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E_1936_Zeitung_Nr.080

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ihrer Zeit, ähnlich wie

ihrer Zeit, ähnlich wie der alte Rumplerwagen, um einige Pferdelängen vorauseilen und infolgedessen auf einen. Publikumserfolg wohl mehr kuriositätshalber rechnen dürfen. Am ausgeprägtesten zeigt sich dies in einer Minderzahl der ausgestellten Karosserien. Man ist gewohnt,, in Paris geschmackvolle Wagen von kaum zu überbietender Eleganz anzutreffen und begegnet selbstverständlich auch diesmal Fahrzeugen, die geradezu eine Augenweide darstellen. Umsomehr überrascht es, wenn auf der Suche nach neueren Formen einige der gezeigten Modelle den Gesetzen der Aesthetik zu widersprechen scheinen. Abgesehen von diesen krassen Ausnahmen aber geht das langsame Herausschälen einer immer vollkommeneren Stromlinienform aus den bisherigen Karosserien kaum merkbar weiter, was mancherorts schon dazu führte, dass der Gepäckraum sich fast ganz in die fliessend abfallende Linie des Hecks einfügt. An einigen der neuen Modelle mehren sich die Zeichen einer häufigen Verwendung von allerhand verschnörkelten Zierteilen, die dazu bestimmt, sind, das Aeussere der Wagen zu beleben und in ihrer Durchbildung fast ein wenig an die geschmackvolleren unter den Verzierungen der Jugendstilzeit erinnern. Im Innern der Karosserie haben sich vor allen Dingen zwei Einzelheiten weiter verändert, nämlich die Geräumigkeit und dann das ganze Drum und Dran der verschiedenen Bedienungshebel. Man ist es schon gewohnt, dass der Handbremshebel nicht unbedingt neben dem Schalthebel aus dem Boden herauswachsen muss, und sich daneben oder darunter am Schaltbrett auch ganz gut ausnimmt. Neuerdings verlegt man ihn nun im Gegensatz zum Schalthebel gern auf die linke Seite des Lenkrades, während vielfach der Winker- und Abblendschalter in Griffnähe an der Lenksäule'sitzen. Scheinbar nur eine Kleinigkeit, vermag doch diese Verbesserung , durch Verkürzung der Armbewegungen beim Fahren die Fahrsicherheit erheblich zu steigern, was bei den hohen Geschwindigkeiten, die man heute verlangt, immerhin ins Gewicht fällt. Eine Neuerung, die der Nichteingeweihte kaum erwartet hat, weisen verschiedene Amerikanermodelle auf, die doch sonst zu den traditionellen Verfechtern der Linkssteuerung gehörten. Man trifft nämlich darunter eine ganze Reihe von Vertretern der Autogattung-mit Rechtssteuerung an. Die / Chassis gehen ihren dem Auge des eiligen Beobachters meist verborgenen .Entwicklungsweg weiter. Kastenprofile finden immer weitere Verwendung auch bei Marken, die bisher an der konservativen Bauart festhielten. Produktionstechnisch bedingte diese Ausführung eine Umstellung auf vermehrte Anwendung der Schweissung bei der Rahmenfabrikation, was in Grossbetrieben keine geringen Umstellungen erforderte. Die unabhängige Abfederung der Räder erlebt zwar dauernd neue Verfeinerungen, doch scheint der Grossteil der Konstrukteure, die von deren Anwendung bisher Abstand nahmen, auch dieses Jahr an den Starrachsen v festgehalten zu haben. Vierte Etage. Der Aufzug hielt, aber Lukas bemerkte es nicht. Sybil legte vorsichtig die Hand auf seinen Aermel. « Komm...» Er ging neben ihr her, noch immer rosigen Nebel vor den Augen, erkannie unklar eine Wohnungstür. Der Schlüssel schnappte, weisses Licht brach auf — ach so, das war ein Vorzimmer. Eine knurrige, dicke Frau Stand da, nahm ihm Hut und Aktentasche ab. Lukas lächelte ihr im Vorbeigehen freundlich zu, aber da war die Alte schon zurückgeblieben, in die Tiefe versunken, wie ein dunkles Stockwerk. Viele Türen. Ein Salon mit nacktem Parkett, weisse Stofflaken über Möbel und Lüster. Ein zweites Zimmer, hohe Bücherschränke, eine riesige