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E_1936_Zeitung_Nr.088

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« Die Automobifkonkurrenz > sehen werden. Immerhin hat er aber in seinem Buch eine Menge von Tatsachen zusammengetragen, die erlauben, sich ein wirkliches Bild von den Einwirkungen der Automobilkonkurrenz auf die Bahnbetriebe zu machen. Sehr interessant ist es auch, zu verfolgen, in welch verschiedener Weise die Eiseribahnverwaltungen auf die drohende Konkurrenz des Automobils reagiert haben. Gawer bestätigt in seinen Untersuchungen, däss die Bundes 1 - bahnen dabei keine-sehr glückliche Hand gehabt haben. Der erste Abschnitt befasst sich mit den schweizerischen Hauptbahnen in Vergangenheit und Gegenwart. Der Verfasser ist der Ansicht, däss kaum in einem Staate der Welt das Volk sich so intensiv mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen befasst hat wie.wir. Die Frage hat am 19. Jahrhundert das Volk am meisten bewegt, abgesehen vielleicht vom Problem der Schaffung des Bundesstaates. Wir erfahren, dass die Bundesbahnen zu einem, stärk übersetzten Preis vom Staat gekauft worden sind, und dass darin schon die erste Ursache der unglücklichen Finanzpolitik lag. Als zweiten Grund deckt Gawer die Tatsache auf. dass man es versäumt hat, die SBB mit einem Eigenkapita! In Form eines Dotationskapitals auszustatten. So waren sie von Anfang an auf Fremdkapital aufgebaut. Gawer schreibt: « Heute muss man diese Form der Finanzierung als eine ausgesprochene Fehlkonstruktion bezeichnen, die sich überhaupt nur daraus erklären lässt, dass zur Zeit der Verstaatlichung die Verkehrsund Einnahmeentwicklung der Schweizerbahnen eindeutig nach oben tendierte und dass die Bahnen damals noch ein fast unbeschränktes Verkehrsmonopol besassen, dessen Aushöhlung durch das Automobil niemand vorauszusehen wusste! Im Anschluss daran beschäftigt sich der Verfasser mit den Leistungen der Bundesbahnen bis zum Weltkrieg und besonders ausführlich mit den Sogenannten bahnfremden Lasten. Diese letzteren, werden auf total .459 Mill. Fr. beziffert. Eine weitere grosse Belastung im Interesse des Landes bedeutete die Elektrifizierung, die total 785 Mill. Fr. erforderte und während Jahren annähernd 10.000 Arbeiter beschäftigte. Was uns jedoch hier speziell interessiert, das ist die Behandlung der Automobilkonkurrenz. Auf 10 Seiten seines Buches entwickelt Gawer .seine Gedanken über, die Einflüsse der Autokonkurrenz auf den Betrieb der Staatsbahn. Er stellt zunächst fest, dass die Bahnen ihre monopolähnliche Stellung eingebüsst haben. Wir bezweifeln jedoch seine Behauptung, dass der Ausfall der Einnahmen der Bundesbahnen durch die Konkurrenz des Lastautomobils 40—50 Mill. Fr. beträgt. Die im Gang befindliche Güterzählung im Strassentransport wird darüber Aufschluss geben. Wenn Gawer sodann die Ungleichheiten des Wettbewerbes aufzählt und dabei die Auffassung vertritt, die Eisenbahnen stehen im Dienste der Volkswirtschaft, das Automobil aber werde «ausschliesslich im eigenwirtschaftlichen Interesse seines Besitzers betrieben », so müssen wir dieser Behauptung, die vor ihm schon Professor Saitzew aufgestellt hat, mit aller Entschiedenheit bestreiten. Kommt denn dem Automobil keine wirtschaftliche