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E_1936_Zeitung_Nr.093

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 17. NOVEMBER 1936 — No 93 Anhaltender Rückgang der Benzin- und GasölImporte. Wahrend sich der eidg. Alkoholdirektor als Grossimporteur ausländischer Spritmengen aufspielt, verzeichnen die Benzin- und Gasöl- Importe hingegen einen ununterbrochenen Rückgang. Wie aus nachstehender Zusammenstellung ersichtlich ist, wurden in den ersten 10 Monaten des laufenden Jahres insgesamt 1 622 793 q Benzin und Benzol eingeführt, gegenüber 1 784 273 q in der entsprechenden Vorjahrsperiode. Btnzin- und Benzoleinfuhr. 1934 1935 1936 q n führt gegenwärtig eine weitgehende Kampagne gegen die Regierung durch, um von dieser eine Herabsetzung der staatlichen Zolltarife auf die Einfuhr von Automobilen, Lastwagen und Ersatzteilen erlangen zu können. Vor allem wird die vollständige Aufhebung der staatlichen Zusatzsteuer von 10% auf diese Einfuhr verlangt, -itp- Bunte Chvonilc Eduard VIII. und sein «rollendes Privatkabinett». Alle Welt weiss um die vielseitigen sportlichen Interessen des jetzigen englischen Königs, die selbstredend auch das Automobil umfassen. So von ungefähr kommt es deshalb nicht, dass Eduard VIII. selbst ein ausgezeichneter Fahrer ist, wiewohl er seit der Thronbesteigung seine Wagen nicht mehr eigenhändig eteuert. Bezeichnend übrigens für seine Schlichtheit, dass seine vier Privatautos, genau wie jeder andere Wagen, Nummernschilder tragen und durch keinerlei äusseres Merkmal verraten, wer darin sitzt Anders natürlich die Staatswagen, die keine Nummer, wohl aber das königliche Wappen führen und sich nicht nur durch ihre' Farbe, sondern auch durch andere « Charakteristika > zu erkennen geben. So fiel das Auto, das der verstorbene König Georg V. bei offiziellen Anlässen benutzte, durch seine ungewöhnliche Länge wie seine Breite von 3,9 Metern auf. Wieso diese Ueiberdimensionierung? Weil das Königspaar, genau in der Mitte über den Achsen, in breiten Fauteuils Platz nahm, und weil dahinter noch zwei weitere Lehnsitze für den Adjutanten und die Kammerdaine eingebaut waren. Dagegen bewegt sich der Wagen Eduards VIII. in sozusagen normalen Ausmassen. Die umfangreichen Sessel fehlen; er begnügt sich mit zwei Plätzen an der Rückwand für den König und seinen Adjutanten und zwei Klappsitzen für die Begleitung. Eines jedoch ist daran ganz neu: die Armlehne, die zu einer Art Schreibtisch ausgezogen werden kann und dem König bei längeren Fahrten das Arbeiten im « rollenden Kabinett» gestattet. Fast seitdem es existiert, hat das Automobil Eingang in die englische Königsfamilie gefunden, deren Mitglieder passionierte Autofahrer sind. Liess sich nicht Eduard VII. schon 1899 einen Wagen bauen — mit 6 PS! —, der damals allerhand Aufsehen erregte? Und seither hat sich das englische Herrscherhaus beinahe Jahr für Jahr einen neuen Staatswagen zugelegt, deren Zahl bis heute 36 erreicht

N° 93 — DIENSTAG, 17. NOVEMBER 1936 AUTOMOBTL-REVUE 11 *i«tu«ap«s Für den Bau der Sustenstrasse. Kürzlich richtete der bernische Regierungsrat an den Bundesrat ein Schreiben, in welchem er die oberste Landesbehörde ersucht, die zur sofortigen Inangriffnahme der Bauarbeiten für die Erstellung einer neuen Sustenstrasse notwendigen Verhandlungen zwischen den eidgenössischen und den beiden in Betracht fallenden kantonalen Instanzen raschrnöglichst aufzunehmen, um den beteiligten Kantonsregierungen die Subventionsvorschläge des Bundes unterbreiten zu können. Mit Rücksicht auf den Umstand, dass das Bauprojekt für eine Sustenstrasse