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E_1936_Zeitung_Nr.092

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12 N« 92 sichts dieses armen Teufels, der da vor ihm sass, bereits wieder vollkommen in der Gewalt hatte, « und wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann » « Helfen — helfen — wer kann mir in einer solchen Lage helfen? Ich muss sofort die Polizei alarmieren — doch was wird das nützen? Diesen Mann wird niemand für einen Gauner halten. Doch wer kennt sich heutzutage in den Menschen aus. Tja — », meinte er dann nach einigem Grübeln, « Wenn Sie denn tatsächlich die Güte haben wollten, mir in dieser misslichen Lage wenigstens soweit zu helfen, dass ich nach Winterthur fahren kann! Ich kenne nämlich hier in dieser grossen Stadt keinen Menschen, der mir nur das Fahrgeld vorstrecken würde. In Winterthur habe ich Bekannte, da kann ich hingehen, und sie werden mir ohne weiteres das Notwendige geben, um nach Hause zu fahren. « Gut. Das will ich gerne tun. Sie können mir ja den Betrag von Winterthur aus zurückschicken, » meinte der Fabrikant. « Das wird nicht gut gehen. Ich mochte von meinen Bekannten nicht mehr annehmen, als dringend notwendig ist. Wenn ich also bitten darf, sich noch einen Tag länger zu gedulden, bis ich zu Hause bin Sie sind sehr gütig, mein Herr, ich danke Ihnen aufrichtig. Verzeihen Sie, dass ich Sie so lange aufgehalten habe!» Dr. Holzapfel hatte es nun, da der Fabrikant ihm ein Fünffrankenstück gegeben hatte, plötzlich sehr eilig, davonzukommen. « Was man doch für Sachen erlebt, » meinte der Uhrenfabrikant am Abend, nachdem er am Stammtisch das Erlebnis mit dem Fremden von heute vormittag geschildert. « Sie nicht allein — », meinte da ein anderer Fabrikant und tat einen tiefen Zug an seiner Zigarre. Mich hat der Spass zehn Franken gekostet, bis St. Gallen — jawohl — in St. Gallen, sagte er mir, wohnt seine Tante » Das Bankett der Zauberer Der internationale Kongress der Illusionisten in München, an dem die Berufszauberer und Amateure von fünfundzwanzig Ländern teilnahmen (König Eduard Vffl., selber ein passionierter Liebhaber der Taschenspielerkunst, schickte ein Begrüssungstelegramm), hatte unter anderem das Aparte, dass die offiziellen Persönlichkeiten erfolgreich verhindert wurden, Tischreden zu halten. Als bei dem vom Magistrat der Stadt München veranstalteten Festessen ein Redner das Wort ergriff, wurde es ihm von einem englischen Zauberkünstler vom Munde wegeskamotiert. Anstatt der Begrüssungsworte quollen aus dem Mund des Sprechers Fahnen in allen Farben, Taschentücher und eine weisse Maus. Der Toast blieb ungesprochen, der verwirrte Redner gab es auf und setzte sich unter grossem Applaus. An diesem Abend wurden keine Reden mehr gehalten. Nur der Bürgermeister von San Franzisko, ein alter Amateur-Illusionist, führte ohne Apparate, ohne doppelte Taschen, ein Experiment vor: er verblüffte die Zuschauer durch Vorführung eines ausgeglichenen städtischen Budgets der kalifornischen Hauptstadt. Aber zum Verdruss des amerikanischen Stadtqberhauptes hat ihm dieses Kunststück niemand geglaubt. Der Fatalist Von Maria Hembes. Er ist das vielbeachtete Original der Strasse — obwohl er nur ein Hund ist — und nicht einmal