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E_1936_Zeitung_Nr.079

E_1936_Zeitung_Nr.079

6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE rrTENSTXG, 2ff. SEJrTEM'BER 1936 — N° 79 Die Aufwendungen der Kantone für den Strassenbau 1934 Just im Augenblick, da in Bern die eidg. Räte tagen, um bei der Behandlung des Alkoholbudgets 1936/37 auch über die Frage eines neuerlichen Zugriffs auf das Automobil in Form des Spritbeimischungszwangs zu entscheiden, veröffentlicht die Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner ihre jährliche Zusammenstellung über die Einnahmen und die Ausgaben der Kantone im Strassenwesen. Und wenn unsere Herren Parlamentarier sich etwas in diese Statistiken vertiefen, dann werden sie darin unsere Behauptung bestätigt finden, dass sich die Aufwendungen für den Strassenverkehr auf die kantonalen Finanzen alles andere als ruinös auswirken, wie man es gewissenorts glaubhaft zu machen sich müht, von der Hoffnung geleitet, dass steter Tropfen den Stein höhlt. Das vorliegende Zahlenmaterial straft diese leeren Redensarten Lügen und erbringt für jeden, der unvoreingenommen an die Dinge herantritt, den Beweis dafür, dass das Motorfahrzeug mehr als die Hälfte der Strassenkosten deckt. Wie bisher schon gibt die Statistik Auskunft über das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben im Gebiete des Strassenbaus während des vorletzten Jahres, was ihrer Bedeutung allerdings keinen Abbruch tut. Trotzdem aber dürfen wir wohl unsern schon früher ausgesprochenen Wunsch wiederholen, man möchte in den Kreisen der Strassenfachmänner die Herausgabe dieser höchst aufschlussreichen Übersichten in dem Sinne beschleunigen, dass sie inskünftig in jenem Jahr zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangen, welches der Berichtsperiode unmittelbar folgt und nicht erst zwei Jahre später. Wenn auch die Tabellen für sich allein sprechen, so bedürfen sie doch nach dieser und jener Richtung hin einer ergänzenden Auslegung, um die trockene Sprache der Zahlen etwas anschaulicher zu gestalten. Wenden wir uns vorerst den Einnahmen zu. Schon hier drängt sich eine Randbemerkung auf, welche das Zahlenbild erst in seinem richtigen Licht erscheinen lässt. Mag sie auch hier oder dort ungelegen kommen, d i e Feststellung können und dürfen wir uns nicht versagen, dass die Beträge, welche den Kantonen aus dem motorischen Verkehr zugeflossen sind, natürlich bei weitem nicht alles umfassen, was das Automobil dem Fiskus an Tributen zollt. Zum einen entrichtet der Bund den Kantonen nur einen Viertel seines Erlöses aus dem Benzinzoll, der Rest nimmt seinen Weg in die unergründlichen Tiefen der Bundeskasse, wenn man dabei von den 250,000 Fr. für den Ausgleichsfonds absieht. Dieser « Rest» aber hat es in sich : mit 35,692,646 Fr. für das Jahr 1934 darf er immerhin nicht als Pappenstiel abgetan werden, denn freilich stellt der Benzinzoll heute den wichtigsten Einnahmeposten des Bundesfiskus dar. Und zum andern hat dieser selbe Fiskus im gleichen Jahr noch 19,172,434 Fr. an Einfuhrzöllen für Automobile usw. für sich einkassiert, auch nicht gerade eine Bagatelle. Soweit die Ausgaben in Frage stehen, rufen auch sie insofern einem Kommentar, als davon 25 % in Abzug gebracht werden müssen. Wieso, warum ? Weil die Kantone auch zur Zeit, als das Auto die Strassen noch nicht bevölkerte, für deren Ausbau und Unterhalt zu sorgen hatten. Die Quote von 25 % verkörpert die Höhe der damaligen Aufwendungen und es geht natürlich nicht an, auch sie noch dem Motorfahrzeug aufzubürden, um so weniger, als sich auch heute das Volk der Strassenbenützer keineswegs auf die < glücklichen» Automobilisten beschränkt. Dafür