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E_1938_Zeitung_Nr.001

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE BIENSTAfi, 4. JANTJIAR \KTUEILES Absatzstockung hemmt Produktion in U. S. A. Das neue Jahr startet im Zeichen der zwelund dreitägigen Arbeits« woche ». Nach wie vor entwickelt sich das amerikanische Automobilgeschäft in der Richtung einer Absatzstockung, welche die Fabriken zu einer Drosselung ihrer Produktion zwingt, sollen nicht die Lager ins Ungemessene wachsen. Schon um Mitte Dezember herum lag die Kurve der Erzeugung höher als jene der Verkäufe mit dem Erfolg, dass die Stocks ungewohnte Ausmasse annahmen. Unter diesen Verhältnissen musste sich die Industrie nolens volens zu drastischen Einschränkungen entschliessen, um das Gleichgewicht zwischen Produktion und Absatz auch nur e'nigermassen wiederherzustellen. Sie handelte damit lediglich nach einem ihr durch die Lage aufgezwungenen Gebot, denn Ende November überstiegen die Vorräte allein an Personenwagen das Niveau im nämlichen Zeitpunkt des Vorjahres um volle 35•%. Währenddem aber dama's die Nachfrage einen Umfang annahm, der nahe an einen neuen Pekord grenzte, eröffnen sich heute daraus kein? derartigen Persnet'ven. Die Situation ist genau umgekehrt wie Ende 1936: musste zu jener Zeit der Absatz zurückerebremst werden, weil die Fabriken mit der Erfüllune der Au f trgp-e n'cht rn^hr nachkamen, so legt heute die F'aute im Verkaufsgeschäft dem Erzeugimgsprozess Hemmschuhe an. Und n'chts snricht gegen, wohl aber alles für die Vermutung, dass die Produktion noch weiter sinken wird, denn allem Anschein nach ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Wohl w'rkte d ; e We'hnachtszeit stimulierend auf den Verkauf, doch wurde dieser Auftrieb durch das frühe und harte Winter" r etter teMweise w'eder paralysiert. Man braucht also nhht er^t nach dem Warum zu fragen, wenn ungefähr die Hälfte sa'mtfi-her amerikanischen Automobi'unfernehmungen ihre Tore von Weihnachten bis 3. Januar geschlossen hielten und wenn eine Anzahl weiterer FabriV-en die Arbeit erst gesren Mitte dieses Monats wieder aufnehmen wird, ganz abgesehen davon, dass die Arbeitszeit wenn auch nicht allgemein, so doch zu e ; nom betrScht'ichen Te'l auf zwei oder drei Tage in der Woche gekürzt wird. Vom deutschen Volkswagen. In der Rede vor den Reichsautobahnarbeitern führte Hitler aus. dass der seit langem vorbereitete Plan eines Volkswagens in wenigen Monaten zur Durchführung gelangen würde. Zur Herstellung des Wagens wird — wovon unser Blatt übrigens schon vor einigen Wochen berichten konnte — eine eigene, gewaltige Fabrik geschaffen, deren Grundsteinlegung in kurzer Zeit erfolgen soll. Wie wir weiter erfahren, besteht nicht die Absicht, den Volkswagen in diesem Jahr zur Auslieferung zu bringen. Vielmehr will man sich damit begnügen, im Lauf von 1938 die Einschätzung des KoMenoxydgefahrenmoments in der Garage, erwähnt wurde, mehren sich leider Winter für Winter die Unglücks fälle, die dadurch hervorgerufen werden, dass man der hohen Giftigkeit der Auspuffgase der Automobile in geschlossenen Räumen nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. fabrikatorischen Voraussetzungen für die Herstellung des Volkswagens zu schaffen. $«fawoiz«B»fi*cfa0* Via Vita. Wir hören, dass der die Via Vita seit Bestehen betreuende Sekretär, Herr K. Ruedy, von dieser zusammenfassenden