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E_1936_Zeitung_Nr.088

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14 Automobil-Revue —

14 Automobil-Revue — Nun haben es die Frauen wieder eilig, sich mit allen Waffen der Schönheit auszurüsten. Sie sind mit ihrer Verwandlung gründlich beschäftigt, bestreben sich, ihre Umgebung durch ihr neues, verschönertes Aussehen zu überraschen. Es gibt einen alten, französischen Satz der sagt: une femme mal peignee a toujours l'air sale. Diese Bemerkung ist gar nicht so unzutreffend. Es liegt viel Aufgeräumtheit und'Frische in einer'gut gehaltenen Frisur. Namentlich heute braucht sie mehr Sorgfalt; denn die allgemein getragenen Locken wollen gepflegt sein. Sie schenken aber dafür der Frau viel grösseren weiblichen Reiz als dies bei der kurzen, glatten Frisur noch vor wenigen Saisons der Fall gewesen ist. Heute gelten lockere Frisuren etwas, die ein zierliches Köpfchen herzaubern, die eine schöne Umrisslinie bringen und mit dem Gesicht harmonisch zusammengehen. Es wird dabei angestrebt, dass der Scheitel tief rechts sitzt und kurz ist. Damit wird mit steifer Symmetrie gebrochen; beide Kopfseiten erhalten eine ganz verschiedene Belebunng. Nach links, beinahe parallel mit der Stirne, die meistens frei bleibt, zieht sich die grössere Haarmasse hin. Die Haare werden nach hinten hochgenommen, um sich, in leicht gelösten Locken, nach vorn hin etwas zu überschlagen. Die Ohren sind zu kaum einem Drittel vom Haar bedeckt, liegen im Bereich schön gelegter Locken. Auch rechts rollt sich die kleinere Zahl etwas nach vorn, wie Wellen, die einem besonderen Rhythmus gehorchen. Beide Lockengruppen setzten sich in einer weichen, geschlossenen Rolle fort, womit der Praktische Frisur mit Nackenwelle. (Creation Gebr. Bachmann, Zürich.) Kranz anmutig schliesst. So wirkt sich die neue, für den Alltag ausgezeichnet passende und haltbare Engelsfrisur aus. Sie steht den meisten Frauen recht gut, da sie sich ihrem wechselnden Gesichtstypus mit kleinen Aenderungen ausgezeichnet anpassen lässt. Natürlich setzt sie gut ausgeführte Dauerwellen voraus. Junge Mädchen wie manche Frauen bleiben auch abends dabei; die jungen Damen tragen dazu einen schmalen, ziemlich weit nach hinten gerückten Blumenkranz. Für Blondinen mit reichem Haar lässt sich eine üppigere, namentlich abends gern gewählte Haartracht ausführen. Hier sehen wir einen, gegen die Stirnmitte hingerückten Lockenbausch und wieder nach hinten hochgenommenes, in vollen Locken dem Kopf anliegendes, teilweise etwas aufstrebendes Haar, das wieder« in Nackenrollen oder dicht stehende, einzelne Locken übergeht. Diese Art der Engelsfrisur, von der es für Brünette eine aufge- nsiir Lockenfrisur für Blondinen, abends mit Blume. (Creation Gebr. Bachmann, Zürich.) lockerte, kleidsame Spielart gibt, sieht festlich aus, passt sich dem Stil grosser Abendkleider eng an. Blumen erheitern sie, die sich in ihrer Gestalt mit den beinahe blattartigen Locken schön verbinden. Die gleichen Blumen, die am Ausschnitt duftig wirken, zieren auch die Frisur. Nicht alle Frauen verfügen jedoch über genügend langes Haar, um diese Locken auszuführen. Sie haben den Nacken angeschnitten, als es galt, zu schwimmen, ßie müssen nun etwas Geduld haben und sich ilie Haare in Wellen legen lassen, bis die Nackentcille ausführbar ist. Damit wird übrigens schön 4iel Weichheit erzielt. Im übrigen Wird:es immer&esichtszüge geben, die mit einer ganz einfachen Frisur vorteilhaft aussehen, was ihnen auch heute nicht verwehrt wird, obschon die Mode anderes erstrebt. Zöpfe dagegen fallen immer