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E_1938_Zeitung_Nr.010

E_1938_Zeitung_Nr.010

BERN, Freitag, 4. Februar 1938 Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang -— Nö 10 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREIS Et A. (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuscblag, wenn nicht postamtlieh abonniert Autgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgab« C (mit Insassenversicheruna) vierteljährlich Fr. 7.50 Die offentl. Strassenausgaben der Schweiz „ Ende Ottober 1037 publizierte das Eid?. Statittiscfae Amt einen gesamtschweizerischen Uoberbljck über die von Gemeinden und Kantone zu tragenden Strassenausgaben. Mit Hilfe dieser Zusammenstellung war es möglich, erstmals ein objektives Urteil über die Fraee des effektiven Betrages der YOO der öffentlichen Hand zu leistenden Ausgaben für da« schweizerische Strassenwesen zu fällen. Tn der nachstehend widergegebenen Fortsetzung des vom Eidg. Statistischen Amtes verarbeiteten Materials kommen nun lcantonsweise sowohl die staatlichen als auch die kommunalen Aufwendungen zur Darstellung, unter besonderer Berücksichtigung des StrassenhaushaJtes der grösseren Gemeinden. Für die Beurteilung des Lastenverhältnipses zwischen Gemeinden und Kantonen ist die besondere Betrachtung der bedeutenderen Bevölkeriinsjs^entren mit ihrem kostspieligen Strassennetz wichtig. In der Statistik der Strassenaussaben müssen nrei Beträge scharf auseinander gehalten werden, nimlieh einerseits die Gesamtaufwendungen der Gemeinden wie der Kantone für das ''trassenwesen. anderseits die Kosten der kommunalen oder kantonalen Verkehrswege. Beide Summen decken «ich nicht: denn in den Bruttoausgaben der Gemeinden sind die Beiträge an die Kantone, in den entsprechenden Kantonszablen jene an die Kommunen inbegriffen. ," Die statistische Verrechnung der TTeberschüäse dieser gegenseitigen Leistungen ist nun undurchführbar, da in der Erhobung des OberbauinsTektorates über die kantonalen Strassenausgaben die Gemeindedotationen an die Kantonsstrassen von den privaten Beiträgen nicht getrennt wurden. Es ist anzunehmen, dass diese Beiträge eine grftssere Rolle spielen als im ereten Bericht vermutet wurde; in einzelnen Kantonen dürften sie jedenfalls eine namhafte Höhe erreichen Nach diesen Darlegungen wäre es nicht ai^ränjjig. die Kosten der Gemeindestrassen einfach den kommunalen Bruttostrassenausgaben gleichzusetzen. Sie lassen sich auf Grund des gegebenen Materials ebensowenig genau bestimmen wie die Kosten der Kantpnsstrassen. wie ferner die Saldi der gegenseitigen Zuwendungen von Kantonen und Gemeinden und wie schliesslich die Gesamtausgaben für die Schweüerstrassen überhaupt. Gemeinden. Im Jahresmittel 1931/1935 betrugen die gesamten Bruttoausgaben der schweizerischen Gemeinden 76,9 Mill. Fr., nicht 75,3 Millionen Noch einprägsamer geht aus den Ausgaben pro Fahrbahnkilometer hervor, dass die städtischen Verkehrswege vergleichsweise erhebliche finanzielle Anforderungen stellen. Dieser Mittelwert beträgt mit 14 700 Fr. das Zehnfache jenes für die übrigen Gemeinden. In den Städten müssen eben alle Strassen mit teuren Belägen, Entwässerungskanälen und mit Trottoirs versehen sein; in den kleinen Orten dagegen kann sich die Strassenpflege auf einzelne Durchgangswege konzentrieren. Dieser Gegensatz zwischen den grösseren und den kleinen Gemeinden wiederholt sich nun wieder innerhalb der Sädtegruppe.. Nur acht nachstehend aufgeführte Gemeinwesen gaben im Jahresdurchschnitt 1931/1935 je über eine Million Franken aus, aber ihre Gesamtaufwendungen erreichten nicht weniger als 30 Mill. Fr. und damit gut drei Viertel des Städtetotals. verursacht. Unter den Gemeinden mit weniger als zehntausend Einwohnern verzeichnen jene des Kantons Bern zusammen den grössten Ausgabeposten. Geht man aber auf die Durchschnittswerte pro Kilometer ein, so gelangen die Berner Gemeinden in einen unteren Rang nach Zug, Freiburg, Appenzell A.