ein rassenreiner. — Ein Bastard also, so eine Art Halbdackel oder «beinahe-Waldi». Er gehört meinem behäbigen Nachbarn, dem Wirt « zur alten Schneckenpost» und hört auf den Namen «Poldr». — Er ist wohl auch nicht mehr sehr jung, der «Poldi», das schwarzbraune dicke Fell um seinen kurzen Hals bildet eine faltige Wamme, und man weiss nicht recht, ob die stoische Ruhe, mit der er allen Gefahren der Strasse trotzt, ein Erbteil seiner Eltern oder das Pflegma vorgerückten Alters ist. — Irgendwie gleicht er ein wenig seinem Meister, der sich wahrscheinlich auch nicht über eine vornehme Abstammung ausweisen kann, aber so wie er, gerne draussen ist, dem Betrieb zuschaut und im übrigen vor Selbstzufriedenheit strotzt. — Der «Poldi» setzt sich mit seiner ausgedehnten Körperlichkeit und seinen vier kurzen Dackelbeinen mitten in die Strasse, die hier in einen gefährlich belebten Knotenpunkt einmündet. — ' Signale hupen, die knatternden Geräusche von Motorfahrzeugen und platzende Pneus schlagen manchmal wie Bomben ein; aber der «Poldi» bleibt hocken auf seinem Sonnenplatz, blinzelt in die weisse Herbstsonne und wankt und weicht nicht. — Die Sirene eines eleganten Stromlinien-Autos schreit kurz und zornig auf vor diesem minderwertigen Verkehrshindernis. — Aber es muss, gleich vielen andern, zur Seite ausweichen, wenn es den «Poldi» nicht überfahren will. — Einmal fährt so ein schwarz-silberner Koloss denn auch wirklich über das schwarzbraune Pelzbündel hinweg, ohne dass seine Räder es berühren. — Jetzt scheint es aber in Poldis eine Spur von Lippenrot. phlegmatischem Hunde-Hirn doch zu dämmern. — « Das war doch wohl so etwas wie Fritz Reust. Gefahr eben, oder? » Er erhebt sich gemächlich auf seine Vorderläufe, reckt den Die Frauen rauchen immer mehr. kurzen Hals mit dem Hundeabzeichen, das nun plötzlich wie das Symbol eines schützenden Talismans, wirkt. — « Mein Herr hat adi^i der Frauen an der Gesamtzahl der Raucher immer Nach der Feststellung mehrerer führender amerikanischer Zigarettenfabriken nimmt der Anteil Steuer für mich voll bezahlt — jawohl.jJfcB^" mehr zu. In den meisten Großstädten rauchen die habe ein Recht da zu sein und zu leben », so?' ungefähr lässt sich die gleichgültig-furchtloses Hunde-Miene deuten. — Und jetzt endlich ver-5 zieht er sich — auf das Trottoir — zu seinem» Meister. — Der Bastard « Poldi * ist ein Fatalist. — Er trotzt den Gefahren der Strasse; die ihn täglich umlauern — er verachtet die Autos und jene, die darinsitzen, ja er vef* achtet den Tod — und darum — verschmäht dieser ihn. Mi dec Sinusse Zigarette im Rinnstein Sie erzählte von Luxus und von der grossen Welt ( sie erzählte vom Leben, vom Leben ohne Sorgen ums Geld, sie erzählte das allen ganz ohne Arg, dem rieselnden Regen, dem Nebel und auch dem Rinnstein, der sie barg. Sie lag in den letzten Zügen, ihre Lebensglut schwand dahin; weshalb sollte sie da noch lügen? Schlank war sie, weiss wie Schnee, und eine Spur von Lippenrot leuchtete aus dem Strassenkot. So starb sie — weggeworfen — verbraucht, eine Zigarette, halb geraucht. Augen, die kein Leuchten kennen, die aus einem Gesicht der Not, aus tiefen Augenhöhlen brennen — sehen sie. Eine Hand, die sich nach Arbeit .sehnt — greift nach ihr. Ein