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E_1936_Zeitung_Nr.091

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 10. NOVEMBER 1936 — N° 91- Grossbritannien und die Schweiz Ich Irene mich, dass die «Automobil-Revue» in ihrer Spezial-Nummer auch über «die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Grossbritannien und der Schweiz* zu sprechen kommt. Die freundschaftlichen and handelspolitischen Bande, welche diese beiden Länder verbinden, datieren weit zurück und dürfen zweifelsohne als festgefügt und dauerhaft bezeichnet werden, haben doch selbst die letzten Zeiten wirtschaftlichen Kampfes ihnen nichts anzuhaben vermocht. Grossbritannien ist heute der drittbeste Kunde der Schweiz und nimmt in der Reihe seiner Lieferanten den vierten Platz ein. Mit Ausnahme der beiden Jahre 1933/34 fiel denn auch die Handelsbilanz stets zugunsten der Schweiz aus und erfuhr durch Grossbritanniens Touristenverkehr nach der Schweiz jeweilen noch eine weitere Steigerung. Als dann die Aufhebung des Goldstandards im Jahre 1931 kam, war eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Relationen zwischen Grossbritannien und der Schweiz unvermeidlich. Für die britischen Touristen wurde der Besuch der Schweiz fast unmöglich; anderseits unterlagen auch die schweizerischen Importe aus Grossbritannien den verschiedensten Erschwerungen und Einschränkungen. Die Abwertung des Schweizer Frankens wird nun, so hoffe ich, künftig wieder grosse Kontingente britischer Touristen nach der Schweiz ziehen, finden sie daselbst doch Hotels höchster Klasse, gute Strossen und unvergleichliche Berggegenden. Die Schweizer Exporteure dagegen dürften nunmehr in Grossbritannien wieder einen bessern Absatz für ihre Waren finden, kennt dieses doch keine allgemeine Imporfdrosselungspolitik. Es bietet deshalb der Ausweitung der schweizerischen Exporte, vor allem solcher hoher Qualität, die grössten Möglichkeiten. Auf der andern Seite werden von einem weiteren Abbau der Importbeschränkungen gegenüber von in Grossbritannien hergestellten Waren die englischen Industrien profitieren dürfen, vor allem jene, welche sich während der letzten Jahre eines grossen Aufschwunges erfreuten, als sprechendstes Beispiel: die Automobilindustrie. Ich hoffe ferner, dass, da Grossbritannien auch weiterhin ein billiges Land bleibt, die Schweizer Touristen sich nicht von einem Besuche desselben abschrecken lassen. Grossbritannien besitzt unzählige Attraktionen, die ihre Wirkung auf schweizerische Ferienreisende nicht verfehlen, sei es nun die prächtige englische Landschaft mit ihren schönen Bäumen und Hecken, das mit Heidekraut bewachsene Moorland im Norden und Westen, die prächtigen Architekturwerke, insbesondere der Kirchenarchitektur aus normannischer, frühenglischer und der Zeit der Tudors, stolze Landhäuser aus dem 17., 18. u. 19. Jahrh. mit ihren ausgedehnten Parkanlagen, die Universitäten mit ihren grossen archtitektonischen und historischen Interessen, und für den Motorfahrzeugbesitzer einige der besten Strossen der Welt. Ich bin überzeugt, dass unsere Freunde aus der Schweiz kein Land finden könnten, in dem so ohne alle Mühe eine derartige Menge interessanter Dinge besichtigt werden können oder in dem sie herzlicher bewillkommt würden. Great Britain and Switzerland 1 am very glad that the "Automobile Review" has inserted a chapter in its Special Number: Great Britain, on the Economic Relations between Great Britain and Switzerland. Friendship and trade between the two countries have long been founded on a firm basis and have continued even in these days of economic stress. Today the United Kingdom is Switzerland's third best cüstomer and takes fourth place in the list of her suppliers. Further, with the exception of the two years 1933/1934 the balance of trade has always been in Switzerland's favour. This favourable balance has of course been still further augmented btf the United Kingdom tourist traffic to Switzerland. When the pound Sterling was taken off gold in 1931iü was inevitable that the economic relations between the United Kingdom and Switzerland must suffer. It became difHeult for British toürists to visit Switzerland and on the other hand, imports from ih& United Kingdom to Switzerland were r6s l tricted in yariousi ways. The devatuation of the Swiss franc will, I hope, resj^ in many more British tourists comini Switzerland in future. The will find there hoteis of the highest class, good roads and unequalled mountain scenery, Swiss exporters