Organisation der am motorisierten Strasspnverkehr interessierten Kreise auf eigenen Wunsch hin zurücktritt. Ohne ein allgemein gültiges Werturteil über die von Hrn. Ruedy durchgeführten Aktionen der Via Vita abgeben zu wollen, müssen wir hier gerechlerweise doch eines feststellen: Der restlose persönliche Einsatz Ruedys im harten Kampfj gegen die Spritbeimischun? allein schon verdient Dank und Anerkennung der Automobilisten und Benzinkonsumenten. Wir hatten Gelegenheit, in gemeinsamer Arbeit mit ihm die Vorbereitungen für die Stillegung vom 5. Juli 193G zu treffen und sind daher sehr wohl in der Lage, seine Verdienste um das Zustandekommen jener eindrücklichen Volkskundgebung zu beurteilen. Zwar haben in der Folge dann andere Leute in Versammlungen und Reden sich als Initiar.ten und Betreuer der erfolgreichen Aktion bekannt — d.-ch das scheint der Welt Lauf • Herr Ruedy wird der Via Vita allerdings im Rahmen des Möglichen seine Dienste auch weiterhin zur Verfügung «teilen, d. h. vor allem die noch unter seiner Mitarbeit in Angriff genommenen Vorlagen zu Ende führen. PHB^vn«» Notvzen Die bauliche Umgestaltung der Kreuzung Hirschenaxaben-Monb'Joustrasse. Nachdem der Stadtrat Ende November die Einführung der fahrzejiggesteuerten LicMsiornal-Anlaire für diese Strassenkreuzung beschlossen bat, ist der Antrag zur Installation des elektrischen Teils mit anerkennenswerter Promptheit erfolgt Bereits stehen an ien verschiedenen Direktionspunkten die Lampenfräger, deren spätere Signalgebung wieder nach dem Prinzip der automatischen Betätigung durch die Fahrzeuge selbst erfolgen soll. Es handelt sich um die modernste Anlage in der Schweiz, der in Fachkreisen ein besonderes Interesse beigemessen wird, weil durch ein ausgeklügeltes DreiphasensTstem die Die vorhergehenden Ausführungen haben dargetan, dass die Werte, welche man bisher bei unmittelbarer Untersuchung der Strassenluft auf Kohlenoxydgas an besondern Brennpunkten des Verkehrs gefunden, sich ungefähr zwischen 0,01—0,06 Vol. pro Mille bewegen. Man wird für die Praxis den Wert von 0,2 Volumpromille bei stundenlanger Einatmung als Grenze zwischen akut schädlich und unschädlich annehmen dürfen, selbst auf die Gefahr hin, dass er vielleicht ein wenig zu niedrig gegriffen ist. Um indessen die gesundheitliche Bedeutung der Luftverunreinigung in Großstädten richtig würdigen zu können, muss man sich immer wieder die Tatsache vergegenwärtigen, dass der Erwachsene schon bei körperlicher Ruhe innerhalb von 24 Stunden mindestens 10 Kubikmeter Respirationsluft nötig hat, d. h. dass er in, den 300 Arbeitstagen des Jahres mindestens 3000 Kubikmeter Luft seine Lungen passieren lässt. Wenn nun aber die Untersuchungen einwandfrei ergeben haben, dass die Auspuffgase selbst in engen und belebten Strassen, auch bei sehr grossem Motorfahrzeugverkehr, ausserordentlich schnell verdünnt werden und nur vereinzelt spezielle Regelung des Abbiege- und zeitweilig auch des Tramverkehrt vorgesehen ist. Die Ingenieure der Hasler AG., welche die für Laien kompliziert scheinende Signalanlage nach englischer Lizei« bauen, sind ihrer Sache sicher und garantieren im voraus einwandfreies Funktionieren. Im Zusammenhang mit der Einführung der automatischen Lichtsignalanlage wird die Strassenkreuzung einigen baulichen Aenderungen unterzogen. Die Sektion Bern des A.C.S. hat nun insende Fussgängerstrom