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E_1938_Zeitung_Nr.006

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10 Automobil-Revue —

10 Automobil-Revue — N" 6 Höfliches Missverständnis Eine wunderschöne Geschichte, die einein Amerikaner aus dem mittleren Westen auf der Ueberfahrt nach England passierte - und die würdig genug wäre, in Hebels «Schatzkästlein» gleich hinter dem berühmten «Kannitverstan» zu rangieren - erzählt der «Manchester Guardian». Dem Amerikaner wurde im Speisesaal des Dampfers ein zweiplätziger Tisch angewiesen, an dem bereits ein Franzose sass. Als der Amerikaner Platz nahm, erhob sich der Franzose, machte eine kleine Verbeugung und sagte: «Bonjour!» Der Amerikaner entgegnete: «Mein Name ist Biergartner» — und damit war die Unterhaltung beendigt. Bei der nächsten Mahlzeit begrüsste der Franzose seinen Tischpartner wieder mit «Bonjour», der Amerikaner erwiderte: «Biergartner» und man ass schweigend. Auch am nächsten und übernächsten Tag beschränkte sich die Konversation auf die beiden Worte «Bonjour» und «Biergartner». Am gleichen Abend wandte sich der Amerikaner an den Obersteward und bat, man möchte ihm einen anderen Tisch anweisen, mit dem verrückten Franzosen, der sich bei jeder Mahlzeit von neuem vorstelle, könne er nicht weiter zusammensitzen. Der Steward fragte, was der Franzose denn genau gesagt habe. «Irgendwas mit Bon», erwiderte der Amerikaner. «Dann hat er sich Ihnen gar nicht vorgestellt,» erklärt der Steward, «sondern er hat Ihnen nur .Guten Tag' gesagt!» Der Amerikaner war tief beschämt, seinem höflichen Nachbarn so unliebenswürdig begegnet zu sein, und beschloss, es bei nächster Gelegenheit wieder gutzumachen. Er richtete es so ein, dass Criginalbericht des Auto-Magazins aus Paris: Saison 1936 er bei der folgenden Mahlzeit als erster am Tische sass und begrüsste den Franzosen bei seinem zose Die Minute des Nachdenkens Aus blossem Verstand ist nie Verständiges, aus blosser Vernunft ist nie Vernünftiges gekommen. Hölderlin. Wer die gewöhnlich gewordene Untugend schriftstellerischer Bekenntnisse und Entschleierungen hat, greift in Stunden begreiflicher Vereinsamung zum Stift und müht sich, das Durcheinander von Entzücken und Enttäuschung geordnet nach aussen zu bringen. Aber gerade er spürt am deutlichsten, wie wenig sich das Wesen der Dinge mit der eigenen Art des Erlebnisses verschwistern mag. Johannes Muron. Der Jahreswechsel bringt radikale Veränderungen unseres Schönheitsideals mit sich. Hoch lebe_der Reiz der Persönlichkeit! Verbannt und verpönt sind die Serienfabrikationen von Gesichtern, die schlechte Kopien unerreichter Kinostars waren. Die Augenbrauen werden nicht mehr mit Stumpf und Stiel ausgerottet, sie müssen nur in den richtigen Grenzen gehalten werden und sich dem Typus des Gesichtes anpassen. Die Wangen werden statt von exotischem Mandarinenrot jetzt mit einem Hauch von Zyklarnepfarbe belebt, dem der Lippenstift, der dem natürlichen Schwung des Mundes nun getreu folgen soll, assortiert ist. Die stilisierten Frisuren sind endgültig abgetan, und die Locken ringeln sich duftig und individuell über der Stirn. Nach dem Erscheinen der Demie-Saison-Kollektionen. gilt die erste, erwartungsvolle Frage der ruhelosen Taille: nein, sie hat sich noch nicht fixiert! Wie das Thermometer steigt und sinkt sie abwechselnd, den Oberkörper durch kurze Boleros auf ein Minimum reduzierend oder ihn durch über die Hüften reichende Sweater in die Länge ziehend. Die Röcke bleiben kurz, die Mäntel werden kürzer, und wir feiern die Wiedergeburt des Mantelkleides als « Kleid-Mantel», der, von allen entbehrlichen Garnierungen befreit, die Hüften eng umschliesst und auch am untern Rand kaum weiter wird. Den «Bord ä bord »-Verschluss bildet eine vertikale Knopfrejhe, Agraffen oder sogar Zippverschluss und bisweilen ein einziger Knopf am Hals. Die Drapierung, dieses unerschöpfliche Thema, lebt lustig weiter und hat, bald jn fast unmerklichen Raffungen, bald in absichtlicher Uebertreibung, nun auch schon die Rückenpartie