Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.092

E_1936_Zeitung_Nr.092

Oelelnfüllstutzen

Oelelnfüllstutzen verbirgt sich mitunter tückisch und ist nicht immer so gut zugänglich, wie man es im Interesse einer raschen Abfertigung wünschen möchte. Das Wichtigste bleibt, dass Auto der Stutzen hochgezogen ist, so dass weder der Vergaser noch andere Teile die Zugänglichkeit behindern. Zu ähnlichen Forderungen führt auch das Kapitel « Oelwechsel » : grosse Japan will synthetisches Benzin. * Oeiablass-Scliraube an der tiefsten Stelle der Oelwanne, damit das warme Oel möglichst schnell abfliessen kann. Leider zeigt die Praxis, dass man auch diese einfach scheinende Notwendigkeit noch nicht überall erkannt hat. Winzige, schwer zugängliche Verschraubungen mit Innen- und Aussenkant, bzw. Vierkant (Spezialschlüssel !), seitliche Ablass-Schrauben, die nicht an der tiefsten Stelle der Wanne sitzen — das alles gibt es. Lage und Abmessungen der Ablass-Schrauben sollten deshalb ebenfalls genormt werden. Der Erfüllung harrt im weitem auch der Wunsch, Tanköffnung, Kühleröffnung, Oelmess-Stab und Oelstutzen grundsätzlich auf der rechten Wagenseite anzuordnen. Im Interesse eines glatten Verkehrsablaufs hat jeder Wagen von rechts an die Tankstelle heranzufahren. Es bedeutet also zunächst eine Gefahr für den Tankwart, wenn er links am Wagen, *von der Strassenseite aus, arbeiten, also die linke Haube öffnen oder an der linken Wagenseite tanken muss. Obendrein erleidet die Abfertigung eine Erschwerung, wenn er genötigt ist, abwechselnd die linke und die rechte Motorhaube zu öffnen, um die verschiedenen Manipulationen des Wassereinfüllens (rechts), des Tankens (links), der Oelkontrolle (wieder rechts) usw. vorzunehmen. Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt wahllos einige der aufden letzten Ausstellungen gezeigten Typen, so zeigt es sich, dass bisher gerade dieser Trage recht wenig l Beachtung geschenkt wurde. • , Es gibt Dinge, die so einfach sind, dass man denkt, man brauche darüber eigentlich kein Wort zu verlieren. Dazu gehören vielleicht auch die vorstehend behandelten. Dürfen wir daher hoffen, unsere Anreguntren werden auf guten Boden fallen ? B. Grobe oder leichte Fahrlässigkeit? (Aus dem Bundesgericht.) Am 12. Dezember 1933 wurden in der Garage des Autobusbetriebes der stadtzürcherischen Strassenbahnen abends 10 Uhr die Bremsen eines Wagens ausgebessert, wobei dem Angestellten A. ein anderer Angestellter H. freiwillig Hilfsdienste leistete. Nachdem die beiden unter dem Wagen liegend gearbeitet hatten, gab A. seinem Gefährten Auftrag, den Abzugsschlauch zur Ableitung der giftigen Gase an den Auspuff zu hängen, da er nunmehr den Motor vorwärmen werde. Ohne eine Antwort abzuwarten, setzte er vom Trittbrett aus die Vorwärmung in Betrieb und betätigte nach etwa 1% Minuten den Anlasser. Da aber statt des Leerlaufes der erste Gang eingeschaltet war, machte der Wagen einen Sprung vorwärts und der immer noch unter dem Wagen liegende H. wurde getötet. Die Eltern des Verunglückten erhalten von der «Suval», bei der H. versichert war, eine Rente. Sowohl sie als die beiden Schwestern des Verunglückten klagten gegen A. und gegen die Stadtgemeinde Zürich auf weitergehenden Ersatz für den Verlust des Versorgers und auf eine Genugtuungssumme. Er wusste nicht, ob sie ihn hörte. Aber plötzlich schlug sie die Lider zurück und sah ihn an. Sie zitterte. «Es ist so schön, sich auszumalen, was alles sein könnte... Ich weiss, es gibt keine Zukunft für mich. Nie werden wir miteinander fortreisen. Aber ich will mir vorlügen, dass einmal