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E_1936_Zeitung_Nr.086

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senlasten übrigens wohl

senlasten übrigens wohl gerade nicht zum kleinsten Teil an der Neuorientierung der schweizerischen Wirtschaftspolitik Schuld haben dürften, erneut hinauszuzögern ! Zwar hatte inzwischen ein Departementsentwurf für einen dringlichen Bundesbeschluss hinsichtlich Transport von Personen und Gütern mit Motorfahrzeugen das Licht der Welt erblickt. Dass die Ueberzeugungskraft dieser Vorlage jedoch einiges zu wünschen übrig Hess, geht schon daraus hervor, dass nun nach einjährigem Studium der Verkehrsteilungsmaterie, als letzter Ausweg aus der Sackgasse, der Weg der Dringlichkeit beschritten werden soll. Wer begreift es nicht, wenn Handel, Industrie und Gewerbe den vom Vorsteher des Eidg. Eisenbahndepartements in Vorschlag gebrachten Pfad zum vornherein als ungangbar ablehnen? Weniger verstand-, lieh scheint uns die ebenfalls ablehnende Stellungnahme des am 19. und 20. Okt. a. c. in Bern zusammengetretenen Verwaltungsrates der Schweiz. Bundesbahnen in gleicher Sache. Wie von gut informierter Seite verlautet, soll sogar im Schosse dieses Gremiums die in der Departementsvorlage enthaltene Verkehrsabgabe auf taube Ohren gestossen sein! Weshalb diese, den motorisierten Strassenverkehr endgültig abwürgende Bestimmung keine Gegenliebe fand, entzieht sich unserer Kenntnis. Oder sollte am Ende der mit 10 zu 4 Stimmen gefasste Vorschlag: Verbot aller Automobilwarentransporte über die 25-km-Zone hinaus dadurch etwas schmackhafter gemacht werden? Es ist so — der Verwaltungsrat der Schweiz. Bundesbahnen gibt sich in seiner grossen Mehrheit der trügerischen Hoffnung hin, vermittelst eines solchen, milde ausgedrückt, sehr naiven, wirklichkeits- und wirtschaftsfremden Vorschlages das Verkehrsteilungsproblem lösen zu können. Dass endlich Ordnung in das schweizerische Verkehrschaos gebracht werden muss, begreift man allseits. Dass sich diese Regelung jedoch nach dem monopolistischen Rezept des Verwaltungsrates der SBB durchführen lasse, bezweifeln wohl kaum nur wir. Die bisherigen Ergebnisse der Verkehrszählunng bzgl. Strassentransporte reden nämlich eine Sprache, die, trotzdem man sie in Bahnkreisen nicht gerne hört, an Deutlichkeit nichts zu wünschenübrig lässt; sie allein vermitteln ein Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen und nicht der bahnseits gewünschten utopistischen Verhältnisse. Wohl nicht nur die am motorisierten Strassenverkehr direkt interessierten Kreise werden sich höflich dafür bedanken,! dass ein Verwaltungsrat, der zuhanden des Bundesrates, in der nämlichen Sitzung, einem Voranschlag für das Jahr 1937 mit einem Defizit von 79,170,000 Fr. zustimmt, seine Geschäftsführung nun auch noch auf die Strasse ausdehnen will. Enger Verbundenheit mit dem Volke rühmen sich diese Herren bei allen möglichen Gelegenheiten jedenfalls zu Unrecht, denn einmal widerspricht eine solche monopolistische Bequemlichkeitslösung dem Volksentscheide vom 5. Mai 1935, dann aber kommt sie einer Verhöhnung der nach den Abwertungsmassnahmen einzuschlagenden Wirtschafts- und Verkehrspolitik gleich. •Das Bundeshaus selbst behauptet, alles vor-: zukehren, um eine wesentliche Steigerung der Lebenskosten zu verhüten. Die Unterbindung des motorisierten Lastwagenverkehrs, als Auftakt zur Drosselung des privaten Personenautomobilverkehrs, bedingt aber unweigerlich ein empfindliches Anziehen der Lebenskosten, würde doch die Macht der Bahnen als Tarifdiktatoren neuerdings unbeschränkt. Bundesrat sowohl als Bundesversammlung erklärten Ende September feierlich, die Abwertung des Schweizerfrankens habe einzig und allein der ' Krisenüberwindung im Wirtschaftsleben zu