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E_1938_Zeitung_Nr.006

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Um das Zonenbenzin Die Zollverwaltung kommt dem Genfer Autogewerbe entgegen. Seitdem im Genfer Zonengebiet das Benzin zu 25 Rappen der Liter verkauft wurde, sehen sich die Garagisten und Benzinhändler der Rhonestadt vor eine Situation gestellt, die einen schweren Einbruch in ihre Existenzgrundlage bedeutet. In gemeinsamem Vorgehen suchten sie dieser bedrohlichen Entwicklung der Dinge entgegenzutreten. Und sie fanden bei den eidgenössischen Zollbehörden, deren Intervention sie nachgesucht, volles Verständnis und Gehör. Am vergangenen Dienstag nämlich fand in Genf im Beisein der Herren Häusermann und Drexler von der Oberzolldirektion eine Konferenz zwischen den Vertretern der Genfer Handelskammer, des Detailhandels, der Schweiz. Benzinunion, des Garagistenverbandes, des A.C.S. und des T.C.S. statt, wobei die Angelegenheit eine entscheidende Wendung nahm. Herr Oberzolldirektor Häusermann erklärte dabei, der Bund sei bereit, auf den Liter in der Schweiz gekauften und im Ausland verbrauchten Benzins eine Rückvergütung von 23 Rappen zu gewähren, unter der Voraussetzung allerdings, dass der Austritt und der Wiedereintritt über eine Zonen- S#i*ai*xen Reichsautobahnen im Jahr 1937. Der Bericht des Unternehmens «Reichsautobahnen» für 1937 enthüllt eine Reihe interessanter Daten und Angaben über die bereits erzielten und die künftigen Leistungen auf diesem Gebiet. Bis Ende des vergangenen Jahres standen 2014 km Autobahnen im Betrieb, währenddem sich in jenem Zeitpunkt weitere 1650 km und 900 Brücken im Bau befanden. A propos Brücken übrigens: 3900 Brückenbauwerke waren beim Jahreswechsel vollendet, wovon 1290 auf das Jahr 1937 entfallen. Die Bauausgaben in der Höhe von 650 Millionen RM wurden aus kurzfristigen Krediten gedeckt; für den Zinsendienst fanden die Erträgnisse der zugunsten der Reichsautobahnen erhobenen Zölle und Steuern in der Höhe von 200 Mill. RM Verwendung. Mit 98,042 erklomm die Zahl der Arbeiter im August ihren Höchststand. Im übrigen haben Verkehrszählungen ergeben, dass der Motorfahrzeugverkehr von den Landstrassen, welche mit den Reichsautobahnen parallel verlaufen, zu 30—50 %• auf diese abgewandert ist. Während der Wintermonate erfolgt die Wartung der Reichsautobahnen von 46 Strassenmeistereien aus. Von Joe Lederer. /. Buch. 9. Fortsetzung. Das elektrische Licht der Auslagen fiel hell auf das Pflaster. Sie kamen zu einer Strassenkreuzung, in einem offenen Torbogen hockte ein Schuhputzer, die Füsse auf seinen Werkkasten gestemmt, den Kopf auf den Knien. Er schlief. Die Strasse war schmal, ihre Schritte hallten. In den Häusern war schon das Licht erloschen. Die Balkontüren waren offen und schwarz. «Es gibt gar nichts zu erzählen», sagte Cary. «Was willst du wissen? Meine Eltern hab ich in der Kriegszeit verloren, Theres hat mich aufgezogen. Wir haben kein Geld, aber wir leben gut. Mit siebzehn hab ich angefangen, in Gesellschaft zu gehn, Theres dachte, ich sollte eine reiche Heirat machen. Aber dazu taug ich auch nicht. Wollte lieber allein sein und mich verlieben.» Sie gingen die Strasse entlang, die Laternen gaben ein unsicheres Licht, dann war es wieder dunkel, und nach einer Weile kam die nächste Laterne. «•Einmal hab ich eine Menge Zukunftspläne gehabt — ein Vetter von mir, wir haben uns grossartig verstanden, es war alles herrlich. strasse erfolge. Dadurch würde verhütet, dass die Automobilisten, vor