noch* der Schere zum Opfer und kommen uns kurios vor.; E. Seh. Wie bezaubernde Stimme Aus Riga wird berichtet: Die lettischen Zollbeamten führen seit einiger Zeit einen energischen Kampf gegen den immer mehr überhandnehmenden Schmuggel. Insbesondere ist es die Damenwelt, die unter allen möglichen Kniffen hochwertige Pariser und Wiener Modemodelle unverzollt einschmuggeln will. Vor wenigen Tagen passierte die litauische Opernsängerin Darlys Drangeliene, die sich auf eine Gastspielreise nach Riga "begab, die Grenze. Die Künstlerin, die in ihrer Heimat zu den elegantesten und bestangezogenen Damen zählt, führte auch diesmal eine grosse Zahl der herrlichsten Toiletten mit sich. Als nun der Grenzbeamte verlangte, dass sie diese Kleider verzolle, erklärte sie, sie sei Sängerin und benötige diese Toilette zur Ausübung ihres Berufes. Der Zöllner entgegnete ihr, dass dieser Trick allzuoft angewendet werde und gar nicht mehr ziehe. Kurz entschlossen bat ihn die Drangeliene, Platz zu nehmen. Sie sang zuerst die «Butterfly>-Arie und dann die Arie der Tosca — das ganze Publikum des Zuges hatte sich inzwischen um den Waggon geschart. Von ihrer Kunst hingerissen, erklärte der Zollbeamte, er zweifle nicht mehr daran, dass; sie Künstlerin sei. Darlys Drangeliene durfte, ohne ihre Garderobe zu verzollen, nach Riga Weiterreisen, wo sie ebenso durchschlagenden Erfolg hatte wie im Grenzbarmhof. Kosmetischer Humor. «Schon wieder willst du Geld?!» wunderte sich der Ehemann. «Und gleich dreissig Franken? Wozu denn?» — «Ich gehe in den Salon für Schönheitspflege.» — «Ach so! Da hast du sechzig!» Der Gatte sieht zu, wie sich seine Frau mit der heissen Lockenschere hinten die Haare einrollt, wie es die Mode jetzt fordert. «Weshalb lässt du dein Haar nicht so, wie es ist?» fragte er. «Wenn die Natur gewollt hätte, dass dein Haar hinten lockig sein soll, dann würde es auch lockig sein.» — Darauf meint sie: «Die Natur weiss aber, dass ich jetzt alt genug bin, es selbst zu besorgen.» Humor auf Reisen. Programmänderung. Als der Reisende im Hotel seinen Koffer auspackte, sagte er zu dem Stubenmädchen: «Was ist denn in diesem Nest los? Wohin kann man heute abend gehen?», — «Heute ist gar nichts los. Erst morgen.» — «Und was ist morgen?» — «Morgen habe ich Ausgang.» Schutz den ^Slaaren Von Dr. P. M. Moufang. Die Erhaltung eines gutaussehenden, natürlichen und reichen Haarwuchses ist für beide Geschlechter wichtig. Denn oft hängen erfolgreiches Auftreten und berufliche Wirkung weitgehend davon ab. Wenn Glatzen bei Frauen seltener sind als bei Männern, so rührt dies häufig daher, dass das schöne Geschlecht mehr darauf bedacht ist, beizeiten das Notwendige zu tun. Das beste ist auch hier das Vorbeugen. Sobald sich Schuppen im Kopfhaar zeigen, die oft wie ein feiner Puder stäuben, so ist das ein Signal, dass alsbald etwas geschehen muss, soll nicht über kurz oder lang ein vermeidbarer Haarausfall nachfolgen. Diese kleieartigen Schuppen oder Schinnen sind nichts anderes als eine Abschilferung der obersten Zellen der Hornhaut. Häufig tritt • gleichzeitig auch eine starke Absonderung der Talgdrüsen, eine sogenannte Seborrhoe, d. h. Fettfluss, in Erscheinung. Wartet man zu, so kann das Haar nicht mehr, wie notwendig, durch die Blut- und Lymphgefässe der Haut von innen her ernährt werden, weil die Verhornung dann schon bis zu den Wurzelscheiden des Haares fortgeschritten ist. Würde dieser Punkt erst einmal erreicht, so fällt das Haar unweigerlich aus. Greift man aber beim ersten Anzeichen oder bald danach ein, so können verhältnismässig einfache Mittel helfen. Kopfwaschungen