Körper, der manchmal schlafend, obdachlos an kalte Mauern lehnt — bückt sich nach ihr. Es sind nicht volle Frauenlippen, durchflutet von rotem, warmem Blut, die mit ihr spielen. Gelbe Zähne, ein von Gram zerrissener Mund erfreuen sich an ihrer Glut. Sie erschauert nicht vor Wonne, wenn dieser Mund sie küsst. Aber es freut sie die Sonne, die aus den alten Augen grüsst. Dann stirbt sie — ganz klein nur liegt sie im Kot. Ein Fleckchen leuchtet — Frauen mindestens ebenso viel wie die Manner, nur auf dem flachen Land ist das Verhältnis etwas «günstiger» für die Männer. Dai Leben ist zu kurz. .. Der englische Pen-Klub gab dieser Tage im Savoy-Hotel zu Ehren von H. G. Wells, der seinen siebzigsten Geburtstag feierte, ein Bankett, an dem mehr als 500 Gäste teilnahmen. ]. B. Priestley führte den Vorsitz, unter den Anwesenden waren B. Shaw, Julian Huzley, Andre Maurois und andere prominente Schriftsteller. H. G. Wells' Rede war von einem ironisch-pessimistischen Grundton getragen. Er führte vor allem Beschwerde über die Kürze des menschlichen Lebens: « Das menschliche Leben ist kaum halb so lang, wie ich es mir wünsche. Ich komme mir heute wie ein kleiner Knabe vor, der mit einer Menge von Spielzeug spielt, das er rings um sich auf dem Boden ausgebreitet hat. Und plötzlich kommt die Amme und spricht: « Es ist spät, mein Kind, du musst die Spielsachen weglegen.» Und ich habe nicht die geringste Lust, mein Spielzeug wegzulegen. Ich hasse den Gedanken, dass man scheiden muss. Ich habe nur wenige meiner Spiele beendet und einige kaum begonnen. Am verrücktesten in der heutigen Zeit ist die Tatsache, dass nur wenige Menschen sich dem entgegensetzen, in die Rechte oder in die Linke eingereiht zu werden. Im wirklichen Menschenleben gibt es weder eine Linke noch eine Rechte. Die Wissenschaft schreitet vorwärts, sie geht weder nach rechts noch nach links.» Komplizierte Mitgift Zu einem Kaufmann in Lemberg kam ein Nachbar: «Ich höre, du hast deine Tochter so gut verlobt? Gratuliere. Aber ich höre auch, du hast dem Schwiegersohn zehntausend Zloty Mitgift versprochen? Woher?» Der Kaufmann erklärte es dem Freunde: «Ein Tausender hin, ein Tausender her, sind schon zweitausend. Zweitausend borge ich mir aus, macht viertausend. Auf zweitausend gebe ich einen Wechsel, sind sechstausend. Zweitausend bleibe ich schuldig, macht bereits achttausend. Und wegen der restlichen zweitausend wird doch die Partie nicht zurückgehn!» Prunk - Kommoden A. Berberich, fJÄ Zürich 8 beim Stadttheater Wie ein Diamant glänzt diese wundervolle Armbanduhr und von allen Flächen blitzt und leuchtet sie. Prachtvoll ist die Wirkung aufs Auge. Das Gehäuse aus chromiertern Metall hat das Aussehen von WeiflKold und wird nicht matt, sondern behält immer seinen Glanz uitd seine. 1 Schönheit. Es handelt sich um eines der prächtigsten Erzeugnisse unserer Uhreninduatrie. Das Werfe ist äußerst solid, besitzt 15 Bubinen und Ist sehr gut reguliert Verlangen Sie diese schöne Uhr direkt ab Fabrik in La Chaux-de-Fonds Fr. 18.- mit 5 Jahran Garantie nur CST. 9001) gegen Nachnahme, ohne Risiko für den Kunden. Wir tauschen innerhalb 8 Tagen um. Eine reicher ausgestattete Uhr von noch blendenderer Wirkung kostet Fr. 25.— (2JT. 9007). 