liefert die Tatsache die Probe aufs Exempel, dass man sichs gewissenorts nicht verkneifen kann, den Anspruch der Allgemeinheit auf die Strasse bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit Nachdruck zu unterstreichen. Was war doch das für ein Froh- 'ocken bei den Fussgängern, als am 5. Juli der motorische Verkehr stillag! Verstieg man sich damals nicht bereits zur grotesken Idee der Lancierung einer Initiative für einen oder auch gleich ein Dutzend « autofreier > Sonntage im Jahr ? Zwar ist es wieder still "••eworden um diese absurden Hirngespinste, aber sie haben doch deutlich zu erkennen begeben, dass bei den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern das Bewüsstsein ihres Pechtes auf die Strasse nach wie vor sehr 'ebendig ist und dass sie nach Noten darauf -ochen. Nun gut, dann sollen sie aber,auch iVen Anteil an den Kosten übernehmen, das ^t die klar zutage liegende Konsequenz "•aus. Stellt man dieses Mpment in die Rechnung, * n nn verschiebt sich das Bild mit einem Schlage, wie die nachstehende Tabelle dokumentiert: Einnahmen der Kantone (Steuern, Benzinzoll, etc.) Einnahmen des Bundes (V* des Benzinzolls) Autozölle etc. 35.692.646 19.172.434 30.703.909 19.578.097 Total 107.953.528 101.994.165 Nettoausgaben der Kantone 67.626.488 70.924.356 Ueberschuss 40.327.040 31.069.809 Macht nach • Adam Riese einen «Reingewinn-» von 40,327,040 Fr., den der Fiskus aus uns herausgeholt hat. In dieser Steigerung spiegeln sich vor allem die Auswirkungen der vermehrten Benzineinfuhr von 1934, welche dem Bund einen Mehrertrag von über 5 Millionen eingebracht hat. Auch für die Kantone haben sich während des Jahres 1934 die Verhältnisse etwas besser gestaltet. Einer Erhöhung der Einnahmen von 52,374,364 Fr. auf 53,088,448 steht eine Ausgabenverminderung von 94,565,808 auf 90,168,650 Fr. gegenüber. Auf der ganzen Linie sind bei den Ausgaben Einsparungen erzielt worden, wobei die stärksten Abstriche auf die Verbesserungsarbeiten entfallen. Allerdings darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Subventionen dafür um 1,183,511 Fr. gekürzt wurden. Man wird an den in unseren Zusammenstellungen enthaltenen Zahlen nicht achtlos vorbeigehen können, vermitteln sie doch einen genauen Begriff davon, was das Motorfahrzeug an die Finanzierung des Strassenwesens leistet. Wenn aber sowohl der Bund wie auch einzelne Kantone wähnen, diese ergiebig fliessende Quelle noch weiter ausschöpfen und dem Automobil unbedenklich neue Lasten aufhalsen zu können, dann wird ihnen bald genug die Erkenntnis dämmern, dass sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht und sich den «lätzen» Finger verbunden haben. Schon die nächstjährige Arechnung über das Strassenwesen lässt mit Sicherheit ein anderes Gesicht erwarten, denn man könnte es sich — wenn die Erfahrungen nicht schon vorlägen — an den Fingern abzählen, dass die im Juni 1935 vom Bundesrat sozusagen über Nacht in Kraft gesetzte Benzinzollerhöhune von 240 auf 320% auf Kantone Zürich Bern Luzern Uri Schwyz Obwalden Nidwaiden Glarus Zug Freiburg Solothurn Ba,sel-Stadt Basel^Land Schafihausen Appenzell A.-Rh. Appenzell I.-Rh. St. Gallen Graubünden Aargau Thurgau Tessin Waadt Wallis Neuenburg Genf Kantone Zürich Bern Luzern Uri Schwyz Obwalden Nidwaiden Glarus Zug Freiburg Solothurn Basel-Stadt Basel-Land Schaffhausen Appenzell A.-Rh Appenzell I.