn. liefert die UTO-Kompressoren? A. S. in B. Antwort: Adresse schriftlich mitgeteilt. Wer Frage 9952. Sorgen mit der Konuskupplung. Mein alter Wagen hat in letzter Zeit eine unangenehme Eigenart entwickelt, indem seine Kupplung stark rupft. Es handelt sich hiebei um eine Konuskupplung mit Lederbelag. R. Z. in D. Antwort: ,Da diese Störung erst seit kurzem auftritt, liegt die Vermutung nahe, dass der Lederbelag zu trocken geworden ist und brüsk angreift. Das Mittel zur Abhilfe besteht darin, dass man das Leder mit einer Holzraspel aufrauht und darauf mit Fischtran einreibt, welch letzte Behandlung solche Belage auch vor der Inbetriebnahme erhalten. Konuskupplungen sind im allgemeinen dafür bekannt, dass sie ein wenig rauh eingreifen, weshalb man heute im Automobilbau hauptsächlich flache Scheibenkupplungen verwendet. -b- Frage 9953. Zusätzliche, elektrische Benzinpumpe. Da seit einiger Zeit meine Brennstoffpumpe (mechanischer Typ) nicht mehr einwandfrei funktioniert und trotz verschiedener Revisionen' der Fehler nicht gefunden wurde, möchte ich eine elektrische Benzinpumpe parallel schalten. Halten Sie dies für richtig und hat es in keiner Weise irgend einen ungünstigen Einfluss? F. K. in S. Antwort: Falls es tatsächlich unmöglich ist, die Pumpe hier reparieren zu lassen, so könnte immer noch daran gedacht werden, sie zu demontieren, sie zur Revision in die Fabrik zu senden und einstweilen mit einer Ersatzpumpe zu fahren. Eine Parallelschaltung einer gut arbeitenden und einer streikenden Pumpe können wir als technisch nicht einwandfrei nicht empfehlen, obwohl sich dadurch weiter keine Störungen ergeben werden, es sei denn, dass die Ventile der mechanischen Pumpe nicht mehr dicht schliessen. Wenn auf die mechanische Brennstoffpumpe verzichtet werden soll, so könnte schliesslich auch die ganze Pumpenarb»'t der elektrischen Pumpe überlassen werden. 00 Frage 9954. 7—8-PS-Wagendaten. Wie hoch stellt sich der Benzinverbrauch eines 7—8-PS-Wagens im Durchschnitt? Und wieviel Oel verbraucht solch ein Wagen? Kann man einen Unterschied im Oel- und Brennstoffverbrauch entdecken, wenn man das einemal mit unbesetztem Automobil fährt und das nächstemal mit vollbesetztem Wagen? Wie hoch ist dieser Unterschied ungefähr? M. V. in S. Antwort: Der Brennstoffverbrauch eines Fahrzeugs dieser Grössenklasse schwankt im allgemeinen zwischen 10 und 12 Liter Benzin/100 km. Den Oelverbrauch darf man mit 1—1,5 Liter pro 1000 km einsetzen und bleibt damit immer noch auf der sicheren Seite. Ein Unterschied im Oelverbrauch ist nicht festzustellen, wenn man statt allein mit vollbesetztem Wagen fährt. Der Unterschied im Benzinverbrauch beziffert sich auf rd. 10 Prozent, wenn man noch drei Mitfahrer mitnimmt, ist also nicht sehr beträchtlich, -b- Frage 9955. Vorfeile einer DoppelzDndung. Hat es einen Zweck, an einem Motor sowohl Magnetais auch Batteriezündung nebeneinander vorzusehen? Mir scheint diese Duplizität absolut" unerwünscht, da sie eine Komplikation ohne wesentliche Vorteile bringt Denn die Betriebssicherheit ist doch heute so ausgezeichnet, dass ein Zündsystem absolut genügen sollte. F. W. in W. Antwort: Zugegeben, dass die Zünder heute so zuverlässig arbeiten, dass normalerweise ein Nebeneinander von zwei Zündapparaten nicht erwünscht ist, weil es die Maschine verteuern müsste. Etwas anderes ist es aber, wenn es sich nicht um Automobile, sondern um Flugmotoren handelt, denn dort verlangt man möglichst noch