should also enjoy a readier market for their goods in the United Kingdom which has no£ adopted any general poltcy of impori restrictf ion and affords thereforegreater possibility^ for the expansion of Swiss exports^ particuU arly those of high quality. On the other hand, the further relaxation of restrictions on the import of United Kingdom manufactured goods into Switzerland should be of benefit to the United Kingdom industries, particularly to those which have made such progress during recent years and of which the automobile industry is an outstanding example. I hope also that as the United Kingdom will still remain an inexpensive country, Swiss tourists will not be deterred from going there. The United Kingdom possesses many attractions which will appeal to Swiss holiday-makers, thej beautiful scenery of the countryside with splendid trees and hedges, the heather clad moorland in the North and West, the stately Norman, Early English and Tudor church architecture, magnificent country houses of the 17th, 18th and 19th centuries with their spacious parks, the Universities with their great architectural and historic interest, and for the motorist some of the best roads in the world. I am confident, that our Swiss friends could find no country where they would see so many interesting things with so little trouble or where they would find a warmer welcome. Die Schweiz und Grossbritannien Die « Automobil-Revue » hat mich liebenswürdigerweise ersucht, der vorliegenden Spezial-Nummer über Grossbritannien eine kurze Einführung zu widmen. Ich unterziehe mich dieser Aufgabe um so lieber, als ich ernsthafte Arbeiten dieser Art sehr begrüsse, tragen sie doch dazu bei; einerseits meinen Landsleuten gewisse, wichtige Züge des britischen Wirtschaftslebens zu vermitteln und anderseits die Aufmerksamkeit der britischen Leser auf das wirtschaftliche, industrielle und finanzielle Leben der Schweiz zu lenken. Leider ist es mit Rücksicht auf den beschränkten Platz, der für eine solche Einleitung zur Verfügung steht, unmöglich, ein vollständiges und ausführliches Bild der englischschweizerischen Beziehungen zu entwerfen. Die heutigen zwischen Grossbritannien und der Schweiz bestehenden Relationen sind auf eine Reihe verschiedener Gründe zurückzu führen, die sowohl religiöser, als politischer und literarischer Natur sind; in ebenso star kern Masse dürften sie das Resultat wirt schaftlicher Einflüsse darstellen. Der Ursprung liegt weit in der Vergangenheit. Die Reformation trug das ihrige zu einer weitern Annäherung der beiden Länder bei, und das Kapitel der schweizerischen Kirchengeschichte, das die Beziehungen zwischen anglikanischer Kirche und der reformierten Kirche meines Landes behandelt, gehört zweifellös zu den interessantesten dieser Periode. Auä der" Geschichte erhell^ sich sodann, wie die^ politischen An- ^^tcliten Grö^briWhhiefts fast: ausnahmslos sich mit den Interessen der Schweiz deckten. In manch schwierigem Falle Hess Grossbritannien meinem Lande verlässliche und wirksame Hilfe angedeihen. Die literarischen Bande, welche die Schweiz und Grossbritannien verbinden, sind nicht weniger bedeutend als diejenigen religiöser und politischer Natur. Montesquieu, Voltaire, Be"at- Louis dt Muralt, um nur einige wenige Namen zu nennen, haben viel zur besseren Kenntnis der englischen Ideen, Sitten. Im selben Jährhundert gehörten überdies Reisen nach der Schweiz für die englische Gesellschaft zum guten Ton, und die Beschreibungen unseres Vaterlandes, welche englische Dichter verfassten, haben mit beigetragen zur Gründung und Entwicklung dieses wichtigen Zweiges unserer nationalen Wirtschaft, des Tourismus. Die grossen Poeten der englischen Romantik besangen die Schönheit unserer Al- velop that important brauch of our national pen; gewisse Stellen der Beschreibungen economy, tourist traffic. The great poets of Byrons beispielsweise sind klassisch geworden. Jüngeren Datums sind hingegen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Grossbritannien. Bis ins 18. Jahrhundert trugen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern eher zufälligen, gelegentlichen Charakter und erschienen im Vergleich mit den Jranzösichschweizerischen Händelsaustauschen jener Zeit fast vernachlässigt. Nach der grossen englischen industriellen Revolution aber, als Grossbritannien zum Führer des industriellen Fortschrittes wurde, entwickelte sich dieses Land zu einem unserer wichtigsten Lieferanten der verschiedenartigsten Rohmaterialien