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E_1938_Zeitung_Nr.001

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AUTOMOBTL-REVUE

AUTOMOBTL-REVUE DIENSTAG, 4. JANÜArt Verlieh! TANKEN AUF DEN REICHS AUTOBAHNEN: Nur « Einheitsbenzin » wird ausgeschenkt. Wer die Reichsautobahnen Deutschlands aus eigener Anschauung kennt, der weiss vielleicht auch, dass er dort an den Tankstellen «lätz» ankommt, wenn er eine bestimmte Benzinmarke zu kaufen wünscht Das gibt's in diesem besonderen Falle nicht, vielmehr wird an den Zapfsäulen ein Einheitsbenzip «ausgeschenkt», das indessen keinen Eigennamen führt Wieso, warum? Weil die Treibstoffversoreunsr an den Autobahnen ausschliesslich in den Händen der «Reichsautohahn-Kraftstoff- Gesellechaft» liegt, wobei man die Konkurrenz der Benzinfirmen, welche diese Gesellschaft beliefern, dadurch auszuschalten trachtete, dass eben nur ein Benzin und ein Gemisch ohne nähere Markenbezeichnuni zum Verkauf gelangt. Der Qualität und deren Konstanz tut dieser Umstand jedoch keinen Abbruch, denn die Zusammensetzung des Lieferanten]? reis»;? bietet Gewähr H.ifiir. dass der Automobilist auch an den Autobahnen den nämlichen Treibstoff erhält wie bei irgend einer Markenbenzinfi'ma. Anders liegen die Dinge bei den Oeten: die werden mit ihrer regulären Markenbezeichnung verknuft. wobei man übrigens alle bekannteren Produkte vorrätig findet. Inzwischen schreitet der Ausbau des Tankstellennetzes an Hen Autobahnen fort: am 1. November waren deren 3fi in Betrieb wom pich noch einige «Hilfstankstellen» gesellten. Natürlich bleibt die systeniatipche Erweiterung nicht etwa auf die neuen Abschnitte der Autobahnen beschränkt, vielmehr werden je nach den znfaee tretenden Bedürfnissen auch bereits bestehende Strecken mit neuen Zapfanlagen ausgestattet Mehr Unfälle atif Strassen m?t Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die englische Fachnresse weiss davon zu berichte,n, dass sich die Verkehrsunfälle während des Novembers 1937 in absteigender Linie bewegt haben. Die Unfälle mit tödlichem Ausgang sanken von 639 (im selben Monat 1936) auf 556, jene mit Verletzunren von 18 352 auf 17 691 Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass sich Strassen. auf denen eine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit vorgeschrieben ist. durch grössere Unfallhäufigkeit auszeichnen als die übrigen. Dreistöckige Parkplätze. Ob es nun gerade der rettende Ausweg aus der Parkplatzfrage ist, welche den Neuyorker Behörden so schwer auf dem Magen liegt, oder ob er es nicht ist: jedenfalls hat man darüber an den Ufern des Manhattan die Idee ausgeheckt, die Parkplätze «nach oben> wachsen zu lassen. So gibt es jetzt solche Dinger mit drei Etagen. Sehr weit brauchte man nach dieser Lösung nicht zu suchen, jiumal mehrstöckige Garagen ja längst nicht mehr zu den unbekannten Dingen zählen. Strassenanlage und VerkehrsdlszipHn. Der englische Oberst O'Gorman hat den Satz geprägt, dass schlechte Strassen die Verkehrsdisziplin ungünstig beeinflussen. Man täte zwar gut daran, gewohnheitsmässige Verkehrssünder nicht besonders auf diese Feststellung zu stossen. weil sie ihnen einen ebenso billigen wie bequemen Vorwand liefern könnte, ihre Allüren mit dem Hinweis auf die Mangelhaftigkeit strassenbaulicher Zustände zu entschuldigen. Dennoch — ein Korn Wahrheit steckt