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E_1936_Zeitung_Nr.094

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10 Automobil-Revue —

10 Automobil-Revue — N° die Rachel, noch im Ton und in der Stimmung ihrer Rolle, entgegnete: «Es gibt Männer, Vicomte, die niemals sterben.» Trotz des jungen Lebens, das sie um.sich her sich entfalten sah, trotz der neuen Generation, an deren Interesse sie lebhaften Anteil nahm, musste Jüliette aber doch mit Wehmut empfinden, dass ihr Winter gekommen sei. Sie sah von ihren alten Freunden einen um den anderen ins Grab sinken. Die Genossen früherer Tage, die ihr noch blieben, waren hinfällig geworden, sie selbst war leidend und fast blind, und ihr Salon glich bisweilen einer Krankenstube oder einem Altersheim. Am meisten zu bedauern war vielleicht Chateaubriand. Zu seiner inneren Unzufriedenheit gesellten sich körperliche Leiden. Sein Diener musste ihn die Treppe hinauf- und hinuntertragen. Dennoch sass'er fast alle Tage am Kamin im Salon • von Jüliette; es waren die einzigen Stunden, in denen' das Leben ihm noch erträglich schien. Wenn er im Sommer zur Badekur Paris für einige Wochen verliess, schrieb er, wie früher, alle Tage. Es waren jetzt freilich keine langen Briefe mehr, Sondern, da das Schreiben im Mühe machte, .wenige Zeilen immer desselben Inhalts: er sehne sich nach ihr; sie möge ihn nicht vergessen; er liebe sie. Schliesslich konnte er oft wochenlang seine Wohnung nicht mehr verlassen, und auch Jüliette war zu leidend, ihn zu besuchen. So sandten sie sich gegenseitig ein- oder zweimal täglich Boten. Chateaubriands Frau lebte noch immer; in den Briefchen des Dichters an Madame Recamier ist bisweilen von ihr die Rede wie von etwas Nebensächlichem, Lästigem. Als sie 1847 starb, bot der Dichter Jüliette seine Hand an. Aber Madame Recamier meinte, dass es eines solchen Bundes zwischen ihnen jetzt nicht mehr bedürfe. Uebrigens war Jüliette inzwischen ganz erblindet. Sie hatte ihrem Freunde Ballanche in seiner letzten Krankheit opfermutig zur Seite gestanden, und diese Ueberanstrengung hatte bewirkt, dass eine kurz zuvor vollzogene Augenoperation missglückt war. Mit Ballanche hafte sie den selbstlosesten ihrer Verehrer verloren. Er hatte nie etwas anderes Verlangt, als ihr dienen zu dürfen, und es war eine schöne Anerkennung, dass Jüliette ihn in ihrem eigenen Grabe bestatten liess. Im darauffolgenden Jahre, im Juli 1848, mussste Madame Recamier auch den teuersten ihrer Freunde begraben. Chateaubriand, der niemals sehr redselig gewesen, war die letzten Monate seines Lebens fast stumm gewesen. «Er lebt in seinen Träumen», schrieb Sainte-Beuve Ende 1847. «Sein feiner Mund lächelt noch, seine Augen weinen; auf seiner breiten Stirn liegt eine majestätische Ruhe. Aber was ist in und hinter dieser Stirn? Ist überhaupt noch etwas dahinter? Als Jüliette merkte, dass das Ende nahe, richtete sie sich ganz bei ihm ein und verliess ihn nicht mehr. Er konnte nicht mehr sprechen, sie konnte nicht mehr sehen. So wartete dieses seltsame- Paar, dass der Tod es scheide. Uebrigens blieb