Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1936_Zeitung_Nr.098

E_1936_Zeitung_Nr.098

10 Automobil-Revue —

10 Automobil-Revue — N° 98 so gut wie beendet, als er mächtig losprustete und sich rasch umwandte; da sahen wir denn etwa 100 Meter entfernt eine Nashornkuh mit einem Jungen hinter ein paar Felsen auftauchen. Auf das Schnauben des grossen Tieres antwortete sie ebenso. Hoch fuhr sein Wedel, als sei es die Flagge auf einem Kriegsschiff. Hoch fuhr auch der ihrige. Wieder ein Prusten. Dieselbe Antwort. Plötzlich rannten die Tiere mit gesenktem Haupt wild aufeinander los. Welche Gelegenheit entging da meiner Kamera! Die hundert Meter, die sie trennten, schmolzen auf fünfzig — vierzig — dreissig zusammen. Sicher gab das einen gewaltigen Zusammenprall; denn trotz ihrer scheinbaren Plumpheit können sich die Nashörner mit erstaunlicher Schnelligkeit bewegen. Zwanzig Meter — zehnl Aber plötzlich bremsten beide, nahmen ein wenig Witterung, machten kehrt, als habe auch nicht das allergeringste ihren Gleichmut gestört; dann näherten sie sich fast gemächlich dem Wasserloch, erst der grosse Kerl, dann Mutter und Kalb, tranken sich satt und verschwanden. Die Schakale erschienen wieder — zu mehreren —, näherten sich unruhig dem Tümpel, schlapperten das kostbare Nass eilig auf und eilten davon. Eine Hyäne folgte verstohlen. Die Schakale traten zurück und Hessen sie vorbei; aber sie alle verschwanden wie durch Zauber, als drüben vom Tal her das dröhnende Gebrüll eines Löwen herüberdrang, der seinen Schmaus gehalten hatte. Das war ein Tier, das sich seiner Stärke bewusst war. Er konnte noch nicht so bald da sein; denn das Gebrüll war aus gut vier Kilometer Entfernung gekommen. Wenn der König der Tiere aber zu kommen geruhte, dann kam er eben, und zwar geradewegs und ohne Furcht. Man muss einem Löwen unbedingt Bewunderung zollen. Zwanzig Minuten darauf erschien er denn auch wirklich — ein stattliches grosses Tier, die blutigen Zeichen seiner Mahlzeit noch auf seinem Gesicht. Er kam entschlossen — voll Herrscherwürde, dann und wann innehaltend und sich ruhig umschauend, ;ehe er weiterschritt. Er erreichte den Rand des Tümpels, blieb dort einen Augenblick stehen, äugte umher und tat sich dann nieder, um sich Satt zu trinken; dann zog er ab und verschwand zwischen den Felsen jenseits der Tränke. Der Mond stand mittlerweile fast über uns; wir konnten klar sehen, ausser dort, wo die Felsen und verkrüppelten Bäume hinter uns tiefe Schatten warfen. Mit dem Kommen des Löwen hatte sich eine neue Stille auf die Umgebung gesenkt. Das habe ich schon oft festgestellt. Ich habe erlebt, wie die afrikanische Nacht buchstäblich voll war von Lauten — den Stimmen der Vierbeiner, der Nachvögel; der Kerfe —, und wie dann beim Brüllen eines Löwen jeder Ton verstummte. Die Tiere bewegen sich nur noch geräuschlos, wenn sie sich überhaupt bewegen. Die Vögel brechen ihr Konzert ab. Selbst die Insekten halten in ihrem endlosen Sirren inne. Wie seltsam, dass sogar Geschöpfe, die keine Veranlassung haben, einen Löwen zu fürchten, so seine Macht anerkennen! So hörten wir denn nach dem Auftauchen eines Löwen eine Zeitlang nichts, aber allmählich fanden die Insekten ihre Stimme wieder. Hinten in den Zweigen wurden die Vögel der Nacht wieder zutraulich. Endlich erschien ein Schakal, während andere in der Ferne kläfften und dann kam eine Zebraherde von vielleicht zwanzig Tieren zum Wasserloch getrampelt; grell schimmerten ihre Streifen schwarz und weiss im Mondenlicht. *• Drei oder vier schöpften gleichzeitig, die andern standen herum, wachsam und bereit, das Warnungszeichen zu geben. Aber eine Warnung erübrigte sich, und dann entfernten sie sich, drei hochragenden Giraffen begegnend. Die Giraffen kamen mit weniger Zeichen der Furcht heran, als ich von ihnen erwartet hätte. Vielleicht hatte die Zebraherde sie beruhigt. Jedenfalls vergeudeten sie nicht viel Zeit; während die beiden grösseren Tiere, die Häupter gute vier Meter über dem Boden, auf der Hut standen, traftk Rezept bei Erkältungen: Einfach das elektrische Heizkissen SOUS auflegen; die Wärme heilt. SO US hat vier Wärmestufen und ist sdion zu Fr. 21.