-Rh St. Gallen Graubünden Aargau Thurgau Tessin Waadt Wallis Neuenbur Genf Beiträge von Privaten und Gemeinden Beiträge Beiträge an die an die Kosten d. Kosten v» Unterhalt Strassehverbesse« u. v. Neubauten rangen Fr. Fr. 6 700 1080 604 44 645 415 650 130 555 3153 187 345 258 724 282 648 16 988 10109 Länge des Staatsstrassennetzes km 2178 2 283 296 141 143 55 85 92 142 581 635 246 374 200 216 19 531 1254 1269 796 932 2114 899 417 256 1934 1933 53.088.448 52.374.364 22 360 1240 5 651 435 838 266 431 231 011 Verwaltung und Unterhalt Fr. 3927 976 4115 803 954 815 298 202 650 063 132 157 79 466 230 138 310 425 895 966 795 133 1513 531 608 842 307 857 386 460 639210 1531 408 1749 072 1168 037 1173449 2 024 620 3 560 998 756 712 831 896 1 740 818 Abireise der Italiener zum Grossen Preis von Amerika Am 24. September haben sich die Piloten der Scuderia Ferrari an Bord des Dampfers « Rex » nach den Vereinigten Staaten eingeschifft, wo sie am 12. Oktober im 400-Meilen- Rennen von Rooseveltfield gegen eine überwältigende amerikanische Konkurrenz zum Kampfe um die Coupe Vanderbilt antreten. Unsere Bilder zeigen: Oben: Die Camions der Scuderia Ferrari mit den Alfa-Romeo- Rennwagen, welche nach Amerika verladen werden. Rechts: Die Fahrer des Modeneser Rennstalles und deren Begleiter, von links nach rechts: Dr. Farina, Ottolini (Chronometreur), G. Canestrini, Redaktor der «Gazzetta dello Sport», Nuvolari, Ugolini (Direktor der Scuderia Ferrari), Gros (Pneu Englebert). den Verkehrssteuerertrag der Kantone einen alles andere als «wohltätigen» Einfluss ausüben wird. Man sehe sich daraufhin doch nur einmal die Entwicklung der Dinge beispielsweise im Kanton Zürich an, wo dank dieser Politik der ratenweisen Abwürgung Einnahmen aus Beiträgen und Verkehrsabgaben 1934. 8 870 5 545 24 640 106 084 42 302 285 394 3 093 295 598 769 829 52 516 724 355 32 181 2 375 — 656 084 88 372 — 58 424 35 502 1026 324 526 608 Bttndesbeiträge Bundes- Einnahme Nettoeinbeiträge aus dem nahmen a. i Benzinzoll Verkehrsc 1934 abgaben ., Fr. Fr. Fr. 64 431 194 419 159 607 61276 149 980 10 413 2 421 90 580 4 589 6 695 36 174 34 371 442 658 741 • 16 658 623 673 34 726 466 452 kasse Fr. 104 001 183 733 31363 8 984 9 583 4 953 1101 2 436 2 974 36 200 16 080 90 578 31339 14 503 10 063 2 379 51550 31304 31860 12 550 56 274 56 131 17 009 17 046 79 462 1203 876 1599 927 437 997 216 467 258 617 148 507 92 827 252 993 173 296 443 058 420 908 495 258 296 199 96 216 182 716 46 475 732 888 978 634 808 553 465 703 850 545 1065 560 490 629 356 721 116 312 Ausgaben für Strassenver- besserun - gen Fr. 10391 236 5 871 603 2 747 136 125 245 453 226 248 997 337 298 1031 922 1468 006 1671 350 1439 308 630 955 1 565 408 386 279 305 458 234 766 1431 191 3 315 473 4 396 062 2 503 062 741 252 6 146 366 215 549 1045 868 2 178 882 6 875 239 4396 356 1312 880 38 414 311 270 61449 62 320 182 871 181 709 564 691 1083 258 1232 523 645 223 289 632 168 466 24 925 1 591 595 335 777 1 912 735 1087 942 1405 423 3 542 899 449157 852 347 1 690 120 Strassen• neubauten u. Beiträge an solche Fr. 9 659 50 000 409 106 2 452 953 177 978 179 497 16195 » 421526 174 001 64 619 1423 1772 682 1 243 246 444 380 1177 631 Einschliesslich Benzinzoll 1934 Fr. 9229 850 6 650 997 2 040 939 254 881 592 247 211 205 169 668 435 864 419 434 1630 932 2179 341 2 020 842 1191 842 395 957 441762 106 174 2479 564 1639 072 3 821 086 2 330 958 2 849 265 5 181 201 1651 831 1337 720 3 825 816 1934 Fr. 14 432 872 10 221139 3 733 314 432 431 1018 218 386 107 417 865 1264 496 1 781 405 2 603 516 2 659 627 4 688 017 2 205 589 886 617 881 478 392 550 3 435 675 5 269 850 5 660 578 3 690 484 4 594 828 9 763 495 2 232 516 2 339 180 5 176 793 Total Einnahmen 1933 Fr. 8 364142 6337 663 1 744 333 393 775 645 267 197 696 167 732 353 145 329 288 1610 273 2 256 167 1 738 479 1436 952 404 420 303 703 74 385 2 440 462 1985 021 3 556 978 2 066 280 4 034 361 5 624 454 1600 386 1338131 3 370 871 1933 Fr. 14 203 565 12 093 383 3 402 900 422 363 1214 642 392 150 345 