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E_1936_Zeitung_Nr.078

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tik» seinen Lesern

tik» seinen Lesern folgende »Erkenntnisse» zu Gemüte führt: «Gewisse Kreise glauben, dass durch einen neuerlichen generellen Gehaltsabbau die Bundesbahnschulden auf ein Minimum gesenkt werden könnten (das glaubt niemand! — aber die Betriebsauslagen könnten in ein günstigeres Verhältnis zu den Einnahmen gebracht werden). Sie vermögen nicht einzusehen, dass dadurch die Lage nur verschlechtert würde, indem durch einen solchen Abbau die Kaufkraft dieser Kreise völlig lahmgelegt wird. Nur wo ein wohlbegründeter Wohlstand breitester Massen vorherrschend ist, kann eine grosse Verkehrsanstalt gedeihen. Diese Voraussetzung aber fehlt bei uns, weil man glaubt, dass weiteste Kreise des Volkes der Verarmung preisgegeben werden können». Ist es diesen Herren nicht bekannt, dass dank der Politik des Bundesrates bereits «weiteste Kreise» einen mehrmaligen Lohnabbau über sich ergehen lassen mussten? Glauben sie in Wahrheit, dass durch das Hochhalten der Löhne der 30,000 Bundesbahner die Frequenz der Bundesbahnen gehoben wird? Gerade diese Leute fahren ja auf der Bahn mit verbilligten Fahrkarten oder sogar mit Gratisbilletten! Alle andern aber, welche als Benutzer der Staatsbahnen in Frage kämen, haben bereits erhebliche Lohnreduktio- Unsere gewölbten Strassen eignen sich vorzüglich für Wettrennen. Also tüchtig aui das Gaspedal treten, sobald du merkst, dass einer vorfahren möchte ! nen in Kauf nehmen müssen. In der privaten Industrie sind bis zu 30 Prozent Lohnherabsetzungen vorgenommen worden. Freierwerbende haben 50 und noch mehr Prozent ihres früheren Einkommens schwinden sehen. Wie es im Gewerbe steht, davon wissen die Gewerbeblätter täglich zu berichten. Und da glauben diese Bundesbahnschreiberlinge wirklich noch, mit der Kaufkrafttheorie kommen müssen, die durch die Ereignisse längst überholt ist. Der Bundesrat selbst hat kürzlich in der Botschaft über Exportförderung festgestellt, dass die Löhne der Beamtenschaft überhöht seien und dass sie nicht dem Realindex entsprechen, sondern bedeutend darüber stehen. Leider aber zieht er aus seinen eigenen Feststellungen nicht die Konsequenzen. Im selben Artikel wird empfohlen, baldmöglichst die Autokonkurrenz in gesetzliche Schranken zu weisen. Also eine weitere Verteuerung der Transporte >— denn darauf wird es wohl hinauslaufen, "wenn man den Automobilverkehr einschränkt. Wer trägt denn diese Lasten? Sicher nicht die Beamtenschaft — sondern das Volk, das eine weitere Preissteigerung in Kauf nehmen muss. Denn dass eine Transportverteuerung auf den Konsumenten abgewälzt wird, ist eine alte Tatsache. Es ist ein Widerspruch, auf der einen Seite Lohnabbaupoiitik zu treiben — auf der andern aber Massnahmen durchzuführen, die zu einer Verteuerung der Lebenshaltung führen müssen, denn damit werden die Krisenlasten auf die grosse Masse abgewälzt. Wenn schliesslich zur Vermehrung der Einnahmen eine Durchführung der Perronsperre empfohlen wird, so befindet sich der «Eisenbahner» damit wohl erst recht auf dem Holzwege. Die Perronsperre besteht im Ausland, weil damit eine Einsparung an Kontrollpersonal in den Zügen verbunden ist. Selbstverständlich kann man nicht eine Perronsperre als zusätzliche Massnahme einführen, ohne anderseits das Kontrollpersonal in den Zügen zu reduzieren. Das wäre ein unter Ahornbäumen, die ihr schütteres, bleiches Laub zum Himmel hielten. Sie kamen an der Cafehausterrasse