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E_1938_Zeitung_Nr.010

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war kein Schneepflug und

war kein Schneepflug und Strassenwärter zu sehen. Auch wenn solche abnormale Strassenzustände und _ Witterungsverhältnisse an einem Sonntag unerwartet eintreten,, sollten die urnerischert Behörden doch durch einen Piquetdienst dafür Vorsorgen, ,. dass die Strasse in kurzer Zeit wieder freigemacht werden kann. Bs ist eine zweifelhafte Reklame für eine internationale Durchgangsstrasse von der Bedeutung des Götthard. Wenn im Ausland die Mitteilung um sich greift, dass sie als gefährdet und gefährlich betrachtet werden, müsse, und dass man riskiere, hin und wieder hilflos stecken 'zu bleiben. Es ist sicher nicht zu viel verlangt; wenn wir'den Wunsch äussern, die von den KantonenJJri und Tessin getroffenen Massnatimen seien derart f anzuordnen, dass die beiden Bergrampen bis., Göschenen resp. Airolo den ganzen Winter hindurch wenigstens mit Ketten-gut und sicher fahrbar sind. V St» Keine erhöhten Radfahrerstrelfen Im Kanton Solothurn. Das vom kantonalen Baudepartement veranstaltete Plebiszit unter den solothurnischen Radfahrern, worüber seinerzeit an dieser Stelle berichtet -worden ist, hat das Ergebnis gezeitigt, dass sich 3500 St'mmen für und rund 7000 gegen die Ueberhöhung der Fahrradwege auf den Ausserortsstrecken aussprachen. Angesichts dieses Ausgangs der Abstimmung haben die Behörden beschlossen, die Radfahrerpisten lediglich mit einem Grünstreifen oder durch besondere Farbengebung von der Fahrbahn zu trennen. Für den Automobilisten bringt diese Art der Anlage Vor- wie Nachteile. Einen Vorteil bedeutet sie für ihn insofern, als er im Notfall und zur Vermeidung gefährlicher Situationen auch mal die sonst dem Velo vorbehaltene Piste benützen kann, in der Fahrbahnbreite also über eine gewisse Reserve verfügt. Die Kehrseite der Medaille liegt jedoch darin, dass beim glatten, niveaugleichen Uebergang von der Fahrbahn zum Radfahrerweg jene scharfe Trennung der verschiedenen Verkehrsarten,' welche das Interesse an der Sicherheit der Strasse als . wünschbar erscheinen lässt, erschwer,!; .wird und der «Ritter des Pedals» eher ; in ^Versuchung gerät, den eigens für ihn gebauten Weg zu igno^ rieren und je nach Lust und Laune auf die für den übrigen Verkehr bestimmte Strassenfläche hihauszuschwenken. Was zwar ganz und gar nicht der Zweck der Uebung, leider aber heute durchaus an der Tagesordnung ist. Und es kommt vielleicht nicht von ungefähr, wenn die zuständigen solothurnischen Behörden auf den Innerortsstrecken der neu auszubauenden Durchgangsstrassen die Radfahrerund Fussgängerwege ungefragt als erhöhte, Streifen ausgestalten. , A propos Fussgängerwege übrigens, sieht sie auch das Projekt für die Modernisierung der grossen Durchgangsrouten 1. Klasse überall vor, so verzichtet man aus Ersparnisgründen einstweilen auf deren Anlage ausserorts. Die Neubauten und Korrektionen beanspruchten in diesen Gemeinden 46% der Gesamtaufwendungen, in den kleineren Orten dagegen 52%. Jedoch spielt der Ausbau städtischer Strassen eine namhafte Rolle in den Gemeinden der Kantone Luzern, Solothurn, Schaffhausen, Tessin und vor allem in der Stadt Zürich. Im Jahresmittel 1931/35 hat die bedeutendste. Schweizerstadt 7,5 Mill. Fr. für Strassenverbesserungen ausgelegt; das sind .55% ihrer Gesamtauslagen für die Verkehrswege.. Dem gegenüber fällt das nächstgrösste, in der Tabelle 2 vertretene Gemeinwesen, nämlichrGenf, stark ab; die Kosten der Strassenverbesserungen machen mit 800 000 Fr. nur 22% der Totalsumme aus. Von den Landgemeinden widmeten jene in den Knatorien Otowalden, Glarus, Basel-Stadt, Tessin und Wallis" durchschnittlich mehr als zwei Drittel ihrer Gesamtausgaben den Strassenverbesserungen. Unwesentlich waren die entsprechenden Leistungen in Appenzell A.