an beiden Enden der An- fingeretrasse naoh dem Bubenbergplatz sich ergies- ihrer kürzlichen Ausschußsitzung den Plan des Tiefbauamtes der Stadt Bern über die zukünftig« Gestaltung der Strassenkreuzuni einlässlich behandelt und hierbei verschiedene Ergänzungen in Aussiebt genommen, die der städtischen Baubehörde in einer ausführlichen Eingabe zur Ausführung empfohlen werden. Die Grundzüge des Projektes A.C.S. liegen in der Oeffnung der Anlage Hirschengraben für den Fussgängerverkehr. Dadurch könnte der von der Ef- Kohlenoxyd und Auto Von A. E. Jaeggi. III. Die Gefahr des Garagetodes tritt ungeahnt schnell ein. dauerte es /M Stunden, bis bei geschlossenen mehr als 0,02 % Kohlenoxydgas in derTüren und Fenstern der natürliche Luftwechsel die Garageatmosphäre wieder einiger- Luft gefunden werden konnte, kann wohl gesagt werden, dass die Gefahr einer massen entgiftet hatte. — In der gleichen akuten Kohlenoxydvergiftung in denGarage lieferte eine 3/38-Mercedes-Benz-Li- Strassen grösserer, verkehrsreicher Städte im allgemeinen vorerst nicht zu befürchten ist. So verhältnismässig harmlos die Abgase des Autos im Strassenverkehr bzw. in der freien Luft sein mögen, so ungemein gefährlich werden sie in geschlossenen Räumen — in den Garagen. Wie einleitend von der Redaktion, in durchaus nicht übertriebener Es sei hier zum vornehereln mit allem Nachdruck betont, dass der Leerlauf des Motors in der Garage wenn immer möglich unterbleiben soll, da wfr gesehen haben, d*ss gerade er die Absonderung des gefährlichen Kohlenoxydgases ganz besonders fördert. Ist der Leerlauf des Motors in der Garage unvermeidlich, dann muss es im eigenen Interesse und in Jenem der Mitmenschen, als oberste Pflicht gelten, Fenster und Türen offenzuhalten und überhatiDt für weitgehendste Ventilationsmöglichkeit zu sorgen. fschluss) (Vergessen Sie nie, dass die enorme Gefährlichkeit des Kohlenoxydgases besonders darin zu suchen ist, dass es vollkommen geruch-, geschmack- und reizlos ist und sich erst dann bemerkbar macht, wenn die Einwirkung auf den menschlichen Organismus bereits einen Grad erreicht hat, bei dem auch das schleunige Aufsuchen sauerstoffreicher Luft nicht mehr von unmittelbarem Erfolg begleitet Ist. Plötzlich auftretende Uebelkeit pflegt ia m den meisten Fällen sofort in das Stadium der Bewusstlosigkeit überzuleiten, wodurch es dem Betroffenen fast immer unmöglich gemacht wird, Hilfe herbeizuholen !) Bei Leerlauf des Motors ?n der geschlossenen oder schlecht ventilierten Garage wird der für die Verbrennung der Triebstoffe (Benzin und Oel erforderliche Sauerstoff, welcher während der Ansai'sr>°node in die Zv'inder eelangt. 'n bedenklich kurzer Zelt Tifgebrancht. und zwar natürlich um so demonstrieren, wobei die eine Untersuchung in einer grösseren Garage von etwa 180 Kubikmeter, die andere in einer kleinen Privatgarage von annähernd 40 Kubikmeter Rauminhalt durchgeführt wurde. Wie wir früher gesehen haben, liegt die sogenannte toxische Grenze, unterhalb deren im allgemeinen akute Vergiftungserscheinungen nicht einterten, bei etwa 0,2—0,4 Volumpromille Kohlenoxyd. Wie leicht nun diese Grenze gerade in Garagebetrieben überschritten werden kann, zeigt deutlich der Versuch in der grösseren Garage von 180 Kubikmeter Rauminhalt. In dieser Garage wurde der Motor eines 3/16-Kabrioletts im Leerlauf laufen gelassen. Seitlich in etwa 1 Meter Entfernung