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E_1936_Zeitung_Nr.083

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Schwierig für die

Schwierig für die Geltung und Differenzierung der Weine ist die Einleitung eines Mahles durch Cocktail, sässen Bordeaux blanc oder einen Champagner, der nicht vollständig trocken ist. Der Walliser Malvoisie, Muskateller und die übrigen schweren Sorten werden in letzter Zeit sehr gut frappiert und mit Recht auch zum Aperitif herangezogen. Man soll nie vergessen, dass alle süssen Saucen sowie Zutaten von Orangen zu Ente und Gans die Kostfähigkeit der Tafelrunde vermindern. Der kultivierte Weinkenner wacht ängstlich darüber, dass das Menü, in einer Weise komponiert wird, die geeignet ist, die Weine, die es begleiten, voll und ganz zur Geltung zu bringen, und dazu eine Reihenfolge aufweist, in welcher die leichtern, trokkeneren, säurehaltigeren Weine zuerst und die volleren, süsseren erst anschliessend serviert werden. Sehr wichtig ist auch, dass der Wein im richtigen Glas serviert wird, denn nur so kommen seine Eigenschaften am besten zur Geltung, und dadurch blüht er in seiner ganzen Schönheit auf.. Unsere leichten, spritzigen Weissweine servieren wir am vorteilhaftesten in einem weissen Kristallglas. Den Dole sowie.die fruchtigen Östschweizer Weine präsentieren wir, wie auch den Burgunder and Bordeaux, in einem feinen, dünnwandigen, wenn möglich ballonförmigen Glas. Auf diese Art enthüllt der Wein am besten seinen Charakter und verschenkt freigebig all die herrlichen Nuancen seines Bouquets und seiner Blume. Viel mehr als früher serviert man den Wein heute in grossen Gläsern. Nachdem grosse Wissenschafter, z. B. der Und wie nun vollzieht sich die Traubenlese? Vor allem durch möglichst viele Läserlüt. Denn bei der Ernte und Verarbeitung der Trauben grösserer Rebgüter muess es goo, wi d'Redli vo mene Zit in enand griffe. Das ist auch eine prächtige Gelegenheit für Schulkinder, nach Art der Heftermäitli e Batze z'verdiene: es Taglöhnli vo äim bis zu zwäine Fränkli oder im Akkord es Feufi für 4 Liter oder es Fränkli vom Zuber voll, in schlechten Jahren: vom Mannert, geschnittener Trauben. Namentlich Läsermäitli stellen sich aus dem ganzen weinlosen Seeland ein; heute auch ab em Dessebärg, dessen frühere Bewohner bloss für z'bättle sich zuechegloo häi. Die Läserlüt bewaffneten sich vormals im voruus selber mit Schäärine oder Mutze für die zääche oder zääje Elsässertraubenstiele,- lieber nun doch mit handfesten, hauige Mässer. Uusg'lachet wird, wer einen schlechten Hegel, sogar eine Giige mitbringt, die bloss sagt, statt mit einem Hieb zu schneiden. In den Jolimontgegenden werden die Trauben stets mit dem Duummenagel abg'chlemmt. Die Läser-G'schiirnli für dril z'läse: d's Laserchübeli oder -züberli oder Cesseli finden die Witere am Ort; die vom Ort sälber bringen sie mit. Und die letztern f; namentlich Schuelmäitli und unsterbliche Pasteur,' den Wein für die menschliche Nahrung als würdig erklärten Schuelbuebe, werden natürlich doch z'erst aag'stellt. Man stellt sie unter die Führung einer und ihn als gesundestes Getränk bezeichne* • ten: «Le vin est la plus saine et la plus längst bekannten und vertrauten Person aus Erwachsenen, die ebenfalls recht gern hälf.fe lääse. hygUnique de toutes les boissons », sind wir uns wohl alle bewusst, dass er, mit Mass Solche Führung ist ganz e Pflicht; .sie ist fni, frei e chlii schwer. Gilt es doch, Oornig z'haa, ohne genassen, alles andere als schädlich ist. Dort, den Kleinen d'Freüd z'verdeerbbe. Die sie jo wo der Wein am meisten getrunken wird, im scho langisch uuf'gumpet und.um