519 1249 987 698 382 2 877 528 3 863 637 5 275 012 2 912 560 603 659 814 546 172 627 4 465 986 5 008 201 5 944 747 3 461 017 7 675 101 9 555 750 2 744 755 2 258 037 2 909 454 Ausschl. Benzinzoll 1932 Fr. 8 706 426 6 779 917 1804 416, 399 907 890 012 219 155 151 264 336 477 327 661 1370 995 2 033 494 1 742 139 1375 326 407 892 336 488 71611 2 497 424 1916 171 3 826 421 2 394 991 2 954 136 4 551 972 1899 606 1171371 3 330 426 2 899 215 5143 582 2 515 548 12 230 882 30 299 221 53 088 448 52 374 364 51487 598 Ausgaben der Kantone für das Strassenwesen 1934 Versiehe - 5 346 Gesamtaufwendungen 1934 Fr. 12 318 633 12127 881 3 724 681 485 840 1653 511 582 168 333 872 1 622 277 1 721 878 3 080 970 4 233 524 5 212 557 2 503 173 757 317 949 832 174 058 4 305 628 3 523 890 7 293 134 3 670 043 7 294 100 7 695 267 2 885 930 2050 348 3 200 306 16 154 29 783 054 903 456 50 881898 8600 242 90168 650 94 565 808 »3 390 194 das Jahr 1935 zum erstenmal mit einem Rückgang dieser Einnahmen um 60,000 Fr. abschliesst, nachdem schon 1934 die vorher unaufhörlich aufwärts weisende Kurve zum St iHstand gekommen war. Ueber die Ursachen dieses Krebsgangs braucht man sich den Kopf wahrlich nicht zu zerbrechen. Einmal reisst auch dem frömmsten Automobilisten der Geduldfaden, einmal kriegt er es gründlich satt, sich immer und immer wieder das Fell scheren zu lassen. Auf das Anziehen der Zoll- und Steuerschraube antwortet er mit der Einschränkung oder der Stilliegung des Fahrbetriebs. We.r dabei das Nachsehen hat? Der Bund und die Kantone natürlich. Fest steht für uns auf jeden Fall, dass mit der Beibehaltung oder gar Verschärfung der bisher dem Motorfahrzeug gegenüber angewendeten fiskalischen Praktiken die Kantone ihren strassenbaulichen Aufgaben je länger desto weniger gerecht werden können, zum Schaden unserer ganzen Volkswirtschaft. Sf »nbau Eröffnung weiterer Teilstücke der Reichsautobahnen. Am vergangenen Sonntag ist der Abschnitt Frankfurt-Bad Nauheim als erste Etappe der Strecke Frankfurt-Hamburg und Berlin dem Betrieb übergeben worden. Er schliesst unmittelbar an die bereits bestehende Reichsautobahn Heidelberg-Frankfurt an. Kurz hernach soll auch die Linie Mannheim-Bruchsal ihrer Bestimmung übergeben werden, womit eine durchgehende Strecke von. 150 km vollendet sein wird. Ein neues Verfahren zur Herstellung von Autostrassen wird seit kurzem in Australien angewendet. Dort gibt es weite Landstrecken, die aus Lehm bestehen, in dem jedes Fahrzeug tiefe Spuren hinterlässt. Um die Lehmwege zu befestigen, hat man nun, nach dem Fehlschlagen anderer Versuche, fahrbare Oefen konstruiert, die von einer schwe*en Walze langsam über die Lehmwege gefahren werden und eine Oberfläche aus hartgebranntem Lehm hinterlassen. Diese gebrannten Strassen können, nun mühelos weiterbehandelt werden, als ob sie mit dem üblichen Strassenschotter bedeckt wären. Neue Brückenbauprojekte in Dänemark. Es ist noch nicht lange her, dass eine dänische Baufirma den Plan für eine Ueberbrückung des öresunds zwischen Kopenhagen und Malmö ausgearbeitet hatte. Heute macht dasselbe Unternehmen durch das'Projekt von sich reden, zwischen dem Festland (Nordschleswig) und der Insel Fehmarn eine Brückenverbindung zu schaffen, deren Kosten sich auf ca. 400 Millionen Kronen stellen würden. Bei einer Höhe von 60 m würde das gigantische Brückenwerk für den Schiffsverkehr eine Fahrrinne von 400 m Breite freilassen. Gelangt der Bau zur Ausführung, dann -wird damit eine durchgehende Land 1 - verbindung zwischen Stockholm und Berlin geschaffen, vorausgesetzt allerdings, dass auch die vorläufig nur auf dem Papier vor^handene Öresundbrücke ebenso wie die Storströmbrücke Wirklichkeit werden.

