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E_1936_Zeitung_Nr.098

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12 Sff/emes Selzg&ctc Davon wissen wir ja alle noch, and wäre es Mit reizvollen Gebilden aus Fell ist auch nur vom Hörensagen, dass einmal die seidige die Abendmode bedacht. Es braucht nicht unweigerlich Hermelin zu sein, womit ein weisses Weichheit der Felle ein innerlich beschauliches Dasein führten, dass ihrer wenige nur für fliegendes Jäckchen prunkt. Schön geschorene würdig befunden wurden, als schmale Pelzkante ein Capechen, einen Halskragen zu bor- auch ihren Dienst und beleidigen den Blick des Kaninchenfelle in gewählter Verarbeitung tun dieren oder liebevoll und bescheiden einen Aestheten nicht. Eine ebenfalls aus weissem warmen, dicken Wintermantel zu umfahren. kurzgeschorenen Fell genähte Frackjacke zu Jetzt aber stellen die Felle ihr Licht nicht unter den Scheffel, und seien sie noch so beschei- einem schwarzen Velourskleid ist der Clou den und von so häuslicher Abkunft wie die Ziegen, Lämmer, Katzen und Pferdchen. Ein schönes Stücklein Skunksfell, kürzlich im hintersten verborgendsten Winkel eines Schubfaches gefunden, hat mir mindestens ebensolches Vergnügen bereitet, wie das gleichzeitig dort im winzigen Kuvert meines Taufr andenkens entdeckte Goldstück. Beide mögen ungefähr gleichviele Dezennien friedlich geschlummert haben, und die Jahre konnten weder ihren Wert noch ihre Schönheit mindern. Es schien mir geradezu, als wäre das eine für das andere bestimmt. Nämlich das Gold für den Kürschner, der mir mit kundigen Händen zwei prächtige Pelzrevers aus dem Fell hergerichtet hat, womit der vorletzt jährige Wintermantel eine Wiedergeburt zu einer geradezu sündhaften Eleganz erleben wird. Wie gerne werde ich mich von dem Verjüngten, Verwandelten und Verschönten durch die kommenden kalten Monate begleiten lassen. Das nenne ich Pelzglück! Es ist noch hin und wieder zu erleben. Nicht erst, wenn man gerufen wird, um Grossmutters Schubkästen--zu plündern. Vielleicht hat man ein Müffchen, einen Kragen, eine grosse Pelzblende, sie sind stellenweise etwas hergenommen, aber immer noch gibt es heile, schöne Stücke, die gerade dazu reichen, ein oder zwei Pelztäschchen zu fabrizieren oder einen grossen Knöpf zu überziehen. Jedes Restchen zusammengenommen, könnte vielleicht noch zu einer hübsch sich verschlingenden Krawatte langen, die bald zum Tailleur, bald zu einem Sportmantel getragen, wirklich nach etwas aussehen würde. Auch ein kleiner umgelegter Fellkragen verhilft manchem altern Stück zum Jugendglanz. In der Pelzmode feiern wir heuer init ganz unerwarteten Tieren Wiedersehen. Die Felle sind oftmals so prachtvoll präpariert, dass kein Laienauge weiss, worum es geht, wenn es sich nicht zufällig gerade um das Zebra handelt, dessen schwarz-weiss behaarte Haut zu einer losen weitfallenden Jacke zusammengenäht, auf den Boulevards von Paris sich ergeht. Nicht minder elegant erscheint mir eine lange Pelzredingote aus abessinischem Füllen. Das weisse Fell dieses Pferdchens ist um und um mit schwarzen Flocken besetzt. Weiss und schwarz gesprenkeltes Indischlamm lässt an Auffälligkeit auch nichts zu wünschen übrig. Dagegen nehmen sich naturbraune Felle der wilden brasilianischen Ponys oder eine hübsch rotbraun getönte Kuhhaut durchaus bescheiden aus. Und doch, auch sie ergeben höchst adrette, kleine Paletots, die zu einem sportlichen Jupe getragen, jung und liebenswürdig sich ausnehmen. Es bleiben noch die Ziegen zu erwähnen. Zwar handelt es sich weniger um jene, die in unsern Bergställen zu Hause sind, sondern meist um mexikanische Tiere. Die Kürschner