und Kolonialprodukte. Die wirtschaftlichen Bande aus jener Zeit gestalteten sich bis zum Einsetzen der gegenwärtigen Krise in erfreulicher, Weise immer fester. Diese wirtschaftliche Depressionsperiode sollte jedoch für die Entwicklung schweizerischer Exporte nach Grossbritannien oder britischer Importe nach der Schweiz kein unüberwindliches Hindernis darstellen, zum Vorteil der beiden Nationen, deren Verbundenheit nicht nur der Vergangenheit angehört, sondern auch in der Gegenwart besteht durch ihr gemeinsames Ideal für Frieden, Ordnung und Demokratie. Switzerland and Great Britain The «Automobile Review» has been good enough to ask me to.contribute a few introduetory remarks to the present Special number on Great Britain. I accede very willingly to this request, the more so as I always welcome serious initiatives qj this kind which tend to make known to my compatriots certain important aspects of the economic life in Great Britain on the one hand and, on the other, to call the attention of British readers to the economic, industrial and financial life of Switzerland. It is impossible, in the short space which of necessity is reserved for an introduetion, to draw a complete and detailed picture of Anglo-Swiss relations. These relations are made up uf many different causes, religious, poliücal and literary; they are also the result of economic influences. Their origin goes far back into time. The Reformation brought the two countries still closer together, and the chapter in the history of the Swiss Church dealing with the relations between the English Church and the Reformed Church in my country is no doubt one of the most interesting of that period. Moreover, history proves that the political views oft Great Britain have almost always coincided with the interests of Switzerland. In numerous difficult circumstances, Great Britain extended my country a sure and reliable help. The literary ties uniting Switzerland and Great Britain are not less' important thän those bf a retisiöus and politisal natures Montesquieu, Voltaire. Beat-Louis de Muralt, to quote only a few names, helped to contribute to a better knowledge in Switzerland of English ideas, customs, institations and character. Bodmer translated works of Milton, Butler, Pope and so on into German, and other Swiss writers translated the works oi Swift, Fordyce, Thomson, etc. Let nie recall here the popularity enjoyed in Geneva in the 18th Century by the «Debating Clubs», as well as the foundation by Pictet de Rochemont of the « Bibliotheque britannique », later on known as the « Bibliothdque Universelle». In the 18th Century too travels to Switzerland were the fashion amongst the members of the eultured class in Great Britain, and the descriptions given of Switzerland by English writers helped to create and to de- the English Romantic School have immorta* lised the beauty of our Alps; certain passages of Byron's descriptions, for instance, habe become classic. The economic relations between Switzet* land and Great Britain are not so old. Up to the 18th Century commercial exchanges between the two countries bore a rather intermittent and haphasard character, being almost negligible in comparisonwith Franco~ Swiss commercial exchanges of that time. When. after the English Jndustrial RevolU' tion, Great Britain took the lead in industrial progress, this country became one of our most important suppliers for avariety of raw materials und colonial produets. The economic relations thus started went on developing remarkably until the present crisis set in. This crisis should not however constitute an unsurmountable obstacle to the development of Swiss exports to Great Britain or of British imports into Switzerland, which would be to the advantage of two nations united by ties which do not only belong to the past bat also to the present, and which are consHtuted by a common ideal for peace, order and demoeraey. His Majesty's Minister to the Swiss Confederation. L**«« % Swiss Minister to Great Britain. HTiiicohoT CiocnndtoT in Ao+ Qnhwtyi? Rorno rtrtnhor 1Q3A T /1Y1///1M Anrnie*4 7Q3/C