-Rh., Zug und Uri. Sehaffhausen . . Appenzell A.-Rh. Appenzell I.-Rh. St. Gallen . . , Schweiz 4188 5 909 , 85 * *) Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern. Nicht nur hinsichtlich der Ausgaben stehen die Zürcher Städte im Vordergrund. Die Gesamteinnahmen der Gemeinden für Strassenzwecke beliefen sich im Jahresmittel 1931/35 auf 17,8 Mill. Fr.; davon flössen 9,2 Millionen in die städtischen Gemeindekassen und an dieser Summe waren Zürich und Winterthur allein mit 6,3 Millionen beteiligt. In beiden Städten stehen an erster Stelle die Einnahmen aus den kommunalen Perimeterbeiträgen. AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 4. FEBRUAR 1938 — N° 10 Die öffentlichen Strassenausgaben der Schweiz Fortsitzung von Seite 1. Kantone Zürich . . . . . Bern . . . . . . Luzern . . . . . Uri Schwyz . . . . Obwalden . . . Nidwaiden . . . Glarus , . . . . Zug Freiburg . . . . Solothurn . . . Basel-Stadt . . . Basel-Land . . . Graubünden. . . Aargau Thurgau . . . . Tessin . . . . . Waadt Wallis Neuenburg . . . Genf . . . . . . nern entschieden überwiegen und unter diesen die Subventionen von Bund und Kantonen. Man vergleiche dazu folgende Uebersicht: Beitrage Ton Wird von den Zürcher Verhältnissen abgesehen, so lässt sich feststellen, dass die Beiträge an die Gemeinden unter 10 000 Einwoh- Millionen Fr. Promilleverteilnng Städte Ucbrlge Städte Uebr. *) Gemein- •) Gemeinden den Bund, Kantonen. ... Bezirken, Korporationen 85 575 Privaten 1192 2148 1591 5909 555 684 30 67 415 249 Total 2868 8632 1000 1000 •) Gemeinden über 10 000 Einwohner ohne Zürich und Winterthur. Im allgemeinen subventionieren Bund und Kantone nur ausserordentliche Strassenarbeiten, vorzugsweise finanziell schwacher Gemeinden; ihre Beiträge steigen deshalb mit zunehmenden Ausgaben für Neubauten und Korrektionen. Wenn die Neuenburger und Waadtländer Gemeinden trotz geringem Umfang der Strassenverbesserungen beträchtliche öffentliche Beiträge erhielten, so hängt Tabelle 3. der Städte und der übrigen Gemeinden für das Strassenwescn. Tausend Franken im Jahresmittel 1931/35. Bund, Bezirke, Korporationen, Private, private Total Kantone Gemeinden Gesellschaften ädlo Uebrige Städte Uebrlno Städte Uebrige Städte TJebrfge •) Gemein- *) Gemein- *) Gemein- *) Gemeinden den den den 2 597 732 — 9 3 706 791 6 303 1532 195 636 7 89 511 165 713 890 28 454 4 114 98 190 130 758 — 6— 3 — l _ i o — 83 — 37 — 36 — 156 — 61 — 25 — 20 — 106 . — 14 — 3 — 12 — 2 9 — 119. — 19 — 34 — 172 13 . 7 _ 3 1 1 14 11 12- 31 14 9 6 10 32 50 246. 133 50 11 115 77 411 221 — 54 — — — 108 — 162 — 5 8 — 1 3 — 46 — 117 72- 88 — 19 62 10 134 117 •3 — 2 1 — 2 5 3 • — 55 — 5 — 3 — 6 3 • 50 247 — 56 80 119 130 422 • 40- -284 — 20 8 80 48 384 • 39- -218 — 3 38 88 77 309 — 251 — 16 — 102 — 369 175 327 — 73 18 109 193 509 308 949 2 7 30 53 340 1009 — 800 —,. 34 -— 75 — 909 388 161 — •> 2 159 8 547 171 99 1.11 «>, " , A. ••' ft« , « (U. . 