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E_1936_Zeitung_Nr.088

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12 AutomoMl-Bevue — Hftetfeelen t, nun ruftet ftc$ Zlatuv 3um Sterben! tt>te bie Reibet ringsum ftdj entfärben, unb fdjon JTebel fdjleidjen grau burcfj's Stille voavb es in bes VOalbes fallen, tinb bie fallen, weifen Blätter fallen taumelnb von öen Zäunten obne Safjl> 33tatterfaII! IDofjt fernten tmr bein ttTafjnen, unb erfdjauernb fpüren wir ein 2lf?nen »on bes dg'ncn Seins t) ergänglicfc.f eit; leife raunt öte 2ttterfeelenflage: „Jltenfdj, ge3ab.lt finb ja audj beine Za^e, Sifi bu bodj ein fterblidj Kinb ber Ttxm, fo laft uns 3U ben (Sräbetn geb.en f tinfre leiste #rtcbensftatt 3U fefjen tinb i>cn ©ri, «>o unfre JTtcbßn ruij'n; tb.rer gilt es b.eute 3U gebenfett, ib.nen wollen tmr noefr. £iebe fdjenfett, ©räber fdjmücfen, iljre £rub,'n. Gewiss war es nur eine Einbildung von ihm... Aber wenn man solche Worte hört, tief im Erdinnern versenkt, in der feuchten Dunkelheit und noch dazu das Eisen gegen den Stein reiben hört — dann vergisst man wohl, was Einbildung ist... Dort war alles Blendwerk... mein lieber Signor; wir Menschen, wir sind ja ganz kleine Wesen, während dieser Berg, der doch bis zum Himmel hinansteigt!... Der Berg, dessen Körper wir durchbohrt haben,- man muss es gel JF*,\xxMLil£.on. an der neuen Rheintalstrasse gesehen haben, um es ganz zu verstehen I... Man muss den schwarzen Schlund gesehen haben, den wir durchbohrt haben, wir, kleine Menschenkinder... Wir stiegen dort hinein am frühen Morgen, bei Sonnenaufgang; die Sonne sandte uns einen traurigen Blick nach, weil Wir sie verliessen, um in den Schoss der Erde hinunterzusteigen... Man muss unsere Maschinen gesehen haben und den düstern Anblick des Berges... Man muss das dumpfe Getöse vernommen naben, das aus dem Innern wiederhallte! Welche Explosionen! Es klang wie das Lachen eines Wahnsinnigen. Er betrachtete seine Hände, schob seine Medaille auf seiner blauen Jacke zurecht und stiess einen tiefen Seufzer aus. Ja, der Mensch versteht zu arbeiten, setzte er mit sichtlichem Stolze fort. Oh! Signor, wenn er nur arbeiten will, dann erst wird dieses kleine Geschöpf eine unüberwindliche Macht! Und glauben Sie mir, Signor, am Ende wird der Mensch fähig sein, alles zu vollbringen — alles, was er nur wird wollen!... Ganz am Anfang wollte mein Vater nicht daran glauben: «Den Berg durchbohren, von einem Lande zum andern, das ist gegen das Gesetz Gottes, der die Erde geteilt hat durch Gebirgsmauern... Ihr werdet schon sehen, die Madonna wird nicht mit Euch sein.. .> Er hat sich §eirrt, der Alte; die Madonna war mit allen denen, ie sie liebten. Späterhin dachte mein Vater ebenso, weil er sich mächtiger fühlte als der Berg. — Aber es gab eine Zeit, wo er an den Feiertagen vor einer Flasche Wein am Tische sitzend zu sagen pflegte, indem er auf den Berg hinzeigte: «Kinder Gottes» — er liebte es, uns so zu nennen, denn er war gut und gläubig — «Kinder Gottes, man darf nicht so gegen'die Erde kämpfen; sie wird sich rächen für ihre Wunden, die wir ihr gemacht! Nehmt Euch in achtl Wir werden den Berg durchbohren bis tief ins Herz hinein, und wenn wir da angelangt sein werden, wird er uns verruchten, er wird auf uns Feuer speien ..., denn der Schoss der Erde ist ein Feuerherd... Wir wussten