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E_1936_Zeitung_Nr.077

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8 ÄSTOMOBIL-REVUE

8 ÄSTOMOBIL-REVUE UIENSTAG, 22. SEPTEMBER 1936 — N° 73 (Gute Sicht erwünscht. Schluss.) Seither haben wir diese Vorrichtung allerdings nirgends mehr angetroffen. Und im Grunde genommen sollte natürlich ein derartiges Hilfsmittel auch nicht nötig werden, denn schliesslich ist solch ein Prisma fast schon ein Vorläufer zum Periskop, wie man sie sonst nur für Panzerwagen und Unterseeboote benötigt. Hoffen wir, dass dies nicht die ultima ratio der Entwicklung des Automobils sein werde! Auch die Unterkante der Windschutzscheibe bzw. des Sichtfeldes gibt Probleme auf. Als hauptsächliche Sichthindernisse treten hier die Motorhaube, Kotflügel und Scheinwerfer in Erscheinung. Bei tiefer Sitzlage des Fahrers verdecken sie ihm die Strasse vor dem Wagen einige Meter weit, und es kann leicht ^passieren, dass sich — vielleicht nach einem Halt — irgend etwas, möglicherweise sogar ein Kind, im Wege des Wagens befindet, ohne dass man seiner ansichtig wird. In manchen Fällen kann man vor lauter Motorliaube kaum noch den rechten Kotschützer sehen, was doch beim Parken so notwendig wäre, um die Distanz genau abzuschätzen. J Seitlich begrenzen die beiden vorderen P Säulen den Ausblick, an die sich ein Seitenfenster oder das Fenster der Türe anschliesst. Je nach ihrer Breite können sie ein ganz beträchtliches Hindernis für den freien Ausblick bedeuten. Sobald sie nämlich vom Führersitz aus gesehen eine Breite von mehr als 6 cm aufweisen, verdecken sie in der Ecke einen Teil des Gesichtsfeldes, der je nach der Säulendicke in der Ferne einige Meter betragen kann und unter Umständen dazu führt, dass man einer seitlich einbiegenden Person oder sogar eines Fahrzeuges um Bruchteile einer Sekunde zu spät ansichtig wird. In welcher Weise kommt nun das angegebene Grenzmass von 6 cfti für die Säulenbreite zustande ? Seine Begründung liegt darin, dass der Augenabstand erwachsener Menschen im Mittel etwa 6 cm beträgt. Besitzt die Säule also eine Dicke von weniger als 6 cm, so stellt sie kein Hindernis im Blickfeld dar, weil dann das rechte Auge einfach rechts, das linke aber links davon vorbeischaut und die Sehstrahlen sich unweit der Säule treffen. 'Wenn aber anderseits die Säule aus der Blickrichtung gesehen breiter als 6 cm ist, so können sich die Sehstrahlen auch in grossem Abstand vor dem Wagen nicht treffen und es ergibt sich eine Behinderung der Sicht. In Abb. 2 sind diese beiden Fälle dargestellt, und zwar beruht die Skizze auf der Annahme einer in der Mitte geteilten Windschutzscheibe, wie man sie bei Omnibussen oder bei Personenwagen mit keilförmiger Windschutzscheibe (Abb. 3) verwendet. Ein Gegenstand A, der. sich in einem gewissen Abstand vor der Säule befindet, versteckt sich bei der 7 cm breiten Ausführung hinter der Säule, wird dagegen bei der nur Abb. 3. Die schmalen Mittelsäulen, wie sie bei keilförmigen Windschutzscheiben nicht zu umgehen ein.i, bilden kein Hindernis für die Sicht. Oasselbe kann allerdings nicht von der Ecksäule behauptet werden, die sich aus dem festen und dem an der Türe vorgesehenen Säulenteil zusammensetzt. 3,5 cm breiten Bauart sichtbar. Die schmale Säule behindert also die Sicht nicht, denn alles, was gleich weit oder noch weiter entfernt ist als der Gegenstand A, lässt sich vom Führersitz aus plastisch und mühelos erkennen. Im Gegensatze dazu verdeckt die breite Säule alles, was in ihrer Richtung liegt, vollkommen, ob es nun nah oder weiter entfernt liegt. Begreiflicherweise stört eine, solch grosse Säulenbreite in erster Linie in Scheibenmitte, doch nehmen die Fabrikanten hierauf fast durchwegs Rücksicht. Bei den heute so gebräuchlichen, unzerbrechlichen Glassorten darf nämlich die Mittelsäule verhältnismässig schwach gehalten werden, ohne dass ein Bruch des Glases zu befürchten