vorbei, wo sie nachmittags gesessen hatten. Aber die Tische waren fortgeräumt und hinter den Fensterscheiben flammte nur mehr spärliches Licht. Es war ein nüchternes, ganz gewöhnliches Cafe — nicht mehr das wunderbare Eiland, auf dem sich Blicke und Worte trafen. Nichts war zurückgeblieben vom Zauber jener Stunde, kein magischer Olanz über den Tischen, kein süsser Duft, vergossener Extrakt ihrer Herzen. « Bist du müde, Sybil ? Willst "du dich ausruhen ? Heimgehen ? > Lukas war ein,guter Läufer, er hätte noch stundenlang durch die Stadt marschieren können. Doch jetzt besann er sich, dass Frauen zu solchen sportlichen Rekordleistungen nicht sehr prädestiniert sind. «Die Cafehäuser werden bald schliessen. Aber vielleicht in eine Bar... ? » Aber Sybil wollte keine Musik hören, keine Menschen sehen. Sie hatte jetzt die nächtliche Stadt entdeckt. Schwankende Omnibuskarren, Laternen und Trambahngeleise schienen ihr wie eine seltene Landschaft, sinnvoll gewachsene Natur. Die Welt war Chaos und Leere gewesen. Aber dann war Hat Alfa Romeo für 1937 neue Pläne? Nach unbestätigten Meldungen soll Alfa Romeo für die nächste Rennsaison den Bau eines neuen Zwölfzylinder-Wagens planen, der den Auto-Union-Wagen im Zylinderinhalt näher kommen wird als die diesjährige Konstruktion. Man munkelt von 5 Litern, eine Angabe, die allerdings mit Vorsicht zu geniessen ist, wenn man bedenkt dass die Zylinderinhalte der gegenwärtigen Rennwagen nicht mit Sicherheit feststehen. Rollende Zahnkliniken. Als erster Staat Europas hat Schweden «rollende Zahnkliniken» eingeführt. Es handelt sich um motorisierte Ambulanzen, die hauptsächlich im Norden des Landes eingesetzt werden, wo weder Zahnärzte mit festem Wohnsitz ihr Auskommen finden noch die Menschen wegen der grossen Entfernungen Zahnärzte aufsuchen können. Die in Autobussen untergebrachten Zahnkliniken enthalten neben ärztlichen Kräften und dem notwendigen Assistenz- und Pflegepersonal eine komplette zahnärztliche klinische Ausstattung. Eine « Lärmbekämpfungsabteilung» bei der Prager Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung der Stadt Prag ist im Begriff, sich eine besondere * Lärmbekämpfungsabteilung anzugliedern, deren Ziel in erster Linie die Beseitigung bzw. Verminderung des Verkehrslärms in den Strassen der schlechter Dienst am Kunden, den doch neuerdings auch die Bundesbahnen auf ihre Fahne geschrieben haben. In der Schweiz würde übrigens die Perronsperre auf grossen. Widerstand des Publikums stossen und die Bundesbahnen würden sich damit wohl ihre letzten Sympathien verscherzen. Es gibt auch für unser grösstes Staatsunternehmen keinen anderen Weg als Anpassung an die veränderten Verhältnisse. Wenn eine notleidende Wirtschaft nur noch über ein geschrumpftes Transportvolumfeh verfügt, kann man mit Kunstkniffen keine Verkehrsblüte herbeizaubern.. Da helfen nur die natürlichen Mittel und die heissen Herab-* setzung der Unkosten, Sanierung der Finanzen durch Abschreibung, Herabsetzung der Tarife und damit Förderung der Bahntransporte. Wenn dazu noch eine Beschleunigung der Transporte kommt, wie sie neuerdings durch Leichtschnellzüge und Motortriebwagen eingeführt worden ist, so können die Bahr nen damit nur gewinnen; aber sie haben viele Jahre gebraucht, bis sie sich zu modernen Grundsätzen der Anpassung an die Konkurrenz durchrangen. Geht es mit der dringend notwendigen finanziellen Sanierung in diesem Tempo weiter, dann muss man sich nicht wundern, wenn der Verkehrsriese in die Agonie eintritt. Mit Ratschlägen wie den oben