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E_1936_Zeitung_Nr.100

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mit der Elektrifikatiorr

mit der Elektrifikatiorr ihres Betriebes einen weit grössern Personalabbau zu verzeichnen haben, wobei sie allerdings schlecht frequentierte Zwischenstationen ausschalten, um diese dem Motorfahrzeugverkehr zu überlassen. Ständerat Fricker hob besonders die heutige Seite der Elektrifikation hervor, die sich nach der Kohlenverteuerung infolge der Abwertung bezahlt mache, müsse man doch allein für nicht elektrifizierte Strecken künftig jährlich 4—5 Millionen mehr für Kohlenbezüge ausgeben. Auch bei der Erörterung der technischen Seite des SBB-Problems wurde nicht darauf hingewiesen, wie Millionenbeträge sich hätten einsparen lassen, sofern die SBB einige Jahre früher für die Auflockerung des Schienenverkehrs Vorsorge getroffen hätten. Zum Schluss betonte der Referent die Dringlichkeit der Verkehrsteiiung und der SBB-Sanierung überhaupt. Anlässlich der Beratung dieser Vorlage konnte der Neuenburger Ständerat Beguin mit Recht auf die krassen Widersprüche in den Botschaften zu den Budget des Bundes und der SBB hinweisen. Während man in jenen lesen müsse, dass namhafte Einsparungen nicht mehr möglich seien, heisse es in diesen, dass die Politik der Einsparungen energisch fortgesetzt werden müsse! Der Vorsteher des eidg. Post- und Eisenbahndepartementes unterstrich seinerseits die erzielten Einsparungen, die jedoch stets wieder durch den Verkehrsrückgang insbesondere im internationalen Verkehr illusorisch gemacht werden. Auch das vorliegende Budget habe diesem Verkehrsschwund Rechnung tragen müssen, wobei allerdings die Hoffnung ausgesprochen wird, die pessimistische Einstellung möge sich diesmal nicht bewahrheiten. Bundesrat Pilet glaubt kaum, dass Taxreduktionen ein Mittel seien, um mehr Einnahmen zu erzielen, eine Auffassung, die mit der heutigen Wirtschaftslage sich einfach nicht mehr weiter aufrecht erhalten lässt und ebenfalls durch die Praxis immer wieder Lügen gestraft wird, insbesondere auf dem Gebiete des motorisierten Strassenverkehrs, wie auch auf demjenigen der Schiene. Speziell betonte der Chef des Eisenbahndepartementes die Notwendigkeit der Verkehrsteilung. Ein erster Schritt hätte eine gleichmässigere, gerechtere und insbesondere vom Standpunkt der Landesverteidigung aus zweckmässisere Besteuerung der Automobile sein sollen. Ein das Steuerumlageverfahren behandelndes Rundschreiben an die Kantone hat aber bekanntlich ergeben, dass sich die Mehrzahl derselben einer solchen Regelung durch den Bund widersetzen, zum Teil aus Misstrauen, was wiederum bei den stetigen Angriffen der Eidgenossenschaft auf die kantonale Steuerhoheit wohl verständlich ist. Auf der andern Seite verlange der Generalstab im Interesse der Landesverteidigung, dass man den Automobilverkehr nicht künstlich hemme, und diesen Gesichtspunkten müsse auch Rechnung getragen werden. Diese Auskunft sei besonders erwähnt und hervorgehoben, glaubte doch der Verwaltungsrat der SBB in einer kürzlichen Eingabe zum Reorganisationsproblem, die Behauptungen der Automobilpresse über die vitalen Interessen der Landesverteidigung an einer sichergestellten Motorisierung mit der Gegenbehauptung unter den Tisch wischen zu können, die Generalstabsabteilung teile keineswegs die Befürchtungen der Automobilisten ! Im weitern nämlich, dass es den Insassen der Strafanstalt freigestellt werden sollte, sich als Versuchskarnickel dem Amerikaner in Ermangelung anderer Freiwilliger bei seiner Weltraumfahrt zur Verfügung zu stellen, den Tatsachen nicht entsprach. Einer der Beamten, ein gutmütiger, dicker Oberwachtmeister, der über diesen Punkt von einem Kalfaktor befragt worden war, hatte sich nur mit einem Finger vor die Stirn getippt und dem Kalfaktor — der vier Jahre abzusitzen hatte, weil er einen Geldschrank aufgeschweisst hatte — schmunzelnd gesagt: «Könnte euch so passen, nun auch, auf dem