1K3 575 4 898 2 148 9 171 8 632 das mit ihrer gesetzlichen Beteiligung an den kantonalen Einnahmen aus Mbtoriahrzeugsteuern zusammen. Aus den Einnahmen konnten die Gemeinden im Durchschnitt 23% ihrer Bruttoausgaben bestreiten. Die entsprechende Quote stteg für die Gemeinden der Kantone Wallis, Zürich, Basel-Stadt, Appenzell I.-Rh. und Nidwaiden auf über 35% und übertraf ferner das Landesmittel in den Kantonen Uri, Glarus, Solothurn und Neuenburg. Kaum in die Waagschale fielen die Beträge in den Kantonen Freiiburg, Basel-Land, Appenzell A.-Rh. und Genf. (Schluss folgt.) UN Das Trinkgeld im Autogewerbe Im Rahmen unserer Diskussion über die Trinkgeldfrage veröffentlichen wir eine weitere Einsendung, die wir zu diesem Thema erhalten haben. Re(i - Die Trinkgeldfrage hat in den letzten Jahren schon viel zu reden gegeben, aber stets ist man wieder zum Schlüsse gekommen, dass die einzig saubere Lösung nur die völlige Abschaffung aller Trinkgelder im Autogewerbe herbeiführen könne. Und dies trotz aller sozialen Bedenken und trotz allen Verständnisses, das man für Angestellte und Arbeiter der Garagen, Tankstellen und Reparaturwerkstätten hegt. Gewiss, es gilt im Autogewerbe zu unterscheiden zwischen dem Trinkgeld an Garagearbeiter für ausgeführte Arbeitsleistungen und dem Trinkgeld an Chauffeure für eine vorgenommene Bestellung resp. einen Arbeitsauftrag. Dass diese letztere Art von Trinkgeldern verpönt sein sollte, darüber sei kein Wort weiter verloren. Von den «positiven» Trinkgeldern an Arbeitskräfte des Autogewerbes sollten diejenigen für Lieferungen von Waren — und darunter ist auch der Brennstoff zu verstehen — im Ernste nicht in Betracht kommen, da eine spezielle Arbeitsleistung hier nicht verlangt wird. So verbleibt denn für die Diskussion eigentlich nur der Fall, wo es sich um eine manuelle Arbeitsleistung handelt. Grundsätzlich wird man selbst hier für die Beseitigung der Trinkgelder plädieren müssen, und zwar nicht nur vom Standpunkt des Automobilisten, sondern auch des Arbeiters aus, dem das Trinkgeldwesen leicht zum unangenehmen. Verführer werden und ihn in Konflikt mit seinen Arbeitsbedingungen und seinem Dienstherrn bringen kann. Es sollte selbstverständliches Prinzip sein, dass die Arbeiter so entlöhnt weiden, dass sie auch davon leben können und nicht auf Trinkgelder angewiesen sind. Man sollte soweit kommen, dass die Trinkgelder auch für Dienstleistungen verschwinden, ohne dass deren Qualität darunter leidet. Und wenn man dem Arbeiter der Garage, wo man sich regelmässig bedienen lässt, auf Jahresende durch Zuweisung eines Geldbetrages oder eines Geschenkes eine Freude macht, so soll es kein Trinkgeld, sondern ein Weihnachts- oder Neujahrsgeschenk sein. Der einzig richtige und einwandfreie Zustand wäre es doch wohl, wenn alle Kunden gleich gut behandelt würden, ganz gleichgültig, was für Trinkgelder sie geben. Die Antworten auf die drei Fragen mögen daher nach diesem Prinzip kurz wie folgt lauten: 1. Für das Waschen und Schmieren des Wagens kein Trinkgold, sondern auf Jahresende eine Anerkennung. 2. Wenn nach Ausführung einer Reparatur der Piccolo den Wagen vors Haus bringt: Kein Trinkgeld, denn die geleistete, normale Arbeit wird verrechnet und bezahlt, selbst die Fahrt zum Haus. 3.*Beim Tanken unterwegs, wobei auch Oelstand, Pneus kontrolliert und die Windschutzscheibe gereinigt wird: kein Trinkgeld. 