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E_1936_Zeitung_Nr.081

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 6. Oktober 1936 — N° 81 ÄKlTTU BERN FRAUENFELD NEUHAUSEN ST. GALLEN ZÜRICH A. Maurer BUCHS Telephon 7.15 R. Vercelli Allmendstrasse 9 Telephon 22.005 W. Garbani Söhne & Co. Greyerzstrasse 80 Telephon 22.417 H. Schiesser-Gubler Autolackiererei Altwegstrasse 12 Telephon 5.78 Otto Beutel Autolackiererei Pestalozzistr. 35 Karosserie u. Spritzwerk Ernst Joppich Meisenstrasse 12 Telephon 45.98 Jean Hottinger Badenerstrasse 294 Telephon 33.204 Jos. Widmer Gasometerstrasse 9 Telephon 39.335 Autospritzwerk Schriften, Monogramme etc. Wie soll der Automobilist von Ihnen u. Ihren Fabrikaten wissen, wenn er nie von Ihnen hört? FRAUENFELD LUZERN O. Heimburger Spitalstrasse 26 P.Kupferschmid Erlachstrasse 7 H. Strupler Kehlhofstr. 12 Amrein & Imbach Malergeschäft und Autolackiererei Telephon 25.500 Spezialität: Emaillierungeti im Ofen Leon Heizmann Feldlistr. 31 Telephon 34.32 ST. GALLEN-« beim Krematorium Gebr. J. & C. Abegg Rheinstr.-Ecke Fxauengasse Gebr. 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Wenn die Direktion einer Aktiengesellschaft ein derartiges Budget vorleben würde und später der Konkurs über sie hereinbräche, dann frage ich mich, ob nicht die Strafbehörden einschreiten würden, um sie zur Verantwortung zu ziehen. Die Automobilisten sind bereit, die Spritbei/nischung zu akzeptieren, sie sträuben sich nicht gegen die Entlastung der Regie. Aber sie verspüren nicht die geringste Lust, für die von der Alkoholyerwaltur.g immer und immer wieder begangenen Fehler zu büssen. Von ihrer Berechtigung hat meine Kritik am Juni-Budget nichts eingebüest. Es ist nicht aufrichtig. Brächte man wenigstens den Mut auf, 'ins jetzt einen Voranschlag zu unterbreiten, der mit einem Fehlbetrag abschliesst, so besäesen wir wenigstens die Garantie, inskünftig von derartigen Missgriffen verschont zu bleiben. Entgegen aller Vernunft, entgegen allen Grundsätzen der Buchhaltung frisiert man einen defizitären Voranschlag um und verheisst uns einen Ueberschuss. Dabei ist es- durchaus kein Geheimnis, dass sich am Budget nicht ein Jota geändert hat. Was man une hier vorsetzt, ist nichts anderes als ein Papier-Budget. Im selben Moment, da das Volk die schweren Auswirkungen der Abwertung zu spüren kriegt, im selben Moment, da man an den Schweizerbürger appelliert, die Wehranleihe zu zeichnen, erleben wir es, dass ein Regiebetrieb, der uns bis heute 35 Millionen gekostet hat, seiner Umstellung und Anpassung an die veränderte Situation Schwierigkeiten in den Weg legt. Es fehlt an der Festigkeit und am Willen, einem Zustand ein Ende zu bereiten, der die Bezeichnung « Skandal » verdient. Wäre die Hoffnung berechtigt, dass die Reorganisation wirklich in einem neuen Geist vorgenommen würde, ich hätte mich mit Sem Budget einverstanden erklären können. Daran aber zweifle ich stark, denn die Botschaft des Bundesrates lässt seine Absichten nur sehr schwer erkennen. Ich glaube nicht, dass mein Urteil zu scharf ist, hat doch Ständerat Käser, der Präsident der ständerätlichen Alkoholkommission, im ostschweizerischen Tagblatt erklärt, dass die Regie vor unsaubern Machenschaften kapituliere und dass für das Geschäftsjahr 1935/36 ein Fehlbetrag von 21 Millionen zu erwarten stehe, womit das Defizit auf 35 Millionen Fr. anwachse. Ueberdies habe die Regie für 1935 den Erlös aus dem Alkoholverkauf auf 15 Millionen Franken eingeschätzt, in der Tat tmd Wahrheit aber haben sich die Verkäufe nur auf eine Million belaufen. Herr Käser kommt zum Sehluss, dass die Regie den unglaublichsten Umgehungs- und Hinterziehungsmanövern geduldig zuschaue. Sie müsse inskünftig den Mut und die