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E_1936_Zeitung_Nr.080

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG. 2. OKTOBER 1998 — lf> 80 Dann probieren Sie einmal den ADLER- Trumpf. Sie fühlen die absolute Sicherheit in Kurven. An der direkten Verbindung von Steuerung und Antrieb — an der Tieftage des Schwerpunktes liegt's! Mit AitLi: Der Sparsame: Sobald die Farbscftidit zo dünn wird, lasse idi neu lackieren. Das kommt billiger, ols wenn die Karosserie entrostet werden muß. Wer sparen undseinenWagen schonen will, gelangt rechtzeitig an den Autolackierer. Keine Pannen mehr ... durch NSgel usw., denn NO-FIATZ Ist dos Ideale Nagelschutzmittel für alle Luftschlauche, das jede Undichtigkeit unverzüglich und dauernd hermetisch verschliesst. Es greift garantiert weder Gummi, noch das Ventil an. Einfachere* brauchsanweisung, keine Demontage der Räder oder des Ventils. NO-FLATZ erspart viele Unannehmlichkeiten. Es ist neu für die Schweiz, im Ausland jedoch seit Jahren erprobt. Ein Versuch lohnt sich,. Erhtltllch In gutan Qaragen. Prospekte, staatl. 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Da lohnt ein andrer Wagen sich Auf alle Fälle sicherlich.« \ „Nun ist vor allem eines wichtig: Den finden, der für Dich ist richtig, Der leistet au das Tag für Tag Was Dein Geschäft verlangen mag.** „Ein Kaulgesuch in der .Revue' — Seit Jahren schon benütz' ich sie — Verschafft Offerten ohne Zahl Da hast Da nur die Qual der Wahl.« „So fand ich meinen Lieferwagen; Er läuft sehr gut, ich muss es sagen, Und kostet dazu wenig Geld. Er ist grad das, was mir gefällt" iniiiiiiüiiniiiiiioiiiii Sei witzig wie Ffitzig, Benutze die Auto-Revue, Sie spart Dir viel Arbeit and Müh' Druck, Glichet und Verlag: HALLWAG A.-G., HaJlersche Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Born,

BERN, Freitag, 2. Oktober 1936 Automobil-Revue, II. Blatt - Nr. 80 Schneidig und blitzend fährt er drauf los ... «">» Hannes. Vom Leben und Sterben des Automobils Gespenster «Schön, sich wieder einmal regen und rosten zu köhnenl» meint ein alter Chevrault. «M< haf zwar genug gearbeitet und seine Ruhe redlii Yerdjfatnt.it Herrgott, wieviele Kilometer musste hh jahraus,, jahrein mit meinem Zigarrenreisenden/abspuJeW, bergauf, bergab, Sommer und Wintei/Tag und. Nachtl Was musste ich draussen,, im fteggj -herumstehen; was wurde ich roh in Grossgaragen herl>mgeschobenl Zum Glück entstamme ich einer berühmten Serie, deren Bestandteile noch gesucht find, und so werde ich mich bald in meine Partikel auflösenund. ins Nirwana versinken können. Uahl _ J'arcjonj» sagt der Chevrault und schlägt wohlerzogen )ein Vorderrad etwas ein, was bei den Menschen der den Mund bedeckenden Hand entsprechen dürfte. «Na,. alter Knabe, sie sind ja schliesslich im Leben reichlich bewundert worden von den Ladenmädchen, die so gerne mitgefahren sind. Solche Erinnerungen hm doch im Alter wohl!» sagt ein offerier Tourenwagen .südlicher Abstammung. «Es ist ja-heute noch grossartig, wie die Mädchenherzen dem, Autofahrer : zufliegen;-das Auto mag recht alt, und „gebrechlich sein, ..wenn's nur der Fahrer nicht ist.. Ein schöner Gedanke für ein Auto wie Sie, seinem Herrn,,so. dienen zu können, auch wenn's ein bisschen nach Bestechung riecht. Ich habe ja-meine Pensionierung auch verdient. Mein •Ruhm stand in allen Fachblättern, ich gehörte •inem bekannten Sportjournalisten, den ich durch halb Europa tragen musste. Der Mann tat nobel, ober wir haben 1 gar'nicht*so distinguiert gelebt; recht plebejisch "musste ich oft wohnen, in Ställen und Scheunen,.ich,; «in rassenrefner Fucile, denken iS\* dochl Dfe Menschen.reden von Ahnen, aber "ytt» ahnen die davon! Auf die Tourenzahl kommt es* an: je mehr Touren in der Minute man hat, desto rassiger ist .unsereiner. Und das Chassis ist wichtig., Schauen Sie,'wie modern wir schon waren: in der 'Schwerpunktlage kann- ich es jetzt noch' mit den Neuesten aufnehmen. Noch viele meiner Brüder sind am Leben. Ich werde mich für sie langsam auflösen, wie Sie, Herr Chevrault! Bloss die:Hochdruckpneus, die machen den jungen Damen von- heute Hühneraugen, per Bacco!» «Voyez; eher ami, bei mir geht es umgekehrt», lässt sich ein hoher, schmaler Orangeot vernehmen. «Ich fuhr meine Clientele auf weichen Boudins, aber dafür war ich; sehr hoch. Umgekippt, wie die bösen'Leute sagen, bin ich zwar-nie. Mein Tod war dafür eine Injustice, eine Tragedie. Ich spreche lieber nicht davon.» «Dann lassen Sie äs äben bläiben,» brummt in breitem Grossratsdeutsch ein dicker Kerl nebenan. «Sähen Sie, unsereins pfeift uf den Adel, Chassis hin, Chassis her, ufs Herz, uf den Motor, kommt es an) Und dar