Landkarte, zusammengerollte und verpackte Teppiche. Es roch nach Kampfer und Abreise. Lukas spürte einen kurzen Stich, es schmerzte, traf mitten ins Herz. v « Gib acht! » befahl Sybil und wich vorsichtig einer vermummten Sesselbarrikade aus. « Wie hässlich und kahl das alles ist. Aber vielleicht hat Stasi noch mein Schlafzimmer verschont.» Lukas hörte wieder das Summen des Lifts, war glücklich und schwindlig. Er blieb stehen und starrte den Fussboden an. * Sybil ging langsam weiter. Eine Tür bewegte sich, dann kam das leise Knacken des elektrischen Schalters. < Wo bleibst du ? > fragte Sybil. aus dem Nebenzimmer. Es gab einen kleinen Ruck, der Aufzug hielt. Lukas wurde wach und ruhig. Toyoda, eine neue Automarke. In Japan ist eine neue Automobilfabrik in Betrieb gesetzt worden, deren Produkte auf den klangvollen Namen Toyoda hören. Die Form der ersten Modelle kann man allerdings nicht gerade als klassisch bezeichnen, man müsste denn seinem Empfinden Zwang antun. Störend wirkt vor allem das für einen modernen Wagen sehr altmodisch anmutende « Zigeunerverdeck ». Sein Sechszylindermotor von 1S40 ccm Hubraum soll bei einer Drehzahl von 3000 U. Min. 65 (?) PS entwickeln. Liquidation der Automobilfabrik Talbot-Paris. Das Pariser Handelsgericht hat soeben die gerichtliche Liquidierung der französischen Automobilfabrik Talbot verfügt. Bekanntlich hatte das über 1000 Arbeiter beschäftigende Unternehmen (Kapital 20 Mill. Fr.) die Stilllegung wegen dauernder Unrentabilität angekündigt. Die Kreditwünsche wurden von der Regierung abgewiesen. Neben Automobilen wurden auch Motorboote und Flugzeuge hergestellt. Auch im Motorenbau sind umwälzende Neuerungen nicht zu beobachten. Man begnügt sich mit einem langsamen Fortschreiten im bisherigen Sinne, d. h. in der Richtung auf Erhöhung der Kompression. Ein gewichtiger Teil der wieder in Gunst stehenden Vierzylindermotoren ist zur Erhöhung der Steifigkeit der Kurbelwelle mit einem dritten Kurbelwellenlager ausgerüstet, was dem ruhigen Lauf nur förderlich sein kann. Also alles Verbesserungen, die den inneren Wert der Wagen wohl erhöhen, die aber andererseits keineswegs irgendwelche Umwälzungen bedeuten. Nach der Abwertung Fortsetzung von Seite 1. Gebrannte Kinder fürchten das Feuer. Erst wird er beweisen müssen, ob er gesonnen ist, die Worte Bundespräsident Meyers, dass die Behörden zusammenwirken sollten, um aus dem durch einen Notstand hervorgerufenen Abwertungsbeschluss das Beste zu machen, in die Tat umzusetzen. Einen ersten Schritt nach dieser Richtung hin scheint die gemeinsame Sitzung des Chefs des Volkswirtschaftsdepartements mit den beiden Zolltarifkommissionen zu bilden, in deren Mittelpunkt die Beratung darüber stand, welche Massnahmen geeignet wären, um in erster Linie für die aus dem Ausland importierten lebenswichtigen Waren die Folgen der Abwertung zu verhindern. Von der Preisgestaltung des AUTOMOBIL-REVUE FREITAG. 2. OKTOBER 1936 — N° 80 istischer Blendungsfreie Autobeleuchtung mit polarisiertem Licht auch hinsichtlich Preisfrage gelöst. Die Frage der Verwendung von polarisiertem Licht zur Beleuchtung der Fahrbahn durch die Autoscheinwerfer rückt ihrer Lösung immer näher. So wie die Dinge jetzt liegen, kann man mit einer recht baldigen praktischen Verwirklichung rechnen. Um die Verwendung grosser, polarisierender Filme, die über die ganzen Gläser der Scheinwerfer gelegt werden müssten, zu vermeiden, besteht nämlich die Möglichkeit, Stirnlampen mit Ellipsoidspiegel zu verwenden, in dessen einem Brennpunkt die Lampe steht, während man nahe dem andern ein kleines Stück polarisierenden Films anbringt. Reifen mit Seidengewebe ? In einer Mailänder Fabrik sollen Versuche im Gang sein, die bisher aus Baumwolle hergestellte