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E_1938_Zeitung_Nr.004

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AUTOMOBIL-REVUE FREITAG,

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BERN, Freitag, 14. Januar 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 4 Paladin und Kindermörder Der alte Kinderschreck vom «bösen Mann» und der «Lumpenfrau», welche die Ungehorsamen holen werden, geht zurück auf ein sehr reales und grauses Geschehen. Natürlich wussteh die Mütter, welche ihre armen Kinder bange machten mit dem Vers: «Stille, stille — es chunt en Ma mit ere Brille, — es chunt e Frau mit ere Drucke, und will alli Chinde verschlucke» absolut nicht, weshalb sie so Böses prophezeiten... Dass dieses Böse war, und wie es sich auswirkte, wollen wir hier erzählen. In den ersten Dezennien des 15. Jahrhunderts lebte in Frankreich ein sehr grosser Herr, der Baron Gilles de Rais. Ausgedehnte Besitzungen, verschiedene Schlösser, sowie seine hochadelige Herkunft prädestinierten den jungen Mann zu einer aussergewöhnlich glänzenden Laufbahn. Diese beginnt denn auch in faszinierender Weise und führt den Baron zur höchsten Höhe des Glanzes. Dies' vorweggenommen, muss jedoch von der Jugendzeit Gilles gesagt werden, dass sie nicht glücklich war. Sein Vater verlor sehr früh in irgendeiner Fehde das Leben, die junge Mutter vermählte sich wieder, und nun überliess man den Knaben seinem Grossvater. Dieser ist dem unbändig wilden Enkel in keiner Weise gewachsen, und so drückt denn der alte Baron beide Augen zu und lässt die Zügel schleifen. Dass diese «Freiheit», das Fehlen einer energischen Zucht, seinem Enkel eines Tages zum Verderben wird, kommt Guy de Laval erschreckend zum Bewusstsein, als der k*um vierzehnjährige Gilles um irgendeiner Lappalie willen seinen Spielkameraden einfach ersticht I Die Geschichte des Gilles de Rais Selbstverständlich kann der Grandseigneur jener Zeit eine solche «Entgleisung» mit der entsprechenden Sühnsumme regeln, und niemand verdenkt dem jungen Baron diese Jähzorntat. Nur er selbst gedenkt ihrer am letzten Tag seines Lebens, da er erkennen muss, dass die unselige Schwäche seiner Erziehung mit den Grund legte zu allem Kommenden. Vorerst aber fühlt Gilles de Rais sich wenig belastet. Er geniesst die Freuden des Reichtums, der Liebe, des Ruhmes. — Denn früh schon vermählt sich der junge Baron mit seiner Kusine Katherine de Thouars, die eine der grössten Erbtöchter Frankreichs ist. Und man hört jahrlang nichts Nachteiliges über diese beiden. Dann kommt der Ruhm. Er ist gross und redlich verdient. Das zwei Jahrhunderte dauernde Ringen Frankreichs mit seinem englischen Erbfeinde um den Besitz des Pas de Calais (wobei sich England stets aufs neue bemühte, wenn immer möglich ganz Frankreich zu pflücken) ist gegen 1420 wieder einmal in eine für die Franzosen höchst kritische Phase gelangt. Die verlorene Schlacht bei Azincourt kostet Frankreich scheinbar alles! Denn selbst seine derzeitige Königin, die leichtlebige Gemahlin des schwachsinnigen Charles VI., erklärt sich für die englischen Ansprüche! Glücklicherweise stirbt dann der machtlose König, und sein gegen den Willen der Madame Isabeau zur Regierung gelangter Sohn beginnt bald den Kampf mit England aufs neue. — Gilles de Rais, mit knapp fünfundzwangzig Jahren zum Marschall von Frankreich ernannt, leistet seinem König und Leh'ensherrn jede erdenkliche Hilfe. Nicht nur sein Mut, seine Tapferkeit und eine hervorragende Kriegskunst zeichneten Gilles aus, er stellte dem König auch aus eigenen Mitteln eine ganze Armee zur Verfügung. Trotzdem hätte Frankreich vielleicht nicht widerstanden, würde ihm der Himmel nicht Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, geschenkt haben! Gilles de Rais ist begeistert vom Heldenmut dieses einfachen Mädchens. Denn Johanna ist seine Kampfgenossin, und Seite an Seite mit ihr zieht der Marschall in das eroberte Orleans ein. Gilles Stern steigt und steigt. Er wird einer der zwölf Paladine Frankreichs und assistiert bei der denkwürdigen Krönung Karls in Rouen. Dann kämpft er mit der Jungfrau vor Paris, und als das Glück Jeanne d'Arc verlässt und sie in die Hand der Engländer fällt, da setzt Gilles de