- erhältlich. das kleinste Tier; es stellte die Vorderläufe weit auseinander und streckte nun sein Köpfchen zum Wasserspiegel hinab. Ein Giraffenhals ist für mich eines der seltsamsten Naturgebilde. Zum Allerseltsamsten daran gehört es aber, dass er ganz genau so viele Nackenwirbel enthält wie ein Elefantenhals, ein Hundehals oder mein eigener. Ausserdem ist anscheinend bei all der Halslänge, die das merkwürdige Tier von der Natur mitbekommen hat, kein Platz für Stimmbänder verblieben. Jedenfalls fehlen sie, und die Giraffe ist folglich stumm. Aber hier hörten wir nun, wie eine ein Geräusch machte, noch dazu eJn deutlich vernehmliches — sie bekam Wasser in die Nase und blies dies nun, das Haupt zurückgeworfen, mit so lautem Schnauben heraus, dass es die Schlucht hinauf und hinunter widerhallte. Die zweite Giraffe bückte sich nicht eher zur Tränke nieder, bis die erste bereit war. Wache zu stehen; aber ich muss zugeben, dass ich von diesem Augenblick an nicht genau wahrnahm,- was sich an dem Wasserloch abspielte; denn mit der Plötzlichkeit eines Sprengschusses schreckte uns ein gewaltiges Prusten in unserem Rücken auf; als wir uns rasch umsahen, fanden wir, dass allen Regeln der Nashornsitte zuwider zwei dieser hässlichen Viecher hinter uns ohne einen Laut, den wie vernahmen, herangekommen waren und nun auf der andern Seite unseres kleinen, ebenen Platzes standen, höchstens 30 Meter entfernt. Ausserdem hatten wir uns bei dem Schreck, den jenes erste Schnaub uns eingejagt hatte, sehr plötzlich umgedreht, und das Geräusch, das wir dabei machten, hatte nun zur Folge, dass sie erneut prusteten und uns annahmen. Es gelüstete uns- nicht zu schiessen; freilich wollten wir auch nicht Gefahr laufen, auf .ihren Hörnern aufgespiesst zu werden. Wir waren augenblicklich auf den Beinen; aber Osa übernahm das Kommando. «Rasch!> rief sie. «Hierher!» Damit sauste sie los, wir übrigens hinter, ihr her, längs des Randes der Felsstufe, auf der wir gesessen. Wir rannten etwa sechs Meter, ohne dass die Nashörner bis jetzt erkennen Hessen, dass ihr Angriff etwa nicht ernst gemeint war. , ••*: «Springen !> schrie Osa und machte es vor. Es war nicht viel mehr als anderthalb Meter zur nächsten Felsstufe unter uns und wir sprangen. Aber als wir auftrafen, bekamen wir einen neuen Schrecken, denn mit einem Gekläff, das uns fast das Blut erstarren liess, flüchtete eine Hyäne von uns weg und verschwand im Bruchteil einer Sekunde. Wie nahe wir daran gewesen waren,, auf sie hinaufzuspringen, konnte keiner von uns gegenau sagen. Wahrscheinlich befand sie sich gar nicht so dicht vor uns, wie es den Anschein hatte; mir machte freilich das Gebell fast den Eindruck, als sei es von einer Stelle unmittelbar neben meinen Knien gekommen. Wir brauchten etwa eine Minute, um zur Besinnung zu kommen. Als wir uns dann umschauten, fanden wir, dass die Nashörner bis auf etwa fünf Meter zu der Stelle herangestürmt waren, wo wir gestanden harten, dass sie dann aber kehrtgemacht hatten und abgezogen waren. Aber schon schimmerte der Himmel im Osten ein ganz klein wenig hell. In einer .Stunde bereits musste die Sonne aufgehen, und so marschierten wir denn wieder zum Lager. Wir wojlten frühstücken und uns ein paar Stunden schlafen legen. (Nachdruck verboten.) Die Schneeketten seien schuld, behauptete Freddy Nörgel (bitte ja, mit zwei d, sonst fällt er in Ohnmacht), dieser Freddy Nörgel, nämlich ein schlanker, schöner, junger Mann ; im Morgenrock, mit einem kleinen Schnäuzchen über den Schaufelzähnen' und einem üppigen, exakt in der Mitte gescheitelten Haarschmuck. Als er das behauptete, hielt er eine Verlobungskarte in der Hand, der Umschlag trug den Stempel «St. Moritz», und in der andern Hand hielt Freddy ein kleines Feuerzeug, mit welchem er gerade im Augenblick, wo das Mädchen die Post brachte, eine Zigarette entzünden wollte. Das Feuerzeug glitt ihm aus den Händen und feuchtete den Perser ein, wenig mit Benzin. Freddy aber starrte immer noch vor sich hin und stotterte dann: « Die Schneeketten... verflucht... jetzt hat er sie doch bekommen ». Und das war so gegangen; Dem Freddy Nörgel war die Bankierstochter Elsi Widmer entwischt, und ausgerechnet mit dem Hans Horlacher, dem blöden Ruech, wie er ihn nannte, weil sein Vater nur eine Garage an der Rossgass