Karkasse der Autoreifen durch Seide zu ersetzen. Die-bis jetzt erzielten Resultate haben dem Vernehmen nach befriedigt. Benzins, das ganz zweifellos ebenfalls als unentbehrlicher Bedarfsartikel angesprochen werden muss, war dabei freilich nicht die Rede. Wohl aber hat unser Finanzminister bei der Behandlung des Alkoholbudgets vor dem Nationalrat die Erklärung abgegeben, dass in Zusammenhang mit der Abwertung auch die Frage des Benzinpreises geprüft werde und dass es sich nach dessen Festsetzung durch das Volkswirtschaftsdepartement einrichten lassen sollte, eine Aenderung auch dann zu verhindern, wenn die Spritbeimischung zur Tatsache werde. Der geneigte Leser merkt etwas. In eine weniger gewundene Form umgeprägt, lässt sich diese Erklärung dahin deuten, dass die mit der Durchführung des Beimischungszwangs unabwendbar gewordene Benzinverteuerung aufgeschluckt und verschmolzen werden soll mit der Neugestaltung des Benzinpreises, die sich als Folge der Abwertung aufdrängt. Selbst unverwüstliche Optimisten aber werden sich sträuben, zu glauben, die Abwertung habe beim Bundesrat einen derart tiefgreifenden Wandel der Mentalität gegenüber dem Auto heraufbeschworen, dass er sich bereit finde, die sowohl durch die Abwertung als auch durch den inzwischen beschlossenen Beimischungszwang hervorgerufene Preissteigerung des Benzins generös dem Fiskus zu überbürden. Machen wir uns nichts vor und wiegen wir uns nicht in trügerische Hoffnungen: so wie die Dinge heute liegen, müssen wir abermals eine Heraufsetzung des Benzinpreises gewärtigen. Proteste helfen uns da nicht weiter; den Bundesrat aber würde die volle Verantwortung für die unabsehbaren Folgen eines solchen Vorgehens treffen. « Hier bin ich. > Er ging ein paar Schritte vorwärts, über die Schwelle, in Sybils Zimmer. An der einen Wand stand ein weisses Bett, es war das erste, was Lukas sah, und es überraschte ihn. In so klösterlich schmalen Betten ruhen sie, die heidnischen Prinzessinnen, diese Damen der grossen Welt ? Auf dem Kopfkissen lag ein abgeschabter Elefant aus grauem Plüsch. Scheinbar hielt Sybil sich noch immer an die heiligen Riten der Kinderzeit. Vielleicht kam auch jeden Abend diese alte, dicke Frau ans Bett, strich die Decke glatt, löschte das Licht und sagte in die Dunkelheit hinein : Schllif gut, schlaf ein... Lukas betrachtete nachdenklich das grosse Rechteck des Fensters. Der Spitzenvorhang rührte sich leicht im Windatem der bleichen, warmen Nacht. Dann entdeckte er den Toilettetisch, Kristallschalen und Fiacons,. holdes Durcheinander, das in die Spiegelscheibe hineinglänzte. Auf dem Divan lag ein Kimono, die schwefelgelben, weiten Aermel ausgebreitet, und wartete. • «Sybil...», sagte Lukas. Aber er meinte damit den süssen, trockenen Duft des Zimmers, den leuchtenden Seidenmantel und das kleine, weisse Nonnenbett. So sehr fand er sie in allen diesen Dingen wieder, dass er ein paar Minuten lang vergass, dass Sybil neben ihm stand. Auf einem Taburett lag ein aufgeschlagenes Buch. Vielleicht hatte sie darin gelesen, ehe sie zu Marion ging ? Wie merkwürdig: heute nachmittag, ein paar Stunden bevor das Leben begann, hatte Sybil noch Zeit gehabt, ein Buch zu lesen... Jetzt lag es da, mitten im Wort verlassen, töricht und stumm geworden. Im Nebenzimmer wurden Schritte laut, schlürften langsam vorbei. Lukas sah auf, horchte. «Stasi hat die Lampen ausgelöscht», erklärte Sybil. « Jetzt ist sie wieder fort — hörst du ? » Und bevor er-sprechen konnte: «Lass nur, denk nicht an sie. Ich hab dir doch erzählt, dass wir keine ehrbare Familie sind. Stasi ist gewöhnt, dass wir ihr Kummer machen.» «Ich...» Lukas erinnerte sich plötzlich, dass er siebenunddreissig Jahre und erwachsen war. Und dass Erwachsene gewisse