bereits baureif erscheint, ersucht der Regierungsrat des Kantons Bern den Bundesrat, die Verhandlungen zu beschleunigen. Da der bernische Staatsbeitrag an den Bau dieser Strasse auf alle Fälle den in der Kompetenz des Grossen Rates liegenden Höchstbetrag von einer Million Franken überschreitet, erklärt sich der Regierungsrat seinerseits bereit, nach erfolgter Abklärung der Finanzfrage, das Geschäft dem Grossen Rat zu unterbreiten und alle, Vorbehalte zu treffen, um einen Volksbeschluss raschmöglichst zu erwirken. Um die Prageistrasse. Bei einer kürzlich in Brunnen abgehaltenen Sitzung nahm das Grosse Aktionskomitee für den Bau der Prageistrasse Kenntnis davon, dass sowohl der Bundesrat als auch die kantonalen und die Bezirksbehörden dem Projekt Verständnis entgegenbringen und gewillt sind, ihm zur Verwirklichung zu verhelfen, Lebhafte Genugtuung löste der inzwischen vom Begierungsrat gefasste Beschlues aus, unverzüglich die Detailprojektierunff zu veranlassen und eine aus Mitgliedern der Regierung und des Bezirksrates zusammengesetzte Kommission zu bilden, deren Aufgabe in der rechtzeitigen Fertigstellung der Pläne besteht Wie wir weiter erfahren, soll die Detailprojektierung auch für den glarnerischen Teil der Pragelstrasse vor deren baldigem Abschluss stehen. Besonders erfreulich berührt es, dass die Kleingewerbetreibenden und Handwerker des Muotatales in einmütiger Tat sich freiwillig verpflichtet haben, dem Kanton Schwyz zuhanden des Baues der Pragelstrasse eine Summe von Fr. 18 600.— zur Verfügung zu stellen. Es darf erwartet werden, dass auch die Bauersame der finanzschwachen Berggemeinde Muotathal nicht an Opferwilligkeit zurücksteht und dem Kanton Schwyz die ihr durch den Bau der Prageistrasse zukommenden Landentschädigungen, Fr. 90 000.— bis 100 000.—, zukommen lassen wird, wie sie dies schon anno 1907 zu tun bereit war. Allgemein wurde der Erwartung Ausdruck verliehen, dass der Bundesrat seinen Entscheid über die bei ihm liegenden Strassenbaufragen unter dem Gesichtspunkte des Allgemeininteresses, frei von jedem Druck, fassen wird. Eisenbahner-Verband und Verkehrstellung. Der am 14. November in Bern versammelte Vorstand des Schweiz. Eisenbahner-Verbandes befasste sich u. a. auch mit der Frage der Sanierung des schweizerischen Verkehrswesens. Nach der Auffassung der Verbandsleitung bietet der Vorentwurf zu einem dringlichen Bundesbeschluss über die Verkehrsteilung zwischen Schiene und Strasse nicht diejenigen Grundlagen, die notwendig wären, um daä Ziel zu erreichen. _ Dass den Herren der Schiene die an und für sich bereits übers Ziel hinausgeschossene Departementsvorlage nicht in den ,Kram passt, ist bei der Mentalität dieser Kreise gar nicht verwunderlich. Nach deren Auffassung wird das schweizerische Verkehrswesen erst dann saniert sein, wenn der Lastwagen und nachher auch das Personenfahrzeug gänzlich an die Wand gedrückt sind und das Monopol über die Strassentransporta ebenfalls den Bahnen zugeschanzt ist. Welch herrliche Blüten eine derartige Verkehrsregelung treiben wird, zeigt uns täglich der Schuldenberg der S.B.B.l T. C. S. AUTOSEKTION BERN. Mit ihrem Jahresfest, das kommenden Samstag, den 21. Oktober die weiten Räume (und auch die « Unterwelt») des Kursaals Schänzli mit munterem Leben erfüllen wird, feiert die Berner Sektion des T.C.S. gleichzeitig auch ihren 10. Geburtstag. Sie hat sich dafür ein leckeres Programm zusammengestellt, das einen jeden nach seiner Fasson selig werden lässt, verheisst es doch neben ausgiebigem Tanzvergnügen auch allerhand kabarettistische Genüsse. Beginn 