dienen. Export und Fremdenindustrie seien als Schlüsselstellungen zu fördern, unci zwar aus wirtschaftlicher, bevölkerungs- und staatspolitischer Notwendigkeit. Und nun tür-, men die Eisenbahngewaltigen diesen Bestrebungen bereits neue Hindernisse in den Weg! Ob sie es nun wahr haben wollen oder nicht, einmal mehr sei festgestellt: Die übersetzten Beförderungskosten der Bahnen bedeuten eine bedenkliche Im Juli 1935 wollte der Autofahrer D. aus einer von Anglikon herkommenden Nebenstrasse auf die Ueberlandstrasse Lenzburg- Wohlen einbiegen, die er nachher zur Fahrt nach Wohlen zu benutzen gedachte. Der Strasseneinmündung näherte sich von fLenz* burg her auf der Hauptstrasse ein,in de? Richtung nach Wohlen fahrendes Auto mit grosser Geschwindigkeit. D. konnte, noch vor dem Eintreffen dieses Wagens in die Hauptstra'sse einbiegen, wurde aber 22 m weiter vorn von dem ihn einholenden Wagen des J. von hinten angerannt; J. hatte zwar etwa?20 Meter vor der Einmündung der Nebensträsse; Bremse in Tätigkeit gesetzt, vermochte aber einen Zusammenstoss nicht mehr zu verhindern. Das eidg. Automobilgesetz bestimmt in Art. 27, Absatz 2; «Werden bestimmte Strassen als Hauptstrassen gekennzeichnet, so hat das auf der Hauptstrasse verkehrende Motorfahrzeug den Vortritt; das aus der Nebensträsse kommende Motorfahrzeug hat die Geschwindigkeit zu massigen.» Das aargauische Obergericht entschied, dass D. gegen dieses Gebot verstossen habe, als er noch vor dem rasch heranfahrenden Wagen des J. die Einfahrt in die Hauptstrasse erzwingen wollte. Es verurteilte D. wegen Verletzung des Vortrittsrechtes zu 20 Fr. Busse, sprach dagegen J. frei. — Der Verurteilte verlangte in einer beim Bundesgericht eingereichten Kassationsbeschwerde seine Freisprechung und die Verurteilung des J.; indöm er behauptete, das Vortrittsrecht nicht verletzt zu haben, da sein Wagen nicht' gleich-; zeitig mit demjenigen des J., sondert - Vor! diesem an der Einmündung eingetroffen s*ei. Der Kassationshof des Bundesgerichts hat diese Beschwerde abgewiesen, da sie von einer allzu engen Auffassung des Vortrittsrechtes ausgeht. Hätte J. nicht schon-vorder AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 23. OKTOBER 1936 — N° 86 Fessel für "Handel, Gewerbe und Industrie. Diese Fesseln aber müssen fallen, und zwar im Interesse des ganzen Landes und nicht zuletzt in demjenigen der Eisenbahner selbst. Nur wegen der misslichen Lage der Schweiz. Bundesbahnen wird man an diesen bittern Notwendigkeiten, die eine allgemeine und höhere Forderung verkörpern, nicht vorübergehen können. • Noch nie war der Ruf nach Ermässigung der unerträglich gewordenen Fiskaltasten so laut und berechtigt als heute, im Momente der Neuorientierung unserer Export- und Inlandwirtschaft. Nicht nur verlangt die neue Situation die unverzügliche Herstellung des Oleichgewichts im Haushalte von Bund, .Kantonen und Gemeinden, sondern es ist in erster Linie auch derjenige der Schweiz. Bundesbahnen in Ordnung zu bringen. Nur so';wird die Wirtschaft von der Bevormundung* und Bevogtung, aber auch der Stützung durch den Staat befreit. Einzig der Abbau allzu freigebig verteilter Unterstützungsgelder bei parallelgehender Durchführung tatsächlicher, nicht nur papierener Sparmassnahmen bei Staat und SBB führt zum Ziele. Die Forderungen unserer Wirtschaft vermag jedenfalls weder dieser Departements^ entwurf über die neue Automobiltransportordnung noch,,der „Krähwinklervorschlag des SBB-Verwaltungsrates zu befriedigen. Eine annehmbare Verkehrsteilung wird sich überhaupt nur in Verbindung mit einer gleichzeitigen Sanierung und Reorganisation der schweizerischen Bundesbahnen durchführen lassen. Jahrelang ging es wirtschaftlich abwärts. Die »Abwertung hat uns eine Chance in die Hände gespielt — mehr nicht —, um den weitern Zerfall aufzuhalten. Davon aber, dass die Abwertung die wirtschaftlichen Probleme oder die Bundes- und Privatbahnmisere der Lösung näher gebracht habe, kann nicht die Rede sein. Möchten doch alle Schichten unseres Volkes sich darüber klar sein, der SBB- Verwaltungsrat miteinbezogen, dass nicht der 26-September, 1936 entschied, ob die Abwertung ein Treffer oder ein Missgriff sei, sondern dass erst die kommenden Monate erweisen werden, was wir gewählt: den ersten Schritt auf dem Wege einer wirtschaftlichen Erholungsperiode oder denjenigen auf der Bahn rettungslosen Niedergangs. Kann schon unsere' Wirtschaft nur in freier Atmosphäre gedeihen, um wieviel hemmender müssen sich dann monopolistische Tendenzen erst auf dem Gebiete des Verkehrs auswirken. Man raffe sich endlich auf und stelle die Weiche auf «freie Fahrt» im Sinne einer angemessenen Teilung des Verkehrs zwischen Schiene und Strasse. Das Volk erwartet Entschlüsse, aber frei von Dringlichkeitscharakter und monopolistischem Einschlag! Speziell hinsichtlich des Reorganisationsprojektes der SBB wird seine Forderung nach der erlösenden Tat immer gebieterischer. Unbenutzt hat der Chef des Eidg. Post- und Eisenbahndepartem^nts die Herbstsession verstreichen lassen — soll die Dezembersession dasselbe negative Ergebnis zeitigen? Vortrittsrecht der Hauptstrasse (Aus dem Bundesgericht.) Einmündung der Nebensträsse scharf gebremst, so wäre er gleichzeitig mit D. daselbst angelangt und hätte dessen Wagen schon beim Einschwenken in die Hauptstrasse er.fas.st. Wenn das Vortrittsrecht bei gut .übersichtlichen Einmündungen nicht seinen Sinn verlieren soll,-so muss dem Vortrittsberechtigten nicht zugemutet werden, wegen .eifies nicht vortrittsberechtigten Fahrzeuges zu verlangsamen. Ein gleichzeitiges Eintreffen jst schon da anzunehmen, wo der Vortrittsberechtigte die Fahrt nicht ungestört hätte.*"- 1 fortsetzen können,, ohne mit einem kreuzenden, öder einschwenkenden Fahrzeug zusammerizustossen. Dies trifft auch dann zu, wenn der einschwenkende Wagen zwar noch vor dem Vortrittsberechtigten seine Bahn auf der Hauptstrasse gewinnt, aber des geringen Abstandes wegen nicht mehr Zeit hat, sein Tempo zu beschleunigen oder dem Vortrittsberechtigten die Bahn zum Vorfahren freizugeben. Der aus einem Seitenwege Kommende muss also der Geschwindigkeit des Vortrittsberechtigten Rechnung tragen; fährt der letztere ein nach den Stressen- und Verkehrsverhältnissen übersetztes Tempo, macht er sich damit einer Widerhandlung gegen Art. 25 M. F. G. schuldig, geht aber deswegen seines Vortrittsrechtes nicht verlustig. Im vorliegenden Fall wusste J., dass sein auf der Hauptstrasse fahrender Wagen vom Seitenwege her gesehen wurde, er durfte damit rechnen, dass sein Vortrittsrecht beachtet werde und hatte keinen Anlass, seine Geschwindigkeit zu massigen. (Der Fall ist wohl zu unterscheiden von demjenigen des Vortrittsrechtes an, unübersichtlichen Kreuzungen und Einmündungen; hier muss der Vortrittsberechtigte durch sein Verhalten den andern die Möglichkeit geben, seinem Vortrittsrechte Rechnung zu tragen.) Wp. stischer Addis Abeba erhält Autovertretung. Die Fiat-Werke haben eine Zweigniederlassung für Lastwagen und Omnibusse in Addis Abeba gegründet. In diesem besondern Falle angebracht... Die Gesundheitsbehörden New Yorks haben beschlossen, sämtliche neuen Sanitätsautomobile mit einem automatischen Geschwindigkeits-Regulierapparat zu versehen, der verhindert, dass die Wagen schneller als 40 km in der Stande fahren. Ein Citroen-Diesel? Wie verlautet, werden die französischen Citroen-Werke mit einem Vierzylinder-Dieselmotor herauskommen, der zum Einbau in Taxameter bestimmt ist. Ein Amerikanerwagen mit Heckmotor ? Eine amerikanische Automobilfabrik