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E_1936_Zeitung_Nr.095

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE ÖTENSTAG, 24. NOVEMBER 1936 — N° 95 Vom basellandschaftlichen Strassenbau. Der Kanton Baselland hat kürzlich einige Überlandstrassen in nächster Nähe der Stadt Basel nach modernen strassenbautechnischen Gesichtspunkten ausgebaut. Bei Muttenz beispielsweise, und dann auch zwischen Schweizerhalle und Baselaugst erfuhren die Strassenzüge eine derartige Verbreiterung, dass ohne die geringste Beeinträchtigung der Radfahrerwege dreifacher Verkehr reibungslos abgewickelt werden könnte. Dreifacher Verkehr nun bedeutet gefahrloses Überholen eines Wagens in dem Momente, da dieser mit einem entgegenkommenden Vehikel kreuzt. Das wäre nun ausserordentlich anerkennenswert, wenn — zur Abgrenzung der Radfahrwege — diese Strassenstücke nicht beidseitige Bordüren aus 50 cm hohen Betonpfeilern erhalten hätten, welche auf Grund eigener Erfahrungen, die durch Rücksprache mit den Anwohnern der betreffenden Strassenstücke weitere Erhärtung erfuhren, als verkehrshindernd bezeichnet werden müssen. Diese weiss-schwarz gestrichenen Pfeiler führen nämlich zu einer Täuschung der Fahrer hinsichtlich benutzbarer Strassenbreite und haben beidseitig der Strasse ein mindestens 50 cm Breite messendes, gemiedenes Fahrbahnstück zur Folge. Die grosse Zahl der während der kurzen Probezeit wegrasierten Pfeiler dürfte übrigens dem kantonalen Baudepartement in Liestal bereits die Nachteile dieser gewiss recht gut gemeinten Abschrankung der Verkehrsarten voneinander dargetan haben. Nun sind wohl auch im Auslande sehr viele Strassen durch Pfeiler und Wegsteine markiert; es bilden diese Abschrankungen dort jedoch gewissennassen die Sicherheitsgrenze, deren Ueberfahren zum mindesten in den Strassengraben führt, und von der die meisten Fahrer daher einen gewissen Abstand einhalten. Bei den erwähnten basellandschaftlichen Strassenzügen aber, die sich eines regen Verkehrs erfreuen, wirkt diese Art der Abschrankung hindernd. Die Fahrer beider Richtungen halten eben diesen Abstand von der vermeintlichen Sicherheitsgrenze ein und damit wird der Vorteil dieser Strassenausbauten, die Möglichkeit dreifachen Verkehrs illusorisch. W.T. Das thurgauische Strassenprogramm 1937 ist, um die Budgetbotschaft des Regierungsrates zu zitieren, durch die Tatsache gekennzeichnet, dass es nunmehr gilt, von den fünf fetten zu den fünf mageren Jahren überzugehen. Um das Tempo des Strassenbaues den Erfordernissen des Verkehrs anzupassen, wurden vor fünf Jahren 2H Millionen Franken Vorschuss gewährt. Während der kommenden fünf Jahre gilt es nun, je 500 000 Fr. zu amortisieren, doch muss für 1937 nicht die volle Quote in Anrechnung gebracht werden, weil die Durchführung des «Fünfjahresplans» nur 2,14 anstatt 2,50 Millionen Fr. erforderte, womit sich der Uebergang zu dem einigermassen reduzierten Bauprogramm weniger brüsk gestaltet. Nicht dass dann die Strassenverbesserungen frommer Wunsch bleiben müssen, denn in der Hauptsache sind die kostspieligen Korrektionen auf den grossen Durchgangsstrassen jetzt vollendet, und was noch zu tun übrig bleibt, beschränkt sich vornehmlich auf die Verbindung Konstanz- Märstetten - Wil. Auf den übrigen, weniger belasteten Strassen genügen billigere Beläge, vollauf. Vom Budget 1937 entfällt ein beträchtlicher Teil auf den weiteren Bau der Thurbrücke bei Bürgten und deren Zufahrtsrampen, wofür 191 000 Fr. veranschlagt sind, währenddem weitere 1 120 000 Fr. auf die übrigen Strassen fliessen sollen. Nicht dass damit für neue Strassenprojekte kein Raum mehr wäre, prüft doch das Baudepartement gegenwärtig den Plan einer Neuanlage der Strasse von Bettwiesen bis Bollsteg nördlich von Affeltrangen. Dazu gesellen