stand die Apparatur für die Kohlenoxydgasmessung. Der Kohlenoxydgehalt der Luft in der Garage überschritt nach 4 Minuten die toxische Grenze von 0,3 Volumpromille, stieg im Verlaufe von 15 Minuten auf 1£ Volumpromille und hielt sich eine weitere Viertelstunde auf dieser Höhe. Nach Abstellen des Motors sank der Kohlenoxydgehalt bei geschlossenen Türen und Fenstern in 30 Minuten auf 0,5 Volumpromille und war erst nach einer weiteren Stunde auf 0,3 Volumpromille gefallen. So mousine (1990 cem) bei 25 Minuten Leerlauf 2,8 Volumpromille Kohlenoxydgas, also eine Konzentration, welche schon bei verhältnismässig kurzem Aufenthalt tödlich wirkt. Es sei noch besonders erwähnt, dass die Garage, worin diese Versuche vorgenommen wurden, bedeutend grösser als normal war. Beim zweiten Beispiel fanden die Versuche in einer Kleingarage von annähernd 40 Kubikmeter Rauminhalt statt. Verwendet wurde ein 6/25-PS-Ad!er-Motor. Der Auspuff des Wagens befand sich an der Rüchwand, der Apparat zur Bestimmung des Kohlenoxydes etwa 2 Meter von der rechten Seitenwand entfernt in ca. 1,70 Meter Höhe. Die Luftproben wurden nach Anlassen des Motors und Schliessen der Türen und Fenster entnommen, aber ohne dass man diese abgedichtet hätte. Die gefundenen Kohlenoxydmengen waren folgende: Kohlenoxyd In der nach Minuten Garageluft Volumpromille (%) 5 1,7 10 2,8 15 3,5 20 4,2 25 5,1 30 3,6 35 3,0 40 2,4 45 1,9 In der 43. Minute stand der Motor zufolge Mangels an Sauerstoff still. (Wenn er keinen solchen mehr bekommen kann, dann stellt er von selbst ab; es «stirbt» dann auch der Motor, wie man zu sagen pflegt.) Würde man die in obiger Tabelle angeführten Werte in ein Kurvenbild einzeichnen, so käme die höchste Kurvenspitze nach 25 Minuten und 5,1 Volumpromille Kohlenoxyd zu liegen, d. h. nach dieser Zeit ist die höchste Kohlenoxydgas-Konzentration in der Garageluft erreicht; von da an nimmt sie langsam wieder ab, weil der Luftsauerstoff völlig verbraucht wird und dadurch der Motor langsam seinen Geist aufgibt. Die in diesen Versuchen erreichten Kohlenoxydkonzentrationen überschreiten die toxische Grenze (0,3 Volumpromille) um ein Vielfaches und sie genügen bei weitem, um einen in der Garage sich aufhaltenden Menschen in kurzer Zeit tödlich zu vergiften. Die beiden Beispiele zeigen mit aller Deutlichkeit, in welch kurzer Zeit die Atemluft in der geschlossenen Garage bei Leerlauf des Motors mit Kohlenoxydgas vergiftet werden kann. schneller. 'Je kiemer die Garage ist Darum, Automobilisten: seid Euch der enormen VergJftungsgefahr dureb die Auspuffgase, besonders in geschlossenen Räu- Beispiele sprechen! Die zwei nachfolgenden Beispiele sollen die men, bewusst Ignorieren oder Unkenntnis Gefährlichkeit des Motorleerlaufes in ver-derselbeschlossener, aber nicht abgedichteter Garage fällen führt zu schwersten Unglücks- ! lage abgefangen und durch die neu zu schaffende Fussgängerprotnenade, fern vom Fahrverkehr, naoh seinen Bestimmungsorten gewiesen werden. Wie dia Dinge heute Hegen, kreuzt' der Fnssgänger die beiden Richtungsfahrbahnen des Hirschengraben meist diagonal in der ganzen Länge der Fahrbahn. Der Einbezug der Anlage Hirschengraben in die zukünftige Verkehrsregelung würde zweifellos eine saubere Trennung des Fussgängerverkehrs vom Fahrverkehr bringen. Die Umgestaltung der Anlage in eine Fussffänserpromenade in der Längsrichtung lässt sich mit