mehr als hundertprozentige Sicherheit (so dies möglich wäre!), und deshalb schreiben die Gesetze in vielen Ländern vor, dass Flugmaschinen ein doppeltes Zündsystem haben. Doppelt genäht hält nun einmal besser. Uebrigens haben die zwei vorgesehenen Zündkerzen noch einen anderen Zweck, der allerdings mehr im Hintergrund liegt. Sie verbessern nämlich den Wirkungsgrad des Motors, wenn sie sich im Verbrennungsraum ungefähr gegenüberliegen oder doch weit genug voneinander entfernt sind. Messungen mit Abgas-Analysatoren ergaben, dass die Abgase bei einem Versuchsmotor, der einmal mit einer und nachher mit zwei Kerzen betrieben wurde, im letzteren Fall beträchtlich weniger unverbrannte Reste enthielten. Auch Verbrauchsmessungen stimmen mit diesem Resultat überein. Dieser bessere Wirkungsgrad des Doppelzünder-Motors rührt davon her, dass sich bei ihm die Verbrennung rascher durch den Verbrennungeraum fortpflanzt, da die Entzündung an zwei weit entfernten Punkten erfolgt. ^ fuvastf. Sf» edhs Anfrage . Verlorene Papiere des Wagens. Im November 1935 kaufte ich einen alten Bugatti- Wagen. Ueber den Winter habe ich ihn komplett revidiert und betriebsfertig gemacht. Da der Wagen aber lange nicht mehr eingelöst wurde, sind die Ausweispapiere wie Zollquittung etc. verloren gegangen. Die Chassis-Nummer ist nicht mehr vorhanden. Die Motornummer lautet 1299. Ich möchte den Wagen nun einlösen und bitte Sie, mir mitzuteilen, was ich in diesem Falle zu tun habe. * J B. in Z. Antwort: Sie geben leider in Ihrer Zuschrift nicht an. welches Modelljahr der fragliche Bugatti- Wagen ist. Die Oberzolldirektion in Bern führt seit dem Jahre 1930 'eine Kontrolle über sämtliche Wagen. Unter Angabe der Motornummer ist es ohne weiteres möglich, eine Verzollungsbestätigung zu erhalten, sofern der Wagen nicht vor dem Jahre 1930 eingeführt wurde. Sollte der Wagen schon früher eingeführt worden sein, so hätten Sie an Hand von entsprechenden Bestätigungen der kantonalen Motorfahrzeugkontrollen den Nachweis zu leisten, dass der Wagen seit mehreren Jahren in der Schweiz stand und unter Schweizer Nummern zum Verkehr zugelassen war. In diesem Falle wird Ihnen die Oberzolldirektion in Bern eine entsprechende Erklärung über die erfolgte Verzollung ausstellen. Was sodann noch die von Ihnen als verloren angegebene Chassisnummer anbetrifft, so teilen wir Ihnen mit, dass Bugatti keine getrennten Chassisnummern führt, sondern nur Motornummern, die gleichzeitig auch für das Chassis gelten. O trustFrei VERBAND TRUSTFREIER BENZIN-IMPORTEURE DER SCHWEIZ ' I BB " Tel. 21.897 Helvetlastr. 17 „Seourit" und andere splitterfreie Qläser stets rasch lieferbar. Zu verkaufen 5 6TonnenSaurer Diesel Type 5 BLD, eventuell mit Anhänger. Günstige Bedingungen. — Zu erfragen unter Chiffre Z 3959 b d. Automobil-Revue, Bern. 12028 Automobil-Revue, Bureau Zürich. Zu verkaufen rassiger SPORTWAGEN, ERSATZTEILE AAR AU BERN-Kirchenfeld Zu verkaufen Chevrolet Wir verkaufen einige ganz besonders vorteilhafte Automobile: 12477 PRAGA ^c 6 Zyl., 4/5plätzige Limousine, Modell 1932, neu be-Luxus-Sportreift, in prima Zustand, elfenbein mit grünem Luxusleder, rassiger und ele- Modell 1936, 5 St.-PS, 4pl., 4-Zylinder, z. 