sich Korrektionen grössern Umfangs, Fortsetzung Spalte 4. AUFRUF zur Winterhiiisaktion der „Automobil-Revue" Liebe Leserin, lieber Leser! Seit drei Jahren ist es Brauch, dass die „Automobil-Revue" vor Weihnachten mit der Bitte zu Euch kommt, der armen Bergbevölkerung in ihrer Not beizustehen. Wir wollen auch in diesem Winter von dem schönen Brauch nicht ablassen; denn die Not ist ja nicht geringer geworden, und es sind letztes Jahr die Spenden so reichlich geflossen, dass wir auch diesmal auf Eure Freigebigkeit zählen dürfen. Der Tourist, vor allem der Autotourist und auch der Skifahrer — sie sehen nur die schöne Seite, nur die Sonnenseite des Berglebens. Denkt Ihr Euch nur eine Minute lang in das Leben einer Bergbauern- oder Taglöhnerfamilie mit ihrer Kinderschar und in ihr ganzes, armseliges Dasein hinein, so bemerkt Ihr gleich, wie viel Ihr ihnen voraus habt, und was für Entbehrungen diese Leute auf sich nehmen müssen. Wir wollen dem Bergkind eine Weihnachtsfreude bereiten. Ein Lichtstrahl der Nächstenliebe soll bis ins fernste, ärmste Dörflein hinaufleuchten durch die Winternacht und armen Familien in einsamen Hütten zeigen, dass man sie nicht vergessen hat. Schickt uns, wie in den vergangenen Jahren, wieder recht viele warme Sachen, Wäsche and Schuhe, Lebensmittel, Geld und Kinderspielzeug für unsere Hilfsaktion! Ihr wisst, was die Leute in den Bergdörfern nötig haben: nicht abgetragene Stadthüdeli, sondern einfache, währschafte, gute Sachen, die ein Bergkind mit Dankbarkeit, Stolz und Freude tragen kann. - Die Geschenkpäckli sollen noch vor Weihnacht zur Verteilung gelangen. Wir bitten daher die lieben Leserinnen und Leser, die sich an der Hilfsaktion beteiligen wollen, uns ihre Sendungen bis zum 20. Dezember zukommen zu lassen. Wir sind auch wieder gerne bereit, solchen Lesern, die mit den Hilfsbedürftigen persönlich in Verbindung treten möchten, Adressen zu vermitteln. Zuwendungen und Zuschriften erbitten wir an die Redaktion der „Automobil-Revue", Hilfsaktion, Breitenrainstrasse 97, Bern. Bargeldsendungen sind auf Postcheck m 5890, Hilfsaktion der „Automobil-Revue", herzlich willkommen. Was für eine bitterböse Armut bei diesen Leuten herrscht und wieviel Not es zu lindern gilt, das mögen Euch zwei Briefe aus der Masse der Bittgesuche zeigen, die sich schon heute auf unserem Pult zu einem kleinen Berg türmen. ! (ÄAjuLcrvyi / cH!k/~ dubiriU ^isis&&t^ y%J& yfi^y&cAi*^/ ^Z^JUL*' t^t&il&t&'r Jl^gcse^ strasse — ist Oesterreich in grosszügiger und weitblickender Weise auch an den Ausbau seiner Durchgangsstrassen herangetreten. Dass sich an der Arlbergstrasse allerhand tut, darüber haben wir schon berichtet Grössere Arbeiten befinden sich auch an der Flexenstrasse im Gang. Von Rauz bis hinüber zum Aussichtspunkt Leerleköpfle ist die Neuanlage im « Rohbau » beendet. Die übrigen Korrektionsarbeiten sollen derart beschleunigt werden, dass es gelingt, die Strasse schon auf den Winterbeginn hin dem Verkehr, allerdings in beschränktem Mass, zu übergeben. Bereits erhalten die exponiertesten Teilstücke auch neue Lawinengalerien. Ebenso hat man daneben den Ausbau der Hochtannbergstrasse in Angriff genommen. W£»t*«k«sftl dies Japan stellt sich um. Während man bisher gewohnt war aus Japan zu hören, dass dortige Fabriken dieses oder jenes Industrieprodukt Europas oder Amerikas kopiert hätten und zu Schleuderpreisen auf den Markt würfen, so lauten neuere Meldungen ganz entgegengesetzt Was z. B. die Automobilindustrie anbetrifft, scheint man in Japan offenbar den Wert der Qualität bereits erkannt zu haben mit dem Erfolg, dass bei den japanischen Automobilfabriken in letzter Zeit eine gründliche Umstellung eingetreten ist. Grosse Versuchslaboratorien sind entstanden, zum Teil mit staatlicher Unterstützung. Auch