schon im Ausspruch O'Gormans. Wenn nämlich der Automobilist, der von einem andern in unzulässiger Weise behindert worden ist, die Ursachen dieses Vorkommnisses analysiert, so gelangt er dabei an einen Punkt, von welchem aus die Kausalkette ihren Ausgang nahm. Nicht selten wird sich nun aber als Stein des Anstosses irgend eine Unzulänglichkeit der Strasse entpuppen. Kommt noch der Faktor Mensch mit seiner Ungeduld hinzu — dem schlimmsten Sittenverderber im Strassenverkehr — dann allerdings braucht es nur wenig mehr und die Gesetzesübertretung ist fertig. Denkt man indessen die Sache weiter durch, so lässt sich erkennen, dass die Ungeduld in der Regel nichts anderes ist als die summierte Wirkung von Fahrhindernissen und Hemmnissen, deren Gründe in mangelhafter oder unrichtiger Strassenanlaee gesucht werden müssen. Die Frage, ob die Beseitigung derartiger Mißstände nicht zu einer Besserung des verkehrseerechten Verhaltens führen würde, lässt sich deshalb nicht ohne weiteres verneinen. KLEINECHRONIK Festlesun« strittiger Bezeichnungen. Nicht nur im PuWikum. sondern auch in den Fabrikkatalogen herrschte bisher keine Einheitlichkeit hinsichtlich der Bezeichnung der Wa?enarten. Regriffe wie «Coupe». «Coach». «Berline» und «Limousine» wirdcn ohne scharfe Abgrenzung gegeneinander in verschiedenen Bedeutungen ye'^nuicht Um hier etwas Ordnung zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Konstrukteure, Karosseriefabriken, Garadsten und AutomoHHsten sich der deichen Bezeichnungen bedienen, hat das französische «Bureau des N'ormes de l'Automobile» (B.N.A.) nach Fühlungnahme T>if den Interessentenkreisen eine Anweisung veröffentlicht die PUTI erstenmal eine Normierung dieser Begriffe enthalt. Danach richtet sich in Zukunft die Bezeichnung einzig nach der Anzahl der Türen und Fensterscheiben des Wagens. Besitzt ein geschlossener Wagen zwei Türen und zwei Scheiben, so ist er ein «Coupe» Mit zwei Türen und vier Scheiben gebührt ihm die Bezeichnung «Coach». Ein Wagen mit vier Türen und vier Scheiben ist eine «Berline», und erst, vier Türen und sechs Scheinen berechtigen zur Führung des Namens «Limousine». Vorläufig ist demnach ausschliesslich für die vollständig geschlossenen Wagen die einheitliche Namensgebung durchgeführt, während sie für die übrigen Wagonarten, wie Phaeton, Landaulet usw. nörh folgen soli. Natürlich ermöglichen die bisher festgelegten Bezeichnungen bereits eine grosse Anzahl von Variationen, wie beispielsweise «Berline mit Rolldach», «Limousine mit innnerer Trennungswand» u. ähnl. mehr. '" Eine Schule für Traflerbesitzer. Zweifellos die erste Schule der Welt für Wohnwagenbesitzer wurde vor kurzem in einer Vorstadt von Neuyork eröffnet. Der «Unterricht» beginnt in einem richtigen Schulzimmer, wo die künftigen Ei- Troileybusbetrl«b bei den Fhelntallschen Strassenbahnen. Zu diesem, unter obigen Titel in Nr. 102 der «A.