verstehen prächtig mit diesem nicht gerade schmiegsamen Fell umzugehen. Besonders verlockend erschien mir kürzlich eine mit schmalem Ledergürtel getragene Dreivierteljacke. Prachtvoll war sie verarbeitet, unten mit ganz dunklen rauchgrauen Fellen beginnend, nach oben hin immer lichter werdend. Das alles will zwar nicht heissen, dass es den meisten Frauen nicht willkommener wäre, in einem Astrachanmantel (bewahre, Astrachan ist nicht mehr den älteren Damen reserviert), in Persianer, Breitschwanz oder in einen Nutria-Dreiviertelmantel gehüllt, der winterlichen Bärenkälte Trotz zu bieten. Alle diese Stücke bedeuten jedoch eine ziemliche Kapitalanlage, besonders im Hinblick auf die unaufhaltsam emporklimmenden Preise der Edelfelle. Wer seinen Bedarf noch vor Abwertung und Kälte bestreiten konnte, darf sich ins Fäustchen lachen. Auch mit diesen kostbaren Fellen geben'die Kürschner neuerdings recht willkürlich um. Der klassische — und gestehen wir es nur frei heraus — ziemlich langweilige Pelzmantel gehört so ziemlich der Vergangenheit an. Die Pelzmäntel dieser Saison sind ganz von der aktuellen Linie inspiriert. Schlanke Taillen, breite Schultern, weite Aermel. Nein, sorgen Sie sich nur nicht um ihre Zukunft, Die Kürschner wissen schon, wie sie nächstes Jahr alles Unmodische wieder in Modisches verwandeln können. Bei der sanften Beschaffenheit solcher Felle lässt sich in all dies Zeug etwas mehr Phantasie und Chic hineinbringen. Die enganliegenden Pelzredingoten mit dem nach hinten wegstrebenden Schoss sind ein typisches Beispiel für die Kürschnerkunst. solcher Eleganz. Aber wo anders wird man sie zu sehen bekommen als auf dem Filmstreifen. Sehr viel arbeiten die Schneiderinnen mit Pelzblenden. Sei es, dass Streifen von Pantherfell einen Mantelschluss betonen, sei es, dass schmale Persianerstreifen die neue Weite im Rücken des Tuchmantels Fuchsfellen entstehen mancherlei üppige, schmeichelnde Garnituren, wiederum in Banden, die senkrecht den Mantel teilen. Müffchen und Muff warten immer im Hinterhalt, bis die Mode ihnen wieder eine hübsche Referenz macht. Wer solch ein Oefelcheh für die Hände besitzt, wird sich seiner jetzt richtig freuen. Doch gibt es neuerdings prachtvolle Pelzhandschuhe, in denen die Finger nicht mehr blau frieren. Es sind keine Fingerhandschuhe, sondern Fäustlinge, die zum Strassentenue recht drollig ausschauen. H. Betrachtung in Violett In nahezu allen christlichen Kirchen des Okzidents, die die äussere Aufmachung beibehalten haben, ist Violett als Ausdruck der Reue und Busse gedacht. In der Karwoche zum Beispiel finden wir die Kruzifixe und Bilder mit violetten Tüchern verhüllt zum Zeichen der Trauer. Am Veilchen ist die violette Farbe Ausdruck der Bescheidenheit und das zarte, feine Lila der Herbstzeitlose stimmt uns wehmütig, weil es das Ende des Sommers bedeutet. Eine frohe Farbe ist es nicht sondern an ihr haftet etwas Mystisches. Und dennoch wird sie von Zeit zu Zeit von der Mode immer wieder lanciert. Dann wird sie sozusagen auf Befehl der Mode getragen, sonst greifen die Frauen selten nach ihr. Dies nicht zu Unrecht, ist sie doch eine Farbe, die noch lange nicht allen zu Gesicht steht. Wer rotbackig ist, sollte nicht zu Mauve greifen, wenigstens nicht zu einem rötlichen, mauve Töne vertragen sich am besten mit einem blassen, gelblichen Teint, wie wir ihn an den Südländerinnen bewundern, oder dann zu einem ganz welssen Teint, wie ihn die Rotblonden besitzen. Ueberhaupt, zu roten oder zu weissen Haaren und zu dem etwas ausser Kurs geratenen Platinblond nimmt sich das zarte Mauve wunderbar aus. Das satte Violett wiederum steht den Schwarzhaarigen gut. Natürlich