soll zur New Yorker Ausstellung einen kleinen Wagen mit Heckantrieb und 130 kmlSt. Geschwindigkeit herausbringen. Amerikanische Automobilkonjunktur im Spiegel des Benzinverbrauchs. Der Benzinverbrauch ist in den Vereinigten Staaten laut Angaben des Amerikanischen Petroleum-Instituts wesentlich gestiegen. Die Differenz gegenüber dem Vorjahre beträgt tür das erste Halbjahr fast 10 % und erreichte im Juni sogar den Umfang von mehr als 14 %. Und bei uns? Kommt das norwegische Automobil ? Mit dem wachsenden Automobilimport regt sich in Norwegen der Wunsch, selbst zur Produktion von Motorfahrzeugen überzugehen. Zeitungsmeldungen zufolge soll denn auch eine norwegische Fabrik ihre Versuche auf dem Gebiete der Autofabrikation abgeschlossen haben, so dass die Hoffnung besteht, im kommenden Jahr die ersten norwegischen Wagen herausbringen zu können. Amerikas Benzinvorräte sinken. Die Benzinbestände in den USA. gingen in den letzten Wochen erneut um 144 auf 4978 Millionen Liter zurück. Ende August betrugen sie 5281 Millionen Liter, und der Höchststand dieses Jahres war Ende März mit 7399 Millionen Liter erreicht. Dieser starke Verbrauch vom Lager trotz der erhöhten Produktion spiegelt sehr deutlich die Hochsaison im Automobilverkehr. Berlins Autobestand. Die Motorisierung Berlins hat in den letzten anderthalb Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Während in der deutschen Kapitale am 1. Januar 1935 noch 69,062 Personenwagen gezählt wurden, ergab die Erhebung von Anfang September 1936 bereits einen Bestand von 86,300 Fahrzeugen. In den letzten 20 Monaten haben sich also rund 17,200 Berliner einen Personenwagen angeschafft. Russlands Petrolexport im Sinken. Während der ersten sieben Monate dieses Jahres ist die Erdölausfuhr Russlands von 1896 865 Tonnen auf 1523 700 Tonnen zurückgegangen. Als hauptsächlichste Abnehmer des russischen Petrols fällen Frankreich, Deutschland, England, Belgien, Luxemburg und Schweden in Betracht. « Geburtenüberschuss » bei Autos : 40 :1. Eine soeben veröffentlichte Uebersicht lässt erkennen, dass in der Tschechoslowakei rund 40mal mehr Personenautos neu zugelassen, als aus dem Verkehr gezogen werden. Das bedeutet mit andern Worten, dass bei 39 neuangeschafften Personenwagen der alte Wagen weiter im Dienst bleibt und nur jeder vierzigste neue einem alten den Garaus macht. Ein ganz anderes Verhältnis herrscht bei den Lastwagen: hier wird schon auf je 3 neu zugelassene Wagen einer aus dem Be~ trieb gezogen. neigt. Suchte sie auf dem Teppich den erloschenen Glanz ihrer süssen Siebzehn ? Da wandte sich Blanche zu ihm. Sie lächelte, aber ihre Stimme war matt und dünn: «Nein, sehr jung bin ich nicht mehr. Aber das macht doch nichts? Ich meine...» «Das macht gar nichts!» stammelte Lukas. «Du bist reizend! Liebe, wie du mir gefällst!» Er presste stürmisch ihre Hand. «Du gutes Geschöpf, du musst verstehn..» «Oh!» sagte Blanche. Und jetzt war sie wirklich ein gutes Geschöpf, das alles verstand. Sie zog ihren Sessel näher zu Lukas, beugte sich eindringlich vor: «Du bist traurig?» Whisky und süsser Verveine-Duft. Lukas wurde verwirrt. «Nein, frag nicht. Es geht schon vorbei. Wie freundlich du bist » Zigarettenrauch hängt trag in der Luft. Blanche hat zarte Kohlenstriche auf den Lidern, ihre Wimpern flattern besorgt auf und nieder. «Where is my rose of Waikiki?» ruft Jonny durch den Raum. Und klagt halblaut: «And when will she come back to me...» «Wegen einer Frau? Ja?» f! «Nimm an, du lernst einen Mann kennen und vertraust ihm so sehr, dass du nach ein paar Stunden, das ist dir klar, Blanche? Du weisst gar nichts von ihm, als dass er dir gefällt...» «Ja, das ist mir klar. Aber du musst nicht immer Blanche sagen. So heiss ich doch nicht, daheim werd ich Tinerl