ein Tag käme, an dem wir kühn genug sind, alles zu vergessen und an nichts zu glauben als an Liebe...» Sie sagte : «Wohin würden wir dann reisen ? Die Welt ist so wunderbar, und wir'werden glücklich sein. Es gibt Städte, deren Namen mich verzaubert haben... In Neapel erzählte mir einmal ein Kutscher, dass sein Mädchen aus Cagliari sei. Drei Tage lang habe ich mir diesen Namen vorgesagt wie ein Gedicht. Am vierten Tag kaufte ich ein Billet. Aber ich bin nicht abgereist, ich hatte plötzlich Angst, dass Cagliari klein und hässüch ist. Und ich wollte meinen Traum behalten, er war so gross und schön... Aber es gibt Namen, an die ich unbedingt glaube : St. Josse - ten - Noode, Bilbao, Alger. Oder wollen wir nach Libyen ? Denke, wir Hessen eines Tages alles im Stich, — packen unsere Kofier und verreisen nach Irgendwo ! » «Gehen durch fremde Gassen spazieren, Zur Herstellung synthetischen Treibstoffs aus Kohle in Japan soll eine neue Gesellschaft mit einem vorläufigen Kapital von 20 Millionen Yen gegründet werden; später ist eine Erhöhung des Kapitals auf 50 Mttj Honen Yen geplant. Spielstrassen für Kinder in England^ Mit Rücksicht auf den starken Anteil der Kinder an den Verkehrsunfällen hat die Stadt Salford eine Beschränkung der Zahl der Verkehrsstrassen vorgenommen. 170 Strossen sind für das Automobil völlig gesperrt und zu Spielstrassen für Kinder erklärt worden. Alle anderen Strossen hingegen bleiben ausschliesslich dem Verkehr vorbehalten. Viermal billiger — zehnmal haltbarer. Ein amerikanischer Gummifachmann hat auf einem Kongress festgestellt, dass die modernen Autoreifen ein Viertel des Vorkriegspreises kosten, jedoch rund zehnmal so lange Laufzeiten aufweisen. Schalldämpfende Hufeisen. Die Idee hat natürlich in Amerika das Licht der Welt erblickt. Neuerdings wenden nämlich die «Spezialisten zur Bekämpfung des Verkehrslärms •» ihr Augenmerk auch den Pferden zu. Und sie haben dabei die Entdeckung gemacht, dass Hufeisen eine äusserst geräuschvolle Einrichtung seien. Seither gelten nun drüben Huheisen» aus ganz besonders widerstandsfähigem Gummi als dernier cri auf dem Gebiete der Hufbeschläge. Die Gäule sollen, derart «beschuht*, zwar auf leiseren Sohlen, aber immerhin doch nur fast geräuschlos einhertrotten. Was so an Autos geklaut wird. Eine soeben veröffentlichte amerikanische Statistik stellt fest, dass seit dem Jahr 1922 in der ganzen Welt rund 1500 000 Autos, gestohlen worden sind. In den U.S.A. rechnet man mit einem täglichen Durchschnitt von 1000 gestohlenen Magern ,. 1 Der Äutobusbetrieb der Stadt Zürich ist gemäss dem Kranken- und Unfallversicherungsgesetz versicherungspflichtig und nach Art. 129, Absatz 2, dieses Gesetzes haftet der Arbeitgeber, der die ihm in der obligatorischen Unfallversicherung obliegenden . Prämien gezahlt hat, für einen Unfall nur dann, wenn, er ihn absichtlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hat; auch seine Arbeiter oder Angestellten haften nur bei absichtlicher oder grobfahrlässiger Herbeiführung des Unfalles. — Im vorliegenden Falle wiesen die Zürcher Gerichte die Klage sowohl gegen die Stadt Zürich als gegen A. unter Verneinung ejner groben Fahrlässigkeit ab. Das Bundesgericht hat am 4. November in Abweichung vom kantonalen Gerichte die grobe Fahrlässigkeit beim Beklagten A. bejaht. Er hätte sich vorerst überzeugen sollen, dass sein Gehilfe seine Weisung verstanden habe und unter dem Wagen hervorkomme. Dass er sodann den Anlasser betätigte, ohne erst nachzusehen, ob ein Gang oder der Leerlauf eingeschaltet sei, bildete eine grobe Fahrlässigkeit, weil er nicht