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E_1936_Zeitung_Nr.102

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Das Christkind im

Das Christkind im Tramwagen «Muctti, jetzt müssen wir noch sechsmal schlafen, bis das Christkind kommt,» sagt Lieschen. Das Lieschen geht schon mehr wie ein halbes Jahr zur Schule und klnn jetzt so gut zählen, dass die-Mutter immer seine Hilfe in Anspruch nimmt, sobald es gilt, etwas ge- , nau auszurechnen. Lieschen ist stolz auf sein Können und wiederholt laut, damit auch der kleine Bruder es höre: « Also, noch sechsmal!» Und jetzt kommt es mit einer Neuigkeit: « Die Lehrerin hat heute gesagt, das Christkindlein könne sich verschiedenergestalts zeigen, und statt eines weissen Hemdchens könne es auch einmal einen Pelzmantel tragen. Glaubst du, Muetti, dass. es diesmal im Pelzmantel zu uns kommt? Da könnte man ja denken, dass es jetzt schon auf Erden herumginge, so viele Pelzmäntel sieht man doch. Ich möchte lieber denken, dass es so aussieht wie im Bilderbuch. » Das Lieschen sieht die Mutter an mit einem grossen Blick. Die Mutter aber, zuerst mächtig erschrocken über der Kleinen Weisheit, denkt: Gottlob.hat das Kind es nicht verstanden! Sie weiss nicht, welcher Umstand die Lehrerin zu dieser Mitteilung brachte, die Lieschens seligem und von ihr, der Mutter, so sehr behüteten Kinderglauben hätte Gefahr bringen können. Und sie sagt: « Kind, ich habe davon noch nie etwas gehört. Die Lehrerin hat vielleicht Spass gemacht. » Lieschen ist befriedigt von der Antwort. Aber der Heini, der fünfjährige: Knirps, der mit dem alten, invaliden Rösslein in einer Ecke am Boden spielt, hat dem ganzen Gespräch zugehört, Und die Mutter erschrickt nun zum zweiten Male, als der Kleine nach, einer Weile plötzlich ruft: « Muetti, gelt, wenn das Christkindlein, einen Pelzmantel trägt, dann muss es so gross sein wie du? » Heini hat kürzlich eine Frau im Pelzmantel' gesehen. Die kommt ihm nun in den Sinn. «Aber, nicht wahr, Muetti, man kann das Christkind auch im Pelzmantel erkennen? Du sagtest doch, es hätte ein Gesichtchen wie Reginli, so schön bemalt sei es auch, und so helle Lockenhaare wie Reginli habe es auch.» (Reginli heisst Liselis Puppe.) « Und die Schühli, Muetti, sind sie auch so glänzend und dünn, und haben sie auch so schöne Spangen wie die von Reginli? » Der Heini lässt nicht mehr los mit fragen, bis die Mutter verspricht, ihn heute mit in die Stadt zu nehmen, wenn er sie jetzt ein wenig in Ruhe lasse, damit sie arbeiten könne. Der Kleine aber hat einen Vorsatz gefasst. Er sagt kein Wort davon, er geht nur zum Reginli leis und fein geäussert worden war?... Und nun hiess die verschupfte Kleine da noch zu alledem Trudeli! In Herrn Anselms Innerem ging mit eins ein helles Licht auf, so strahlend wie ein lichterreicher Christbaum selber. Nun sah er erst recht ein, dass es sich um ein ganz allerliebstes Geschöpfchen handelte, das da vor ihm stand — und wenn der brummige Alte nicht wusste, was « man mit solchen Gofen anfangen soll », er, der nun auf dem Markte den schönsten Baum erstanden hatte, er wusste es ... Mit dem Alten gab es wohl noch allerhand zu besprechen. Doch fast schneller "als beim Christbaumkauf wurden sie dann in einer Sache einig, die auch die liebliche Kleine rasch zu verstehen schien, denn schon schmiegte sie sich zutraulich an den Herrn, der nun ihr « neuer Papa » werden sollte. Selten war eine Weihnachtsbescherung sorgfältiger und heimlicher vorbereitet worden als Rapid-Heizkjssen wird in wenigen Minuten heiss, viel rascher als bisherige Heizkissen, dazu 4 Wärmestufen mit ganz schwacher Stufe l /Z für Dauergebrauch. Erhältlich in Elektrizitäts- und Sanitätsgeschäften Eine kleine Weihnachtsgeschichte von Maria Kottmann in diesem Jahre die im Hause des Herrn Anselm. Die alte Magd wusste jedoch in vielen Dingen Rat und verwandelte das arme Kind in ein über alle Massen schmuckes Mägdelein. Als dann Frau Anselm am Weihnachtsabend aus der Kirche nach Hause kam und der wundersame Christbaumduft ihr im Treppenhaus entgegenquoll, nahm sie an, dass er aus den anderen Wohnungen des Hauses herausgedrungen