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E_1936_Zeitung_Nr.085

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE Allgemeine Mitteilungen. Die gelb« Liste erscheint in der Regel alle Monate einmal. Aufnahmen von Occasionsfahrzeugen erfolgen kostenfrei auf Grund des von der Administration gratis erhältlichen Anmelde-Formulares. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben wird nicht übernommen, auch werden Auskünfte über ausgeschriebene Fahrzeuge von der Administration nicht erteilt, dagegen werden sämtliche Anfragen an die Fahrzeugverkäufer kostenlos weitergeleitet. Die Kontroll-Nr. ist bei jeder Anfrage deutlich anzugeben und für jedes Fahrzeug eine besondere Eingabe zu machen. Die Besitzer der Fahrzeuge sind gebeten, die auf Grund dieser Veröffentlichung verkauften Fahrzeuge zwecks Streichung in der gelben Liste sofort abzumelden. Techn, Ruitdxdhau Der Jameson-Motor. Angesichts des grossen Erfolges, den die Firma Junkers mit ihren Doppelkolbenmotoren erzielte, ist es sehr verständlich, dass das Problem von manchen Erfindern in ähnlicher Weise zu lösen versucht wird. So stellt denn der gezeigte Motor, dessen zweiter Kolben allerdings an Stelle eines Kolbens mehr die rudimentäre Form eines Steuerschiebers angenommen hat, im Prinzip nichts neues dar. Die Betätigung des Steuerkolbens erfolgt bei der gezeigten Ausführung von einer obenliegenden Steuerwelle (Hilfs-Kurbelwelle) aus auf Winkelhebel und von diesen auf die Pleuel des Steuerkolbens. Ob sich dadurch in kinematischer Beziehung irgend welche Vorteile ergeben, lässt sich ohne genauere Untersuchung nicht feststellen, dagegen ist leicht einzusehen, dass eine Placierung der Hilfskurbelwelle über dem Zylinderkopf zwecks direkter Betätigung des Steuerpleuels gar nicht in Frage kommt, weil für einen seitlichen Ausschlag desselben in der engen obern Bohrung des Zylinders einfach der Raum nicht vorhanden ist Der eigentliche Grund, warum wir gerade jetzt auf diesen Motor zu sprechen kamen, liegt darin, dass sich ein Liebhaber ein Rennchassis mit einem Motor dieser Bauart gebaut hat, das sich allerdings in manchen Beziehungen ein wenig allzustark an den Motorradbau anlehnt. Während der gezeigte Motor für Dieselbetrieb gedacht ist, wurde in dem erwähnten Chassis ein für Benzinbetrieb gebauter Typ vorgesehen, dessen Kompressor einen Ueberladedruck von zirka 0,5 Atmosphären erzeugen soll. Bei einer Drehzahl von 4800 U/Mm, soll der Motor 50 PS liefern und dies bei einem Hubraum von 526 ccm. Sein Zylinder wurde in diesem Falle liegend vorgesehen. Das ganze Antriebsaggregat mit Getriebe ist im Heck des Wagens untergebracht und treibt die Hinterachse durch eine Kette an, deren «Verdienst » es zum Teil ist, wenn die Konstruktion etwas Töff-mässig anmutet. Der Motor aber macht entschieden keinen schlechten Eindruck. _b_ T«»«kn. Frage 9983. Aluminium färben. Ist es möglich, Aluminium mit einer wirklich fest haftenden Schicht von Farbstoff zu überziehen, die mit dem Metall viel inniger verbunden ist als eine gewöhnliche Bemalung? N. Z. in H. Antwort: Vor einiger Zeit wurde ein Prozess entwickelt, um Aluminium mit einer ganz feinen Schicht von Aluminium-Oxyd zu überzieheu, das fest mit dem Metall verwachsen ist. Ihre Tiefe beträgt nur ein paar Tausendstel mm und kann dem Zweck entsprechend in gewissen Grenzen variiert werden Da diese Schicht porös ist, vermag sie Farbstoffe zu binden, die dann infolge der festen Verbundenheit von Oxydschicht und Metall auch sehr