behördliche Stellen beteiligen sich an den Forschungen. Unter anderem sollen gross angelegte Versuche mit Personenautodiesel im Gang sein. Dreimal mehr als vor vier Jahren. Den Aufschwung, den die amerikanische Automobilindustrie während des laufenden Jahres genommen hat, illustriert die Tatsache, dass während der ersten drei Quartale insgesamt 3.328,000 Wagen produziert worden sind, 394,000 mehr als im selben Zeitabschnitt des Vorjahres. Weit aufschlussreichere Zahlen noch liefert aber ein Vergleich mit den vorhergehenden Jahren, übersteigt doch die Erzeugung während der erwähnten Berichtsoeriode 1936 jene von 1933 um 1,657.000 Einheiten, währenddem sie diejenige von 1932 sogar um 2.171.000 Wagen hinter sich lässt. Seit dem Tiefstand von 1932 hat sich somit die Produktion nahezu verdreifacht, doch liegt sie noch immer um 27 % unter dem Rekordstand des letzten Vorkriseniahres. Die Weltautoproduktion befindet sich weiter in ungebrochenem Aufstieg, so lautet die Folgerung, welche eine Uebersicht über die hauptsächlichsten Erzeugungsländer für die erste Jahreshälfte 1936 ergibt. Um es in Zahlen zu sagen : 3,2 Millionen Motorfahrzeuge verliessen während dieser Zeit die Fabriken, verglichen mit 2,8 Millionen im Vorjahr. Die . Leistungssteigerung beträgt somit rund 13 %. Dass dabei die Vereinigten Staaten den Löwenanteil liefern, versteht sich von selbst. Mit 77 % des Totais marschieren sie bei 1 weitem an der Spitze, gefolgt von England mit 7.9% und von Deutschland mit 4,7 %, dieweil Frankreich, das dank der kurzsichtigen Politik seiner Behörden aus dem dritten Rang, den es ursprünglich in dieser Liste innegehabt, durch Deutschland verdrängt worden ist, sich noch immer mit der vierten Position zufrieden geben muss. Diese vier Staaten vereinigen nicht weniger als 93 % aller in der Welt hergestellten Motorfahrzeuge in sich. Rechnet man noch Kanada hinzu, das gewissermassen eine «Filiale» Amerikas bildet, dann wächst die Quote sogar auf 97 %. In welchen Ausmassen sich der Aufschwung der Produktion in den erwähnten Ländern bewegt, veranschaulicht die nachfolgende Zusammenstellung : J»nuar—Juni Verlndrrung 1936 1935 in % Ü.S.A. 2 490 408 2 218 255 + 12.3 Grossbritannien 253 653 219 640 +15.5 Deutschland 150 535 120 535 + 24,9 Frankreich 110 000 101000 + 9,0 Kanada 105 901 Ul 266 — 4,8

N° 95 — DIENSTAG, 24. NOVEMBER 1936 AUTOMOBJL-REVUE 11 T. C. S. JAHRESFEST DER AUTOSEKTION BERN Zehn Jahre sind durchs Land gegangen, seidem die Berner Sektion "des T. C. S. aus der Taufe gehoben wurde und 40 Jahre seit der Gründung des Zentralclubs. Andernorts hätte man vielleicht die Gelegenheit am Schopf gefaast, um eine richtiggehende Jubiläumsfeier aufzuziehen, mit allem was dazu gehört. Im Berner T. G. S. denkt man darüber etwas anders. «Das erste Dezennium? Eine Etappe, ja, eine erfreuliche sogar, gemessen am Wachstum und an den Leistungen der Sektion. Aber dennoch kein hinlänglicher Grund, um zu jubilieren, wie man das so nach landesüblichen Begriffen versteht.» Also entschloss man sich, das Jahresfest bescheiden unter der Flagge der zehnjährigen Wiegenfeier segeln zu lassen. Aber was die über 600 Gäste zählende T. C. S.-Familie am letzten Samstag im prächtig dekorierten Kursaal Schänzli erwartete, was die vielgewandte Regie aus diesem Abend zu machen wusste — einen festlich froh beschwingten, betriebsamen Anlass, dessen Tempo und Schwung alles mitriss — das hätte auch einem offiziell abgestempelten Jubiläum durchaus wohl angestanden. Wie es sich für ein Geburtstagskind schickt, wurde ihm ein Toast dargebracht. In einer gehaltvollen Rede bot der Präsident, Herr Fürsproch Baumgartner, nach einem Begrüssungswort, worin er vor allem die zahlreichen Delegierten der befreundeten Sektionen und die Press« willkommen