sei... Doch wie sie nun die eigene Wohnung betrat und ihr, kaum, dass sie die Türe aufgemacht hatte, der allerschönste Baum in seinem Lichterglanz aus dem Wohnzimmer, entgegenleuchtete, und der Gatte ein zierliches Mägdelein bei der Hand nahm und ihr eilt-, gegenführte, indem er sagte; «Sieh, meine Liebe, nun haben wir wieder ein Trudeli, und es soll und will für immer bei uns bleiben,* da verbreitete sich, langsam erst, doch alsdann immer strahlender, mit dem Glänze des Christbaums der höhere der innigsten Herzensfreude über ihr feines, schmales Gesicht. Und wie nun das Mädchen sich ganz zutraulich an sie schmiegte und sagte: « Gelt, nun bist du meine liebe Mama? », da fielen ihm vorerst zur Antwort eine paar Freudentränen auf die Stirn, und dann hörte es die erlösenden Worte: «Ei, ja, und du bist unser Kindlein, unser liebes Trudeli!» Zum Gatten gewandt aber sagte nach einer Weile die junge Frau: «Weisst du, heute habe ich in der Kirche gerade die rechte Predigt gehört:,sie handelte von dem wundersamen Ausspruch: Lasset dje Kindelein zu mir kommen...» - ; Es gab noch viel zu fragen, zu erzählen und zu berichten an diesem Weihnachtsabend bei Werra Anselm. Alles aber, was gesprochen wurde oder auch unausgesprochen blieb, zeugte davon, dass nun wieder Liebe, Wärme und Freude in ehedem vereinsamte Menschenherzen eingezogen war. Emil HüglL hin und betrachtet es lange. Er ist wohl ein Bub, aber er hat eine kleine Schwäche für schön gekleidete Puppen. Oftmals des Tages lässt er sein Rösslein stehen und geht zu Li- ;selis Püppchen und spricht mit ihm. Zu seiner Entschuldigung muss man aber auch sagen, dass das Rösslein ob strenger Arbeit ein ganzes- Bein verlor und jetzt auf dreien mühsam $

N° 102 — Automobil-Revue Damenmode für Skisport Im eleganten Sportgeschäft frage ich: «Trägt man dunkelblaue Trainingskleider?» «Die Dame trägt doch nicht Trainingskleider!» ruft das Fräulein. «Trainingskleider sind nur zum Ueben.» Wir nahmen an, die Dame übt auch, denn nicht jede ist eine Kanone. Dunkelblaue Trainingshose mit Jacke sind auch bei der eleganten weiblichen Sportwelt selbstverständlich. Das entsetzte Ladenfräulein dachte wohl an eine table d'höte im Grandhotel. Da passt freilich das Trainingskleid nicht hinein. Die skifahrende Schweizer Jugend — Jugend ist ein dehnbarer Begriff — sieht nun vor allem den Sport. Das Gesellschaftliche ist ihr nicht sehr wichtig. Dabei haben die Frauen und Mädchen doch viel Sinn für individuelle Skihasenkleidung. Sie wollen sich nicht uniformieren, glücklicherweise. derbe Pullower wird durch einen hohen Umlegekragen abgeschlossen. Nachdem nun jahrelang die starken Muster, Zopfmuster und ähnliche vorherrschten, ist man gerne wieder einmal zu der glatten Strickfläche zurückgekehrt. Es wird höchstens 2 recht, 2 link oder 2 recht, A link gestrickt. So entsteht eine einfache Rippenbildung. Sie ist um so aparter, wenn man sie nicht gleichmässig über das ganze Stück verteilt. Je gediegener die Wolle ist, um so weniger Verzierung braucht sie. Da wirkt die glatte Fläche plastischer als das kunstvolle Muster bei halbbatzigem Material. Socken, Handschuhe und Halstuch sind unifarbig oder beige mit geschmackvollem Farbenbord. Die dekorativen schwedischen Muster schätzt man jedes Jahr wieder. Sie erliegen keiner Modeströmung. Socken und Strümpfe wollen nicht glattflächig sein. (Massnahme gegen Spatzenbeine?) Man strickt da eher pompös, mit Zopfmuster. Socken zum Knicker- Sie wollen gut aussehen. Zum Ueben und zum bockerbeinkleid reichen bis unters Knie. «gewöhnlichen» Sonntag trägt man die dunkelblaue Kluft. Geht's höher hinaus, nach Arosa, unentfettelem Garn. Sie wirken wasserabstossend. Eine hochwillkommene Neuheit sind Socken aus nach Grindelwald oder Wengen, so legt man sich Nimmt man solch einen Socken in die Hand, so gerne ein Complet zu. Es darf dies recht bunt spürt man recht gut das Fetthaltige. sein. Bunte Flecken auf weissem Skigelände sind Die Toggenburgerinnen arbeiten ähnliche Finken wie die Frauen im Bündnerland. Ihnen ver- ein frohgemutes Bild. Man sieht ziemlich häufig die dunkelbraunen dankt man den prächtigen Hüttenfinken mit