spielt das Material eine grosse Rolle. In weicher Wolle, mattem Samt und stumpfer Seide schmeicheln die violetten Tönungen viel mehr als In glänzender Seide, wo sie leicht hart und alt wirken. Die heutigen reliefartigen Gewebe, der weiche Angoraflaum, der sie vielfach überzieht, verleihen der violetten Farbe eine grössere Verwendungsmöglichkeit als früher, weil sie Schattierungen und Nuancen hervorbringt, die man bei den glatten Geweben gar nicht kannte. Wir dürfen uns also ruhig in das modische Büssergewand werfen, vorausgesetzt^ dass es uns steht — und wenn es zur Einsicht und zu guten Vorsätzen verpflichtet, um so besser für uns. Sissy. 9a§ Ende der ännerglatze Alte Beobachtungen unter neuen Gesichtspunkten. — Ein kostenloses Mittel: Massage kann helfen. — Verblüffende Erfolge. FÜR KOSMETIK UND KÖRPERPFLEGE Wenn im allgemeinen behauptet wird, der Mann sei nicht eitel, so hat das nur seine bedingte Richtigkeit. Der beste Gegenbeweis ist nämlich die Existenz unzähliger Haarwasserfabrikanten. Denn für die meisten Männer dem Körper entfernt. Zum Waschen des Gesichts kommt auf einmal der Moment, wo sie mitverwenden Sie am besten keine Seife; eventuell Schrecken bemerken müssen, dass ihr Haar lassen Sie auch das Wasser weg, wenn Ihre Haut sich bedenklich zu lichten beginnt. Dann wird zu Unreinigkeiten neigt. Vorzüglich bewährt hat begonnen mit irgend einem der angepriesenen sich zur Reinigung Alkohol mit Aether, zu gleichen Teilen gemischt, das Sie in jeder Apotheke erhqlten. Ein Wattebausch wird mit dieser Flüssigkeit Haarwuchsmittel, aber meist ohne Erfolg. Es gelingt selten, den Haarschwund aufzuhalten, getrankt und das Gesicht, am besten am Abend, noch seltener, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Erst in neuester Zeit scheint es wirk- auf die Fingerspitzen ein wenig von einem der Im gründlich damit abgerieben. Hierauf giessen Sie Handel erhältlichen, vorzüglichen Gesichtsöle und lich wirksame Mittel zu geben, die auf der fangen an, das Gesicht leicht abzuklopfen, indem Basis von Hormonen aufgebaut sind. Allerdings sind sie heute noch dem Wenigerbemittelten unerschwinglich und ausserdem noch nicht vollständig erforscht. Was Wunder, dass sich die Wissenschaft auch heute noch intensivst damit beschäftigt. Nun scheint es gelungen zu sein, durch genaues Studium der Ursachen eine Heilmethode zu finden, die jedermann zugänglich ist und die durch ihre Einfachheit verblüfft. Sie gründet sich auf Untersuchungen des Hamburger Forschers Dr. J. Wade!. Da sich nämlich der Schädel des Mannes, so merkwürdig dies auch dem Laien erscheint, bis gegen das 50. Lebensjahr im Wachstum befindet, während die darüberliegende sogenannte Kopfschwarte, bestehend aus der behaarten Kopfhaut und der darunterliegenden Sehnenhaube, im Wachstum viel früher stehen bleibt, ent- .steht eine Spannung, welche die Haut an den , Knochen presst. Dadurch werden auch die profilieren. Aus Blutgefässe zusammengepresst, die Ernährung ,, r der Haare bleibt aus — die Haare beginnen auszufallen. Darum haben auch viele Glatzenträger am Rande noch Haare, weil die Ernährung der Haare dort am längsten ermöglicht wird. Nachdem nun die Ursachen erkannt sind, ist es leichter, eine Therapie zu finden. Der hier vorgeschlagene Weg besteht darin, dass man versucht, durch systematische Massage die Koofhaut zu dehnen. Dies geschieht so, indem man die Haut in der Stirn-, Schläfen- und Hinterhauptgegend durch kräftige Massagegriffe aufwärts, gegen den Scheitel steigst, Dies bewirkt mit der Zeit eine Däuerdehnung der Haut und somit eine Auflockerung an der Kopfschwarte. Dadurch wird die Ernährung wieder ermöglicht und