gerufen.» Lukas nickte ungeduldig. Es war ihm gleichgültig, wie sie hiess. Sie sollte zuhören und nicht an solche unwichtigen Dinge denken. Uebrigens: warum drängte sie sich in seine Geheimnisse? Er kniff die Lippen zusammen und war beleidigt. «Warum erzählst du nicht weiter?» «Ach, lass das. Man soll nicht so viel reden...» - Sie schwiegen. Plötzlich fragte er heftig: «Bin ich betrunken?» - ' ^ " "' Sie starrte, in seine dunklen, verhetzten Augen. «Von zwei Gläsern Whisky? Du bist ganz nüchtern;» «Dann muss ich noch trinken, ich bin hierher gekommen, um mich zu betrinken!» «Nein! Ich will nicht. Du hast genug.» Lukas beachtete nicht, dass Blanche mit diesem Verbot ihr Herz offenbarte, dies sanfte, zärtliche Herz, das nicht an die Prozente der Rechnung dachte, sondern an Freundschaft. Er warf unruhig den Kopf hin und her, trommelte auf den Tisch. Er schien Entschlüsse zu fassen. «Ist hier ein Telephon?» «Ja, gleich neben der Garderobe.» Lukas seufzte und rührte sich nicht vom Fleck. Dann begann er zu sprechen, langsam und gepeinigt. «Kannst du dir das vorstellen: nachher lässt dich dieser Mann im Stich. Nicht dass er gerade wegläuft, aber — den Wunsch danach kann er nicht verbergen. Und anstatt Verständnis zuhaben für ein Mädchen, das noch nicht gewusst hat, wie die Liebe ist, denkt er nur an sich, ein schäbiger Halunke, der sich bedauert...» Lukas verstummte. «Bist du denn nicht hungrig?» lispelte das Tinerl zärtlich in das trübe Schweigen hinein. «Du musst jetzt essen, das ist das Richtige für dich!» Sie achtete seinen Kummer, aber sie war eine wunderbar vernünftige Frau. «Ferdinand, — hallo, Ferdinand!» «Nein!» sagte Lukas gereizt. In dieser Nacht ging es ums Leben, aber nicht um Sattsein. «Ich will nicht!» Doch Tinerl überhörte es. «Harn and eggs, ja, — und türkischen Kaffee.» Als der Kellner verschwunden war, wandte sie sich zu Lukas. «Sei doch gescheit. Ich mein's so gut mit dir.» (Fortsetzung folgt)

N° 86 — FREITAG, 23. OKTOBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Die XI. Mille Miglia. Noch trennen uns mehr als fünfeinhalb Monate vom 11. italienischen Tausendmeilen- Rennen, das im nächstjährigen internationalen Sportkalender unterm 4. April figuriert, und schon trifft Signor Castagneto, der Organisator dieses bedeutendsten europäischen Langstrecken-Wettbewerbes, die ersten Vorbereitungen für eine glanzvolle, verbesserte Neuauflage. Er wird, wie er italienischen Fachjournalisten gegenüber erklärte, alle Hebel in Bewegung setzen, damit dem nächsten Rennen ein Erfolg beschieden ist, der alles bisherige in den Schatten stellen soll. Und zwar "werden vorab Anstrengungen gemacht, weiteste Kreise für die Teilnahme an der Veranstaltung zu interessieren, damit die Mille Miglia, welche durch insgesamt 26 italienische Provinzen führt, auch ihren propagandistischen Zweck in möglichst wirkungsvoller Art und Weise erfüllt. Es ist beabsichtigt, für das nächste Rennen auch eine Kategorie 750 ccm auszuschreiben, so dass auch die neuesten italienischen Kleinwagen teilnahmeberechtigt sind; die Mille Miglia wird für diese Wagen, wie ohne weiteres einleuchtet, eine Prüfungsfahrt ersten Ranges darstellen. Sowohl in sportlicher als auch in technischer Hinsicht dürfte deshalb das Langstrecken-Rennen von Brescia im kommenden Frühjahr sehr interessant werden; zweifellos ist mit einer weiteren Verbesserung der bestehenden Durchschnittsgeschwindigkeiten zu rechnen. Im Laufe der ersten zehn Jahre des Bestehens dieser Veranstaltung, welche an Wagen und Fahrer ausserordentliche Anforderungen stellt, sind die maximalen Stundenmittel ganz gewaltig gestiegen. Die Equipe Minoia-Morandi erreichte im Jahre 1927 einen Durchschnitt von 77,283 km/St., während der Rekord Brivios auf Alfa Romeo vom vergangenen