N«79 II. Blatt BERN, 29. Sept. 1936 Automobil-Revue II. Blatt BERN, 29. Sept. 1936 Die Pflege der hydraulischen Bremsen Der Begriff der hydraulischen Bremsen, das Wissen um ihre absolute, betriebliche Zuverlässigkeit sind heute schon so sehr Allgemeingut geworden, dass es Eulen nach Athen tragen hiesse, wollte man sich mit Wert oder Unwert dieses ausgezeichneten Bremssystems befassen. Die Verwendung hydraulischer Bremsen an den meisten Grand-Prix-Rennwagen und ihr Einbau an Flugzeugen zur Verkürzung der Landestrecken sprechen eine sehr deutliche Sprache. Steht im ersten Falle vor allen Dingen die mechanische Wirksamkeit und der gute Ausgleich der Bremskraft im Vordergrunde, so verlangt die Aviatik zusätzlich eine Übertragungsflüssigkeit, die erst bei ausserordentlich niedrigen Temperaturen gefriert Und in der Tat gelang es. eine solche mit einem Gefrierpunkt von 77 Grad C unter Null zu finden, die daneben alle übrigen von ihr verlangten Bedingungen erfüllt. Die Konstruktion der hydraulischen Bremsen beruht auf dem Prinzip der hydraulischen Kraftübertragung. Schliesst man nämlich in einem Rohrsystem eine Flüssigkeit ein und übt an einer beliebigen Stelle desselben einen Druck auf dieses Uebertragungsmedium aus, so tritt er fast im selben Moment hn ganzen Rohrnetz auf. Und zwar ist er überall genau gleich stark. Wenn man also an verschiedenen Stellen des Systems Arbeitszylinder mit genau gleicher Bohrung einbaut, so wird der erzeugte Druck auf jeden Kolben derselben gleich hoch ausfallen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob nur ein Kolben in einem Zylinder sich bewegt, oder ob statt dessen die Uebertragungsflüssigkeit zwischen zwei Kolben im selben Zylinder geleitet wird und sie auseinandertreibt. Zur Betätigung der Bremse dient ein besonderer Zylinder, dessen Kolben durch ein Gestänge mit dem Bremspedal in Verbindung steht. Steht dieser Kolben in der Ruhelage, so gibt er eine kleine Oeffnung frei, ii durch welche der nauptzylinder und damit auch das ganze hydraulische System an einem Vorratsbehälter angeschlossen ist, der entweder mit dem Zylinder einen Teil bildet oder über eine Rohrleitung mit ihm kommuniziert. Dieser Behälter enthält nun einen gewissen Ueberschuss an Bremsflüssigkeit, der dazu da ist, um Verluste durch Verdunstung auszugleichen und das Bremssystem immer gut angefüllt zu erhalten, damit ja keine Luft eintreten kann. lische Bremse keine Flitspritze, deren Inhalt man in möglichst kurzer Zeit in alle Winde zu zerstäuben wünscht! Um eine vollkommene Abdichtung auch der beweglichen Teile zu gewährleisten, besitzen diese Dichtungsstulpen aus einem plastischen, kautschukhaltigen Material, das gegen die Bremsflüssigkeit unempfindlich ist. Sollte einmal ein Stulpen aus irgendeinem Grunde verletzt werden, so empfiehlt sich ein umgehender Ersatz, damit auf keinen Fall Schmutz ins Bremssystem gelangen kann. Fixmontierte Leitungen und ähnliche Teile lässt man am besten «in Ruhe > und bastelt nicht an ihnen herum. Sonst muss man sich"" nachher nicht wundern, wenn sich gleich einmal eine Undichtigkeit einstellen sollte. Schematlscher Aufbau der hydraulischen Bremse, System Lockheed. L = Vorratsbehälter, M = Hauptzylinder, N = Verbindungsleitungen zu den Vorderradbremsen, D = Kolben des Hauptzylinders, R = Rückholfeder dee Hauptzylinders, e = Verbindungsöffnung zwischen Reservebehälter und Hauptzylinder, 1 und o = Ventile des Hauptzylinders, h = Verbindungsleitung zu den Hinterradbxemsen, S = Nachstellschrauben, W = Bremszylinder. Von Leckverlusten sprechen wir deshalb nicht, weil sie an einem hydraulischen Bremssystem ganz einfach nicht auftreten dürfen. Hier sind Kompromisse durchaus unzulässig, denn schliesslich ist eine hydrau- lllllllllllllllllllll Die Bremsflüssigkeit, für deren Erneuerung man gelegentlich Sorge tragen muss, darf keinesfalls durch irgend eine Privatmixtur ersetzt werden. Denn jeder Bremse ist nur eine ganz be- stimmte Flüssigkeit zugeordnet, die beim Nachfüllen vom Markenvertreter zu beziehen ist. Gewöhnlich handelt es sich um Gemische, die Glyzerin, vielleicht auch Rizinusöl, enthalten. Sollte uns aber zufällig einmal an einem Sonntag und dazu auf dem Lande die Bremsflüssigkeit ausgehen, so sind wir noch lange nicht so «lackiert», wie es vielleicht im ersten Moment scheinen möchte. In der nächsten Apotheke kaufen wir uns dann je eine gleich grosse Flasche Rizinusöl und Spiritus und mischen die beiden Flüssigkeiten miteinander, um eine behelfsmässige Nachfüllung zu erhalten. Auf keinen Fall darf etwa dünnflüssiges Maschinenöl als Helfer in der Not Verwendung finden. Ueberhaupt haben sämtliche Derivate des Erdöls bei der hydraulischen Bremse nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Selbst zur Reinigung soll man keineswegs Benzin oder Petrol, sondern nur Spiritus verwenden. "Wenn man einmal zu einer solchen Reinigung schreitet, sei es weil infolge der Anwendung einer ungeeigneten Bremsflüssigkeit Verstopfungen eintraten oder dass man den Augenblick einfach prinzipiell für gekommen erachtet, um eine gründliche Revision durchzuführen, so achte man ganz sorgfältig darauf, dass das kleine Loch, welches Vorratsbehälter und Hauptzylinder der Bremse miteinander verbindet auch wirklich nicht verstopft ist. Sonst hat man mit endlosen Scherereien zu tun. Am ehesten können Störungen durch Eindringen von Luft in das Bremssystem verursacht werden. Man spürt dies daran, dass sich das Bremspedal beim Niedertreten etwa so anfühlt, als ob ein Schwamm unter der Pedalplatte zusammengedrückt würde. Die Bremse arbeitet alsdann begreiflicherweise nur sehr mangelhaft und es gilt unter allen Umständen, die Luft aus der Bremse zu entfernen, damit sie das « Streiken » aufgibt. Hiezu greift man zu einem Mittel, das man als « Schröpfen der Bremse » bezeichnen könnte, denn man « sticht» sie bildlich gesprochen irgendwo an und lässt ihren köstlichen « Saft >, ganz wie beim rich- Was fehlt Ihnen heute beim Lesen der Zeitungen? Eine gute Karte von Spanien Unsere Strassenkarte in einem Blatt enthält alle für die Verfolgung der Ereignisse in Spanien notwendigen Einzelheiten. - Maßstab 1:1,500,000. 6-Farbendruck. Preis nur Fr. 2.80 Erhältlich beim Verlag Hallwag Bern - Tel. 28.222 oder in allen grössern Buchhandlungen dem en^liidien QualMätsf • Generaldepot für die Schweiz: HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) - Telephon 61.558 I. STÖCKLI • BERN OSTSCHWEIZ Verkauf und Reparaturen von sämtlichen Autopneus u. -schlauchen, sowie Nagelschutzeinlagen. 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