eine Neubildung der Haare kann erfolgen, vorausgesetzt, dass nicht bereits der grösste Teil der Haarwurzeln in der « Glatzenzeit» untergegangen ist (was glücklicherweise erst nach Jahrzehnten der Fall ist). Natürlich kann nun nicht erwartet werden, nach einmaliger Massage gleich die Haare spriessen sehen zu können. Solch eine Massage (die übrigens mit Vorteil auch vorbeugend angewendet wird) muss über Monate und Jahre hinaus durchgeführt werden. Am zweckmässigsten wird sie zweimal täglich, morgens und abends, durchgeführt, wobei jedesmal etwa 150 bis 200 Massagestösse ausgeführt werden. Der Ausführende erhält durch regelmässige Ausführung bald eine solche Geschicklichkeit, dass er pro Minute gegen 100 Stösse ausführen kann. Gewarnt muss werden, die Massagestösse entgegengesetzt, das heisst nach abwärts, zu führen; dies würde dem Haarwuchs noch schädlicher sein als nichts tun. Nach den vorstehenden Ausführungen erscheint nun das «Einreiben» von Haarwässern in einem neuen Gesichtspunkt. Glaubte man : früher, dadurch nur ein besseres Eindringen der Nährsubstanzen zu den Haarwurzeln zu erreichen, so wissen wir heute, dass damit viel mehr erreicht werden kann, vorausgesetzt, dass die Massagebewegungen zweckmässig ausgeführt werden. Bis jetzt sind schon recht gute Erfolge mit der neuen Therapie der .Glatze erreicht worden. So war zu lesen, « dass ein 59jähriger Herr, der seit 30 Jahren eine voll ausgebildete Glatze mit kaum noch wahrnehmbarem Wollhärchen-Flaum hatte, durch eine zwei Jahre fortgesetzte Behandlung einen beachtlichen Haarwuchs zurückerlangte, der sogar wieder die Möglichkeit des Scheitelziehens bietet ». Dies ein Beispiel aus vielen. Nun auf zur Massage! Recht guten Erfolg! Troll Ultra. Automobil-Kerne — N° 98 IRECIHISÄÄL Anfrage Frl. H. M., Z. Zur Verhütung von Gesichtsfalten ist die tägliche Massage sehr von Nutzen. Es kommt nicht so sehr darauf an, ob sie am Abend oder am Morgen durchgeführt wird. Hauptsache ist, dass sie überhaupt gemacht wird. Bei einem mageren Gesicht sollte vor allem für eine leichte Fettvermehrung gesorgt werden, was mit einer entsprechenden Kost erreicht werden kann. Zu empfehlen ist viel Obst und Gemüse, aber auch Rahm, Hülsenfrüchte, Milch, Butter und stärkemehlhaltige Speisen, die vom Körper in Fett umgewandelt werden. Durch die Frücntenahrung wird ein regelmässiger Stoffwechsel und damit die Orgqnfunktion, sowie die Tätigkeit aller Drüsen lebhaft angeregt und die Giftstoffe aus Sie beim Kinn beginnen und den Nasenfalten entlang bis zu den Schläfen fortfahren. Auf diese Weise führen Sie das der Haut entzogene Fett wieder zu und bekämpfen zugleich die Runzelnbildung. Um die Augen herum darf nur ganz leicht getupft werden, die schwache Vibration genügt als Massage vollständig. Die Knetmassage eignet sich weniger für ein mageres Gesicht, dagegen ist das Trommeln ein© für Sie anwendbare Massagemethode. Dies geschieht in der Weise, dass Sie mit den weichen Kuppen der Fingerspitzen (stets etwas Creme oder Oel verwenden) das Gesicht abtrommeln, wobei Sie wieder vom Kinn an aufwärtsfahren. Das Trommeln bewirkt eine gesteigerte Blutzufuhr in die Haut, wodurch diese besser ernährt wird und Ihr Wieder das straffe Aussehen verleiht. In ganz hartnäckigen Fällen von Gesichtsfalten, hauptsächlich bei Tränenbeutel und Krähenfüsschen, wie auch bei Doppelkinn, die durch die tägliche Gesichtspflege einfach nicht wegzubringen sind, hilft ganz bestimmt der ärztliche Kosmetiker, der diese Schönheitsfehler auf operativem Weg absolut schmerz- und narbenlos entfernt. BI. Anfragen sind zu richten an das Auto-Magazin, kosm. Sprechsaal, Löwenstrasse 51, Zürich. Sa