hiess, einen gedrängten Lebensabriss der Sektion, eine Rückschau über das, was sie im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens zu Nutz und Frommen ihrer Mitglieder und des Automobilwesens überhaupt unternommen und erreicht. Unaufhaltsam strebte die Kurve nach oben und erweiterte sich der Aufgabenkreis, wie die Erfolge auf gesellschaftlichem, autotouristischem und verkehrstechnischem Gebiet, die unablässigen Bemühungen zur Hebung der Verkehrsdisziplin, zur Erlangung neuer Bedingungen in der Frag« der Versicherungsprämien beweisen. In zunehmendem Masse trat dazu noch die Mitwirkung bei gesetzgeberischen Erlassen und die wachsende Begehrlichkeit des Fiskus gegenüber d-em Automobil auferlegte dem Club die weitere, selbstverständliche Pflicht, seine Tätigkeit auch auf die Probkme der Wirtschaftspolitik auszudehnen und den Kampf gegen eine neuerliche Steigerung der dem Motorfahrzeug zugemuteten Lasten aufzunehmen, sei es gegen den Benzinzoll, die Spritbeimischung, die Starrheit in der Erhebung der kantonalen Verkehrssteuern usw. Dieser wirtschaftspolitische Stellungskrieg hat seinen Niederschlag auch in den nach einer ganzen Reihe von steuerlichen Erleichterungen hintendierenden Postulaten an den bernischen Regierungsrät gefunden, wovon kürzlich an dieser Stelle die Rede war. Im Wunsch auf ein weiteres Gedeihen und auf eine erfolgreiche Zukunft des Chibs klang die mit rauschendem Applaus aufgenommene Aussprache aus. Vizepräsident Kauer gedachte In ehrenden Worten der drei Mitbegründer der alten Sektion Bern, unter denen er insbesondere dem unermüdlichen Präsidenten, der während zehn Jahren unverbrüchlich zur Stange gehalten, ein Kränzchen wand und ihm als sichtbaren Ausdruck dieses Gefühls der Dankbarkeit ein Weinservice überreichte. Wie sehr er mit seinem Wunsch, Herr Baumgartner möge der Sektion noch viele Jahre erhalten bleiben, der Festgemeinde aus dem Herzen sprach, davon zeugte der mächtige Beifall. Und dann trat die Vergnüglichkeit in ihre Rechte. Das Orchester Bertos hatte leichtes Spiel, die Tanzbeine in die bewusste rotierende Bewegung zu versetzen, sei es jazzender- oder walzenderweise, denn immer und immer wieder wurde das Parkett im Sturm genommen und die umfangreiche T. C. S.- Gemeinde legte in diesen Huldigungen an Terpsichore eine bemerkenswerte Hingebung und Ausdauer an den Tag, besser gesagt anj die Nacht. Zwischenhinein Hess der Oberspielleitlr die Minen seines reich assortierten Unterhaltungsprogramms springen, das sowohl in der Wahl der Darbietungen, als auch in deren buntem Wechsel einen kultivierten Geschmack verriet Was Wunder, dass männiglich begeistert mitging, wenn Benno Haller, den Schalk im Nacken und die Zunge lose sitzend, als humorsprühender Conferencier das Publikum mit seinen Spässen bombardierte, wenn die entzückende Daisy Suter auf spanisch, landstreicherisch und exzentrisch tanzte, wenn der Zürcher Komiker Altenfelder seine andächtig lauschende Zuhörerschaft mit einem Trommelfeuer von Burlesken und Witzen überschüttete, dass sich die Balken bogen, wenn im T. C. S.-Ballett grazile Beinchen wippten und hübsche Köpfchen nickten, oder wenn' Nelly Rademacher die Register ihrer Groteskkunst zog und als bis dato noch unentdecktes filmisches Genie mit der grossen Marlene stimmlich wir sex appealisch in Konkurrenz zu treten versuchte, dass sich die Steine darob hätten erweichen lassen? Zu des Körpers Atzung hatte man vorsorglicherweise ein Mitternachts-Büffet aufgebaut, das eine wahre Heimsuchung und Verwüstung erlebte, denn tanzen macht Appetit Und getanzt wurde nach der Geisterstunde auch in den unterweltlichen Gewölben des Bier- und Würstel- Kellers, zu den lüpfigen Schalmeien einer Schrammelkapelle, sofern man nicht gerade damit beschäftigt