20.30 Uhr. A. C. S. Sitzung des Zentralvorstandes. Unter dem Vorsitz -von Herrn Zentralpräsident Dr. Mende tagte am Vergangenen Samstag in Basel der Zentralvorstand des A. C. S., um zu einer Reihe von Tagesfragen Stellung zu nehmen und die Budget-Delegiertenversammlung vorzubereiten. Ueber das Problem der Haftpflichtversicherung lag ein eingehender Bericht vor, der feststellt, dass es gelungen ist, eine Erhöhung der Versicherungsprämien auf den Personenwagen zu verhindern, währenddem die Bemühungen um Beibehaltung der Prämienansätze für die Motorräder und die Lastwagen nicht in jeder Beziehung zum Ziele führten. Die Erhöhung der Prämien für diese beiden Fahrzeug-Kategorien, die übrigens schon vor der Abwertung vorgesehen war, erfolgt mit dem Inkrafttreten der neuen Verträge. Um die Verhandlungen mit den Versicherungsgesellschaften zum Abschluss zu bringen, wurde das Direktionskomitee vom Zentralvorstand mit den nötigen Vollmachten ausgestattet. Im -weitem wurde der neue Reglementsentwurf für die Regelung der Schilderfrage in Diskussion gezogen. Wie man weiss, zielt das Projekt auf eine stärkere Konzentration dieses Dienstes hin. Mit einigen redaktionellen Aenderungen hiess der Zentralvorstand das Reglement gut und erteilte dem Direktionskomitee die Befugnis, die neuen Bestimmungen wenn nötig noch zu bereinigen und sie alsdann in Kraft zu setzen. Um das Sportprogramm. Ein anderer Punkt der VerhandJungen beschlug die Aufstellung der Richtlinien, welche der Ausarbeitung sowohl eip.es allgemeinen als auch eines speziellen für 1937 gültigen Programms durch die nationale Sportskommission zugrunde gelegt werden sollen- Diese erhielt den Auftrag, mit einem entsprechenden Programm aufzuwerten, währenddem gleichzeitig "das Direktionskomitee, gestützt auf das Ergebnis der Arbeiten der Sportkommission, am Reglement für* den Sportsforid jene Aenderungen vornimmt, di© sich allenfalls als notwendig erweisen. . Ueber die Tätigkeit der Via Vita bot Direktor Primault einen orientierenden Ueberblick. Im Zusammenhang damit pflichtete der Zentralvorstand der entschlossenen Stellungnahme dieser Organisation gegen jeden Versuch eines staatlichen Eingriffs. in den Werkverkehr einmütig bei. Die nächste Delegiertenversammlung, deren Hauptgegenstand die Beratung des Budgets bilden wird, findet am 12. Dezember in Bern statt. Bereits hat der Zentralvorstand den Voranschlag geprüft und ihn tel «*«• : : Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion. Wie's gemacht wird. Wohl die meisten unter uns erinnern sich noch des Gejammers, das letztes Jahr angesichts der reichlichen Obsternte anhob. Warnende Stimmen, die das Ungehörige eines solchen Gebarens brandmarkten und vom Ueberfluss Vorräte für magere Zeiten geschaffen haben wollten, verhallten ungehört. Begreiflicherweise — denn solange die Alkoholverwaltung Mostern und Brennern Preise bezahlt, die modern eingerichteten Unternehmungen bis zu 100 Prozent Reingewinn ermöglichen, haben diese an der Most- und Süssmostfabrikation und vor allem an einer vernünf-> tigen Lagerpolitik dieser Obstsäfte herzlich wenig Interesse. Man brennt bei guten Ernten soviel als irgend inSglich; fällt das nächste Jahr schlecht aus — nun dann wird man: ja weiter sehen und wegen der sogen. Schnapsschwemme? Ach — wer wird denn die •Schnapsbrenner als « Stützen der Landwirtschaft * im Stiche lassen!. 