Lampe im Spiegel. Unmöglich, dass man einmal durch die Nacht gejagt war, einsam wie ein Verdammter. Plötzlich fiel ihm ein: «Sybil, — du hast mir noch nicht erzählt, was du die ganze Zeit über getan hast!» Er richtete sich halb auf und sah sie erwartungsvoll an. «Aber, Lukas! Unser Pakt, unser Bündnis, der Geheimvertragr wir wollen nie, nie wieder über diese Unglücksstunden sprechen!» «Natürlich», erklärte Lukas sehr vernünftig. «Wir wollen nicht mehr davon sprechen, ich möchte nur wissen, was du...» «Diese Schwüle!» sagte Sybil. «Glaubst du, dass es regnen wird?» «Sybil, — bitte!» «Vielleicht kommt ein grosser Regen und heute nacht beginnt der Herbst.» Aber er blieb hartnäckig. «Ich möchte aber wissen, was du in dieser Zeit angefangen hast...» Sybil lächelte schüchtern. «Ich habe zum Fenster hinausgesehen. Und Bedeutung zu ? Diese These zu vertreten heisst blind an den Tatsachen vorübergehen. Natürlich beruht der Betrieb des Automobils als Beförderungsmittel auf einer kaufmännischen Berechnung, die sich auf eine sinngemässe Gegenüberstellung von Unkosten und Einnahmen gründet, aber dieses Prinzip gilt doch wohl auch für die Bahnen,, denn sie müssen doch, obschon Staatsbetrieb, Ausgaben und Einnahmen ebenfalls in eine kaufmännisch gerechtfertigte Relation bringen. Das Automobil kenne keine Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit! Ja, sind denn die Steuern, welche die Automobilisten bezahlen,, sind die 50 Millionen jähjrlfehen Benzinzolls keine Verpflichtungen gegenüber der Allgemeinheit :•? Doch weiter: die Eisenbahnen kommen allein für den Unterhalt dei, Fahrbahn auf; das Automobil lasse seine Fährbahn — die Strasse — aus-* öffentlichen" Mitteln bezahlen. Ein ..reichlich abgedroschener und schon so ; oft -widerlegter«Spruch, idäss, er auch dem. Verfasser" nicht mehr hätte unterlaufen dürfen. Man wird den Eindruck nicht los, dass er hier sklavisch die Eisenbahnliteratur, d, h. die Propagandaschriften der . Bahnverwaltung kopiert hat. Denn Tatsache ist,: dass das.Automobil mindestens zwei Drittel der Kosten des Strassenbaues deckt, wobei zu beachten bleibt, dass die Strasse zum Teil noch anderen Benutzern dient, den Pferdefuhrwerken,., Radfahrern und Fussgängern, und dass deshalb der Allgemeinheit die Pflicht erwächst, etwas an die Strassenlasten zu bezahlen. Ausserdem vergisst Gawer dabei, die Zölle für Benzin in Berechnung zu ziehen, er «übersieht» die Tatsache, dass, entgegen der Verfassung, ein so hoher Zollansatz von 320•% des Wertes auf diesem lebenswichtigen Erzeugnis steht. Mit einer rein fiskalischen Betrachtungsweise' kommt man hier nicht aus, und keine objek* tive Betrachtungsweise kann dem Verlangen' die Rechtertigung absprechen, dass die exorbitanten Benzinzölle wieder auf die Strasse zurückfliessen. Dass man andere Lasten! wie Beförderungszwang* Fahrpfanpfficht,:' 'Tarifpflicht nicht ohne weiteres auf das Ati'tpmohil übertragen kann, ergibt sich aus der verschiedenen Natur der beiden Beförderungsmittel. Man muss es als erstaunlich und befremdend bezeichnen, dass ein in Verkehrsdingen, so wohl unterrichteter Autor gegenüber dem Automobil in eine derart oberflächliche Ur^ teilsweise verfällt und unbesehen Behauptungen übernimmt, die einer sachlichen Prüfung nicht