war, in der Budenstadt herumzuflanieren, seine Schiessfertigkeit oder Wurfsicherheit einer mehr oder minder staunenden Menge vorzudemonstrieren oder überschüssige Kräfte auf vorteilhafte Art und Weise durch das Einschlagen von Nägeln abzureagieren. Und als der Berichterstatter zu schon kaum mehr nächtlicher Stunde die Stätte fröhlichen Trei- ARVE Lotterie bens verhess, um seinen heimatlichen Penaten zuzustreben, da wurde noch immer mit unverminderter Heftigkeit der Tanzlust gefrönt A. C. S. SEKTION BERN. «Aus meinem spanischen Bilderbuch.» Ein zum Brechen volles Haus, eine herrliche Folge der schönsten Landschaftsaufnahmen und Innenbilder, ein mit Schallplatten unterlegter Film der spanischen Eigenart: Stierkampf f Tanz und Religionskultus bildeten die nachhaltigsten Eindrücke, die jeder der etwa 350 Besucher von diesem Vortragsabend mit nach Hause genommen haben dürfte. Schönes Spanien, das der Referent des Abends, Herr Dr. Mende, knapp vor dem Ausbruch des unglückseligen* Bruderkrieges durchquerte, du hast neue Freunde gewonnen, begeisterte Zuhörer, die nichts Besseres wünschen, als im Frieden das Märchenland Andalusien, die Kunstschätze Kastiliens oder gar die mystische Karwoche in Sevilla kennen zu lernen. Möge dem gastfreundlichen Land der beglückende Friede bald beschert sein! Das spanische Bilderbuch war, wie übrigens alle früheren Reiseberichte des Zentralpräsidenten des A. C. S., eine Augenweide und ein inhaltlicher Genuss, auf welchen sich die anderen Schwestersektionen zum voraus freuen dürfen. Von einer ausführlichen Schilderung des beinahe 2Kstündigen Vortrages müssen wir raumhalber Abstand nehmen, doch sei festgestellt, dass die glückliche Verbindung von Film und Schallplatten für die charakteristischen Szenen aus dem spanischen Volksleben viel zu einem besseren Verständnis des südlichen Naturells, geführt haben. h. SEKTION ZÜRICH. Generalversammlung und Martinimahl. In der Zürcher Sektion des ACS hat sich etwas wie eine Tradition herausgebildet, als Auftakt des Martinimahls die ordentliche Winter- Generalversammlung abzuhalten und damit das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. So sah denn der vergangene Donnerstag eine stattliche Zahl von Mitgliedern dem Waldhaus Dolder zusteuern, wo der Vizepräsident Herr Fritz Frey, in Vertretung des erkrankten Präsidenten, Herrn Max Gassmann, kurz nach 18 Uhr die Versammlung eröffnete. Diskussionslos wurden das Protokoll der März-Generalversammlung, das Budget 1937, von Quästor Meier eingehend erläutert, sowie der Jahresbeitrag und das Eintrittsgeld genehmigt Ueber die Revision der Statuten, die keinen andern Zweck verfolgt als deren Anpassung an die neuen Zentralsatzungen, bot Herr Dr. Stadler einen Ueberblick; auch hier fanden die Anträge des Vorstandes einmütige Annahme. Einen genussreichen Abend verheisst, wie der Vorsitzende bekanntgab, die nächste Monatsver-; Sammlung vom 10. Dezember, in deren Mittelpunkt ein < Spanisches Bilderbuch » betitelter Film- und Lichtbildervortrag des Zentralpräsidenten, Herrn Dr. Mende, steht und dessen c Uraufführung» im Schoss der Sektion Bern einen durchschlagenden Erfolg erntete. • . Hatte sich die Diskussion bis hierher überhaupt nicht geregt, so rührte Herr Sigg mit seiner Anfrage, ob der ACS als Mitglied der Via Vita die teilweise unwirtschaftlichen Ueberlandtransporte mit Lastwagen billige, an einen Fragenkomplex, der Herrn Dr. Stadler Anlass bot, in seiner Antwort eine Reihe von Problemen von brennender Aktualität ins Licht zu rücken. Wenn sich auch gewisse Uebelstände im Strassentransport nicht leugnen lassen, so müssen wir uns doch mit aller Energie gefen eine Drossejung dieses Verkehrs zur Wehr setzen. Eine Anpassung der SBB an die veränderten Verhältnisse drängt sich als unumgängliche