gut haften. Das Aluminium-Oxyd ist ausserordentlich hart und deshalb auch widerstandsfähig gegen Abnützung. # Frage 9984. Ventilwinkel abändern. In unsern Werkstätten haben wir viel mit dem Einschleifen der Ventile zu tun. Bei Motoren, die Ventile mit einem Sitzwinkel von 30 Grad aufweisen, gehen wir meist zu einem solchen von 45 Grad über. Wir halten dies für besser. Ausserdem trifft man diesen Winkel bei den meisten Marken an. Können dadurch irgendwelche Mängel entstehen? Unsere bisherigen Erfahrungen haben uns voll befriedigt. E. K. in O. Kauf eines gebrauchten Wagens Ganz im Gegenteil zum Menschen, bei dem sich oft unter rauher, ungepflegter Schale der prächtigste Charakter verbirgt, ist beim Auto die « Schale» von primärer Wichtigkeit. Das kommt daher, weil beim Auto mehr die Pflege, als der Charakter interessiert. Sie werden gewiss finden, dass dieser Satz eigentlich dem soeben geschilderten himmelblauen Schulbeispiel widerspricht. Doch das ist nur scheinbar, denn der Sachverständige wusste sofort, als er das Himmelblau an Stellen sah, wo es gar nicht hingehört, dass da Dinge verdeckt werden sollen, die unerfreulich sind. Glücklicherweise aber sind solche Fälle selten. Meist tritt Ihnen der Wagen in seinem natürlichen Glänze entgegen, und es ist dann oft erstaunlich, was man alles von aussen sehen kann. Der äussere Zustand. Dass man erkennen kann, ob der oder die Vorbesitzer den Wagen gut pflegen, ist wohl klar. Sie wissen ja selbst, dass Nickeiteile rosten oder blind werden, wenn man sie nicht pflegt, dass in den stillen Ecken — über den Kotflügeln, am Trittbrett, an den Kanten von Zierleisten, neben den Scharnieren, an der Regenrinne, an den Deckleisten der Türen — der Laok abblättert, wenn er nicht regelmässig mit Polituren behandelt wurde, und dass das Verdeck eines Kabrioletts Stockflecke bekommt, wenn man es nass zusammenlegt. Das sind an sich nur Schönheitsfehler, ebenso wie Flecken in der Polsterung, aber sie lassen weiter schliessen : Wer seinen Wagen aussen nicht pflegte, sorgte meist auch schlecht für die Maschine. Hatte der Wagen schon einen Unfall? Wenn Sie nicht bei einer grossen bekannten Firma kaufen, werden Sie meist einem Achselzucken begegnen, wenn Sie Garantie für «Bruch-, Riss- und Schweissfreiheit» verlangen. Das Achselzucken ist im übrigen eine durchaus anständige Handlungsweise, denn weder weiss es der Händler, noch können Sie es feststellen, ohne den Wagen in seine kleinsten Einzelteile zu zerlegen. Der verantwortungslose Händler gibt Ihnen seelenruhig die Garantie, und wenn dann wirklich etwas passiert, ist doch nichts zu holen. Da hilft nur Selbsthilfe, und diese ist mit einiger Wahrscheinlichkeit möglich, sofern der Wagen im ganzen noch seinen ersten Lack hat. (Man stellt das fest, indem man an ganz verborgenen Stellen etwas Lack mit dem Taschenmesser abblättert.) Dann untersucht man, ob der Wagen schon Lack mehr leuchtet als die übrigen — so ist schon etwas faul. Dann sucht man weiter und wird meist finden, dass die Haube, eine Tür, die Rückwand oder gar das gesamte Unterteil schon den zweiten Lack hat. Der zweite Laok fällt nie genau so aus wie der erste. Wenn man schräg gegen die Farbflächen sieht, wird man immer den Unterschied sehen. Die geringste Abweichung im Ton oder im Glanz genügt schon, um Verdacht zu schöpfen. Die technische Untersuchung. Oft ist das Alter gar nicht wichtig. Man weiss, der Wagen ist alt, hatte aber nie einen ernsten Unfall, und man will nur wissen, ob die