es, alle ... die Erde bearbeiten ..., das ist stürzte, leuchtete uns das rote Licht einer Fackel entgegen, und wir sahen ein schwarzes Gesicht, mit Schweiss bedeckt, auf dem die Freudentränen runterflossen und dann noch Gesichter und noch Fackeln ... Jubelschreie erschollen ... Ach! Ich versichere Sie, dass das der schönste Tag meines Lebens war... Wenn ich mich daran erinnere, fühle ich, dass ich nicht umsonst gelebt habe... Diese Arbeit, das war mein eigenstes Werk... ein heiliges Werk, Signor! Ich schwöre es Ihnen!... ja sehr gut... ihrer Fruchtbarkeit verhelfen ... das Und als wir aus dem Tunnel traten, am hellichten ist uns ja angeordnet... aber was tun wir, wirTage, der Sonne zu, hat so mancher von vns sich verstümmeln sie... Ihr seht doch, je tiefer wir in auf die Erde geworfen und hat sie geküsst unter sie eindringen, desto heisser wird die Luft, und es Tränen... Das war herrlich! Ja, wir haben den wird uns immer schwerer zu atmen .. .> besiegten Berg umarmt, wir haben die Erde geküsst ... Von diesem Tage an wurde die Erde für Der Mann lachte leise vor sich hin und zupfte mit beiden Händen an seinem Schnurrbarte. mich ein geliebtes Wesen, und ich habe sie zu — Mein Vater war ja nicht der einzige, der so verstehen gelernt, Signor, und ich habe sie angefangen zu lieben, wie man ein weibliches Wesen dachte. Und wirklich, je mehr wir in den Tunnel eindrangen, je mehr Hitze verspürten wir dort. So liebt... manche der Männer erkrankten und starben auch. — Selbstverständlich bin ich sofort zu meinem Die heissen Quellen flössen immer reichlicher, die Vater gegangen, auf sein Grab sicherlich! Ob- ich weiss, dass die Toten nicht mehr Felsenblöcke zerbröckelten und stürzten ein, undwohl hören zwei meiner Kameraden aus Lugano wurden können ... bin ich doch hingegangen. Man muss wahnsinnig... Nachts, in den Kasernen, gab esdie Wünsche derer ehren, die für uns gearbeitet viele, die im Fieber redeten; stöhnend sprangen haben und die eben so viel gelitten, wie wir, nicht sie aus den Betten in furchtbarer Angst. wahr? Da bin ich hingegangen auf sein Grab... «Habe ich denn nicht recht?» rief mein Vater, Und ich stampfte mit meinem Fusse auf die Erde die Augen voll Entsetzen und immer heftiger hustend. «Habe ich denn nicht recht?! Die Erde ist die folgenden Worte: und sprach genau seinem letzten Wunsche gemäss, unbesiegbar!» — Eines Tages wurde er bettlägerig — Vater... es ist vollbracht! Die Menschen und stand auch nicht mehr auf. Er war sehr kräftig, mein alter Vater; er kämpfte mit dem Tode Vater!... (Uebersetzt von R.B.) sind die Siegerl... Es ist vollbrachtI... mein ganze drei Wochen, schweigend, hartnäckig, ohne eine einzige Klage, wie ein Mensch, der seinen eigenen Wert kennt. «Meine Lebensaufgabe ist zu Ende, Paolo,» sagte er mir eines Abend. «Schone dich und kehre heim 5 ,», und dass dich die Madonna beschütze!» Kommende Ereignisse | Dann verstummte er, ausser Atem und blieb lange Zeit mit geschlossenen Augen liegen... Plötzlich erhob er sich, warf einen Blick auf die umliegenden Berge, streckte sich mit einer solchen Kraft, Kursaal. Badant 8.Nov.: Oratoiienanfführting des Gemischten Chors im Basel: 3. Nov.: Konzert des PTO Arte Quartetts (H. HuberaaaO. dass die Sehnen krachten... Er fasste meine 8. NOT.: Waldlauf in der Hard. Hand, zog mich an sich und sprach