Verpflichtungen haben; zum Beispiel diese : eine Dame nicht vor ihrem Dienstmädchen zu kompromittieren. « Ich habe nicht gedacht, dass... verzeih, Sybil.» Sybil strich sich langsam über die Stirn. Vielleicht hatte sie Kopfschmerzen, oder sie wollte Lukas ihr Gesicht nicht sehen lassen. « Was soll ich dir verzeihen ? Dass ich dich erst heute getroffen habe? Dass ich dich liebe ? Dass wir in ein paar Stunden Abschied nehmen müssen ? » Jetzt erst sah Lukas die Reisekoffer. Sie waren mitten im Zimmer aufgebaut, hoch und klobig — er begriff nicht, wie es bisher möglich war, sie nicht zu erblicken. (Fortsetzung folgt) Spritbeimischung sanktioniert. Der Nationalrat genehmigt das Alkoholbudget 1936/37. Nach temperamentvoller Debatte hat der Nationalrat gestern Donnerstag das famose Budget der Alkoholverwaltung 1936/37 angenommen, das er in der Junisession zurückgewiesen. Damit ist auch der Spritbeimischungszwang vollendete Tatsache geworden, trotzdem eine ganze Reihe von Kardinalfragen, welche damit zusammenhängen, von einer Abklärung noch weit entfernt sind, trotzdem der Staat bei diesem wirtschaftlich unverantwortlichen und finanziell absurden «Geschäft» eine Million Franken draufzahlt, nur um die riesigen Spritvorräte abzustossen, die sich dank der Misswirtschaft der Alkoholverwaltung angesammelt haben. Wiederum ritt Nat. Lachenal (Genf) eine mutige Attacke gegen die ungeheuerliche Zumutung, die Automobilisten für die Sünden eines vollkommen verfuhrwerkten Regiebetriebs als tributpflichtig zu erklären, indem er abermalige Rückweisung des Budgets beantragte, seinen Antrag jedoch am Schluss der Diskussion zurückzog, als ihm Bundespräsident Meyer die Zusicherung gab, in der Annahme des Budgets liege noch kein Beschluss über die Frage des Gemischpreises, der vorläufig nicht festgelegt werde. Eine Ueberraschung bildete das Votum Herrn Stuckis, der den Rückweisungsantrag Lachenal unterstützte, vor der Beschreitung des Wegs der Beimischung warnte und es als unverzeihlich schweren psychologischen Fehler bezeichnete, dem Automobilisten auch nur die allergeringste zusätzliche Belastung zuzumuten und ihn für den Misserfolg eines schlechten Gesetzes büssen zu lassen. Aber die efffdringliche Mahnung verhallte ungehört. Wir kommen in der nächsten Nummer ausführlicher auf die unter verschiedenen Gesichtspunkten interessante Debatte zurück. Fragen der Verkehrswerbung vor dem Parlament. Während der Sommersession des Parlaments hatte Nationalrat von Allmen ein Postulat über die Schaffung einer Einheitsorganisation für die schweizerische Verkehrswerbung eingereicht, das. v wir hier im Wortlaut wiedergeben: « Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen, ob nicht unverzüglich die Schaffung einer Einheitsorganisation für die schweizerische Verkehrswerbung durch folgende Massnahmen herbeizuführen sei: 1. Beauftragung des eidgenössischen Amtes für Verkehr zur sofortigen Schaffung der organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die Einheitsorganisation. Zwecks Zusammenfassung aller Mittel (Bund und Privatwirtschaft) wäre der bisherige * Gemeinschaftsfonds (Bundesbahnen, Postverwaltung, Verkehrszentrale, Verkehrsamt) in einen Zentralfonds für Verkehrswerbung umzuwandeln. 