erobert. Die Hüte haben vor ihrem unvermeidlichen Niedergang (denn höher geht's wohl nimmer!) noch einen letzten Aufschwung bekommen! Und während noch das Tanzkleid aus Tüll und Musselin und die zeitgemässe Skidress an der Tagesordnung sind, spürt man schon eine Vorahnung erfrischender Frühjahrsideen, die sich noch nicht recht herauswagen. Für die Skihose gibt es unzählige Varianten: aus farbigem Whipcord oder Samt ähnelt sie im Schnitt oft einer Reithose, die den Knöchel eng umspannt. Oft sieht sie aus wie eine gewöhnliche Stadtherrenhose, unter der sich ein durch Gummizug schneedicht gemachtes Futter versteckt. Oft wird sie, wie die Hosen der Kavaliere von 1838, von der sogenannten Strippe unter der Sohle festgehalten oder reicht in einem Latz über den Kapuze an der schottischen Skijacke wird als sehr praktisch empfohlen. Reizend ist die Fellkapuze eines Abendmantels aus Hermelin! Das Negerköpfchen von 1937, das als Maskotte ebensogut den Ausschnitt des Kleides wie das Wa'geriinnere « garnieren » konnte, ist ; zu einem Indianergesfcht verbleicht, dem Fetisch "von 19J8, einem kriegsgeschmückten Siouxindianer. Dreihundert Katzen im Filmatelier Die Metro-Goldwyn-Mayer benötigte für einen "ihrer lefzf&n Filme dreihundert ausgesucht schöne •Katzen. Für derartige Zwecke gibt es in Hollywood einen Spezialisten, Charles Twiford, der den Auftrag erhielt und auch — fünf Dollars das Stück — prompt ausführte. Aber die Lieferung erfolgte zu prompt: als die 300 Katzen im Atelier erschienen, war die fragliche Szene noch nicht aufnahmebereit. Es blieb der Filmgesellschaft nichts anderes übrig als einen besonderen Wärter für die vierbeinigen Schauspieler zu engagieren, der eine volle Woche lang für sie zu sorgen hatte, bevor sie «auftreten» konnten. Kostenpunkt: weitere 400 Dollars. Leider hat man nicht erfahren, was nach Beendigung des Films mit der Katzenherde passierte; es muss ja auch nicht ganz einfach gewesen sein, sie wieder los zu werden. cpr. CfvdsUcw, Jlu&l Die öffentliche Schreibmaschine Ein findiger Kopf — übrigens ein Abonnent der «Automobil-Revue», der Schreibmaschinenfachmann E. J. Walter in Zürich — hat eine Schreibmaschine konstruiert, die durch den Einwurf eines Zwanzigrappenstückes eine Viertelstunde lang in Gang zu bringen ist. Mancher Automobilist,, der in Zürich rasch einen Brief schreiben möchte, aber keine Schreibmaschine zur Hand hat, bedient sich der willkommenen Neuerung auf der Zürcher Hauptpost. e grösste Schreibmaschine der Welt Auf einer Ausstellung in Atlantic City war eine Schreibmaschine zu sehen, die mehr als mannhoch war und deren Tasten dadurch angeschlagen wurden, dass die «Stenotypistin» auf ihnen spazieiendie natürlich als Reklame für eine nenfabrik ausgestellt war, ist durchaus keine Atrappe, sondern funktioniert einwandfrei. Der Weltmeister im Maschinenschreiben führte sie den Besuchern persönlich vor und erzielte dabei eine verhältnismässig nette Schreibgeschwindigkeit. Die neue Nummer bringt: Skisport und Landesverteidigung Der weisse Tod lauert Eishockey Neue Route Preis 30 Rp., an Jed. Kiosk der technische Leiter der Schweizer Skischulen hat, zusammen mit J. Burlet aus dem bekannten Skifilm, eine Schweizer Skifibel Nach strenger Arbelt den wohlverdienten BECHER gemacht. Diese Fibel zeigt einerseits in kinematographischer Folge die einzelnen Phasen jedes Schwungs; auf der gegenüberliegenden Seite erklärt Chr. Rubi in der ihm eigenen, leichtverständlichen Sprache, auf was es besonders ankommt. Diese praktische, im Taschenformat erscheinende Skifibel ist nicht nur für Anfänger, sondern vor allem auch für jene, denen der letzte Schliff noch fehlt, der Leitfaden, den sie brauchen, um sich frei von «Krampf» und Uebermüdung den stilsicheren und leichtbeschwingten Skilauf anzueignen. Deshalb jedem Skifahrer die Skifibel von Rubi Preis Fr. 2.—. In jeder Buchhandlung erhältlich. Verlag Hallwag, Bern (Verlag des «Ski Heil») Druck, Cliches und Verlag: HALLWAG A.-G., Hallersche Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Bern.