standhalten. .,,,.,,,,., Wie zu erwarten, beschäftigt sich der Verfasser auch mit der Eingabe des Motorlästwagenverbandes, worin die gegenseitige Konkurrenz der Automobilbetriebe nachgewiesen wird. Dabei wäre freilich zu sagen,' dass'jdter dem Druck der Wirtschaftskrise aiicW^ie Bahnen Kampftarife aufgestellt haben, die auf. keine wirtschaftliche'Rendite-Mpii&Zffitspruchr machen können vrid dass'dieeid'g. Post seit Jahren mit dem Automobil Personen zu untersetzten Preisen befördert, nach ihren eigenen Angaben mit Fr. 1.35 Verlust Nun werden zur Zeit wieder einmal Erhebungen hinsichtlich vorhandener Tanks und deren Kapazität zur Lagerung von Treibstoffen durchgeführt. Den Bedürfnissen der Landesverteidigung werden diese kaum genügen, um so mehr als die grössten derselben im Grenzgebiet der Schweiz liegen. -Was läge näher, als die Neuordnung der Benzinmarkt^ Verhältnisse mit der Schliessung^ dieser eventuell verhängnisvoll werdenden Lücke zu verquicken, die sich bietende einzigartige-Möglichkeit beim Schöpfe zu packen? Könnte der Ausweg aus dem'Dilemma nicht heissen": ; ' !-; Auflockerung der Kontingentierung der Benzinimporte in dem Sinne, dass ausser den bisherigen Einfuhrbewilligungen^ welche sich bekanntlch auf einige wenige Grossimporteure beschränken, eine gewisse Zahl neuer Bewilligungen erteilt wird, deren Abgabe von der dann... ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, Liebes.» M «Mir geht es genau so!» Er drehte beschämt den Köpf zur Seite und küsste Sybils Schulter« Die gelbe Seide drängte sich weich an sein Gesicht. «Schön ist das», meinte Lukas einfältig. «Die vielen gestickten Bilder...» .. «Ich trage diesen Kimono so> gern! Man langweilt sich nie, wenn man ihn anhat. Und man kann sich einbilden, die ganze Welt ,zu sein... Ueber meinem linken Knie geht die Sonne auf, und vor meinem Herzen liegt ein furchtbarer Drache. Das ist sehr beruhigend.. In den Aermelfalten blühen zu jeder Jahres? zeit Blumen. Und die Flamingos hast du sie schon gesehen? Ueber meinem Rücken reist eine ganze Flamingowolke!» Sybil setzte sich eifrig hoch, drehte Lukas ihre Schultern zu. «Ja!» sagte Lukas gedankenvoll. Er sah ihren Nacken an. Der Reflex der gelben Seide Hess die Haut noch dunkler erscheinen. Jetzt schimmerte sie wirklich wie Metall, .tiefbraun t und geheimnisvolL Konnte eis unter dieser AUTOMOBTL-REVUE FREITAG, 30. OKTOBER 1936 — N° \ pro Reisenden. Dabei gehen wir mit dem Verfasser" durchaus einig, dass eine Ordnung in die gegenseitige Konkurrenz von Eisenbahn und Automobil kommen muss. Aber diese Ordnung darf nicht einseitig zugunsten der Bahnen ausfallen. DFe richtige Teilung des Verkehrs. Jedem Verkehrsmittel gebührt derjenige Teil des Verkehrs, für den es von Natur aus besser geeignet ist. Den Bahnen der Fernund Massen verkehr von Gütern "und Personen, dem Automobil der individuelle Haus- Hausverkehr, der Nahverkehr und der Transport empfindlicher Güter. Aber die im Projekt zu einem dringlichen Bundesbeschluss über den Transport von Personen und Gütern mit Motorfahrzeugen ]vorgeschlagene Regelung überspannt in dieser Hinsicht den Bogen in einer Art und W^ise, die sie als undiskutierbar erscheinen lässt. Sie ist vollkommen einseitig als Schütz der Bahnen vor unliebsamer Konkurrenz