April auf 121,622 km/St, steht. Ueberflüssig zu bemerken, dass nicht nur die inzwischen ausgebauten Strassen, sondern auch die Vervollkommnung des Wagenmaterials wesentlichen Anteil an diesem Fortschritt hat. Die Organisatoren schreiben für denjenigen Fahrer einen Speziaipreis aus, der den bisherigen absoluten Streckenrekord überbietet. , Darüber hinaus sollen auch an die Sieger der übrigen Kategorien Speziaipreise zur Verteilung gelangen. Man hofft, dass sich das Ausland wieder etwas intensiver für den Wettbewerb interessieren und diesem dadurch einen ausgesprochen internationalen Charakter verleihen werde. Vor allem erwartet man die Teilnahme der neuen französischen Sportwagen von Bugatti und Talbot. Mays gewinnt die Schlussrennen in Brooklands. Hans Ruesch auf Alfa Romeo Zweiter. Am letzten Samstag, einem äusserst trüben und windigen Tage fanden auf der Rennbahn von Brooklands vor einem verhältnismässig spärlichen Publikum die Schlussrennen des Jahres statt, welche einen ebenso glanzvollen wie aufregenden Abschluss der Saison bildeten. Von 2 Uhr bis gut 5 Uhr nachmittags kamen nacheinander 10 Rennen zum Austrag, und zwar 3 Wettbewerbe auf dem äussern Circuit und 7 auf der Bergrundstrecke. Im 12-Meilen-Rennen um die Bergmeisterschaft, dem grössten und wichtigsten Anlass des Tages siegte der ERA-Fahrer Raymond Mays bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80,84 m/St. = 130.072 km/St, mit einem Vorsprung von 300 Yard auf den Zürcher Alfa- Romeo-Fahrer Tf^ns Ruesch, der noch in der letzten Runde Prinz « Bira > auf den dritten Platz verdrängte und mit einem Abstand von etwa 5 Wagenlängen vor dem Siamesen durchs Ziel ging. Martin auf Alfa Romeo und Dobson auf ERA wurden von den Kommissären wegen einer begangenen Unregeimässigkeit beim Start mit je 60 Sekunden Zeitzuschlag bestraft. Mays holte sich im 12-Meilen-Rennen um die Siamtrophäe mit einem Stundenmittel von 125,5 km einen weitern Sieg. Die internationale Rennformel 1938—1940 (wie sie von der internat. Sportkommissiop der A. I. A. C. R. beschlossen und von uns in Nr. 83 der « A.-R. > wiedergegeben wurde) stösst namentlich in Frankreich, wo man sich bekanntlich eine eigene Sportwagenforme! geschaffen hat, auf schärfste Kritik. Es wird darauf hingewiesen, dass die neue Formel ihren Zweck, die Geschwindigkeiten zu vermindern, glatt verfehlt und dass man es ihr zu verdanken haben werde, wenn die Rennwagen im Jahre 1938 sogar die 350 km/St, erreichen. Sie werde auch ihrer zweiten Aufgabe, zwischen den Wagen mit grossem und kleinem Zylinderinhalt durch Berücksichtigung eines Gewichthandicaps einen Ausgleich zu schaffen, nicht gerecht, so dass die Kleinen gegen die Grossen nach wie vor nicht anzukämpfen in der Lage sind. Die neue. Formel sei im vorneherein auch deshalb zum Scheitern verdammt, da sie erstens die freie Wahl des Brennstoffes zulasse und zweitens den Koeffizienten für Wagen mit Kompressor auf 1,5 festsetze. Ursprünglich, vor vielen Jahren, betrug dieser' Devisor 1,3; die Kompressoren haben jedoch seither eine ständige Verbesserung erfahren, so dass ein Koeffizient von mindestens 2 in Anrechnung gebracht werden müsste. Vor Rekordfahrten der Daimler-Benz A.-G. Wie sich die « B. Z. am Mittag » aus Stuttgart berichten lässt, beabsichtigt die Daimler- Benz A. G. am nächsten Montag auf der Reichsautobahn Frankfurt a/Main-Darmstadt Rekordfahrten mit dem neuen 12-Zylinder- Mercedes-Benz-Rennwagen zu unternehmen. Es handelt sich um Versuche zur Verbesserung der bestehenden internationalen Rekorde, der Klasse 5—8 Liter über den Kilometer und die Meile mit stehendem Start, ferner über 5 km, 5 Meilen, 10 km und 10 Meilen mit fliegendem Start, sowie der Weltrekorde über den stehenden Kilometer und die stehende Meile. Als Fahrer