folgende Bern: 31- Okt.: KOnsUerfest im Kasino. Worte... Das ist die heilige Wahrheit, Signor: 31. Okt. und I.NOT.: Aufführungen der Tanzgruppe Trudi Schoop (Stadttheater). «Weisst du, Paolo, mein Sohn,» sagte er, «ich 7. NOT.: Franz. Aufführungen der Karsentr-Theatertruppe. fange auch daran zu glauben an, dass das Ziel Fribenrg: 8. NOT.: ler concert d'abonnement: M. Blanchet, erreicht wird; wir werden uns treffen, wir und die andern, die von der anderen Seite herkommen, wir werden einander finden ... Du glaubst ja auch daran, nicht wahr?» Ich glaube ja/ fest daran. «So ist's recht, mein Sohn. Das muss man. Man muss handeln im Glauben an den glücklichen Ausgang und an Gott, der durch die Fürbitte der Madonna allen guten Taten hilft... Ich bitte dich, mein Sohn, wenn der Tag kommen wird, wo man zusammentrifft ... komme auf mein Grab und sprich folgende Worte: «Vater... es ist vollbracht!» Damit ich es weiss!...» — Das war so schön! mein lieber Signor... und ich habe es ihm heilig versprochen ... Er starb fünf Tage später, und zwei Tage vor seinem Tode bat er uns, ihn zu begraben am selben Orte im Tunnel, wo er gearbeitet hatte .. ich glaube aber, dass er damals schon im Fieber geredet hatte... (bei Kaiserstuhl) — Wir und die anderen, die von der entgegengesetzten Seite bohrten, wir trafen uns im Innern des Berges am dreizehnten Tage nach dem Tode meines Vaters. Es war ein toller Tag, Signor! Achl als wir in der Dunkelheit das Geräusch der unterirdischen Arbeit der andern hörten, als wir den Widerhall der Schritte, die uns entgegenkamen unter der Erde, vernahmen ... begreifen Sie das, Signor, unter der gewaltigen Wucht der Erdmasse, die, wenn sie gewollt hätte, uns einfach zermalmen konnte, uns arme, kleine Wesen, uns alle mitsammen I... Im Laufe vieler Tage hörten wir dieses dumpfe Geräusch, das immer deutlicher wurde und immer genauer, immer vernehmbarer... Die freudige Ueberschwenglichkeit des Steigers bemächtigte sich unser... wir arbeiteten daraufhin, wie die bösen unkörperlichen Geister, ohne Müdigkeit zu spüren, ohne jegliches Kommando... Mein Ehrenwort; es war so schön, wie ein Tanz an einem sonnenhellen Tage... Und alle waren wir freundlich und gut geworden, wie die Kinder... Ach! wenn Sie wüssten, wie heftig und leidenschaftlich im Uebermass der Wunsch werden kann, in der Finsternis der Erdentiefe irgendeinem menschlichen Wesen zu begegnen, da, wo jeder von uns Monate lang, wie ein Maulwurf, vergraben war. Er begeisterte sich im Sprechen und kam immer näher seinem Zuhörer. Er senkte seinen tiefen Blick in die Augen des andern und fuhr dann ruhiger aber freudiger forts — Als endlich die letzte Felsschicht nieder- pianiste. Geneve: NOT.: Exposition de MM. Theurulat, Ch. Beer, L.Jacot- Guülarmot et C.Lambert (Musee RaüO. NOT.: Exposition d'art decoratif-reliure de Mle Ceeüe Grandgeorge (AthenÄe). 2., B., 7. NOT.: Recital du Quatuor Pro Arte (Conserratoire). 4. 11. NOT.: Semaine de la Paix (Associations paeifiste» internationales de GeneTe). 6. Nov.: Recital de chant de Mme Gughelmetfc (Ccraei* Tatoire). Lnzern: B.NOT.: Meisterabend (Stadttheater). Rapper«wü: B.u. 8. NOT.: Aufrührungen der Dramatischen G» Seilschaft der Operette «Der fidele Bauer» TOB Leo Fall. Zürich: 31. Okt.: Radball-Weltmeisterschaft, Terb. mit der Europ meiaterschaft im Einer-Kunstfahren. 