Mars zu klauen! Nee, Mensch, da wird nichts draus. Es gibt wirklich keinen Blödsinn, den ihr nicht glaubt. Aus der ganzen Geschichte wird nichts. Die Behörde kräht sonst nicht gross, wenn einer, der es dazu hat, sein schönes Geld verpulvert, aber wenn der Spleen, wie bei diesem wahnsinnigen Mr. Honiton, so weit geht, dass er eine Ladung Menschen nach dem Mars schiessen will, dann ist es an der Zeit, dass die Polizei sich ins Mittel legt. Und das wird sie tun, mein Junge! Heute oder morgen. Die MarsTakete wird niemals bullern. Als altes Eisen wird sie verkloppt werden. Is nichts, ihr Schafböcke, mit eurer Rutschpartie nach Wolkenkuckucksheim !» Der «Rundfunk» des Hauses gab diese Aeusserung noch am selben Abend durch. Man erfuhr also, dass der reiche Amerikaner Mr. Honiton hiess und nicht ein Loch in den Himmel, sondern sich und andere in den Mars schiessen wolle, und dass die Hoffnung, betonte Bundesrat Pilet, dass man vielleicht in einer ausserordentüchen Februarsession den Entwürfen zu einem Verkehrsteilungsgesetz zusammen mit einer Vorlage betreffend die Sanierung der Privatbahnen in Beratung ziehen könne. Auch der bundesrätliche Sprecher hat das SBB-Problem in einer Art und Weise behandelt, die keineswegs mit der Tragweite der SBB-Sanierung für unsere Volkswirtschaft übereinstimmt. Bezüglich der Pensionskassen wurde überhaupt nichts erwähnt, obwohl es schon lange heisst, die fehlenden Beträge mahnen zum Aufsehen, von Ziffern aber findet man nirgends eine Spur 1 . Kein Wort gegen eine Temposteigerung beim Ausbau unserer Alpenstrassen. Aber sie genügt nicht, sie verkörpert solange keinen hinreichenden Anreiz für den inländischen Automobilisten, den Kreis seiner Ferientouren wieder mehr auf die Schweiz zu konzentrieren, als die Zollbelastung des Benzins auf ihrer gegenwärtigen prohibitiven Höhe verharrt und als der unerquickliche Zustand der Bevorzugung der fremden Autotouristen andauert, einer Bevorzugung, welche durch die rund 40prozentige Abwertung unserer Währung noch potenziert wird und sich geradezu zur Groteske auswächst. Oder ist es etwas anderes, wenn die Angehörigen jener Staaten, welche unserer Abwertung nicht gefolgt sind, den «Fünfer und das WeggH» erhalten, will sagen verbilligtes Benzin (das ist der Fünfer), das nochmals verbilligt wird um die Abweftungsdifferenz (das ist das Weggli) ? Es wäre ein fataler Irrtum, das Gefühl der schweizerischen Automobilisten für eine derartige, durch nichts zu rechtfertigende. Zurücksetzung zu unterschätzen und etwa darauf zu spekulieren, die Aufwertung der fremden Valuten — das Korrelat unserer Devalvation — werde ihm ganz von selbst die Lust zu Ausländsfahrten vertreiben. Mag sein, dass die Lockung dazu unter den heutigen Verfiälfnissen nachgelassen hat, aber kein Mensch kann ihn zwingen, sich dadurch «schadlos» zu halten, dass er nunmehr und häufiger 'im eigenen Land herumfährt. Denn dies wird die Antwort Tausender und aber Tausender von Motorfahrzeugbesitzern auf die von Bund und Kantonen praktizierte Politik der Schröpfung sein und sein müssen, dass sie ihren Fahrbetrieb einschränken. Bei der jeder wirtschaftlichen Vernunft zuwiderlaufenden fiskalischen Belastung des Autos sind solche Massnahmen — das muss hier wieder einmal mit aller Deutlichkeit wiederholt werden — nachgerade an der Tagesordnung. Und hätte es eines Beweises dafür noch bedurft, 1 so erbringt ihn eklatant der Rückgang der Benzinimporte. .