Maschinenanlage einwandfrei ist, bzw. wieviel Reparaturkosten noch hineinzustecken sind. Jetzt hilft nur systematische Untersuchung. Wappnen Sie sich mit Geduld, sie dauert mindestens eine volle Stunde, oder Sie wissen nachher so viel wie vorher. Wir beginnen mit den lebenswichtigsten Teilen. Vorderachse und Lenkung. Wir nehmen zunächst nur das Lenkrad in die Hand und drehen bei stehendem Wagen, bis wir den geringsten Widerstand spüren. Lässt sich das Handrad um mehr als 5 Grad ohne Widerstand drehen, so ist die Schnecke oder Lenkspindel abgenutzt. Dann wird die Vorderachse hochgebockt und die weitere Untersuchung von den Rädern aus vorgenommen. Am besten nimmt man sich, wenn man nicht viel Erfahrung hat, einen zweiten Mann zu Hilfe. Zuerst lässt man ihn das Lenkrad festhalten und prüft durch Hin- und Herwackeln der Räder, ob die Gelenke des Gestänges und der Spurstange Spiel haben. Dann fasst man jedes Rad für sich mit der linken Hand oben und mit der rechten unten an und wackelt in senkrechter Ebene. Hierbei wird die Luft in der Radlagerung (die meist durch Nachstellen zu entfernen ist) und im Lenkbolzen fühlbar. Der zweite Mann beobachtet dabei genau, an welcher Stelle die Lagerung lose ist. Sie ist nur dann gut, wenn das Rad keine sichtbaren Seitenbewegungen macht und Sie nur einen ganz kleinen Ruck in der Hand spüren. Ob die Räder richtig stehen, können Sie nur mit vernickeltem Augenmass sehen, da Sie doch keine Messinstrumente dafür in der Hand haben. Aber das spüren Sie zum Schluss bei der Fahrprü- Wie alt ist der Wagen ? Was nützt es Ihnen, wenn Sie wissen, dass Sie ein Modell 34 vor sich haben. Ein Modell 34 kann 15,000 km gefahren sein, es kann aber auch schon 60,000 km auf dem Buckel haben. Ein Blick auf den Tachometer zeigt 9600, und der Verkäufer erzählt Ihnen, der Wagen habe 1% Jahre wegen Erbschaftsstreit gestanden und sei daher wie neu. fung. Beim Freihändigfahren muss der Wagen schnurgeradeaus laufen. Dann ist es gut. Können Sie es nachprüfen ? Gewiss! Mit ziemlicher Genauigkeit. Der Zustand des Daches, der Scheinwerfer, der Türgriffe, der Trittbretter, des Handrades, des Schalthebels, des Polsters des Führersitzes und der Bereifung gibt die Antwort. Ein Wagen, der erst 15,000 oder 20,000 km der Sonne, und dem Regen ausgesetzt war, hat ein Dach, dessen Lack wie neu aussieht. Allmählich aber bilden sich über die ganze Fläche feine Haarrisse und ein alter Karren sieht von oben aus wie ein Beefsteak. Der Staub der Landstrasse wirkt auf die Scheinwerfer wie ein Sandstrahlgebläse. Sehen Sie einmal genau auf die Aussenkanten der Ringe, die das Glas einfassen. Schimmert das Messing durch, so dürfen Sie ruhig «aha> denken. Die feuchten oder schmutzigen Hände des Fahrers nutzen in schöner Gleichmässigkeit die Türgriffe, den Kranz des Handrades und den Schalthebel ab, die Hosen des Fahrers reiben auf der Polsterung und die Schuhsohlen auf den Trittbrettern, Da kann auf dem Tachometer stehen, was da will, der erfahrene Fachmann fühlt fast auf 5000 km genau, wieviel der Wagen hinter sich hat. Die Bereifung gibt ihm schliesslich die Bestätigung. 25,000 bis 30,000 km darf man für einen Satz Bereifung rechnen und nicht alle Reifen sterben durch Nägel oder andere Verletzungen einen frühzeitigen Tod. Ist das Profil des Reifens noch voll vorhanden, so ist der Wagen nicht mehr als 15,000 km gefahren oder... es ist die zweite Garnitur drauf und man muss mit 35,000 bis 40,000 km rechnen. 