wusste, ob H. nicht immer noch unter dem Wagen liege. Die Unterlassung dieser elementaren Vor- AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 13. NOVEMBER 1936 — N° 92 istischer Scharfer Tabak. Hatte die Tschechoslowakei das Verbot des Rauchens am Lenkrad bisher nicht allzu straff durchgeführt, so soll nunmehr in dieser Hinsicht gründlicher Wandel geschaffen werden. Inskünftig genügt es nämlich für den Fahrer, sich mit brennender Zigarette im stehenden Wagen erwischen zu lassen, um eine Busse einzuheimsen. Verschwindet das Tram aus London ? In den Londoner Verkehrsbehörden besteht die Absicht, beim Parlament um die Bewilligung zur Beseitigung sämtlicher Tramlinien nachzusuchen. Spät kommt ihr, doch ihr kommt! Eine neue Farbe für Verkehrsampeln ? Wie andere Städte, so hatte auch Paris bisher in seinen Verkehrsampeln rotes, grünes und gelbes Licht verwendet. Die zuständigen Stellen sollen sich nun mit dem Gedanken tragen, violette Lichtsignale einzuführen, mit denen kürzlich Versuche unternommen worden sind. Lautsprecher im Dienst der Verkehrsregelung. An besonders gefährdeten Verkehrszentren in London sollen jetzt nach amtlicher Mitteilung Lautsprecherwagen eingesetzt werden, die vor allen Dingen den Fussgängerverkehr dirigieren sollen. Die motorisierte Bettlerarmee der USA. Nach einer Veröffentlichung des *Landstreicherüberwachungsamtes» der USA. gibt es zur Zeit in den Vereinigten Staaten rund 25 000 Tramps, die über eigene Automobile verfügen. Die Vagabundenplage hat durch diese Motorisierung bereits unerträgliche Ausmasse angenommen, so dass man sich, insbesondere auf dem flachen Lande, zu drastischen Massnahmen zu entschliessen beginnt. Mehrfach haben Bettler, die während der Ausübung ihres «Geschäftes» ihren Wagen am Dorfeingang hatten stehen lassen, bei ihrer Rückkunft nur noch dessen brennende Reste' vorgefunden. sichtsmassnahme kann auch nicht damit entschuldigt werden, dass der Unfall in später Stunde eintrat und A. soeben vier Stunden Dienst geleistet hatte. — Die Klage gegen A. wurde begründet erklärt und die Angelegenheit zur Feststellung des Schadenbetrages an das Obergericht zurückgewiesen. Dagegen wurde die Klage gegen die Stadtgemeinde Zürich abgewiesen. Angesichts der obligatorischen Unfallversicherung käme eine Haftung der Stadt nur in Frage, wenn sie bzw. ihre Organe den Unfall absichtlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hätten. Ein Verhalten ihrer Organe, etwa Unterlassung von Schutzmassnahmen durch die Betriebsleitung, hat aber beim Unfall nicht mitgewirkt und für die Fahrlässigkeit ihres Personals haftet sie der obligatorischen Unfallversicherung wegen nicht mehr. Die Klage hat gegenüber der Stadt Art. 55 des Obligationenrechts angerufen (Haftung des Geschäftsherrn für den Schaden, den seine Angestellten und Arbeiter in Ausübung dienstlicher Verrichtungen verursachen); diese Haftung kommt aber neben der obligatorischen Unfallversicherung nicht mehr in Betracht Wp. Abbau der bernischen Motorfahrzeuggebühren? Dass die Entwicklung des motorisierten Strassenverkehrs nicht nur durch die übersetzten Zollbelastungen auf Motortreibstoffen behindert wird, sondern ebensosehr, oft sogar noch eine stärkere Behinderung durch die kantonalen Verkehrsabgaben erfährt, ist eine altbekannte Tatsache. Seit Jahren sind deshalb die am motorisierten Strassenverkehr interessierten Kreise bestrebt, eine Lockerung der kantonalen Steuerpraktiken zu erreichen. Allerdings sind bis anhin die diesbezüglichen Bemühungen nur in wenigen Kantonen von Teilerfolgen begleitet gewesen. Seit Jahren versucht