2. Anpassung der Sektion «Publizität» des kommerziellen Dienstes der Schweizerischen Bundesbahnen durch Abtretung der Auslandagenturen an die Einheitsorganisation. Dadurch wird die zentrale Leitung aller Werbemassnahmen im Auslande ermöglicht 3. Schaffung der geeigneten Voraussetzungen für die Auslandwerbung durch a) Neuordnung der Normaltransporttarife, b) Schaffung des Feriengeneralabonnements nach Projekt Bittel unter Revision der Anschlussbillettverträge und Ausdehnung auf sämtliche konzessionierten Transportanstalten der Schweiz (Bahnen, Schiffahrt, Auto, Luftverkehr) > Am letzten Mittwoch gelangte nun das Geschäft im Nationalrat zur Behandlung. Die mangelhafte Organisation unserer Werbung trägt, wie Herr von Allmen ausführte, mit die Schuld an der Schrumpfung unseres Verkehrs. Was uns heute not tut, ist eine Zusammenfassung aller Mittel, welche für diesen Zweck ausgegeben werden. Zwischen den 2.2 Millionen, die den S. B. B. für ihre Propaganda zur Verfügung stehen, und den 700,000 Fr., womit die Schweiz. Verkehrszentrale dotiert wird,-besteht ein starkes Missverhältnis. Auch der bestehende Gemeinschaftsfonds erfüllt seine Aufgabe als Sammelstelle aller Mittel für die Verkehrswerbung nur ungenügend. Seit der Gründung der Auslandsagenturen der" S. B. B. hat sich die Struktur des Reiseverkehrs grundlegend verändert. Der Autotourismus und der Luftverkehr sind neu hinzugekommen und in unaufhaltsamer Entwicklung begriffen. Ob die Angestellten der S. B. B. nun gerade die richtigen Leute sind, um die Propaganda für diesen Verkehr zu besorgen, daran kann man immerhin zweifeln. Eine zweckmässige und wirksame Werbung erfordert ein einheitliches Kommando und eine einheitliche Durchführung. Heute stützt sie sich auf zwei Organisationen, die S. V Z. und den Publizitätsdienst der S. B. B. Die Versuche, diesen Dualismus zu beseitigen, sind vollständig gescheitert. Der Redner verlangte die Lösung der S.B.B.-Agenturen von den Bahnen und deren Zuteilung an die S. V. Z. Eine Reorganisation unserer Verkehrswerbung erlangt heute im Zeichen der Abwertung allergrösste Bedeutung. Die neue Situation muss voll ausgenützt werden. Bundesrat Pilet unterstrich zunächst die Tatsache, dass die durch das Postulat angeschnittenen Probleme durch die Abwertung neue Aspekte gewinnen. Im übrigen sind die Hauptgedanken de« Postulates richtig: das Ziel muss «o oder so erreicht werden. Nichts hindert also die Entgegennahme des Postulates. Eine Vereinheitlichung unserer Verkehrspropaganda-Organisation lässt 6ich nicht mehr umgehen wobei man auch die Handelsvertretungen der Schweiz, die Gesandtschaften und Konsulate für diese Aufgabe mit heranziehen könnte. Allerdings wird es Schwierigkeiten bereiten, ihnen die S. B. B.-Agenturen zu unterstellen. Im übrigen hat das eidg. Verkehrsamt ebenfalls ein Projekt der Vereinheitlichung der Propaganda ausgearbeitet, dessen Schlussfolgerungen sich mit den Forderungen Herrn von Allmens praktisch decken.

HO 80 — FREITAG. 2. OKTOBER 1936 Sportnachrichten Um das Weiterbestehen der Montlhery-Rennbahn Wird der „Grosse Ausstellungspreis 1937" im Pariser Bois de Boulogne gefahren? Das WefferEestehen der Rennbahn von Linas-Montlhery, welche seinerzeit mit einem gewaltigen Kostenaufwand erstellt wurde, ist erneut in Frage gestellt. Unsere Leser werden sich erinnern, dass sich die Verwaltung des riesigen Autodroms bereits im Herbst 1935 gezwungen sah, infolge der prekären Lage um einen Vergleich nachzusuchen, der ihr denn auch vom Handelsgericht bewilligt wurde, wodurch die Gesellschaft in die Lage versetzt war, den Betrieb auf der Rennstrecke in regulärer Weise weiterzuführen. • So grossartig die ganze 'Anlage in ihrer Art ist — handelt es sich doch umdie schnellste Piste der Welt, so sehr macht sich eigentlich seit Bestehen dieses Monumentalwerkes ein grosser Mangel an Einnahmen spürbar, welche für den Unterhalt der Beton- wie der Strassenrundstrecke absolut notwendig sind. Die verschiedenen Anlagen leiden vorab unter den atmosphärischen Einflüssen ganz ausserordentlich. Es wurde allerdings immer wieder darauf hingewiesen, dass die Lage der Rennbahn mit daran Schuld trage, dass sie sich nicht selbst erhalten könne. Sie ist weit von Paris entfernt, zu