Energie aufbringen, einzuschreiten und ihren geraden Weg zu gehen. Der, Nachfolger Herrn Tanners sollte sobald als möglich ernannt und mit den nötigen Vollmachten und Instruktionen versehen -werden. Die Rückweisung des Budgets bedeutet, dass der Bundesrat uns im Dezember einen Bericht vorlegt, der eine unverzügliche Besserung gewährleistet Er sage uns doch endlich, ob er eeine Vollmachten in dem von mir vorgeschlagenen Sinn anwenden will! Könnte er mir diese Zusicherung geben und sie durch Taten untermauern, so bestände für mich kein Grund mehr, dem Budget die Annahme zu verweigern. So aber wie es sich jetzt präsentiert, bleibt es ein schemenhaftes Gebilde, dem zuzustimmen ich nicht verantworten kann. Der Redner stellt deshalb folgende Anträge: 1. Festhalten an der Differenz. 2. Genehmigung des Voranschlags für Oktobex, November und Dezember. 3. Der Bundesrat wird eingeladen, im Dezember einen heuen Voranschlag einzureichen sowie, einen Bericht, der auf dem Studium und den Anträgen des Nachfolgers von Herrn Tanner fusst. Bigler (Fr.-Dem., Bern) betont, dass die Herabsetzung der Prodüzentenpreise bei den Bauern Beunruhigung hervorgerufen habe. Die Lösung des Alkoholproblems darf nicht ihnen auferlegt werden, und es ist bedauerlich, dass der Bundesrat diesen Weg gewählt hat (— und für uns Automobilisten? Red.). Der Redner protestiert gegen die Umkrempelung der ursprünglichen Bestimmungen des Gesetzes und beantragt Rückweisung des Budgets. Meili (B. P., Thurgau) wendet sich gegen die Richtpreise, die nunmehr die Mindestpreise ersetzen sollen, während Reinhard (Soz., Bern) gegen alt Bundesrat Musy polemisiert, den eine erhebliche Mitschuld an der Lage der Alkoholverwaltung treffe. Daneben lässt es sich allerdings nicht bestreiten, dass das Parlament für die gegenwärtigen Zustände mitverantwortlich ist. Oehninger (B. P., Zürich) gibt die Erklärung ab, dass die Bauernfraktion dem Budget zustimme, die differenzierten Preise, welche der Bundesrat in seinen Massnahmen zur Durchführung der diesjährigen Ernte vorgesehen, jedoch ablehne. See tBundespcäsidmt cepliziect Bundespräsident Meyer erinnert an die Nachtragsbotschaft, worin alles Berücksichtigung fand, was in der Juni-Debatte angeregt wurde. Wenn man sagt, das Budget sei nicht ehrlich, so ist das ein Vorwurf gegen die beiden Alkoholkommissionen, welche seit dem Sommer den Fragenkomplex nach allen Richtungen geprüft haben. Herr Lachenal wollte mit seiner Kritik eine Demonstration (!) inszenieren, wie sie in gewissen Kreisen ja sehr beliebt ist (oho,'man hat den 5. Juli noch nicht verdaut?! Red.). Die Nachtragsbotschaft enthält das, was seit dem Juni in organisatorischer Hinsicht festgelegt worden ist. Wenn die Revisionsvorlage noch auf sich warten lässt, so deshalb, weil der Bundesrat bei der diesjährigen Ernte die von ihm getroffenen .Vorkehrungen praktisch erproben will. Ein neuer Entwurf über die Begrenzung der Zahl der Brennauftraggeber liegt auf dem Tisch des Bundesrates, ebenso eine Vorlage über den steuerfreien Eigenbedarf. Bei den neuen Uebernahmepreisen bringt auch die Landwirtschaft erhebliche Opfer; das mögen sich jene merken, welche sich dagegen wehren, das Ihrige an die Sanierung beizutragen (als ob wir nicht sonst genug und übergenug auf den Altar des Fiskus legten!). Im Hintergrund der Kritik, die in ihrer Vehemenz alle Schranken überschritten hat, steht die Beimischung. Im Grundsatz ist sie schon vor Monaten beschlossen worden, und zwar auf Grund der Untersuchungen der technischen und wissenschaftlichen Fachkreise, woraus hervorgeht, dass sie die Brauchbarkeit des Benzins nicht schädigt, wenn sie mit entwässertem Alkohol erfolgt. An der Konferenz im Bürgerhaus in Bern, die alle Interessenten