jelwas, xpAi zs auch! Entlobungsringe. Die neueste Mode von Paris sind Entlobungsringe. Im Gegensatz zu Verlobungsringen werden sie von Damen, die eben ihre Verlobung rückgängig gemacht oder sich gerade haben scheiden lassen, getragen. Die Ringe sind aus dünnem Pjatin und werden am kleinen Finger der rechten Hand getragen. Wie lange diese Mode anhalten wird? Nun, das hängt ganz davon ab, ob die betreffenden Pariserinnen bald wieder einen Mann bekommen werden ... Trübe Erfahrungen. Der amerikanische Millionär David L. Linder hat in seinem Testament 500.000 Dollar für eine Stiftung bestimmt, aus deren Zinsen die Kosten für Scheidungsklagen armer Leute gedeckt werden sollen. Der Grund für dieses eigenartige Testament ist der, dass Linder sich in jungen Jahren von seiner Frau hatte scheiden lassen wollen, indes nicht das Geld für die Gerichtskosten besass. cpr. Die Tabakspfeife wird ballfähig. Bei den ersten Bällen der diesjährigen londoner eseason» konnte beobachtet werden, dass junge Leute, die der ersten Gesellschaft angehörten, ungeniert eine Tabakspfeife aus der Tasche zogen und im Ballsaal rauchten. Wider Erwarten wurde dies nicht für «shocking> befunden, sondern nachgeahmt, teilweise sogar von Herren der älteren Generation. Wenn nicht alle Anzeichen trögen, und wenn sich der konservative Geist nicht noch im letzten Augenblick durchsetzt, ist die Tabakspfeife in England ballfähig geworden. Erhältlich in allen Apotheken 10 er Packung Fr. 4.50 - 4er Packung Fr. 2.— . Qratie-Proapekt diskret durch EROVAQA.Q., . Zürich 25. Bachtobelatraaaa 59. Lesen Sie die aufklarende BrosohOre von Dr. R. Engler. Zu beziehen gegen Elnaendung von Fr.1.20 In Briefmarken oder auf Postscheck VIII' 1818. EROVAQ A. Q.

N° 98 — 'Automobil-Revue Der Winter 1936/37 wird ein fürchterlich kalter sein, heisst es beinahe überall, aber sozusagen niemand weiss zu erklären, warum dem so sein solle oder auch nur, wieso man so etwas zum voraus wissen könne. Man hört es und sagt es weiter, und wenn es dann eintrifft, bestätigt jeder: «Ich habe es ja gesagt» Trifft es nicht ein, so lächelt ebenso jeder verständnisinnig und behauptet:' «Das habe ich mir selbstverständlich schon gedacht.» Aber irgendwoher müssen die Gerüchte stammen, ob sie nun zutreffen oder nicht. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Was den angeblich unheimlich kalten kommenden Winter anbetrifft, stammen sie aus Frankreich. Es haben sich beinahe alle französischen Zeitungen damit befasst und in letzter Zeit zum mindesten auch englische, amerikanische und schweizerische. Die eigentlichen Quellen der Gerüchte oder der Diskussion um die Kälte des Winters 1936/37 sind Abbe Gabriel, der häufig, aber hie und da ironisch, zitierte meteorologische Berichterstatter des « Intransigeant», und ein ich seit 14 Jahren mit Wettervoraussage belassender, unter dem Pseudonym Cassiopee auftretender Amateurastronom. Diese beiden haben lange Jahre nach dem auch von andern Wetterpropheten treu befolgten Grundsatz « errare humanum est » prophezeit. Im Jahre 1934 jedoch trafen beide plötzlich ins Zentrum. Sie prophezeiten, der August des genannten Jahres werde «herbstlichen Charakter » tragen, im November werde es 14 Tage lang regnen, und der Winter 1934/35 werde ein recht milder sein. Und alles traf ein, wie mit der Wünschelrute herbeigezaubert. Auch bei Ein kalter Winter kommt! So behaupten wenigstens die Wetterpropheten. uns wird man sich daran erinnern, dass der vorletzte Winter ein wirklich milder war, Für 1935 sagten die Herren Abbe Gabriel und Cassiopee einen heissen Sommer voraus, und der Sommer 1935 gab ihnen gehorsam Recht. Ueber den Winter 1935/36 