Chateaubriand auch im Tode sich selbst getreu. Er hatte bestimmt, dass man ihn in seiner Heimat, nahe bei Saint Malo, auf der Spitze eines Felsens begrabe. Er wollte sich selbst jetzt noch abseits von der gemeinen Menschheit halten und in seiner herrlichen Einsamkeif weithin sichtbar sein. Madame Recamier war von nun an nur noch mit der Sorge um den literarischen Nachlass ihres Freundes beschäftigt. Lange hat sie den berühmten Dichter nicht überlebt. Als .im Frühling 1849 die Cholera in Paris herrschte, wurde sie in wenig Stunden von der Seuche hinweggerafft. Sie starb am 11. Mai und wurde auf dem Friedhof Montmartre begraben. Fast alle die Schriftsteller, die bei Madame Recamier verkehrten, haben in ihren Werken irgendwie ihrer Erwähnung getan. Am feinsten hat wohl Sainte-Beuve sie gefasst in seinen pikanten, geistfunkelnden «Causeries du Lundi». Im ersten Dezenium des laufenden Jahrhunderts ist eine zweibändige Biographie von Eduard Herriot, dem nachmaligen französischen Staatsminister erschien nen, die manches neue Material, insbesondere Briefe enthält, und der auch die hier wiedergegebenen Bruchstücke aus Briefen entnommen sind. Das Bild der liebenswürdigen Jüliette hat damit eine Auffrischung erfahren, die es gewiss verdient. Man kann kaum an Madame Recamier denken,, ohne dass sich uns nicht zugleich das Dichterwort aufdrängt: «Durch Anmut allein herrschet und herrsche das Weib.» fk Rapid-Heizkissen •^^ wird in wenigen Minuten heits, 4^^ viel rascher als bisherige Heiz- M0Ww kissen, dazu 4 Wärmestufen ^jA mit ganz schwacher Stufe Vz ^ für Dauergebrauch. Erhältlich in Elektrizüäts- und Sanitätsgeschäften ^jvönnten \Jie nickt\ .. ? Was die /Josfesfe//er auf dem Jierzen haben Sie bestellen nicht einfach so und so viele Lose, unsere Kunden, sondern sie haben ganz besondere Wünsche. Manche Briefchen, auf denen eine Bestellung vermerkt ist, tönen so, als wären sie ans Christkindli oder gar an den lieben Gott gerichtet. Und manchmal spricht aus ihnen ein Aberglauben, wie er nur in unserer aufgeklärten Zeit noch denkbar ist. Ist Glück Zufall? Was weiss ichl Mir scheint, die Romantik, die sich um das Lotterieloos spinnt, sei dem Publikum viel glaubhafter als die Wahrscheinlichkeitsrechnung des Mathematikers, der da sagt, die Wahrscheinlichkeit des Gewinnens betrage 1/100 oder 1/50. Das kann man ausrechnen. Aber was hilft dem Hoffenden diese Zuversicht? Entweder er gewinnt, oder er gewinnt nicht, entweder gewinnt er gross oder er gewinnt klein, ein Päckli Banknoten fällt ihm aus heiterem Himmel in den Schoss, und nicht nur die Wahrscheinlichkeit von einem Hundertstel. Item, wie dem auch sei. Ein Blick in die Korrespondenz eines Lotteriebureaus ist ausserordentlich aufschlussreich. Hier werden geheimste Wunsche ausgekramt, Dinge, die man kaum seinem Nächsten- anvertrauen'" würde, sind schwarz auf weiss zu lesen. « Bitte, senden Sie mir das Los in diesem Couvert, das ich Ihnen beilege, damit es meiner Umgebung ja nicht auffällt, ich bekomme es auch so ganz bestimmt. Da ich meinen Schwager und Schwägerin in Bern habe, kann es dann meiner