gedacht. Eine Konzessionierung des Fernverkehrs mag sich rechtfertigen, nicht abef diejenige des Nahverkehrs unil des Werkverkehrs, die jede pr.ei^bestimniendeMitwirkung des Automobils itmGutefi und -Personenverkehr ausschalten und den Bahnen praktisch wieder das Monopol verschaffen würde. Dass damit der Wirtschaft nicht gedient ist, liegtauf der Hand. Und noch eines: Gerade die Automobilkonkurren,z ist es gewesen, welche die Bahnen zu einer Anpassung .gezwungen hat. Ohne diese Konkurrenz könnten wir noch heute auf gewisse Verkehrsbesehleunigungen und Erleichterungen warten, aber von diesen wohltätigen Wirkungen der Automobilkonkurrenz ist im Buch V. Gäwers keine Rede. Und doch waren sie es schliesslich, welche die Bundesbahnen gezwungen haben, durch die Sesa die Haus-Hausbeförderung aulzunehmen und eine — wenn auth bescheidene — Zusammenarbeit von Bahn und Automobil herbeizuführen. Vollkommene Gleichheit der Wettbewerbsbedingungen für die beiden Verkehrsmittel zu schaffen, wie es der Verfasser verlangt, wird nie gelingen» Dazu sind die beiden Beförderungsmittel zu verschieden. Es hiesse das Automobil seiner Vorteile berauben, wenn man es einem Fahrplan, einer unbedingten Beförderungspflicht unterstellen wollte. Gerade in seiner Beweglichkeit liegt dar technische Vorteil des neuen Verkehrsmittels lind diese darf man ihm'nicht künstlich nehmen. Glaubt man denn im Ernst, das •^tömobif könne je wieder aus dem Verkehrsleben" ausgeschaltet werden? Wenn der gewerbliche Lastwagenverkehr gedrosselt wird, so übernimmt eben der Werkverkehr dessen ?Rolle. Probleme des Schweiz. Benzinmarktes (Scliluss von Seite 1.1 Verpflichtung zur Haltung der notwendigen Benzinreserven abhängt? Um eine Erschwerung der Marktkontrolle zu vermeiden, kämen nur Grossbezüger in Frage. Diese Lösung würde allerdings von den Importeuren ein gewisses Preisopfer verlangen. Doch rechnen diese Kreise bereits heute mit einem solchen Anziehen der Preisschlinge, ohne allerdings die Erwartung'aufzugeben, dass der Bund durch angemessene Reduktion des Benzinzolles'ebenfalls Entgegenkommen zeige. Auf dies letztere hätten übrigens sowohl Benzinimpörteure als -konsumenten billiges Anrecht, denn verschiedene Positionen, wie auch der am 25. Juni 1935 erhöhte Zuckerzoll sind bis auf das Benzin in konsequenter Verfolgung der neuen bundesrätlichen Wirtschaftspolitik bereits reduziert worden. Und was dem einen recht ist, dürfte dem andern billig sein! Bronzehaut Muskeln geben, Adern, Blut? Rührend schmal war der Nacken, gebrechlich, als gehörte er einer Vierzehnjährigen. «Wie alt bist du?» fragte Lukas und streichelte leise den Flamingoschwarm. «Vierundzwanzig.» Sybil wandte sich um, knüllte die Kissen zusammen und streckte sich aus. «Für mein Alter bin :ich noch ziemlich rüstig, nicht wahr? Das kommt vom Sport, Liebling. Eislaufen. Wenn nur schon Winter wäre..