• Sparen ist das Losungswort, y u '\ Sparen unter dem würgenden Druck der bfe zur Unerträglichkeit gesteigerten ZölIe.Steüern und Abgaben. Wie erfolgreich man mit dass sich der und jener, dem es nicht nur auf Erden, sondern vor allem in der geschlosse,- nen Gesellschaft des Zuchthauses zu eng waf, der Partie in die ewige Freiheit des Rauriies unter Umständen würde anschliessen können, verfrüht gewesen war. Nun war es also auch hier wieder die Polizei, die sich um ungelegte Eier kümmerte. Dass sie sich in die Privatangelegenheiten des reichen Amerikaners mischte, nahm die Sträflinge noch mehr für diesen Mann und seinen abenteuerlichen Plah ein. Sie wünschten samt und sonders, Mr. Honiton möchte es gelingen, der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Vielleicht war er eines Morgens auf und davon! Die Prophezeiung des Oberwachtmeisters lag jetzt •drei Wochen zurück, die Polizei hatte sich entweder nicht gerührt, oder der Amerikaner hatte sie sich geschickt vom Leibe gehalten. Die Riesenkanone reckte noch immer am gewohnten Platz ihr silbernes Maul in die Luft. Ja, die Gesichter, die sich von ihrem Anblick nicht trennen wollte, glaubten zu bemerken, dass innerhalb des Geheges heute mehr Leben war denn je. Zwischen den grauen Zelten bewegte sich trotz der frühen Morgenstunde eine Anzahl von Leuten, Arbeiter, die mit Lastautomobilen herangekommen zu sein schienen. Es war ein mächtiger Wagenpark aufgefahren. Von einer Feüerstelle wehte Rauch. Dicht unter dem Hang strebte ein Auto dem Tor des Geheges zu, in dem ein junger Mann mit einem photographischen Stativ sass, und ein paar hundert Schritt weiter hielten nicht weniger als drei grosse Wagen mit Brettern, die des Abiadens AUTOMOBIL-REVUE ,11, DEZEMBER 1936 — N° 100 Auch in der Botschaft zur SBB-Sanierung wird dieses Problem systematisch ver- ! schwiegen und es kommt nicht von ungefähr, dass ein bekannter Industrieller kürzlich seiner Auffassung dahin Ausdruck verlieh, der Eisenbahnminister wolle wahrscheinlich die Aufgabe hinausschieben, bis er in ein anderes Departement hinübergewechselt habe. Vielleicht aber lockt immer noch der Posten eines schweizerischen Gesandten in Paris. Wir betonen ausdrücklich « vielleicht», denn bei der heutigen politischen Konstellation benötigen wir an der Seine einen Mann, der seine Stellung durch Taten und nicht durch Raten zu untermauern versteht. Förderung des inländischen Reiseverkehrs (Schluss von Seite 1.1 der Handhabung dieser endlosen Schraube operiert und was man damit «glücklich» fertiggebracht hat, erhellt daraus, dass heute gerade noch soviel gefahren wird, als gefahren werden muss. Natürlich trifft der Abbau in erster Linie die Vergnügungsfahrten. Den Schaden davon trägt neben dem Fiskus auch unser Gastgewerbe und alle mit ihm zusammenhängenden Wirtschaftszweige. Um die Feststellung kommen wir nicht herum, dass der Verkehr als solcher, als wirtschaftliche Erscheinung, bei unsern Behörden bisher so ziemlich mit der Rolle des Aschenbrödels vorlieb nehmen, musste. Was man von dieser Seite aus für ihn getan, ist bei Licht herzlich wenig und diente obendrein ausschliesslich der Werbung von Auslandsgästen. Nein, keine Silbe einer Einwendung gegen ein solches Vorgehen. Aber man vergass darob den inländischen Verkehr, von dem doch für unser Gastgewerbe mehr abfällt als von den Fremden. Nun, die Neuorientierung unserer Wirtschaftspolitik, welche der Bundesrat nach der Abwertung «in grosser Aufmachung» verkündet, präsentiert sich als der gegebene Anlass, endlich auch in der Domäne des einheimischen Verkehrswesens , einen neuen Kurs einzuschlagen,. der mit der bisherigen Passivität; schleunigst und gründ'lich aufräumt. Taten wollen wir sehen, eine entschlossene Schwenkung nach der Richtung einer positiven Förderung nicht nur des Bahnverkehrs, sondern — im wohlverstandenen Gesamtinteresse — auch der Automobiltouristik, die unser Gastgewerbe in steigendem Mass alimentiert und ihm zusätzliche Einnahmen sichert, ohne welche die Weiterexistenz zahlreicher Betriebe schlechterdings undenkbar wäre. Wie denn? Verdankt nicht beispielsweise St. Moritz dem Auto mehr als die Hälfte seiner Gäste und ein Drittel seiner Logiernächte?. Und wissen wir nicht auch von Hotels, denen das Auto- . mobil, über 50% ihrer Klientel zuführt? Derartige, Zahlen sprechen Bände. Sie legitimieren unser Begehren nach einer Förderung der Autotouristik nicht von Staats Gnaden, sondern von Staats wegen. Und die erste Vorbedingung dazu liegt in einer namhaften Herabsetzung