Notwendigkeit auf, denn wohin führt es, wenn Jahr für Jahr Millionen aus dem Volk herausgepresst werden, um einen unwirtschaftlichen Betrieb, dessen Löhne mitunter das Doppelte der von der Privatindustrie bezahlten erreichen, weiter durchzuschleppen? An der Eisenbahnmisere trägt das Auto nur zum allergeringsten Teil die Schuld. Dessen aber gilt es sich bewusst zu bleiben: dass wir nicht über einen ausreichenden Lastwagenbestand für die Armee verfügen, ja t dass deren Zahl nicht einmal genügt, um auch nur die Artillerie zu motorisieren. Das Interesse an der Landesverteidigung auferlegt uns daher die kategorische Pflicht alles zu tun, um einen Rückgang dieser Fahrzeuge zu verhindern. Hüten wir uns also davor, den Weg zu beschfeiten, welchen die SBB in ihrem engstirnigen Egoismus vorschlagen, der sie aber der Sanierung nicht einen Schritt näher bringen wird. Herr Hasler betonte in diesem Zusammenhang, dass die Ursache der heutigen Situation im unrichtigen Verhältnis zwischen Transportmenge und Transportmitteln zu suchen sei. Die Statistik' vermöge aber den Beweis dafür nicht zu erbringen, dass das Automobil die Bahnen ruiniere. Weitere Anregungen aus der Mitte der Versammlung betrafen Parkierungs- und andere Verkehrsfragen. Inzwischen hatte der Wagenpark draussen vor dem Hotel mächtigen Zuzug erhalten, der weite Saal im Waldhaus füllte sich bis auf den hintersten Platz, und der Chronist zückte schmunzelnd seinen Stift, um diesen neuen Rekordbesuch von über 350 Personen zuhanden der Nachwelt festzuhalten und befriedigt zu konstatieren, dass die Einladung zum Martinimahl ihre Wirkung nicht verfehlt Was allerdings kaum verwundert so man weiss, was es mit diesem Herrenabend besonderes auf sich hat. Er stand auch diesmal wieder im Zeichen munterer Geselligkeit; die Würze aber spendete ein Unterhaltungsprogramm, das ausgiebig für die Betätigung des Zwerchfells sorgte, dabei aber auch mit allerlei anderen Schmausen für Auge und Ohr aufwartete. Währettd des leckeren Mahls entbot Herr Dir. Hasler Mitgliedern und Gästen den Willkommensgruss der Sektion, wobei er seiner Freude über den ungewöhnlich starken « Aufmarsch » Ausdruck verlieh. Sein -besonderer Gruss galt dem Zentralpräsidenten Dr. Mende, deji beiden ZenfralvizepräsiiJenten Bucher und Hürlimann, den Vertretern der Sektionen Aargau, Basel, Glarus, Luzern, Schaffhausen, St. Gallen, Zug und der Ortsgruppe Rapperswil, den Behörden — mit denen der ACS in Zürich in bestem Einvernehmen steht —, der Presse und den Delegationen befreundeter Verbände. Bisher gepflogenem Brauch gemäss nahm der Redner sodann die Auszeichnung der Preisträger im Mitgliederwettbewerb 1936 vor, der mit folgender Rangliste abschliesst: 1. Herr Ruckstuhl (Winterthur), 16 neue Mitglieder; 2a. Herr Hegetschweiler (Adliswil), 8 neue Mitglieder; 2b. Herr E- Hörni (Winterthür) 8; 3. Herr Hans Häßler (Zürich) 7; 4a. Herr E. Campolon?o (Zürich), «4b. Herr Max Gassmann (Zürich) je 6. Ais Präsident der Sportkommission gab im Anschluss daran Herr W. Badertscher das Klassement der Zürcher Sektionsmeisterschaft 1936 bekannt, wobei die glücklichen Gewinner prächtige Gaben in Empfang nehmen konnten. Bei den Experten lautet die Rangfolge; 1. W. Jenny (Zürich), 2. Campolongo (Zürich), Ä. Gobelin (Zürich); bei den Amateuren schoss M. Locher (Kilchberg) den Vogel ab, gefolgt von Kahn (Küsnacht) und W. Locher (Zürich). In launiger Ansprache verstand es Zentralpräsident Dr. Mende," seiner Zuhörerschaft einen prägnanten Abriss jener wirtschafts- und fiskalpolitischen Probleme zu vermitteln, welche den Club heute beschäftigen. Und nicht minder aufmerksam lauschte männiglich den von leisem Humor durchstrahlten Ausführungen Stadtrat Stirnemanns, der für das kommende Jahr in den Belangen des