weit, um gewaltige Menschenmassen aus der Stadt und ihrer Umgebung anzuziehen. Zudem sind auch die Zufahrtsstrassen für den motorisierten Verkehr durchaus ungenügend. Die sehr spärlichen Einnahmen, die an den Rennanlässen in Montlhery — sogar am diesjährigen Grossen Preis von Frankreich für Sportwagen — zu verzeichnen waren, reichen oft gerade aus, um die notwendigsten Ausgaben (Vorbereitung der Strecke für das Rennen usw.) zu decken. Nun ist die Montlherybahn auch eine ausgezeichnete Versuchsstrecke, ein ständiges Laboratorium für die französische Industrie. wo diese die praktische Auswirkung ihrer theoretischen Berechnungen feststellen kann. Aber auch hieraus resultierten höchst bescheidene Einnahmen und es ist unmöglich, aus den entsprechenden Syndikaten weitere Mittel herauszupressen. Es wird deshalb in der französischen Fachpresse vorgeschlagen, dass eigentlich der Staat, der im Falle des Blühens und Gedeihens der Rennbahn ja der hauptsächlichste Nutzniesser wäre, eine Subvention an die Verwaltung der Gesellschaft ausrichten sollte. Die fortwährenden Instandstellungsarbeiten an den verschiedenen Pisten erfordern alljährlich mindestens 4—IV2. Million franz. Fr. In diesem Zusammenhang wird auch wieder einmal die Frage eines Grossen Preises von Frankreich 1937 im Pariser Bois de Boulogne aufgerollt, von der zu Beginn dieses Jahres in der «Automobil-Revue» ebenfalls die Rede war. Bekanntlich hat der AC de France diesbezüglich schon umfangreiche Projekte ausgearbeitet, die jedoch im Pariser Stadtrat auf starke Opposition gestossen sind. Die Gegner des Planes wiesen darauf hin, dass der klassische Grosse Preis von Frankreich auf der Montlhery-Rennbahn nicht streitig gemacht werden sollte, namentlich nicht im Hinblick auf die ohnehin bedrängte Lage, in welcher sich die Gesellschaft befinde. Auf alle Fälle aber wurde hervorgehoben, dass es nicht am Platze wäre, den Grossen Ausstellungspreis im Bois de Boulogne und den Grossen Preis von Frankreich in Montlhery zu organisieren, da durch eine solche Zersplitterung der Erfolg beider Veranstaltungen in Frage gestellt sei. Ein neues Projekt, das beide Rennen ausgefahren sehen will, lautet nun dahin, es sei das Automobilrennen im Bois de Boulogne auf den Monat August anzusetzen, zu einem Zeitpunkt also, da infolge der zahlreichen in der französischen Metropole stattfindenden Anlässe ein Besuchererfolg zum voraus feststünde. Der klassische Grosse Preis von Frankreich aber wäre wie gewöhnlich Ende Juni/Anfang Juli in Linas-Montlhery auszutragen, wodurch eine Kollision der zwei automobilrennsportlichen Ereignisse vermieden würde. Die Rekordjagd nimmt ihren Fortgang. Weltrekorde am laufenden Band. Es geht in den letzten Wochen keine Nummer in Druck, ohne dass nicht von neuen Welt- und internationalen Rekorden zu berichten wäre. Und wiederum ist es Jenkins, der auf dem Salzsee im Staate Utah, .dieser nachgerade zu Berühmtheit gelangten Rekordstätte, in den vergangenen Tagen neue Rekordleistungen vollbracht hat, und zwar handelt es sich um 8 Weltrekorde, nämlich: 100 Meilen: 272,870 km/St 1 Stunde: 275,174 km/St. 200 Meilen: 275,200 km/St. 500 Meilen: 270,070 km/St. 3 Stunden: 271,089 km/St. 1000 Kilometen 268,174 km/St. 6 Stunden: 267,044 km/St. 1000 Meilen: 266,709 km/St. AM GROSSEN PREIS VON DONINGTON, der morgen Samstag zum Austrag kommt, steuert der Engländer Seaman den Alfa Romeo von Hans iRüeseh, da sein 1500-ccm- Delage, mit dem er in der vergangenen Saison zahlreiche Triumphe feierte, im Hinblick auf den Grossen Preis von Südafrika (1. Januar 1937) überholt wird. Im übrigen Verlautet, dass auch Kaye Don, der seit seinem Unfall auf der Insel Man im Mai 1934 dem aktiven Rennsport fernblieb, am letzten britischen