31. Okt.: Welturaufführung «Grete im Glück», Operette Ton Viktor Reinshagen (Stadttheater). 2. NOT.: Vortrag Dr. Alb. Oeri, Basel: «Die Stellungnahme der Schweiz zur VBlkerbundsreform (Universitlt od. E. T. H.) B.NOT.: Kunstgewerbemuseum: Vortragszyklus Ludwig Hages: «Zur Einführung in die Charakterkunde». 8. NOT.: Ässball-Länderspiel Schweiz-Oesterreich. Bekannt für gute FiSChe (Hecht u. Forellen), POUlet U. Wild MORZINI3 (Haute-Savoie) Hotel Champs-Fleuris 22 Zimmer - Wunderbare Lage inmitten von Feldern gelegen, gegenüber Luftseilbahn. Aller Komfort Telephon 45 Der LABICO-SERVICE vermittelt Ihnen ausschliesslich vertrauenswürdige Hotels und Speise-Restaurants. PREIS- LISTEN, KATALOGE UND KALENDER sind Spezialitäten, die wir in jeder Ausführung herstellen. 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N°88 Automobil-Bevne 13 Aßenteu&diches wm Sietetu- QiU es nach uMkaimU Itece auf de* &tde? Die Zoologen sind sich darüber einig. Es gibt nicht nur unbekannte Tiere auf der Erde, die Erde wirtvnelt geradezu von ihnen, und nicht nur die Erde, sondern auch die Luft und das Wasser. Nur sind diese Tiere keineswegs so, wie der Laie sie sich vorstellt; es gibt kaum Riesen unter ihnen, keinesfalls gingantische Saurier, wie sie angeblich in den südamerikanischen Urwäldern vorkommen sollen, und auch das Vorhandensein von lebenden Mammuten in den sibirischen Eiswüsten ist eine gutgemeinte Phantasie, doch nicht mehr. Es besteht auch keine Chance, in der Umgebung von W% London auf unbekannte Raubtiere zu stossen,- wenn man unbekannte Grosstiere finden will, muss man schon in unerforschtere Gegenden der Erde kommen. Hier allerdings werden noch gelegentlich Funde gemacht, die sogar die Wissenschaftler verblüffen. Das berühmteste Beispiel ist die Auffindung des Okapi, jener Zwerggiraffe, von der man früher glaubte, sie existiere nur in der Negerphantasie. Die Entdeckung des Zwergflusspferdes fällt ebenfalls in das letzte Jahrhundert; auch dieses Tier wurde in unzugänglichen Gebieten Afrikas gefunden; in beiden Fällen handelte es sich aber sozusagen nicht um prinzipiell Neues, sondern um die Auffindung von Abarten bekannter Säugetiere. Dieser Satz hat wohl Allgemeingültigkeit. Wenn man ein grosses «neues> Tier entdeckt, so ist es entweder eine Seitenlinie oder eine Ahne bekannter Tierarten, während man nach einem Einhorn Die Seva-Früchte sind jetzt reif! Es dauerte nur 3 Monate! Beeilen Sie sich, an der Ernte teilzunehmen, sonst haben Sie das Nachsehen. Gewiss, aber auch diesmal werden alle Lose schon etwa 14 Tage vorher - um den 16. November - ausverkauft sein. So viel nur noch, um Ihr Vertrauen in die Seva zu, vertiefen: * 1. Seva die einzige, die bis heute die enorme Summe von 5'/2 Millionen in Treffern ausbezahlt hat. 2. Seva die einzige, die Monatsumsätze von über 1 Million erreicht hat. 3. Seva die einzige, die nicht nur 40, nicKt nur 50, sondern 60% der Lossumme in Treffern ausschüttet. 4. Seva die einzige, die sich nicht mit grossen Haupttreffern begnügt, sondern gerade in der mittleren Lage viele Chancen birgt. Jetzt heisst's: entschlossen handeln - heute noch! Es bleiben ja nur einige wenige Tage. Dem Mutigen gehört die Welt... und das grosse Losl Lospreis Fr.2O.-(10-Los-Serie- worunter 1 sicherer Treffer - Fr. 200.