-Rh. und wie ursprünglich ausgewiesen. An dieser Summe sind die Städte, die Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern, etwas stärker Uri. Im übrigen hängt die relative Höhe der beteiligt als alle übrigen Würde man dieStrassenausgaben von verschiedenen Faktoren kantonalen Strassenaufwendungen von Basel- ab: von der Bautätigkeit, vom bisherigen Stadt mitberücksichtigen, so käme das städtische Strassenbudget auf 42,9 Mil!. Fr. oder wichtigen Durchgangsstrassen, von der fi- Stand des Strassenbaus, von der Lage an 32,5 Fr. pro Einwohner, gegenüber 13,6 Fr. in nanziellen Leistungsfähigkeit oder Leistungsfreudigkeit und nicht zuletzt von der den Landgemeinden. Vertei- Enehelnt Jeden Dienste« und Frettao Wöchentliche .Beilage ..Auto-MagBzin". Monatlich 1 mal „Gelbe Ust»" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck IIi 414 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern GeurhlrtstteUr Zfirlehf Löwenstrasse 51, Telephon 30.743 Stressen- ßruttoansgaben Städte länge 1000 Fr. Fr. pro Fr. pro km km Einwohner Zürich*) 549 13 637 24 840 44 fBasel-Stadt . . . . 242 4 362 18 025 26) Genf 153 3 611 23 601 29 Bern 229 3 075 13 428 26 Lausanne 179 3102 17 330 36 Winterthur . . . . 261 2595 9942 47 LuZern 76 1 663 21 882 32 St. Gallen 122 1337 10 959 21 La Chaux-de-Fonds . 123 1024 8 325 31 Total**) 1692 30 044 17 756 36 *) Mit den am 1. Januar 1934 eingemeindeten Vororten. **) Ohne Basel-Stadt. Die im Vergleich zur Wohnbevölkerung erheblichen Auslagen der beiden Zürcher Gemeinden sind nicht zuletzt durch die Länge ihres Strassennetzes lung der Strassenlasten zwischen Kantonen [ und Gemeinden. Wie verschieden die Verhältnisse in den einzelnen Kantonen sind, zeigt die Verteilung der Strassenausgaben nach dem Verwendungszweck. Durchwegs treten in den Städten die Kosten der Verkehrsregelung, dann auch der Verwaltung relativ stärk hervor. (Fortsetzung Seite 2.) INS ER TIONS-PREIS: Dl« aehtcetpaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif lateralen« enloss 4 Tage »or Erscheinen der Nummer Tabelle 2. Brnttostraiscnansgaben der StSdte und der Übrigen Gemeinden nach dem Zweck*) Tausend Franken im Jahresmittel 1931/35. Verwaltung 1 ' Unterhalt Neubauten Uebrige Reinigung Korrektionen Ausgaben***) Städte ' ' Uebrige Städte Uebrige Städte Uebrige Städte Uebrige *'•>; Gemein- *•) Gemein- **) Gemein- **) Gemein- Kantone ' \ den den den den Zürich , 891. .158 5 079 1485 8 871 2 448 1391 20 Schaffhauaen 110 28 262 170 530 319 61 3 Appenzell A.-Rh. ... 1 2 44 72 7 1 1 — Appenzell I..Rh. ... — 15 — 50 — 103 — — St. Gallen 160 56 759 1059 611 755 33 24 Bessere Schneeraumung auf der Unterseite der Gotthardstrasse Schon im letzten Winter wurden hin und wieder Klagen laut, dass die urnerischen Behörden der Schneefreihaltung der Nordrarnpe der internationalen Gottharddurchgangsstrasse von Erstfeld bis Göschenen zu wenig Aufmerksamkeit schenken, wodurch Automobilisten oft in sehr unliebsame Situationen kamen. Die gleiche Feststellung mussten nun die am 9. Januar von Erstfeld nach Göschenen fahrenden Automobilisten zu ihrem Leidwesen erneut machen. In Amsteg erklärte man ihnen noch, dass die Strasse Beilage: Bern 193. . 220 2 487 2 979 1832 3 035 148 34 Luzero 90. 47 639 948 887 1 173 47 2 Uri . r- 1 — 14 — 19 — — Sehwyz — . 2 — 314 — 354 — 1 Obwalden — 6 — 99 — 368 — 1 Nidwaiden — 2 — 29 — 49 — 1 Glarus — 13 — 214 — 488 —. 2 Zug ji9 3 49 103 47 17 1 — Freiburg ....... 29 24 283 891 307 420 7 4 Solothurn 81 42 323 509 758 539 14 3 Basel-Stadt — 17 — 99 — 304 — — Basel-Land — 48 — 745 — 482 — 7 Graubünden . . . . . 58' 37 336 665 166 1 108 2 8 Aargau 74' 136 248 1413 329 1222 41 31 lEburgau " — 73 — 970 — 1210 — 9 Teesin 4ft . 