der fiskalischen Lasten, allen voran des Benzinzolls, harrten. «Gerüstbau-Gesellschaft» stand mit grossen Lettern an. dem einen Wagen. Nummer 762, der vor Holger Dietloff dahintrottete, flüsterte, den Mund im wächsernen Gesicht verziehend : < Merkst du was ? •Jetzt bauen sie schon Tribünen. » Nummer 762 erwartete keine Antwort, und Dietloff, der die Sträflinsgnummer,980 führte,Holger Dietloff, vormals Chefingenieur des Savornis- Flugzeugwerks, hatte nicht zugehört. Er schmeckte Sonnenschein auf der Zunge, Sommerluft hauchte ihn an, wilde Sehnsucht sprang ihm ins Blut,, riss an seinem Herzen, brach aus ihrem Kerker, schrie nach Erlösung. Holger Dietloffs. Finger krampften eine Faust. Er warf den Kopf in den Nacken, seinen Lippen entfloh unhörbar der Name Yelva — der Name der Frau... der sinnberauschende Name, der ihn so oft in den Tiefen der Nächte hatte stöhnen lassen. Wo war Yelva ? Warum half sie ihm nicht, sein Kreuz tragen ? Warum hatte er in den sieben Monaten seit seiner Verurteilung nicht ein einziges Lebenszeichen von ihr erhalten — trotz seiner Schreie und seines Flehens, das seine Briefe an sie durchzittert hatte. Yelva, um deretwillen er dieses Sträflingskleid irug, für die er sich ins Unglück gestürzt hatte und für die er litt. Fünf Jahre noch in der Abgeschiedenheit der Kerkermauern ! Die Qual der Strafe war nicht zu ertragen, wenn ihm nicht bald über Yelva Gewissheit wurde. Er würde es nicht ertragen. Flucht ? Undenkbar...! « Yelva, Yelva !*-formten noch einmal die Lippen. Darin wurde es ihm schwarz vor dem Gesicht, Sa wäeUen unseze £esei! Trotzdem ich als Reisender, nach lOjährlgem Fahren mit Motorrad und Auto, infolge der immer grösseren Belastung des Autos bei sozusagen immer kleiner werdendem Einkommen, meinen Wagen dieses Früh, jähr verkaufte, behalte ich die < Automobil- Revue » und freue mich, dass sie sich so kräftig für die Interessen des Motorfährzeuges einsetzt M. T., Die < Automobil-Revue » ist dielenige Zeitung, die sich tatsächlich grosse Mühe nimmt, dem Leser etwas Rechtes zu bieten. Technisch immer auf der Höhe, immer gut unterrichtet, vernachlässigt sie die wirtschaftlichen Fragen keineswegs. Die Beilage < Auto-Magazin » ist immer interessant und vielseitig redigiert, was bewirkt, dass Frauen, die sonst die « Auto-Revue » nie lesen würden, mit Ungeduld auf die Freitag-Aasgabe warten. H. A. Schweizerische Rundschau Autoprobleme vor der Presse. Der Ostschweizerische Presseverband hielt letzten Samstag im « Weissen Rössl > in S t a a d bei Rorschach seine Generalversammlung ab. Im zweiten Teil der Tagung war eine Anssprachemit den Vertretern der Automobilverbände A. C. S. und T. C. S. über die Ergebnisse des 5. Juli 1936, sowie über allgemeine Automobil- und Verkehrspolitikfragen vorgesehen, an der einleitend Herr B r a w a n d von der Via Vita aus Bern den Standpunkt der Automobilisten hervorhob. Der Referent beleuchtete die sukzessive Entwicklung des Benzinzolles: 1921 brachte er bei 30,000 Fahrzeugen dem Bund 870,000 Fr. ein, 19.% bezog der Staat von 125,000 Fahrzeugen 47 Mill. Fr. Benzinzoll. 1935 stiegen die Zölle auf 55 Mill. Fr., was pro Jahr und Fahrzeug 446 Fr. im Durchschnitt ausmacht. Der 5. Juli 1936 war nun der AJannierung des Volkes gegen die beinahe untragbaren neuen Lasten der Automobilisten gewidmet. Der Referent verwahrte sich dagegen, dass die für alle Teilnehmer durchaus freiwillige Stillegung des Autoverkehrs als Streik bezeichnet wurde und betonte, die Zirkulation von bloss 2000 Fahrzeugen anstatt 125,000 habe den Ernst der Stunde bewiesen. In der Folge setzte er sich mit dem Autoverkehr als Wirtschaftsfaktor und mit dem Verkehrsteilungsproblem auseinander, In der Diskussion behandelte als ; erster Votant Redaktor Dr. Oberholzer, Uznach, die angeschnittenen Probleme. Eine gerechte Lösung der Frage « Bahn — Auto > wird nicht um eine gewisse Verkehrsteilung herumkommen. Redaktor Weyermann - Tobler (Wattwil), Präsident der st gallisch - appenzellisehen Strassenverkehrsliga, hob besonders die volkswirtschaftlichen Belange hervor: das Automobil setzt jährlich 400 Jiit- Höiien* Franken' in der Schweiz unrund trägt mit annähernd 300 Millionen mehr als ein Drittel der gesamten Zolleinnahmen des Staates. Der 5. Juli hat seine wirtschaftliche Bedeutung demonstriert und dem Automobilgewerbe, das sozusagen als einziges ohne Staatskrücken geht, ist eine serechtere Einstellung des Staates zu gönnen. Redaktor Siegrist (Flawil) fand, den Wirtschaftsverbänden gehe in der Politik im allgemeinen die Logik ab; das Problem « Bahn — Auto > sei ausserordentlich komplex. Der Redner glaubte auch daran festhalten zu müssen, dass der 5. Juli ein « Streik » gewesen sei. Sekretär Bacher vom A.C.S. griff die ungerecht sich auswirkende Besteuerung nach PS an; eine Verrechnung der Stpuern im Benzinpreis wäre angemessener P^gierungsrat V a 1. Keel. Chef des kantonalen Poüzeidepartementes St. Gallen, betonte, im Gegensatz zu den Voten der Automobilisten, dass der 5. Juli eben doch ein Streik gewesen sei, mit terroristischen Mitteln sogar (!). Die Besteuerung via Benzinpreis hat ihre zwei Seiten: Wenn auch jene nach PS nicht völlige Gerechtigkeit schafft, so würde beispielsweise eine vollständige Umlegung der Steuern auf den Benzinpreis gerade den armen Kerl, den Reisenden und Gewerbler, der sein Fahrzeug tagtäglich braucht, treffen und nicht den vielleicht nur am Sonntae ausfahrenden Besitzer eines Luxuswagens. seine Augen starrten verglast um sich. Von der Spitze kam ein Befehl. Holger Dietloff kam zu sich, Nummer 762, sein Vordermann, richtete sich schnell auf, er hatte sich, wie es seine Gewohnheit auf Hin- und Rückweg von der Arbeit war, zertretene Zigarrenstummel von der Strasse aufgeklaubt, aus denen er sich in der Zelle Kautabak herstellte. Später sah auch Dietloff hinüber nach dem Flugplatz und bemerkte den Tribünenbau. Er wusste, ohne den c Hausrundfunk », was es mit jenem Riesengeschütz für eine "Bewandtnis hatte. Die lange Zeit als abenteuerliche Utopie verlachten Pläne des Professors Honiton aus Chicago waren* schon vor Dietloffs Verurteilung so weit gediehen, dass die Zeitungen von der Fertigstellung des vielgenannten Riesengeschosses berichtet hatten, eine Nachricht, die freilich bald darauf ihre Einschränkung erfuhr : was fertiggestellt war, hiess es plötzlich, sei nur als Modell anzusprechen, da es durch neue Konstruktionen überholt sei. Soweit sich Dietloff entsann,-sollte damals die Spulenanordnung von Grund aus geändert werden; denn Professor Honitons Marsrakete war eine elektrische Kanone, das Geschoss sollte durch den in die unterste Spule gepeitschten, Strom eine's Starkstromkabels emporgeschnellt werden; nachdem die unterste Spul* elektromagnetisch geheizt war, sollten die übrigen das vorrückende G^schoss selbsttätig einschalten. Auch von dem Erwerb des Flugplatzes für das Riesengeschütz hatte Dietloff gelesen. (Fortsetzung folgt)

JJO 100 — FREITAG, 11. DEZEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Das Reglement zum Grossen Preis von Frankreich 1937 ist momentan Gegenstand eingehender Besprechungen im Schosse der Sportkommission des französischen AC. Zwar sind die grundsätzlichen Bestimmungen bereits ausgearbeitet. Eine Reihe von Punkten aber, welche beim letztjährigen Grossen Preis für Sportwagen scharfer Kritik gerufen haben, müssen verbessert werden. Auf welche Weise dies geschehen soll, darüber wird gegenwärtig eifrig debattiert Unsere Leser werden sich erinnern, dass der französische Grand Prix 1936 in verschiedenen Kategorien ausgefahren wurde. Grosse und kleine Wagen starteten miteinander, was zur Folge hatte, dass — wenigstens für das spärliche Publikum — eine allgemeine Konfusion entstand und die zum Teil Hervorragendes leistenden Wagen mit kleinerem Hubvolumen kaum beachtet wurden, weil sich das Hauptinteresse auf die sich stets in Front befindenden grossen Kaliber konzentrierte. Um hier Remedur zu schaffen, hat die