Strassenbaues wieder allerhand in petto hat. Und dann übernahm der Vergnügungsminister, Herr Schnyder, das Szepter für den «Rest» des Abends, um sogleich loszusehiessen und die Extrapost an den Mann zu bringen. « Wie sag' ich's mit Geschenken > hatte sie sich diesmal als Motto erkoren, um in Gestalt von Briefen allerlei menschliche Schwächen Prominenter und Vorkommnisse aus dem Clubleben mit träfen Sprüchen und lachenden Ironien zu glossieren und besagte Sprüche vermöge Ueberreichung eines dem «Tatbestand» angepassten, symbolisch-ulkigen Geschenks an den Adressaten nachdrücklich zu unterstreichen. '-Zu ihrem Höhepunkt aber schwangen sich die Darbietungen in. der neuen Revue «Zürich erwacht » empor, die allerhand Zürcherisches-Allzuzurcherisches zur Zielscheibe ihres spriteigen Humors nahm. Was die. auf einen Telephonanruf von Petrus nach Zürich entsandte fünfköpfige Engelsdelegation unter Führung der Obergarderobäfere Susanna, am Limmatstrand erlebt das war nicht nur eine Häufung ergötzlicher Situationen und witziger Pointen, sondern auch eine ausgezeichnete darstellerische > Leistung. Und zugleich ein geschickter Uebergang zum kabarettistischen Teil, darin der Conferencier, eine Stimmungskanone von Format, Lachs^lvevüber Lachsalve auslöste. Aber es muss ,V|rmerkt werden, dass auch, die tänzerischen Darbietungen — wobei das Orchester t Parisette » den Ton angab — ein nicht minder verständnisvolles und dankbares Publikum fanden, das ungarisches Paprika ebenso genussvoll goütierte wie Bauchtänze. Den Äbschluss des schwer befrachteten Programms bildete die Vorführung; eines Films, der in heiterer Persiflage allerhand Begebenheiten aus dem Leben des Automobilisten und des Clubs vorüberrollen Hess. SEKTION ZÜRICH. Das diesjährige Winterprogramm findet am 10. Dezember seine Fortsetzung mit einer Monatsversammlung mit Lichtbilder- und Filmvortrag von Herrn Zentralpräsident Dr. Mende, Bern, über • Im Auto durch Spanien ». Das aktuelle Vortragsthema und die Person des Referenten dürften für einen Massenaufmarsch der Zürcher. A.C.S.isteh mit ihren Angehörigen sorgen. Für die diesjährige Auszeichnung von Berufschauffeuren sind wiederum über 50 Anmeldungen eingegangen. Dazu kommen noch etwa 30 Chauffeure, die schon früher die Auszeichnung erhalten, nun aber durch vermehrte Dienstjahre Anrecht auf die Verleihung der nächsthöheren Auszeichnung haben. Der Familienabend der Ortsgruppe Winterthur ist auf 14. Januar 1937 festgesetzt. Eine Woche später folgt dann der A.C.S.-Clubball im «Grand Hotel Dolder» in Zürich. Der Sektions-Skikurs mit Wintersportwoche findet dieses Jahr vom 26. Dezember bis 3. Januar wiederum in Davos statt. Technischer Kurs der Sektion Bern. «Technischer Kurs» — pfui, der Name kUngt garstig, soll man wirklich hingehen? Aber da auf der freundlichen Einladung geschrieben stand: «Bei unentsehuldigtem Ausbleiben 5 Fr. Busse», setzt man sich doch in seinen Wagen, den man natürlich aus dem ff zu kennen glaubt, und fährt los in die Garage B. nach Worblaufen. Etwa fünf oder sechs Leidensgenossinnen warten dort, und bald stellt sich auch Frau Glaser ein, Zentralpräsidentin des S, D; A. C. Sie sorgt schon dafür, dass niemand «aaskneifen» kann. Da muss eine jede, ob auch mit* Ach und Krach, wenigstens einen Radwechsel ZIEHUNG Haupttreffer Fr. 250,000.- 100,000 50,000 25,000 5x10,000 10x5.000 25x1000 usw. für Arbeitsbeschaffung Lose ä Fr. 10.— Zehnerserie zu Fr. 100.— mit garantiertem Treffer. - Postcheck VII 6700 Lotteriebureau Hirschmattstr. 