umfasste, ist nicht eine Stimme gegen die Möglichkeit und die Vernünftigkeit einer solchen Massnahme laut geworden (ja, weil dabei die Frage des Preises zum vornherein nicht in die Diskussion einbezogen worden war. Red.). Dass sie Komplikationen bringt, soll nicht bestritten werden, sie gelangt aber auch nicht zur Durchführung ohne Fühlungnahme mit den Interessenten. An sich würde die Beimischung keinem Widerstand begegnen; Anlass zur Kritik gibt die Preisfestsetzung. Man scheint sich ja auf die grandiose Demonstration (gemeint ist wiederum der 5. Juli! Red.) allerhand zugute zu halten. Ein effektiver Beschluss über den Abgabepreis des Gemischs ist vom Bundesrat aber noch gar nicht gefasst worden, vielmehr hat er nur den Uebernahmepreis mit 70 Franken pro hl festgesetzt. Es steht also noch keineswegs fest, ob das Benzin einen Aufschlag von 0,8 Rp. pro Liter erleiden werde. Dabei hat der Präsident des Automobil-Clubs, Dr. Mende, an einer Konferenz erklärt, er wolle sich nicht mit einem absoluten Nein verabschieden. Wenn sich der Automobilist wehrt, an die Sanierung der Alkoholverwaltung herangezogen zu werden, weil er sich sagt, es treffe ihn keine Schuld, ,so ist das begreiflich. Beim besten Willen und bei allen Bemühungen um eine Reorganisation aber lässt sich die Alkoholverwaltung nicht anders sanieren als durch allseitige Opfer. Mit der Abwertung hat sich indessen die Lag« geändert. Die Frage des Benzinpreises wird einer neuen Untersuchung unterzogen, zusammen mit allen andern Preisfragen. Wenn die Vorräte einmal aufgebraucht sind, wird das Defizit von selbst verschwinden. Von der Demission Herrn Tanners hat das Finanzdepartement Kenntnis genommen und die Mitteilung auch an den Bundesrat weitergeleitet. Aber wir brauchen Herrn Tanner noch, weil uns bei den organisatorischen Arbeiten, die nun bevorstehen, kein Neuling beraten kann. Wir müssen einen Mann zur Seite haben, der sich in allen Einzelheiten auskennt. Sowohl die ständerätliche als auch die nationalrätliche Kommission ist, mit Ausnahme Herrn Biglers, einstimmig für den Voranschlag eingetreten. Seiler (Fr.-Dem., Baselland) setzt sich für die Annahme des Budgets ein. Das Uebel liegt schon in der Verfassung, dazu kommt der Druck des Parlaments auf die Alkoholverwaltung, kommen zahlreiche innere Widersprüche. Seit der Sommer-Session ist eine gewaltige Arbeit geleistet worden; es trifft nicht zu, dass das Budget den Stempel der Unehrlichkeit an sich trage. Zweifellos bilden die 4,2 Mill. Einnahmen aus der Spritbeimischung den strittigen Posten. Darüber heisst es sich klar werden, oh wir ihn im Budget haben müssen. Man vergesse nicht, dass der Voranschlag in einem Zeitpunkt aufgestellt werden muss, da sich dessen Hauptelemente noch nicht überblicken lassen. Nach ruhiger Ueberlegung sollte man das Budget genehmigen mit dem Bewusstsein, dass es nicht anders gestaltet sein kann, weil es unmöglich ist, alles vorauszusehen. Vonmoos (Fr., Graubünden) bittet den Bundesrat schon aus Gründen der Landesverteidigung, am Beimischungszwang festzuhalten. Die Motorisierung der Armee erfordert bedeutende Mengen von Brennstoffvorräten. Im übrigen sollte der Bundesrat die Errichtung privater Entwässerungsanlagen begünstigen, ebenso wie er es sich angelegen lassen sein sollte, .die Gewinnung von Alkohol aus der Holzkohlenverzuckerung zu fördern. Schnyder (Unabh., Zürich) fordert ein rascheres Tempo in der Umstellung. Wenn der Beimischungszwang beschlossen wird, so ist dies der einfachste Weg, sich der Spritüberschüsse zu entledigen. Damit aber laufen wir auch Gefahr, dass die ganze Umstellung wieder einschlafen und alles beim alten bleiben würde. Muüstec StudU bucht eine £OHZC füc das Autal Stucki (Fr., Bern): Die von Herrn