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E_1936_Zeitung_Nr.093

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 17. NOVEMBER 1936 — N° 93 Dass Hudson und Terraplane in den Vereinigten Staaten eine grosse Zahl neuer Rekorde für geschlossene Serienwagen aufgestellt haben, indem sie alle bisherigen Bestzeiten für die Distanzen zwischen 800 und 3200 km sowie für die Zeiten zwischen 6 und 24 Stunden zu Fall brachten. Der Hudson-Wagen konnte in 24 Stunden eine Strecke von rund 3400 km mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 141 km/ St. zurücklegen. Das Japanische Industrie- und Handelsministerium habe bestimmt, dass die dortige Ford-Gesellschaft dieses Jahr 12 360 und General Motors 9470 Wagen bauen dürfen. Die japanischen Fabrikanten rechnen mit einer Eigenproduktion von etwa 6000 Fahrzeugen. Von einem indischen Grossbankier, der sich vor Jahren schon einen Daimler- Wagen für die Kleinigkeit von 190 000 Fr. zugelegt haben soll. Der Wagen strotzt förmlich von Gold, sogar die Unterseite der Kotschützer soll mit diesem Edelmetall überzogen sein. Jetzt ist das Fahrzeug nach England zur Reparatur gebracht worden, weil Ameisen die kostbare Holzver* kleidung im Wageninnern angefressen und sich in den Polstern häuslich eingerichtet haben. Die Kosten der vollständigen Ueberholung erreichen das nette Sümmchen von 20 000 Franken. Dass der gewaltige Aufschwung der deutschen und englischen Automobil-Industrie eine starke Verschiebung auf dem Weltautomobilmakt bewirkt hat. Stellten die Vereinigten Staaten 1926 85 % aller Wagen und Kanada als zweitgrösster Produzent 4 % (205 000 Fahrzeuge) her, gefolgt von England, Frankreich, Italien und Deutschland, so beträgt jetzt der Anteil der U.S.A. «nur» noch 77 %. England hat sich auf die zweite, Deutschland vor Kanada auf die dritte Stelle vorgearbeitet. Von einem Verfahren zum dessen von Gummi in alle möglichen Formen, wobei als Rohstoff ein Material mit 60—65 % Latexgehalt Verwendung findet. sich die starre Aufhängung der grössten Zahl von Anhängern, während sich die Einzelabfgderung weiterhin auf die Fabrikate beschränkt, welche bislang damit ausgerüstet waren. Bei Pontiac hat man die seit zwei Jahren verwendete Dubonnetfederung gegen eine Schwingachskonstruktion mit Parallelogrammführung und Spiralfedern vertauscht. Packard rüstet neuerdings alle Modelle mit einzelabgefederten Vorderrädern aus, währenddem er sie voriges Jahr nur am Achtzylindermoden ziegte. Überhaupt plant diese Firma allerhand grosse Dinge, was schon die Einführung des vielversprechenden Sechszylinders beweist Die Getriebe sind im grossen und ganzen auf ihrem bisherigen konstruktiven Stand geblieben. Das vermehrte Interesse, das man jetzt auch «jenseits des grossen Teichs > der automatischen bzw. der Vorwählschaltung entgegenbringt, spiegelt sich in der Tatsache wider, dass es einzelne Konstrukteure bereits serienmässig für ihre 37er Modelle bauen und andere dem Käufer die Option zwischen normalem und Vorwählgetriebe einräumen. Uebrigens hat sich die Einzelteilindustrie der halbautomatischen Schaltung so intensiv angenommen, dass auf diesem Gebiete noch allerhand zu erwarten sein dürfte. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die amerikanischen Modelle 1937 den Individualismus im Aeussera mit dem Hang zum Festhalten am erprobten, mechanischen Teil verbinden. Diese Tendenz verlassen sie nur dort, wo es gilt, die Geräumigkeit des Wageninnern und damit den Komfort der Insassen zu steigern. Beweise hiefür bilden die Senkung der Kraftübertragung und das neuerdings erwachte Interesse an den Vorwählschaltungen, womit die vordere Sitzbank von allem « Drum und Dran » befreit wird. -fw- Tedh