-R.» erschienenen Artikel wird uns nachstehende Entgegnung zugestellt: «Dass die Rheintalischen StraRsenbahnen seit Jahren an dem Problem der Betriebsumstellung «herumlaborieren», hat seine guten Gründe, denn die ganre Frage hat derart grosse Wichtigkeit, dass sie reiflich pe-priift werben will, wenn nicht nachher seitens der Gemeinden ganz erheblich grössere Opfer aufgebracht werden müssen, als sie bei der heute vorgesehenen Umstellung auf Trolleybus notwendig sind. Der Einsender ist aber n'cht richtig orientiert, wenn er schreibt, dass sich die Rheintal Strassenbabnen bei der Wahl des Trolleybus als gppi"nPtstes Betriebsmittel hauptsächlich durch riia Verhältnisse bpi der mifbetriebenen Altstätfen-fiais-ftahn haben leiten lassen. Tn der Tat UTid Wahrheit waren es in erster Linie Wirtschaftlicbkeitsgründe. die daru Veranlagung ga^en und erst in zweiter Linie zeigtpn die Untersuchungen, dass bei der Beibehaltung des elektrischen Betriebes auf den umgestellten ^trpckpn der Rheintnl. Strassenbabnen auch die Wödirbkeit des Weiterbetriebes der AltftMten- Gais-Babn vorbanden ist. Ein besonderer Vorteil dieser Lösung liegt sodann fn der Möglichkeit der späteren Wiederverwendung des erösslpn Teiles des heutigen Personals beider Betriebe, das sonst brotlos würde. Wenn man anderseits weiss, welche Bemühungen und Opfer von unseren Gemeinden aufgewendet werden, um neue Industrien und besonders solche für die Beschäftigung männlicher Arbeitskräfte heranzuziehen, so ist ohne weiteres kiar. dass es sehr kurzsicMi«? wäre, bestehend* Arbeitsgelegenheiten in leichtfertiger Weise ru vernichten. Es ist richtig, dass auf der Strecke Altstätten-Depot bis Altstätten-Sadt ein Parallelberieh Strassenbahn-Trolleybus entsteht. Für den Strassenbenützer hat das weiter gegenüber heute keinen Nachteil, denn der Trolleybus ist für ihn nichts anderes als ein Automobil. Bei den vielen andern Autos, welche die gleiche Strecke befahren, ist es bisher auch niemandem eingefallen, vom «Parallelbetrieb» zu sprechen. Gerade um zu bewirken, das« die «überladene» Marktgasse in Altstätten, insbesondere an Markttagen, feine Entlastung erfährt, sieht das Projekt eine Wendeschleife in der Gegend des Rathauses vor. Verkehrstecbnisch unbedingt die beste Lösung wäre dabei das Umfahren des aus dem Rathaus und dem kath. Pfarrhaus gebildeten Häuserblocks. Als Kompromisslösung für diese dem kath. Kirchenverwaltungsrat nicht gentümer von Wohnwagen (« Trailers ») anhand kleiner Modelle über die technischen Eigenheiten genehme Durchfahrt Kirch platz-« Freihof» ist nun dieser Anhänger informiert werden. Darauf folgt vorgesehen, das Wenden und Abstellen der Fahrzeuge zum Ein- und Aussteigen der Passagiere auf eine Reihe von Besuchen in Fabriken derartiger Wohnwagen, wo praktische Unterweisungen über den Platz zwischen dem Rathaas bzw. kath. Pfarrhans und der KantonalHank zu bewerkstelligen. Die die Fahrtechnik, das Rückwärtsfahren, Parken u.s.f. gegeben werden. Schliesslich gibt eine geprüfte Wendeschleife bei der Station Altstätten-Stadt wird Haushaltungslehrerin im Innern eines Triilers Anweisungen über die Wirtschaftsführung auf ge- von Berneck her sin Betracht kommen, welche An- selbstredend nur für diejenigen Trolleybuskurse drängtem Raum. Dislcuss^onse «I«o 6chluss von und nach Gais vermitteln. Mit dem gleichen Recht, mit dem man diese Lösung vom «verkehrstechnischen und verkehrssicherheitlichen Standpunkt» aus ablehnen will, könnte ein kom- •plettes Verbot des übrigen Autoverkehrs durch die Marktgasse verlangt werden, was sicher auch vom Einsender in der «Automobil-Revue» als widersinnig bezeichnet würde. Damit erledigen sich auch die gemachten Vorhalte des mangelnden Weitblickes, der Nichtberücksichtigung der künftigen Entwicklung des Strassenverkehrs und der Vernachlässigung der Frage einer genügenden Verkehrssicherheit. W. St «So, ich glaube, das tuts für den Winter.» — «Wart einen Augenblick, Hugo, meine Handtasche liegt noch drin.» fcfat * * (ifo den lülntec occs&tyen! 