* Der Sommer in der Stadt bekommt mir nicht, man wird krank in dieser Schwüle. Ich habe jetzt oft daran gedacht, einen dieser fjämingos zu satteln und fortzufliegen, weit,, — irgendwohin, wo die Welt blau und kühl ist. Aber ich musste hier bleiben, es war so viel zu ordnen und wie gut, dass ich ^hierbleiben musste! Weisst du, was ich die ganze Zeit denke? Dass wir auf einer Wiese liegen...' ich bin so klein und glücklich und verloren, ganz wie auf einer Wiese....» i ".:,. ' (Fortsetzung folgt) Unterhalt der Simplonstrasse. (Aus dem Bundesgericht.) Das Wallis gehört zu den Kantonen, die vom Bunde alljährlich gemäss Art. 30 der Bundesverfassung mit Rücksicht auf ihre internationalen Alpenstrassen eine Entschädigung erhalten. Diese Entschädigung ist auf 100 000 Fr. festgesetzt, während der Unterhalt der allein als international im Sinne der Verfassung anerkannten Simplonstrasse alljährlich nur 20-^30 000 Fr. erfordert. Im neuen Walliser Strassengesetz von 1935 ist die Klassifikation dei Strassen einem Dekret des Grossen Rates überlassen geblieben. Dieses Dekret vom 8. Juli/11. September 1936 zählt die Simplonstreeke von Brig bis Ried- Brig und von Simplon-Dorf bis Gondo zu den Kantonsstrassen, Kategorie B, an deren Unterhalt und Umbau neben dem Kanton auch die Gemeinden beizutragen haben. — Die Stadtgemeinde Brig wandte sich in einem beim Bundesgerichte eingereichten staatsrechtlichen Rekurse ge^en diese Belastung, die dem Sinn und Geiste des Art. 30 BV widerspreche, solange der Unterhalt der Simplonroute nicht einmal den vom Bunde geleisteten Beitrag aufzehre. Auf die materielle Beurteilung dieses Rekurses ist das Bundesgericht durch Beschluss vom 23. Oktober nicht eingetreten. Wie aus Ait. 175, Ziffer 3 und Art. 178, Ziffer 2 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege hervorgeht, kann es sich beim staatsrechtlichen Rekurs nur um Beschwerden von Bürgern oder Korporationen wegen der Verletzung verfassungsmässiger Rechte handeln, die sie durch allgemein verbindliche oder sie persönlich betreffende Verfügungen oder Erlasse erlitten haben. Aus dem zur Begründung der Beschwerde herangezogenen Art. 30 BV aber, der sich mit dem Rechtsverhältnis zwischen Kantonen und Gemeinden nicht befasst, können keinerlei Verfassungsrechte der Gemeinde hergeleitet werden, die durch das angefochtene Grossratsdekret verletzt sein könnten. Wp. Schweizerische Rundschau Die Walenseetalstrasse marschiert. Der Beschluss des Bundesrates, die Fortsetzung der Kerenzerbergstrasse zu subventionieren, hat bewirkt,dass in der Ostschweiz die Bestrebungen für den Bau einer Walenseetalstrasse sich weiter intensiviert haben. Am 3. Oktober wurden in Flums die st gallischen Interessenten mobil gemacht und nun greift die Bewegung auch auf die östlichen Teile des Kantons St. Gallen und Zürich über, abgesehen davon, dass sich auch Graubünden einmütig für die Realisierung der Talstrasse einsetzt Man versteht es in diesen ostschweizerischen Gebieten nur schwer, dass sich das eidg. Oberbauinspektorat auf die Kerenzerbergstrasse versteift und die Walenseetalstrasse auf die lange Bank zu schieben sucht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn die Aktion « Pro Walenseetalstrasse » in ein beschleunigtes Tempo eintreten soll. Nachdem sich schon in Mels ein Aktionskomitee gebildet hatte, geht man daran, solche auch in Rapperswil und Zürich zu schaffen/um die Bewegung ins Volk zu tragen, Am 23. Oktober hat in Rapperswil unter dem Vorsitz von Bezirksammann Schmucki, Uznach, eine Konferenz von Vertretern des Regierungsrates St. Gallen, des Stadtrates Zürich, aller sanktgallischen und zürcherischen