Rais Himmel und Hölle in Bewegung, unrseine Waffengefährtin zu retten. Allein, der energielose König unterstützt den tapfern Marschall nicht — und das Mädchen, welches Karl VII. Thron und Herrschaft erobert hat, erleidet den furchtbarsten Tod. Enttäuscht und verbittert zieht Gilles de Rais sich auf seine Besitzungen zurück. Der Krieg hat ihn Millionen gekostet, und der König ist nicht geneigt, ihn entsprechend zu entschädigen, im Gegenteil, Karl, der Capetinger, ist nun sein Hauptschuldner! Und jetzt kommt allmählich der andere Gilles zum Vorschein. Nun enthüllt sich mehr und mehr etwas Abgründiges, Perverses. Dieses Andere wird geboren aus tödlicher Langweile, dehn Gilles de Rais ist gewöhnt an die Aufregungen des Kriegshandwerks, derweil sich nun auf seinen stillen Gütern nicht das mindeste ereignet. Um nun, wie ein moderner Mann sagen würde, etwas Leben in die Bude zu bringen, entfesselt er einen währen Vergnügüngikatarakt. Denn was sein verschwenderischer König kann, das kann der Marschall auch, und zwar noch besser! Also empfängt man schärenweise die illustrierten Gäste auf den Schlössern von Champtoce, Tiffauges und Machecoul. Man bewirtet die Herren mit den ausgesucht*^ sten Leckerbissen, die auf Gold- und SilBerplatten dargereicht werden. Kostbare Gobelins, Luxusmöbel, italienische Gemälde und Keramiken überfüllen Zimmer und Säle. Herrliche Edelsteine und Preziosen zieren die fürstliche Kleidung des Barons. Auf seinen Vergnügungsfahrten von Schloss zu Schloss lässt sich Gilles begleiten von einer dreissig Mann starken Musikkapelle, nicht zu sprechen.von dem riesigen Tross des schmarotzenden «Hofstaates», den sich der Marschall zugelegt hat! Selbstverständlich huldigt man auch dem Glückspiel, und die Freunde des Barons sorgen treulich dafür, da*« der Reichtum sich verflüchtigt. Natürlich führt diese wilde Wirtschaff zu enormen Schulden. Das Gold fliegt in Alle Winde, und so beginnt denn Gilles de Rais tnit dem Verkauf seiner Besitzungen. Aber alt dir König davon hört, verbietet er bei hoher Strafe den Erwerb dieser Güter; sie sollen für des Marschalls einzige, kleine Tochter erhalten bleiben. Wirksamer als ein solches Dekret dürfte es wohl gewesen sein, wenn vorerst einmal der König seine Schuld bei Gilles de Rais beglichen hätte. Der Baron weiss sich nicht mehr zu helfen, die Geldnot droht ihn zu erdrücken. Da naht sich der Versucher in Gestalt eines italienischen Gauklers. Dieser — ein verdorbener Mensch namens Prelati — rät dem Marschall, sich der Goldmacherkunst zu ergeben. Und Gilles de Rais stürzt sich samt diesem dubiosen Gehilfen mit Feuereifer in alchimistische Versuche. Natürlich geht es hier wie überall: Man verflüchtigt nur das noch Vorhandene, ohne eine Spur Gold zu finden! Gilles verzweifelt — doch Prelati keineswegs! Er flüstert von schwärzer Magie und Teufelskünsten — man müsse sich dem Bösen verschreiben und gewinne dafür alle Schätze dieser Welt. Gilles de Rais hat keine Wahl mehr, und so übergibt er sich den dunklen Mächten. Was geschieht? Der Schrecken geht um in den heitern Tälern der Niederloire, das grause Entsetzen in den Dörfern um Nantes. Denn es verschwinden Kinder. Sie verlieren sich am hellen Tage, und nie wieder zeigt sich die leiseste Spur von ihnen! Jahrelang — so zwischen 1432—1440 — dauert dieses Verschwinden. Arme, verzweifelnde Mütter, machtlose Väter sehen sich ihrer Kinder beraubt — niemand weiss, wie und wann das Furchtbare sich vollzieht. Eines aber weiss man genau: Im Bähnkreis der Schlösser des Seigneurs — bei Machecoul, Tiffauges und Champtoce — verschwinden die Kinder weit häufiger denn anderswo. Und der Schrecken breitet sich aus bis in entfernte Gegenden, wo man die Untertanen des Barons direkt als «Kinderfresser» diffamiert. Jedoch allmählich flüstert man im ganzen Lande, Gilles de Rais sei der Schuldige — er lasse die Kinder stehlen, um sie hernach dem Satan zu opfern ... Man spricht auch von' vier Spiessgesellen, den «Empocheurs», welche die gestohlenen Kleinen in Säcke steckten und nach Tiffauges transportierten. Dann gibt ei noch" etwas! Eine schreckliche, alte Frau, Perrine Martin. Diese treibt sich auf alten Landsträssen herum. Sie trägt einen Stock in der Hand, ein