betrieb, während er, Freddy, sich immerhin rühmen durfte, direkt von Karl dem Grossen abzustammen, und es infolgedessen auch nicht als Raub achtete, in seinem Cabriolet tagelang herumzufahren und das Geld des. guten Papas zu vertun. Während besagter ,Herr Papa glaubte, sein Sohn sitze auf der Hochschule und schaue andächtig zu den Herren Professoren auf. Dieser blöde Horlacher! sagte Freddy immer wieder vor sich hin. Wenn man so ein Streber ist, kann man schon mit acht Semestern fertig machen, unsereiner hat (Jas nicht nötig I Und nun überlegt Freddy sich den ganzen Hergang noch einmal. Beim Semesterschlussball der Studentenschaft war es gewesen. Elsi Widmer, die ein paar kunstgeschichtliche Vorlesungen belegt hatte, um ein bisschen unter das Volk zu kommen Elsi Widmer, die Tochter des bekannten Bankiers Widmer, war auch da. Eine glänzende Erscheinung, schlank und hochgewachsen, umschwärmt von jungen Männern, Vom hohen Fenster... Vom hohen Fenster seh ich Fluss und Feld. Pen kleinen Mond umkreist ein Regenreif. Die Silberwege blinken zart gewellt. Noch knospenlose Schleier hängen steif. Die Blume, die, als Erstling dieses Jahrs, dir blühen soll mit ihrem blanken Stern, schläft, schon bestimmt dem Dufte deines Haars, noch lächelnd warm in ihrem Samenkern. obschon sie nicht einmal einen Bubikopf trug. Schon zwei, drei Tänze hatte sie dem eleganten Freddy gewährt, und sie hätte sich noch weiter mit ihm abgegeben. Aber da war dieser Horlacher, ein Bursche, der nicht einmal im Smoking erschienen war. Dieser kecke Bursche trat an Nörgeis Tisch, : . wo die hübsche Elsi sass, und holte sie zum Tanz. Freddy Hess es mit abweisendem Ge- •• sichtsausdruck geschehen, und als Horlacher (der keinen Abendanzug, aber dafür schon das Ingenieur-Diplom besass) seine Dame zurückbegleitete, tat Freddy sich nicht den geringsten Zwang an. Er klopfte die Asche seiner Zigarette am Rand des Aschenbechers ab und sagte zu Elsi, ohne aufzusehen: « Sein Vater ist Garagenbesitzer, oder besser gesagt, Mechaniker und Chauffeur. » « Gar nicht schlecht, » zwitscherte Elsi, «also bringt er das Zeug zum Ingenieur von zu Hause mit.» «Uebrigens,» fing Elsi nach einer Weile wieder an, « ich finde ihn so sympathisch.» In diesem Augenblick tauchte Horlacher wieder auf mit seinem breiten, ehrlichen Gesicht, auf dem ein etwas verschmitztes Lächeln sass. Er verbeugte sich vor Elsi, bevor Freddy .nur Anstalten treffen konnte, ihm zuvorzukommen. «Ein schöner, Mann, Ihr Herrenfahrer,» murmelte Hans Horlacher ironisch zwischen T den Zähnen, als er die biegsame, schlanke Elsi im Arn* hielt. ^ Sie wurde ernst. ,«Was heisst .das?» ,-, , . * ' _Sie tanzten etwas vom Orchester weg, um einander, hören zu können. \s.«Das heisst soviel, verehrtes Fräulein Widmer, Herr Freddy wird Sie vermutlich schon eingeweiht, haben, dass mein Vater ein Chauf- . Jeur, nur ein Chauffeur ist. Ich habe es Ihnen sogleich angesehen und wusste auch gleich Bescheid., Denn der Herrenfahrer Freddy hausiert mit solchen Weisheiten, weil er nur auf Kosten anderer glänzen kann. » Und dann setzten sie sich an ein frei gewordenes Tischchen. Freddy hatte sich inzwischen getröstet, er tanzte eifrig mit einer jungen Professorsgattin und winkte manchmal angeregt zu Elsi hinüber. Hans und Elsi waren an diesem Abend einig geworden, wenigstens was St. Moritz betraf. Sie hatte ihm yerraten, der schöne Freddy lahre am 20, Februar zum grossen Ski- und Abfahrtsrennen nach St. Moritz, und zwar mit seinem Cabriolet über den Julier. Das war bestimmt zu erwarten; denn in solchen Sachen war Freddy zuverlässig. Aber Freddy hatte noch eine weitere Absicht. Er wusste, dass er an jenem Tage die .ganze Familie Widmer in St. Moritz treffen würde, auch seine eigenen Eltern waren dann dort oben, und Elsi wusste bestimmt, was dann geschehen würde: Annäherungen, Freundschaftsbezeugungen, womöglich geschäftliche Anknüpfungen — und dann war sie im Garn. Hans und Elsi trinken heimlich Freundschaft. «Nichts als Freundschaft,» sagt sie vorsichtig. •; «Nichts als Freundschaft — wenigstens, vorläufig, » meint Hans. Das Semester geht zu Ende. Die Studenten rüsten sich für die Ferien. Freddy, der in der gleichen Laböratqriumsklasse studiert wie Hans Horlacher, der nun sein Examen hinter sich hat, spürt nicht, 'dass eine Verschwörung' gegen ihn im Gang ist. Er erzählt immer wiedet, er werde nun .