besprochenen wird man aber dem sterbenden Goliath nicht helfen. Im Gegenteil, man kann damit höchstens die letzten Freunde, welche die Bundesbahnen noch besitzen, vor den Kopi stossen. «Die Bundes* bahnen dem Schweizervolk» hiess es einmal. Heute scheint dieser Satz zu lauten : «Die Bundesbahnen den Bundesbahnen!!» — das Schweizervolk bezahlts. Gr., die Stadt erstanden, mit Häusern, Nacht, Lichtketten, Schweigen — und siehe, es war gut. < Auf dem Museumspiatz sind Bänke, dort können wir uns für ein paar Minuten setzen ... Und das war, als der Krieg anfing, Lukas ? Damals hast du geheiratet, nicht wahr ? > t Nein, erst im nächsten Jahr. Ich dachte, es sei gewissenlos, ein armes Geschöpf zurückzulassen, das vielleicht Witwe wird, kaum dass es Frau geworden ist. 'Qerties Leben noch schwerer zu machen, sie mitreissen in diese dunkle Zukunft ? Nein. Und meine Eltern waren auch sehr vernünftig, versprachen mir, für Gertie zu sorgen, immer, für alle Zeit. Das war ein Wort, auf das man sich verlassen konnte, das hab ich mir auf den Weg mitgenommen und war ruhig.» « Er hat sie nicht sehr geliebt», dachte Sybil. « Oder wenigstens nicht richtig geliebt. Mit dreiundzwanzig Jahren nichts als lauter Vernunft und Bravheit sein... Und Gertie versteh ich auch nicht! Ich — ich hätte ihn einfach nicht fortgelassen, nie hätte ich geduldet, dass sie ihm eine Uniform anziehen und ihn umbringen! Wir wären nach der Schweiz geflüchtet, desertiert, bei Nacht über die Grenze — — ich bin eben nicht ehrbar. Dreiundzwanzig Jahre -J- er ist doch AUTOMOBIL.REVUE., FREITAG. 25. SEPTEMBER 1936 ^ N° 78. inneren Stadt sein wird. Insbesondere sind Massnahmen zu erwarten, die sich gegen das Befahren der Hauptstrassen durch Pferdefuhrwerke mit eisenbeschlagenen Rädern richten. Erstmalig wird also offiziell anerkannt, dass es nicht die Automobilisten sind, die als die hauptsächlichsten Lärmerzeuger zu gelten haben. 100,000 Dollar für eine Autonummer. Zu den unbedingten Erfordernissen eines Angehörigen der «Oberen 5000» gehört der Besitz einer oder mehrerer möglichst niedriger Autonummern: je jünger der Reichtum, desto älter muss die Nummer sein. Besonders «schöne» niedrige Nummern werden förmlich mit Geld aufgewogen. Den Rekordpreis hat dieser Tage der Warenhausbesitzer C. W. Hostings bezahlt, der eine 4stellige Nummer für 100,000 Dollar erwarb. Sicherheitsglas auch in Oesterreich obligatorisch ? Das Beispiel Englands, das die Verwendung splitterfreien Glases bei den Wagen britischer Herkunft vorschreibt, scheint Schule zu machen. Auch die österreichischen Behörden sollen Massnahmen in Erwägung gezogen haben, welche dahingehen, durch Erlass einer Verfügung die Ausstattung aller im Lande verkehrenden Motorfahrzeuge mit Sicherheitsglas als obligatorisch zu erklären. Interpellation über Strassenbaufragen. Dem zürcherischen Kantonsrat ist von seinem Mitglied Oldani (Winterthur) folgende Interpellation eingereicht worden: « Die Strasse Oberwinterthur - Kantonsgrenze Thurgau ist eine der meistbefahrenen und begangenen Strassen im Kanton Zürich. Hauptsächlich Sonntags wird die Strasse Oberwinterthur - Wiesendangen von Fussgängern und Radfahrern stark frequentiert. Ist der Regierungsrat in der Lage zu erklären, wann„dieses Teilstück mit den notwendigen Trottoirs und Radfahrwegen ausgerüstet wird ? Wäre diese Korrektion nicht sofort an die Hand zu nehmen, da dies eine willkommene Notstandsarbeit wäre. > Prov. Eintrittskarte. Passavant . . . . . Triptyk . . . . . Passierscheinlieft. . Kontrollzeugnis . . August Januar . . . . . . Februar März April . . . . . . . Mai Juni Juli Zusammen istischer Sf#5»* Verzollt mit