ist Die Ecksäulen allerdings entsprechen wie gesagt längst nicht überall der Forderung nach guter Sicht. Infolge der Abrundungen der Fenster verdecken sie den Blicken des Fahrers oft einen ganz beträchtlichen Teil des Blickfeldes. Immerhin liegen sie bei den breiten, modernen Karosserien so weit aussen, dass sie sich normalerweise auch im Stadtverkehr nicht allzu störend auswirken. Am ehesten empfindet man sie vielleicht auf Passfahrten als lästig, wenn man vor einer Kehre nach entgegenkommenden Wagen Ausschau hält. Man sieht also, dass auch der moderne Wagen noch Einzelheiten aufweist, wo Verbesserungen sehr erwünscht wären. Dies gibt uns immer von neuem die Gewissheit, dass die Entwicklung des Automobils noch längst nicht abgeschlossen ist, wenn sie auch bereits auf einer Stufe der Vollkommenheit anlangte, die in vielen Beziehungen kaum mehr übertroffen werden kann. -fw- Praktisches Wissen Messung infraroter, durch die Verbrennung im Benzinmotor erzeugter Strahlen. In Amerika wurden Versuche durchgeführt, um festzustellen, ob sich die Lichtintensität der Verbrennungsflamme während des Verlaufs der Verbrennung irgendwie verändert. Man fand dabei, dass bei normalen Explosionen während des ganzen Explosionshubes weder die Strahlungsintensität noch ihre Gesamtenergie variieren. Die Beobachtungen erfolgten durch zwei Fluoritfenster, von denen das eine nahe der Zündkerze und das andere direkt über der « Klopfzone » des Verbrennungsraumes angebracht war, um den Einfluss des Brennstoffklopfens zu studieren. Durch dieses letztgenannte Fenster konnte festgestellt werden, dass bei klopfender Verbrennung die austretende Strahlung einen besonders hohen Prozentsatz an langwelligen Lichtstrahlen enthielt (5—11 fi)'. Während eines kurzen Augenblickes wurde bei klopfender Verbrennung eine höhere Strahlungsintensität erreicht, dagegen war die im ganzen ausgestrahlte Energiemenge bei normaler Verbrennung grösser. -fw- Praktische l*f«wB*« Demontierbare, Zündkerzen « tiberholen ». Wenn sich im Laufe der Zeit der Elektrodenabstand einer demontierbaren Zündkerze mit einer Masse-Elektrode allzusehr vergrössert hat, um ihn durch Zurechtbiegen ohne Schaden wieder auf das zulässige Mass zu verkleinern, so ist noch lange nicht alle Liebesmühe endgültig verloren. Man demontiert dann nämlich ganz einfach die Kerze und dreht den inneren Teil so weit, bis die unverbrannte Seite des Mittelstiftes der,Masse- Elektrode gegenübersteht. -b-\ Aufziehen eines knapp bemessenen Propellerriemens. Ein Stück festen Stoffes kann einem beim Aufziehen eines Ventilatorrie-< mens sehr nützliche Dienste leisten. Wenn' nämlich der Riemen trotz vollständigen Zusammenrückens der beiden Riemenscheiben noch zu knapp ist, so lässt er sich ohne irgend ein Hilfsmittel überhaupt nicht aufziehen. Am zweckmässigsten geht man so' vor : Man lässt den Riemen in die untere, angetriebene Riemenscheibe einhängen, während der Motor im Leerlauf dreht. Das obere Ende hängt man in eine Schlinge aus dem besagten, festen Stoff und zieht den Riemen damit über die obere Scheibe. } Oft wird versucht, statt dessen einen Schraubenzieher als « Hebeiseri > in sinngemässer Weise zu verwenden. Dabei kann es aber leicht passieren, dass man die Waben des Kühlblocks beschädigt, weshalb die Methode mit der Schlinge vorzuziehen ist. #• Elektrische Verbindungen gelegentlich prüfen. Dass man den Wagen dann und wann gründlich durchschmieren soll, ihn auch äusserlich hegen und pflegen muss, das weissi jeder Automobilist und fast ein jeder hält sich auch daran. Als weit weniger selbstverständlich erscheint dagegen die Forderung nach einer periodischen Revision der elektrischen Kabelanschlüsse. Denn man ist sichschliesslich von Hause aus daran gewöhnt, dass die elektrischen Anlagen keiner Prüfung bedürfen, und wenn irgendwo einmal als Brandursache gemeldet wird, « man vermutet einen elektrischen Kurzschluss.. .