Lachenal vertretene Auffassung wird in weitesten Kreisen des Volkes geteilt, muss also ernst genommen werden. Psychologisch und politisch kommt der finanziellen Seite des Beimischungszwanges eine Bedeutung zu, die man nicht unterschätzen darf. Damit stösst man grosse Kreise des Landes ab, man erweckt bei ihnen den Glauben, sie werden ungerecht behandelt. Der Redner steht nicht im Geruch eines Automobilfreundes, er ist auch gegen den Verbandsterror am 5. Juli mit aller Entschiedenheit aufgetreten. Im Kampf gegen die Automobilisten hat er indessen die Ueberzeugung gewonnen, dass es ein unverzeihlicher, schwerer Fehler wäre, einer Wirtschaftsgruppe gegenüber, die der Fiskus schon ausserordentlich stark heranzieht, auch nur die allergeringste zusätzliche Belastung in Verbindung mit der Alkoholfrage zuzumuten. Dabei handelt es sich keineswegs um die 0,8 Rappen, denn nach den Erklärungen des Bundespräsidenten ist der Entscheid über den Abgabepreis noch gar nicht gefallen. Wenn durch die Abwertung den Automobilisten neue Lasten zugemutet würden, dann könnte man dies verstehen, denn das hätte bei ihnen den Eindruck einer Naturkatastrophe erweckt, der man sich untenwerfen muss. Viel schlimmer aber ist es, ihnen kleinere Lasten aufzubürden, wenn sie in Verbindung stehen mit dem Misserfolg eines schlechten Gesetzes. Das erträgt man nicht, und darin liegt das psychologische Moment, das es im Auge zu behalten gilt. Man hüte sich davor, bei ihnen den Eindruck aufkommen zu lassen, sie hätten für Sünden zu büssen, für die sie nicht verantwortlich sind. Musy (Kath.-kons., Freiburg) verteidigt sich gegen die Kritik Reinhards und betont, dass die heutige Lage aus der Täuschung der Behörden bei ihren Erhebungen entstanden ist. Nach einem Votum Grünenfelders (Kath.-kons., St. Gallen) und nach einer Replik Reinhards auf die Darlegungen von alt Bundesrat Musy erhält der Kommissionsreferent Stutz nochmals das Wort, wobei er den Vorwurf Lachenais, die Berichterstattung sei banal gewesen, zurückweist. Er bestreitet auch, dass die Verwirklichung des Beimischungszwanges das Interesse an der Umstellung auf den

N° 81 — DIENSTAG, 6. OKTOBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE Obstbau und an der Gesetzesrevision beeinträchtigen. Lachenal charakterisiert seinen Rückweisungsantrag als einen Protest gegen die Zumutung, mit der Benzinverteuerung um einen Rappen die Automobilisten für das Versagen der Alkoholverwaltung büssen zu lassen. Er ist bereit, den Antrag zurückzuziehen, sofern Bundespräsident Meyer ihm die Zusicherung geben kann, dass die Erhebung dieses Zuschlages unterbleibt. Im weitern wünscht er die möglichst baldige Vorlegung des Berichtes über die Reorganisation der Alkoholverwaltung; damit würde eine gewisse Beruhigung eintreten. Bundespräsident Meyer weist darauf hin, dass die Annahme des Budgets nicht gleichbedeutend sei mit einem Beschluss in der Frage des Beimischungspreises und dass sie keine Billigung der Kostenüberwälzung enthalte. Der Beimischungszwang ist beschlossen, der Preis wird aber vorläufig nicht festgelegt, zumal ja nach der Abwertung sämtliche Preispositionen, die mit dem Ausland in Beziehung stehen, darunter auch diejenige des Benzins, neu überprüft und geregelt werden müssen. Wenn dann das Volkswirtschaftsdepartement den Benzinpreis bestimmt, so sollte es sich einrichten lassen, dass aus der Einführung der Beimischung keine weitere Verfeuerung entsteht. Damit könnten sich auch die Vertreter des Automobils wohl begnügen. Auf die zweite Frage Lachenais eingehend, erklärt Bundespräsident Meyer, der Bericht über die Reorganisation der Alkoholverwaltung werde ungefähr bis Ende des Jahres festgestellt sein. Unter diesen Umständen und angesichts