allem natürlich die Genfer, welche nach Frankreich fahren, den lokalen Benzinhandel schädigen und erreicht, dass diesem wieder die Einnahmen zufliessen, die er vor der Einführung des ermässigten Zonenpreises zu verzeichnen hatte. Lösten die Darlegungen Herrn Häusermanns bei den Garagisten Befriedigung aus, weil sie mit der Verwirklichung dieser Idee von einer untragbar gewordenen Konkurrenz befreit würden, so erhoben sowohl die Handelskammer wie auch T.C.S. und A.C.S. verschiedene Einwendungen dagegen, die zu entkräften Herrn Häusermann jedoch nicht schwer fiel. Selbstredend soll und darf die Massnahme der Zollbehörden nicht als Aufmunterung zu Reisen ins Ausland aufgefasst werden, sondern vielmehr als Schritt zum Schutz eines Gewerbes, für welches der Benzinverkauf eine der wichtigsten Einnahmequellen bildet. Im weiteren flocht Herr Häusermann in sein Expose die Bemerkung 1 ein, man werde gegebenenfalls das Zollpersonal verdo^ppeln oder verdreifachen, um Stockungen an der Grenze zu vermeiden; man werde aber auch die mit der Kontrolle Beauftragten Zollwächter dahin instruieren, bei der Ausübung ihres Amte« den gebotenen Takt zu beobachten und sich nicht kleinlich zu zeigen. Die Rückvergütung könnte beim Wiedereintritt erfolgen, für jene, die der Weg öfters in französisches Gebiet führt, nach jeder fünften oder sechsten Reise. Das Verständnis der Zollbehörden für die Nöte des Autogewerbes verdient Anerkennung. Zu hoffen bleibt dabei nur, es werde sich auch dann offenbaren, wenn einmal die Zonen verschwinden und wenn dann aus den Kreisen der schweizerischen Automobilisten der Ruf nach einer Senkung des Benzinpreises laut wird. Fernsfrasse Wien—Zürich? Der Vorarlberger Automobilclub schlägt den Bau einer 8 m breiten Betonstrasse vor, die von Dornbirn bis zur Rheinbrücke bei Höchst (7 km Länge) für den Fern-Automobüverkehr zu erstellen sei. Dadurch sei die kürzeste Verbindung Wien—Zürich und München—Zürich hergestellt. Die Kosten dieses Projektes werden auf 3,5 Millionen Schilling geschätzt. Leistungsfähigkeit der beiden Transportmittel führte derselbe ein recht instruktives Vergleichsbeispiel an: Der Transport eines Feldartillerieregimentes der neuen Truppenordnung erfordert 7 Eisenbahnzüge mit zusammen 387 Achsen. Diese 7 Züge weisen eine Länge von 2043 m auf und können sich in der Regel in Abständen von 20 Minuten folgen. Diese 7 Züge, welche ausser dem Regiment auch alle Zubehör, d. h. Gefechts-, Munitionsfassungs- und Bagagetrain befördern, verlangen ein Bedienungspersonal von 30 Mann. Die Beförderung eines gleichstarken Pragelstrassen-Projekt. Das vom Bezirksrat Schwyz eingereichte Detailprojekt bezüglich Ausbau Feldartillerie-Regimentes der Prageistrasse von Muotatal bis zur glarnerischen Kantonsgrenzc im Kostenbetrage von 1,8 Mill. Fr. ist vom schwyzerischen Regierungsrat zwecks Erhältlichmaehung einer Bundessubvention der zuständigen eidgenössischen Amtsstelle überwiesen worden. I^^^^^^^^^^^^^^^^I Blatt im Wind. Bezüglich mit Automobilen — die bei Entfernungen von 50 bis maximal 100 km in Frage käme — würde 100 Wagen für den Mannschaftstransport, 40 Lastwagen für den Materialtransport, 10 Personenwagen für die Kolonnenführung und 10 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG. 21. JANUAR 1938 — N°6 Kampf den « Einaugern » und der fehlenden Reflextlnse. In den letzten Wochen mehren sich in Zürich die Klagen über das Fahren mit nur einem brennenden Scheinwerfer "an Automobilen in auffallender Weise. Trotzdem die Beleuchtungsvorschriften