FREITAG, 25. SEPTEMBER 1936 Sportnachrichten Internationaler Sport- Kalender 1937 in seinen Grundzügen fixiert Die Schweiz belegt für ihren Grossen Preis das Datum des 22. August. Am vergangenen Dienstag hielt, worüber wir unsere Leser bereits informiert haben, die Internationale Sportkommission in Paris ihre Sitzung ab, wobei Belgien durch Baron Nothomb und Herrn Langlois, die Vereinigten Staaten durch die HH. Bradley und Sparrow, Frankreich durch M. Perouse, England durch Oberst O'Gorman, Italien durch die HH. Furmanic und Filippini, Monaco durch Herrn Noghes, Holland durch Herrn Wickevoort- Crommelin, und die Schweiz durch Direktor Primault vertreten waren. Die Termine der «Grandes Epreuves» wurden dabei wie folgt anberaumt: 30. Mai: Indianapolis (Amerika). 4. Juli: Grosser Preis von Frankreich. 11. Juli: Grosser Preis von Belgien. 18. Juli: Grosser Preis von Deutschland. 8. Augulf: Grosser Preis von Monaco. 22. August: GROSSER PREIS DER SCHWEIZ. 4. September: Englische Tourist Trophy. 12. September:,Grosser Preis von Italien. 26. September: Grosser Preis von Spanien. Währenddem der französische Grand Prix bisher üblicherweise auf den Juni fiel, hat der ACF. das Rennen nunmehr um einige Wochen weiter hinausverlegt mit der Folge, dass es nunmehr dem belgischen Grand Prix bloss um eine Woche vorangeht, dem seinerseits acht Tage später der Grosse Preis von Deutschland folgt. Diese Häufung entspricht wohl nicht ganz der im internationalen Sportreglement vorgesehenen Regelung, wird doch darin den «grandes Epreuves» eine Art Schutzfrist von mindestens 14 Tagen eingeräumt. Da sich jedoch die Veranstalter der drei betroffenen Länder mit diesem Vorgehen einverstanden erklärten, bereitete die Angelegenheit weiter keine Schwierigkeiten. Eine andere Terminverschiebung betrifft 'den Grossen Preis von Monaco. War er bisher regelmässig im Frühling von Stapel gegangen, so beanspruchten dieses Mal die Organisatoren den 29. August für sich. Damit wäre Monaco dem Grossen Preis der Schweiz im Abstand von bloss einer Woche gefolgt. Wir glauben indessen, zu wissen, dass es den Verhandlungen Herrn Primaults mit Herrn Noghes gelungen ist, ein « gütliches Uebereinkommen » zu treffen, wobei das Rennen an der Riviera auf den 8. August vorgeschoben wurde. Lediglich provisorischen Charakter trägt die Aufnahme des spanischen Grand Prix in den Sportkalender, denn die definitive Fixierung des Datums hängt von der Entwicklung der Dinge in diesem Lande ab. Die < Prioritäts-Rennen » Stehen einmal die Termine der «grandes Epreuves » fest, so hat jedes Land, das kein Rennen dieser Gattung organisiert, das Recht, ein sog. «Prioritätsrennen» aufnehmen und das Datum hiefür b'elegen zu lassen. Und nach dieser Richtung hin hat die Sportkommission den Kalender wie folgt ausgestaltet: 1. Januar: Grosser Preis von Süd-Afrika. Mai: Rundrennen in Finnland. 6. Juni: Grosser Preis von Brasilien. 27. Juni: Grosser Preis von Ungarn. 2. August: Grosser Preis von Irland (Limerick). 19.—26. September: Masaryk-Rundrennen. 