05 Prozent der Leistung ist Lieferung, nicht Arbeit, die hier unter Er sah Hubert neugierig an. Hubert zahlte und ging hinüber zur Telephonzelle. Ein schmieriges Telephonbuch hing an einer eisernen Kette. Hubert schlug nach, er suchte unter Aerzte. Achleitner, Acker Anton, Ackerbauer Johann, Aigner, Aland, — Albach-Thorn. Dr. med. Albach-Thorn. Hubert rief an, das erstemal war die Nummer besetzt. Das zweitemal war Lois am Apparat, aber sie verstand seinen Namen nicht. « Wer ? » fragte sie ein paar Mal, < Wer spricht denn ? » «Maquardt», sagte er.'Es tat ihm schon leid. Am liebsten hätte er den Hörer wieder angehängt. « Maquardt !> sagte Lois. «Das ist aber nett. Kommen Sie doch zu uns. Ja, natürlich. Gleich kommen. Die" Adresse ist Währinjrerstrasse 14.. Wo sind Sie denn ? > < loh welss nicht >, sagte Hubert. .«.••fr* gendwo auf einem Postamt. Abe^-ich'Werde schon Zu Ihnen hinfihden. Ich fahre jetzt gleich mit einer Taxe von hier ab. » Als er aus dem Postam* kam, fing es schon an zu dämmern» Er winkte einem Wagen. Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte und lehnte sich zurück. Das Telegramm war unterwegs. Cary hatte einmal etwa gesagt: Wir sind jung, und das ist schön, sprach der alte Goethe. Oh Cary. Der Ring war wunderbar. Hubert nahm den Hut ab, die Luft war kühl und erfrischend. Seine Augen brannten. Sprach der alte Goethe. Wir sind jung und das ist schön. Die Taxe hielt mit einem Ruck. Hubert stieg aus und ging pfeifend die Treppe hinauf. Er pfiff dünn und schrill und beseligt. « Hallo, Maquardt!» sagte Lois. Es waren ein paar junge Leute da, ein blonder Mensch, der Himmelbauer hiess, und ein Mädchen, Antoinette Bach. Sie hatte ein Vogelgesicht und neugierige Augen. Hubert wurde verlegen. Er hatte erwartet, dass Lois allein sein würde. Ein rotbäckiger, dicker Mann schob ihm einen Sessel her. « Tee oder Cognac ? > fragte Lois. Sie schien sich zu freuen, dass er da war. « Tee, bitte.» Als er es gesagt hatte, merkte er, dass die andern alle Cognac tranken. « Lieber Brandy ! > verbesserte er. Im Nebenzimmer telephonierte jemand. Es schien ein langes Gespräch zu sein. Hubert sass neben dieser Antoinette Bach und dem dicken Mann, der Rechtsanwalt war. Seinen Namen hatte Hubert nicht verstanden. Eine Weile war es still. « Wann sind Sie denn angekommen ? » « Heute morgen.» Lois lächelte und nickte ihm zu. Hubert nahm einen Schluck aus seinem Glas, aber der Brandy war scharf und kratzte. «Also gut! » sagte die halblaute Stimme im Nebenzimmer. Das Gespräch schien zu Ende zu sein. Ein junger Mann kam langsam herein, sah sich um und ging dann auf Hubert zu. « Hartig», sagte er. Er war sehr gross und sah gut aus. Er machte überhaupt einen sympathischen Eindruck. « Nun, Anton ? » fragte Lois. «Ich muss gehn », sagte Hartig. «Prochaska hat mich für sieben Uhr hinbestellt. > «Wir gehn auch», sagte Antoinette. Alle standen auf. « Sie nicht», sagte Lois zu Hubert. « Oder haben Sie etwas vor ? » «Ich will Sie nicht stören», sagte Hubert. «Ich...» Sie schüttelte den Kopf und drehte sich dann zu Hartig um. Hartig sagte : «Hast du irgend etwas von Cary gehört ? » Eine Sekunde lang war es still. Hubert hatte das Gefühl, dass sich alle bemühten, ihn nicht anzusehn. Und dass sie alle wussten. Nur Hartig nicht. «Ich glaub, sie wird dieser Tage zurückkommen », sagte Lois. « Anton, wenn du das Patent anbringst, geh ich ein Fest. Wo triffst du den Prochaska ? » Hartig sagte : « Nicht eine einzige Zeile hat sie mir geschrieben. Verstehst du das ? Ich nicht.» Die andern sprachen durcheinander. Schliess'ich gingen sie alle hinaus. Lois kam zurück. «Der arme Hartig:», sasrte sie. < Wissen Sie, er ist in Cary verliebt. » Sie nahm eine Zigarette und blickte ihn an. « So ? » sagte