93 — DIENSTAG, 17. NOVEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE Verkehr Deutschland verschärft Massnahmen gegen Verkehrssünder. Die bevorstehende Aenderting und Verschärfung der deutschen Reichsstrassenverkehrsordnung wirft bereits ihre Schatten voraus. In verschiedenen Städten wurden Verordnungen von grundsätzlicher Bedeutung erlassen. So hat beispielsweise Stuttgart die gebührenpflichtige Verwarnung eingeführt: ein gegen die Vorschriften verstossender Verkehrsteilnehmer (z. B. ein Trampassagier, der während der Fahrt abspringt) erhält einen Verwarnungszettel in die Hand gedrückt, für den er 1 Mark sofort zu bezahlen hat. Sehr interessant ist eine gleichzeitig in Düsseldorf, Breslau und Stettin zur Einführung gelangende Neuerung, nach der Automobilisten, die wiederholt durch Schnellfahren den Verkehr gefährden, gezwungen werden können, die Geschwindigkeit ihrer Fahrzeuge zu drosseln. Sie haben am Vergasergestänge eine Vorrichtung anzubringen wie die, welche von den Fabriken während der Einfahrzeit daran angebracht wird; das Vorhandensein dieser Drosselungsvorrichtung wird in regelmässigen Abständen von der Zulassungsstelle kontrolliert. Falls es sich herausstellt, dass diese Massregel von gutem Erfolg begleitet ist,soll sie aufs ganze Reichsgebiet ausgedehnt werden. Die Fahrbewlllignng bringt es an den Tag! Deutschland hat zu einem neuen Mittel gegriffen, um jene Spezies von auch-Fahrern, die glauben, ihr «Recht auf die Strasse» durch Rücksichtslosigkeit ertrotzen zu müssen, zur Raison zu bringen. Durch einen Er- Iass der Regierung wird nämlich angeordiet, dass inskünftig alle wegen Verletzung der Verkehrsvorschriften verhängten Strafen in der Fahrbewilligung vermerkt werden müssen. Dem Tatendrang der unverbesserlichen Hauderer wird damit ein kräftiger Dämpfer aufgesetzt, denn ein Führerschein, der gleichzeitig auch über das Sündenregisterdes Inhabers Aufschluss gibt, wird seine abschreckende Wirkung namentlich auf leichtsinnige Berufsfahrer nicht verfehlen. Weil sie damit rechnen müssen, bei der Bewerbung um eine Stelle leer auszugehen, wenn der Arbeitgeber bei der Prüfung der Fahrbewilligung auch Einblick in das « Vorleben » erhält und kaum gesonnen sein wird, einen Mann einzustellen, der zahlreiche Verstösse gegen die Verkehrsdisziplin auf dem Kerbholz hat. Aber auch für den Nichtberufsfahrer bedeutet es kein erhebendes Gefühl,, einen mit Strafeinträgen « wohlassortierten » Führerschein bei den Kontrollen vorweisen zu müssen. Veranstaltungen. Internationaler Schneeräumer-Wettbewerb In Italien. Im Februar 1937 findet in den italienischen Alpen der zweite Wettbewerb für Schneeräumer statt, der vom italienischen Automobilclub organisiert und durchgeführt wird. Gleichzeitig wird auch eine Konkurrenz für Gleitschutzvorrichtungen auf Schnee und Eis für Motorfahrzeuge veranstaltet, wobei alle erdenklichen Ausrüstungen wie Schneeketten, Raupen, Gleisketten usw. Verwendung finden können. Aussfellun^en New Yorker Automobilausstellung. An