mit Wasser und Seife bewirken wohl eine gewisse Reinigung, aber sie allein können die Schuppen nicht beseitigen. Dazu ist vielmehr ein Waschen mit dem« sogenannten Hebraschen Seifenspiritqs erforderlich, der in der Drogerie oder Apotheke erhältlich ist. Man verreibt eine hohle Handvoll dieses Grundstoffs gründlich auf dem ganzen Kopf und verteilt dann ebenso eine Handvoll lauwarmes Wasser über den ganzen Haarboden. Wenn man das dreimal hintereinander wiederholt, bildet sich auf dem Kopfe ein besonderer Seifenschaum. Um ganz zu wirken, muss dieser Schaum zehn Minuten lang auf '"dem Kopfe belassen werden. Dann aber wird &r mit reichlich lauwarmem Wasser vollständig abgespült. Nach gutem Trocknen des Haares ist es oft auch angezeigt, die Kopfhaut noch mit einem zehnprozentigen Sulfoformöl einzureiben. Damit dieses Oel überall hingelangt, muss man jeweils einen Teil des Haares abscheiteln und ein wenig Oel genau einreiben. Diese Behandlung bewirkt in kurzer Zeit ein Aufhören der lästigen Schuppenbildung und ebenso in wenigen Wochen ein Aufhören etwaigen Haarausfalls. Von da an erst können Eine kitschige Geschichte Eine fast unglaubliche Geschichte, die an einen Groschen-Roman erinnert, ist in Biarritz passiert. In einem eleganten Hotel war ein reicher Amerikaner abgestiegen, den man den Baumwollkönig von New Orleans nannte. Er verlangte nach einer Stenographin, und bekam den Besuch einer besonders hübschen Person, die er freilich.zuerst gar nicht näher in Augenschein nahm, so sehr beschäftigte ihn das Diktat. Als aber Herr Warrens, so heisst der Baumwollkönig, das junge Fräulein ordentlich ansah, erbleichte er und unterbrach seine Arbeit. Er beschwor das Mädchen, ihm sogleich zu sagen, wie sie heisse und wie alt sie sei, denn sie habe eine verteufelte Aehnlichkeit mit irgend wem; und ob sie etwa Verwandte in Rouen habe? Fräulein Dorette Beliier verriet, dass sie so heisse, neunzehn Jahre alt sei, und dass ihre Mutter aus Rouen stammte; doch seien sie beide vor siebzehn Jahren nach London übersiedelt, wo sich Mama als Sprachlehrerin fortbrachte, bis sie, vor neun Jahren, starb. Daraufhin schloss Mister Warrens das hübsche Mädchen in seine Arme (es sah draussen vor dem Strand die Yacht des Amerikaners und wehrte sich nicht...). Und er erklärte der Verblüfften: er habe vor etwa zwanzig Jahren ihre Mama»in einem französischen Feldspital kennengelernt, als er, amerikanischer Leutnant, schwer verwundet, dort zu liegen kam. Er habe sich in die Pflegerin, die ihn rettete, verliebt, und seine Liebe sei auch erwidert worden. Sie seien beide sehr glücklich miteinander gewesen, doch habe er der Frau verheimlicht, dass er bereits in Amerika verheiratet sei. Als sie e». erfuhr, habe sie ihn verlassen. Er habe später in Erfahrung gebracht, dass die ehemalige Pflegerin ein Mädchen geboren habe und nach London übersiedelt sei, doch konnte er ihre Adresse nicht ausfindig machen. Dorette Bel- Iier gestand, dass ihre Mama ihr ihren Vater nie nennen konnte. Und so erkannten sie einander, Vater und Tochter, und in die Arme sanken sich beide. Dorette, die Stenotypistin, ist rasch zur Milliardärstochter avanciert, und augenblicklich ist sie bereits zu Schiff nach ihrem neuen Vaterland. men «Liliom» bekannt und gefürchtet. Er war weniger zügellos als der Theaterheld Molnars. der Haarwässer, die je nach Bedarf zum Aus-autrocknen (mit Alkohol) oder zum Einfetten allen Bühnen der Erde, auch in Japan, bekannt (mit Oel) dienen, für die Gesunderhaltung des Haarbodens und zur Förderung des Haarwuchses ihre volle Wirkung entfalten. Warnung! Stimme hell