enandere g'rennt Midoc, dem Land der Achtzigjährigen, beweist man uns, dass wir in Ruhe guten Wein deriiil am Määntig duet ma lääsel wi nid g'schiid u häi das Kunzärt aag'stimmt: Hü- trinken dürfen, jedoch ohne die Grenzen zu Aentlige un äntlige chuunt der Määntig a'm Moorge. Mi züntet a's Liecht aa, stäit uuf u läit überschreiten. Dann werden wir nach dem sech aa, aber dick!.Mi wäiss, warum. Mi zwängt» Ausspruch des Dichters fühlen, dass er für öppas wenigs z'Moorge zue n ihm, p'hackt sini uns Leben, Gesundheit und Freude bedeutet. Sache z'säme u luegt, obb ämmel denn d's Zwänzgi no gang im Naselumpe iig'chnüpft siig. H. Schmid, Direktor, Denn nimmt ma a'Tüüfalle i d'Hand, säit adie un Hotel Bellevue Palace, Bern. gäit — zum Räbheer? Denn wohl! Aber z'erst Mit Staunen hören viele unserer Miteidgenossen von einem Genfer Weinland. Es stimmt, noch vor •wenigen Jahren kamen die Genfer Weine in den Grosshandel, ohne dem Käufer bekannt zu sein. Das Weinland von Genf erstreckt sich über alle Hügel des Kantons. Die gesamte Oberfläche beträgt ungefähr 800 Hektaren. Was angebaut wird, das sind die grünen und rotgelben Gutedel-(Chässelas-) Reben. Im Jahre 1874 wurde Genf als erster Kanton von der Phyloxera betroffen. Doch, wie alles auf dieser Welt, hatte auch dieses Missgeschick seine gute Seite: die Weinbauern wurden dazu angehalten, die zur Wiederanpflanzung ihrer Weinberge dienenden Setzlinge einer sorgfältigen' Auswahl zu unterziehen. Die Anpflanzung erfolgt zum grössten Teil maschinell, da es schwer hält, genügend Arbeitskräfte aufzutreiben. Die Genfer Winzer lassen dem Rebbau ihre ganz •pezielle Sorge angedeihen und sind eifrige Förderer jeder interessanten Neuheit. So besuchen uns denn oft ausserkantonale oder ausländische Weinbauern, um aus unsern praktischen, langjährigen Erfahrungen zu schöpfen. Die Rebberge sind — von seltenen Ausnahmen abgesehen — wenig zerstückelt. Bei einer Oberfläche von unter 3 Hektaren spricht man von einem kleinen Weinberg. Eigentümer von 5—10 Hektaren sind nicht selten, während einzelne Weinberge noch einen grösseren Flächeninhalt aufzuweisen haben. Der Kampf gegen die Krankheiten wird mit ausserordentlicher Sorgfalt geführt. Die Hagelversicherung ist aüscmdii verbreitet, trotzdem sie nicht obligatorisch ist. ' Die Düngung ist reichlich und besteht in regelmässigem Wechsel von Viehmist und chemischen Düngmitteln. Der Wein wird nur bei den Eigentümern behandelt, die sehr gut mit den notwendigen Einrichtungen ausgerüstet sind und moderne Kelter und unterirdische Keller besitzen. In Holzbottichen von 2500 bis 8000 Liter Inhalt wird der Wein untergebracht. Seit einigen Jahren geht das Streben der Grossweinbauern dahin, in ihren Kellern mit Glasdeckeln versehene Zementkufen einzubauen, •. :; Der "Weinverkauf fand nur im Handel, in den Wirtschaften und Restaurants von Genf statt, ging doch der Genferwein nicht über unsere Grenzen. Ein Blick auf die nachstehenden, der offiziellen Statistik entnommenen Durchschnittspreise zeigt, dass sein Preis immer sehr tief war. Die -wirtschaftlichen Schwierigkeiten veranlassten eine gewisse Zahl von Weinbauern, sich zu Kellerelgenossenschaften zusammenzuschliessen. Bekanntlich wird der Kanton Genf durch den See und die Rhone in zwei Hälften getrennt. Die Gesellschaft «La Souche» erbaute 1929 auf dem linken Ufer einen solchen Genossensehaftskeller mit einem Inhalt von 670.000 Liter und einem Flaschenkeller für 35.000 Flaschen. Der zweite Keller wurde 1933 im grossen Weinberg von Satigny auf dem rechten Ufer erstellt. Der Inhalt dieses Kellers der «Mantlement de Satigny» beträgt 1.600.000 Liter nebst "einem