der ihm vom Bundespräsidenten abgegebenen Zusicherungen zieht Herr Lachenal seinen Rückweisungsantrag zurück und das Budget der Alkoholverwaltung wird einstimmig genehmigt. Aus dem Bundesrat Fristverlängerung für provisorisch bewilligte Vorrichtungen am Auto. Das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement hat am 1. Oktober folgendes Rundschreiben an die kantonalen Regierungen erlassen: Wir nehmen Bezug auf unser Kreisschreiben vom 10. Oktober 1935 betreffend die in Anwendung von Art. 12, Abs. 5, der Vollziehungsverordnung zum eidgenössischen Automobilgesetz zum Sammeln von Erfahrungen provisorisch zugelassenen Vorrichtungen und verlängern hiermit die auf Ende 1936 befristeten Bewilligungen bis 31. Dezember 1938. Es betrifft dies: I. Beleuchtung. a) Allgemeines. 1. Verzicht auf das Stopplicht bei Motorwawagen, deren Geschwindigkeit 20 km/St, nicht übersteigen kann (unser Kreislchreiben vom 6. Dezember 1936); ZVerzicht auf das rote Schlusslicht der land- ', wirtschaftlichen Traktoren. Eine rote Reflexlinse von mindestens 5 cm Durchmesser genügt; 3. Betreffend Beleuchtung der Gepäcktransportanhänger siehe Ziffer II. 4 hiernach. b) Zulassung bestimmter Beleuchtungssysteme. .1. Frey-Licht, unter gewissen Bedingungen; 2. « Kurvli »-Nebel- und Kurvenlicht (System Krumper), unter gewissen Bedingungen; 3. Osram-Bilux-Ambra-Lampe mit Gelbfärbung; 4. Perpetuum-Schirm; 5. Philips-Selektivalampen mit kadmiumgelbem Glas; 6. SWE-Licht (als Nebellicht); 7. Tungsram-Bicolor-Lampen, Sockelbezeichnung Duolux A 78-51 und Duolux A 78-61; 8. Zeiss-Zeseaps-Scheimverfer, unter gewissen Bedingungen. II. Bremsen. 1. Verzicht auf Vierradbremsen für" Motorwagen, deren Höchstgeschwindigkeit 20 km/St, nicht übersteigen kann; 2. Verzicht auf schon im Verkehr stehenden landwirtschaftlichen Traktoren auf die Bremseinrichtung gemäss Art. 38, Abs. 1, lit. b, MFV. Eine Bremseinrichtung mit einer Bedienungsvorrichtung genügt; 3. Verzicht auf die Bremse bei Einrad-Anhängern bis zu 800 kg Gesamtgewicht;- 4. Verzicht auf die Bremse, den Unterlegkeil und die vordere und hintere Beleuchtungsvorrichtung (an deren Stelle genügt hinten links eine rote Reflexljnse von mindestens 5 cm Durchmesser) bei Gepäcktransportanhängern a) an schweren Gesellschaftswagen, die fahrplanmässig auf einer bestimmten Strecke verkehren, soweit diese Anhänger ein Gesamtgewicht von 1 t nicht übersteigen, höchstens 3,8 m lang (inklusive Deichsel), 1,5 m breit und 2,1 m hoch sind (alle Masse inklusive Ladung), b) an Personenwagen, die fahrplanmässig auf einer bestimmten Strecke verkehren, soweit diese Anhänger ein Gesamtgewicht von 500 kg nicht übersteigen, höchstens 2,5 m lang (inklusive Deichsel), 1,2 m breit und 1,8 m hoch sind (alle Masse inklusive Ladung). Die rückwärtigen Beleuchtungsvorrichtungen des Zugwagens müssen zu äusserst links angebracht sein. III. Bereifung. • Luftkammerreifen für die Anhänger. IV. Besondere Vorrichtungen für Traktoren. 1. Verzicht auf die Anbringung einer Schutzvorrichtung für den Führersitz auf allen schon verkehrenden oder in der Versuchszeit neu in Verkehr kommenden Industrietraktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/St., die nachweisbar auch in der Landwirtschaft verwendet werden; ferner auf den jetzt schon verkehrenden Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/St., die nur als Industräetraktoren verwendet werden; 2. Verzicht auf Rüückblickspiegel, Scheibenwischer und Fahrtrichtungsanzeiger für alle 20 km/St.jQeschwindigkeit nicht übersteigenden Traktoren, die gemäss vorstehender Ziffer 1 die Schutzvorrichtung des Führersitzes nicht zu haben brauchen. V. Fahrtrichtungsanzeiger für Motorräder, die aus zwei bei Tag und Nacht orange leuchtenden Zeigern bestehen, von denen der eine in der Mitte vorn und der andere in der Mitte hinten am Motorrad angebracht ist und die bei Betätigung beide gleichzeitig nach der gewünschten Richtung hin ausschlagen, wobei die Richtung auf grössere 'Entfernung deutlich wahrnehmbar sein muss. VI. Anhänger an Personenwagen zum Transport von Segelflugzeugen bis zu einer Gesamtlänge von 11 m, unter gewissen Bedingungen. VII. Leuchtendes Kontrollschüd «Olgiati» mit weisser Zelluloidplatte.