der eidgenössichen Gesetzgebung präzis und eindeutig genug sind, hat in dieser Beziehung ein arger Schlendrian eingerissen, an zahlreichen Wagen brennt nur ein Scheinwerfer und versetzt alle Entgegenkommenden in die Meinung, dass sie an Stelle eines Autos ein Motorrad vor sich haben. Es ist verständlich, wenn sich die Automobilisten-verbände energisch gegen diese «Einäugigen» zur Wehr setzen und bei den Polizeibehörden auf nächtliche Kontrollen dringen. Leider scheint man bei den Polizeiorganen dieser gesetzeswidrigen Beleuchtung der Wagen wenig Bedeutung beizumessen, währenddem z. B. bei nicht vörschriftgemässem Parkieren die dadurch entstehende «Verkehrsunfallgefahr> eine viel geringere ist. In den letzten Wochen konnte" man in der Stadt Zürich solche Autos nur mit einem funktionierenden Scheinwerfer konstatieren, ohne dass sie irgendwie von den Verkehrspolizisten angehalten worden wären. Die Vornahme planmässiger nächtlicher Kontrollen ist unerlässlich, wenn dieser gefährlichen Unsitte endJich gesteuert werden soll. Bei einer kürzlichen Unterredung einer Delegation der Kant. Strassenverkehrsliga Zürich mit dem Vorsteher der Kantonalen Polizeidirektion wurde auch auf die Notwendigkeit einer schärferen Kontrolle hinsichtlich der Ausrüstung der Fahrräder mh einer Reflexlinse hingewiesen, da man auf den zürcherischen Strassen noch sehr vielen Radfahrern ohne Katzenauge begegnet. Dabei handelt es sich nicht nur darum, ob eine solche Reflexlinse vorhanden ist, sondern ob sie die nötigen fleflexwirkuneen besitzt, ob sie zweckmässig, d. h. in richtiger Höhe angebracht und in sauberem Zustande ist. Es wurde daher angeregt, die kantonalen Organe möchten den jährlichen Fahrradkontrollschild nur abgeben, wenn das Vorhandensein und der einwandfreie Zustand der Reflexlinse am Fahrrad festgestellt worden ist V Der Kongress des C.T.I. (Conseil Central du lourisme international) ist für 1988, wie erinnerlich, der Schweiz zuerkannt worden, und zwar auf Vorschlag von Dr. Rothmund, dem Chef der Polizeiabteilung des eidg. Justiz- und Polizeidepartements. Dem Vernehmen nach soll am 25. Januar im Bundeshaus eine Konferenz der Interessenten stattfinden, deren Traktanderi die Festlegung der Organii sation und des Programms dieser bedeutsamen Ta- I gung der internationalen Touristik bilden. Kriegswirtschaftliche Vorbereitungen der Eisenbahnen Schluss von Stift 1. -.•' \omUotmw Motorräder erfordern. Demnach ergibt sich eine Kolonnenlänge von 7 km und ein Bedarf an Bedienungspersonal von ca. 400 Mann. Der Brennstoffverbrauch wird mit 7—8000 Liter Benzin angegeben. Als weitern Vergleich zog der Referent den 300 t ausmachenden Munitionsbedarf einer Division pro Grosskampftag herbei. Dieser Transport, per Eisenbahn ausgeführt, benötigte 2 kleine Züge mit zusammen 60 Achsen, hätte also eine Gesamtlänge von 260 m. Der Strassehtransport dagegen dürfte 60—75 Lastwagen mit einer Kolonnenlänge von 3—4 km erfordern. An Hand der beiden zitierten Beispiele versuchte der Referent die Bedeutung der Eisenbahnen sowohl für den Truppen- als für den Materialtransport darzutun. Wert und Nutzen des motorisierten Strassentrans- Wir wollten heiraten. Aber dann ist er abgestürzt. War Pilot und ist mit dem Postflugzeug abgestürzt. «Jetzt hab ich es schon vergessen», sagte Cary. «Aber ich bin damals so ziemlich mitgestorben; und was übriggeblieben ist von mir — um das hab ich mich nicht mehr sehr gekümmert. Verstehst du mich, ja? Hab gedacht, es war alles egal und sinnlos.» Sie