1 Der Motor. Die Untersuchung des Motors erfordert am meisten Sachkenntnis. Die Probefahrt, guter Anzug, flotte Bergsteigfähigkeit und ruhiger Gang sagen noch nicht alles. Mehr erfahren Sie, wenn Sie den Motor im Leerlauf befragen. Meist ist der Leerlauf ein bisschen flott. Dann regelt man ihn an der Anschlagschraube des Vergasers soweit herunter, wie es nur eben geht. Kommt er dabei in ungleichmässigen Gang, so sind die Ventilführungen ausgeschlagen. Jetzt plötzlich den Vergaser aufgerissen! Bums, gibt es einen Rückschlag in den Vergaser, und der Motor steht. Das ist das Zeichen dafür, dass es bald neue Ventile und Ventilführungen kosten wird. Kolbenklacken (nur im Leerlauf hörbar) bei sonst guter Leistung bedeutet, dass die Kolben und Zylinderführungen schon reichlich abgenutzt sind, dass der Verkäufer aber neue Kolbenringe aufgelegt hat Das ist ein Verschleierungs versuch und Vorsicht ist am Platze. Ausschleifen und neue Kolben sind nicht billig. Verbrannte Kolben und festklebende Ringe erkennt man daran, dass bei flottem Leerlauf (der zweite Mann tritt ein bisschen aufs Gaspedal) Oelwolken stossweise aus dem Einfüllstutzen kommen. Auf ebener Fahrt geht's dabei trotzdem recht flott und nur bei Steigungen macht der Motor schlapp. Bei einschleifbedürftigen Ventilen zieht dagegen der Motor auch nicht in der Ebene. Getriebe und Achsantrieb. Da der Verkäufer doch nicht den Getriebedeckel entfernt und Sie hineinsehen lässt, sind Sie bei der Prüfung des Getriebes auf Ihr Gefühl bei der Fahrprüfung angewiesen. Abgeschaltete Zahnflanken können Sie dabei allerdings nicht feststellen, aber das ist auch gar nicht so wichtig, wie oft gedacht wird. Dagegen fühlen Sie ganz genau an. der Art des Schaltwiderstandes und an einem ganz feinen Ruck in der Hand, ob die Lagerungen der Hauptund der Nebenwelle in Ordnung sind. Die Luft in den Kardangelenken und im Hinterachsantriebe prüft man bei stehendem Wagen, indem man ein Hinterrad hochhebt und einen Gotriebegang einschaltet. Beim Drehen des Hinterrades ist nacheinander die Luft im Achsantrieb und in den Kardangelenken fühlbar. Durch Hinund Herwackeln dee Hinterrades prüft man gleichzeitig, ob die Lagerung des Rades fest ist. Auch bei der Prüfungsfahrt ist der Zustand von Hinterachse und Kardanwelle feststellbar. Gibt's beim plötzlichen Bremsen und Wiedergasgeben einen hörbaren Ruck im Antrieb, so ist zuviel Luft vorhanden. Bei Luft im Achsantrieb fangen die Kegelräder an zu singen und bei Luft in den Gelenken ist die Kardanwelle nicht mehr zentrisch und bringt den ganzen Wagen ins Zittern. Die Bremsen. Was nutzt der schönste Wagen, wenn er nicht anständig bremst. Alle vier Räder müssen genau gleichmässig ziehen. Der Wagen darf sich nicht einen Millimeter, aus der Geraden entfernen, wenn Sie die Hände vom Lenkrad nehmen und plötzlich scharf das Bremspedal treten. Abgenutzte Beläge oder abgenutztes Gestänge erkennt man daran, dass der Fuss einen langen Weg zurücklegt, ehe die Bremse greift. Auf klappernde Karosserien, quietschende Türen und Federgehänge braucht man ja nicht extra aufmerksam zu machen. Die hört auch der Laie und möchte schnell wieder aus dem Wagen hinaus. einmal einen ernsten Zusammenstoss hatte. War das der Fall, so lässt man besser die Hände davon. Erkennen kann man den ge- Ebenso muss man alle elektrischen Apparate und alle Scheinwerferschaltungen durchprobieren. wesenen Unfall an den Kotflügeln und am Das sind ungefähr die wichtigsten Dinge, Lack. Wurde schon einmal ein Kotflügel erneuert — man erkennt es