ist Rudolf Caracciola ausersehen ; Oberingenieur Neubauer wird das ganze leiten. XVI. Internat. Sternfahrt nach Monte Carlo. . Wir haben bereits in Nr. 72 der «Automobil-Revue» vom 4. September auf die Abänderungen im Reglement für die nächste Sternfahrt von Monte Carlo hingewiesen. Auf Gesuch des Königlich englischen Automobil- Clubs werden nun auf britischem Boden zwei Kontrollposten verlegt, und zwar müssen anstatt Harrogate und London Doncaster und Folkestone angefahren werden. Ferner hat der R.A.C. der Niederlande den Wunsch Henri Ford depuis 1911 n'a jamais monte sur ses voitures que des bougies CHAMPION. geäussert, sich am kommenden Wettbewerb durch Uebernahme einer Kontrolle in Venlo (Limburg) etwas aktiver zu betätigen. Diesen Durchgangspunkt passieren alle Konkurrenten, die in Stavanger, Tallinn, Umea oder Amsterdam starten. welche speziel wurde: 6 PS Mod. T Mod. A. u. B. 8 PS, 1934 4Zyl., 8 u. 10 PS, 1935 8 Zyl., 1932 V8 -40 u. 48 Ruesch fährt Bestzeit in Budapest. Bei dem am Mittwoch in Gijon bei Budapest durchgeführten Kilometerrennen fuhr der Schweizer Ruesch auf Alfa Romeo 2,9 1 in beiden Konkurrenzen mit stehendem und fliegendem' Start die Bestzeiten. Ueber den Kilometer erzielte Ruesch mit stehendem Start die Zeit von 28,01 Sek., was einem Stundenmittel von 128,525 km entspricht. Mit fliegendem Start notierte Ruesch 16,686 Sek. = 215,762 km. Der Schweizer wird nun für einige Wochen mit einer englischen Equipe in Budapest bleiben und verschiedene Klassenrekorde angreifen. Das diesjährige Rennen der Veteranen von London nach Brighton ist auf Sonntag, den 15. November angesetzt. Zu dieser Distanzfahrt können nur Automobile angemeldet werden, welche die Konstruktionswerkstätte vor Ende 1904 verliessen. Alle teilnehmenden Wagen müssen somit mindestens 32 Jahre alt sein, wobei vorgeschrieben ist, dass Vehikel, welche allzusehr modernisiert worden sind, von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Für die einzelnen Jahrgänge wurde eine neue Durchschnittgeschwindigkeits - Tabelle aufgestellt. Konstruktionen aus den Jahren 1894, 1895 und 1896 haben mindestens 16 km/St, vorzulegen, solche aus den Jahren 1897 bis 1900 mindestens 19,3 km/St., während von den aus den' Jahren 1901 und 1902 stammenden Gefährten ^ein minimales Mittel von 22,5 km/St, und von den Jahrgängen 1903 und 1904 ein solches von 28,9 km/St, verlangt wird. In Crawley und Brighton funktionieren offene Kontrollen, während unterwegs eine ganze Reihe von geheimen Kontrollposten ihres Amtes walten. — Der Start ist auf 8.30 Uhr vormittags angesetzt. Jeder Konkurrent, der spätestens um 4 Uhr nachmittags in Brighton eintrifft, erhält eine Erinnerungs- 'rhedaille. Pour votre voiture FORD demandez ä votre fournisseur le n° de la bougie CHAMPION qui a ete etablie pour eile: 6 CV no 7 Mod. T „ X A 25 Mod. AetB „3X-C4X 8CV, 1934 „ Y 4c Y l.,8et 10 CV, 1935 „ L 10 8 cyl., 1932 „ C 4 X V8 - 40 et 48 ..7-17 Verlangen Sie für Ihren FO RD die CHAMPION- ZÜNDKERZE I für Ihr ModelI geschaffen Nr. 7 X A25 3X-C4X Y L1O C4 X 7- 17 Seit 1911 hat Henri Ford auf seine Wagen keine andern Zündkerzen als CHAMPION montiert. Ein Rundrennen in Florenz 1937. Der italienische AC hat das Programm für ein Automobilrundrennen ausgearbeitet, das im September 1937, etwa 8 Tage nach dem Grossen Preis von Italien, in Florenz stattfinden soll. (Im internationalen Sportkalender ist das II. Rundstreckenrennen von Florenz für den 13. Juni 1937 vorgesehen. Die Red.) Das Rennen, zu welchem auch ausländische Piloten eingeladen werden sollen, wird mit reichen Preisen dotiert sein. Raph wollte seinen Maserati verkaufen und unterhandelte mit... Gangstern ! Der französische Maseratifahrer Räph, der am Grossen Preis von Amerika das Pach hatte, disqualifiziert