über den Julier fahren, nach St. Moritz, zu der Fämilien-Re'union der Nörgel und der Widmer, und die schöne Elsi sei auch dabei. Wenn er das erzählt, so geht ein ganz leises Kichern ober die Stockzähne der übrigen Studenten. Unser Freddy kam am 20. Februar nicht nach St. Moritz, obschon sein Wagen völlig in Ordnung war. Merkwürdigerweise traf er gerade dort, wo die grossen Steigungen einsetzten, jeweils einen kleinen Trupp Kameraden auf Skiern ah, beim Kerenzerberg, an der Lenzerheide und zum letztenmal am Julierpass. Die Studenten, begrüssten ihn lebhaft, freuten sich über die Begegnung, schlugen aber die Einladung zum Mitfahren aus, Nsin, sie schleppten ihn von seinem Wagen weg. Beim Kerenzerberg sagte einer: «Freddy, da yorn ist eine Lawine niedergegangen, komm, schau nach, ob du noch durchkommst. » Sie gingen hin. Von einer Lawine war keine Rede, es handelte sich bloss um einen kleinen Schneerutsch. Der Student sauste dann auf seinen Brettern fort und Freddy trottelte zu seinem Wagen zurück. Als er anfahren will, kommt er nicht vorwärts. Die Schneeketten sind nicht mehr da. Vor dem letzten Stich zur Lenzerheide steh) schon wieder eine Gruppe. Sie winkt ihm, anzuhalten. Er tritt mit den Kameraden in ein Wirtshaus und merkt nach ein paar Gläsern Veltliner nicht mehr, dass man ihn aufhalten will. Es gefällt ihm übrigens gar nicht schlecht, wieder einmal in einer Gesellschaft zu sein, die ihn feiert und ihm zutrinkt. Am andern Morgen ist die Gesellschaft weg. Er erfährt, dass man seinen Wagen in einen Schuppen gestellt habe. Aber die Schneeketten fehlen. Er muss nach Chur telephonieren und warten, bis ein Wagen mit den neuen Ketten da ist. Wie es am Julier zuging, weiss er selbst nicht mehr genau. Irgendwo stieg er aus, um die kreuzenden Automobile durchzulassen, entfernte sich ein wenig von seinem Wagen, um die Aussicht zu geniessen — und als er sich wieder bei seinem Cabriolet einfand, zeigte der Kühler in der Richtung, in der der Wagen gekommen war. War ein Wunder geschehen? Schliesslich gab Freddy nach, trollte sich talwärts, kabelte nach St. Moritz, er sei verhindert und ging nach Arosa, wo ihm kein einziges Hindernis in den Weg gelegt wurde und er ganz auf seine Rechnung kam. Als er später wieder zu Hause anlangte, lagen zwei schwere Pakete auf seinem Zimmer — die Schneeketten, die ihm von unbekannter Hand abgenommen worden waren. Und dann kam die Karte mit der Morgenpost, gerade, als er seine Zigarette anzünden wollte, diese Karte mit der lakonischen Mitteilung: Ehi Widmer Dipl.-Ing. Hans Horlacher Verlobte. Darunter waren zwei ineinander geflochtene Schneeketten gezeichnet. 'Und nun rafft Freddy sich auf und setzt seine Zigarette endlich in Brand. Arosai S.u. 13. Dez.: Skikurs der S. S. S. A. für Mitglieder de« Skiclubs Arosa. Alrolo: 13. Dez.: Grosse Skisprungkonkurrenz und Slalomrennen. Basell B./6. Dez.: Konzerte des Basler Gesangvereins. Leitana H.Münch: Aston Bruckner~Messe in F-Moll (Münster). 8. Dez,: Vorführungen Karl Schäfer und Enuny Putzinger auf der Kunsteisbahn. Bern! Dez.: Schulwarte: Ausstellung «Das gute Jugendbuch». 3. u. 8. Dez.: Aufführungen des bemdeutschan Spiels «D'Lindauere», von E. Baumgartner (Kursaal). 8.— 31. Dez.: Kant. Gewerbemuaeum: Weihnachtsausstellung des bexn.Kleingewerbes. E. Dez.: Akademischer Ball (Kursaal SchänzH). 8.Dez.: Clubball des A.C.S.Bern, mit Modeschtn nw, (Bellevue-Palace). 8. Dez. —10. Jan.: Kunsthalle: Weihnaehtsausstellang bern. Künstler. 8. Dez.: KammermusDckonzert der Bernischen Musägesallschaft. 9. Dez.: Vortrag von Prof. Dr. C. Burckhardt, Genf: «Mittel- Elterliche Ideen in der modernen Politik» (GrOMratsaal). 10. Dez.: Vorführungen des Weltmeisters Karl Schäfer und Frl. Putzinger auf der Ka-We-De-Eisbahn. 10. Dez.: Bundesabend, veranstaltet von der Berner Liedertafel (Kasino). Davos: 8. Dez.: Anskiet des Ski-Clubs Davos. Eishockeymstch. Genf: Kilion Kerst. Kommende Ereignisse Dez.: Musee Rath: Exposition de la section genevoise de la Soriete des Beain-Arts. 8. Dez.: Recital du Quatuor Busch (Conservatoire). 8.