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N« 75 DIENSTAG, 15. SEPTEMBER T93Ö AUTOMOBIL-REVUE Das schwedische Verkehrsteilungsproblem Wie in zahlreichen anderen Ländern, sind auch in Schweden Kräfte am Werk, die auf eine Beschränkung des motorisierten Strassenverkehrs zugunsten der Eisenbahn hinzielen. Auch hier haben die interessierten Kreise es nicht als ihre einzige Aufgabe betrachtet, die Sanierung der Bahnen durch eine Reorganisation an Haupt und Gliedern: durch technische und administrative Verbesserungen und durch Anpassung der Verkehrsleistungen an die veränderten Bedürfnisse der Verkehrsnehmer herbeizuführen, sondern ihre ganze Weisheit hat sich darin erschöpft, eine Koordination zwischen Schiene und Strasse anzustreben, die nach bekanntem Rezept das Automobil der Kontrolle und Verfügungsgewalt der Eisenbahnen unterwerfen sollte. Dank der Einsicht des Parlaments ist dieser Anschlag auf den Verkehr der Strasse vereitelt worden und es sieht so aus, als ob dem Automobilverkehr Schwedens auch weiterhin seine Bewegungsfreiheit erhalten bleiben soll. Bereits im Jahre 1934 hatte die Regierung einen Ausschuss eingesetzt, der eingehende Untersuchungen darüber anstellen sollte, welche Schritte zweckmässigerweise zur «Regelung» des gewerblichen Motorfahrzeugverkehrs unternommen werden könnten. Im Mai vorigen Jahres legte der Ausschuss seinen Bericht vor, der jedoch beim Publikum und in der Presse eine so schlechte Aufnahme fand, dass die Regierung darauf verzichtete, irgendwelche Massnahmen zur Durchführung der vom Komitee gemachten Vorschläge zu ergreifen. Die Interessenten der Bahnen Hessen Jedoch die Sache nicht auf sich beruhen. Auf ihr Betreiben wurde im Dezember 1935 ein neuer inoffizieller Ausschuss gebildet, in dem der bekannte schwedische Strassen- und Wasserbau-Fachmann Lübeck präsidierte. Auch dieser Ausschuss sollte sich in erster Linie mit dem Problem befassen, wie die verschiedenen Transportmittel zu koordinieren seien, um im Rahmen eines kontrollierten Wettbewerbs die günstigsten Ergebnisse sicherzustellen. Im besonderen wurde ihm aufgegeben, die Möglichkeit und Zweckmäs* sigkeit einer Aufteilung des beruflichen Strassenverkehrs in Lang- und Kurztransporte in der Absicht zu erforschen, die ersteren einer besonderen Kontrolle zu unterstellen. Dabei sollte auch geprüft werden, wie sich die geltenden Konzessionsbestimmungen am besten verschärfen Hessen, um diese Kontrolle so wirksam wie möglich zu gestalten. Schliesslich hatte das Komitee darüber zu berichten, ob eine Aenderung in der geltenden Motorfahrzeugbesteuerung unter dem Gesichtswinkel einer zusätzlichen Belastung der schweren Wagenklassen wünschenswert sei. Wie vorauszusehen war, lauteten die Empfehlungen des Lübeck-Ausschusses ganz im Sinne der angestrebten Beschränkungen des Strassenverkehrs. Der im März dieses Jahres veröffentlichte Bericht stimmte in allen wesentlichen Punkten mit den Ergebnissen tiberein, zu denen bereits das Regierungs- Komitee gekommen war; insbesondere wurde die Teilung des motorisierten Strassenverkehrs in einen Fern- und Kurzstreckenverkehr und dementsprechend die Einführung unterschiedlicher Beförderungsbestimmungen auf das wärmste befürwortet. Dieser Bericht hat in der schwedischen Oeffentlichkeit natürlich die gebührende Ablehnung gefunden. Unter dem Eindruck der scharfen Pressekritiken hat die Regierung sich veranlasst gesehen, ihn einem besonderen Ausschuss des Rijksdags zur Prüfung vorzulegen. Mit grosser Mehrheit hat dieser Ausschuss den Bericht verworfen und eine neue Untersuchung des ganzen Fragenkomplexes empfohlen. Diesmal ist allerdings die sehr wichtige Bedingung gestellt worden, dass künftige Vorschläge für eine