u. a. ebenfalls die kantonalbernische Strassenverkehrsliga eine ähnliche Lockerung der Steuerbelastungen, wie auch der Zahlungsmodalitäten im Kanton Bern zu erreichen. Da alle diesbezüglichen Bestrebungen an der sprichwörtlichen Hartköpfigkeit der Regierung scheiterten, umgekehrt aber im gesamten Automobilgewerbe wie auch innerhalb der Automobilisten- und Motorradfahrerkreise die wirtschaftlichen Verhältnisse sich zusehends verschlechterten, hat nun die betr. Liga neuerdings den Versuch unternommen, die kantonalbernischen Behörden auf die unbedingte Notwendigkeit von Steuererleichterungen aufmerksam zu machen. In einer demnächst an den Regierungsrat zuhanden des Grossen Rates zu übergebenden Eingabe wird u. a. der ratenweise Bezug der Verkehrssteuer sowie die Gewährung eines Skontos bei ganzjähriger Vorausbezahlung gefordert, ein Verlangen, das im privaten Geschäftsverkehr als Norm gilt und auch hinsichtlich den Beziehungen zwischen den Automobilisten als Bürger II. Klasse und dem Staate endlich Geltung erhalten sollte. Als berechtigtes Postulat stellt die Eingabe wiederum die Forderung nach Einführung von Wechselnummern für zwei oder mehrere Wagen auf, d. h. Besteuerung des stärkern Automobils mit Uebertragungsberechtigung dieser Nummer auf den schwächern Wagen, was wiederum einen vermehrten Benzinkonsum zur Folge hätte, bei gleichzeitiger Vermehrung der Arbeitsmöglichkeiten für das Automobilgewerbe. Im weitern wird an das seit Jahren aufgestellte Postulat erinnert, allen über 5 Jahre in Betrieb stehenden Motorfahrzeugen eine Steuerreduktion zu gewähren. Die positiven Auswirkungen .einer derartigen Massnahme können mit aller Deutlichkeit am deutschen Beispiel abgelesen werden, und es dürfte eine solche Erleichterung auch den« bernischen Doppelfahrzeughaltern um so eher gewährt werden, als der Staat der eigentliche Nutzniesser eines solchen Entgegenkommens sein würde, unberücksichtigt der dadurch vornehmlich dem Automobilgewerbe ermöglichten vermehrten Arbeitsbeschaffung. Weiterhin verlangt die Eingabe monatliche Anrechung der Verkehrssteuer bei Inbetriebsetzung des Motorfahrzeuges im Laufe des. Jahres. In Uebereinstimmung damit steht das Verlangen nach monatlicher Rückvergütung bei Ausserbetriebsetzung eines Motorfahrzeuges im Laufe des Jahres. Als letzter Punkt wird Abbau der übersetzten Gebühren für Fahrzeugausweise gefordert, und zwar von Fr. 10.— auf Fr. 5.— für Motorradfahrer und von Fr. 30.— auf Fr. 10.— für Automobilisten. Zweifellos wird man auch diesen berechtigten Forderungen wiederum das abgedroschene Argument entgegenhalten, der Staat könne heute unter keinen Umständen Vorschläge akzeptieren, die seiner Staatskasse eine Mindereinnahme ergeben müssen. Diese unkaufmännische, wie auch unzeitgemässe Argumentation verkennt restlos die heutige Lage der Privatwirtschaft, insbesondere diejenige des Automobilgewerbes, der Automobil- und Zubehörindustrie, und vor allem nimmt sie keine Rücksicht auf die Ver- niemand kennt uns, niemand fragt nach ren die gleichen Worte gesprochen hatte. änderungen in der Einkommensschichtung uns.» Wann? Wer? der Motorfahrzeughalter. Anhand zahlreicher «Wir werden Könige an Zeit sein und Dann sah er plötzlich einen mageren, neunjährigen Jungen, der durchs Gebüsch der bracht worden, dass der Staat durch einen Beispiele des Auslandes ist der Beweis er- nicht mehr horchen müssen, wenn die Uhr die Stunden ausruft!» Donau-Auen lief. Manchmal legte er sich Abbau der Motorfahrzeuggebühren überhaupt «Wir werden uns lieben. Wir werden uns flach auf den Boden, horchte. Nahten sie nichts verliert, sondern