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MO f _ DTENSTA0. *• JANUAR 1PP8 AUTOMOBIL-REVUE F E U I L L E T O N Blatt im Wind. Von Joe Lederer. /. Buch. 4. Fortsetzung. «Natürlich.» Sie setzte sich zwischen ihn und Erdesz und sagte: «Thorn meint, wir sollen morgen alle nach Barcelona fahren. Am Sonntag ist Stierkampf Hab noch nie einen Stierkampf gesehn. Wie spät ist es eigentlich?» Es war zwölf vorbei. «Ich muss daheim anrufen», sagte Cary. «Theres glaubt sonst, ich bin ins Meer gefallen. Ist es wirklich schon so spät?» Aber sie kam nicht dazu, anzurufen, das Grammophon begann von neuem. Sie tanzten. Es war wenig Platz und ziemlich viel Leute. «Ist das nicht eine Idee, mit Barcelona?» «0 ja», sagte Hubert. Ihre Hand lag auf seinem Arm, und ihr Gesicht war ganz nah. Am 12. Mai ging das Schiff. Aber es war noch lang bis dahin. «Sie sollten einmal nach China kommen.» «Gern», sagte sie. «Unbedingt. Selbstverständlich.» Sie tanzten an der Bartheke vorbei, und an dem kleinen Tisch, wo der Grammophonkasten stand. Dann kam ein Tisch, wo ein alter Herr und zwei betrunkene Kokotten sassen. «Wie ist es in China?» fragte sie. Hubert überlegte, er dachte ernsthaft nach. «Ziemlich schmutzig!» sagte er dann. «Das ist alles?» «Nein. Wir haben auch Hochhäuser und Pagoden.» Das Grammophon verstummte. Die Tänzer blieben stehn und applaudierten, sie wollten weiter tanzen. Aber der Kellner, der das Grammophon bediente, schien nicht zu hören. Cary sagte: «Wollen wir an der Theke etwas trinken?» Sie setzten sich auf die hohen Stühle. Rings um den Mixertisch lief eine runde, blankpolierte Messingstange, «'n . A bend, Sir», sagte Eddy. «Was kann ich geben?» Hubert sah Cary an. «Limonade», sagte sie. «Und was ist ausser den Hochhäusern und Pagoden da?» Hubert bestellte eine Limonade und einen Cognac. «Die Chinesen, die Rikshaws, Zikaden — wenn Sie in Shanghai im Sommer in Ihrem Garten sitzen, dann schreien die Zikaden, und der Himmel ist blau, und die weissen Reiher fliegen durch den blauen Himmel.» «Hübsch», sagte sie. Sie sah ihn die ganze Zeit an. Hubert trank das Glas auf einen Zug aus, er fühlte sich masslos glücklich, und der Cognac machte ihm heiss. Aber er war nicht betrunken, er spürte nur, wie heiss ihm war, und er war viel glücklicher als sonst. «Mein Vater ist als ganz junger Mensch nach Shanghai gekommen, achtzehnhundertdreiundachtzig, oder so etwas. Damals war es drüben noch trostlos. Fast keine Europäer, viel Malaria. Mein Vater wollte Geld verdienen und dann wieder zurück und sich in Europa ein Haus bauen. Und er war tüchtig, hat's geschafft.» «Dann haben Sie ia Ihren Vater in Europa», sagte Cary. «Dann sind Sie doch nicht aHein.» «Nein», sagte Hubert. «Mein Vater ist in Shanghai gestorben. Das mit dem Verdienen hat er geschafft. Aber das Haus in Europa — nein, das nicht.» «Weisse Reiher im blauen Himmel.» «Ja», sagte Hubert. «Weisse Reiher im blauen Himmel. Und die Cholera. Und die Lotosblumen. Und der Taifun. Und das Drachenfest. Und der Gestank aus den Kanälen.» Sie hörte zu, den Arm auf die glatte runde Messingstange gestützt. «Und was noch?» «Es ist alles Unsinn», sagte er. «Eigentlich