einfachen Mitteln erreichen. An den beiden Bauwerken am nördlichen und südlichen Ende der Anlage müssten lediglich breitere Trottoirzungen angebracht werden, so dasg der Zutritt zum Gehwe? unbeschadet der jetzigen Lage des Bubenbersdenkmals und des Waldmannbrunnens erfolgen könnte. Die Verbreiterung der Trottoirzungen an den beiden Enden der Anlage hätte noch den grossen Vorteil, dass längs der Anlag« im vom Fahrverkehr nicht benützten Raum eine willkommene Parkselegenheit geschaffen werden könnte, womit der chronischen Parknot, zumal an Markttagen, etwas abgeholfen wäre. Die anderen Punkte des Ereänzungsvorschlages des A.C.S. betreffen ausschliesslich fahrteebnisobe Begehren. An Stelle der heute ungenügenden Fahrbahnbreite in der Kurve Hirschengraben-West- Effingerstrasse wird ein breiterer geleisefreier Fahrraum zwischen Trottoirkante and Tramgeleise gefordert, damit gleichzeitig Tram und Automobil vom Hirschen-raben kommend die Biegung befahren können. Heute ist dies ein riskantes Unternehmen und führt zu fortwährenden Klemmunsen zwischen Sfrassenbahn und anderen Fahrzeugen. Es liegt auf der Hand, dass mit der Einführung der automatischen Signalgebung die sebon heute ungenügende Fahrbahnbreite noch weniger in der Lage ist, den gleichzeitigen Verkehr aufzunehmen. Gegenüber dem Widmannbrunnen sieht das amtliche Projekt eine beträchtliche Ausmndunsr des Trottoirs vor dem Hause Bundesgasse Nr. 45 auf Kosten der Fahrbahn vor. Gegen die Einengung der eigentlichen Fahrbahn im Bereiche des dort stark schleifenden Kreuzungsverkebrs haben die Automobilisten berechtigte Bedenken. Sie beantragen daher Festhalten an den jetzigen Baulinien, welche das zweispuriire Einbiegen des Verkehrs vom Monbijou und der Effingerstrasse her ermöglicht und für das häufige Abbiegen nach dem Hirschengraben Ost noch genügend Raum übrig lässt. E« ist zu hoffen, dass die städtischen Behörden den Ergänzungsvorschlätren der Sektion Bern des A.C.S. ihre volle Aufmerksamkeit entgegenbringen und die dortige Strassenkreuzung entsprechend den praktischen Bedürfnissen des Verkehrs anpassen werden. h. Sffi »nbau Zuoer Strassenprolekte. Der Regierungsrat unterbreitete dem Knntonsrat ein Kreditbegehren im Betrage von Fr. 400 000.— zwecks weiterem Ausbau des Kantonsstrassennetzes. Hiervon sind 315 000 Franken für den vorläufigen Ausbau der Strasse Zutf-Unterägeri und Nidfurren - Menzingen vorgesehen. Da auf der erstem Strecke die Geleise der Strassenbahnen im Kanton Zug liegen, lassen sich diese Mittel wohl nur für eine provisorische Verbesserun? der Strassenverhältnisse einset7en, da in einigen Jahren sowieso die Frage zu lösen sein wird, ob d«r Babnunterbau" erneuert oder zur Einführung eines neuen Trnktionsmittels geschritten werden so'l. Die 400 000 Fr. lassen sich durch eine Anleihe bei der Zuger Kantonalbank zu einem billigen Zin&fuss beschaffen. Sw* «I*«©: Wieder einer weniger. Der Grosse Preis von Luxemburg, welcher im internationalen Sportkalender unterm 17. Juli eingetragen war, ist abgesagt worden. Oberingenieur Neubauer über die neue Rennformel. In einem < Die alte Rennformel ist tot — es lebe die neue Rennformel» betitelten Artikel schreibt Oberingenieur Neubauer, der Rennleiter der Daimler-Benz AG, u. a.: tSollen wir Deutsche uns über den FormpJwechsel beklagen? Meiner Meinung nach nicht. Rennen sollen Kampf sein — offener, ehrlicher Kampf mit