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E_1936_Zeitung_Nr.097

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BERN, Dienstag, 1. Dezember 1936 Winter-Nummer Nummer 20 Cts. 32. Jahrgang - N» 97 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-FR EISE: Ausgabo A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich P*. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicherung) vierteljährlich Fr. 7.50 Das Automobil auf winterlicher Strasse von Ing. Rob. Endtner, Chef der Automobilabteilung b. d. Generaldirektion P.T.T. Die Zeit liegt nicht so weit zurück, wo man allgemein und im besondern in Automobilkreisen der Auffassung war, unser Winter bilde für das Motorfahrzeug ein so grosses Hindernis, dass es für Monate seinen Bestimmungszweck nicht mehr erfüllen könne. Aber die rasch arbeitende Automobiltechnik hat die Hindernisse schrittweise überwunden. Nicht zu übersehen bleibt dabei allerdings die Tatsache, dass auch der Strassenbau ein Wesentliches an die Zunahme des Automobilverkehrs im Winter beigetragen hat. Zur Erleichterung des Fahrens auf Winterstrassen hat sich das Automobil, sei es der Personentransport-, der Touren- oder Lastwagen, folgende Hilfsmittel dienstbar gemacht : 1. Heizbare Scheiben zur Erleichterung der Sicht bei Nebel, Regen, Schneefall und Frost; 2. Erhöhung der Beleuchtungsintensität durch Anwendung verschiedener Leuchtkörper in Verbindung mit. wirksamer Abblendvorrichtung und besonders Nehellampen, die das Fahren bei unsichtiger Witterung in der .Nacht (allerdings mit angepasster Geschwindigkeit) ermöglichen; 3. vor allem aber die allgemeine Verwendung von Winterpneus (Hochstollenprofile in allen Pneu- Dimensionen), die im Flachland und in den Alpen die Fahrsicherhedt auch ohne Schneeketten wesentlich erhöhen; 4. die verschiedenen Schneekettenarten. Zu diesen technischen Mitteln kommt aber vor allem die vermehrte Erfahrung der Automobilisten, sei es, dass sie auf beruflicher oder auf rein touristischer oder sportlicher Tätigkeit beruht. Der Fahrer hat gelernt, dass auf vereister Strasse relativ langsam, aber gleichmassig, wenn immer möglich mit Motorkraft und nicht ausgekuppelt gefahren werden soll und dass im Gefälle besonders darauf zu achten ist, in jenem Geschwindigkeitsgang zu fahren, der eine Benützung der Bremsen entbehrlich macht. Beim Anfahren soll er sich bemühen, nur so viel Gas zu geben, dass der Motor den Wagen langsam in Gang zu bringen vermag, ohne dass die Räder rutschen oder, sofern sie mit Ketten belegt sind, ohne dass sich diese besonders rasch eingraben. Das Hauptverdienst daran, dass das Automobil und damit der motorische Strassenverkehr heute im Winter bis in die Berge 10.— Erscheint jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Gescbiftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 und über die Pässe vordringt — soweit sie geöffnet werden können — und damit auch zu dieser Jahreszeit seine wirtschaftliche Mission erfüllt, fällt wohl vor allem den Strassenfachmännern, vom Ingenieur der Regierungsbauämter bis zum einfachen Strassenarbeiter zu. Sie haben es in ihrer Nach eingehenden Verhandlungen mit den am schweizerischen Benzinimport interessierten Kreisen beschloss der Bandesrat in der letzten Freitagssitzung, den Grundzoll, auf Benzin, an dem die Kantone bekanntlich nicht partizipieren, von Fr. 18.— auf Fr. 16.50 herabzusetzen. Mit der Reduktion des Einfuhrzolles um Fr. 1.50 wird bezweckt, den Säulenpreis auf dem Vorabwertungsniveau von 43 Cts. pro Liter beibehalten zu können. Mit der im Anschluss an die Abwertung des Schweizer Frankens vom 26. September 1936 eingeleiteten Neuorientierung unserer Wirtschafts- und Handelspolitik ist auch der Einfuhrpreis für Motortreibstoffe gestiegen, ohne dass die Bundesbehörden eine entsprechende Erhöhung der Detailpreise zuliessen. Damit wurde der nach der Abwertung ausgegebenen Parole der Preishaltung nachgelebt, was teilweise auch wegen der auf alter Frankenbasis abgeschlossenen und bis Jahresende laufenden Rheintransportverträge möglich war. Immer ungestümer drängen jedoch die Verhältnisse zu einer Neuregelung des Benzinpreisproblems, da auf die Dauer das Benzin nicht um jährlich etwa 7 Mill. Fr. teurer eingeführt und zum alten Absatz abgegeben werden könnte. Es waren vornehmlich fiskalische Erwägungen, die den Bundesrat bei der Neuregelung des schweizerischen Benzinpreises leiteten, hätte doch eine Erhöhung der Detailpreise zweifellos zu einem Konsumrückgang geführt. Nicht mit Unrecht glaubt der eidgenössische Finanzminister, den durch die Zollherabsetzung bedingten theoretischen Ausfall der Bundeskasse von 3.Mill. Fr. durch einen Mehrverbrauch ausgleichen zu können. Diese Argumentation deckt sich voll und ganz mit der seit jeher von den Benzinkonsumenten vertretenen Auffassung, sind sie doch nicht müde