Hubert. Er nickte ein paar Mal. Er spürte eine dumpfe Unruhe. «Ja. Er adoriert sie sehr. Noch einen Cognac, Hubert ? Ich freu mich wirklich, dass Sie mich angerufen haben ? » Hubert trank das Glas rasch aus. Er fühlte sich wieder besser. Schliesslich konnte man keinem Menschen verbieten, sich zu verlieben. Nein, das konnte man nicht. Der Cognac machte warm. Lois sass in einem niedrigen Sessel, die Hände um die Knie geschlungen. « Erzählen Sie doch, Hubert. Was gibt es für Neuigkeiten ? » «Eigentlich keine», sagte er. Er setzte sich. « Es war schön in Palma, viel Sonne. » « Und hier ist es kühl », sagte sie. « Und am Nordpol schneit es. Was kann man noch über das Wetter sagen ? » Hubert lachte. Er wurde verlegen. «Ich warte, dass Cary zurückkommt », sagte er. Lois sah nicht auf. « Ich hab einmal mit Cary gesprochen», sagte sie. « Bevor ich von Palma fort bin. » Sie hielt noch immer die unangezündete Zigarette zwischen den Fingern. «Ihr seid beide verrückt. Ihr wisst es bloss nicht.» Hubert fühlte sich auf einmal befreit und sehr glücklich. « Aber Lois ! > sagte er. « Aber Lois ! » wiederholte sie. «Ihr seid verrückt. Ihr passt nicht zueinander.» « Wir sind sehr glücklich.» «Vielleicht seid ihr sehr glücklich. Aber ihr passt trotzdem nicht zueinander. » Sie d r ehte die Zigarette hin und her und seh wie er. < Wo"t ihr he'raten ?» fragte sie- nach einer Weile. Sie bl'ckte auf. Auf einmal tat sie ihm leid. Ihr abgespanntes Gesicht tat ihm leid. (Fortsetzung iolgt.)

N° 10 — FREITAG, 4, FEBRUAR 1938 AUTOMOBIL-REVUE Die Beisetzung von Bernd Rosemeyer Sternfahrten Schon 45 Nennungen für die Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon. In raschen Schritten nähern wir uns dem 15. G-enfer Salon und damit auch der von der Sektion Genf des ACS erstmals ausgeschriebenen Schneesternfahrt, welche die nationale Automobilsportsaison äusserst würdig zu eröffnen verspricht. Kurz vor Kedaktionsschluss erreicht uns die erfreuliche Kunde, dass die Veranstalter bereits im Besitze von 45 Anmeldungen sind. Die Zahl der Nennungen ist also schon heute rund um das Doppelte höher als letztes Jahr, was wohl darauf zurückgeführt werden darf, dass die Konkurrenz für schweizerische Verhältnisse etwas absolut Neues darstellt, und dass sie ferner für die Experten- und Amateurmeisterschaft 1938 zählt. Der Wunsch, schon im ersten Meisterschaftstreffen mit einem möglichst guten Resultat abzuschneiden, kommt im grossen Interesse, das dem Rallye entgegengebracht wird, deutlich zum Ausdruck. Die Nennungen : H. Trümpy, Glarus M. G. H. Portmann, B?sel Ford B. Pierrehumbert, Le Locle Lancia E. Mrebiis, Lausanne Aero W. Moser. La Chaux-de-Fonds Fiat H. Periat, Freiburg Peupeot A. Motz. Neuenburg Ford E. Burri, Genf Opel E. Baumann Genf Adler H. Satifliier, Martigny Ford K Schäfer, Bern Dcdge O. Fricker, Basel B.M.W. A. Sandoz. Neuenburg Renault A. Compaqnon. Genf Renault J. Stich, La Chaux-de-Fonds Fiat A. ScheiWer, Laupen Bugatti M. Walther, Bern Ford M. Snannol, Lausanne Ford G. Mollet. Lausanne Delahaye R. Bloch, La Chaux-de-Fonds Fiat W Brpitling. La Chiux-de-Fonds Studebaker P. Häfeli. La Ch;?ux-de-Fonds Citroen M Schlofterbeck, Basel Hudson E. Rock, Basfil Ford C. Nanp. Basel Ford J. Daler, Freiburg Ford Frau Biichi, Bern Dodtje Ch. Philipppssian, Genf Terranlane J. P. Aeschlimann, St. Imier Vauxhall C GodeTfroy, Bern-Muri D»lj»haye H. Pübelin. Zürich BMW. H. Mahl. Zürich B.M.W. E. Camriolontjo, Zürich Hanomag X.... Zürich Fiat