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So. abend 15. NOV. 8 Uhr: Egmont, Schauspiel von Goethe, Musik von Beethoven. «D. abend 16. NOV. ) 2 Gastspiele: Theätre Grand Di. abend 17. NOV. I Guignol Paris. Gymnastik — Tanz im Conservatoire de Danse, Oben Zäune 20 Ltg.: Mario Volkart, du Theätre nat de l'Opera de Paris. Allgemeine Körperkultur, Rhythm. Atmungs-Heil-Gymnastik. 2 schöne, helle Säle, Douchen, Massage. Empfehlenswerte Unterhaltungs- u. Gaststätten w|fJ| Cap Alkoholfreies Restaurant (beim Central) Das heimeligste Lokal nächst Bahnhof Gepflegte Küche - Freundliche Bedienung Bescheidene Preise. Od on b. Bellevueplatz Kapelle Grilli und die Stimmungskanone Marietta van Ehn. Hungaria - Jonny Bar Beatengasse 11 Erstkl. Küche, gepflegte Weine. — Täglich Konzerte erster Orchester. Parkplatz vor dem Haus. Inh.: Farn. Zürcher. mm Telephon 58.911 am Limmatplatt Hotel - Restaurant - Säle. Wannen- und Medizinalbäder. Zimmer m fl. Wasser 3.50 Zentralheizung. Geheizte Garage im Hause. Eigener Parkplatz. 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N° 92 — Automobil-Revue Der Mann, der die Brautpaare photographierte Herr Francois Cortin zieht sich ins Privatleben zurück: das bedeutet für zahlreiche Pariser Ehepaare einen Anlass zu einer sentimentalen Erinnerung, Denn bei Herrn Cortin Hess man sich als Brautpaar photographieren. Gewiss gibt es in Paris unzählige Photographen, bei denen sich junge Paare in verliebter, gefühlvoller oder neckischer Pose photographieren lassen. Aber Herr Cortin war als Verlobungsphotograph in Mode und diese Mode hat im Laufe der Jahrzehnte photographiert habe, so wäre es wohl eine ganze Armee. Meine Kundschaften rekrutierten sich aus allen Gesellschaftsschichten. Denn gerade weil ich als mondäner Photograph galt, hatten auch zahllose Angestellte den Wunsch, sich von mir verewigen zu lassen. Und ich bin stolz darauf, dass meine Klientel aller Gesellschaftskategorien mit mir zufrieden war. Ich bemühte mich nach Möglichkeit, die konventionellen Posen sehr lange gedauert. « Ich glaube, dass ich der Brautpaare — den männlich energischen mir meine Altersruhe redlich verdient habe, » Blick des Bräutigams, das holde Lächeln der erzählte der zweiundachtzig jährige Herr Cortin dem Mitarbeiter eines Pariser Blattes, « ich Pose der Verlobten, die sich aneinander- Braut, die millionenmal photographierte fade habe vor einiger Zeit mein fünfzigjähriges Berufsjubiläum gefeiert. Würde ich die Braut- sich nach den Wünschen seiner Kundschaften schmiegen — zu vermeiden. Aber man muss paare an mir vorbeidefilieren lassen, die ich richten. -s. >. •>"- "-*•••. Zuweilen geschah es, dass Paare, die sich in ihrer Verlobungszeit von mir hatten photographieren lassen, mich viele Jahre später besuchten, um Bilder nachzubestellen oder auch, um Erinnerungen aufzufrischen. Und es war für mich immer ein ziemlich melancholischer Anblick, wenn ich sah, wie der Zeitablauf diese Brautpaare von einst verwandelt hatte. Vor ein paar Monaten war übrigens eine schwarzgekleidete junge Frau bei mir, die sich vor vier oder fünf Jahren mit ihrem Verlobten von mir hatte photographieren lassen. Nun war sie verwitwet, ihr Mann war bei einem Eisenbahnunfall ums Leben gekommen. Sie