spürte seinen Blick und hob den Kopf. «Ich hätte dir nicht soviel erzählen sollen.» «Warum?» fragte er verwirrt. «Es ist doch.. •> «Nein», sagte sie. «Vielleicht hätte ich nichts erzählen sollen.» Sie mussten im Kreis gegangen sein, denn am Ende der Gasse war plötzlich wieder der grosse Lichtglanz der Hauptstrasse. Musik wehte ihnen entgegen und ein Tram rollte vorbei. Als sie zum Hotel Falcon kamen, war die Glastür schon abgesperrt, sie mussten läuten. Ganz Barcelona war noch wach, nur das Falcon schlief. Der Portier erschien erst nach einer Weile, den Rock halb zugeknöpft und gähnend. «Buenos noches», sagte er. Er knallte die Tür hinter ihnen zu und sperrte wieder ab. Alles war still und voll Schatten. Sie stiegen die breiten Stufen hinauf, nichts rührte sich. Der Geruch von Steinmauern und dumpfer Kühle lag in der Luft. Auf dem Treppenabsatz blieb Cary stehn. Sie streckte die Arme nach ihm aus. Ein Lampenengel thronte auf dem Treppengeländer, töricht lächelnd, mit schwebenden Fersen. In der erhobenen Hand hielt er eine Glühbirne. Die Lampe war ausgebrannt und schwach. Sie küssten sich. Cary schlug langsam die Lider auf. In dem Ungewissen Licht schienen ihre Augen dunkler als dunkle Teiche. Sie gingen weiter die Treppe hinauf, und sie kam mit in sein Zimrner. Von Zeit zu Zeit fuhr draussen klirrend das Tram vorbei. Das Zimmer war dunkel, nur durch die halbgeöffnete Balkontür kam der Ungewisse Lichtschimmer der Strasse. Es war schwül, die Kissen waren heiss. Hubert setzte sich auf. Sein Herz schlug noch immer rasend schnell. Die Frau lag still, sie hatte den Arm ausgestreckt, er lag dunkel und fast schwarz auf dem Leintuch. Sie rührte sich nicht. Sie schien nicht einmal zu atmen. Der gekrümmte Arm sah aus, als gehörte er nicht mehr zu ihr, der Arm lag ganz für sich allein, dunkel und rührend. Er flüsterte ihren Namen. «Ja?» sagte Cary. Sie bewegte sich, der Arm glitt zurück und verschmolz mit dem Umriss ihres Körpers. «Ich dachte, du schläfst.» «Nein», sagte sie. «Ich bin ganz wach. Ist es schon spät?» «Ich weiss nicht», sagte er. Er beugte sich vor und küsste ihren Mund. Er küsste ihre Augen und ihren Hals und ihr Kinn. Sie atmete. Er spürte ihr Herz klopfen. Von der Strasse klang das laute Geschwätz portes sollte durch diese Beweisführung durchaus nicht in Frage gestellt werden, denn — betonte Dr. Schrafl mit Recht — in einem Kriege hätten die beiden Transportarten, Eisenbahnen und Motorfahrzeug, sich gegenseitig zu ergänzen und im Interesse der Kriegsführung und der Landesverteidigung das Möglichste zu leisten. Rivalitäts- und Prestigefragen dürften dabei keine Rolle spielen, sondern es müsse die Heeresleitung durchaus freie Hand bezüglich Einsetzung des für den einzelnen Fall besonders geeigneten Transportmittels haben. Schon rein aus kriegswirtschaftlichen Gründen müssten im Ernstfalle Konkurrenzierungs- und Verdrängungsversuche zwischen Eisenbahnen und Automobil unterbleiben. Soweit irgend möglich seien die Inlandstransporte durch die Eisenbahnen unter Benützung einheimischen Treibstoffes, Zubringer- und Verteilerdienst dagegen durch das Motorfahrzeug oder den Tierzug auszuführen. Ein weiteres wichtiges Kapitel der kriegswirtschaftliehen Vorbereitungen unserer Eisenbahnen stellen nach Ansicht des Vortragenden die Probleme 'der Evakuierung dar. In Anlehnung an 'die Vorträge Obrecht und Keller kam Dr. Schrafl in der Folge eingehend auf die Kriegsaufgaben der Bahnen in bezug auf die Landesversorgung zu sprechen. Aus Gründen der Selbsterhaltung