—31. Dez.: Athenee: Grande exposition collectivft'id* Noel. Kl. Scheidegg: 6. —13. Dez.: Schweiz. Skischulleiterkurs. Lausanna: 7. Dez.: Concert symphonique sous la direction de M. E. Ansermet. Saas-Fee: 6. Dez.: Slalomrennen. Zürich: Bis 31. Dez.: Ausstellung Schweiz. Meisterzeiehnungen aus 8 Jahrhunderten a. d. Sammlung Prof. Dr. Paul Ganz, Basel (Sammlung der Eidg. Teehn. Hochschule) 6. Dez.: Umzug der Wollishofer Klause. 7./8.Dez.: Abonnementskonzerte mit bekannten Solisten. 9. Dez.: Vortrag von Dr. Fr. Ernst, Zürich: «Joh. von Müller, Historie und Politik» (Rathaus). 11. Dez.: Meisterabend Alex. Brailowskr, Klavier (Tonhalle). 6. Dez.: Eishockeymatch Davos-Zürcher Schlittschuh-Club. In den Pausen Vorführungen dex- EisUuferin Melitta Brunnex (Doldex Eisbahn). I

JJ° 98 — Automobil-BeTtie 11 Wie sie heiraten Romantische Hochzeit. Früher war es, wie man in älteren Romanen lesen kann, sehr leicht, auf einem Schiffe zu heiraten. Das glückliche Paar trat vor den nicht wenig überraschten Kapitän, dieser tat einen heimlichen Schluck aus der Whiskyflasche, wischte sich eine Zähre aus dem grauen Bart, holte eine abgegriffene Bibel hervor und traute die beiden. Die Romantik derartiger Eheschliessungen wurde sogar dermassen beliebt, dass Freunde solcher stimmungsbetonter Ereignisse eigens eine Seereise antraten, um die Hochzeit auf dem Wasser zu feiern. Heutzutage scheint sich die Bequemlichkeit auf diesem Gebiete doch bedeutend verringert zu haben. Gerade in diesen Tagen ist es geschehen, dass in Cherbourg ein Ehepaar eintraf, das der Gedanke an die Freundlichkeit vergangener Zeiten schmerzlich berührt haben musste. Die vierundzwanzigj ährige Miss Irma Herrington und der zweiunddreissigjährige Mr. Jeremy Rawson hatten einander auf einem Ozeandampfer auf der Fahrt zwischen New- York und Cherbourg kennen gelernt. Mister Rawson fuhr als Vertreter eines grossen Erdölkonzerns nach Persien und wusste der hübschen Miss Herrington so interessante Dinge über seinen Beruf und seine Erlebnisse, in fernen Ländern zu erzählen, dass sie immer mehr Zuneigung zu dem Globetrotter empfand. So kam es, dass man die beiden bald nur mehr zusammen sehen konnte. Die Bridgedamen waren aber sehr erstaunt, als sie erfuhren, dass sich das Paar mit ernsthaften Heiratsabsichten trug, ja, dass es sogar schon vor dem Kapitän erschienen war und ihn um den Segen der Legitimität gebeten hatte. Dieses Gerücht beruhte auf Wahrheit. Aber das Paar hatte eine sehr enttäuschende Antwort bekommen. Der Kapitän behauptete, dass er gar nicht das Recht habe, ein Paar rechtsgültig zu trauen, gab aber schliesslich dem Drängen der beiden nach und erkundigte sich nun auf funkentelegraphischem Wege nach der juristischen Sachlage. Diese Radiogespräche kosteten aber nicht nur ziemlich viel Geld, sondern auch Zeit, da sich die Autoritäten in den verschiedenen Ländern 'über die angeschnittene Frage nicht einig waren. Endlich glaubte der Kapitän es vor seinem Gewissen verantworten zu können, wenn zwar nicht er, aber ein zufällig an Bord anwesender Pastor das Paar trauen dürfe. Irma und Jeremy war es vor allem darum zu tun, möglichst bald zu heiraten, da sie in England bleiben, er aber unbedingt sofort nach Asien Weiterreisen musste. Aber auch der Pastor fand Schwierigkeiten vor — er hatte keine Trauzeugen. Schliesslich stellten sich seine eigene Tochter und der Kapitän zur Verfügung, um die Hochzeit unter Dach und Fach zu bringen. Die Feierlichkeit ging im Grillroom, und zwar ziemlich hastig vor sich, da die Landung unmittelbar bevorstand. Um 8 Uhr fand die Trauung statt und um 8.45 Uhr legte das Schiff in Cherbourg an. Irma und Jeremy küssten einander noch schnell ein paarmal auf der Gangway, Winken, ein Auto fuhr fort — und das Ehepaar wird sein Wiedersehen erst nach drei Jahren leiern. Auf der Hochzeitsreise — die Frau verloren. Wie die Erfindung eines Schwankautors mutet die Art an, in der nach dem Bericht englischer Blätter ein junges Paar seine Hochzeitsreise antrat. Die Neuvermählten kamen in Taunton mit sehr viel Gepäck, eleganten Koffern und Hutschachteln in einem Auto zur Bahn, um den Zug nach London zu erreichen. Die Zeit drängte, es fehlten nur noch einige Minuten zur Abfahrt. Der junge Ehemann besorgt hastig