der New Yorker Automobilausstellung, die gegenwärtig ihre Tore geöffnet hält, haben in der Abteilung Personenwagen folgende 19 Firmen Stände belegt: Auburn, Buick, Cadillac, Chevrolet, Chrysler, De Soto, Dodge, Duesenberg, Graham-Paige, Hudson, Motor Sport (MG), Nash, Olds Motor, Packard, Pierce-Arrow, Plymouth, Pontiac, Studebaker und Willys Overland. Was dabei auffällt, ist das Fehlen Fords; es erklärt sich damit, dass er dem Verband der Automobilkonstrukteure nicht angehört. Dagegen ist Europa vertreten, und zwar durch die 4 englischen Firmen : Austin, SS-Jaguar. MG und Lagonda. Bei der Spärlichkeit, mit der die Meldungen über die Neuerscheinungen fliessen, welche der Salon verheisst, hat die Ankündigung der Chevrolet Motor Co., einen von den bisherigen Modellen vollständig abweichenden Wagentyp herauszubringen, beträchtliches Interesse erweckt, um so mehr, als bekannt geworden ist, dass die Firma für die Umstellung ihrer Fabrik auf 1937er-Modelle nicht weniger als 26 Millionen Dollars aufgewendet habe. Angesichts dieser riesigen Kapitalinvestitionen ist auch die Spannung verständlich, welche dem neuen Chevrolet entgegenschlägt und von dem man etwas ganz Besonderes erhofft, sei es hinsichtlich des Preises oder der Ausstattung. Die Schau der Lastwagen vereinigt die Stände von Chevrolet, Dodge, Hudson, Reo, Stewart und Studebaker. Von der Popularität der «trailers», des Wohnwagenanhängers also, zeugt die Tatsache, dass diese Gruppe mit nicht weniger als 20 Ständen aufmarschiert, ein Beweis mehr dafür, wie stark gerade dieser Industriezweig sich während der letzten Jahre «drüben» in die Breite entwickelt hat. J&usteaincl Oesterreichs Autobestand. Zu Ende Juni 1936 umfasste der Bestand Oesterreichs an Automobilen und Motorrädern insgesamt 108,130 Einheiten, verglichen mit 100,519 im selben Zeitpunkt des Vorjahres. Daraus ergibt sich eine Vermehrung um 7,5 %, die wohl ausschliesslich der auf Anfang Juni 1935 erfolgten Aufhebung der Verkehrssteuern zuzuschreiben ist. Bei den Automobilen beziffert sich die Steigerung auf 15 % (von 20,802 auf 23,973). Wenn gleichzeitig der Lastwagenpark um rund 200 Stück abnahm, so äussert sich in dieser Schrumpfung lediglich die Folge der einseitig vom Bahninteresse diktierten « Regelung» des Problems Schiene—Strasse, von der sich Oesterreich jetzt allerdings freigemacht hat, weil diese « segensreiche > Lösung nicht nur zu einer Dezimierung, sondern auch zu einer Verlotterung des Lastwagenparks führte, zu einem Zustand also, der den Interessen der Landesverteidigung ins Gesicht schlug. Ein Menetekel auch für uns ! Aus der rassischen Automobilindustrie. Wenn Russland — im Gegensatz zu andern Staaten — bei der Veröffentlichung von Zahlen über seinen Autobestand und seine Autoproduktion auffallende Zurückhaltung übt, dann bringen wenigstens die Angaben des Russlandausschusses der deutschen Wirtschaft einiges Licht in dieses Dunkel. Danach besass Russland im Jahr 1935 insgesamt rund 260,000 Motorfahrzeuge (gegen 181,000 im Jahr 1934). Auf die Personenwagen entfielen davon 53,500 Einheiten, währenddem — und darin liegt das entscheidende Moment — der Bestand an Lastwagen mit 193,000 ungefähr das Dreieinhalbfache davon erreichte. Auf einen andern Nenner gebracht, besagt das, dass der Lastwagen mit vier Fünfteln an der Totalziffer der Motorfahrzeuge