war zu mir gekommen, um den Raum wiederzusehen, der ffir sie eine liebe Erinnerung bedeutete. Sie bekam einen Weinkrampf, und es erwies sich als unmöglich, sie zu beruhigen. Zwei Tage später las ich, dass sie sich mit Zyankali vergiftet habe. Es ist auch schon vorgekommen, dass Leute, deren Ehe längst geschieden war, in einer sentimentalen Anwandlung zu mir kamen, um die Kopie eines alten Bildes zu bestellen, das sie Einblick in menschliche Schicksale gewinnen Hess.» wMi i Entzauberung des Zaubers: J)as Qehünwisdes Wkssectvecfens Ein Geschicklichkeitsakt, der als Sensationsnummer auf Varietes überall Aufsehen erregte und meist von Japanern vorgeführt wurde, konnte seiner Mechanisierung nicht entgehen. Der Trick ist unter dem Namen « der japanische Messerwurf » bekannt und in den meisten Großstädten der Welt gezeigt worden. Früher in echter, einwandfreier Geschicklichkeit und Arbeit, heute oft in Form eines Apparates, der vom Unbegabtesten vorgeführt werden kann, und — das ist das Merkwürdigste r- trotzdem gefällt und für echt gehalten wird. Auf der Bühne steht ein dickes Brett aufrecht, vor das, in Kabaretts meist nach einer vorhergegangenen Tanz-, Kampf- und Entkleidungsszene, ein Mädchen von ihrem Partner gestellt wird. Der Partner, mit einem Kimono bekleidet, nimmt eine Anzahl dolchartiger Messer in die dem Publikum zugewandte Hand, so dass sie teilweise vom Kimonoärmel verdeckt sind. Mit der anderen Hand nimmt er von den vielen Messern eines, zielt, und wirft es — scheinbar — knapp neben dem Kopf des Mädchens, ins Brett. Schon hat er ein zweites Messer, wirft es, ein drittes, viertes folgt, bis der Oberkörper des Mädchens von Messern umrahmt ist. Das Publikum ist begeistert von der Ruhe des Mädchens und der Sicherheit des Japaners, klatscht wie rasend Beifall und weiss nicht, dass die ganze Sache bloss vom Mädchen allein gemacht wird und — dass die Messer in den Händen des Partners nie weniger werden. Ein aufmerksamer Beobachter, der die Bühne als Blickfeld in zwei Teile teilt, wird sofort sehen, dass nie ein Dolchmesser durch die Luft fliegt. Denn das Brett ist hohl und vom scheinbaren Einschlagen der Messer faserig und alt. Das Mädchen hält das Brett angstvoll und krampfhaft am unteren Teil fest, in Wirklichkeit liegen die vier Finger jeder Hand an einer Tastatur, deren Knöpfe einzeln, bei jedem scheinbaren Messerwurf des Partners, niedergedrückt werden, worauf die Messer neben dem Kopf und dem Körper aus dem Brett schnellen. Es ist sogar vorgesorgt, dass ein bestimmter Knopf, meist nach dem dritten Wurf, ein Messer zu Boden fallen lässt, um so geschickt eine Ungeschicklichkeit des Partners vorzutäuschen. Entzauberter Zauber. Macht nichts! — Den Zauberern, die sehr begabt und tüchtig sind, wird schon wieder etwas anderes einfallen. 1. 250,000.- 2. 100,000.- 3. 50,000- 4. 40,000.- 5. 25,000.- ,.. 2x 20,000.- •" 10 x 10,000>; Die Tage kurz vor der Ziehung, an welchen wir bei Seva I, II und III Tagesumsätze von rund Fr. 100 000.