wie Glockenton, Reife, rote Lippen, Glühend wie des Feldes Mohn, Lockend dran zu nippen. Wortgepränges süsser Schwall, Engel zu umgarnen, Herze härter wie Metall, — Knabe lass dich warnen! Rosenblüte, Lockenduft, Schmeichelnde Gesänge; Wenn dich die Sirene ruft, Geh nicht in die Fänge! Heinrich Briner. Ich verkaufe wieder Rasierklingen Auf vielseitigen Wunsch und durch das überaus grosse Lob der Rasierklinge „Tschy" habe ich den Entschluss gefasst, dieselbe eigens für mich anfertigen zu lassen. Die Rasierklinge „Tschy" ist nur bei mir erhältlich. Ich garantiere, dass dieselbe aus bestem Schwedenstahl 0,10 mm, hauchdünn und erstklassiges Schweizerfabrikat ist, und, was die Hauptsache ist, eine Klinge wie die andere ist gleich gut. Das Paket, 20 Stück Rasierklingen, kostet nur 1.50 Kein Nachnahme-Versand. Portofreier Versand nur geg. Erzählung auf Postcluckkonto VIII / 21.735 Arthur Giese Talstrasse 9, ZÜRICH zwischen Baur au Lac und Börse — Telephon 74.604 Das Stammpublikum des Stadtwäldchens, des Budapester «Wurstelpraters>, beklagt den Tod Julius Suranyis, des volkstümlichen Hutschenschleuderers. Nach • seinem Vorbild hat Franz Molnar seinen «Liliom» gestaltet. Das wusste nicht nur Suranyi - sondern das ganze Stammpublikum des Stadtwäldchens. Das trug ihm die grosse Volkstümlichkeit ein. Suranyi war Jahrzehnte unter dem Na- und geliebt ist. Er war verheiratet und lebte mit seiner Julika in glücklicher Ehe. Hier musste eben die Bücherromantik hinter die Wirklichkeif zurücktreten. Suranyi war in seiner Jugend ein strammer, toller Bursche. Die Weiblichkeit des vierten Standes schwärmte für ihn, und er hat mit eifersüchtigen Widersachern manchen schweren Strauss ausgefochfen.' Schliesslich landete er im Hafen der Ehe. Molnar lernte diese eigenartige Stadtwäldchenfigur zu Beginn des Jahrhunderts kennen. Suranyi erzählte mit Stolz, wie er mit dem Dichter im Wirtshaus «Zur Triesterin> zechte und dabei bunte Geschichten aus seinem Leben zum besten geben musste. Denn Liliom war nicht nur ein Herzenbrecher und Raufbold, er war auch ein guter Geschichtenerzähler. Nun ist er, wie Molnars Liliom, in die Himmelsgefilde eingezogen. Die Literaturgeschichte weiss von vielen Vorbildern unsterblicher Dichtergestalten zu berichten. Legenden spinnen sich uVn das Leben derjenigen, die ein Dichter in seinem Werk eingefangen hat. Bei Suranyi ist die Legende zur Wirklichkeit und die Wirklichkeit zur Legende geworden. Er hat seinen Ruhm im Leben in vollen Zügen genossen, und wenn unsere Zeit dafür Müsse und Sinn hätte, würde auf seinem Grabmal die Inschrift gesetzt werden: «Hier ruht Liliom, der Hutschenschleuderer, der durch einen Dichter zu Ruhm gelangt ist.» für Korridor Wohnzimmer Esszimmer Liliom Prunk- Kommoden A. Berberich, SSLiX Zürich 8 beim Stadttheater

N° 88 — Automobil-Revue 15 Sa ist das £ebett Rä f seluErcrltf « A&tnteue* eines dexlenfisctiexs Von dem furchtbaren Abenteuer eines Perfenfischers berichten französische Blätter aus Mexiko. An einem Küstenstrich, an dem seit mehreren Generationen keine Haifische beobachtet worden sind, wurde kürzlich ein Perlenfischer von einem Haifisch überfallen und erlitt fürchtbare Verletzungen. Was diesem Fall eine besondere Merkwürdigkeit verleiht, ist der Umstand, dass sich der Perlenfischer nicht mehr unter Wasser, sondern bereits in seinem Boot befand, als ihn der Haifisch attackierte. Der Perlenfischer hatte an diesem Tage reiche Beute gemacht. Seine Arbeit in der Meerestiefe — er befand sich in ziemlicher Entfernung von der Küste — war ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Erschöpft