zu werden, weil er einem Paragraphen des Rennregletnentes zuwiderhandelte, beabsichtigte, seinen Maserati an einen amerikanischen Piloten zu verkaufen. Zu diesem Zweck nahm er die Beziehungen mit Zwischenhändlern auf. die sich in der Folge als ... Gangster entpuppten, aus deren •Krallen sich zu befreien er alle Mühe hatte. Also meldet wenigstens ein nach drüben entsandter europäischer Sonderberichterstatter. Aus Amerika zurück. Die französischen Teilnehmer am Grossen Preis von Amerika, Wimille, Etancelin und Raph, sind an Bord der «Normandie» am vergangenen Montag in Le Havre eingetroffen, wo sie von zahlreichen Freunden, unter denen sich auch Ettore Bugatti von der Molsheimer Fabrik befand, erwartet wurden. Das nächste Rennen um die Coupe Vanderbilt. Aus New York wird gemeldet, dass die amerikanische Sportkommission das Datum für das nächste Rennen um die Coupe Vanderbilt auf den 6. September 1937 festgesetzt habe, wofür die Einwilligung seitens der AIACR vorliege. (Im internationalen Sportkalender pro 1937 ist die Veranstaltung allerdings unterm 12. Oktober eingetragen. Die Red.) Von Kenia nach Johannisburg. Es verlautet, dass der südafrikanische AC die Bewilligung für die Durchführung eines Rennens von Kenia nach Johannisburg erteilt habe, das am 26. Oktober, also bereits am kommenden Montag zum Austrag gelangen und über total 4500 km gehen wird. LUFTFAH Dauerflug eines russischen Luftschiffes. Ein Luftschiff von 10,000 Kubikmeter Gasinhalt, das in den Werken von Dirigeablestroi erbaut wurde, hat kürzlich seinen ersten Probeflug absolviert, bei welchem es 37 Stunden in der Luft verblieb. Die Flugplätze der USA. Die Zahl der Flugplätze in den USA hat 2400 überstiegen. Rund 700 davon sind für Nachtverkehr eingerichtet. 1730 dieser Flugplätze wurden erst in den allerletzten Jahren errichtet. Segelflugzeugbau als Schulfach. Im Rahmen des Berufsschulwesens wurden in München Lehrgänge im Segelflugzeugbau begonnen. An dem ersten Lehrgang nehmen bereits 40 Schüler teil. Budievf^sch Junkers-Ratgeber. Herausgegeben von den Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke A.-G., Dessau. Verlag C. Dünnhaupt, Dessau. Preis RM. 1.50. Da» im Verlag C. Dünnhaupt, Dessau, erschienene Büchlein in Taschenbuchformat ist eine ausgezeichnete Bereicherung der luftfahrttechnischen Literatur. Der erste Teil des Buches enthält Allgemeines über die Junkers-Gesellschaften. Der zweite Abschnitt umfasst das Gebiet der Flugtechnik: Auftrieb und Widerstand, Leistung und Widerstand, Festigkeit, Cina-Höhe, Nennhöhe und Gleichdruckhöhe. Daneben Umrechnungsbeispiele von: Flugleistungen, Geschwindigkeiten, Höhe und Steigzeiten, Startlänge, Schwerpunktbestimmungen, sowie Rechenbeispiele von Brennstoffverbräuchen und Reichweite, Werkstofffragen usw. Ein weiteres Kapitel berichtet über Zulassungen, d. h. in welche Klassen man Flugzeuge allgemein einteilt, wie die Musterstück und Nachprüfung erfolgt, wie Fluggenehmigungen für Zulassungen im In- und Auslande eingeholt werden. Ein grosser Abschnitt ist der Triebwerkstechnik gewidmet, wie z. B. Arbeitsverfahren und Aufbau des Flugmotors, Gemischbildung, Motorleistungen, Leistungsgewichte und Hubraumleistungen, Werkstoffe des Motorenbaus, Ueberwachung und Wartung der Motoren, Luftschrauben. Anschliessend wird dann die Betriebsstofffrage angeschnitten: Kraftstoffe allgemein, Kraftstoffgewinnung, Richtlinien für die Auswahl von Gasöl, Oktanzahl, Selbstzündertemperatur u. dgl. mehr. Zum Schluss sind noch eine Reihe von Fachausdrücken aus dem Flugzeug- und Motorenbau in den verschiedenen Sprachen aufgeführt. Das Büchlein besitzt eine ausgezeichnete Uebersicht und ist infolgedessen leicht zu handhaben. Es ist im Taschenbuchformat 114 X 162 mit Kunstledereinband versehen.