geworden, darauf hinzuweisen, dass eine der wirtschaftlichen Lage der Benzinverbraucher entsprechende Handhabung der Zollschraube den Fiskus durch entsprechenden Pflichterfüllung und durch rastlose Arbeit dazu gebracht, die Sicherheit auf Winterstrassen für die Motorfahrzeuge wesentlich zu steigern. Allerdings trug dazu der Umstand bei, dass das Interesse für ihre Arbeit aus dem Bedürfnis nach einem ununterbrochenen Jahresverkehr herausgewachsen ist, womit es auch gelang, die nötigen finanziellen Unterstützungen, nicht zuletzt um der Arbeitsbeschaffung willen, zu erhalten. Man ist aber an diesen Stellen heute auch allgemein überzeugt, dass eine Strasse nur dann den ganzen Winter über ohne Gefahr auf der Säulenpreis: 43 Cts. pro Liter Benzin Mehrverbrauch eher auf seine Rechnung kommen lasse als eine prohibitive Uebersetzung der Benzinzölle. Selbstverständlich hat die Eidgenossenschaft darauf zu achten, dass ihr durch die Abwertung bereits aus dem Rahmen geworfenes Budget wenigstens einigermassen innegehalten werden kann, wofür auch die ständerätliche Finanzkommission, obschon einige Jahre zu spät, Sorge tragen wird. Sobald sich die bundesrätliche Auffassung des durch eine Konsumsteigerung hervorgerufenen Ausgleichs bewahrheitet, dürfte der Zeitpunkt einer weiteren Benzinzollreduktion gekommen sein, da auch der neue Zollansatz von total Fr^26.50 immer noch als zu hoch zu betrachten ist. Mit dem Versprechen, an der schweizerischen Benzinmarktordnung vorläufig nichts zu ändern, dürfte erreicht worden sein, dass der private Benzinhandel seinerseits bereit ist, den restlichen, auf die Preiserhöhung zurückzuführenden Ausfall von 4 Mill. Fr. zu tragen oder wenigstens nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie dieser Ausfall sich auf die einzelnen Beteiligten verteilen lässt. Einer eventuellen Säulenpreiserhöhung glaubt der Bundesrat dadurch vorgebeugt zu haben, dass er, gestützt auf die Preisbildungsmassnahmen, jederzeit in der Lage ist, die Benzinmarktordnung z:i lockern. Damit ist jedoch die Benzinpreisfrage durchaus noch nicht für eine längere Zeitdauer abgeklärt, weil das etwas komplizierte Problem des schweizerischen Benzinmarktes, insbesondere im Hinblick auf die Landesverteidigung, auch weiterhin eingehenden Studiums bedarf. Als hauptsächlichstes Aktivum ist die Vermeidung einer Verteuerung des Säulenpreises und die Aufrechterhaltung eines schweizerischen Einheitspreises zu buchen, wodurch eine grössere Unsicherheit in bezug auf die vorläufige Gestaltung des Benzinpreises beseitigt werden konnte. INS ERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 HP. Grössere Inserate nach SpezialtarM Inseratensehlnss 4 Tage TOT Erseheinen der Nummer Wir berichten heute Ober: Andre Citroen: Eine Million täglich dem Fiskus. New Yorker Automobil-Schau. Abschluss des Grossen Preises der Schweiz 1936. IV. Internationales Flugmeeting Zürich 1937. Feuilleton: Seite 7. Musik der Nacht: vollen Breite, die sie im Sommer hat, ausgefahren werden kann, wenn nach dem ersten Schneefall die ganze Strassenbreite geräumt wird, und zwar so weit, dass höchstens eine Schicht von 10—15 cm übrig bleibt. Diese Schneehöhe darf oder sollte nicht wesentlich höher werden, auch dann nicht, wenn Verwehungen und wiederholte Schneefälle in regelmässigen Zeitabständen Räumungsarbeiten nötig machen. Durch Anwendung der Normalien der Strassenfachmänner hat der Bau von Strassen auf der Geraden sowie in Kurven eine Ausgestaltung erfahren, die auch dem Winterdienst wesentliche Erleichterung bringt. Das fast ebene Querprofil, die nicht mehr existierenden Seitengraben erleichtern die Räumungsarbeiten durch jedes technische Mittel beträchtlich. Die dünne Schneeschicht wird durch den ständigen Verkehr nach und nach zur harten Eisschicht gepresst, die im Frühjahr mit zunehmender Wärme langsam schmilzt und den Schlittenverkehr viel länger ermöglicht als die normale Schneestrasse mit weicher, verhältnismässig tiefer Schneeschicht. Was aber die Hauntsache ist und besonders für die gewöhnliche, nicht mit Hartbelaa: versehene Alpenstrasse eine grosse Rolle spielt, ist das rasche Auftrocknen der dünnen Schnee- oder Eisschicht und das sofortige Trocknen der Strasse selbst. So wird die Oberfläche durch die schnell fahrenden und schweren Motorfahrzeuge während der Frühlings- und Tauperiode viel weniger stark hereenommen. Albernem werden heute an Strassenstrecken. welche dem Wind ausgesetzt sind und wo grosse Verwehungen auftreten, Bretterwände oder Schneewälle aufgestellt, und zwar, wie es Erfahrung und Beobachtung lehren, der Windrichtung und -stärke entsprechend in der richtigen Distanz von der Strasse, so dass der Wind Eingeschneit! Aber was verschlägnv? Das Auto trotzt heute auch Schnee und Kälte. Schnee-Fräs- und Schleudermaschine aus den Werkstätten der Firma Peter AG. in Liestal.