hohem Hosen aus feinem Tuch, dazu eine flotte, braungraukarierte Jacke. Echarpe, Socken und Hand- Oberteil. Es werden ein paar dicke, den Knöchel eng umschliessende Socken gestrickt, vorn erhalten schuhe können ziegelrot oder moosgrün sein. Zu sie hübsche Verzierungen. Die rote Saffiansohle einer strapaziösen dunkelblauen Manchesterhose ist aufgenäht. Man kann sich vorstellen, wie froh wird eine helle Jacke getragen, dazu ein lawendelblauer Pullower. Fein sieht die schwarze Hose die Skifahrerinnen und -fahrer über diese Fussöfen sind. Bei mehrtägigem Hüttenaufenthalt könnte mit weisser, ärmelloser Lederweste aus. Sie verlangt nach einem warmen Pullower mit Rollkragen. Dies Jahr wird auch die Kapuze getragen. Tricotine, Everest und Tuch sind die gangbarsten Stoffe. In wollenen Stricksachen hat man bunte Auswahl. Es macht Freude, das hübsche Zubehör zum Anzug zu kaufen. Für den Wintersport sind die einheimischen Erzeugnisse ganz besonders empfehlenswert. Unter diesen verdient die Heimarbeit Beachtung. In den Heimarbeitszentralen und -geschaffen liegen praktische und schöne Pullower, Mützen, Echarpen und Socken. Auch die übrigen man sie nicht missen. Wer also einkaufen und sich von unten bis oben sportlich einkleiden will, findet Auswahl in Hülle und Fülle. G. Egger. Was zur Skiausstattung gehört: Wasserdichtes Material ist für die Skihose Bedingung, die Taschen müssen gut verschliessbar sein, deshalb wird gerne Reissverschluss in abstechender Farbe gewählt. Die Jerseybluse .wird in streng englischem Stil ausgeführt, leuchtende Farben, «Paprika», ein helles Rot, Grün,' Königsblau, guten Verkaufsläden sind reich bestellt mit geschmackvollen sind bevorzugt. Die Krawatte, aus feinem Wollge- Neuheiten. webe, verwertet bäuerliche Motive und ist meist Unsere Tessinerinnen liefern eine prächtige in den beliebten Tyrolienne-Dessins gehalten. Im Schafwolle, in Naturfarbe oder pflanzengefärbt. Das Garn ist nur auf der Spindel entstanden. Es behielt die Unebenheiten. Diese beleben die Strickfläche. gleichen Stil ist ein Kopftüchlein gehalten, das, mit einem Schild versehen, so um den Kopf gebunden wird, dass auch die Ohren vor Erfrierungen ge- Naturfarbenes Garn ist fein nuanciert, das schützt sind. Handschuhe und Schal, eventuell gefärbte warm getönt. Zu schöner Wolle passen die beliebten Holzknöpfe. Eine zugeknöpfte Weste ist kragenlos oder höchstens mit einer abstechenden Schleife geziert. Man zieht sie über die Socken, stimmen in ihrer Musterung überein. Ob gestreift, getupft oder mit Ornamenten gemustert, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen, aber das Wichtigste ist und bleibt: Lebendig wir- leichte Sportbluse oder das Polohemd an. Derkende Buntheit) Eleganter Skianzug aus Harris-Tweed, kombiniert. Hose grau, lacke grau-schwarz; Hose marine, Jacke marine-WeiSS. Photo Priesnitz, Modell Jelmoli, Zürich- 11 Seide Samt Cravatten Echarpen freut Damen und Herren Wer sie geschenkt erhält, weil sie schön und gut sind. Wer sie schenkt, weil sie modisch und preiswert sind. Auch Frauen sind empfänglich für Aufmerksamkeiten. Auch Ihre Frau schätzt es, wenn Sie ihr von Bern Früchte heimbringen. Beim Berger sind Sie rasch bedient. 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Text, Zeichnungen und Bilder ergeben als Ganzes eine einzigartige, grossangelegte und bis dahin unbekannte Monographie, die nicht nur für den Bewohner des Bernerlandes. sondern auch für jeden Freund unserer schweizerischen Heimat ein Buch der Belehrung und Erinnerung sein wird, üeber 60 Schriftsteller und Photographen haben an diesem prächtigen Werk mitgearbeitet. Auf einen reichgedeckten Tisch gehören unbedingt schöne, silberne Sie finden bei uns darin grösste Auswahl. Ein gediegenes Buch auf dem Weihnachtstisch macht stets Freude 35er« Soeben erschien gctttb attb Seutc jttüfdjett ftinfteraarljortt uttb 120 Seiten Text, 350 Seiten Bilder Benutzen Sie die jetzt noch gültigen Subskriptionspreise: Fr. 37.50 für die Leinen-, TAFELLEUCHTER Gebr. POCHON A.6. Marktgasse 55, BERN Fr. 46.50 für die Halbleder-Ausgabe In jeder Buchhandlung zu beziehen, sonst beim VERLAG HALLWAG, BERN