müsse angenommen werden, dass kommende Kriegshandlungen weitaus brutaler und rücksichtsloser seien als zu Zeiten des Weltkrieges. Die kriegsführenden Parteien könnten «ich unter Umständen sehr wohl in eine Zwangslage versetzt sehen, die eine Rücksichtnahme darauf, oh ein Volk von 4% Millionen Menschen verhungere oder nicht, einfach nicht zulasse. An uns sei es deshalb, gut gründlich zu überlegen, wie einer solchen Zwangslage zu begegnen wäre, bestimmt aber spiele in diesem Zusammenhange ein gut eingerichtetes und. leistunasfähiges Transportinstrument eine grosse, vielleicht sogar entscheidende Rollo Recht aufschlussreich waren u. a. die Ausführungen des Referenten über die Grössenordnung der Einfuhrtransporte, im Anschluss an welche der Redner dann auf die Entwicklung der schweizerischen Einfuhr im Kriegsfälle zu sprechen kam, wobei er in einem kurzen historischen Rückblick die während des Weltkrieges geschaffenen diesbezgl. Kontrollorganisationen streifte: Soeiete «uissn de surveillance economique oder abgekürzt SSS, Treuhandstelle Zürich und Zentralstelle für die Leitung des Güterverkehrs vom Alislande nach der Schweiz CFerro), welch' letztere im Jahre 1P17 in die Schweiz, Zentralstelle für den Ein- iniu Auefuhrtrans-port umgewandelt wurde. Dia einlässliche Erörterung der Leistungen, welche die S.B.B, während des Weltkrieges auf dem Gebiete der Landesversorcung vollbrachten, zeigte, wie unsere Bahnen im Rahmen ihrer kriegswirtschaftlichen Vorbereitungen auch Vorkehrungen zu treffen haben, die es ihnen ermöglichen u. IT lebenswichtige Güter mit eigenen Lokomotiven 'und Güterwagen in den ausländischen Hafen abzuholen. Diese Notwendigkeit setzt voraus, dass auch künftighin ein Teil unseres Bahnnetzes mit Dampf betrieben wird, weil nur auf diesem Wege Lokomotiven und für den Dampfbetrieb eingeschultes Personal, wie es in solchen Fällen cebraucht würde, zur Verfügung gehalten werden kann. Entsprechend dem Bundesgesetze über die Sicherstellung der Landesversorgung im Kriegsfalle ist ein "besonderes Kriegstransportamt zu organisieren, welches in Friedenszeiten diese Transporte in Verbindung mit der Generalrlirektion der Schweiz. Bundesbahnen, in Kriegszeiten aber nach den Direktiven des Militäreisenbahndirektors durchzuführen hat. Am Schluss seiner durch instruktive Lichtbilder ergänzten Ausführungen wies der Präsident der Oeneraldirektion des SBB auf die Oberflächlichkeit jenes Urteils hin, das nach dem Auftreten des Automobils den Eisenbahnen jede Existenzberechtigung rundweg abspreche und allein im Automobil oder vielleicht noch im Flugzeug — die ja beide in ihrer Art unbedingt Grosses zu leisten imstande seien — die einzigen in Zukunft noch brauchbaren Transportmittel sehe. der Chauffeure, die vor dem Falcon ihren Standplatz hatten. Irgendeiner rief etwas, und die andern lachten. Hubert hörte es, aber von ganz weit her. Es war dunkel. Er begrub sein Gesicht an ihrer Schulter. Er spürte nur das weiche Fleisch unter seinem Mund. Er hatte noch nie mit einer Frau geschlafen, die er geliebt hatte. Wenn sie ihn Je verliesse, würde er sterben. Sicher. Er wusste es. Aber sie würde ihn nie verlassen. Sie gehörte ihm. Er liebte sie, und sie gehörte ihm. In der Stadt schlug eine Kirchenuhr. Hubert hob den Kopf und horchte. Auf einmal spürte er, dass Cary ihn ansah. «Cary?» flüsterte er. Im Halbdunkel war ihr Gesicht wie eine schmale fremde Maske. Sie hatte die Augen weit offen. • Um vier kam durch die Holzstäbe der Balkontür das erste rosa Morgenlicht ins Zimmer. Die Luft begann zu glänzen. Dann ging die Sonne auf. 6. Kapitel. Sie blieben noch vierzehn Tage in Palma. Lois reiste bald mit ihrem Mann nach Wien zurück, und Erdesz wollte nach Florenz gehn. «Meine Freunde aufsuchen», sagte er. Erdesz war nicht ganz in Ordnung. Er war merkwürdig still geworden. Manchmal sah er Hubert an und lächelte mit freundlichen betrübten Augen. (Fortsetzung folgt.)