daran, dass sein zu achten auf die man beim Kauf eines alten Wagens hat. DIENSTAG, 20. OKTOBER 1936 — N° 85 Antwort: Durch diese Abänderung können sich die Strömungsverhältnisse in der Ventilgegend und damit möglicherweise auch die Leistung ein wenig verändern, ebenso wie die Wärmebeanspruchungen der Ventile. Doch werden solche Veränderungen so klein ausfallen, dass sie aller Voraussicht nach überhaupt nicht bemerkt werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass die Arbeit sauber ausgeführt wird und die Abmessungen der Ventile diese Modifikation nicht verunmöglichen. # Frage 9985. Eignung des Holzgases als Triebstoff. Eignet sich das Holzgas, um Strecken von mehreren hundert km wirtschaftlich zu fahren? Um wieviel Prozent fällt die Nutzlast beim Einbau eines Holzgasgenerators? Wieviel Holz braucht man pro PS/Std.? Entstehen beim Einbau hohe Kosten? E. N. in K. Antwort: Man kann mit Holzgas auch grosse Strecken zurücklegen, wenn man einen genügenden Vorrat an Holz mitnimmt oder unterwegs neues Holz «tanken» kann. Die Nutzlast fällt bei einem 3 - Tonnenwagen durch den Umbau um zirka 10 Prozent. Pro PS/Std. braucht man zirka 0,75 kg lufttrockenes Holz. Die Kosten des Einbaus betragen einige hundert Franken, da je nach der Bauart des Wagens eine Abänderung der Fuhrerkabine oder der Ladebrücke notwendig ist. -b- Frage 9986. Umstellung auf einen Ersatzbrennstoff. Um nicht mehr von dem durch den übermässigen Benzinzoll für mich unerschwinglich gewordenen Benzin abhängig zu sein, möchte ich den Schiebermotor meines Wagens auf einen andern Brennstoff umstellen. Was für ein Brennstoff würde sich hiefür eignen? Was für Aenderungen müssten am Motor vorgenommen werden? Um wieviel würde eich der Betrieb verbilligen? Würde der Motor dadurch keinen Schaden nehmen? Erwähnen möchte ich noch, dass für meineti Zweck ausschliesslich längere Fahrten in Betracht kommen. In der Stadt fahre ich nur ausnahmsweise. P. F. in S. Antwor.t: Wir nehmen an, dass es Ihnen nicht nur darauf ankommt, alles eingerechnet billig zu fahren, sondern dass der Umbau angesichts des Alters des Wagens auch möglichst billig ausfallen soll. Prinzipiell gibt es heute wohl keine Brennstoffe mehr, die nicht irgendwo für das Automobil verwendet würden. Nur benötigt man bei festen oder gasförmigen Treibstoffen einen grösseren Umbau als bei der Anpassung des Motors an einen billigeren, flüssigen Brennstoff. Sollten Sie trotz-*, dem die Verwendung eines festen Treibstoffes, wifc Holz etc. in Betracht ziehen, so sind wir gern auch zu einer diesbezüglichen Auskunft bereit, ebenso wenn Sie statt des Vergasermotors einen Personenwagen-Dieselmotor einbauen wollen. Unter den flüssigen Brennstoffen für Vergasermotoren kommt für schweizerische Verhältnisse am ehesten Motoren-Petrol in Frage, das lediglich den Einbau eines Petrolvergasers nebst dem nötigen Zubehör bedingt. Zum Anwärmen betreibt man den Motor mit Benzin, um dann nach kurzer Zeit auf Petrolbetrieb umzuschalten. Besonders empfehlenswert sind Systeme, die auch im Leerlauf automatisch auf Benzinbetrieb übergehen. Eine schädliche Schmierölverdünnung wäre unter den erwähnten Betriebsbedingungen und bei Verwendung eines Petrolvergasers. der die obigen Merkmale aufweist, nicht zu befürchten, es sei denn, dass man die Vorschriften des Fabrikanten nicht einhält. Zum Anwärmen des Motors und für den Leerlauf wird man zweckmässig den vorhandenen Benzinvergaeer weiter verwenden. Neu müssta ein kleiner, zusätzlicher Benzintank