im Gegenteil etwas vertrauen. Wir werden immer, immer beisammen sein...» Nur der Strom rauschte, und die Erde war sind die Postulate der kantonalen Strassen- schon, die Feinde des schwarzen Adlers? gewinnt. Für den Kanton Bern insbesondere So versuchten sie, ihren wütenden Hunger gut und warm. Der schwarze Adler erhob verkehrsliga um so berechtigter, als die nämliche Regierung im Kampf um den Bau der nach Glück zu stillen. Verzweifelt nannten sich und rieb das erhitzte Gesicht mit dem sie ihre Träume beim Namen. Taschentuch ab. Verwaschene Tintenflecke Sustenstrasse nicht hoch genug die Bedeutung dieser Neubaute für den motorisierten Miteinander sein, Stunde für Stunde, und waren im Tuch, und es roch nach Brot... womöglich eine kleine Ewigkeit lang. Alles, • Lukas wusste noch alles ganz genau: den Strassenverkehr in den Vordergrund stellen alles miteinander teilen, und wenn es sein jungen, frischen Junihimmel und den Duft, kann. muss, auch das Elend. ' der vom Wasser aufstieg. Weidengebüsch, hartes Schilf... Der schwarze Adler trug «Sybil, wir reisen nach Irgendwo und kommen nie mehr hierher zurück!» klobigen, dürren Ast. Er wollte gegen Bleich- Waadtländlsche Strassenbauten. Der Grosse einen Matrosenanzug und in der Hand einen Lukas musste nach jedem Wort Atem gesichter kämpften, er wollte bis zu den Rat des Kantons Waadt ermächtigt die Regierung, im Jahre 1937 die Verbesserungs- holen. « Würdest du mit mir gehen, Sybil ? Huronen und ans Ende der Welt wandern. Jetzt, heute, in dieser Nacht noch?» Daheim, im Kinderzimmer, lag ein Brief für arbeiten an Alpenstrassen fortzusetzen. Im «Ob ich... oh, was bist du für ein Narr! die Eltern... Vordergrund steht die Korrektion des zweiten Teilstückes des Col des Mosses bei Ja, ja, tausendmal ja...» Wie stark die Sonne war! «Es wollt ein «Fort von dieser Stadt!» sagte Sybil. Sie Jäger jagen», sang der schwarze Adler. Seine Chäteau d'Oex, wofür Kosten im Betrage starrte in seine Augen und sagte: Stimme schallte. « dreiviertel Stund' von einer halben Million Fr. vorgesehen sind. «Fort von Europa!» vorm Tfigen. wohl in dem grünen Wald!» Ferner wurde der Staatsrat ermächtigt, für «Fort von Europa...», wiederholte Lukas. Strassenbau und Strassenkorrektionen im Er lauschte. Er suchte angespannt in seiner Fortsetzung folgt. kommenden Jahr die Summe von 450,000 Fr. Erinnerung nach einer Stimme, die vor Jah- aufzuwenden. ..

N" 92 ^ FREITAG. 13. NOVEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Caracciola fährt Weltrekord Stuck's Zehn-Meilen-Rekord von 286 km/St, auf 333 km/St, verbessert. Wettkampf zwischen Flugzeug und Rennwagen. Frankfurt, 11. Nov. 1936. Von Rekordwetter konnte man am heutigen Mittwoch bei Wiederaufnahme der Mercedes-Rekordversuche wahrlich nicht sprechen. Regen in der Nacht und demzufolge nasse Stellen auf der Autobahn, dazu ein starker Wind aus Südwest : das sind keine guten Voraussetzungen für Versuche, wie sie heute geplant waren. Rennleiter Neubauer hätte sogar wahrscheinlich die aufgemacht werden musste. Das gleiche gilt Versuche überhaupt abgeblasen und aufvon den Continental-Reifen, die vorne bisher über eine Distanz von 288 km diese hohen besseres Wetter gewartet, wenn nicht Ufa und Fox mit einem grossen Operateurstab Geschwindigkeiten durchgestanden haben, nach hier gekommen wären, um den Wagen während die Hinterreifen nach den letzten bei einer Rekordfahrt, wenn möglich sogar Versuchen gewechselt wurden, da sie kleine Weltrekordfahrt zu sehen. Da die Ufa aufEinschnitte zeigten. der Autobahn arbeitete, hatte sich die Fox ein Flugzeug gechartert, aus