Umgebung gar nicht auffallen, nur müssen Sie dann die Adresse von Hand schreiben, nicht mit einer Schreibmaschine» — soweit eine Vorsichtige, die nicht dafür gehalten werden will, dass sie « lötterlet», Sehr viele Besteller verlangen ausdrücklich Diskretion: •.. « Senden Sie mir die Lose an Postlagernd, mein Mann schimpft sonst, wenn er es vernimmt». ...» Senden Sie mir ein Los per Nachnahme, jedoch sollte es geheim bleiben. » ... Viele Besteller verlangen Diskretion und wünschen, dass auch die Post und der Briefträger den Inhalt des Briefes nicht erraten. Weit häufiger noch sind bestimmte Wünsche hinsichtlich der Art und Weise, wie das Los aus dem Paket herausgezogen werden soll. ... Ein Fräulein von auswärts wünscht 10 Lose, aber alles « gezupfte », das soll heissen, nicht aufeinanderfolgend ... Den merkwürdigsten Hokuspokus muss das Lotteriefräulein mitmachen, wenn es allen Bestellern gerecht werden will: Sie müssen mir das Los am nächsten Freitag senden, ich halte viel auf diesen Tag. — Nehmen Sie aus dem 13. Paket, das Ihnen in die Hände kommt, das 13. Los heraus und senden Sie es mir. ... Mehrere Besteller wünschen wiederholt das allerletzte Los zu kaufen, das im Lotteriebureau zu haben ist. Eine Baslerin schreibt: « Senden Sie mir ein Los, aber ein gutes, sonst rauscht's! » ..-. Natürlich wollen alle Besteller gute Lose haben. «Ich bitte um Zusendung eines Loses, wenn irgend möglich ein solches, das gönnt, denn ich bin ein arbeitsloser Säger, und ich helfe damit auch Arbeit zu verschaffen...» Zahlreich sind die poetischen Beschwörungen des Lotterieglücks: I bin e Büebel us de Bärge u möchti gärn aus öbbis wärde, Drom nimeni es Arvelos Dass ds Glück mir fallt in Schoss, schreibt ein Bergbuebli, und zwei gemütvolle Schwestern dichten: E grosse oder chline Gwünn da tat eim wäger wohl, mis Portemonnaie isch gar so dünn, i wett 's war wieder voll] Dann fehlt es auch gar nicht an den schlimmen Burschen, die den Lotteriebeamten bestechen möchten: « Wenn Sie mir das Los mit der ersten Treffernummer senden würden, wäre ich gern bereit, Ihnen den vierten Teil der Summe zu schenken », Aber es ist ganz klar, Ein Los in der Tasche und tausend Wünsche werden laut dass auch die Angestellten der Lotterien die Treffer nicht zum Voraus wissen können. Viele Loskäufer kommen mit kleinen Kindern und diese müssen dann das Los ziehen. Auch kommt es vor, dass Erwachsene ein Kind auf der Strasse rufen und es das Los ziehen lassen. Die Nummer 13 wurde sehr viel begehrt und sozusagen nie refüsiert, wenn sie Endzahl 13 ohne Aufforderung erhalten haben. Dagegen sind Nullen als Endzahl und wiederholte Nullen in der Nummer nicht sehr beliebt. Ein Knecht aus dem Emmental schreibt: « Seit so freuntlich und schiket mir ein gutes Los sie wiesen gans genau welches gute Lose sind, wäre sehr froh wen mir auch ein Glük in die Hände komen würde seit doch so freuntlich.» Manchmal blickt der Beamte des Lotteriebüreaus auch in ein Herz hinein, das voller Güte für die Mitmenschen schlägt, oder er bekommt Geständnisse, aus denen man schliessen könnte, dass