-) plus 40 Rp. Porto auf Postcheck III10026 - Adr.: Seva-Lotterie, Bern. Bei Vorbestellung derZiehungsliste 30 Rp. mehr. Sie können auch per Nachnahme bestellen. Lose ebenfalls bei bernischen Banken und Privatbahnstationen erhältlich. oder einem geflügelten Drachen vergebens suchen würde. In Afrika könnte man vielleicht noch einige Gazellen- und Antilopenarterj auffinden; auch Südamerika und der ausstralische Busch könnten unbekannte Varianten bekannter Arten liefern; am «fruchtbarsten» scheint jedoch Innerasien, besonders das Gebiet von Westchina, bzw. Osttibet zu sein. Wissenschaftliche Expeditionen haben dort in den letzten Jahren die Bekanntschaft mit dem blauen Bergschafe gemacht, dem einzigen Wildschaf, das unterhalb der Bqumgrenze lebt; noch sensationeller war die Auffindung eines «lebenden Fossiliums», des schwarz-weissen Bambusbären, der eine sonst nur in Versteinerungen vorkommende Stammform der heute lebenden Bärenarten verkörpert. Vielleicht werden die zoologischen Gärten der Welt noch Gelegenheit haben, vollkommen unbekannte Tiere aus dem asiatischen Tierreservoir zu beziehen. Je kleiner die Tiere sind, um so grösser ist die Aussicht, dass sie bisher noch der Aufmerksamkeit der Menschen entgangen sind, dies gilt mit einer, nachher zu behandelnden Ausnahme. Jedes Jahr werden in den Flüssen noch rund 1000 neue Fischarten entdeckt; besonders reichhaltig scheint der Nil zu sein, der ständig einige Hundert neue Arten im Jahre «liefert». Bei den Insekten nimmt man sogar an, dass die Mehrzahl der Wissenschaft noch unbekannt ist; die tropischen Insektenparadiese haben aus technischen und klimatischen Gründen noch nicht gehörig auf ihre kleinsten Bewohner - 12 000x hin geprüft werden können. Einige Zehntausende von Insektenarten fehlen bestimmt noch zur Komplettierung der wissenschaftlichen Sammlungen. Nun die Ausnahme, von der eben die Rede war. Sie bezieht sich auf den allergrössten Teil der Erde, auf das Meer. Zwar ist die Öberflächenfaune der Ozeane schon ziemlich gut bekannt; was es aber unterhalb einer bestimmten Grenze an zoologischen Ueberraschungen geben wird. Ist überhaupt nicht abzusehen. Nachweisbar ist das Meer in allen seinen Schichten von Fischen, Kopffüsslern und allen möglichen anderen Bewohnern geradezu durchsetzt; da man nachgewiesen hat, dass sogar auf dem Grunde des Meeres, wo es am allertiefsten ist, nämlich östlich von Japan, noch lebende Wesen vorkommen, und da in einer Tiefe vonJJ—9 km ganz abnorme Druckverhältnisse herrschen, ist hier sogar mit Sicherheit zu sagen, dass jedes aus dieser Tiefe geborene Lebewesen dank seiner notwendigerweise abweichenden Körperstruktur als «neues Tier» bezeichnet werden muss. Die Mannigfaltigkeit der hier bisher aufgefundenen Formen lässt sogar die Prophezeiung zu, dass der Meeresboden noch Tausende unbekannter Tiere birgt, die freilich erst dann bekannt werden können, wenn es gelingt, die technischen Hilfsmittel zur Erschliessung dieser Regionen bereitzustellen. George F. Randale. £in Jtfexd als Zitnmeihecc Von einem nicht alltäglichen Mietenstreit, dessen Einzelheiten allerdings zu einiger Skepsis herausfordern, berichten französische Zeitungen aus einer kalifornischen Kleinstadt unweit von San Franzisco. In einem eleganten fünfstöckigen Hause mietete ein Herr vier Zimmer einer im dritten Stockwerk gelegenen komfortablen Siebenzimmer-Wohnung. «Das