gleichen Waffen. «Viel Feind, viel Ehr» sagt ein gutes altes Sprichwort. Soweit es sich heute bereits übersehen lässt, werden wir es in der kommenden Sporteaison mit so starken und international bunt gemischten Feldern zu tun haben, wie kaum je zuvor. Ausser Deutschland und Italien werden Frankreich, England und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Amerika mit neu entwickelten Formel- Rennwagen am Start erscheinen. Man darf gespannt sein, in welcher Weise die einzelnen Konstrukteure von den mannigfachen technischen Möglichkeiten der neuen Formel Gebrauch machen werden- Kompressormotor oder kompressorloser Motor, Leichtgewicht oder Schwergewicht — wer die Wahl hat hat bekanntlich auch die Qual. Auf jeden Fall verspricht die nächste Sportsaison sportlich und technisch unsewöhnheh interessant zu werden, und das ist ja schliesslich die Hauptsachen Ausstellungen Internat. Automobiiaussteiiung In Berlin. Wie bereits angekündigt, ist die diesjährige int. Berliner Automobilausstellung auf die Zeit vom 18. Februar bis 6 März anberaumt worden. Sie nutet dami« zum ersten Male eine Dauer von 17 Tagen. Wip früher schon führen die deutschen Reichsbahnen auch heuer wieder zahlreiche ^iTidrrrzüsre aus allen Teilen des Landes nach der Hauptstadt. Darüber hinaus richtet sich »wh die deutsch» Lufthansa auf einen Sonderdienst während der Ausstellung ein. An Grosse wird sie, das steht heute schon fest, ihre Vorgänger noch übertreffen, sind doch nicht weniger als zehn Hallen erford eiieu, am sie aufzunehmen.

1 — DIENSTAG, 4. JANUAR 1938 AUTOMOBIL-REVUE 11 Exportsteigerung bei Daimler-Benz auf 40 Millionen. Wie Dir Dr. Kissel an der WeihnaehU-Werkfeier der Daimler-Benz AG. darlegte, igt es dem Unternehmen gelungen, seine Ausfuhr, die sich 1936 auf rund 28 Mill. RM. belief, derart zu steigern, dass das laufende Jahr voraussichtlich eine Steigerung auf 40 Mill. bringen werde. Sorgen der russischen Autoindustrie. Die «owiptisfhe AutomoHl-Tndustrie ist bei der im Laufe des Jahres vorgenommenen Umstellung auf neue Typen auf ernste Schwierigkeiten gestossen. Es hat monatelang gedauert, bis der Fahrikatinns"rozess einigermasspn in Gans gebracht werden konnte. Der Produktiongansfall betrug daher in den ersten zehn Monaten 1937 14 527 Lastwasren und R12fi Personenwagen. Insgesamt sind von den Autofabriken nur 91.1% erfüllt worden. Die von den russischen Konstrukteuren herausgebrachten neupn Modelle für Automobile, die gegenwärtig in Gorki und 'Moskau gebaut werden, leiden zugestandenermassen an zu grossenr Brennstoffverbrauch Daher hat der Volkskommissar für Maschinenbau kürzlich die Einrichtung bpsnndprer Konstruktionsbüros auf den genannten Fabriken angeordnet, die ihr Augenmerk in erster Linie auf die Konstruktion mit geringerem Brennstoffverbrauch zu richten haben. 45 % höherer Tnfandabsatz In Italien. Italien bat während des 3. Quartals 1937 im Monatsdurchschnitt 2?28 Automobile im Tnland abgesetzt, eine Zahl, welche gemessen an den Verkäufen während des entsprechenden Zeitabschnitte 1936 eine Erhöhung um 45 % darstellt. Norwegens Motorisierung. Dag Automobilwesen Norwegens steht in einer Epoche intensiver Entwicklung. Gute Strassen. die Ständig unter Aufwand groseer Mittel ausgebaut werden. Zunahme der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten und ein verbältnismässig niedriger Benzinpreis haben diesen