Gemeinden des Gasterlandes und der Verkehrsinteressenten des Seegebietes stattgefunden, die nach einem Referat von Landammann Kobelt, und nach ausgiebiger Diskussion ein Aktionskomitee unter dem Präsidium von Bezirksammana Schmucki bestellte. Auf den 8. November wird nun eine Volksversammlung nach Rapperswil einberufen, an der mit einer Resolution für die Walenseetalstrasse Stellung genommen und deren baldige Ausführung verlangt werden soll. Am 7. Oktober haben übrigens die Kantonsregierungen von Zürich, St. Gallen und Graubünden in einer dringenden Eingabe den Bundesrat ersucht, durch einen raschen Entscheid der Subventionsfrage die Inangriffnahme der Arbeiten an der rechtsufrigen Walenseetalstrasse im Jahre 1937 zu ermöglichen. ' V Sfran« Ausbau der Gotthardstrasse. Die Vorlage des Regierungsrates des Kantons Uri über den Ausbau der Nordrampe der Gotthardstrasse im Kostenvoranschlag von 5 Mill. Fr., woran der Bund an Subventionen 75 % zugesichert hat, wurde vom Urner Landrat mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Zwischen Wassen und Göschenen sind die Bauarbeiten bereits in Angriff genommen worden, und zwar wird zur Zeit die Strasse auf. eine Breite von 6 m ausgebaut, unter gleichzeitiger Verstärkung und Verbreiterung der Brücken und Errichtung von Stütz- und Futtermauern, so dass, nach Fertigstellung, dieses Strassenstück allen Anforderungen des modernen Automobilverkehrs entsprechen dürfte.

NO 88 FREITAG, 30. OKTOBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE $P '••• *•*•«§•••£«§•#«•» Rekordversuche von Mercedes wegen Schlechtwetterlage abgebrochen. Einzelheiten über den « neuen Mercedes ». Rennleiter Neubauer hat sich am Mittwoch früh gezwungen gesehen, die Rekordversuche auf der Autobahn Frankfurt-Heidelberg vorerst abzubrechen, nachdem ihm von der Flugwetterwarte erklärt worden war, dass einstweilen nicht mit einer Besserung des nassen und stark windigen Wetters zu rechnen sei. Der Wetterdienst ist sogar der Auffassung, es werde sich in den nächsten 14 Tagen kaum etwas ändern, er erwartet jedoch für die Zeit vom 10.-15. November die ersten winterlichen Fröste, die meist mit Windstille und Gutwetterlage aufzutreten pflegen. Es bleibt also vorerst bei den bisher aufgestellten Rekorden der Klasse B, 5000 bis 8000 ccm, über den fliegenden Kilometer, die fliegende Meile und die fliegenden 5 Kilometer, deren genaue Resultate wir nachstehend nochmals bringen : Fliegender Kilometer; f. Versuch: 10,88—10,16 Sekunden. Mittel 10,52 Sek. = 341,555 km/h. 2. Versuch: 10,42—10,09 Sekunden, Mittel 10,25 Sek- == 351,000 km/h. 3. Versuch: 10,20—9,80 Sekunden, Mittel 10,00 Sek. = 358,500 km/h. 4. Versuch: 10.08—9.68 Sekunden, Mittel 9,88 Sek. = 364,372 km/h. Fliegende Meile: 1. Versuch: 17,23—16,06 Sek., Mittel 16,645 Sek. = 348,175 km/h. 2. Versuch; 16,46—16,25 Sek., Mittel 16,355 Sek. = 354,000 km/h. 3 Versuch: 16,11—15,90 Sek., Mittel 16,005 Sek. = 362,000 km/h. * 4 Versuch: 16.00—15,57 Sek., Mittel 15,785 Sek. = 367,033 km/h. Fliegende 5 Kilometer: 53,19—52,52 Sek., Mittel 52,855 Sek. = 340.554 km/h. Die Rekorde über den fliegenden Kilometer und die fliegende Meile standen bisher auf 321,429 und 323,125 km/St, und wurden im Sommer 1935 von Nuvolari auf dem Alfa- Romeo-Bimotore