vorgesehen werden, da der Hauptbehälter nun für das Petrol benötigt wird. Und schließlich wird möglicherweise je nach dem Petrolvergaser-System eine leicht^ Verminderung des Kompressionsverhältnisses notwendig, was wir allerdings bei diesem Wagen nicht für wahrscheinlich halten. -b- Purist. SpaauedtJ Anfrage 623. Kolleg« vom Volant macht sich nach Zusammenstoss dünn. Kürzlich parkierte ich meinen Wagen und fand bei der Rückkehr, das» ein Kotflügel arg eingedrückt und gerissen war. Glücklicherweise hatte ein Augenzeuge den Vorfall bemerkt und mir einen Zettel in den Wagen gelegt mit den nötigen Angaben über den Wagen, der den Kotflügel so übel angerannt hatte. Da ich auf verschiedene Vorstellungen bei dem betr. Wagenbesitzer keine Antwort erhielt, leitete ich Betreibung auf die Reparaturkosten von 35 Fr. ein, die ich hierauf auch erhielt. Allerdings sind hierin die Betreibungs- und Anwaltskosten von 1.50 und 12 Fr. nicht inbegriffen. Es scheint mir nun ein Unrecht, dass ich diesen, wenn auch geringen Betrag doch noch selbst zahlen soll. Was soll ich unternehmen? O. R. in F. Antwort: Wir halten dafür, dass der fragliche Führer zur Erstattung der Anwaltskosten verpflichtet ist, da er durch sein Stillschweigen und sein vorheriges schuldhaftes Verhalten den Beizug eines Anwaltes verursachte. Immerhin muss darauf hingewiesen werden, dass durch die event Einklagung dieser Anwaltskosten wiederum neue Spesen entstehen und es erscheint als sehr fraglich, ob der Friedensrichter eine Prozessentschädigung zusprechen wird, die zur Deckung dieser neuen Spesen ausreicht. Dagegen würden wir Ihnen empfehlen, an den Mann zu schreiben, dass. wenn er sich nicht zum Ersätze der Ihnen entstandenen Anwaltsspesen bereit erkläre, Sie andererseits auch kein Interesse an seiner weitern Schonung hätten und dass Sie bei der Polizei Anzeige erstatten würden. Gemäss Art. 36 des MFG ist ein Fahrer verpflichtet, sofern er Sachschaden verursacht, entweder der geschädigten Person seinen Namen und Adresse bekannt zu geben, oder aber der nächsten Polizeistation Meldung zu machen. Die Fälle sind ja ausserordentlich häufig, wo beim Parkieren andere Wagen beschädigt werden, ohne dass es die betr. Führer für notwendig erachten, den Geschädigten zu verständigen. Meist ist es, wie in Ihrem Falle,- einem Zufall zuzuschreiben, dass der Haftbare ermittelt werden kann. Wir sind durchaus nicht dafür, daes Motorfahrzeugführer sich gesenseitig bei der Polizei verzeihen, aber diese Fäll» machen eine Ausnahme. Solch unanständiges Verhalten gehört u, E. in jedem Falle verzeigt und es ist durchaus angebracht, dass solche Fahrzeuel»nker in Busse verfällt werden.

N° 85 — DIENSTAG, 20. OKTOBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE MODERNER KAROSSERIEN niess es im Karosseriebau vor gar nicht alfeulanger Zeit noch -. « Am Anfang war das Chassis...», auf das dann der Karossier mit möglichst viel Geschick einen bequemen Wagenkasten aufbauen sollte, so hat sich seither viel geändert. Gerade die Fabrikation in grossen Serien, die es notwendig macht, dass auch die Karosserien bis ins hinterste Detail im Konstruktionsbureau entworfen werden, führte dazu, dass die Gesichtspunkte sich stark gewandelt haben. Die Vereinigung von Chassis- und Karosseriebau unter einen Hut ist dem Wagen zweifellos sehr gut bekommen. Die Einheitlichkeit des Willens und die vermehrte Unterordnung unter das gemeinsame Ziel haben dazu geführt, dass die Karosserie viel folgerichtiger geplant werden