Flaschenkeller für 500.000 Flaschen. Diese Genossenschaftskellereien verarbeiten die Trauben ihrer GenossenschafterTim. grossen und erhalten dadurch Weine von gleichbleibender Qualität, was besonders vom Kunden geschätzt wird, der auf diese Weise immer ein gleichwertiges Produkt erhält. # I '""\ Die Trauben werden in frischem Zustand in die Keller geführt, d. h. es kann keine Gärung vor dem gewünschten Zeitpunkt stattfinden. Die Weinbereitung geschieht vermittels der Hefe, wodurch ein qualitativ hochwertiges Produkt erreicht wird. Die Kellereigenossenschaften vereinigten erst nur eine kleine Anzahl von Weinbauern, doch hat der Zusammenschluss seither eine starke Förderung erfahren. Der Konsument kann sich, wenn er ein Glas Wein kostet, die verschiedenen Arbeitsprozesse und umfassenden Kenntnisse kaum vorstellen, deren Ergebnis dieses Gl*,s AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 13. OKTOBER 1936 — N c 83 feseir Von Emanuel Friedli. jetze zur Chräämeri, sig es d'Salzdante oder süsch äini. Do zieht ma d's Naselümpli füüre u nimbt das Zwänzgi us em Chnopf u säit, mi well — Schoggelaa? oder Tääfeli? Warum nid garl a mene Lääset? Do chauffe doch d'Buebe, och wenn "ne susch söttigs grosshanse nie i'n Sinn chunnt, es häärtigs Pfiffli fer n es Füüfi un es P'häckli Tuback i fer n es Zäächni, gwohnlich Buruss, Büüs oder Mariland, u mit dem letzte Feufi es Druckli Zündholzli, wenn ma die nid dahäime g'stibitzt het. So cha ma mit rüeijigem G'wüsse sich zu n ere G'chuppele Buebe g'selle, wo zimlich sicher im gliiche Runzivall sii. Jetz chöömme us de Hüüser vo de Räbheere d'Uufseeijer u täile di Lütli ii. Die näh z'sämen e Joon vö zwo Rangscheie. Bloss bi G'hüürschräbe cha denn daas es drii u druus gää; es drinn umme väspere. Aber g'suuchet dier jetz numme, wi di Lüt das Züüg aap'hackel Bi der Raben aachoo, wirt sofort die Doornvermachig wägg'risse oder d's Düürli glättig uuftoo; u wi uf ene Festung, wo z'erstüürmen isch, gäit di tapferi Schaar los. - Ai Stock um der ander wird ergriffe. Der lingg Aarm wird vo voor um ihn g'schlage, u mit dem lingge Chnäö het man em vo hinder in Eegi. Mit dem rächte Fuess verstellt man im Bode. I der föchte Hand häi si d's Mässer u trönne dem arme Buursch Gliid um Gliid abb, biss er ganz blutt isch. Jetz strecke sie e chlei ihres Chrütz. Si' g'seh darbii, wi d's G'schiirnli sich foot aafoo fülle, un der G'lusch isch daa. Si mache 's nid wi di Grosse, wo in allem läse vo jedem Trüübel d's schönste Beeri bicke. Aeine um der ander steckt d's Mässer in e Räbstickel u -langet i d's Chüübli oder was es isch un ässt un ässt, biss er fast b'bläit isch. (In italienischen Weinrevieren bekommen wenigstens die Leserinnen Mulchrätte Vorgebunden.) Denn wird wider g'lääse u wider d's Muul u der Buuch g'füllt. Denn lange d'Buebe i d'Täsche, zieh d'Pfiffli füüre, füllen ii, zünten aa u rauke wi d'Riinbuebe bis afange der B'ringst 's nüme het. Er wirt chriidewiss un wirt öppa denn dem Ueli rüeffe. Mi macht 'na denn z rapple; denn chann er denn öppa n i mene stillen Eggeli siner Schesste mache. Ains wüssen o scho di junge Lüt: dass ma nid im Tau soll Trüübel ässe. Süst gibt's Buuchweh, öppis grüüsligs. U dass ma kaini unb'räpneten ,isst, ohni si brav z'schwänke, wäiss man .00. (Schon eine Zwischenmahlzeit mit unctewaschenen Händen in den frisch g'spritzte Rabe brachte einer Frau nach zwei Tagen den Tod.) (Aus: Friedli «Bärndüsch>. A. Francke A.-G., Verlag, Bern.) Das Genfer Weinland und seine Weine Jahr 1 Durchschnittspreis pro. hl 1929 Fr. 57.— 1930 ' ' > 80.— ' 1931 > 71.— 1932 » 82.^- '» 1933 » 121.