Sportkommission den Entschluss gefasst, am Vormittag des 4. Juli 1937 ein Rennen über 300 km auszutragen, welches ausschliesslich für Sportwagen von 750 bis 1500 ccm Zyiinderinhalt reserviert sein wird. Als erster Preis in dieser Veranstaltung wird der Becher der Sportkommission winken. Ob diese Kategorie für die Klassierung in zwei Klassen unterteilt werden soll — 750 bis 1100 und 1100 bis 1500 ccm —, das ist eine Frage, welche noch der Lösung harrt. Am Nachmittag des gleichen Tages steigt dann der Grosse Preis von Frankreich über 500 km. Das Hauptaugenmerk wird hier auf das höchstzulässige Hubvolumen gerichtet. Noch ist nicht bestimmt, ob dieses auf 4, 4,5 oder 5 Liter angesetzt wird. Die Meinungen gehen in der Sportkommission selbst auseinander. Limitiert man den maximalen Zylinderinhalt auf 4 Liter, dann ist die Beteiligung Englands durch- Lagonda und Bentley, deren Hubvolumen 4250 ccm beträgt, unmöglich. Anderseits weiss man, dass Talbot auf die Teilnahme verzichtet, wenn die Grenze 4 Liter übersteigt Man sieht, die Sportkommission wird keinen leichten Stand haben und man darf füglich gescannt sein, ob sie eine Kompromisslösung findet. Das Reglement wird insofern eine Neuerung aufweisen, als im nächsten Grand Prix eine Brennstoffaufnahme während des Rennens nicht erlaubt ist. Indessen handelt es sich hier nicht um Brennstoffverbrauchsgrenze. da ja die Grosse der Reservoirs durch keinen. Paragraphen beschränkt ist. Endlich sind diesmal auch Wagen mit geschlossener Karosserie zugelassen. Eine neue Rennstrecke In der Nähe von London. In nächster Nähe des Anfang Dezember niedergebrannten Londoner Kristallpalastes wurde letzte Woche mit der Konstruktion eines Autodroms von 3 km 218 Länge begonnen, welches am 24. April 1937 eingeweiht werden soll. Auftraggeber ist, der International Road Racing Club, der auf dieser Piste alljährlich fünf bis sechs Automobilrennen und ebensoviele Motorradveranstaltungen zu organisieren gedenkt Die neue Strassenrundstrecke ist sehr günstig gelegen. Sie befindet sich etwa 20 km von London entfernt und ist durch Eisenbahnen, Tramways und Autobusse leicht erreichbar. Was den Verlauf der Piste anbetrifft, so dürfte dieser sowohl die Piloten als auch das Wagenmaterial auf eine harte Probe stellen. Die Organisatoren glauben, dass die maximale Geschwindigkeit nicht sehr hoch sein wird und die schnellsten Runden mit einem Stundenmittel von etwa 120 km gefahren werden. Von einer Ueberhöhung der Kurven der durchwegs 9 m breiten Strasse wurde übrigens abgesehen. Es wird möglich sein, zu den rennsport- Hchen Anlässen auf dieser neuen Bahn bedeutende Menschenmassen anzulocken, welche die Rennen von der Aussen- wie von der Innenseite sehr gut verfolgen können. Dabei werden die Terrassen des zerstörten Kristallpalastes — auch wenn dieser nicht wieder aufgebaut wird — als eine Art natürliche Tribüne dienen und zahlreiche Zuschauer aufzunehmen imstande sein. Bei der Inangriffnahme der Bauarbeiten waren mehrere Persönlichkeiten aus dem englischen Automobilsport anwesend, u. a. auch der bekannte Rekordrennfahrer Capt. G. E. T. Eyston. Der Kristallpalastpark ist bekanntlich Nationaleigentum. Wie verlautet, hat die für die Rennstrecke verantwortlich zeichnende Gesellschaft einen Pachtvertrag auf 10 Jahre abgeschlossen: Für das Jahr 1937 sind 7 Veranstaltungen vorgesehen, und zwar 4 für Automobile, 2 für Motorräder und eine für Velos. AHe Wettbewerbe haben nationalen Charakter. Die Organisatoren hoffen indessen, im Laufe der Saison ein grosses internationales Rennen austragen zu können. Sternfahrt zur Weltausstellung. Anlässlich der Pariser Weltausstellung organisiert der französische AC eine internationale Sternfahrt nach Paris, für welche das Reglement in absehbarer Zeit erscheinen wird. Ausserhalb dieses Rallyes findet eine weitere Konkurrenz statt, welche den Zweck verfolgt, ein Heer von Automobilisten nach Paris zu bringen. Für diesen Wettbewerb sind keine Sonderbestimmungen