Strassenrennen der Saison teilzunehmen gedenke. AUTOMOBIL-REVUE. DIE FRANZOSEN SCHIFFEN SICH NACH NEW YORK EIN Jean-Pierre Wimille, Raymond Sommer und Raph verliessen Europa am vergangenen Mittwoch an Bord des Dampfers «Ile-de- France», um sich nach New York zu begeben, wo sie am 12. Oktober den Grossen Preis von Amerika bestreiten werden. Wimille steuert, wie bekannt, einen Bugatti, die übrigen beiden einen Alfa Romeo. In Genua hat sich sodann der « Generalstab » von Maserati an Bord des « Conte di Savoia» eingeschifft: Conte Trossi, L. Rovere und-C. Filippini, welche indessen nicht zur Teilnahme am 400-Meilen-Rennen nach drüben reisen, sondern lediglich studienhalber. §B»O Automobil-Sternfahrt nach Gandria. Ziel in Gandria erreichen wollen. Für die Teilnehmer besteht die einzige Bedingung darin, dass sie die offizielle Kontrolle in Gandria anzufahren haben. Jeder Pilot erhält eine Startnummer, welche auf der Windschutzscheibe gut sichtbar aufzukleben ist. Von der Festsetzung einer mittleren Geschwindigkeit wurde abgesehen, ebenfalls ist die Zeit der Abfahrt an den einzelnen Startpunkten, die sich die Konkurrenten selbst auswählen können, nicht vorgeschrieben. Die Änkunftskontrolle vor dem Messegebäude in Lugano ist am 10. Oktober von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Alle Sternfahrtteilnehmer, welche die Zielkontrolle in der angegebenen Zeit passieren, erhalten als Preis einen Kunstgegenstand, welcher die neue Gandriastrasse darstellt. Speziaipreise kommen denjenigen ACS- und TCS-Sektionen zu, welche an der Sternfahrt am stärksten vertreten sind, ferner jenem Piloten, der die grösste Strecke zurückgelegt hat. Anmeldungen sind zu richten an das Sekretariat des ACS, Sektion Tessin (Lugano, Quai V. Vela, Tel. 21.90, Postchek XIa 1141) oder an das Sekretariat des TCS Sektion Tessin (Lugano, Piazza B. Luini (Tel. 25.30, Postchek XIa 1001). Meldeschluss 9. Oktober 18 Uhr. Die Nennungen müssen von der Einschreibegebühr (Fr. 6) begleitet sein. Luftfahrt •n «9ea» Schweiz Luftrennen London—Johannisburg. Zu dem von uns unlängst an dieser Stelle angekündigten Luftrennen London—Johannisburg sind am Dienstagmorgen ab 6.30 Uhr in einminütigen Intervallen neun Flugzeuge mit total 15 Mann Besatzung vom Flugplatz Portsmouth gestartet. Es handelt sich um folgende Equipen: Capt. Halse auf Percival Mew Gull; Allington und Booth auf British Aircraft Eagle; Tommy Rose und Bagshaw auf British Aircraft Double Eagle; Clouston auf Miles Hawk; Llewelyn und Hugesdon auf Percival Vega Gull; Miller auf Percival Mew Gull; Scott und Guthrie auf Percival Vega Gull; Victor Smith auf Miles Sparow Hawk; Waller, Findlay, Peachy und Morgan auf Airspeed Envoy. Von den genannten Apparaten ist ein einziger, derjenige der Mannschaft Waller-Findlay, mit einem Radio-Empfangs- und -Sendegerät ausgerüstet. Alle Maschinen starteten ohne jeden Zwischenfall, mit Ausnahme des Miles Hawk von Victor Smith, der beim Abflug viel Zeit verlor« Von Kontinent zu Kontinent. Die Konkurrenten verliessen Portsmoufh in Richtung Belgrad, welches reglementarisch vorgeschriebener Etappenpunkt ist. Der mehrfache Rekordinhaber auf der Südafrikastrecke, Tommy Rose, nahm in Linz um 11.27 Uhr und in Wien um 12.07 Uhr Zwischenlandungen vor. An beiden Plätzen wurde er von Llewelyn, der ebenfalls von Afrikaflügen her bestens bekannt ist, dicht gefolgt* Auf dem Belgrader Flugplatz ging als Erster Capt. Halse um 12.08 Uhr nieder, nachdem er die erste Etappe im Nonstop-Flug bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 325 km/St, hinter sich gebracht hatte. Bereits um 12.35 Uhr nahm er den Weiterflug nach Kairo, dem nächsten obligatorischen Landeplatz, auf. Als Zweiter traf um 12.42 Uhr Clouston in der Die