ist Shanghai wie jede andere Stadt. Wenigstens das Europäerviertel. Wir haben «inen Rennplatz und Kinos und spielen Golf, und abends tanzt man im französischen Club.» «Wer tanzt?» fragte Lois. Sie stand plötzlich an der Bar und sah müde aus. «Wie ist es mit Barcelona? Wollen wir morgen abends hinüberfahren?» Cary stand auf, sie gingen zu dritt an den Tisch zurück. «Unbedingt, gehen wir nach Barcelona!» sagte Cary. «War eine wunderbare Idee von Felix. Wie ist dir das eingefallen, Lix? So viele Gedanken in dem hübschen Köpfchen?» Er war beleidigt und lächelte wie auf der Bühne. «Du bist gut gelaunt, Cary.» «Ich bin herrlich gelaunt», sagte sie; «Das Leben schmeckt mir.» Sie zündetete sich eine Zigarette an und atmete langsam den Rauch aus. «Mit jedem Jahr, das ich älter werde, schmeckt mir das Leben besser. Wie ich vierzehn war, ist es scheusslich gewesen, und mit Zwanzig...» «Wie ich vierzehn war», meinte Erdesz, «hab ich die Freundin meiner Mutter geliebt.» «Und was ist denn passiert?» fragte der junge Rainer. «Ein Roman?» «Ich hab es schon einmal erzählt.» «Er hat es mir erzählt», sagte Lois. «Aber ich will es noch einmal hören.» «Eine sehr unbedeutende Geschichte», sagte Erdesz. «Absolut unbedeutend — oder wie?» Er hatte eine halblaute Stimme, die am Ende der Sätze zu zögern schien und' tiefer wurde. Dann kam, wie ein Atemholen, das fragende: Oder wie? Der Kellner kam und-nahm die leeren Gläser fort. «Die Freundin meiner Mutter war bei uns zu Besuch», sagte Erdesz. «Im Winter lebten wir in unserem Stadthaus in Budapest, ich ging dort ins Gymnasium. Und Piroska kam zu Besuch — wie? Ich hab mich in sie verliebt, aber sie kümmert sich nicht um mich, übersieht mich, behandelt mich wie ein Kind. Vielleicht, weil ich noch zur Schule gehe. Ich denke alles ist nur deshalb so hoffnungslos, weil sie sich schämt, ein Kind wiederzulieben. das noch in die Schule muss. Also bin Ich nicht mehr zur Schule gegangen.» «Und dann?» fragte Rainer. «Fertig. Schon zu Ende die Geschichte. Mein Hofmeister hat mich ins dunkle Zimmer gesperrt oder kein Abendessen servieren lassen. Aber ich bin trotzdem nicht mehr in die Schule gegangen. Mein Vater hat mich verprügelt, jeden Tag, eigenhändig. Durfte keine Freunde mehr sehen, nicht mehr ausreiten. Piroska war acht Monate bei uns. Ich bin acht Monate nicht in die Schule gegangen.» Felix lachte, und Erdesz sass da, gross, massig, mit freundlichen Augen. «Erdesz gefällt mar», sagte Cary. «Ich hab auch schon sehr geliebt, aber nie heldenhaft,» «Was du für liebe hältst!» sagte Felix. «Sei nicht so bitter», sagte Cary. «Liebling, du sollst dir nicht so bittere Gedanken über mich machen.» Felix war nichts als Ueberlegenhelt. «Tanzen, Lois?» Er gab Cary überhaupt keine Antwort. Sie sah ihm nach, als er den Arm um Lois legte und in dem Gedränge seine langen, sicheren Schritte machte. «Dieses kleine Biest», sagte Cary. «Aber Lois ist glücklich?» sagte Erdesz. «Oder wie?» Hubert horchte stumm zu. Er blickte Cary an, vielleicht war sie älter als sie aussah. Ihr braunes Knabengesicht war klar modelliert, aber sie konnte älter sein, als man glaubte. Sie rnusste seinen Blick gefühlt haben und sah auf. «Ja?» fragte sie. Das Grammophon lärmte, zwischen den Trommeln sang ein Saxaphon und hielt die Melodie. Als der Tanz zu Ende war, brachen sie alle auf. Draussen wehte