nahm er in seinem Boot eine kleine Mahlzeit ein, als das Boot plötzlich durch einen furchtbaren Schlag umgeworfen wurde und der Perlenfischer, der seine Taucherrüstung schon abgelegt hatte, ins Meer stürzte. Der Mexikaner sah zu seinem Entsetzen in seiner nächsten Nähe den aufgerissenen Rachen eines Haifisches. Der riesige Raubfisch schlug in rasendem Zorn das Boot in Trümmer. Diesen Augenblick benützte der Perlenfischer, der selbstverständlich ein ausgezeichneter Schwimmer ist, zu einem Fluchtversuch. Mit mächtigen Stössen schwamm er. der Küste zu. Schon glaubte er sich der Gefahr entronnen, als plötzlich in seiner nächsten Nähe wieder der Haifisch auftauchte. Die Bestie biss dem Unglücklichen das Jinke Bein ab, und er wäre in Stücke gerissen worden r wenn nicht die furchtbare Gefahr, in der er sich befand, vom Ufer beobachtet worden wäre. Mehrere seiner Kameraden, die seinen Fluchtversuch beobachtet hatten, kamen ihm harpunenbewehrt zu Hilfe. Es gelang ihnen zunächst, den Haifisch von seinem Opfer abzulenken und den Schwerverletzten in einem Boot zu bergen. In einem zweiten Boot begannen.- fünf Fischer, jeder mit einer mächtigen Harpune bewaffnet, die Jagd auf das Ungeheuer. Als sich aber der Haifisch in tobsüchtiger Wut gegen ihr Boot wandte, hielten sie es trotz ihrer Harpunen für klüger, auf den Kampf mit der offenbar völlig ausgehungerten Bestie, die in mörderischer Wut, unbekümmert um die drohenden Harpunen, immer neue Angriffe gegen das Boot unternahm, zu verzichten und möglichst schnell ans Ufer zu rudern. Jjcaqische £ie&e auf dec feufelsinsel Stadttheater Ab ends 8 Uhr, Sonntag nachmittags 3 Uhr. Fr. abend 30. Okt. Iphigenia in Aulis, Oper von Gluck, mit Sigrid Onegin a. G. (B-Ab. 4). Sa. nachm. 31. Okt. Heidi. Sa. abend 31. Okt. 3 X Georges. So. nachm. 1. NOV. 3 X Georges. So. abend 1. Nov. Hoffmanns Erzählungen, Oper von J. v. Offenbach. MO. abend 2. NOV. Trudi Schoop: Die blonde Marie. Di. abend uric 3. NOV. Trudi Schoop: Die blonde Marie. Mi. nachm. 4. Nov. Heidi. Mi. abend 4. Nov. 3 X Georges. Schauspielhaus Abend8 8 « *"»*• Sonn - tag nachm. 3H Uhr Fr. abend 30. Okt. Neu « Offiziere, Schauspiel von Georg Fräser. Sa. abend 3t. Okt. P«r Gynt, Schauspiel y. Ibsen, Musik von Grieg. So. nachm.' I.NOV. 3H Uhr: Dr. tned. Hlob Praeto- '••'•• rlus, Facharzt für Chirurgie u. Frauenleiden, Komödie v. Curt Götz. SO. abend , 1. NOV. Neun Offiziere, Schauspiel von Georg Fräser. Gymnastik — Tanz im Conservatoire de Danse, Obere ZSune 20 Ltg.. Mario Volkart, du Theätre nat. d< l'Opera de Paris Allgemeine Körperkultur Rhythm. Atmungs-Heil-Gymnastik. 2 schöne, belle Säle, Douchen. Massage. Kürzlich hat der bekannte englische Reiseschrifteller Nicol Smith die Teufelsinsel besucht. Er erzählt den tragischen Roman einer weissen Frau, der einzigen gebildeten Frau, die auf den Inseln zu finden ist. Es ist Madame Duez, einstmals eine verwöhnte Dame der Pariser Gesellschaft. Ihr Gatte, ein hoher Beamter, wurde angeklagt, bei der Trennung von Staat und Kirche in Frankreich grosse Gelder veruntreut zu haben, und zu zwölf Jahren Teufelsinsel verurteilt. Nach diesem Urteilsspruch blieb dem Manne fürs Leben keine Hoffnung mehr — ausser der Treue seiner Frau. Frau Duez erklärte, sie wolle nach den zwölf Jahren der Gefängnishaft ihrem Manne folgen und sein Leben als Kolonist mit ihm teilen. Und sie hielt Wort. Zwölf Jahre, von 1910 bis 1922, lebte sie in tiefster Zurückgezogenheit in Frankreich, im zwölften traf sie ihre Vorbereitungen für die Wiedervereinigung mit ihrem Gatten. Zu diesem Zweck musste sie sich zunächst von ihm scheiden