dem der Kameramann Stoll, auf dem Bauche liegend, Aufnahmen machen wollte. Na, und das muss eben geübt werden bis es klappt. Denn — es ist nicht gerade einfach, beide Fahrzeuge mit gleichen Geschwindigkeiten zu steuern, da Caracciola, der heute in einer völlig geschlossenen Limousine sass, natürlich keine Verständigung mit « oben» aufnehmen konnte, während es für den Piloten ebenfalls schwer war, den genauen Geschwindigkeiten des Rennwagens zu folgen, um so weniger, als die hier eingesetzte Heinkel in der Spitze sogar erheblich hinter der Leistung des Rennwagens zurückbleibt ! Der Sicherheit halber Hess man die ganze Zeitnahme auf 5 km. 5 und 10 Meilen stehen, um eventuell gefahrene Rekorde mitnehmen zu können, obgleich man bei dem starken Gegenwind kaum damit rechnen konnte! Wie gross jedoch war unsere Ueberraschung, als Caracciola nach dreimaligem Versuch aus Richtung Darmstadt zurückkam und die Zeitnahme uns telephonisch mitteilen Hess* dass verschiedene Rekorde gepurzelt seien. Während Caracciola am Ziel, das übrigens heute direkt gegenüber der Zeppelinhalle lag, von den Filmleuten weiter « verarztet » wurde, um in der Wochenschau ein Bild seiner Eindrücke zu geben, erfuhren wir am Telephon, dass nicht nur zwei Klassenrekorde der Klasse B, 5—8000 ccm, geschlagen, sondern ein neuer Weltrekord erheblich verbessert werden konnte, eine Nachricht, die mit grossem Hallo und viel Beifall aufgenommen wurde. Bei seinen ersten Versuchen vor 14 Tagen hatte Caracciola drei Klassenrekorde aufgestellt, und zwar: 1 km mit fliegendem Start mit 364,372, eine Meile mit fliegendem Start mit 367,033, und die 5 km mit fliegendem Start mit 340,554 km/St. Bei seiner heutigen Rekordfahrt verbesserte er die 5 Meilen mit fliegendem Start von 291,035 km/St. (Stuck auf Auto-Union) auf 336,838,' die 10 km mit {liegendem Start von 288,612 (Stuck auf Auto-Union) auf 331,889, und die 10 Meilen mit fliegendem Start von 286,451 (Stuck auf Auto-Union) auf 333,484 km/St.! Bekanntlich sind alle Weltrekorde mit fliegendem Start bis 10 km in den Händen von Campbell, die dieser mit seinem Ueberrennwagen in Amerika aufstellte, so dass nur der Zehnmeilenrekord als Weltrekord gilt. Zweifellos bestand die Absicht, heute in einer schneidigen Zehnmeilenfahrt all diese Rekorde noch weit höher zu schrauben, vielleicht sogar die vor 14 Tagen aufgestellten Rekorde bedeutend zu überbieten. Man hat aber einsehen müssen, dass dies bei dem hier vorherrschenden Wetter ein Ding der Unmöglichkeit ist, so dass man sich vorerst mit den jetzt erzielten Ergebnissen zufrieden gibt, um so mehr, als die Verbesserungen ja tatsächlich ganz erheblich sind ! Da aber die Rekorde über den stehenden Kilometer und die stehende Meile ebenfalls Weltrekorde sind, ist beabsichtigt, wenigstens noch diese beiden Bestleistungen zu verbessern. Den stehenden Kilometer hält Hans Stuck mit 163 und die stehende Meile Rudolf Caracciola mit 188 km/St. Für Donnerstag ist zwar wieder schlechtes Wetter angezeigt. (Sonderbericht der «Automobil-Revue».) Man hofft jedoch, für wenige Minuten soviel Gutwetterlage zu haben, dass es möglich sein wird, diese beiden Rekorde ebenfalls bedeutend zu verbessern, womit Mercedes sechs neue Klassenrekorde und drei neue Weltrekorde an sich gebracht hätte, ohne Zweifel eine ganz erhebliche Leistung bei einem völlig neuen Motor, der sich übrigens bis jetzt ganz ausgezeichnet gehalten hat, da in keiner Fahrtpause bisher die Haube überhaupt Carracciola selbst ist von seinen heutigen Versuchen ausserordentlich befriedigt, um so mehr, als die Rekordfahrt dadurch an