— , 1934 » 52. — 1935 » 34.50 darstellt Es ist jedoch bedauerlich,,dass, zwischen dem Erlös des Produzenten und dem vom Konsumenten bezahlten Preis ein so grosser Unterschied besteht. Diese grosse Marge ist zum Teil durch das Risiko bedingt, welches dem Handel durch die Empfindlichkeit der Ware auferlegt wird und deren Wert oft starke Schwankungen erleidet. Indessen, die ersten bescheidenen Anstrengungen sind gemacht un4 müssen weitergeführt werden, xtm den Wein der schweizerischen Weihberge ' den Konsumenten im eigenen Lande zur Verfügung stellen zu können. Der Genferwein beansprucht nicht den Ruf eines Waadtlähder- oder Walliserweines, obwohl die Ernte bestimmter Hügel in gewissen Jahren einen Vergleich damit aushalten könnte. Im allgemeinen aber handelt es sich um einen guten, leider viel zu lang unbekannt gebliebenen Wein, .dessen Preis jedermann einen Genuss erlaubt, ohne dass man allzu tief in die Tasche greifen inuss. Der Zweck dieser Zeilen, die absichtlich jeglicher Poesie entbehren, ist allein, zur Verbreitung des Genferweines beizutragen, der mehrere gute Eigenschaften aufzuweisen hat. Wie bei allen Chasselasweinen ist seine Farbe von einem gewissen Zeitpunkt an hellgelb. Der Konsument versteht es eben nicht besser, wenn er grauen Wein verlangt, der nur durch spezielles Verfahren erhältlich ist. Der Geschmack erinnert leicht an die Trauben, und ein feines Aroma verrät seine Rasse. Den Vorzug gibt man gegenwärtig einem schaumweinähnlichen Erzeugnis, d. h. jenen Weinen, die beim Füllen des Glases durch Entweichen natürlicher Kohlensäure den sog. Stern bilden. Und bei der prickelnden Würze des Weines gerät man leicht in Versuchung,' rückfällig zu werden. Damit man diese Weine schätzen lernt, werden sie in kleinen, aber tiefen Gläsern serviert, um die Klarheit und den Glanz zu unterstreichen. Sie sollen frisch, aber nicht eiskalt getrunken werden. Man kann sie ebensogut zu den Speisen wie auch zwischen den Mahlzeiten servieren, wo sie als Stärkungsmittel und stimmungschaffendes Getränk Freunde und Gastgeber erfreuen. Probieren Sie die Erzeugnisse unserer Weinberge, indem Sie von Ihrem Lieferanten oder unsern kantonalen Weinbau-Organisationen die echten Genferweine verlangen! Der Chef des Landwirtschaftswesens: J. Anken, Ing. agr. Hoch der WeinI Von Himmelshöh'n ward uns geschenkt die Rebe, Ward uns der edle Wein beschert, D'rum seien Bacchus und die Rebe Durch Zechers Lobgesang geehrt. Stimmt an, Mann für Mann, Wer den. Becher schwenken kann! Schenkt ein den Wein! Schenkt ein den Wein, den edlen wein Von der Rhone, der Aare, dem brausenden Rhein. Trinkt Wein von des Lemans grünem Strand. Vom bergumkränzten Graubündnerland, Des Jolimonts kühner, heit'rer Höh', Vom Limmatufer, vom Zürichsee, Von der Cote, dem rebenreichen Lavaux, Aus dem grünen, Thurgau so lebensfroh 1 Und purpurn rinne das Rebenblut, Gekocht in des Südens Sonnenglut, Gereift im schönen Frankenland. Italien, Spanien, am Meeresstrand! Lasst perlen und Sternen das köstliche Nass In's silberklare kristall'ne Glas. Den Becher füllt hinauf bis zum Rand, So nimmt ihn der Zecher freudig zur Hand. Geniesst ihn an Festen, beim köstlichen Mahl, Er bricht der Sorgen drückende QuaL Er gibt dem Greise die Jugend zurück, Stärkt Mannesmut, macht freier den Blick. D'rum trinkt Wein von der Rhone, der Aare, dem Rhein l Trinkt Rebenblut! Schenkt freudig ein! F. B. G. " Die Vitamine im Wein Anfangs September tagte in Wien der erste mitteleuropäische Weinkongress, der den Zweck verfolgte, Mittel und Wege zu finden, um die Lösung der gegenwärtig die Weltweinwirtschaft bedrückenden Absatzkrise zunächst wenigstens im Rahmen Mitteleuropas vorzubereiten