3. Oktober: Grosser Preis von Oesterreich. Das definitive Datum des Masaryk-Rundrennens richtet sich darnach, ob der Grosse Preis von Spanien zur Durchführung gelangt oder nicht. Was geht mit der internat. Rennformel? Umsonst erwartete man in der Kommission die vom Bureau Permanent in Aussicht gestellten Vorschläge. Unter diesen Umständen begnügte man sich damit, die gegenwärtige Formel bis Ende 1937 zu verlängern und die Diskussion über die neue Formel, deren Geltungsbereich sich von 1938 bis 1940 erstreckt, zu vertagen. Allgemeine Bestimmungen über die Rekorde. Bekanntlich hatte die amerikanische AAA. die Gültigkeit der von Stuck auf der Autobahn Frankfurt-Heidelberg aufgestellten Rekorde bestritten, weil sie nicht auf geschlossener Piste erzielt worden waren. Dagegen steht indessen die Tatsache, dass sich das Reglement, auch wenn es für die Rekorde von 5—50 km eine geschlossene Piste verlangt, darüber ausschweigt, wie es sich für die darüberliegenden Distanzen verhält. Von einem streng sportlichen Standpunkt aus gesehen, müssten dieser Vorschrift die Rekorde über sämtliche offiziellen Distanzen unterstellt werden, weil überall der Wind, die Steigung und das Gefälle eine Rolle spielen. Daraus ergäbe sich als Folgerung, dass die ganze Piste in beiden Richtungen befahren werden müsste. Aus diesen Ueberlegungen heraus ist denn auch die Kommission zum Schluss gelangt, an eine Neufassung des Artikels heranzutreten. Aneesirhts fies eesrenwärtieen Wortlautes ie- ÄUTOMOBIL-REVÜE doch blieb ihr nichts anderes übrig, als Stucks Rekorde anzuerkennen, und das um so mehr, als Stuck den Beweis dafür erbringen konnte, dass er einen Teil der Piste auch in der Gegenrichtung absolviert hat. Im übrigen zeitigte die Sitzung einen Gedankenaustausch über die Stundenmittel. Seit einiger Zeit hat die Gewohnheit um sich gegriffen, die Durchschnitte in Dezimalen auszudrücken, die bis zur dritten Stelle, dem Meter, gehen. Indessen lassen sich von den Chronometrierapparaten die Zeiten « nur » bis zu einer Tausendstelsekunde ablesen, weshalb es sich als ein Ding der Unmöglichkeit herausstellt, die Durchschnitte mit solcher Genauigkeit zu berechnen. Aus diesem Grund hat die Sportkommission'beschlossen, die Dezimalen nur bis zu jenem Grad anzugeben, den die Ablesung der Zeiten auf dem Chronometer ermöglicht. Einen weitern Verhandlungsgegenstand bildete die Signalgebung während der Rennen. Bisher hatte man sich dafür auf die Farben Blau und Gelb beschränkt, um den Wünschen der Bahnen Rechnung zu tragen, doch erscheint heute diese Konzession nicht mehr als angebracht, zumal die Bahnen nunmehr dazu übergegangen sind, das Rot und Grün bei ihren für die Strassenbenützer bestimmten Signalen zu verwenden. Aller Voraussicht nach werden somit die beiden letzterwähnten Farben in naher Zeit auch im Rennbetrieb Eingang finden, wobei Rot das Signal für Anhalten, Gelb jenes für « Achtung » und Grün « Freie Bahn » bedeutet Bereits ist auch ein Beschhiss in diesem Sinne zustandegekommen, doch soll die Frage neuerdings angeschnitten werden, sobald die Meinungsäusserungen der verschiedenen daran interessierten Instanzen eingeholt sind. WAHRHAFTIG HEXEN KÖNNEN Die Sportwagen-Karosserien gaben einmal mehr zu reden. Dabei drehte sich die Diskussion um die Vereinheitlichung der in den verschiedenen Ländern bestehenden Vorschriften 'über die Zulassung der Sportwagenkarosserien zu den Rennen. Nunmehr hat sich die Internationale, Sportkommission dahin entschieden, diese Vereinheitlichung auf der Grundlage der aus dem Jahre 1926 stammenden internationalen Konvention über den Strassenverkehr vorzunehmen. Anders ausgedrückt: jede Karosserie wird als zulässig erklärt, sofern sie den in dieser Konvention umschriebenen Mindestanforderungen in bezug auf die Ausrüstung entspricht. Die Veröffentlichung des neuen Textes ist auf den Oktober hin vorgesehen; in Kraft treten soll er auf 1. Januar 1937. Im übrigen wurde