AUTOMOBIL-REVUE 13 die feine Desserr-Chocolade SKONTO in allen Abteilungen und auf allen im Preise nicht bereits reduzierten Waren —ausgenommen einige Markenartikel GR EDER&CIE. ZÜRICH Herunter mit den Autospesen! Tausende und Abertausende von Automobilisten hängen in der Luft, weil sie nie wissen, welche Überraschungen ihnen der Betrieb thres Wagens bringt. Wenn Sie aber einen DKW mit Pauschal-Service fahren, dann haben Sie festen Boden unter den Fassen: Sie wissen auf Franken und Rappen genau, was Sie der Unterhalt kostet: Sie haben kein Risiko mehr I Wie geht das zu? Sie bezahlen uns einen festen Betrag von Fr. 45.— im Monat plus 5 Rp. pro gefahrenen Kilometer. Gegen diese Pauschalvergütung bezahlen wir für Sie Steuer und Versicherung, Benzin und Oel, Waschen und Schmieren, Reparaturen und Ersatzteile, und dies nicht nur im ersten Jahr — nein, solange Sie Besitzer des Wagens sind. Der DKW-Vorschlag Ist der günstigste, seit es Automobile gibt. Bevor Sie einen Wagen kaufen, sollten Sie die verschiedenen DKW-Modelle besichtigen und eine Probefahrt machen. Was sehen Sie? Eine elegante, geräumige Karosserle (Schweizerarbeit), glänzende Strassenhaltung, famoser Bergsteiger, In der Ebene mühelose Dauergeschwindigkeiten von 90 bis 100 km, der berühmte DKW-Zweltaktmotor nicht zum Umbringen — der ganze DKW ein Wunder an Wirtschaftlichkeit. Schweizer Stahl-Karosserie und Schweizer Montage Vierplätzer-Limousine oder -Cabriolet «RIGI» «KLAUSEN» «GOTTHARD» AUTROPA AG. Fr. 3750.- FP. 4150.- Fr. 4500.— Zürich, Jenatschstrasse 3/5. Tel. 58.886 Ausstellung: Falkenstrasse 4. Tel. 44.430 DKW Ich werde Soldat Von Majsr Edgar SehnmteMr Unter Mitarbeit zahlreicher Offiziere aller Waffen 208 Seiten, geb. Fr. 4.80. Das Buch hat den Ehrgeiz, etwas wie eine kleine Glaubenslehre für den schweizerischen Soldaten zu sein. Es ist auf der Ueberzeugung von der Notwendigkeit und dem sittlichen Wert der schweizerischen Landesverteidigung aufgebaut und wendet sich vor allem an den angehenden Soldaten; aber auch der fertige und gefestigte Wehrmann kann sich hier die Bestätigung und vielleicht Ergänzung eigenen Denkens und Erlebens holen. Das reich illustrierte Buch sollte bei allen Soldaten bleibender Besitz werden. Ana dtm Inhalt; 1. Abschnitt: Die Grundlagen: Vom Geist nnd Wesen des Schweizer Heeres. Du schweizerische Heer nach der, Truppenordnung ron 1936. Ton der Aufgabe unseres Heeres. 2. Abschnitt: Der junge Schweizer wählt ««In« Waffe. Rekrutenzeit. Ich werde Infanterist. Ich diene bei den leichten Truppen. Bei der Artillerie. Ich wähle die Fliegerwaffe. Ich will zur Fliegerabwehrtropp«. Ich gehe «ir Genietruppe. Ich will zur Sanität. Ich gehe zur Verpflerunjstruppe. Ich melde mich zur Motortransporttrupp«. Ich werde Trainsoldat. 8. Abschnitt: Soldat seinl Vom soldatischen Sein nnd Denken. Der Dienst als seelisches Erlebnis. Soldat und Staatsbürger. Trottsprach und Ermahnung an den, der nicht Soldat werden kann. Wo nehme ieh blot« einen her? Christian Rubi der technische Leiter der Schweizer Skischulen, hat zusammen mit J.BURLET aus dem bekannten Skifilm eine SCHWEIZER SKIFIBEL gemacht. Diese Fibel zeigt einerseits In klnematographischer Folge die einzelnen Phasen Jedes Schwungs; auf der gegenüberliegenden Seite erklärt Ch.Rubl in der Ihm eigenen, leicht» verständlichen Sprache, auf was es besonders ankommt. Dies« praktisch«, im Taschenformat erschienene Skifibel ist nicht nur för Anfinger, sondern vor allem auch für jene, denen der letzte Schliff noch f«hlt, der Leitfaden, den Sie brauchen, um sich frei von «Krampf» und Übermüdung den stilsicheren und leichtbeschwingten Skilauf anzueignen. Deshalb jedem Skifahrer die SKIFIBEL VON RUBI Preis Fr- 2.- In der « Revue » ein Inserat, noch immer seine Wirkung tat IN J E D E R B U C H H A N D L U N G E R H Ä L T L I C H VERLAG HALLWAG BERN