die Fahrkarten. Auf dem Bahnsteig erweist sich der Träger, dem das Gepäck anvertraut ist, als unauffindbar. Rasch verstaut der Herr seine junge Frau in einem Coup£ und macht sich auf die Suche nach dem Träger. Endlich entdeckt er ihn und schleppt ihn triumphierend zu dem Coupe, in dem er seine Frau vermutet. Aber das Coup€ ist leer. Durch das lange Ausbleiben ihres Mannes beunruhigt, hat sich die Dame auf die Suche nach ihm begeben. In diesem Augenblick setzt sich der Zug in Bewegung. Noch glaubt der junge Ehemann nicht, dass seine Frau ausgestiegen sei. Er hofft, sie in einem andern Coupe zu wie sie scheiden Ein Blütenstrauss von Tatsachenberichten (erste Folge) finden und eilt von Waggon zu Waggon. Immer ratloser, immer verzweifelter wird er. « Wir sind auf der Hochzeitsreise, » erzählt er jedem, « ich habe meine Frau verloren. » Als er die Gewissheit hat, dass sie sich nicht im Zug befinde, verliert er völlig die Fassung und zieht plötzlich die Notbremse, Der Zug hält, der bedauernswerte Hochzeitsreisende gibt einem Beamten, der ihn zur Rede stellt, eine verworrene Erklärung. Er steigt aus, man reicht ihm sein Gepäck hinaus, er belädt sich mit den Koffern und Hutschachteln. Keuchend schleppt er seine Last die Schienen entlang zur Station zurück, wo er — notgedrungen wiederhalt Rast haltend — nach fast einer Stunde erschöpft ankommt. Seine Frau, die offenbar nicht mehr auf ein Wiedersehen zu hoffen gewagt hat, empfängt ihn mit einem Tränenstrom. Nun aber gibt es ein happy end, das junge Paar feiert im Bahnhofrestaurant bei einer Flasche Wein seine Wiedervereinigung nach so schrecklichen Abenteuern und fährt mit dem nächsten Zug nach London, um ein paar Tage später die mit Hindernissen begonnene Hochzeitsreise fortzusetzen. Weil sie ihm Modell stand..* Auf seltsame Art ist nach dem Bericht amerikanischer Zeitungen eine Ehe zerrüttet worden, die vor kaum drei Jahren aus Liebe geschlossen .worden ist. Ein New-Yorker Bildhauer namens Herbert Hawkley, der mit seiner jungen Frau nach San-Franzisko übersiedelte, abeitet seit mehreren Jahren an einer Statue, die er « Frühling » nennt. Unzählige Entwürfe hat der von bohrender Selbstkritik erfüllte Künstler immer wieder vernichtet. Kein Modell genügte ihm, bis er sich endlich entschloss, seine schöne junge Frau um den Liebesbeweis zu bitten, ihm als Modell zu dienen. Nach einigem Widerstreben willigte sie ein, stellte jedoch die selbstverständliche Bedingung, dass er der Statue einen andern Kopf geben müsse. Nun bestand die Ehe eigentlich nur noch darin, dass Frau Meggie ihrem Mann Modell stand. Unzählige Posen wurden ausgeprobt, bis zur Erschöpfung arbeitete Hawkley vom Morgen bis zum Abend in seinem Atelier und bis zur Erschöpfung musste ihm Meggie tagaus, tagein als Modell dienen. « Es ist sonderbar, wie zuweilen das Leben «jinen Roman oder ein Drama kopiert,» heisst es in dem Bericht eines amerikanischen Blattes, «in der Ehe des Bildhauers Hawkleys entwickelte sich allmählich ein ähnlicher Konfliktstoff, wie ihn Emile Zola in seinem Roman «Das Werk» mit hinreissender Gewalt gestaltet hat. Frau Meggie erkannte im Laufe der Zeit, dass sie ihren Mann nur noch als Modell interessiere und dass ihm die Statue wichtiger wurde als seine Ehe. Als sie in einem Anfall wütender Eifersucht die Statue mit einem Hammer verstümmelte, brachte er die Scheidungsklage gegen sie ein. Frau Meggie dagegen machte Lieblosigkeit ihres Gatten geltend. Die Ehe wurde schliesslich in beiderseitigem Einverständnis geschieden. » Scheidungsgrund: Lesewut. «Eine richtige Liebesheiratl» sagten vor vier Jahren die Leute, als sich Herr Philippe Lantin mit dem hübschen, blonden Fräulein Marthe Avillon vermählte. Herr Lantin ist Inhaber einer Musikalienhandlung, ein eleganter Mensch mit künstlerischen Neigungen, sportlichen Interessen und ungemein gesellig. Auch die junge Frau interessiert sich für Kunst — für Literatur sogar ein bisschen zu sehr. Die Leidensgeschichte, die der in seine Gattin noch immer verliebte Ehemann vor Gericht erzählte, war nicht frei von Komik. «Da meine Frau bis spät in die Nacht zu lesen pflegt, » berichtete er, «ist sie eine Spätaufsteherin. Wenn ich ihr einen Gutenmorgenkuss gab, brummte sie nur