N° 91 — DIENSTAG, 10. NOVEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE 11 Die britische Automobil-Industrie Die britische Automobilindustrie kann heute nicht mehr einfach als eine der zahlreichen englischen Industrien bezeichnet werden, denn nach ihrer Bedeutung als Arbeitgeberin nimmt sie bereits den zweiten, hinsichtlich Umsatzwert sogar den ersten Rang innerhalb des britischen Industriekörpers ein. Vor dem Kriege galt der Besitz eines Automobils in Qrossbritannien durchwegs als Ausdruck-einer gewissen Wohlhabenheit. Damals waren die Begriffe Serienfabrikation und Herstellung am laufenden Band noch unbekannt. Grossbritanniens gesamte Automobilproduktion belief sich im Jahre 1912 auf nur 23,000 Personenwagen. Dann kam der Weltkrieg und damit die Umstellung der Automobilbranche auf die Kriegsindustrie. An Stelle der Motorfahrzeuge wurden nun Geschosse, Flugzeuge, Gewehre und Kriegsfahrzeuge hergestellt. Bereits aber schon im Jahre 1923 erreichte die Jahresproduktion in der Folge die Zahl von 146,000 Motorfahrzeugen. Je länger je mehr lernte das Publikum das neue Verkehrsmittel und die mit seinem Besitz verbundenen Vorteile schätzen, so dass die Gesamtproduktion an Motorfahrzeugen aller Type'n im Jahre 1935 insgesamt 403,720 Einheiten erreichte, von denen nicht weniger als 311,544 auf die Kategorie der Personenwagen entfielen. Trotzdem die Kriegsjahre die Entwicklung der britischen Automobilindustrie denkbar ungünstig beeinflussten, prosperiert diese heute mehr denn je und berechtigt zu den grössten Zukunftshoffnungen. Die auf die Umstellung der Produktionsstätten während des Weltkrieges zurückzuführenden Nachwirkungen machten sich vor allem auf den Ueberseemärkten bemerkbar; denn man darf nie vergessen. Export bedeutet für die Industrie eine lebensnotwendige Voraussetzung, und die britische Automobilindustrie lässt deshalb keine Möglichkeit ungenutzt, um ihre Absatzgebiete in allen Weltteilen auszudehnen, haben sich ihre Wagen doch nicht nur als zuverlässig und qualitativ hervorragend, sondern speziell auch als preiswürdig erwiesen. Die verschiedenen Regierungen Grossbritanniens, welche sich nach dem Weltkriege teilweise in schnellem Wechsel folgten, sahen in der Automobilindustrie und den Motorfahrzeugbesitzern willkommene Ausbeutungsobjekte. Ihre Anstrengungen, aus diesen Kreisen so viel als irgendwie angängig herauszupressen, waren unermüdlich. Es ist denn auch tatsächlich nicht übertrieben, zu behaupten, dass keinem Automobilfahrer der Welt derartige Belastungen aufgebürdet wurden wie dem britischen. Auf die Dauer empfand es daher die Grosszahl der Motorfahrzeugbesitzer als unwirtschaftlich, sich hochpferdige Wagen zu halten. Mehr und mehr begann sich die Überzeugung durchzusetzen, dass selbst ein leichter Wagen in Grossbritannien den an ihn gestellten Anforderungen vollauf zu genügen vermöge und es resultierte als Folge der behördlichen Steuerpolitik eine starke Abwanderung zum Kleinwagen. Parallel damit fand eine entsprechende Umstellung der Fabrikation statt, so dass heute Grossbritannien bis zu einem gewissen Grad eine Monopolstellung auf dem Gebiete des kleinvolumigen Gebrauchswagen einnimmt. Doch nicht nur in Grossbritannien erfreute sich dieser Fahrzeugtyp guten Erfolges, er fand auch in überseeischen Ländern, besonders für den Nahverkehr, rasch Anklang. Im Bemühen um eine gedeihliche Weiterentwicklung und beseelt vom Wunsch, mit der Zeit Schritt zu halten, Hess die britische Automobilindustrie nichts unversucht, um die Regierung zu einer, wenn auch nur geringfügigen Reduktion der PS-Steuerbelastung zu veranlassen. Im Jahre 1935 fanden dann diese Bemühungen ihre Belohnung in Form einer 25prozentigen Ermässigung der nach der Motorleistung errechneten Steuerbelastung. Nun realisierten die Fabrikanten ihre neuen Produktionspläne, welche auf Konstruktion eines Wagens von höherer Leistung tendierten, und zwar auf einer PrOduktionsmengenbasis, welche nicht mehr einzig für das Inland, sondern auch für das Ausland berechnet war. Der Erfolg liess nicht auf sich warten : Neuseeland, Südafrika, Indien, Australien und andere grosse Märkte empfingen die englischen Produkte mit < offenen Armen >. Die Industriellen der Automobilbranche gingen sogar so weit, zusammen mit ihren technischen Mitarbeitern die entlegensten Länder der Erde aufzusuchen, um durch Studium der Verhältnisse an Ort und Stelle ihre Typen so weitgehend als irgend möglich den jeweiligen Spezialerfordernissen anzupassen. Doch selbst damit begnügten sie sich nicht, sie unterwarfen ihre Erzeugnisse strengen Prüfungen. Prüfungsfahrten durch Wüsten, über Pässe und über die schlechtesten Strassen des Kontinents wurden durchgeführt; kurz, sowohl die kleinen als die grossen Wagen hatten alle nur erdenklichen Beanspruchungsproben zu bestehen.. Die britischen Motorfahrzeuge bestanden die Probe. In durchwegs ausgezeichnetem