kann als früher. Bestimmend für den Aufbau ist nun nicht mehr das Chassis, sondern vielmehr die Insassen, um die herum die Karosserie, ja der ganze Wagen überhaupt entworfen wird. Die Konstruktion beginnt also mit der Festlegung einer bequemen Sitzstellung für den Fahrer und die Passagiere. Die früher fast senkrechte Haltung ist einer ziemlich stark nach hinten geneigten Lage gewichen, die den Fahrkomfort erhöht, besonders wenn das Rückenpolster auch für genügende Unterstützung in der Kreuzgegend sorgt. Die Abmessungen der Sitze und speziell des für das gelegentliche Recken der Beine auf längeren Fahrten zur Verfügung stehenden Raums wechseln natürlich je nach den Dimensionen des Wagens. Für vier Personen — oder beim neuesten Liliputaner unter den Automobilen für deren zwei — reicht beim Kleinwagen der Platz vollkommen aus, wenn auch das Reisen über grosse Strecken bei voller Besetzung naturgemäss mehr ermüdet als im komfortablen, grossen Fahrzeug. Um einige Minima festzulegen, die ohne Beeinträchtigung des Komforts nicht unterschritten werden sollen, kann man sich ungefähr an folgende Maße halten: Ueber dem unbedeckten Kopf sollte noch eine « Sicherheitsmarge » von etwa 15 cm bis zur Decke vorhanden sein, damit nicht die Baskenmütze die einzig mögliche Kopfbedeckung darstellt, die man im Wagen gerade noch tragen kann! Die Engländer verlangen sogar, dass sie im Wagen den Zylinder aufsetzen können, ohne ihn bei einem gelegentlichen Hopser einzustauchen. In diesem Falle sind allerdings auch 15 cm noch reichlich knapp bemessen. Uebrigens versteht sich dieses Mass nicht senkrecht nach oben, sondern in der Neigung des Körpers gemessen. Bei einer Person von etwa 175 cm Körperlänge entspricht dies einem Abstand zwischen eingedrücktem Sitzpolster und Decke von rund 105—107 cm. Fast ebenso wichtig für die Behaglichkeit ist ein reichlich bemessener « Beinraum ». Bei sehr niedrig gebauten Wagen hat es nämlich für die Passaglere im Fond seine Schwierigkeiten, die Fußspitzen unter das Sitzpolster der vordem Sitze zu schieben. Wenn also die Polsterober« kante » nur etwa 25—30 cm über den Boden hinaufragt, so müsste immerhin mit einem kürzesten Abstand zwischen hinterem Sitzpoilster und Rücklehne des vordem Sitzes von ca. 40 cm gerechnet werden, während man anderseits bei einer Sitzhöhe von 40 cm schon mit einem entsprechenden Abstand von 25 cm vollständig auskommen kann. Wer freilich zu den — wie es im Kleidergewerbe heisst — «weniger gangbaren Uebergrössen » gehört, der wird sich auch bei diesen Dimensionen noch nicht so recht behaglich fühlen, die in der mittleren Wagenklasse üblich sind und sich deshalb eher den grossen Wagen zuwenden. Mit der Erörterung der Stzbreite schneiden wir ein heikles Kapitel an. Seitdem die mittleren und kleinen Wagen so geräumig geworden sind, dass vier Personen darin mit genügendem Ellbogenraum Platz finden, hat sich die Notwendigkeit ergeben, die grossen Fahrzeuge so breit zu bauen, dass sie 5—6 Sitzplätze boten, wobei der niedrigere Wert für unser Land gilt, während man in Staaten, wo ein gewisses «Laisser aller» von der hohen Obrigkeit gewahrt wird, auf die höhere Sitzzahl kommt. Bei uns besteht ja bekanntlich die Bestimmung, dass die Sitzbreite pro Person auf der vordem Sitzbank 45 cm — für drei Personen also insgesamt 135 cm — ausmachen soll. « Omnibusse » aber mit derartigen Dimensionen sind vorderhand noch sehr selten. Bei der hintern Sitzbank genügt anderseits schon eine bedeutend geringere Breite, um bequem drei Personen unterzubringen, wobei wir allerdings nicht davon ausgehen, dass es sich, gerade um lauter Schwergewichtler handle. 