- bewältigen mussten, stehen auch diesmal wieder vor der Tür. Im letzten Moment wollen noch all' jene mitmachen, die stets auf morgen verschieben, was besser heute getan würde. Dann sollten wir hundert Hände, hundert Ohren haben. Telephon und Telegraph kommen vom Morgen bis zum Abend nicht zur Ruhe. Und was ist das Ende vom Lied: Dass Tausende und aber Tausende nicht mehr bedient werden können. Wie wärs, lieber Leser, wenn wir diese Hast der letzten Stunde diesmal vermeiden würden — in Ihrem u. auch unserm Interesse? Die Hast der letzten Stunde! Gewinnchance: Sie hangt nicht vom Lospreis, nicht vom Haupttreffer ab, sondern vom Trefferplan im Verhältnis zur Lossumme. Das allein ist massgebend. Und hier steht Seva weit an der ,Spitze: Sie schüttet nicht weniger als 6O% der Lossumme in Treffern aus. Ausser grossen. Haupttreffern birgt sie gerade in der mittleren Lage zahlreiche Chancen. Jetzt oder nie — versuchen Sie Ihr Glück heute noch - es ist allerhöchste Zeit! Einige Schritte zur Post — ein Einzahlungsschein — ein Betrag und Sie haben die vielleicht grösste Chance Ihres . Lebens am Schopf gefasstl Lospreis Fr. 20.- (10-Los-Serie, worunter ein sicherer Treffer, ss Fr. 2OO.-) plus 40 Cts. Porto auf Postcheck III10026. - Adr.: Seva Lotterie, Bern. Bei Vorbestellung der Ziehungsliste 30 Cts. mehr. Sie können auch per Nachnahme bestellen. Lose ebenfalls bei bern. Banken und Privatbahnstationen erhältlich. Nouo Gustav Renker, Franzosengold. Ein Alpen« roman. Verlag von Friedrich Reinhardt, Basel. Preis geb. Fr. 6.—. Wieder legt Gustav Renker einen neuen Roman vor, der wie die meisten seiner Werke die Alpen zum Schauplatz hat. Die Saga von dem durch die Franzosen im lahre 1798 im Bergsee versenkten Kriegsschatz bietet den Ausgangspunkt für die sich dramatisch steigernde Handlung, in deren Mittelpunkt der Kampf zwischen Vater und Sohn steht. Mit sichern Strichen sind die Gestalten gezeichnet und fügen sich prachtvoll ein in den Rahmen der Walliser Landschaft, die der Dichter überzeugend zu gestalten versteht. Ueberraschend — aber gelungen ist der Ausgang des Romanes. Die Sprache ist stark und einfach. Ein gutes Buch für unsere Volksbibliotheken. h. 1. Rudolf Schnetzer, «Im Schatten der Gefahr». Ein Gebirgsroman. Verlag von Friedrich Reinhardt, Basel, Preis geb. Fr. 7.—. Rudolf Schnetzer, bekannt durch seine Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, legt jetzt sein erstes, grösseres Werk in Buchform vor, damit von neuem sein Können beweisend. Scharf herausgemeisselt sind die Hauptpersonen dieses Volksromanes, — der die Bedrohung eines Bergdorfes schildert, — in ihrer Wirkung stark wie Holzschnitte. Grossartig gezeichnet ist der Bauer des Schilthofes, sein verbissener Kampf um Haus und Land; glänzend die junge, herbe Magd des Heerhofes, die den Hof aus Liebe zu dem jungen Bauern vor Verwahrlosung bewahrt hat. Aber nicht nur die Menschen versteht Schnetzer in der ihm eigenen, einfachen Art zu schildern, sondern auch die Naturkatastrophen gestaltet er in meisterhafter und doch schlichter Weise, so dass man von Seite zu Seite des Buches mehr gepackt wird. Seine Sprache ist einfach und klar, vermeidet jede Effekthascherei. So stellt dieses Buch einen Volksroman im besten Sinne dar und man freut sich nach all dem gekünstelten Kram, den man in den letzten Jahren immer wieder vorgesetzt bekam, jetzt umsomehr dieser herben, gesunden Kost. h. 1. Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmid. • • OB»