auf der Autostrada von Lucca geschaffen. Den Rekord über die fliegenden 5 Kilometer, aufgestellt im März dieses Jahres auf der Autobahn Frankfurt- Heidelberg, hielt Hans Stuck mit 312,419 km/St. Was bisher erreicht und um ein Erkleckliches verbessert worden ist, sind also nur 3 Klassenrekorde. Da alle Rekorde mit fliegendem Start bis 10 km sich im Besitz Campbells befinden, wird also hier nur der Stucksche Weltrekord über 10 Meilen angegriffen werden. Man hofft dabei, die bisher aufgestellten Klassenrekorde nochmals erheblich zu verbessern. Weiter ist beabsichtigt, den beiden Weltrekorden über den stehenden Kilometer und die stehende Meile, die von Stuck bzw. Caracciola mit 163,451 bzw. 188,656 km/St, gehalten werden, auf den Leib zu rücken. Nur kurz noch einiges über den neuen Rennwagen von Mercedes. Es ist verständlich, dass man von Stuttgart aus die Rekordfahrten zunächst unter der Flagge von Reifenversuchen segeln Hess, obgleich die Leute vom Bau sofort wussten, dass man auf der Autobahn Gelegenheit haben werde, den neuen Rennmotor, der im Laufe dieses Jahres entwickelt wurde, zu sehen. Es handelt sich dabei, wie bereits gemeldet, um einen Zwölfzylinder-V-Motor, wovon jede Zylinderreihe am vorderen Ende je einen Kompressor hat. Der Motor ist mit 4 Vergasern und 4 Nockenwellen ausgerüstet, dreht hjs zu 6000 Touren und wird auf eine Leistung von annähernd 600 PS geschätzt, also eine gewaltige Kraft für einen 5,6-Liter-Motor, der übrigens auf der Autobahn einen ganz ausgezeichneten Eindruck hinterliess, bei jedem Start sofort ansprang und durch seinen ungewöhnlichen Anzug gewaltig imponierte. Kein Zweifel, dass Mercedes mit diesem neuen Motor, von dem Caracciola begeistert ist, im nächsten Jahr ins Rennen gehen wird. Wenn auch gesagt wird, dass das Chassis des Rekordwagens dasselbe sei wie das Rennchassis der vergangenen Sportsaison, so muss man doch annehmen, dass einige Verbesserungen vorgenommen worden sind. Wie ich höre, ist Röhr, der seit einem Jahr als Konstrukteur bei Daimler-Benz wirkt, selbst einmal mehrere Runden mit dem Rennwagen auf dem Nürburgring gefahren und wird dabei auf die Mängel des Chassis gekommen sein. Es ist natürlich im Augenblick schwer, zu sagen, ob die bessere Strassenlage auf das Konto der Stromlinienkarosse geht. Darüber jedoch kann kaum ein Zweifel bestehen, dass es gelungen ist. die '- Caracciola fährt auf dem neuen 12-Zylinder-Mercedes 3 neue intern. Rekorde Links: Der neue 12-Zylinder-Mercedes in Fahrt auf der Reichsautobahn. Bei 5,6 Liter Zylindenn halt und einer Drehzahl von 5500—6000 pro Minute entwickelt der Motor mindestens seine 600 PS. Die beiden Zylinderreihen zu je sechs Zylindern eind in V-Form angeordnet und in einem Winkei von ca. 90 Grad gegeneinander geneigt. Jede davon besitzt ihren eigenen Kompressor und zwei Doppel Vergaser. Frappant die Aehnlichkeit der nach den letzten Erkenntnisse^ der Aerodynamik gebauten Karosserie mit dem «Blauen Vogel» Campbells. Von vorn gesehen erinnert sie in ihrer Form und mit den windschnitligen Linien an eine Flugzeugtragfläche. Im Gegensatz zu den Rekordfahrten, die vor zwei Jahren bei Budapest unternommen wurden, ist man jedoch von der Rennlimousine wieder abgekommen: der Führersitz liegt frei, aber allerdings