etwas Unverständliches. Wie hatte ich mich während unserer Verlobungszeit auf das gemeinsame Frühstück mit meiner reizenden Frau gefreut! Aber nein, sie muss sich noch von ihrer Nachtlektüre ausschlafen. Kam ich mittags aus dem Geschäft, so ging es bei uns sehr gebildet zu. Meine Frau begann sofort mit mir literarische Gespräche: « Wie findest du den neuesten Bernard Shaw?» Oder: « Was, du kennst nicht die vollständige Anatole-France-Ausgabe? Aber das ist ja schrecklich I » Ich muss meiner Frau das Zeugnis ausstellen, dass sie keineswegs nur auf Neuheiten versessen ist oder seichte Unterhal- tungslektüre bevorzugt. Im Gegenteil, sie hat einen hochentwickelten literarischen Geschmack. Aber ich kann mit ihr über nichts anderes als über Bücher reden. Zu ihrem Privatvergnügen hat sie begonnen, Heinrich Mann ins Französische zu übersetzen. Aber für unser kleines Töchterchen, das jetzt vierzehn Monate alt und sehr herzig ist, hat sie keine Zeit, sondern überlässt es ausschliesslich der Nurse. Der Haushalt wird vollständig vernachlässigt. Ich bin gewiss kein Pedant. Aber wenn ich müde und hungrig bin, fühle ich mich einer Vorlesung über Flaubert oder Zola nicht gewachsen. Jeden Monat hat meine Frau einen andern Abgott. Vor drei Monaten betete sie zu Gottfried Keller, vor zwei Monaten schwärmte sie für Tolstoi, vor einem Monat für Thackeray. Augenblicklich ist Henri Barbusse an der Reihe. Wenn immer ich sie jetzt zu Gesicht bekomme,' liest sie Barbusse. Habe ich sie dazu geheiratet? Und das Aergste ist, dass ich sie nach wie vor reizend finde.» Das Schlusskompliment half dem bedauernswerten Ehemann nichts. Frau Marthe erklärte, ihre Lektüre sei ihr wichtiger als die Ehe. Und die Scheidungsmühle bekam wieder einmal zu tun. Der gefährliche Photograph. Herr Herbert, seines Zeichens Fabrikant in Prag, ist erstens ein Pendant, zweitens auf seine junge Frau masslos eifersüchtig. Und die Eifersucht plagt ihn besonders auf seinen Geschäftsreisen. Lässt es sich doch der fleissige Geschäftsmann nicht nehmen, seine Kundschaften selbst zu besuchen. Der Gatte vergisst es aber nie, von auswärts der jungen, erst 27jährigen Gattin schriftliche Eifersuchtsszenen zu machen, und da er — wie schon erwähnt — ein Pedant ist, klopft er auf seiner Reiseschreibmaschine jedes Schreiben mit Kopie, einerlei ob es sich um einen Geschäftsbrief oder um eine private Epistel handelt. Dieser Gewissenhaftigkeit ist es zu danken, dass man in den Akten als Beilagen die ganze Entwicklung dieses heiteren Scheidungsromans findet. Beilage 1: Ein Brief vom 16. Mai 1936. Es heisst darin: *... und bitte ich Dich nochmals nachdrücklichst, Dich mit ihm nicht zu viel zu unterhalten. Nicht dass ich eifersüchtig wäre, aber es passt mir nicht, dass Du Dich mit meinen Angestellten zu viel abgibst. » Beilage 2: «..., den 2. Juni 1936. ... es schickt sich nicht, mit einem Buchhalter...» Intermezzo vom 11. Juni 1936: Herbert entdeckt in der Auslage eines Strassenphotogra- * phen, der seine Momentbilder « Eben wurden Sie geknipst» ausstellt, ein Bild; Seine Gattin, eingehängt in den Buchhalter, mit dem < es sich nicht schickt». Scheidungsklage vom 14. Juni 1936: « .. trotz meinen wiederholten mündlichen und schriftlichen Vorhaltungen, meine Frau möge sich während meiner Abwesenheit aus der Fabrik zum Personal reserviert verhalten, hat meine Frau mit meinem Buchhalter, dem 31jährigen Karl, eine Bekanntschaft angefangen, die ich ihr, wie aus den beiliegenden Briefkopien ersichtlich, wiederholt auch schriftlich verboten habe. Wie aus dem ebenfalls der Klage beigelegten Bild zu ersehen ist, hat meine Frau sich an diese Weisung nicht gehalten und mit dem Genannten eine ehebrecherische Beziehung aufgenommen, denn nur ein derartiges Verhältnis erklärt die beigeschlossene Photographie, auf der meine Frau Erika mit dem genannten Karl im innigen Schlussarm zu sehen sind. Ich beantrage daher, die Ehescheidung aus alleinigem Verschulden der Gattin auszusprechen.» Arbeitsgerichtsklage vom 18. Juni 1936: €... da zu einer fristlosen Entlassung kein Grund vorlag, bitte ich meinen bisherigen Dienstgeber, Herrn Fabrikanten Herbert, zur Bezahlung der gesetzlichen... im Gesamtbetrage von ... zu verurteilen.» Unterschrift: « Karl,» * Epilog: Der betreffende Strassenphotograph hat sei der erregten Szene, die ihm der Gatte bei Entdeckung des Bildes seiner Frau gemacht hat, keine Bilder mehr ausgehängt und legt seine Photos nur mehr gegen Vorweisung der Coupons, die er beim Photographieren verteilt, vor. Frau Erika hat bereits eine Schadenersatzklage gegen den Photographen in Vorbereitung, falls die Ehe tatsächlich aus ihrem Verschulden geschieden werden sollte. Der Prozess aber muss warten, ob der klagende Buchhalter in dem Scheidungsprozess tatsächlich als Ehebrecher befunden werden wird und damit seinem Chef einen berechtigten Grund zur fristlosen Entlassung geboten hat, wie es in der Beantwortung der Arbeitsgerichtsklage heisst. Eine Amerikanerin verkauft ihren Mann. Auf originelle Art suchte eine resolute Amerikanerin aus der Tatsache, dass ihr Mann einer anderen Frau allzu lebhaftes Interesse entgegenbrachte, Kapital zu schlagen. Mrs. Bercumes, Gattin eines Autounternehmers, bemerkte mit Missvergnügen, dass ihr Gatte sei- ner Angestellten, eine geschiedene Frau namens Mrs. Jones, mit Aufmerksamkeiten überhäufte. Er schenkte ihr Blumen und Bonbons, besuchte mit ihr Kinos und Theater und — vor allem — er unternahm mit ihr weite Autoausflüge. Mrs. Bercumes war seelisch nicht allzusehr erschüttert. Wenn man schon elf Jahre lang verheiratet ist — so entschuldigte sie'ihren Mann vor sich selbst —, so hat man eben ein gewisses Abwechslungsbedürfnis. Und hatte sie sie nicht selbst auch gelegentlich? Sie war daher geneigt, ihrem Manne mildernde Umstände zuzubilligen. Ehrlich entrüstet war sie nur über das viele Geld, das Mr. Bercumes für seine Freundin ausgab. Natürlich, an seiner Frau sparte er, aber für eine Mrs. Jones war ihm nichts zu teuer. Und Mrs. Bercumes, eine sehr geschäftstüchtige Frau, beschloss, aus der Zerrüttung ihrer Ehe doch immerhin einigen Vorteil zu ziehen. Sie schrieb an Mrs. Jones einen sehr artigen und verbindlichen Brief. «Ich kann sehr gut begreifen, verehrte Mrs. Jones, dass Sie und mein Mann aneinander Gefallen finden. Und ich will Ihrem Glück nicht im Wege stehen und Ihnen gern das Feld räumen. Anderseits müssen Sie einsehen, dass ich auf meine Zu» kunft bedacht sein muss. Ich mache Ihnen daher einen Vorschlag, den Sie gewiss nicht als unbillig betrachten werden. Ich trete Ihnen meinen Mann für 4000 Dollar ab. Er ist ein gesunder, kräftiger Mensch, ein rühriger Geschäftsmann und ein liebenswürdiger Gesellschafter, wie sie ja selbst wissen. Bitte um baldige Antwort und ob Sie mit meinem Vorschlag einverstanden sind. » Doch Mrs. Jones war nicht einverstanden. Sich von Mr. Bercumes Bonbons und Theaterkarten schenken lassen und mit ihm Autoausflüge unternehmen — einverstanden. Aber ihn um 4000 Dollar für Lebenszeiten kaufen — nein, das wäre ein zu kostspieliger Spass. Und sie lehnte das ehrenvolle Angebot dankend ab. Mr. Bercumes aber brachte gegen seine Fraa die Ehescheidungsklage ein, weil es nicht zulässig sei, den eigenen Mann zum Verkauf anzubieten. Dieses Scheidungsbegehren ist je» doch, wie englische Zeitungen berichten, mit der Begründung abgewiesen worden, dass Mr. Bercumes an dem Verhalten seiner Frau, das an und für sich keineswegs zu billigen sei, selbst die Schuld trage. (Fortsetzung folgt.) Eine Alltags-Geschichte Der Verkäufer: — Versuchen Sie •ine „Hermes". Ihr Personal wird mehr leisten und sauberer arbeiten. (Drama in 3 Aufzügen) Der BürochefS — Fräulein Müller, das geht nicht! Solche Briefe kann ich nicht unterzeichnen. Die Stenotypistini — Ich kann wirklich nichts dafüz, Herz Meier! Wenn ich nur eine andere Maschin« hätte! Der Bürochef: _— Das muss ick zugeben, Fräulein MüUer.Ihre Briefe sind nun ganz einwandfrei. Wie Sie ganz recht sagten, es lag wirklich nur an der Schreibmaschine. Solche kleine Dramen passieren tagtäglich Ist der Anschlag Ihrer Schreibmaschine angenehm, so wird die Stenotypistin gute Arbeit leisten. Wenn Sie eine Hermes-Schreibmaschine anschaffen, schreiben Sie selbst einen Brief darauf und dann noch einen letzten auf der alten Maschine. Sie werden es sicher bereuen so lange gewartet zu haben, eine Hermes Schreibmaschine zu kaufen. T HERMES Generalvertreter: L. M. Campiche, St-Pierre2, Lausanne