lassen, weil es ihr nur auf diese Weise möglich war, wieder in den Besitz ihres Vermögens zu kommen, das, solange sie in ehelicher Gemeinschaft mit Duez lebte, dem Staat verpfändet war. Beim Wiedersehen erkannte Frau Duez ihren Gatten kaum. Aber sie fingen alle beide tapfer an, aus den Trümmern noch einmal ein gemeinsames Leben aufzubauen. Zunächst erwarben sie von der französischen Regierung eine kleine Insel «lief de Mere», die ihre Heimat werden sollte. Dann nahmen sie zwei Dutzend «Iib6r6s> in Dienst und legten in dem unbarmherzigen Boden die Grundlagen für ein Haus und einen Garten. Duez musste selber zupacken. Er tat es bereitwillig. Aber sie konnten für die Gemüse, die sie zogen, oder für die Fische, die sie fingen, nur sehr schwer Abnehmer finden. Nicht, dass die Leute ihre Ware nicht gewollt hätten, aber niemand gönnte in Guayana dem andern etwas Gutes. Nach und nach ging ihr Geld zu Ende. Nicht aber ihre Hoffnung. Sie rechneten darauf, dass Duez die Erlaubnis erhalten würde, nach Frankreich zurückzukehren. Sie nahmen sogcir den Waisenknaben George an Kinrlesstatt an. George fiel ins Wasser und ertrank. Sie glaubten, dieser Schmerz sei der letzte, der ihnen in diesem Lande bestimmt wäre. Das war ein Irrtum. Das he'ssersehnte Schriftstück kam 1932 aus Paris. Es brachte die Mitteilung, dass Duez die Erlaubnis, nach Frankreich zurückzukehren, verweigert wurde. Er sollte auf Lebenszeit in Guayana bleiben. Auf Lebenszeit? Es war ein tragischer Witz. Zwei' Monate später war er tot. Seine Witwe ist in Guayana geblieben. Natürlich könnte sie nach Frankreich zurückkehren. Aber das Leben hätte dort für sie keinen Inhalt mehr. Ausserdem ist sie völlig verarmt. So lebt sie noch immer an dieser mörderischen Küste, eine einsame, hoffnungslose, für ihre fünfzig Jahre, vorzeitig ergraute Frau. £ustiges Gefängnis Im Gefängnis von Sabinov in der Tschechoslowakei hatten es die Gefangenen besonders ,gut. Der Gefangenenwärter trank gerne ein Gläschen, wenn er dazu eingeladen wurde. Die Gefangenen luden ihn ein. Fast jede Nacht unternahmen sie gemeinsam mit ihrem Aufseher Kneiptouren durch die verschiedenen Lokale und kehrten erst gegen Morgen zurück, um sich am Tage auszuschlafen. Und wenn nicht zufällig ein Vorgesetzter den Wärter mit seinen Schutzbefohlenen um 3 Uhr früh im Wirtshaus angetroffen hätte, würde es in Sabinov noch jetzt ein lustiges Gefängnis geben; so aber gibt es nur einen Gefangenen mehr: den ehemaligen Gefangenenwärter. Empfehlenswerte Unterhaltungs- u. Gaststätten Hungaria - Jonny Bar Beatengasse 11 Erstkl. Küche, gepflegte Weine. — Täglich Konzerte erster Orchester. Parkplatz vor dem Haus. Inh.: Farn. Zürcher. LimmatfiaUS am Limmatplatz Telephon 58.911 Hotel - Restaurant - Säle. Wannen- und Medizinalbäder. Zimmer m. fl. Wasser 3.50 Zentralheizung. Geheizte Garage im Hause. Eigener Parkplatz. Das renovierte Hotel RothllS Marktgasse 17 offeriert Zimmer m. fliess. Kalt- u. Warm- Wasser zu Fr. 2.75 u. 3.85, inkl. Bedienung. Jos. Füchslin-Hensler. Vegetarisches Rest. Engehaus General Willestrasse 8 Erstklassige Diätküche. Parkplatz v. d. Haus. Zeughauskeller am Paradepi a tz Eine Sehenswürdigkeit. Kücbe und Keller berühmt Familie Biedermann-Sutter, Besitzer des Hotel Fneel in Raden b Turm Nacft'äerfi KINO essen *i/ Qj^l R FÄI Autoparkplatz - off. bis 24 Uhr - Nüschelerstr. 