eigentlich sehr wenige Menschen auf Erden glücklich sind. «Ich habe in meinem Leben nie Glück gehabt. Nun versuche ich's mit einem Loos,» schreibt ein armer Teufel, und er lässt durchblicken, dass er an dieses Los grosse geschäft- liehe Hoffnungen knüpft. «Ich habe noch nie in meinem langen Leben ein Loos erworben, » schreibt eine alte Pfarrersfrau, « und ich tue es heute nur, weil ich einen allfälligen Gewinn für die Not meiner Nächsten verwenden möchte. » « Zum erstenmal in meinem Leben Zeichnung Bachmann. Kommende Ereignisse I B*5*l: 24. Nov.: Symphoniekonzert unter Leitung von H. Münch. Solistin: Dusolina Giannini, Sopran (Musiksaal). 27. Nov.: Konzert des Busch-Quartetts (H. Huber-Saai). Bern: 21. Nov.: Jahresfeier der Auto-Sektion des T. C. S. 23, Nov.: «Zibele-Märitt-Betrieb im Kursaal. 25. Nov.: Vortrag Manfred Hausmann: «Das lebendige Wort», veranstaltet von der Freistudentenschaft Bern (Schulwarte). 26., 28., 29., 30. Nov.: Aufführungen der Schweizer Volksbühne (Schulwarte). 28. Nov.: «Juba», Grosser Jubiläumsball, veranstaltet von der Gymnastischen Gesellschaft Bern (Kasino). Las Diablo»ts: 29. Nov.: Inauguration officieUe du monte-pento Diablerets. Fzibourgi 22. Nov.: Concert aveo le concoun de Mzne M^m Anderson (chant). Genf: 21. Nov.—3. Dez.: Exposition particuliere de M.Paul Monnier (Athenee). 23. Nov.: Festival Hugo de Senger, donne par l'Orchestre romand, la Ste de Chant sacre. et la Landwehr (Victoria-Hall). Lausanne: 23. Nov.: Gala de danse Sakharoff (Theatre munlcipal). 28. Nov.: 3a Bai international de Lausanne (Baau-Rivage). Lugano: Bis 30. Nov.: Golf Wettspiele. Lnxemi 27. Nov.: Lichtbildervortrag Prof. Dr. Ganz, Basel: «Von den schönsten Kunstdenkmälern der Schweiz.» (Kunsthalle.) Zürich: 23./24. Nov.: Abonnementskonzerte mit bekannten Solisten (Tonhalle). 28. Nov.: Vortrag Dr. Albert Oeri, Basel. 23. Nov.: Finnischer Abend (Kalevala-Abend), Hotel Banr en Ville. Bis 31. Dez.: Ausstellung Schweiz. Meisterzeichnungen aus 8 Jahrhunderten, a. d. Sammlung von Prof. Dr. Paul Ganz, Basel (Sammlung der E. T. H.). Bis 17. Jan.: Festalozzianum: Ausstellung «Die weite Welt». (Geographie »uf der Sekundarschulstufe.)

tfö» komme ich dazu, in der Lotterie mein Glück zu suchen,» gesteht ein Gemeindeschreiber, « aber Geld ist nicht immer Glück, aber man kann damit doch andere glücklich machen und ihnen helfen und so will ich's nun wagen. » « Bitte ganz diskret, » schreibt ein Fraueli aus dem Emmental, «muss es natürlich vor meinem Mann verstecken, sonst müsste ich noch lange hören über die 10 Fr. » ... -Die Abergläubischen: « Erlaube mir höflichst, Sie zu bitten, mir ein Los mit der Nr. 253 oder 255 zu senden, da ich von einem Traum aus die Anregung dieser Nummer bekam. Wenn Sie eine andere Nummer senden, so nehme ich kein Los, » heisst es in einem Briefchen. Ein Walliser Bursche hat auch sein besonderes Anliegen 1 «Also am 15. Oktober, nachmittags terie habe die Aermste vor dem Tod in den Wellen bewahrt. Aber man wird durch solche Aeusserungen doch auch bedenklich gestimmt — nicht der Lotterie wegen, sondern der