prophezeiten sie nichts. Warum? Lassen wir das vorläufig Geheimnis sein. Auch auf den Oktober und November 1936 Hessen sie sich nicht ein. Aus den gleichen vorläufig noch geheimnisvollen Gründen. Aber schon Anfang 1936 sagten sie (jeder unabhängig vom andern, denn sie arbeiten nicht etwa zusammen) voraus, der Juli 1936 werde ein ausserordentlich regenreicher Monat sein und die zweite Hälfte noch regenreicher als die erste. Ferner, der Regen -werde erst am 4. August aufhören. Weiter, vom 5. August an werde bis Mitte August sehr schönes und von da ab bis gegen Ende September normal schönes Wetter herrschen. Alles das ist mit geradezu verblüffender Pünktlichkeit genau so eingetroffen, wie die beiden Propheten es prophezeit. Das Erstaunlichste war, dass der 4. August tatsächlich der letzte Regentag war. Nicht nur in Frankreich, sondern auch in der Schweiz. Was es nachher im August noch an Regen absetzte, war nicht mehr Schlechtwetterregen, sondern Gewitteroder Schönwetterregen. Abbe Gabriel und. * Cassiopge » Hessen es aber nicht etwa beim Prophezeien bis Ende September bewenden. Sie behaupten, auch den Winter 1936/37 voraussagen zu können. Und was sie da vorauszusagen haben, klingt fröstelig genug. «In der Nacht vom alten zum neuen Jahr », prophezeien sie ungefähr, « setzt eine intensive Kälte ein. Eine Kälte, wie sie seit hundert Jahren nie mehr erlebt wurde. Die im Freien lebenden Tiere stehen in grösster Gefahr zu erfrieren. Bäume aller Art werden vor Kälte zerspringen. Auch in den besten Kellern wird der Wein gefrieren, wenn darin nicht geheizt wird. Die Flüsse werden in Eis erstarren » etc. Der kälteste Tag in Frankreich wird nach Cassiopde der 7. Jänner sein, und nach Abbe Gabriel ist die intensivste Kälte auf Anfang Februar zu erwarten. Beide sind darin einig, dass die strenge Kälte erst anfangs März nachlassen werde. Woher haben die beiden französischen Wetterpropheten das alles? Aus den Chroniken von 1564 und 1565. Und was sollen die mit dem Wetter von 1936/37 zu tun haben? Ja, das ist es eben. Von 1564 bis 1936 sind es 372 Jahre und von 1565 bis 1937 auch. Und nach den Berechnungen Mr. Cassiopees befinden sich haargenau alle 372 Jahre Sonne, Mond und Erde in der exakt gleichen relativen Position zu einander, aber auch nur alle 372 Jahre. Das soll von Berufsastronomen bestätigt worden sein. Nach Abbe Gabriel aber soll alle 372 Jahre ein vollständiger Sonnenfleckenzyklus abgeschlossen sein, so dass also im Jahre 1936 die Sonne die Erde mit in jeder Beziehung genau den gleichen Flecken bearbeiten würde, wie sie es anno 1564 getan hat. Nun sind aber die Herren Abbe Gabriel und Cassiopee fest überzeugt, der eine, dass das Wetter auf Erden von der relativen Position von Sonne, Mond und Erde zueinander oder einfacher gesagt von der Stellung des Mondes zu Sonne und Erde abhängt so, wie es viele Bauern allen Meteorologen zum Trotz auch heute noch glauben, und der andere, dass die Sonnenflecken das Wettermachen auf der Erde besorgen. In beiden Fällen handelt es sich um 372 Jahre. Das ist der Grund, weshalb beide Propheten auf die gleiche Idee gekommen sind, nämlich auf die, in den Chroniken nachzuschauen, was es an dem und dem Ort vor 372 Jahren für Wetter gewesen sei und dann auf Grund der gefundenen Notizen für den gleichen Ort das Wetter für 372 Jahre nachher, also für die Gegenwart, zu prophezeien. Natürlich lässt sich auf diese Weise mit mindestens dem gleichen Grad von Genauigkeit auch das Wetter für sehr entfernte Zukunft voraussagen, bis auf 372 Jahre hinaus. Wenn uns nun unsere beiden Wetterpropheten nichts über das Wetter im Winter 1935/36 und im Oktober und NovembeV