der Belgische Automobilclub mit der Aufgabe betraut, die Resultate der für die europäische Meisterschaft 1936 zählenden Rennen zusammenzustellen. Am 9. Oktober hält die Internationale Sportkommission abermals eine Sitzung ab, um den Sportkalender 1937 endgültig zu bereinigen. Mit dem Grossen Preis von Amerika, einem 400-tMeilen-Rennen, wird am 12. Oktober die Strassenpiste von Roosevelt Field in der Nähe New Yorks eingeweiht. Die Amerikaner sehen sich damit vor eine für sie völlig neue Aufgabe gestellt, denn Rennen auf « gemischten » Strecken gehörten bei ihnen bisher zu den' unbekannten Dingen. Mit der Herausgabe eines Reglementes, das ganz wesentlich von den « drüben » üblichen Ausschreibungen abweicht, haben sich die Veranstalter die Teilnahme eines ganzen Schocks europäischer Qrössen des Volants gesichert. Um sie nochmals aufzuführen: Nuvoiari, Brivio und Farina (Alfa Romeo Zwölfzylinder), Wimille (Bugatti), Etanoelin (Maserati), Lord Howe und Fairfield (ERA), Gardner (Maserati), Lewis (Bugatti), Sommer (Alfa Romeo) und Raph (Alfa Romeo). Dabei soll Wimille dem Vernehmen nach über zwei Motoren verfügen, den 3,3- und den neuen 4,7-Liter. Auf welchen von beiden schliesslich seine Wahl fällt, soll von den Trainingsergebnissen abhängen. In Abwesenheit der Deutschen, welche aus verschiedenen Gründen die an sie ergangene Einladung abschlagen mussten, mag dieser ersten grossen Auseinandersetzung zwischen Europa und Amerika aller Voraussicht nach Alfa Romeo berufen sein, den Ton anzuge- MAN SOLLTE ALS AUTOHÄNDLER um in der heutigen schwierigen Zeit noch auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Kredite der Kredit-Bank A.-G. sind zwar keine offenbare Hexerei, aber doch ein Mittel, den einen oder andern schwierigen Fall zum glücklichen Abschluss zu bringen. 70.030 ist unsere Telephonnummer, eine wichtige, eine magische Zahl! KREDIT-DANK £ ZÜRICH, Börsenstrasse 21 Telephon 70.030 GENF, 10, Rue Petitot Telephon 44.268 LAUSANNE, 2, Rue du Lion d'Or Telephon 28.887 ben. Und wenn ihm der coup gelingt, dann erntet es auch allerhand, denn die Amerikaner haben sich nicht lumpen lassen und das Rennen mit der gigantischen Preissumme von 85,000 Dollar (mit Einsehluss der Spezialprämien) ausgestattet, wovon dem Sieger 20,000, dem Zweiten 10,000, dem Dritten 5000, dem Vierten 3500, dem Fünften 3000. Dollar winken. Immerhin kein Pappenstiel und kein Linsengericht. Aber man kann es sich leisten, mit der grossen Kelle zu schöpfen. Zu . Kat. 1500 ccm: 1. Daligand (Bugatti) 18' 39,6" (Stundenmittel 69,453 km); 2. Challe (Bugatti)' 23' 29.4" Kat. 1500 ccm (geschlossene "Wagen): 1. Reveü- 1 let (Lancia) 21' 01.4". Jenkins erobert den 24-Stunden-Weltrekord* Auf der Salzebene von Utah (USA) unternahm der Amerikaner Jenkins einen Angriff gegen den 24-Stunden-Weltrekord, der ihm zuerst von Eyston entrissen und nachher von dessen Landsmann John Cobb noch verbessert worden war. Der Versuch endete mit einem vollen Erfolg, brachte doch Jenkins in 24 Stunden eine Gesamtdistanz von 5951 km 376 hinter sich, was einem Stundenmittel von 247,694 km/St, entspricht. Cobb hielt bisher diesen Rekord mit einem Durchschnitt von 241,659 km/St. Bei der gleichen Gelegenheit brachte Jenkins noch folgende weitere Rekorde zur Strecke : 3000 Meilen: Stundenmittel 247,196 (alter Rekord Cobbs: 241,466 km). 4000 km: Stundenmittel 245,186 (alter Rekord Cobbs: 241.659 km). 5000 km: Stundenmittel 247,758 (alter Rekord Cobbs: 241,739 km). 4000 Meilen: Stundenmittel 242,045 (alter Rekord Eyston s- 233.049 km).