W. Hohl, Bern Fis>»-Balilla H. R. Gautscbi, Bern B M.W. P. Nikiaus. Bern-Wabern Riley J. P. Burkhardt. Genf Adler E. Haldimann, Bern X.. R Imhof, Lausanne X ., Mme. L. M. Schüpbach, Lausanne X . G. Lang, Lausanne X . W. Gempeler Bern Hisnano-Suiza E. Jucker, Thalwil P S, Jaguar Ch. Schneider. Basel Ford Anmeldungen von Equipen, welche um den Dr. Mende-Wanderpreis konkurrieren, liegen bis heute von folgenden Sektionen vor : Sektion Waadtland. a) MncbiiR - Spngnol - Mollfit. b) Mme. Scbüpbach - Lang - Imhoff. .Sektion Basel. Dr. Napp - Rock - Portmann. Sektion des Montaqnes - Neuchäteloises. a; Pierrehumbert - Maspoli & Blooh - Breitlins, b) Moser - Häfcli - Stich. Sektion Zürich. Gübolin - Mahl - Campolongo. Nächsten Montag, den 7. Februar, 12.00 Uhr mittags, läuft die Anmeldefrist bei doppeltem Nenngeld (40 Fr.) unwiderruflich ab. Kein Zweifel, dass das halbe Hundert Nennungen bis dahin erreicht, wenn nicht überschritten wird. Internationale Sternfahrt nach Monte Carlo. 143 Nennungen — 18 Forfaits — 125 am Start 32 Ausfälle — 93 am Ziel. Bei strahlend blauem Himmel und brennend heisser Sonne rollten im Laufe des vergangenen Samstags 93 Sternfahrer in Monte Carlo über das Zielband. Man sah den Piloten und ihren Fahrzeugen die lange, zum Teil recht beschwerliche Reise deutlich an. Müdigkeit zeichnete die Gesichter der mutigen Konkurrentinnen; Männer mit tagealten Barten erinnerten daran, dass sie viermal vierundzwanzig Stunden am Steuerrad ausgeharrt und kein Auge geschlossen hatten. Vortreffliche Leistungen vollbrachten besonders der Franzose Trevoux und der Italo-Franzose Gordini, die beide in Athen gestartet und seither nicht vom Volant gewichen waren. Die Wagen selbst waren über und über mit Kot bespritzt. Verbeulte Kotflügel und abgeschlagene Scheinwerfer etc. zeugten von mehr oder weniger glimpflich abgelaufenen, durch Schleudern auf vereisten Strassen hervorgerufenen Zusammenstössen. Darüber sind sich die Konkurrenten alle so ziemlich einig: dass die Schwierigkeiten gegenüber dem letzten Jahre infolge der ungünstigen atmosphärischen Verhältnisse wesentlich grösser waren. Le Begue, der 1&37 auf Delahaye mit Start in Stavanger den Sieg davongetragen und auch heuer wieder diesen Ausgangspunkt gewählt hatte, möchte sich am liebsten alle Haare ausreissen, dass er sich im letzten Moment für Stavanger anstatt für Athen entschieden hat, war doch die Wetterlage im Norden, namentlich bei der Fahrt durch Dänemark, ausserordentlich schlecht, während sich die in Athen aufgebrochenen Konkurrenten diesbezüglich ganz und gar nicht beklagen konnten. Ja. wenn man zum voraus wüsste, ob. .. ! Die letzte Etappe führte diesmal von Lyon nicht mehr — wie früher — via Avignon — Cannes nach Monte Carlo, sondern über Grenoble und die Napoleonstrasse. Diese Strecken-Abänderung hatte man auf Grund von Wünschen aus Konkurrentenkreisen vorgenommen, welche zu Recht die Ansicht vertraten, dass für die Rangierung im Gesamtklassement nicht eine Sonderprüfung den Ausschlag geben sollte, deren Ausgang fast ganz von der Geschicklichkeit des Fahrers und der Wendigkeit seines Wagens abhängt. Vielmehr legten sie Wert darauf, dass diese Klassementsprüfling im Verlaufe der Sternfahrt selbst zum Austrag gelange, worauf die Organisatoren den 350 km langen Parcours zwischen Grenoble und Monte Carlo in vier kontrollierte Abschnitte unterteilten, auf denen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von minimal 50 km/st, und maximal 60 