30 Der Onkel gratuliert allen 329 richtigen Lösern des Leuchtwegweiser- Wettbewerbes zu ihrer glänzenden Leistung. Das Rätsel war nämlich gar nicht besonders leicht; für viele Leuchtwegweiser genügte es wdhl, dass map auf der Karte nachschaute — aber es waren einige dabei, die man persönlich gesehen haben musste. Jeder von den «richtigen> erhält in den nächsten Tagen seinen Fünfliber in Form eines Bezugsscheines, den er ganz nach Belleben in Benzin, Reparaturen, Göggeli oder sanfte Nachtruhe umwandeln kann. Dazu kommen noch die drei Ganzglücklichen, denen durch die zarte Hand eines Bureaufräuleins, der «Automobil-Revue» das Los eines Geldpreises zufiel. Der Onkel kondoliert ebenso herzlich den Lösern, die vom Pech verfolgt waren und mit Spannung dis Liste der «richtigen» zur Hand nehmen und sie mit Enttäuschung weglegen. Der Onkel Weiss auch ganz genau, dass dieses Bataillon von 814 Einsendern das Richtige gemeint hat. Aber man sollte das Richtige nicht nur meinen, sondern auch sagen. Engherzig war die Jury des Wettbewerbes nicht. Sie hat zum Beispiel für den Leuchtwegweiser «Lausanne» auch die Bezeichnungen «Vidy», «Ouchy» ohne weiteres angenommen. Sie hat sich auch aus den orthographischen Fehlern nichts gemächt: einige machten ein «Vichy» aus «Vidy» und «Ouchy», und ein ganz grosser Geograph schrieb «Teilsberg» statt. Dejsberg. Alles das wurde als richtig anerkannt. Hingegen mussten natürlich die Ortsbezeichnungen mit dem Standort des Leuchtwegweisers übereinstimmen. Da wäre viel zu erzählen I Wohl den meisten Lösern hat der Wegweiser Nr. 3 (Wattwil) Schwierigkeiten' bereitet. Wo dieser Wegweiser nicht überall stehen sollte I In Altstätten, in Wil (St. Gallen), in Rheineck, in St. Marqrethen, in Buchs (St. Gallen), ja sogar in Pfäffikon iSchwyz). Das war natürlich zuviel. Statt Frauenfeld haben viele «Winterthur» angegeben (Nr. 5) .' Ausstellung moderner Kunst. «Sind Sie wahnsinnig? Was soll dieses Bild hier bedeuten? * (New Yorker.) Alexander Dumas wurde einmal gefragt, was ein Wechsel sei. Da zog Dumas ein Wechselformular aus der Tasche und sagte: « Siehst Du, das kostet 30 Centimes. Und wenn ich meine .Unterschrift darauf setze, ist es wertlos.» •Sie: «Du scheinst ja nicht entzückt darüber gewesen zu^ sein, das Jahresende, mit mir zu verbringen! » Er: « Ach, das war's nicht —: — wenn ich nicht ein neues mit dir beginnen musste» Immer wieder Bernard Shaw... Einmal wurde die Frage erörtert, wer im jenseitigen Leben lieber im Himmel und wer lieber in der Hölle sein wollte. Da erklärte Bernard Shaw, der anwesend war, kurz: «Was das Klima anbelangt, ziehe ich den Himmel vor, was die Gesellschaft anlangt, die Hölle.» Bernard Shaw sagte einmal: «Es gibt zwei Sorten von unglücklichen Menschen: solche, denen ihr Herzenswunsch all ihr Leben lang nicht in Erfüllung geht, und solche, denen er in Erfüllung geht. Die ersteren sind immerhin noch die Glücklicheren von beiden.» Der Direktor einer Filmfirma besuchte G.B. Shaw, um die Verfilmungrechte an einem Shawschen Stück zu erwerben. Shaw erklärte sich zu allem bereit und fand die ihm gebotene Summe angemessen. «Sie können mit meinem Stück machen, was Sie wollen», sagte er. ^(Kürzen Sie es nach Belieben oder verlängern Sie es, wie es Ihnen passt, Sie können auch neue Personen einführen — alles, was Sie wollen. Nur eine Bedingung stelle ich: Sie müssen den Titel des Stücks ändern und dürfen meinen Namen nicht nennen.» Tierchen, fn einem Eisenbahnabteil sitzt eine Dame mit einem Hündchen auf dem Schoss. Ein nettes Tierchen, das sich aber unausgesetzt kratzt. Die Mitreisenden werden unruhig und rücken immer weiter ab, worauf die Dame fragt: «Sie lieben Tiere wohl nicht?» «Nicht unter einer gewissen Grosse...» — und doch hätten die noch schwach lesbaren Reklameschilder auf die Spur geholfen, wenn man ein Telephonbuch zur Hand genommen