Sektionen Tessin des AOS und desjugoslawischen Kapitale ein. Ihm folgten um TCS organisieren am 10. Oktober, anlässlich 12.56 Uhr Waller/Findlay, während Smith der Messe und des Winzerfestes in Lugano, und Allington/Booth gleichzeitig um 14.04 Uhr eine Automobilsternfahrt nach Gandria, an landeten; Scott und Llewelyn erschienen über welcher alle Automobilisten teilnehmen können, welche im Besitze eines Fahrausweises Rose tauchte alsbald auf, um nach kurzer dem Flugplatz um 14.15 Uhr. Auch Tommy sind. Die Veranstaltung findet bei jedem Zwischenrast die zweite Etappe «unter die Wetter statt, wobei es den Konkurrenten Füsse» zu nehmen. Infolge einer Motoren- musste er jedoch nach Belgrad überlassen ist, auf welchem Wege sie dasstörung zurückkehren. Halse trug sich 19.10 Uhr (GMT.) in Kairo in die Kontrolle ein, um schon 19.47 Uhr in Richtung Khartum zu verschwinden. Clouston machte um 19.39 Uhr seine Aufwartung und enteilte um 20.02 Uhr den Blicken der zahlreich herbeigeströmten Zuschauer. Findlay/ Waller trafen um 20.09 Uhr ebenfalls ein. Sie starteten eine halbe Stunde später zur Nachtetappe nilaufwärts. Inzwischen wurde bekannt, dass Miller, Smith und Allington das Rennen in Belgrad aufgegeben hatten. Um 22.15 Uhr am Dienstagabend wurde in Kairo ferner der Anflug von Scott und drei Minuten später derjenige von Llewelyn registriert. Tommy Rose, der nach Mitternacht über der ägyptischen Metropole seine Kreise zog, beschädigte bei der Landung das Fahrgestell seines Apparates und musste aufgeben. Die nächsten, diesmal fakultativen Zwischenlandungen wurden aus Khartum gemeldet. Dort verabschiedete sich nach Brennstoffaufnahme der Spitzenflieger Halse um 01.14 Uhr. Clouston, der kurz vor 3 Uhr niederging, sah sich wegen eines Bruches der Oelleitung gezwungen, einen längeren Halt zu Reparaturzwecken einzuschalten. Um 5.45 Uhr nahmen Scott und Llewelyn neuen Brennstoff auf und machten sich alsdann wieder auf den Weg nach dem 5784 Kilometer entfernten Ziel. Um 5.55 Uhr landete Captain Halse in Kissumu (Kenia), um eine halbe Stunde später nach Mbeya (Tanganyika) weiterzufliegen, wo er 12.10 Uhr nach zehnminütigem Aufenthalt in Richtung Salisbury entschwand. Er befand sich somit um diese Zeit an der Spitze der fünf noch im Rennen verbliebenen Konkurrenten. Jäher Abschluss. Wie wir kurz vor Redaktionsschluss erfahren, musste Capt. Halse, der grosse Favorit des Rennens, mit seiner Percival Mew Gull 30 km von Salisbury (Süd-Rhodesien) entfernt zu einer Notlandung schreiten, wobei sein Apparat zerstört wurde. Der Flieger kam mit leichten Verletzungen davon. Halse führt den Zwischenfall auf das unregelmässige Funktionieren der Bordinstrumente zurück. Nach seinem Ausscheiden befanden sich nur noch vier Mannschaften, und zwar Scott/Guthrie, Llewelyn/Hugesdon, Waller/ Findlay und Clouston unterwegs. Was diesen anbetrifft, ist es zudem unwahrscheinlich, dass er seinen in Khartum unterbrochenen Flug fortsetzen kann. Man hat bei seinem Motor einen Kolbendefekt festgestellt Fy. Deutschland-Staffelflug schweizerischer Sportflieger. b. Die Vorbereitung des grossen Ausland- Staffelfluges der schweizerischen Sportflieger nach Deutschland sind abgeschlossen. Auf Grund fliegerischer Erwägungen ist in der einzuschlagenden Flugroute eine Aenderung eingetreten. Der Start wurde endgültig auf Montag den 5. Oktober festgesetzt. Er wird auf dem Berner Flugplatz Belpmoos zirka 8 Uhr früh erfolgen, sofern das Wetter und Ein Cabriolet - zum Preise einer Limousine! Fabrikneue Terraplan und Hudson in gediegener Luxusausführung. Sehr wirtschaftliche Wagen mit erstklassigen Schweizer Karosserien. Günstige Eüüauschkonditionen C. SCHLOTTERBECK, AUTOMOBILE A.-G, BASEL, Tel. *24.860 - ZÜRICH, Tel. 26.964