Zustande kehrten sie zurück, und heute darf man ruhig behaupten, Grossbritannien ist in der Lage, Wagen zu produzieren und produziert auch Motorfahrzeuge, die To-day the British automobile industry is no longer considered merely as one of Great Britain's many industries. It ranks second in importance as regards employment and first as a source of revenue. Before the Great War the ownership of a private car indicated, in the United Kingdom, at any rate, a certain degree of wealth. Cars were not produced on mass production lihes as many are to-day. The total production of cars in 1912 in the United Kingdom only amounted to 23,000. Then came the War and the vast resources of the motor industry were utilised for war purposes. Great factories no longer produced private motor cars, but Shells, aeroplanes and guns and Government vehicles. The automobile industry of Great Britain, for the time being, at any rate, practically ceased to operate as such. Neutral countries benefited during that period. In 1923, however, the production figures reached 146,000. The public became more and more motor conscious and appreciated the great value in the ownership of a motor vehicle, till in 1935 the figure rose for production of motor vehicles of all types to 403,720, of which no less than 311,544 represented private cars alone. Though the war years proved particularly disadvantageous to our great industry — a period from which it took many years to recover — the British motor industry is to-day more prosperous than it has ever been before in its history, and the future has great promises. Our loss during those war years was chiefly feit in the overseas markets of the world, for one müst never dismiss from one's mind jeden Vergleich mit denjenigen irgend eines andern Produktionslandes auszuhalten vermögen. Heute beschäftigt diese grosse Industrie bei Eänbezug der Fabrikation, der Verkaufs-, Unterhalts- und Betriebsorganisation über 1,250,000 Arbeiter und Angestellte, wozu noch mindestens eine weitere Million der in den mit der Automobilindustrie zusammenhängenden Erwerbszweigen Beschäftigten kommt Th e British Moto rln dus try the fact that the export trade is the Life blood of industry itself, and Great Britain's motor manufacturers are sparing no effort to increase their markets in every corner of the earth where their motor vehicles have been purchased and have proved themselves not only dependable, not only of quality, but above all, value for money. . After the Great War, successive Governments of Great Britain saw in the motor industry and in the motoring public generally, a fruitful source of national revenue. They never reiaxed their efforts in taking from them as much as they oould possibly bear. In fact, it would not be exaggerating to say that the motoring public of the United Kingdom is the most heavily burdened of any country in the world. It thus became for the majority, uneconomical to be the owner of a high-powered motor vehicle, owing to the taxation and it was found that the light car would do in Great Britain at any rate the necessary work it was called upon to do, efficiently. Thus grew up in Great Britain what is now the monopoly in the light car trade. These motor vehicles have not only proved successful in our own country, but they too have been purchased overseas, especially for urban work. The British motor manufacturer, eager to progress and move with the. times, attempted by every method within his power to bring pressure to bear on the Government to reduce the burdensome horse-power taxation, if only by a small percentage. In 1935, the Chancellor of the Exchequer bowed to their request and reduced the horse-power tax by Mit den Douglas-Flugzeugen der SWISSAIR fliegen Sie in 3% Stunden nach Zürich Bahnhofplatz 7 (Auto) ab 13.25 Zürich-Flugplatz ....... ab 14.00 London-Flugplatz an 16.40* BASEL Tel. 43.880 Flugplatz Birsfelden LONDON Komfortable, geheizte Kabine. Bord-Buffet u. Stewardess-Bedlenung. WINTER-FLUGPLAN (gültig vom 5. Oktober 1936 bis 3. April 1937) (* englische Zeit) ZÜRICH Tel. Luftreisebüro 73.133 Bahnhofplatz 7 London Airway Terminus Victoria Station (Auto). . . London-Flugplatz Zürich-Flugplatz ab 8.35* ab 9.20* an 13.45 FLUG PREISE: Zürich-London einfach Fr. 132.—, 15 Tage retour Fr. 225.