N° 6 — FREITAG, 21. JANUAR 1938 AUTOMOBILE-REVUE 3 IN ITALIEN Varzi von Maserati verpflichtet. Er wird die Formelrennen sowie die der Anderthalbliterklasse reservierten Veranstaltungen bestreiten. Was eine kurze Meldung in unserer letzten Ausgabe ahnen Hess, ist inzwischen zur Tatsache geworden. Achille Varzi, der seit 1936, nach seinem Ausscheiden aus dem Auto-Union-Rennstall, keiner Rennorganisation mehr angehörte und im abgelaufenen Jahre für die Bologneser Werke, unabhängig von deren Mannschaft, lediglich an einigen Rennen der 1,5-Liter-Klasse teilnahm, wird in der kommenden Saison am Volant des nach der neuen internationalen Grand Prix- Formel konstruierten 3-Liter-Maserati-Kompressor, sowie auf dem 1,5-Liter-Rennwagen in die zu erwartenden heissen Kämpfe-eingreifen. Damit haben sich die Gebrüder Maserati einen Mann von ungeheurem Kampfwillen, von unerhörtem Draufgängertum verpflichtet, der in seinen Teamkameraden Graf Trossi, Rocco, Marazza und Cortese die notwendige Unterstützung finden wird, um die Farben von Bologna nicht nur gegen die ausländische Konkurrenz, sondern auch gegen die Widersacher im eigenen Lande, gegen Alfa Romeo, d. h. Alfa-Corse, wirkungsvoll zu verteidigen. Eine neue Rundstrecke für die Coppa Acerbo. Wir berichteten in der letzten Nummer, dass Italien im Hinblick auf die im Jahre 1941 in Rom stattfindende Weltausstellung eine Autostrada von der ewigen Stadt nach dem Meer mitten durch das Ausstellungsgelände zu bauen gedenke, wobei das Projekt bestehe, eine 10 Kilometer lange Gerade für Rekordfahrten einzuschalten. Das ist jedoch nicht der einzige Plan, den unser südlicher Nachbar in rennsportlicher Hinsicht in den nächsten Jahren zu realisieren beabsichtigt Ausser der Modernisierung der Rennbahn von Monza, von der an dieser Stelle bereits die Rede war, hat man auch den Bau einer neuen Rennstrecke vor den Toren von Pescara in petto, die den 25 Kilometer langen Circuit, auf dem seit Jahren die Coppa Acerbo ausgetragen wurde, ersetzen soll. Das italienische Olympia- Komitee hat kürzlich seine Zustimmung für den Bau einer kürzeren Piste, sowie von ständigen Tribünen gegeben. Die Kosten der ganzen Anlage, welche sehr viel dazu beitragen dürfte, dass die Rennen für das Publikum spannender und interessanter ausfallen, sind mit 2—3 Millionen Lire budgetiert. Engländer an der Mille Miglia. Aus England verlautet, dass die Teilnahme der Equipe Addington, Fane und Roth auf Frazer-Nash am italienischen Tausendmeilenrennen als gesichert gilt. IN U.S.A. Eyston «mietet» die Salzwüste 'von Bonneville für 3/4 Jahre. Und hat somit bis September für seine geplanten Rekordfahrten mit dem « Thunderbolt » keinen Konkurrenten zu fürchten. Wenige Tage, nachdem George Edward Thomas Eyston so schnell wie noch keiner zuvor auf seinem « Thunderbolt» über den Salzsee im Staate Utah gerast und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 502,1 km/St. über den Kilometer mit fliegendem Start Inhaber des absoluten Weltschnelligkeitsrekordes geworden war, meldete der Draht über das grosse Wasser, dass der engl. Sportsmann mit dieser immerhin verblüffenden Leistung noch keineswegs zufrieden sei, dass er vielmehr im Sinne habe, in die Salzwüste zurückzukehren, um seine Versuche fortzusetzen und wenn immer möglich die S50-km/St.