partizipiert, dieweil sich dieses Verhältnis für den Weltdurchschnitt auf ungefähr 1 :5 stellt. Aber dabei hat es sein Bewenden nicht. Der t Plan > für 1936 sieht nämlich die Bereitstellung weiterer 144,000 Lastwagen (verglichen mit bloss 17,000 Personenwagen) vor, was gegenüber 1935 eine, weitere Produktionssteigerung um 167,000 bedeutet. Und was den Bestand als solchen anbelangt, so soll er, ebenfalls nach dem Plan, im laufenden Jahr von 260,000 auf 400,000, also um 54 % erhöht werden. Den Löwenanteil daran beanspruchen, wie bereits angedeutet, die Lastwagen, die vor allem für den Gütertransport in den bisher weder von der Bahn noch von der Schiffahrt erschlösse" nen Gebieten Russlands Verwendung finden. In praxi freilich steht' nach den bisherigen, Erfahrungen nicht zu erwarten, dass die Planziffern zu hundert Prozent Wirklichkeit werden, ganz abgesehen davon, dass auch der unumgänglich nötige Ersatz offenbar zu niedrig kalkuliert worden ist. Im Personenwagenbau tritt die Tendenz nach Zusammenfassung der Produktion und die Beschränkung auf einige wenige Typen deutlich hervor. Neben den Fabriken in Gorki und Moskau ist der Bau dreier neuer Werke und die Errichtung einer Montagefabrik geplant. Die amerikanische Autoindustrie vor der neuen « season ». Die Lage, wie sie die Umstellung der amerikanischen Automobilindustrie auf die neuen Modelle bedingt, charakterisiert sich dadurch, dass die Fabriken mehr Wagen verkaufen als sie produzieren. Bestellungen laufen en masse e,in und wenn nicht alles täuscht, stehen für die Monate November und Dezember neue Produktionsrekorde zu erwarten. Dass beim Beginn eines neuen « Modelljahres > die Aufträge, wenigstens für eine gewisse Zeit, derart überborden, dass die Erzeugung ihnen nicht zu folgen vermag, darin liegt nichts Ungewöhnliches. Entscheidend fällt vielmehr der Umfang der Vorbestellungen ins Gewicht Und in dieser Hinsicht gibt die Entwicklung der Dinge zu optimistischer Beurteilung der Aussichten Anlass. Wodurch sich nämlich das Jahr 1936 von seinen Vorgängern unterscheidet, das ist die abnorme Knappheit der Lagerbestände im Moment der Aufnahme der 1937er Produktion. Mehr als nur eine der Fabriken steht vollständig ausverkauft da und sieht sich einem unaufhörlich wachsenden Druck nach baldiger Lieferung der neuen Wagen gegenüber. So ganz von ungefähr kommt es also wohl nicht, wenn einzelne unter ihnen das ursprünglich vorgesehene Datum für die ersten Lieferungen der neuen Modelle vorverschoben haben. 100,000 Bände von Europa Touring I. STÖCKLI • BERN HINWIL VU LKAN IS ZÜRICH IVerkauf und Reparaturen vOn sämtlichen Autopneus u. -Schläuchen, sowie Nagelschutzeinlagen. Benzine und Oele.'•- Fachmännische und prompte Bedienung. Tel 21 313 Mtihlsmattttrau» 53 (beim Elgarplatx) Aelteites Haut am Plat» ZÜRICH' ZURICHSEE IERANSTALT PNEUSERVIGK Heugummitruitg mit Sntmtr- n. Wiiter-Profil PROFILRILLEN Telephon 981.275 - E. MUQQLEH, Ml£lied T. C.S Löwen Gross-Garage Löwensrr. 11/17 G.VELTIN Tel. 53.929 sind in den Händen ebensovieler Automobilisten und haben sich als Führer und Berater bei Fahrten durch ganz Europa hervorragend bewährt EUROPA TOURING umfasst ganz Europa in einem Bande. EUROPA TOURING enthält 62 Hauptkarten, 27 Länderkarten, 90 Stadtpläne, 400 Seiten Text, 1 Europa- Uebersichtskarte. 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