vorgesehen. Hingegen trägt hier eine Tombola zur Belebung der Veranstaltung bei, indem jeder Konkurrent pro zurückgelegte 100 km Luftliniendistanz (von dem gewählten Ausgangspunkt bis Paris) ein Los erhält. Darüber hinaus hat der Teilnehmer die Möglichkeit, vor dem Ansteuern der französischen Metronole den Kontrollposten irgend eines der FNCAF angeschlossenen Automobilclubs anzufahren, was ihm pro Kontrolle zwei Zusatzlose eintragen wird. Pro Tag können maximal drei Kontrollen passiert werden. Wer bei seinem Eintreffen in Paris die höchste Anzahl Lose zugesprochen erhält, ist S'eger der Konkurrenz. Jeder Automobilist kann die von ihm einzuschlagende Route selbst wäh'en. Durchschnittsgeschwindigkeiten sind keine vorgeschrieben. Die Ankunftskontrolle in Paris (Place de la Concorde) ist am 21. Juni von 8—20 Uhr geöffnet. Anmeldungen für diesen Propagandawettbewerb werden vom französichen AC in Paris vom 1. Februar bis 15. Mal entgegengenommen. The Goodyear Tire & Rubber Export Co. Zürich Hohlstr. 110 . Tel. 32.758 Teleer. Goodyear Zürich GOOD Die Scuderia Ambrosiana, von deren Gründung wir in Nr. 92 der € A.-R.» berichteten, beabsichtigt, in der Sportsaison 1937 eine intensive Renntätigkeit zu entwickeln. Als Präsident des Rennstalles zeichnet Fernando Pozzani, ein bekannter Industrieller und Mitglied des Organisationskomitees für die Coppa Acerbo. Die Farben der Mailänder Scuderia werden in der kommenden Rennperiode von folgenden Piloten verteidigt: Franco Cortese, Giovanni Lurani (der gleichzeitig als sportlicher Leiter der Rennorganisation amtet), Luigi Villoresi und Eugenio Minetti. Sie werden über das nachstehende Material verfügen : 2 Maserati 6 Z7\maer 1500 ccm 1 Maserati 4 Zylinder Monoposto 1100 ocm; 1 Maserati 4 Zylinder Monoposto 1100 oder 1500 ccm; 1 Maserati-Sport 4 Zylinder 2plätzig; 1 Nübio-Guzzi 500 ccm. Das Programm sieht die Beteiligung an zahlreichen Rennen vor. Es nimmt mit der Mille Miglia seinen Anfang und schliesst alle Meisterschaftsrennen der Klasse 1100 und 1500 ccm, sowie die den Kleinwagen reservierten Veranstaltungen des In- und Auslandes in sich. Wie uns die Scuderia Ambrosiana mitteilt, wird sie voraussichtlich am nächstjährigen Preis von Bern an den Start gehen. Eyston Ist rekordhungrig. Der englische Rennfahrer und mehrfache Rekordinhaber Capt. G. E. T. Eyston beabsichtigt, die von ihm im Laufe des Sommers auf dem Salzsee im Staate Utah aufgestellten Rekorde für Fahrzeuge mit Dieselmotor weiter zu verbessern. Er wird indessen nicht nach Amerika zurückkehren und hofft vielmehr, seine Versuche auf einer deutschen oder italienischen Autostrasse unternehmen zu können. Falls ihm die Benützung dieser Pisten aus irgendwelchen Gründen verweigert werden sollte, wird sich Evston in Frankreich nach einem geeigneten Terrain umsehen. Piero Taruffi, welcher gegenwärtig mit den Vorbereitungen für einen Rekordversuch auf einer Gilera-Motorradrennmaschine beschäftigt ist — er hat nichts Geringeres im Sinne, als dem unlängst vom Deutschen Henne auf BMW mit 272,006 km/St, aufgestellten absoluten Motorradweltrekord den Garaus zu machen —, wird dennoch definitiv am III. Grossen Preis von Südafrika Der ideale Reifen für Schnee, Eis und Morast Erhältlich In allen kuranten Dimensionen für Personenund Lastwagen (sprich Schurgrip) für Personen- and Lastwagen Slire-Grip Ist P" iff 'S und zä ". besitzt grösstes r Zugvermögen und rutscht nicht. SUP6"Grip ^at in der Mitte eine durchgehende " Zick-Zack-Rippe; der Reifen ist also in stetem Kontakt mit der Fahrbahn und holpert deshalb nicht. Sure-Gnp macht darum auch Kilometer. Sure-Gfip ist aus Patentiertem Supertwlst " Cord gemacht — beste Garantie gegen das Platzen. Sure-GHp macht Schneeketten überflüssig. Slire-Grip helsst maximale Sicherheit. Sure-Grip ist ein Qoodyear-Reifen. teilnehmen. Er wird sich Mitte Dezember an Bord eines Flugzeuges nach East London begdbern, Costantini bei Alfa Romeo. Bugattis ehemaliger Spitzenfahrer Costantini