Leichtfertigkeit wegen, mit der so ein Mädchen vom Selbstmord schreibt. Wer ein Los kauft, muss Humor haben — denn Humor hat nur der, der etwas wagt und freimütig den Ausgang der Sache abwarten kann. Die Besteller halten nicht mit lustigen Sprüchen zurück, und manche verraten gleich, dass man sich zu einer Loskäufer-Gesellschaft zusammengetan hat. Ein Herr im G. richtete seine Losbestellung an « das Fräulein Seva», mit der Bitte, ihm ein gutes Los zu senden ... Eine Gruppe Angestellter bestellt Lose unter der Bezeichnung « Syndikat Schau ihm nach » ... « Und nun zwischen 2 und 3 Uhr, verpacken Sie mir eintun Sie einen guten Griff in die Loskiste und Los. Bitte nicht vergessen. Ich will nur versuchen, ob mir für dieselbe Stunde das Glück durchaus das grosse sein » ... holen Sie ein glückliches heraus, es muss nicht winkt.» Eine Solothurnerin ist noch anspruchsvoller: Mit Bleistift schreibt sie auf die Rück- grosse Los zu sein — aber immerhin, man Nein, es braucht nicht immer gleich das seite ihres Bestellbriefes: «Hl. Antonius, hilf!» sollte nicht ganz leer ausgehen. Man geht auch Auch eine junge Dame aus dem Bernbiet verwechselt Lotterieglück mit Lebensglück. Sie dass auch der Verlierende schliesslich dazu nie leer aus — wenn man nämlich überlegt, schreibt: « Krankheit und Unglück haben mich beiträgt, den Gewinner glücklich zu machen. soweit gebracht, dass ich in meiner Verzweiflung mein Leben bereits den Wellen der Aare Ueberlegung eines Brief Schreibers: Zum Schluss aber noch eine ernsthafte preisgeben wollte, als ich plötzlich eine «Anstatt dass das Geld ins Ausland (für Stimme hörte, ich soll mich an die Gefa-Lotterie wenden und so sei mein Leben geretser, solches in unserem Lande anzulegen, das ausländische Lotterien) geht, ist es doch bestet»... Hoffen wir, der gute Geist der Lot- kann jeder verständige Mensch begreifen. » RADIO Die neuesten Sportnachrichten der ganzen Welt, die Programme von Europa, Amerika, Australien, Japan etc. durch den MEDIATOR 4 Modelle zu Fr. 315.—,345.—, 415.—, 525.—. Alle Modelle auch mit Kurzwellen. Vertreterliste Ihrer Gegend und Prospekt RA durch Die feierliche Ziehung — ein Blick auf den Kommissionstisch. J. RENAUD & CO. A.-G., NEUENBURG GENERALVERTRETER FÜR DIE SCHWEIZ ^•^^«^v (Photo Egli, Zürich) Inserieren bringt Gewinn Vorteilhafte Absteigequartiere Basel oberhalb „Mittlere Brücke". Ruhig schlafen (Zimmer ab Fr. 4.50). - Gut essen. Garage. Tel. 43.968. F. Lutz. Ölten T. C. S., A. C. S. Erstes und grösstes Haus am Platze, neb. Bahnhof u. Post. Zimmer zu Fr. 3.— u. 4. — . Rest., Garage. Tel. 33.11. Neue Leit. E. N. Caviezel-Hlrt St. Gallen T.C.S. A.C.S. Bahnhofplatz. Grösstes Haus am Platze (100 B.). Mod. Komf. App.m. Bad. Z.-Telephon. Garage. Z. ab Fr. 4.-. Menüs zu Fr. 2.30, 3.- u. 4.-. 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' § 2. — Jede der Vertragsparteien hat heute den Betrag von Fr. 5.— a fdnds perdu einbezahlt, worauf das Los Nr angekauft wurde. ,,, § 3. — Dieses Los, das einen Handlungswert ,y.on sozusagen Fr. 40.— bis Fr. 250,000.