07 283 350 613 1676 57 18 . Waadt 262 185 2 061 2 161 1221 1695 95 65 Wallis — 45 — 427 — 1684 — 6 Neuenburg 140 24 1003 527 787 215 66 5 Genf 393 48 2 396 ^02 791 191 31 2 Schweiz 2 547 1329 16 252 16 895 17 757 19 875 1995 246 *) Total siehe Tabelle 1.'**) Gemeinden mit mehr als 10 000 Einw. ***) Signalisation, Vörkehrsregelung. mit Ketten gut fahrbar sei, doch schon oberhalb Amsteg stellten sich die ersten Erschwerungen in Form tiefeingefressener, 30 cm tiefer Fahrrinnen ein, und oberhalb Gurtnellen sowie speziell oberhalb Wassen war die Strasse derart mit Schnee verweht, dass der Zustand der « Fahrbahn > jeder Beschreibung spottete und die Wagen stecken blieben. Nur mit Hilfe von SBB-Arbeitern, die die Wagen ausschaufelten und die Strasse frei machten, konnten die Automobilisten wieder flott gemacht werden. Weit und breit Tabelle 1. Strasienlinge und Strassenansgaben der Städte and der übrigen Gemeinden im Jahresmittel 1931/35. Strasscnlänge Brnttoausgahen Bruttoaus gaben pro km km in 1000 Franken Städte Uebrige Gemein- Städte Uebrige Gemein in Franken •) Gemein- den •) Gemein- den • Städte Uebrige Geme'n Kantone den Total den Total *) Gemein- den den Total Zürich . . . . 811 1930 2741 16232 4111 20343 Betn 466 5 942 6 408 4 660 6 268 10 928 Luzera . . . . 76 1297 1373 1663 2170 3 833 Uri — 35 35 — 34 34 Sehwyz . . . . — 446 446 — 671 671 Obwalden ... — 232 232 — 474 474 NSdwalden ... — 52 52 — 81 81 Gkrus. . . . . — 202 202 — 717 717 Zug 20 181 201 116 123 239 Freiburg.... 49 1929 1978 626 1339 1965 Solothuro ... 129 893 1022 1 176 1093 2 269 Base-Stadt . . — 40 40 — 420 420 B4sel-L»nd. . . — 630 630 — 1282 1282 Schaffhausen . . 54 189 243 963 520 1483 Appemell A.-RL 28 100 128 83 75 128 Appenzel! I.-Rh. — 82 82 — 168 168 St. Gallen ... 147 1 468 1 615 1 563 1 894 3 457 Granbünden . . 88 856 944 562 1 818 2 380 A&rgau . . . . 41 2 238 2 279 692 2 802 3 494 Thurgau.... — 1 804 1804 — 2 262 2 262 TeSsin 68 754 822 999 2 141 3140 Waadt . . . . 269 2894 3163 3639 4106 7745 Wallis _ 1018 1018 — 2162 2162 Neuenburg. . . 226 6J2 838 1966 771 2 767 6*pi' . . . . . 152 585 737 3611 843 4454 Schweiz . . . . 2024 26409 29033 38651 38345 76896 *) Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern. 20 014 2 130 7 422 10 000 1055 1706 21 882 1 673 2 792 — 971 971 — 1504 1504 — 2 043 2 043 — 1 558 1 558 — 3550 3550 5 800 680 1 189 12 775 694 993 9 116 1 224 2 220 — 10 500 10 500 — 2 035 2 035 17 833 2 751 6 103 1 893 750 1000 — 2 049 2 049 10 633 1 260 2 141 6 386 2 124 2 521 16 878 1 252 1 533 — 1254 1264 14 691 2 840 3 820 13 828 1 419 2 449 — 2124 2124 8 832 1260 3 302 23 756 1441 * 6043 14 692 1452 2 649 Von den Masßnabmen zur Eindämmung der Maul- und Klauenseuche bleibt, wie unsere Bilder aus dem Wallis zeigen, auch das Automobil nicht verschont. Wie die Fussgänger. soweit sie überhaupt noch zirkulieren können, ihre Schuhe in die desinfizierende Lauge tunken müssen, so erhalten auch die Reifen eines jeden Automobils bei der Einfahrt in verseuchte sowohl als auch in noch nicht «angesteckte», aber bedrohte Dörfer, ihre Abwaschung, allerdings nicht zur ungeteilten Freude der Wagenbesitzer. Tonnenweise ist Obendrein bei den von Bauern Tag und Nacht bewachten Barrieren zur Verhinderung der Seuchenverschleppung Kalk auf die Strasse geschüttet worden und die weisse Decke, worauf sich das Aut6 tn unsern Bildern bewegt, ist nicht etwa Schnee, sondern eben Kalk. Kein«r passiert, der et6h nicht der Beini;prag«prozedur unterzogen hätte. Aussteigen gibts in den Ortschaften nicht, dafür sorgt, wenn einer trotzdem dazu Anstalten treffen sollte, schon-die Anwesenheit, sorgen auch die Mienen der Einwohner. Und wer geschäftlich zu tun hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als seine Bestellungen im Wagen aufzunehmen.