- V^a*l«Bha» Er spukt noch immer, der «Wunschtraum» gewisser Köpfe nach der Einführung eines autofreien Sonntags. So hat der evangelische Pressedienst sich veranlasst gefühlt, diese bizarre Forderung neuerdings aufzugreifen, weiss er doch zu berichten, dass in der religiösen Presse und in kirchlichen Verbänden immer deutlicher der Ruf nach autofreien Festtagen erhoben werde. Einige verlangen für die Zukunft einen autofreien Karfreitag, andere einen autofreien Bettag. So schrieb der «Schweizer Sonntagsfreund» u. a. :. « Dass ein solcher autofreier Bettag organisatorisch durchführbar wäre, das hat die Via Vita glänzend bewiesen. Sie würde sich den Dank des ganzen Schweizerlandes sichern, wenn sie diesen von Tausenden unterstützten Ruf aufnähme und erfüllte: Gebt uns den autofreien Bettag! Wir hoffen, dass einflussreiche Stellen, wie etwa der Schweizerische evangelische Kirchenbund und die Konferenz der schweizerischen Bischöfe, diese Forderung aufnehmen und zum Ziel führen.» Es geht doch nichts über die heilige Einfalt! Die Strassenverkehrsunfälle in Basel im Jahr 1935. Das soeben erschienene ausgezeichnete «Statistische Jahrbuch des Kantons Baselstadt > für 1935 befasst sich auch in ausführlichen Darstellungen mit Verkehrsfragen und insbesondere mit Betrachtungen über den Verkehrsunfall. In einem Anhahg fasst der Leiter des Basler statistischen Afntes, Dr. Jenny; die Resultate der Erhebungen in einem kurzen Artikel zusammen, den wir wegen seines allgemeingiltigen Inhalts im folgenden auszugsweise wiedergeben:-. Wiederum ist die Gesamtzahl der polizeilich gemeldeten Strassenverkehrsunfälle gegenüber dem V,orjahr weiter gesunken. Gegenüber der Höchstzahl von 1135 im Jahre 1932 sind es nun im Jahre 1935 mit 969 Meldungen 156 oder 14 % weniger. Aus der für die Jahre 1931—1933 fast konstanten Zahl der Meldungen durfte man auch auf deren Vollständigkeit für das Käntonsgebiet, von den Bagatellfällen natürlich abgesehen, schliessen. Verglichen mit dem fünfjährigen Durchschnitt 1930/34 bleibt die Zahl der Fälle des Jahres 1935 gut um 10 % zurück, und man wird diesen deutlichen Rückgang, der Zufälligkeiten ausschliesst, den Verkehrsregelungen der Behörde zuschreiben dürfen... Unter den Monaten weisen nur Januar, Mai und Juni Zunahmen auf, unten den Tagesstunden nur die 11., 14. und 15., diese letztere einzig sehr stark. Was die beteiligten Objekte anbetrifft, ist zu bemerken, dass bei einem Gesamtrückgang von 2163 auf 1895, also um 268, die Fussgänger einzig eine Zunahme aufweisen, und zwar von 159 auf 182. Bei den Automobilen dagegen, die fast die Hälfte der Beteiligten stellen, beträgt der Rückgang 206, bei den Velos 74. Seit 1933 ist die Beteiligung der Automobile um 479 oder 35 % zurückgegangen. Bei den Gliederungen nach Zusammenstossarten machen nur die Gruppen Autos oder Velos mit Fussgängern sowie die nicht näher bezeichnete Gruppe der « übrigen > Ausnahmen von der allgemeinen rückläufigen Bewegungserscheinung. Beim «Fus£ganger» wird also eine etwas intensivere Verkehrsbelehrung einsetzen müssen ..i * Zu verkaufen Automotor BUICK 81,82) 6 Zyl., 17 PS, in tadellosem Zustand. Ein 4-Radanhänge- Chassis mit 2 Reserverädern günstig abzugeben bei A. 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