wird er von der Aluminiüm-Umkleidung soweit umschlossen, dass nur gerade der Kopf des Piloten freibleibt. Doch das genügt, um ihm den notwendigen Kontakt mit der Strasse zu verschaffen. Rechte : Caracciola hat gut lachen! früheren Unzulänglichkeiten am Chassis nunmehr restlos zu überwinden. Es war eine Sensation, zu sehen, wie Caracciola schnurgerade seine Bahn zog, ohne auch nur einen Augenblick aus der Richtung zu geraten, es sei denn, dass er in einen Windwirbel kam, wie sie ihm verschiedentlich zu schaffen machten. « Mit diesem Wagen » — so meinte Caracciola — «gibt es eine interessante .§portsaison 1937 !» Hans Bretz. Wollen Sie bei jeder Witterung sicher fahren, den Brennstoffkonsum auf ein Minimum reduzieren, die Lebensdauer des Motors verdoppeln und das Fahren angenehmer gestalten, dann lassen Sie ganz einfach unverzüglich SOLEX einen -Vergaser mit Starter, mit Düsensystem 20 auf Ihren Motor montieren. Dieses Düsensystem 20 ermöglicht dem Motor ein, je nach der Tourenzahl genau dosiertes Brennstoffgemisch zu erzeugen, welches ihm ein kräftigeres Anzugsvermögen und grössere Elastizität verleiht, den Brennstoff vollkommen ausnützt und folglich grösste Sparsamkeit gewährleistet. Versuchsweise Montage bei Ihrem Garagisten. 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Das aber bedeutet gewaltige Investionen, so dass es verständlich äst, wenn die Industrie von der A. I. A. C. R. verlangt, dass nun auch mindestens eine garantierte Anzahl von Grand Prix nach der neuen Formel ausgetragen werden. Man sprach in Kreisen des Bureau Permanent von 10 Rennen dieser Art. Inzwischen aber hörte man bereits, dass Frankreich und Belgien nicht mitmachen wollen. Letzte Sportnachrichten Bugatti rüstet zur Rekordjagd. Der 3,3-Liter- Grand-Prix-Bugatti wird nächstens seine Rekordversuche in der Klasse C wieder aufnehmen. Worauf es der Molsheimer Konstrukteur diesmal abgesehen hat, das sind die langen Distanzen, soll sich doch das Unternehmen auf 24. Stunden erstrecken. Als Fahrer sind Robert Benoist, Wimille und Williams vorgesehen. 185 km/St, mit einem Kleinwagen. Die Piste von Brooklands bildete letzter Tage den Schauplatz einer Rekordfahrt des Engländers Dodson, der mit einem 744 ccm Austin gleich drei internationale Klassenrekorde zur Strecke brachte, nämlich: 100 km in 32:32,516 (184,343 km/St.), 100 Meilen in 52,08,840 (185,313 km/St.) und 1 Stunde = .183,410 km/St. Daneben gelang es auch Appleton auf« einem Maserati-Riley, von 1089 ccm, den bisherigen Klassen-Bestleistungen über den Kilometer und die Meile mit stehendem Start das Lebenslicht auszublasen. Er erledigte den Kilometer mit einem Durchschnitt von 132,034 und die Meile mit einem solchen von 146,901 km/St. Die neuen Signale bei den Rennen. Die Internationale Sportkommission hat die Bestimmungen über die Signalgebung bei den Rennen einer Revision «unterzogen und dabei folgende neue Nachregelung getroffen: Rot bedeutet inskünftig: Sofort anhalten. Gelb: Achtung, Gefahr! Grün: Freie Bahn. Schwenken eines blauen Signals: Zeichen für das Ueberholen. Schwarz (zusammen mit einen Nummer): Anhaltesignal für den betreffenden Wagen. Schwarz und weiss karriert (zusammen mit einer Nummer): Signal « Ende/des Rennens» für den betreffenden Wagen.