—, 60 Tage retour Fr. 238. . (Tarifänderung vorbehalten) Für weitere Auskunft oder Platzbestellungen wenden Sie sich an die Reisebüros oder SWISSAIR GENF Tel. 21.505 Flugplatz Cointrln 25 %. The British motor manufacturer set to work with new production plans to bring out a motor car of higher power on a quantity production basis suitable not only for Great Britain, but also for overseas countries. Immediate success crowned this effort and these cars were reeeived with acclamation in New Zealand, South Africa, India, Australia and in other great markets. Manufacturers visited every corner of the globe, together with their technical experts, to study at close quarters the conditions and requirements of those countries in ordre to produce motor cars with speeifications of the right nature. Not only have our manufacturers studied requirements but they have put their motor cars to the test. They have sent them to traverse the desert spaces, the mountain passes and the most rugged roads of the Continent. In fact, they have put their motor vehicles both large and small to the most rigorous tests they could ever be called upon to carry out. These British motor cars have come back with excellent reports oj themselves, and now' we can claim that the United Kingdom can produce and is producing motor cars comparable with those of every other country. To-day this great industry in the course of manufacture, selling and maintenance and Operation employs over a million and a quarter souls and in the allied trades dependent on the motor industry at least another million. Die britischen Motorfahrzeugund Zubehörfabrikanten Zwei Unternehmungen stehen an der Spitze der englischen Automobilindustrie. Es sind die Morris- und die Austin-Gesellschaft. In* teressanterweise haben sich die Gründer beider Konzerne durch eigene Kraft, d. h. durch beispiellöse Energie und Schaffensfreudigkeit aus kleinen Anfängen zu führenden Persönlichkeiten ihrer Branche heraufgearbeitet und wurden erst kürzlich durch ihren Souverän zu Lords ernannt. Da wir vor nicht allzulanger Zeit in unseren Spalten kurze Biographien beider Männer veröffentlichten, beschränken wir uns heute auf einige wenige Einzelheiten: Die Morrdswerke liegen in Cowley in der Nähe von Oxford. Die über eine Fläche von rund 40 ha sich ausdehnenden Fabrikationseinrichtungen gestatten eine wöchentliche Maximalproduktion von 3500 Wagen. In erster Linie umfasst das Fabrikationsprogramm Gebrauchswagen von 5 bis 20 PS, deren kleinster unter der Bezeichnung «Eight» sich grosser Verbreitung erfreut. Ungefähr dieselbe Ausdehnung besitzen die Austinwerke in Longbridge, in welchen gegenwärtig trotz des hohen Mechanisierungsgrades durch Installation von nicht weniger als 6000 Werkzeugmaschinen rund 2000 Personen Beschäftigung finden. In diesem Werke ist der Fabrikationsprozess in drei Gruppen gegliedert. Die Südwerke dienen der Herstellung und Montage von Chassis und Getrieben, die Nordwerke sind auf den Motorenbau eingerichtet, während in den Westwerken die Karosserien erstellt werden. Beide Unternehmen verfügen über eine Jahreskapazität von rund 100 000 Wagen und zählen mit dieser Produktion zur Spitzengruppe der europäischen Automobilfabrikanten. Daneben gibt es in Grossbritannien aber auch bedeutende amerikanische Unternehmungen der Automobilbranche. Während die General Motors vor einigen Jahren die ehemals britischen Vauxhall-Werke in Luton unter ihre Kontrolle brachten (analog den Opel- Werken in Rüsselsheim), errichtete Ford in Dagenham, in der Nähe Londons, ein eigenes umfangreiches Unternehmen. Die im Jahre 1903 gegründeten Vauxhall-Werke verzeichnen unter amerikanischer Leitung einen ausserordentlichen Aufschwung. Wir lassen Zahlen sprechen: Die durch dieses Unternehmen ausbezahlten Löhne übersteigen pro Jahr die Summe von 1,5 Mill. Pfund oder rund 30 Mill. Schweizerfranken. Beschäftigt werden mehr als 7000 Personen. Die tägliche Materialzufuhr erreicht rund 400 Tonnen. Allein die Montagehalle überdeckt ein Areal von annähernd 3 ha, d. h. sie entspricht heute dem gesamten Fabrikareal von 1914. Die Werke in Dagenham, welche der «Zauberer von Detroit» an den Ufern der Themse erbauen liess, hatten den Zweck, dem Ford- Konzern durch Anpassung seiner Modelle an die europäischen Verhälthisse ein weiteres Vordringen auf dem europäischen Kontinent zu ermöglichen. Die erste Tat bestand in der Schaffung des kleinen Ford, mit einer ursprünglichen Leistung von 5 und später 6 PS, der übrigens auch in der Schweiz in grösserer Zahl in Gebrauch steht. Kürzlich haben diese englischen Fordwerke nun einen in V-Form gebauten Achtzylinder auf den Markt gebracht, der mit seinen 12 PS ebenfalls den heutigen