des laufenden Jahres prophezeit haben, so ist der Grund einzig darin zu suchen, dass sie in den ihnen zur Verfügung stehenden Chroniken nichts über den Winter Wir redigieren und administrieren, photographieren und retuschieren, klischieren und stereotypieren, entwerfen und zeichnen. setzen, drucken, binden Alles unter einem' Dach HALLWAG A.G., RN Die Flocken fallen... Die Flocken fallen, Kind, der müde Tag vergeht; bald hat der Abendwind den Pfad verweht. Bald trinkt der weiche Flaum des Winters Schall und Schritt, bald ist ein femer Traum, was Liebe litt. Reich mir die Hand, mein Kind, noch pocht des Lebens Uhr; doch bald verweht der Wind auch meine Spur. Heinrich lämmlin. 1563/64 und über den Oktober und November 1564 aufgezeichnet gefunden haben. Ueber den Winter 1564/65 dagegen haben sie so reichliches Material vorgefunden, dass Cassiopee daraus ein ganzes Büchlein zusammengestellt hat. Ueber jenen Winter steht in einer zweieinhalbtausend Seiten Handschrift umfassenden eidgenössischen Chronik von 1530 bis 1613 folgendes: « Das 1565 Jahr gieng in mit einer so strengen Kälte, dass die grössten und schiffreichsten Wasser des Tütschea Landts als der Rhein, die Donau und viel andere mehr dergesialten überfroren, dass man mit geladenen Wagen darüber fuhr, und dies währt bis in Aprilen. Es erfroren nit allein die Vögel, sondern auch viel armer Lüthen Arme und Füsse. Es giengen allenthalben die fruchtbaren Bäum und die Raben zugrund und kam der Wein in ein mächtig hohes Geld, Viel Volk erfror gar. » Und einige Zeilen nachher: « Wie nun auf obgemeldte Kälte das Wetter brach mit einem warmen Wind, gab es mächtig viel'Eises, dass es an allen Orten die Brugken hinwegführte und merklichen Schaden an Güthern tat. So schlugen die Frucht allenthalben .'auf und kam alles an ein hohes Gelt. So war jedermann erschrocken. Welcher etwas hatte, wollt es nit herausgeben.» Und eine englische Chronik aus jener Zeit weiss zu berichten, dass in jenem Winter die Themse wie zu einem « Felsen » zusammengefroren war. Das passt alles ganz vortrefflich in die Prophezeiungen unserer beiden Wettervoraussager hinein, aber die Kontrolle wird es erst im nächsten April (bei negativem Resultat freilich schon im Januar) passiert haben. Inzwischen ist es vielleicht nicht ganz unangebracht, hervorzuheben, dass die Kontrolle bereits vergangener Jahre an Hand der alten Chroniken ergibt, dass es mit den 372 Jahren bisher keineswegs immer geklappt hat. Sei dem aber wie ihm wolle, man geht wohl kaum fehl, wenn man annimmt, dass sehr viele Leute dem nächsten Winter mit grossem Interesse entgegensehen. Treffen dann die Voraussagen Abbe 1 Gabriels und Mr. Cassiop6es nicht ein, so ist damit nur bewiesen, dass das Wetter nicht ausschliesslich von der Stellung des Mondes zur Erde und zu der Sonne oder von der Anzahl der Sonnenflecken abhängt, und dass man vorläufig auch weiterhin am wenigsten Enttäuschungen zu gewärtigen hat, wenn man sich an die einzige Wetterregel hält, der bisher noch nie ein Versager nachzuweisen gewesen ist, nämlich an den sinnigen Spruch: « Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert «ich das Wetter, oder es bleibt wie es ist.» hm. */4 MILLIONEN GEWINNSUMME! loiprels Fr. 10.-, Zehnerierfe mt» mindestens einem shtiero Treffer. Fr. 100.-. Postchedtodressei lotteriebüro GEFA» Grenchon Va 1821. Brief adrette: Postfach 37. Grendien. Diskrete Zustellung der lose nodr ollen Kantonen; oud> gegen Nachnahm«, für Porto 40 Rp., fgr Ziehungsliste 30 Rp eifügen. Tel. 85744. - Auszahlung dar Treffer nach allen Kantonen d. Schwell ohne |«gllchen Abzug. 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