grösste Zimmer werde ich als Stall einrichten lassen»', erklärte er der Wohnungsinhaberin, « Sie brauchen keineswegs zu befürchten, dass mein Pferd, von dem ich mich niemals trenne, ein unangenehmer Hausgenosse ist. Das Pferd wiehert nicht, ist auch sonst in jeder Beziehung ungemein manierlich, vermag ohne die gering* sten Schwierigkeiten die Treppen hinauf- und hinunterzusteigen, so dass es keines Liftes bedarf, und erweist sich als viel angenehmerer Mitbewohner als so mancher Mensch.» Da der sonderbare Mieter — es handelt sich um einen Amerikaner, dem sein Reichtum die extravagantesten Launen gestattet — für die vier Zimmer einen phantastischen Preis anbot, war die Wohnungsinhaberin mit allem einverstanden, ohne «ich erst mit dem Hauseigentümer ins Einvernehmen zu setzen. Das Pferd benahm sich auch durchaus einwandfrei — ein Vorbild der Korrektheit. Aber die im zweiten Stockwerk wohnhafte Partei fand, dass das Pferd einen zu wuchtigen Gang habe. Man hatte zwar seinen Wohnraum — die Bezeichnung « Stall » dürfte in diesem Zusammenhang zu unzart klingen — dick mit Stroh gepolstert. Trotzdem aber werden die Nerven der Leute, die unterhalb dieses Raumes wohnen, durch jede Bewegung des Pferdes irritiert. Ausserdem erklärten andere Hausparteien, Begegnungen mit dem Pferde auf der Treppe seien ihnen unerwünscht — wenn sich das Pferd auch noch so gentlemanlike benehme. Der Mieter, der mit dem Geld nicht zu knausern braucht, hat aber die Bedenken des Hauseigentümers und der Wohnparteien durch klingende Argumente zu beschwichtigen gewusst. Nur eine einzige Partei — die unmittelbar unter dem Schlafzimmer des Pferdes wohnt — ist unerbittlich und führt nunmehr gegen den Hauseigentümer, der gegen das Pferd als Zimmerherrn nichts eizuwenden hat, einen einigermassen grotesken Prozess. JUidyaid», sduu\qtUT)khut Der Vorname Kiplings hat oft die Bewunderer des jetzt verstorbenen grossen englischen Schriftstellers irritiert. Er ist einmalig in seiner Art und kein anderer im ganzen vereinigten Königreich führt ihn. Lange hat man geglaubt, dass es sich um eine Erfindung oder um einen vom Autor anglisierten Namen eine» Hindu handle. Die Wahrheit ist einfacher und romantischer. Rudyard ist ein kleiner Fleck in der englischen Provinz Sttaffordshire, wo einst die Eltern des Verfassers des Dschungelbuches bei einem Picknick miteinander bekannt wurden. Ais dann aus den beiden ein Paar wurde, beschlossen sie, ihren Erstgeborenen nach der Stätte zu nennen, wo sie sich gefunden hatten. Sie Vogel oectecnen das Sinken! Der bekannte ostpreussische Vogelsachverständige E. Christofen hat festgestellt, dass die Schönheit des Vogelgesanges in den letzten Jahrzehnten erheblich nachgelassen hat. Namentlich beim Buchfink, bei der Mönchsgrasmücke und beim Sprosser hat er beachtet, dass die einzelnen «Strophen» des Gesanges kürzer, einförmiger und im Klange «trockener» geworden sind; besonders die Mönchsgrasmücke beherrscht heute nur noch Bruchstücke ihrer früher wie ein kurzer Marsch oder eine Fanfare klingenden Tonreihe. Christoleit macht hierfür die zunehmende Industrialisierung verantwortlich, durch die die Vögel beunruhigt werden. Allerdings behaupten andere Vogelforscher, dass, mit Ausnahme der ziemlich degenerierten Stadtvögel, vorläufig nicht zu befürchten sei, dass die Vögel das Singen verlernten.