13, Ecke Pilatusstr., Luzern 21 m eigenhändig vordemonstrieren, dann gilt es zu antworten auf verschiedene unbequeme Fragen, wie z. B.: «Wissen Sie eigentlich, wo Sie Ihr Oel zu messen haben? wo der Wasserhahn für das Kühlwasser angebracht ist?», und zuletzt lässt der gefällige und geschickte Garagebesitzer einen Wagen hochheben und gibt verschiedene interessante Anweisungen, u. a. über die oft vernachlässigte Pflege der Federn. Der Vergaser wird gereinigt, die Kerzen werden geprüft, alles verbunden mit nützlichen Winken für die nächste Panne. Heute wird dieser Teil des Kurses noch « vorgemacht », das nächste Mal sollen aber die Fahrerinnen selbst versuchen, die einfachsten Handgriffe auszuführen. Der Kurs wird gruppenweise erteilt. In dieser Woche hat die erste Gruppe damit angefangen. Später soll auch das rasche Befestigen der Schneeketten «geübt» werden und im Frühling kommt es zur «Wiederholung». Zweifellos wird dieser Kurs für die Mitglieder des S. D. A. C. von grossem Nutzen sein; falls sich auch Nichtmitglieder dafür interessieren, mögen sie sich melden bei Frau Glaser, •Bürgerhaus, Bern. D. de VEREINIGUNG STAATL. GEPR. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V. A.S.) Sektion Bern. Im Hinblick auf die am 12. Dezember a. c. stattfindende Generalversammlung richten wir an unsere Mitglieder die dringende Bitte um Einzahlung der ausstehenden Mitgliederbeiträge bis spätestens 5. Dezember auf Postscheckkonto III 7324 Kant-Bern. Autofahrlehrer-Verband. Weitere Mitteilungen über Generalversammlung und Rätselfahrt enthält die Automobil-Revue vom 27. November. Der Vorstand. CHAUFFEUR-VEREIN SCHAFFHAUSEN Wir bringen unsern werten Mitgliedern zur Kenntnis, dass die nächste Versammlung am Sams- tag. den 28. November, abends 8K Uhr, im Vereinslokal Hotel Löwen, stattfindet. An dieser Versammlung werden die Freiprogramme für unsere diesjährige Abendunterhaltung am 5. Dezember in den Sälen des Restaurant .Schweizerhalle verteilt Die Besitzer von Sammellisten für die Tombola werden ersucht, diese an der Versammlung zusammen mit den Gaben der Vergnügungskpmmission abzuliefern. Die Vorbereitungen für diesen Anlass sind in vollem Gang und versprechen einen genussreichen Abend. Im Hinblick auf die wichtigen zur Behandlung gelangenden Geschäfte erwarten wir recht zahlreiche Teilnahme _ und pünktliches Erscheinen. Die Dezemberveraammlung fällt infolge der Abendunterhaltung aus. Mit Chauffeureruss: der Vorstand. CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Monatsversammlung: Mittwoch, den 2. Dezember 1936, abends 20.30 Uhr, im Lokal Du Pont, 1. Stock. Beserviert den Abend, erscheint vollzählig und pünktlich! N.B. Nach dem erfreulichen Verlauf unseres 11. Familienabends möchten wir nicht unterlassen, unsern verehrten Mitgliedern und deren Angehörigen, sowie allen Freunden, Gönnern und Spendern von Gaben unsern aufrichtigsten und besten Dank auszusprechen. Es war für die Veranstalter eine wahre Freude, den Saal bis auf den letzten Platz besetzt zu sehen und bei jung und alt eine ausgezeichnete Stimmung feststellen zu dürfen. Dass die Festbesucher mit uns zufrieden waren, bewies die Tatsache, dase bis zum frühen Morgen niemand Lust zum Aufbruch verspürte. Das genussreiche, vielgestaltige Programm erbrachte wiederum den Beweis dafür, das« der Vorstand keine Mühe und Arbeit scheut, um jedermann zufrieden zu «teilen, Nochmals allen Teilnehmern unsern herzlichsten Dank I Berufskollegen, die unserem Verein noch nicht angehören, eind bestens willkommen. Mit Chauffeureruss: Die Vereinsleitung. Redaktion: Dr. A. Locher. — Dr. E. Waldmeyer. Dipl. Ing. F. 0. Weber. Verantwortlich für die Herausgabe: 0. E. Wagner. — Reni Baebler.* Sport in Spanien. Letzten Sonntag wurde in Barcelona auf der Montiuich'rundstrecke ein Geschwindigkeitsrennen ausgetragen, an welchem in der Kategorie Sportwagen ein Ford V-8 gefahren durch Vital, mit einem Stundenmittel von 87,364 km den ersten Platz erringen konnte. Ihm folgten Bernac, Soler und Alemany, gleichfalls auf Ford V-8.