ihnen die frische Nachtluft entgegen, und über den dunklen Schatten der Bäume glänzten die Sterne. Lois ging mit ihrer Gesellschaft zu Fuss zur Stadt zurück, sie wollten noch irgendwo unterwegs Kaffee trinken. «Ich muss heim», sagte Cary. «Vielleicht ist Theres noch wach und sorgt sich.» Hubert winkte einer Taxe, sie stiegen ein. Der Weg bis zum Excelsior war nur kurz. Cary schwieg, und das Auto fuhr durch die Dunkelheit. Manchmal, wenn der Wagen um eine Kurve bog, fühlte er sekundenlang ihren nackten Arm. «Kann ich Feuer haben?» Hubert zündete hastig ein Streichholz an. Sie neigte sich vor. Ueber die kleine Flamme hinweg sah er ihr Gesicht, ihre Augen, ihren schönen Mund. Hubert hielt das Streichholz und starrte sie an. Das Licht zuckte über ihr Gesicht. «Danke», sagte Cary. Sie lehnte sich wieder in ihre Ecke. «War ein hübscher Abend, nicht wahr? Und Erdesz hat mir gefallen. Ihnen auch?» «Ja», sagte Hubert, ohne aufzusehen. Er zerbrach das abgebrannte Streichholz in zwei Stücke. Der Wagen hielt vor dem Hotel, die Auffahrt war noch erleuchtet, und der Portier kam, um die Tür zu öffnen. Hubert zahlte den Chauffeur und ging hinter Cary die beiden Steinstufen zum Eingang hinauf. Die kleine Vorhalle war hell und still. Cary reichte ihm die Hand. «Gute Nacht», sagte sie. «Auf morgen!» Hubert nickte. Er hielt ihre Hand. Der Portier ging zu seinem Pult zrrrück und raschelte mit Papieren. (Forts, folgt.) Ein neues Buch für den reisefreudigen Automobilisten: Auf Europas Landstrassen von Peter Buess Ein Reiseführer? Ja und nein. Ja, weil das Buch ein fabelhaft zuverlässiger Begleiter durch einen grossen Teil der europäischen Länder ist; nein, weil es sich mit seiner Fülle von Gesehenem und historischem Wissen auch als beschauliche Lektüre an langen Winterabenden eignet. Es ist ein unendlich reichhaltiges Buch. Der Autor hat die meisten Länder Europas imWagen bereist. Seine Fahrten führten ihn nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Holland, Belgien, England, Frankreich, Tschechoslowakei, O esterreich, Ungarn, Jugoslawien und Italien. Ausgangspunkt war immer die Schweiz. Von all diesen Fahrten erzählt das Buch: von Landschaften und Leuten, von Baudenkmälern und Gaststätten, von der Geschichte und Kunstgeschichte der besuchten Länder und Städte. 200 prächtige Bilder sind im Text eingestreut. Ein Ortsregister und eine Karte erschliessen den stattlichen Band von 880 Seiten. Anf Europas Landstrassen ist für jeden Automobilisten ein Buch der Erinnerung an erlebte grosse Fahrten, gleichzeitig aber auch ein Interessanter und zuverlässiger Ratgeber für zukünftige Auslandsreisen. Preis des soliden Ganzleinen-Bandes Fr. 12.50 In den grösseren Buchhandlungen vorrätig, wo nicht, wende man «ich an den VERLAG HALLWAG, BERN Gehärtete Anlasserkränze Spezialerzeusmis von Gebr. GRELL, Rhelnfelden Tei. 67.100 Katalo: verlangen Unfall-Wagen Fiat 522 c 6 Zylinder, 13 PS, billig! Garage H. HUBER, Reinach 6. Telephon 14. Seit 32 Jahren inserieren gewisse Firmen in der „Automobl-Revue", weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. Gen.-Vertr.f.d.Schweiz: 4. Schnyier, St. Nlklauistr.»4, Hiolhurn Leger) Basel, Gent, Zürich HANS ZYSSET, Telephon 47.011 liefert für altere Wagen. — Ankauf von Last- und Luxuswagen zur Bestandteilverwertung. 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