hätte I Item, der Schuss isch dusse. Die einen mögen sich über ihren heutigen Erfolg freuen, die andern auf den nächsten. Eine Mahnung möchte der Onkel aber allen Lösern mitgeben. Dass zwei Glieder einer Familie, jedes für sich, eine Lösung schickt, ist in Ordnung. Es geht aber nicht an, dass zehn oder zwanzig Lösungen von der gleichen Handschrift geschrieben, und wenn's gut geht, :noch von irgend jemand unterschrieben werden. Auf keinen Fall ist es statthaft, dass eine Person für eine andere unterschreibt. Also auch da masshalten, selbst wenn es Fünfliber regnet, wie hier. Mit dem Fünfliber in der Tasche — oder im Davonschwimmen — gehen wir zur Rätsel-Tagesordnung über. Ein Silbenversteckrätsel wird, so hofft der Onkel, ein wenig Abwechslung in die Stubenhockerei bringen, die das stürmisch-kalte Wetter uns auferlegt. Silbenversteckrätsel a, auch, bau, be, be, beck, de, der, dy, ers, gen, gen, gntt, gung; in, la, la le, len, li, li, lü, mann, mit, mit, mon, muss, my, na, pis, po, pool, res, ri, rieht, se, sei, ste, ta, tag, tan, te, te, ter, tut, um, nn, ver, ver, wei, wisch, zi, zu. Aus obigen Silben sind 18 Wörter nachfolgender Bedeutung zu bilden. Jedem dieser Wörter ist eine fett gedruckte Silbe zu entnehmen. Diese Silben, nacheinandergelesen, ergeben einen Reim von Wilhelm Buscb. 1. Mohamedan. Bettelmönch. 2. Grosse Rosine. 3. Geheimkult. 4. Zwang. S. Sprengstoff. 6. Schulmässige Belehrung. 7. Anteilnahme. 8. Hansastadt. 9. Berührungslinie. 10. Lasurstein. 11. Bienenkönigin. 12. Maisspeise. 13. Altägypt. König. 14. Landmann. 15. Tageszeit. 16. Grösste engl. Hafenstadt. 17. Unterhaltung. 18. Fromme Sage. 33as Auta= / JJlagaiin lacht Ans der grossen Politik. In der Völkerbundsstadt stand eines Tages eine für Rumänien wichtige Frage zur Entscheidung und Titulescu erkundigte sich beim französischen Delegierten Joseph Barthelemy, welche Haltung Frankreich einnehmen werde. Er erhielt die Versicherung: «Wir werden Sie unterstützen, auch wenn Sie im Unrecht sind.» Worauf Titulescu antwortete: «In einem gleichen Fall würde ich nicht einmal daran denken, dass Frankreich im Unrecht sein könnte.» Eine reiche Amerikanerin, die Mr«. Roosevelt flüchtig kannte, kam eines Tages ins Weisse Haus. Sie wartete eine ganze Weile in einem kleinen Salon und wurde dann in einen grossen Empfangssalon geführt, wo sie von Mrs. Roosevelt empfangen wurde. Als sie sich verabschiedete, schlug ihr die Frau des Präsidenten einen Rundgang durch das Weisse Haus unter der Führung eines Sekretärs vor. Der junge Mann begann damit, der Dame den kleinen Salon zu zeigen, in dem sie gewartet hatte. «Hier», meinte er, «warten die Leute, denen wir keine Bedeutung beimessen.» Ein Gemischtwarenhändler schreibt seinem Lieferanten in der Stadt eine Postkarte folgenden Inhalts: «Schicken Sie mir sofort einen Sack Reis wie zuletzt, aber sehr schnell, weil ich keinen Reis mehr habe. Achtungsvoll J. A.» Bevor er die Karte aufgibt, setzt er hinzu: « Gerade sagt mir meine Frau, dass noch ein halber Sack Reis da ist, also schicken Sie mir vorläufig keinen. D. O.» Clemenceau war ein leidenschaftlicher Jäger. Einst schoss er eine Wildgans, sie fiel nieder, während ein Haufen Vögel sich «aus dem Schilf erhob und in einer geschlossenen Formation in den Himmel entschwebte. Clemenceau erkundigte sich, was es für Vögel seien, die er aufgescheucht hatte, und erfuhr, dass es Stare waren. Verloren blickte er ihnen nach: „ Das nenn' ich eine kompackte Majorität..." «'Vorwärts, beeilt euch mit der Maurerarbeit ein bisschen. Hier wartet ja bereits der Fensterputzer auf seine Arbeitl»