sportlichem Reiz gewann, dass er mit der Heinkel einen kleinen Wettkampf aufnehmen konnte, den diese nur bei Rückenwind durchzustehen vermochte. Wenn also in den nächsten Tagen die beiden Rekorde über stehenden Kilometer und stehende Meile gebrochen sind, wird Mercedes seine diesjährigen Rekordfahrten beenden und, wie wir hören, nunmehr alle Kräfte auf eine Mittel: 2' 53,73" = 333,484 km/St. Dieser Rekord ist zugleich Welt- und Int. Klassen-Rekord. (Alter Rekord von Hans Stuck: 3:22,255 = 286,451 km/St. (Alter Klassenrekord von Hane Stuck: 288,612 km/St.). -Auf der Brooklands - Bahn hat Charles Dodson seine Rekordversuche mit dem (Riley), Frl. Petre (>Riley), Taruffi (Maserati) und Wimille (Bugatti) auch der Schwei- fabelhaft schnellen kleinen Austin Ende der letzten Woche fortgesetzt und bei dieser Gelegenheit dem Münchner Bobby KoMrausch zer Hans Ruesch auf Alfa Romeo an den Start gehen. einen internationalen R-ekord der Klasse H (750 ccm) entrissen, den dieser am 10. Oktober auf der Reichsautobahn Frankfurt a. M. —Darmstadt aufstellte. Es handelt sich um die Klassenbestzeit über den Kilometer mit stehendemStart. Dodson legte diesen mit einem Durchschnitt von 134,512 km/St, zurück, während Kohlrausch auf Magic-Midget 133,100 km/St, erreichte. Die 500 Meilen von Indianapolis 1937. Das Reglement in grossen Zögen. Soeben ist das Reglement für die nächstjährigen 500 Meilen von Indianapolis erschienen. Das maximale Hubvolumen der teilnehmenden Wagen ist wie beim Grossen Preis von Amerika auf 6 Liter festgesetzt, während das Weiterentwicklung der neuen Rennwagen Mindestgewicht der Boliden — ohne Brennstoff und Wasser — 815 kg betragen soll. konzentrieren. Zu diesem Zweck werden neue Versuchsfahrten unternommen, und man Als geringste Spurweite wird 1,32 m verlangt; geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass die Karosserie muss zweiplätzig und auf der auf der Bahn von Monza in den nächsten Höhe des Sitzes mindestens 78 cm breit sein. Wochen recht reger Betrieb sein wird. Das Eine Novität des Reglements besteht darin, bedeutet also, dass eine kleine Serie der dass als Brennstoff ein handelsübliches Benin vorgeschrieben ist, dessen Zusammen- neuen Zwölfzylinder-Motoren fertiggestellt ist und jetzt einer Dauerprüfung unterzogen setzung in einem besondern Anhang zum wird. _.. Hans Bretz. .. „• Reglement bekanntgegeben wird. der gute Gleitschutz durch Eis und Schnee UNION AG. SCHNEEKETTENFABRIK BIEL Generalvertreter: Henri Bachmann Biel, Spitalstrasse 12 b, Telephon 48.42 Genf, Rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 Zürich, Löwenstrasse 31, Telephon 58.824 . DIE RESULTATE 10 MEILEN MIT FLIEGENDEM START: Hinfahrt: 2' 56,76" Rückfahrt: 2' 50,70" 5 MEILEN MIT FLIEGENDEM START: Hinfahrt: 1' 26,53" Rückfahrt: 1' 25,48" Mittel: V 26,005" = 336,838 km/St. (Alter Klassenrekord von Hane Stuck: 1:39,535 = 291,035 km/St.). 10 KILOMETER MIT FLIEGENDEM START: Hinfahrt: 1' 49'98" Rückfahrt: 1' 46,96" Mittel: 1' 48,47" = 331,889 km/St. Und noch ein Rekord : Dodson auf dem 750-ccm-Austin-Rennwagen. Union~ Schneeketten Die ächten Union-Schneeketten sind in allen Garagen und Fachgeschäften erhältlich. Verlangen Sie aber ausdrücklich Original-Union-Schneeketten mit der Armbrustplombe. JAOOI • WOTHKICH In den Bedingungen wird ferner festgehalten, dass die Konkurrenten im Ausscheidungslauf über 10 Runden eine durchschnittliche Geschwindigkeit von mindestens 169 km/St, erreichen müssen. Für Fahrzeuge mit Dieselmotor beträgt dieses Mittel 164 km/St. # Die Nennfrist läuft am 1. Mai 1937 ab. Ein neuer Rennstall: Scuderia