wird am 1. Januar in die Alfa-Romeo-Werke eintreten, wo er den Posten eines technischen und kaufmännischen Inspektors bei der Generaldirektion übernimmt. Im Training zum Bergrennen von Bouza» rfia, das am 6. Dezember stattfinden sollte, ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, indem der algerische Rennfahrer Soulier am Sonntag früh mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/St, auf den Wagen des Fahrers Sagnier auffuhr. Soulier war auf der Stelle tot, während Sagnier unverletzt blieb. Hingegen wurden seine Mutter und sein Mechaniker, die sich ebenfalls an seiner Seite befanden, ziemlich schwer verletzt. Infolge dieses Unglücks beschloss das Organisationskomitee, auf die Durchführung des Rennens m verzichten. Soulier gewann im vergangenen Sommer die Targa Bouzarea für Sportwagen, welche ebenfalls vom AC von Algier organisiert wurde. Einige Wochen später nahm er am Grossen Preis von Comminges teil, wo er sich an 7. Stelle klassierte. LUFTFAHR Rückblick auf die Probefluge über den Atlantischen Ozean. Mit der Rückkehr der beiden Flugboote « Zephyr » und «Aeolus» von den Nordatlantikerkundigungsflügen sind für dieses Jahr die Probeflüge nach Nordamerika zum Abschluss gebracht worden. Die beiden Flugboote haben insgesamt 8 Mal den Nordatlantik überflogen. Jede Maschine hat je zwei Hin- und Rückflüge über die Bermudainseln und unmittelbar von Horta nach New York ausgeführt. Alle 8 Flüge wurden programmässig durchgeführt. Trotz des oft ungünstigen Wetters brauchte niemals eine Verschiebung der zuvor angesetzten Flüge vorgenommen werden. Die beiden Flugboote haben insgesamt 33,000 km über den Nordatlantik zurückgelegt, wofür etwa 170 Stunden benötigt wurden. Nicht inbegriffen sind hierbei die verschiedenen Probekatapultierungen und die An- und Abflüge, sowie die Flüge der amerikanischen Küste entlang von New York nach Boston und Sidney. Während dieser ausgedehnten Erkundigungsflüge haben sich, wie im Südatlantikpostdienst alle technischen Einrichtungen des schwimmenden Flugstützpunktes bewährt und ihre Brauchbarkeit auch für die besondern Verhältnisse auf dem Nordatlantik bewiesen. Ausgezeichnet bewährten sich auch die neuen Dornier Do-18-Flugboote und die Junkers-Schwerölmotoren Jumo-205, die auf allen Flügen ohne ausgewechselt zu werden einwandfrei gelaufen sind. 100 Fluggäste in 15 Minuten. Vor kurzem flogen an einem Tage in der Zeit von 6.50 bis 7.05 Uhr morgens, also in einem Zeitraum von rund 15 Minuten 100 Fluggäste mit den Verkehrsflugzeugen vom Berliner Flugplatz Tempelhof ab. Nach einer Statistik aus Berlin verliessen in einer Woche insgesamt 2775 Reisende den Berliner Flughafen auf den planmässigen Streckenflugzeugen. Die offiziellen deutschen Statistiken zeichnen auch weiterhin das Bild einer unerhört raschen Entwicklung des Luftverkehrs. Für das Jahr 1935 betrug die Zahl der beförderten Fluggäste in Deutschland 113,221 Passagiere gegenüber 80,478 Fluggästen im Jahre 1934. In der gleichen Zeitperiode stieg der Frachtverkehr von 1,900,000 kg auf 2,170,000 kg. Die Luftpost wuchs, von 557,000 kg auf 892.000 kg. Es ist interessant festzustellen, dass an diesem Verkehr die Reichshauptstadt Berlin allein mit 30 % beteiligt ist Der lOOOste Fluggast des « Hindenburg ». In immer steigendem Masse wird der Luftschiffdienst zwischen Europa und Nordamerika vom reisenden Publikum benützt Kürzlich hat das Luftschiff «Hindenburg» seinen lOOOsten Fluggast befördert. Mrs. Springs, eine Amerikanerin, war die Glückliche, die von der Deutschen Zeppelinreederei mit einer besondern Ehrung bedacht wurde. Sie erhielt als Erinnerung eine kunstvolle Schale aus Duraluminium. Flugstützpunkt am See Genezareth. Di« grosse englische Fluggesellschaft Imperial- Airways wollte nach deutschen Meldungen am See Genezareth in Palästina einen Flugzeugstützpunkt errichten. Auf den Einspruch verschiedener religiöser Vereine hin wurde ihr aber die Erlaubnis hiezu von den zuständigen Stellen verweigert -fw-