isch bei mir xund, kärnxund!» «Dat is ja jrossartig, so'n Mischling redet da ibahaupt mit?», ruft ein hoher Dolores mit scharfem Spitzkühler, scharfeckigen Kotflügeln und einem dicken Riemen voller • Klubabzeichen über der Motorhaube. «Zeigen Sie mal erst Ihren Kühler, lassen Sie man Ihre Marke seh'n!» «D Schnorre zue, ich bin am Zürcher,-namens Seiler. Wenn auch nicht gerade bei' Sempach, so war ich doch am ersten Klausenrennen dabei. Ich gehöre noch zur soliden Vorkriegsgeneration. Damen habe ich noch getragen, wirkliche Damen. Das kennt Ihr ja gar nicht mehr. Damals hat man sich des Autos fast etwas geschämt, man verhüllte sich lieber bescheiden in Decken, Staubmäntel und Schleier. Die heutige Ladung fährt ja fast nackig in den Wagen herum. Früher habe ich noch mit den Trittbrettern vor Aufregung gezittert, wenn ich einen lebendigen Damenfuss oder gar ein Stück Seidenstrumpf sehen konnte. Ihr jungen Schnaufer dagegen würdigt nicht einmal mehr auf ehrlich-begehrliche Männerart, was man heute alles sehen kann, wenn so ein Meiteli seine rassigen Haxen in einem niederen Wägeli verstaut! Im Krieg war ich zuerst Militärautö, bis der Bund genug eigene Wagen hatte. Allerdings hat mir dann eine Lumpenfahrt mit gemaustem Schampus die Stelle gekostet. Als Traktor musste ich dafür in einem Härdöpfelacker für das hungrige Vaterland krüppeln. Nach dem Krieg wurde- ich mit deinem Chathäm-Chassis kombiniert. Uebrigens, wer • von Euch ist überhaupt schon so gut wie verkauft.? 'Morgen komme ich in eine' Fahrschule als Modell eines interessanten, ventillosen Motors." Dann können diese Gäxnasen an mir technische Rätsel lösen, die da fahren lernen wollen, um ihre Tangoschwengel spazieren zu führen.» ' «Fahrschule, ein schönes Ende, so rostfrei und so lackiert!» lässt sich ein stattlicher Quick vernehmen. «Schlimm ist es mir ergangen. Ich habe mit meinem Besitzer hochnobel angefangen und im Elend geendet. Der war zwar bloss Magazinchef in einer Seifenfabrik, hat sich aber doch schon ein Auto geleistet, als es noch ein grosser Luxus war. Meine Marke Quick war in den*' Zwanzigerjahren der Traum jedes reichgewordenen Handwerkers. Wir verschafften ihnen Geltung, sonst aber hatten wir nichts Gescheiteres zu tun, als Sonntags den Wirtschaften nachzufahren, die Forellen und Güggeli ausgeschrieben hatten. Mein Besitzer hat mich zugleich mit seiner zweiten Frau angeschafft, denn die hatte es hoch im Kopf. Ich wurde wundervoll gepflegt vom Geschäftschauffeur, bekam reines Flugmotorbenzin zu trinken, am Geschäftstank natürlich, und nach Bureauschluss trug ich meistens im Koffer ein Fässchen Schmierseife heim, das der Besitzer den Nachbarn verkaufte und so sich das Geld für meine Steuern und andern Ansprüche beschaffte. auf dem Auto-Friedhof In der weiten, öden Ebene, da, wo die grosse Stadt sich in regellose Häuser, Bauplätze, Lagerschuppen, Unkrautwüsten und Pflanzplätze auflöst, liegt der Friedhof der Automobile in der dunklen Sommernacht. Es ist warm, man hat ein Gewitter erwartet, aber es hatte nicht die Kraft, loszubrechen. Am Himmel treiben rasch die Wolken vorüber, manchmal leuchtet das Land in hellem Mondlicht auf, das gleich wieder verlischt. Die Sommerschwüle, die Müdigkeit, die kuriosen Düfte aus den wilden Unkrauthecken, die blecherne, rostige Gerumpelromantik, das alles wirkt gespenstisch und leise berauschend. Heftiger stösst der Wind, rascher'wechselt das Licht. Irgendwo hat sich ein Kabel losgerissen, an dessen Ende weiss Gott wieso eine dicke Schraubenmutter hängen geblieben ist und nun wie ein Pendel baumelt. Jetzt berührt die Schraube eine leere Bremstrommel, dass sie wie eine Glocke aufklingt in regelmässigen Schlägen. Mitternacht! Wie komisch, ein Friedhof der Technik leistet sich eine Geisterstunde. Da erhebt sich schon ein merkwürdiges Getümmel auf dem Hof. Alte, hochbeinige Wagen fangen an, sich, in den Karosseriefedern zu wiegen wie Kleinkinder im Federbett. Getriebe röhren und husten wie beim Schalten in Stümperhänden. Differentiale heulen öldurstig auf wie Kettenhunde. Alte Klaxons rülpsen wieder, Pneus zischen auf. Kühler geben rostigen Geifer von sich. Ein alleinstehender Auspufftopf lässt einen Tropfen Benzin zerknallen. Da mahlen auch schon "alle Anlasser wie Kaffeemühlen, Motoren niesen, und mit einem Mate brummen diese Kraftspender alle wie zu Lebzeiten. Langsam legt sich der Spektakel, und nun hört man menschliche Worte heraus. Noch saust der Lärm wie eine Bubenbadanstalt, dann noch wie ein Kaffeehaus, und nun wird das Gespräch der alten Automobile verständlich. und dann sagt man schliesslich: «Es isch no guet abgloffe.» Photo Hannes Froebel