Ambrosiana. Unter der Bezeichnung «Scuderia Arribrosiana» hat sich in Italien eine neue Renn- Organisation gebildet, welcher V i 11 o r e s i, C o r t e s e und ein dritter, noch nicht bestimmter Fahrer angehören werden. Die Mannschaft verfügt über drei Maserati-Rennwagen, wovon zwei mit 1,5 Liter und 1 mit 1100 ccm Zylinderinhalt. Am Grossen Preis von Südafrika 1937, der als erster Grand Prix der kommenden Saison am 1. Januar auf der Rundstrecke bei East London zur Durchführung gelangt, wird ausser Earl Howe (E.R.A. und Bugatti), Seaman (Delage), Fairfield (E.R.A.), Cyril Paul Die nächstjährigen Rennen im Donington» Park. Im Parke von Donington werden im Sommer 1937 folgende sportlichen Veranstaltungen zum Austrag kommen: 10. April: Empire Trophy Race. 12. Mai; International Trophy Race: 12. Juni: Nuffield Trophy Race. 24. Juli: 12-Stunden-Sportwagen-Rennen. 28. August: Internationales 200-Meilen-Rennen. 2. Oktober: Grosser Preis von Donington. LUFTFAH Australien verzeichnet einen starken Aufschwung der Aviatik. Die offizielle Regierungsstatistik der australischen Luftfahrt gibt bekannt, dass während des Jahres 1935 die australischen Luftverkehrsgesellschaften zusammen 5J4 Millionen Meilen zurückgelegt haben. Insgesamt wurden auf diesen Flügen 62 910 Passagiere befördert. Der Luftfrachtverkehr verzeichnet ein Total von 8463 Tonnen, während die Luftpost eine Höhe von 70 Tonnen erreichte. Die Zahl der Privatpiloten stieg von 467 auf 680, diejenige der Verkehrspiloten von 210 auf 212. Eine Zunahme ist ebenfalls in der Zahl der Flugzeuge zu verzeichnen, die sich von 200 auf 227 erhöhte. Eine holländische Fluglinie nach Südafrika ? Die holländische Fluggesellschaft K.L. M. steht gegenwärtig mit verschiedenen Regierungen in Unterhandlungen zwecks Eröffnung einer Luftlinie Holland—Kapstadt, und zwar in Betriebsgemeinschaft mit einem englischen Unternehmen. Im Gegensatz zur heutigen englischen Reichslinie, die von Brindisi über Kiro nach dem Sudan und der Ostküste entlang führt, wollen die Holländer die westliche Route einschlagen, nämlich von Amsterdam über Biarritz, Casablanca, Dakar, Devalao, Banana, Walfischbay nach Kapstadt. Man hofft, die Linie am 1. Mai 1937 eröffnen zu können, sofern die Durchflugserlaubnis einiger Länder bis dann erteilt wird. Schlafflugzeuge im amerikanischen Luftverkehr. Die Fluggesellschaft American Airlines unternimmt gegenwärtig eine starke Aktion für die Propagierung des transkontinentalen Nachtluftverkehrs zwischen New York und Los Angeles, einer Strecke von 4460 km. Die Gesellschaft befliegt diese Strecke seit dem 1. Oktober zweimal nachts in beiden Richtungen mit dem neuen DST - Douglas - Schnellflugzeug, in welchem Betten für 14 Passagiere vorhanden sind. Die Flugzeiten betragen in westlicher Richtung 17 Std. 41 Min., in östlicher Richtung sogar nur 15 Std. 50 Min. Ein neuartiges Versuchsflugzeug. Der französische Ingenieur Bechereau hat ein kleines Versuchsflugzeug von nur 6,5 m Spannweite und 5 m Länge gebaut, das einen 40-PS- Motor besitzt, mit Flugzeugführer ein Fluggewicht von knapp 280 kg hat und ungewöhnliche Baugrundsätze vertritt. Die Tragfläche besteht eigentlich aus zwei Tragflächen, die staffeiförmig untereinander liegen und als Spaltflügel wirken können. Sie können einander genähert oder voneinander entfernt werden. Rumpf und Leitwerk sind wie bei den üblichen Maschinen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass Bechereau einer der erfahrensten französischen Flugzeugkonstrukteure ist und schon vor Jahrzehnten die berühmten Flugzeugtypen «Deperdussin» und «Spad» entwarf.