-Grenze zu erreichen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass für den Sommer 1938 auch sein Landsmann John Cobb sowie der Amerikaner D. A^enkins als Weltrekordanwärter zu betrachten seien; wenigstens wird auf diese Zeit hin mit der Fertigstellung der von ihnen in Auftrag gegebenen Ueberrennwagen gerechnet. Als Jenkins im vergangenen September zusammen mit Lou Meyer auf dem Mormon Meteor mit einem Stundenmittel von 253,1 Kilometern einen neuen 24-Stunden-Weltrekord schuf, benützte er die 22,5 Kilometer lange Rundstrecke, auf welcher er schon früher in Rekorden gemacht hatte. Die Piste war nach der abgeschlossenen, wohlgelungenen Attacke derart ausgefahren, dass an neue Versuche nicht gedacht werden konnte. Eyston, der mit dem «Speed of the Winds» diesem Rekord zu Leibe rücken wollte, musste sich innerhalb der Salzwüste nach einer andern Piste umsehen. Diese, etwa 7—8 Meilen lang, konnte jedoch weder Fahrer noch Maschine genügen, so dass der englische Captain auf das Unternehmen verzichtete. Es ist nun für Menschenhand absolut unmöglich, eine ausgefahrene Strecke in Salt Beds für Rekordzwecke wieder herzurichten. Hier müssen die Naturelemente mit ihrer ganzen Macht einsetzen und das Oberflächenniveau ausgleichen. Dies alles ist jedoch eine Frage der Zeit, und zwar ist mit mindestens 6—8 Monaten zu rechnen. In Anbetracht dieser Tatsache und um neue Unannehmlichkeiten zu vermeiden, beschloss Eyston nach seiner Weltrekordfahrt vom 19. November 1937, die Salzseestrecken für seine persönlichen Zwecke bis Ende September 1938 zu reservieren. Sein «Thunderbolt» soll in absehbarer Zeit überholt und wesentlich verbessert werden, Arbeiten, die einige Monate in Anspruch nehmen dürften. Anfang Juni gedenkt dann Eyston zu seiner neuen Expedition zu starten, aus dem «Thunderbolt» rund 550 km/St, herauszuholen und bei dieser Gelegenheit mit dem «Speed of the Winds» sozusagen nebenbei noch die Weltrekorde über 24 und 48 Stunden zu schnappen. Bis dahin werden voraussichtlich auch die Weltrekordungetüme- von Cobb und Jenkins Der Weltrekordwagen im — Warenhaus. Das nämlich ist dem «Blitzstrahl» passiert, womit der Engländer Capt. Eyston im vergangenen Herbst auf dem Bett des Salzsees von Utah" den absolutea Weltrekord über den fliegenden Kilometer und die Meile zur Strecke brachte. Heute macht der Wagen Furore in einem der grössten Londoner Warenhäuser, bei Selfridge. Und es fehlt Eyston, wio figura zeigt, nicht an kleinen utl d grossen Bewunderern. die Werkstätte, verlassen. Cobbs Konstruktion wird mit zwei Napier-Motoren ausgerüstet und weniger schwer sein als der «Thunderbolt», nämlich nur ca. 4^ Tonnen anstatt 7 Tonnen. Sie wird auf vier Rädern rollen, während man die Radzahl beim «Thunderbolt» im Hinblick auf die diesjährigen Rekordversuche bekanntlich von 6 auf 8 erhöht. Cobb wird jedoch, sofern sein Monstrum tatsächlich schon im Juli oder August fertiggestellt sein soll, bis Ende September zur Untätigkeit verdammt sein, indem Eyston, wie gesagt, die Salzseestrecken bis dahin mit Beschlag belegt hat. Henne wechselt definitiv vom Motorrad zum Auto. •i Der Deutsch© Ernst Henne, der heute mit 279,503 km/St der schnellste Motorradfahrer der Welt und Inhaber von insgesamt 18 der gute Gleitschutz durch Eis und Schnee UNION A6. SCHNEEKETTENFABRIK BIEL Generalvertreter: Henri Bachmann Biel. Spitalstrasse 12 b, Telephon 48.42 Genf, Rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 Zürich, Löwenstrasse 31, Telephon 58.824 IN DEUTSCHLAND Union~ Schneeketten Die ächten Union-Schneeketten sind in allen Garagen und Fachgeschäften erhältlich. Verlangen Sie aber ausdrücklich Original-Union-Schneeketten mit der Armbrustplombe. Weltrekorden ist, hat Korpsführer Hühnlein die Absicht mitgeteilt, sich mit dem Jahr 1938 vom Motorradrennsport, in welchem er seit über einem Jahrzehnt eine grosse Rolle spielte, endgültig zurückziehen. Er wird jedoch mit seinem Rückzug vom Motorradrennsport nicht vom Motorsport überhaupt ausscheiden. Vielmehr hat er im Sinn, am Steuer des BMW-Sportwagens, den er 1937 im Grossen Grenzpreis von Belgien und im Grossen Preis von Bukarest siegreich zum Ziel führen konnte, weiterhin an internationalen und nationalen Veranstaltungen an den Start zu gehen. Sohwelzer. Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon. 12. Februar 1938. IN DER SCHWEIZ Die Ausschreibung eines Speziaipreises für die bestklassierte Dame ist vom Organisationskomitee der Schnee« Sternfahrt zum Genfer Salon, welch© morgen Sonntag in 3 Wochen stattfindet, soeben beschlossen worden. Dieser Entscheid geht in erster Linie auf das vom schweizerischen Damen-Automobil-Chiib an der Veranstaltung bekundete grosse Interesse zurück. Er wird in den Kreisen des SDAC sicher mit Freude begrüsst werden und hoffentlich recht viele Mitglieder veranlassen, an der Fahrt, die sehr interessant zu werden verspricht, teilzunehmen. Die Ankunft der Sternfahrer in Genf, welche ursprünglich am Sitze des AiCS an der Place des Alpes vorgesehen war, ist mitten in die Stadt verlegt worden, und zwar vor das « Cafe de ila Couronne >, wo es einer grossen Menschenmasse möglich sein wird, dem Eintreffen der Konkurrenten beizuwohnen. Wie uns die Organisatoren mitteilen, liegen zur Stunde die Anmeldungen eines Glarners, eines Neuenburgers und eines Baslers vor. Man erwartet zahlreiche Nennungen aus den Kantonen Zürich, Bern, Waadt und Genf, wozu wir gleich wiederholen möchten, dass die Nennfrist am 1. Februar 17.00 Uhr, bei einer Einschreibegebühr von 20 Fr., und am 7. Februar 12.00 Uhr bei doppeltem Nenngeld, abläuft. Ein Interessent fragt, wir antworten. «Ich wohne im Tessin. Wie werden mir die Luftlinienkilometer berechnet, wenn ich aus einleuchtenden Gründen gezwungen bin, die Bahn zu benutzen, um die Alpen zu passieren?» c Es wird die direkte Luftliniendistanz von Ihrem Startort Ms Freiburg berücksichtigt, gleich, ob Sie einen Teil Ihrer Fahrt per Bahn zurücklegen müssen. Bedingung ist immerhin: 1. dass Sie Ihre Fahrt auf .Schweizerboden beginnen; 2. nur jene Streckenteilstücke dürfen per Bahn zurückgelegt werden, deren Befahren per Auto absolut unmöglich ist. Das gilt gegenwärtig sowohl für den Gotthard wie für den Simplon, nicht hingegen für den Julier, der offengehalten wird, so dass eine Benützung der Albulabahn nicht unbedingt notwendig ist. Ihre Fahrt wird unterwegs nicht kontrolliert; sie haben einzig Ihren Start durch ein A.C.S.- Sekretariat oder den Polizeiposten beglaubigen zu lassen. » Der Salon-Ball wird wiederum im Hotel des Befgues steigen. Als Organisatoren zeichnen der Salon einerseits und die Zentralstelle zur Tuberkulosebekämpfung anderseits: das Benefice wird dieser Zentralstelle überwiesen. Ueberflüssig zu bemerken, dass auch dieses Jahr wieder ein weltbekanntes Orchester die Tanzbeine in rotierende Bewegung versetzen wird.