Neuregelung des Kraftverkehrs keine Bestimmungen vorsehen dürfen, die darauf abzielen, seine Freiheit fühlbar einzuengen. Das Rijksdags- Komitee empfahl weiterhin, dass die Bahnen vor allem danach trachten müssten, aus eigener Kraft ihre heutigen Schwierigkeiten zu überwinden, mit der Rationalisierung des Bahnbetriebs endlich zu beginnen und ihre Verkehrstarife einer gründlichen Revision zu unterziehen. Ende Juni hat der Rijksdag über den Bericht des Sonderausschusses beraten. In beiden Kämmern wurden die Empfehlungen des Lübeck - Ausschusses niedergestimmt. Der schwedische Automobilverkehr braucht fürs erste kaum mehr zu befürchten, die Kosten für die Reorganisation der Eisenbahnen tragen zu müssen. Sehr komplettes Lager zu neu herabgesetzten General-Motors-Preisen in Und welch unergründliche Massnahme sieht der bei uns in Vorbereitung befindliche dringliche BundesratsbescMuss zur Sanierung des schweizerischen Verkehrswesens vor? Am 3. September a. c. ist in einer dreistündigen Besprechung zwischen dem Chef des eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartements und der Geschäftsleitung des Personals öffentlicher Dienste u. a. auch das Problem Schiene-Strasse erläutert worden. Diese Aussprache wurde mehr oder weniger dazu benützt, den Bundesrat über die durch die bisherigen Projekte betreffend die Sanierung des Verkehrswesens, besonders zwischen der Leitung der Bundesbahnen einerseits und dem gesamten Personalkörper dieses grössten Bundesbetriebes anderseits geschaffenen Spannungen " zu orientieren. Wie einseitig, aber auch kurzsichtig die Einstellung des Bundesbahnpersonals zu den in Vorbereitung befindlichen Massnahmen ist, geht wieder einmal mehr aus dem Leitartikel des letzten «Eisenbahners» hervor, steht doch u. a. darin geschrieben: ! « Die Automobilisten wehren sich mit allen Mitteln gegen den sog. Beimischungszwang, gegen die geplante eidgenössische Verkehrssteuer, gegen jedes Opfer (!), das man ihnen mit Rücksicht auf die Finanzlage des Staates zumuten will und sie haben ihrem Unmut am 5. Juli in recht eigentümlicher Weise Luft gemacht. Ihre Opposition richtet sich auch gegen eine vernünftige und im allgemeinen Interesse liegende Regelung des Verkehrs zwischen Schiene und Strasse. Sie fahren in ihren Zeitungen in scharfer Weise über den Bund her, kritisieren den Staat nach Kanten und Noten, sie finden aber trotzdem — oder vielleicht gerade deswegen? — stets willig Gehör beim Bundesrat als oberste Landesbehörde. » Eine Gewerkschaft, die auf einem Lohnniveau sitzt, das vom ganzen Schweizervolk getragen werden muss, deren engstirnige Opposition gegen jede Anpassung und nicht zuletzt für Fracht- und' Personentarifansätze verantwortlich ist, die in der Welt nicht ihresgleichen finden, ist zuletzt berufen, den Automobilisten neue Opfer aufbürden zu wollen, um sich so gut als möglich selbst um die Tragung derselben herumzudrücken. Zickzack In der Strassenbaupolitik. Am 5./6. September a. c. tagte in Arosa die Delegiertenversammlung des bündnerischen Hoteliervereins. Bei diesem Anlass erfolgte auch eine Orientierung über die Beratungen und Entschlüsse des Bundesrates betr. Ausbau der Alpenstrassen. Mit Befremden stellten die Bündner Hoteliers dabei fest, dass den Bedürfnissen und Interessen der bündnerischen Verkehrspolitik in keiner Weise Rechnung getragen wurde. Nach Ansicht der Versammlung kann eine verbesserte Kerenzerbergstrasse Obstalden-Quarten die Walenseetalstrasse