120 cm ist ungefähr das Mass, das in grossen Wagen zur Verfügung steht. Was es nun mit der Heikelkeit dieses Kapitels auf sich hat ? Nun, in England und Amerika rechnet man allgemein mit einer Sitzbreite von 40 cm, und wenn es hoch kommt 42, bei uns aber wird behördlicherseits ein Mass von 45 cm als notwendig erachtet ... Nachdem nun alle wichtigen Dimensionen in der abgegebenen Weise festgelegt sind, wobei ein besonderes Augenmerk der Bequemlichkeit des Führersitzes gilt, der sich durch Verstellbarkeit auszeichnen muss, kann der Konstrukteur dazu übergehen, die Lage der Achsen und des Antriebsaggregates festzulegen. Er-entscheidet sich über die Art des Motors, ob Linien-, raumsparende V* oder Boxer-Bauart in Frage kommt, ob mäh die Hinterachse antreiben will und vielleicht den Motor auch gleich nach hinten verlegen soll, oder ob ein Vorderradantrieb die beste Lösungsmöglichkeit bietet. Dieser, sowie der Heckmotor ergeben auch bei tiefer Bodenlage einen ganz ebenen Wagenboden, weil der Tunnel für eine Antriebswelle wegfällt. Die Achsen wird man heute allgemein so verlegen, dass die Passagierplätze zwischenhinein in die « Komfortzone » zu liegen kommen, was nicht zuletzt der Stromlinienbehandlung des Hecks und dem Kofferraum zugute kommt. Jetzt tritt der Karossler in Tätigkeit, dem die Aufgabe obliegt, die ganze Angelegenheit in ein fesches Stromlinienkleid zu stecken. Er muss Künstler und Techniker in einer Person sein, denn die Karosserie soll Dass das französische Landwirtschafts- Ministerium im Interesse der nationalen Wirtschaft eine Aktion zugunsten der vermehrten Verwendung von Motorfahrzeugen mit Gasgeneratoren eingeleitet hat, da es nach angestellten Berechnungen möglich sein sollte, mehr als 100 000 Wagen mit Holz zu betreiben, ohne die Wälder zu schädigen. Dass bei Camp Custer im Staate Michigan (U.S.A.) Manöver vorgesehen seien, bei denen neben motorisierter Artillerie auch starke Artillerie-Abteilungen mit Pferdezug teilnehmen sollen, um die Ueberlegenheit der einen oder andern Traktionsart praktisch unter Beweis zu stellen. Von einem neuen Stähl für permanente Magnete, der seine Magnetisierung sehr lange beibehält und aus einer Legierung von Aluminium, Kobalt und Nickel besteht, die ihre günstigen Eigenschaften nach einer speziellen Wärmebehandlung annimmt. In Honolulu verwende man den Pazifischen Ozean als Auto-Friedhof. Von einer sehr starken Vergrösserung der Packard-Werkstätten, da man nach dem Erscheinen der neuen Modelle mit einer wesentlichen Zunahme der Produktion rechnen kann. Dass in U. S. A. auf je vier Automobile nur ein Velo im Gebrauch steht, während andererseits in Italien auf jedes der 400 000 Motorfahrzeuge zehn Velocipedisten die Strassen unsicher machen. Es seien an der Olympia-Ausstellungshalle Umbauten im Werte von nahezu^ 4 Millionen Franken vorgenommen worden. Dass die amerikanischen Gangster einen neuen Erwerbszweig entdeckten, der darin besteht, Verunfallte irgendwelcher Art an eine wenig befahrene Strasse zu transportieren und darauf einem gelegentlich vorbeifahrenden Polizisten zu bezeugen, dass der Betreffende von einem Wagen — möglichst dem schönsten, der vorbeikam — angefahren wurde, worauf der «Geschädigte» in den Genuss der Verslcherung gelangt. Electric - Service für Motorfahrzeuge C. 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