— darstellt, wird unter strengster Geheimhaltung der möglichen Gewinnchancen in der Schreibtischschublade des Bureauältesten aufbewahrt. Gegen Vorweisung des. Vertragdoppels kann dieses Los von den Parteien an Werktagen von 13.55 bis 14 Uhr und von 18.00 bis 18.05 besichtigt werden. Hierbei sind jegliche Vorfreudentänze und Jodlersymphonien möglichst zu unterdrücken. § 4. — Am Ziehungstag ist den Kontrahenten bis zur offiziellen Ausrufung obiger Losnummer, jedes Zurschautragen von Schadenfreude gegenüber andern hoffnungsvollen Trefferanwärtern untersagt; hingegen darf nach der Ziehung jedwelcher Trauerflor umgehängt werden. § 5. — Der allfällige Gewinn wird in corpore abgeholt (falls notwendig soll ein Dienstmann beigezogen werden), und die Verteilung der Moneten, ohne Rücksicht auf Anspruchsverzicht, vorgenommen. § 6. — Die Parteien verpflichten sich: a) nach der Ziehung, insofern ihnen der Haupttreffer von einer Viertelmillion zufällt, eine Minute lang in Stillschweigen zu verharren. Hotel Krafft am Rhein Hotel Schweizerhof Hotel Walhalla-Terminus Hotel-Restaurant Terminus Das Publikum ergibt sich in sein Schicksal. £atfewe b) bei einem Gewinn von weniger als Fr. 40.— kann dieses Stillschweigen um höchstens eine Woche verlängert werden. § 7. — Den Unterzeichneten ist es freigestellt, entweder mit dem gewonnenen Anteil ihren Haushalt zu sanieren, oder aber das Kapital zinserträglich anzulegen, und zwar möglichst an einer Stelle, wo es nach 6 oder so Monaten noch unversehrt vorhanden ist! In vier Doppeln ausgefertigt, Bern, den 18. September 1936. Die Kontrahenten: X. X. X. X. Der Optimist: Donerwetter, diese Sache Sofort ich zur meinen mache, Eine Viertelmillion Kann mir blüh'n zum Wagnislohn, Der Pessimist: Ach, ich nie gewann im Leben, Stets mein Los ist pechumgeben... Aber halt, das Risiko Diesmal mich macht chancenfroh! Der Zaghafte: Zwanzig Franken für ein Los, Soll ich, soll ich nicht, ja bloss Niedern Treffer ich ersehne. Her drum, beisse auf die Zähne! Die Entschlossene: Da gibt's nichts zu überlegen. Wo man kann auf Reichtumswegen Geh'n für zwanzig Franken nur. Fern sei hier des Zauderns Spur! Die Schlaubergerin: Kaufe die Zehnlos-Serie, Weil sie gibt die Garantie Eines Treffers, also gleich Leiste ich mir diesen Streich! Die Träumerin: Ueber Nacht durch Traumgebärden Viertelmillionär kann werden. Wer das kleine Opfer bringt, Dem zum Dank das Goldmeer klingt. erteilt Auskunft in allen Trachtenfragen, vermittelt Anfertigung von Schweizer Trachten, veranstaltet Vorträge über Volkstrachten, Volksgesang, Volkstanz, Volkskunst, Kostümkunde. Permanente Ausstellung von Volkstrachten. Geöffnet von 9—12 and 2—6 Uhr, ausgenommen Sonntag nachm. Eintritt 80 Rappen (Mittwoch nachmittags frei) Mitglieder der Schweiz. Trachtenvereinigung bezahlen keinen Eintritt Der ideale Aussichtspunkt am Rheinfall. Spezialität: Fische. Der neue Inhaber: F. Beili. Küchenchef. THE PERFECT ENO TO A PERFECT DAY Photo Egu, ^ürich.i Schweiz. Trachtenstube Zürich, Neumarkt 13 - Haus z. Mohrenkopf Hotel Schlösschen Wörth " WHISKY Generalvertretung für die Schweiz: FRED. NAV*IZ£*t - U*.i EVE