nicht ersetzen und es muss die vorgeschlagene Lösung deshalb abgelehnt werden. Graubünden,— dessen landesgesetzlicher Anspruch auf eine Östalpenbahn bis heute unbefriedigt blieb — habe schon aus diesem Grunde unbedingt Anspruch auf eine erstklassige, während den Sommer- und Wintermonaten fahrbare Zufahrtsstrasse. Die bündnerische Hotellerie müsse deshalb mit äusserster Energie auf den Bau der Walenseetalstrasse dringen. Jedes neue Alpenstrassenproiekt in diesem Gebiete falle solange ausser Diskussion, als der Bau der Walenseetalstrasse nicht gesichert sei. Nur diese diene den Interessen des ganzen Kantons. Sollten späterhin weitere Strassenprojekte in Betracht gezogen werden, dann falle die Wahl zwischen den heute genannten Segnes- und Panixerstrassen zweifellos zugunsten der letzteren aus: Uns erscheint es jedenfalls sehr fraglich, dass eine derartige, auf die Spitze getriebene Interessenpolitik den Bedürfnissen unseres Landes gerecht zu werden vermag. Die Linienführung unserer Eisenbahnen liefert uns hinreichend Anschauungsmaterial über eine Verkehrspolitik, die nicht gerade erfreuliche Früchte zeitigte und nicht zuletzt für die Schuldenwirtschaft der Bahnen verantwortlieh zu machen ist. Ausgerechnet in dem Momente, da mit eidgenössischer Unterstützung endlich einmal Alpenstrassenbauten in Angriff genommen werden sollen, machen sich Kräfte bemerkbar, die das noch auf schwachen Füssen stehende Werk zu unterminieren versuchen. Würde' wenigstens das Bündner Oberland die grossen Fremdenverkehrszentren dieses Kantons beherbergen, dann stünde eine Verbindung dieses Landesteils mit dem Kanton Glarus wirklich im Mittelpunkt des Interesses. Unbegreiflich, wie man alte, aus dem letzten Jahrhundert datierende Eieenbahnansprüche heute in die Waagschale der Strassenbaupolitik zu werfen versucht. Der Kanton Graubünden zeigt wieder einmal mehr die schwachen Stellen der schweizerischen Verkehrspolitik. Mit mindestens ebenso grosser Berechtigung könnten schliesslich alle Landesteile ihre Ansprüche anmelden. Dieses «Hüst und Hott» im Strassenbau reiht sich würdig an dasjenige im seinerzeitigen Eisenbahnbau anl Von letzterem blieb ein Schuldenberg, der nicht nur uns, sondern noch den kommenden Generationen manche Nuss zu knacken gibt. Wollen wir auf dem Gebiete des Strassenbaues aus lauter Kantönligeist ebenso «fürsorglich» sein? Die Verkehrsunfälle im Kanton Thurgau. Im Monat August ereigneten sich auf dem Gebiete des Kantons Thurgau insgesamt 54 Verkehrsunfälle, wovon 3 einen tödlichen Ausgang zur Folge hatten. In 11 Fällen wurden 11 Personen schwer, aber nicht tödlich verletzt, während in 41 Fällen 27 Personen leichte Verletzungen erlitten. Der durch die Unfälle verursachte Sachschaden beläuft sich auf über Fr. 11.000.—. Aus der statistischen Zusammenstellung der Unfallursachen geht hervor, dass allein 23 Velofahrer die primäre Ursache eines Unfalles waren. Unvorsichtiges Fahren und Nichtbeachten des Vortrittsrechtes hatten 18 Unfälle zur Folge, übersetztes Tempo und Nichtbeherrschen des Fahrzeuges 7 Unfälle. M. ESCHLER . Zürich 39764 • Solothurn23042 • Neuchätel 53367 Zukaufen gesucht Mercedes-Benz Offizielle Distributoren für die ganze Schweiz von Ersatzteilen für General-Motors-Wagen Zukaufen gesucht Limousine, Mod. 1936, ev. 1935, 10-13 PS. Nur tadellos erhaltener Wagen neueres Modell, mit einer (event. auch Plymouth Nutzlast von 500 bis od. 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