"Tectin. flS S|*»4»«fasafial Frage 9958. Pefrolvtroaser. Kann mir einer der fieser über Erfahrungen mit Petrolvergasern an feinem Fiat-Modell 503 berichten? F. H. in W. Frage 9959. Lieferant von KOhlerdtcken. Könmen Sie mir einen Lieferanten von praktischen Kühlerdecken angeben? L. I. in U. Antwort: Adressen schriftlich mitgeteilt Frage 9960. Neuer Wagen beginnt zu fiatfern. ffch besitze einen Sechszylinderwagen Modell 1936, ider seit zirka 6000 km auf gewellten Strassen gern jetwas zu flattern beginnt. Die Vorderräder sind pinsel abgefedert. Kann es sieb, um einen Konstruktionsfehler handeln? Wie ist dies nachzuprüfen? S. in I. Antwort: Dieser Wagentyp ist vorn verhältmismässig weich abgefedert, was Sie leicht nachgprüfen können, da sich der Wagen, wenn man mit Wem Fuss auf den Stossfänger stützt, leicht zum 'Schaukeln bringen lässt. Nun ist aber eine solch weiche Abfederung ganz das Gegenteil von einem Oebel, weil sich die Fahrt damit besonders angeoehm gestaltet. Wir raten aber, da wohl die Garantiezeit noch läuft, auf baldige Abhilfe des Flat- 'erns zu dringen, für welche die Vertretung sicher gern besorgt sein wird. Möglicherweise lässt sich leine Verbesserung durch Nachstellen der Steuerung, (Prüfung von Vorlauf und Vorspur sowie Regulierung der Stossdämpfer erreichen. Im andern Fall wird die Firma eventuell zum Einbau stärkerer Federn schreiten. Wir empfehlen, ihr die Arbeit vertrauensvoll zu überlassen. Um einen Konstruktionsfehler wird es sich angesichts der grossen Erfahrung dieser Firma, die zu den ältesten Fabrikanten auf dem Kontinente zählt, nicht handeln. -b- Frage 9961. Fahrgeschwindigkeit und Zustand ier Strasse. Stimmt es, dass die mit einem Wagen Erreichbare Geschwindigkeit auch vom Zustand der Strasse abhängt? Wie kann man dies erklären? Scbliesslich handelt es sich doch nicht um die Bewältigung irgend eines Hindernisses, da der Wagen die bei der Ueberwindung einer Bodenwelle benötigte Energie auf der abfallenden Gegenseite wieder «in Empfang nehmen > kann. H. F. in S. Antwort: Es stimmt tatsächlich, dass die erreichbare Maximalgeschwindigkeit mit der Boden- LftgUirg' XCtiQ. 'RfttMuil Ist deshalb trtcht za rangehen, weil lose und schmutzige Kontakte die Spannung an den Verbrauchsstellen unzulässig reduzieren. Umgekehrt kann eine lose Batterieklemme auch den Grund für das Ausbrennen der Lampen geben, wenn die Spannung, wie dies bei gewissen Systemen von Lichtmaschinen der Fall ist, beim Abhängen der Batterie in ungewollte Höhen steigt ' -brungsenergie umgesetzte Geschwindigkeitsenergie in Wärme verwandeln, wodurch sie für die Vorwärtsbewegung verloren geht Weitere Geschwindigkeitsverluste entstehen dadurch, dass sich die Räder gelegentlich vom unebenen Boden abheben und, ohne am Boden « anzupacken >, in der Luft herumwirbeln. Die fortbewegende Kraft der Treibradreifen greift also auf schlechten Strassen nicht so konstant an wie auf guten. Während den Augenblicken, wo sie sich vermindert, möglicherweise einen Moment sogar auf Null absinkt, wenn beide Räder den Boden verlassen, muss die lebendige Wucht des Wagens die Traktionskraft ersetzen. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass auf guter Fahrbahn höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. -b- Frage 9962. Möchte den Wagen wieder über den Winter stillegen. Da ich im Winter meinen Wagen nicht brauche, entschloss ich mich, ihn für das Winterhalbjahr stillzulegen, um mir die Kosten zu sparen. Während ich nun am alten Wohnort eine Garage zur Verfügung hatte, steht mir eine solche am neuen nicht zur Verfügung. Dagegen habe ich Gelegenheit, ihn in einer allerdings ungeheizten Halle unterzubringen. Ist dies empfehlenswert? Was muss ich machen, damit der Wagen keinen Schaden nimmt? M. L. in E. Antwort: Vorausgesetzt, dass die Halle gut gelüftet und trocken ist, haben wir keine Bedenken gegen das Einstellen des Wagens. Am besten bockt man ihn über den Winter auf, damit die Reifen den Boden nicht mehr berühren. Denn sie werden doch mit der Zeit die Luft verlieren, und dann müsste die Laufdecke und der Schlauch zu Schaden kommen, weil sie von den Felgen zusammengequetscht würden. Am besten wird es sein, die Reifen zu demontieren, die Felgen vom Rost zu säubern und mit Felgenlack zu streichen. Die Farbe hat dann über den Winter mehr als genug Zeit zum Trocknen. Glückliche Besitzer von Wagen mit den neuartigen Vierstempel-Wagenhebern haben es natürlich besonders einfach beim Aufbocken des Wagens. Nachdem die hydraulischen Stempel ihre Schuldigkeit getan haben, schiebt man vorn und hinten je einen Holzbock unter den Wagen, und zwar so, dass der Wagen beim Senken mit dem Chassis auf die Böcke zu liegen kommt, so dass die Federn entlastet sind. Als weitere Massnahmen wären aufzuzählen: Eine Art Einbalsamierung des Wagens, indem man den Lack und Chromteile mit Schutzwachs überzieht und blanke Teile des Chassis gut einfettet. Weiter sollten sämtliche Schmierstellen gut abgeschmiert, das Leder der Polsterung eingefettet werden etc. All diesen Vorkehrungen muss selbstverständlich eine gründliche Reinigung des Wagens vorausgehen. Als letzte Arbeit bleibt noch die Vorbereitung des Winterschlafes der Batterie. Am einfachsten ist es, wenn man sie über die kalte Jahreszeit einer Ladestation zur Wartung und periodischen Aufladung übergibt. -b- nem Wagen handelt es sich um ein 6,6-PS-Modell Typ 1934/35. L. I. in U. Antwort: Die gewöhnlichen Kühlerdecken, welche man vom Wageninnern aus nicht bedienen kann, bringt man vor dem Schutzgitter an, weil sie vom Wagenbesitzer selbst aufgelegt werden müssen und man ihm nicht zumuten Will zwischen Kühlerblock und Schutzgitter in unbequemer Weise zu hantieren. Die storenartigen Kühlerdecken dagegen finden ihren Platz direkt auf dem Kühlerblock, was einmal deshalb angezeigt ist, weil eine solche Einrichtung vor dem Kühlergitter eine schlechte «Falle» machen würde und zum andern, da man zu ihrer Montage ohnehin die Hilfe von Fachleuten in Anspruch nimmt, die es gewohnt sind auch einmal eine Arbeit an schlecht zukömmlichen Stellen zu besorgen! Es gibt also tatsächlich im Handel schon fertige Stören für den Kühler zu kaufen, so dass man nicht mehr auf Einzelausführungen angewiesen ist, wie noch vor kurzer Zeit. Adressen für Lieferanten von Kühlerdecken sind Ihnen brieflich zugegangen. Was die letzte Frage anbelangt so ist daran nicht recht klar, ob mit der Kühlerdecke eine mitgenommene Wolldecke gemeint ist, die man beim Parken über die ganze-. Motorhaube breitet und damit die- Wärme am besten zusammenhält, oder ob nur der Unterschied zwischen automatischen Blechjalousien und einer vorn aufgelegten Knöpfdecke besprochen werden soll. Sicher ist jedenfalls, daes eine Decke in jedem Falle einen etwas besseren Wärmeschutz bietet als eine vorn angebrachte Blechjalousie, da sie vollkommener abzudichten vermag und auch einen wirkungsvolleren Wärmeisolator darstellt. # Sn, >