1, Bund und Alkoholverwaltung bestimmt nicht und die Zeche bezahlt der Benzinl^onsument, der sein ohnehin teures Benzin nun noch durch diesen überteuerten - Alkohol verbessern darf. Auf das fette Jahr ist nun ein mageres gefolgt. ' Der letztjährige Ueberfluss an Mostobst und teilweise auch Most wurde gebrannt, heute sind Most- und Süssmostvorräte' knapp, der Anfall an Möstöbst gering. Auf Kpsten der Allgemeinheit und der Benzinkohsumenten im besondern wurden letztes Jjahr .durch Alkoblolherstfellung Riesengewinne erzielt, ini die sich einige iwenige, besonders Begünstigte teilten. Diesen selben Leuten gestattet man heute, weil sie anstatt für Vorräte zu sorgen, brav Bundesfusel brannten, die Einfuhr von billigem Mostobste aus dem Auslande. Allein vom 22. bis 26. Oktober a. c. habe ich 25 Wagen Mostobst, aus Frankreich kommend und über Basel das Seetal hinaufrollend, festgestellt. Dort werden sie wohl an jene Mostereien und Süssmostereien verteilt werden, welche ihre letztjährigen Vorräte gebrannt haben. 25 Wagen Mostobt, d. h. am 22. Oktober 4 Wagen von insgesamt 51 Tonnen, am 23. Okt. 3 Wagen von insgesamt ca. 30 Tonnen, am 24. Oktober 3 Wagen von insgesamt 35 Tonnen, am 25. Oktober 9 Wagen von insgesamt 103 Tonnen, am 26. Oktober 6 Wagen von insgesamt 73 Tonnen, allein für das Seetal — wieviele werden es wohl in der ganzen Schweiz sein? Uebrigens, wer bietet Gewähr dafür, dass aus diesem Mostobst nicht wiederum « einheimischer» Alkoholüberfluss r entsteht? Jedenfalls wäre es an der Zeit, wenn die Via Vita oder einer der Automobil-Clubs sich der Sache annehmen würden. Wir Benzinkonsumenten sind nicht damit einverstanden, dass zu unsern Lasten die auf Kosten der Allgemeinheit profitierenden Brenner weiterhin prämiiert und schliesslich noch durch den Staat vor event. unangenehmen Folgen ihrer Profitsucht geschützt werden. £. S. in L. Dieses stabilisierte Mineralöl, wird dem Spiel des Motors angepasst. Sommer u. Winter das gleiche Oel 1 Gen.-Vertr. f. d. Schweiz: •I.Sehnyder, St. Niklausstr.54, Solothnm Touristik-Bulletin des A.C.S. Mosses: Ketten empfohlen zwischen La Comballaz und Les Lecherettes. \. : - Oberalp: gesperrt zwischen Tschatnutt und Nätschen ob Andermatt. Ofenpass: ca. 20 cm Neuschnee, gepfadet. in. "K. befahrbar. Pillon: 50 cm Schnee, Ueberfahrt., nicht mehr empfehlenswert. Saanenmöser: schneefrei. „ £>an Bernardino: unpassierbar «wischen Hin,terrhein und San Bernardino-Dorf. St. Gotthard: gesperrt; Nordseite schneefrei bis Hospenthal, Südseite 5 cm Neuschnee. Ketten ratsam ab Airolo talwärts bis Faido. Simplon: Schweizerseite unpassierbar ab Beri- : sal. Splügen: gesperrt ab Splügen-Dorf. Umbrail: gänzlich unpassierbar. Weissenstein: fast schneefrei, o. K. passierbar. Wolfgang (Uebergang Kloster-Davos): stellenweise vereist, Ketten ratsam. Zufahrt nach Ai-osa fast schneefrei, o. K möglich, Mitnahme von Ketten ratsam. Rhonetal: m. K. offen bis Oberwald. Oesterreich: Arlberg fast schneefrei, o. K. passierhar, Mitnahme von Ketten ratsam. Gesperrt i sind; Grossglockner, Katschberg, Radstätter Tauern, I Turracher Höhe, Prebichl, Triebner Tauern, Niederalp], Plöchenpass, Stubalpe. Italien: Unpassierbar sind: Campo di Carlomagno-Campiglio, Campolungo, Cereda, Falzarego, • Gavia, Grödnerjoch, Jaufen, Monte Croce di Comelico, Pordoi, Sellä & Stelvio. Mit Ketten passierbar sind: Broccone, Cimabanche, Mauria, Rolle, Sant'Angelo-Misurina, Tonale und Tre Cröci. Frankreich: Gesperrt sind: Vars, Allos, Cayolle, Lärche, Galibier, ,Mpnt Cenis und Tourtnalet (Pyrenäen). Route d'hiver des Alpee, Route Napoleon et Lautaret o. K. offen. . Autotransporte durch die Alpentunnel«: Albula: Preda-Bevers; Lötschberg: Kandersteg-Brigr Simplon: Brig-Domodossola; S t. G o 11 h a x d : Göschenen-Airolo, Handel u. ln«fl.aastvi