Aufschwung stark begünstigt. Norwegen besitzt keine eigene Automobil-Industrie. Lediglich Montagewerkstätten sind vorhanden, so dass die Importziffern ein gutes Bild der fortschreitenden Motorisierung zu geben vermögen In 3 Vierteljahren 1937 importierte Norwegen 5815 neue und 1279 gebrauchte Personen-Automobile und 3308 andere Motorfahrzeuge, insgesamt also 10.402 Wagen gegen 7903 in der gleichen Zeite de« Jahres 1936. Entsprechend dieser Entwicklung sind auch die Staatseinnahmen aus dem Automobilverkehr in Norwegen gestiegen. Sie beliefen sich im Budgetjahre 1936/37 auf rund 40 Millionen Kronen, doch rechnet man für das Etatjahr 1937/38 mit wesentlich höheren Erträeen. Gegenwärtig laufen in Norwegen etwa 80000 Motorfahrzeuge, so dass die durchschnittliche Belastung jedes Wagens etwa 500 Kronen pro Jahr ausmacht. Der Wettbewerb im norwegischen Automobil- Geschäft hat in letzter Zeit sehr scharfe Formen angenommen. Nutzniesser dieser Zustände sind allerdings nicht die Automobilisten, sondern in erster Linie der Fiskus und die Versicherungsgesellschaften Der Staat berechnet nämlich die Steuern und die Versicherungsprämien nach den offiziellen Listenpreisen Wenn nun der Automobilst Rabatt bekommt, dann muss er Steuern und Prämien dennoch nach den höheren Listenpreisen bezahlen. Die Rabatte für Barzahlung liegen im Automobilgeschäft zwischen 10 und 25%. Dabei nimmt der Handel alte Wagen zu Preisen in Zahlung, die weit über ihrem tatsächlichen Wert liegen. Ein Beispiel dafür: es gibt Fälle, in denen alte Wagen zu 1500 Kronen angerechnet und zum Verschrotten um 150 Kronen verkauft wurden. Es konnte nicht ausbleiben, dass sich Automobil- Club und die Organisation der Automobilhänrfler mit diesen unerquicklichen Zuständen befassen. Das erste Ergebnis der gemeinschaftlichen Beratung •war, die Preise für Reifen teilweise bis zu 50% zu senken, um so der übermässigen Rabattgewährung ein Ende zu bereiten. Was die Rabattgewährimg auf neuen Wagen anseht, so erklären die Händler die Hauptursache dafür liege in der gegen 1936 um über 70% gestiegenen Einfuhr gebrauchter Wagen. Dadurch kämen die überhöhten Listenpreise zustande, die zur Folge haben, dass der Automobilist durchschnittlich jährlich eine um einen Wert von 1000 Kronen zu hohe Luxusste"er zahle. Im weiteren soll zur Sanierung des Automobilmarktes eine Taxations-Kommission bestellt werden, .welche über den Wert gebrauchter Wagen zu entscheiden hat, die in Zahlung genommen werden.' Er. *#«•* Ausland stlsck^s Amerikas Automobilbestand mit über 29 Millionen auf neuer Rekordhöhe. Nach den vorläufigen Berechnungen der amerikanischen Zeitschrift «Automotive Industries» wird das Jahr 1937 durch einen aeuen Rekord der in den U.SA zirkulieienden Motorfahrzeuge gekennzeichnet sein. Belief sich deren Zahl 1936 auf 28 221 297, PO erklomm sie 1937 mit annähernd 29 600 einen neuen Zenith. In der kurzen Zeitspanne eines Vierteljahrhunderts ist damit ein ungeheurer Weg zurückgelegt worden, denn besass Amerika 1912 noch nicht ganz eine Million Motorfahrzeuge, so hat sich dieser bescheidene K?inj bis 1937 nahezu verdreissigfaeüt. Unablässig stieg die Flut bis 1930 bei einem ersten Kulminationspunkt von 26.5 Millionen, die Kurve der Entwick'ung umbog und den Krebsgang antrat 1933 schmolz der Bestand tut 23.8 Millionen zurück dann ab»r setzte die Erholung ein. und zwar derart kraftvoll dass