und so zur Existenzsicherung aller am Weinbau interessierten Gruppen, die ja ein sehr wichtiges Glied der Volkswirtschaft bilden, beizutragen. Der Weinbau vieler Länder ist teils durch die Ausdehnung der Weinbaufläche, teils durch den Uebergang zur Massenproduktion, teils durch die grösseren Ernten der Jahre 1934 und insbesondere 1935 in eine ausserordentlicb. schwierige Lage geraten, weil es trotz alleil Anstrengungen nicht möglich war, die erzeugten Ueberschüsse abzusetzen. Dass sich auf diesem Ge? biet aber vieles erreichen lässt, geht aus den Erfolgen hervor, die das französische Weinbaupropagandakomitee im letzten Jahr erzielte. Obwohl ja Frankreich den höchsten Weinverbrauch der Welt aufweist — er wurde im Jahre 1931 mit 144 Liter pro Kopf und Jahr berechnet —, ist es dort gelungen, den Konsum während des Jahres 1935/36 innerhalb von sechs Monaten um 1,7 Millionen Hektoliter zu steigern, so dass sich der Weinver- brauch auf die gigantische Konsumziffer von ca. 151 Liter pro Kopf und Jahr erhöhte. Oesterreich hatte^ dagegen im Jahre 1931 einen durchschnittlichen Weinverbrauch von 20 Liter, der bis 1935 auf 15 Liter gefallen ist. Der Franzose trinkt also etwa zehnmal soviel Wein als der Oesterreicher. Der Wein ist aber nicht nur ein dem Gaumen angenehmes, sondern auch ein die Gesundheit ausserordentlich förderndes Getränk. In diesem Zusammenhang sind die Mitteilungen, die Professor Dr. Kaserer, Wien, in seinem Referat über die Angleichung und Neuordnung der Weingesetzgebung auf dem eingangs erwähnten Kongress über die Vitamine im Wein machte, von besonderem Interessse. Dass im Wein Vitamine enthalten ist, ist eine bekannte Tatsache. Prof. Kaserer führte hiefür eine Beobachtung aus dem Leben an, die er während der Hungersnot der grossen Kriegszeit in Niederösterreich gemacht hätte. Damals musste besonders gegen Winterende die Kleinbauernschaft mit einer fast vitaminenarmen Nahrung (schlechtes Roggenbrot, alte Kartoffeln, etwas Speck und Selchfleisch neben Bohnen- und Maisgerichten) vorlieb nehmen; sie legte zu dieser Zeit dem Wein und sogar dem Haustrunk (Apfelwein oder Tresterwein) einen Wert bei, wie er kalorienmässig und auch als Genussmittel nie gerechtfertigt gewesen wäre. Ein grosser Teil des Vitaminbedarfes wurde so durch das Getränk gedeckt. Wahrscheinlich ist, dass junge Weine mehrerlei und mehr Vitamine enthalten als alte Weine. Vielleicht ist, so meinte der Referent, die Abneigung vieler Weintrinker gegen überschönte und Überschuhe Weine aus der Vitaminarmut dieser zwar-meist blitzblanken, aber oft schalen Produkte zu erklären. Vielleicht ist es vom Standpunkt der Vitaminversorgung des Menschen günstiger, den Wein, insbesondere den jungen Wein, aus grünen Römern (in denen man eine leichte Trübung dos Weines nicht bemerkt) zu trinken und auf absolute Klarheit zu verzichten, als einen übermässigen Wert auf Blitzblankheit des Weines zu lesen.

83 — DIENSTAG, TS. OKTOBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE 15 Ein von Kennern sehr geschätztes Schweizerprodukt Marc de Dole ,DIVA' Auswahl alter Branntweine ROPRItTAIRES .SION LtSGRAMDS GRUB DU VALAIS Walliser Marken-weine: DÖle Chäteau La Tour (rof) Glacier Moxning (weiss) Fondant du n£tza (weiss) Paul de Torrent6, Bes., Sion (Schweiz) Reichliches Musterfläschchen gegen Einsendung von 50 Cts. in Briefmarken DISTILLER1EVALAIS ANNE S.A. SION Walliser - Qualitätsweine ce^B0NV j N SION Gegründet 1858 Mitglied des A. C. S. MARTIGNY SION RIDDES ORSÄT bonnes bouteilles MONTIBEUX . ETOILE du VALAIS . DOLE de RAVANEY / "!'!>iS& •IU .••.••• vrr •^^•'^^••^^^•*%'%-'^»-^j»^-^-^'^%^^^^^^^/^^^'^-^>^^^-^