km/st, innegehalten werden musste. Am Dienetagnachmittag wurde der auf so tragische Weise verunglückte deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer von einem kleinen Kreise von Freunden und Bekannten — ganz im Sinne dos Toten — auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem zur letzten Ruhe geleitet. Unser Bild: Der Sar? wird von den Kameraden Rosemeyers zu Grabe getragen. Das Ehrengeleite gaben ihm rechts die Auto-Union-Fahrer Walfried Winkler, H. P Müller, Rudolf Hasse und Hans Kahrmann, links Manfred von Brauchitsch, Rudolf Caraccirla und Hermann Lang von Mercedes-Benz. Als die Piloten Lyon verlassen hatten, setzte ein scheusslicher Regen ein, der in Grenoble langsam in Schnee überging. Der erste kontrollierte Sektor konnte — von wenigen Ausnahmen abgesehen — verhältnismässig leicht mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit befahren werden. Aber auf dem 12 km langen Abschnitt über den Col de Lecpies war es damit saurer Essig. Die Konkurrenten fanden eine völlig vereiste Strasse vor. die zu grösster Vorsicht zwang und die Veranstalter veranlasste, die Kontrolle am Schluss 6- und 8-Zylinder Die neuen NASH-Modelle bringen 60 wertvolle Neuerungen, Verbesserungen und Vervollkommnungen während einem Jahr und begnügen sich nicht nur allein damit, dem neuen NASH ein anderes Gesicht zu geben. Maximale Geschwindigkeit pro Stunde 130 135 145 km Geringer Benzinverbrauch bei grossem Reisedurchschnitt. 15/70 PS 19/105 PS 22/115 PS Karosserien: Vollkommen schall- und klapperfest, ganz besondere NASH-Bauart. Limousinen, Coupes, Cabriolets, Sport- Cabriolets. Conditioned Air System: Die vollkommene Belüftungs-, Entlüftungs- und Heizanlage. Ununterbrochene, zugfreie und restlose Erneuerung verbrauchter Luft. Im Sommer die beste zugfreie Karosserie- Kühlung bei geschlossenen Fenstern. Vollkommen staub- und insektenfrei. 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Tel. 72.733 Ausstellung:Theaterstr.12, b.Corso Appenzell und St. Gallen : H. Meyer & Co., Herisau. Bern: Sulgeneck-Garage A.G., Sulgenrain 28, Bern. Tüchtige, solvente Vertreter, die einen einwandfreien Kundendienst leisten, werden noch für einige Kantone der deutschen Schweiz gewährgesucht. dieses Abschnittes nicht durchzuführen, eine Möglichkeit, welche das Reglement offen gelassen hatte. Auf der Strecke Grenoble—Ziel schneite es begreiflicherweise massenhaft Strafpunkte, so dass von 93 auf 125 gestarteten Konkurrenten, welche die Principaute erreichten, nur 50 ohne Strafpunkte eintrafen. Am Sonntagvormittag traten die Sternfahrer uir 2. Klasspmentsprüfung auf dem Quai Albert I. an. Jeder Pilot befand sich allein an Bord seines Wagens: die Prüfung musste nachmittags wiederholt werden, wobei man das Ergebnis durch Addition der beiden Resultate ermittelte. Die beste Zeit fuhr der Franzose Le Begue auf Talbot mit 1 Minute 54 1/10 Sekunden für beide Prüfungen zusammen. Leider vergase er in der Hitze des Gefechts, beim Stop im Verlaufe einer Rückwärtsfahrt bei der zweiten Prüfung die Ziellinie auch mit den Vorderrädern gu passieren, was ihm 20 Strafpunkte eintrug. Dat Reglement von Monte Carlo ist unerbittlich, seine Anwendung ausserordentlich streng. Die Strafe trifft Le Besrue um so härter, als er mit einem Schlage von dem ihm sichern in Aussiebt stehenden 1. Platz auf den 20. Rang zurückgeworfen wurde. Auch die Equipe Paul-Maillard Brune (Delahaye) kann von der Strenge der Bedingungen ein ; Liedlpin sinsen! Sie pafsiprtp von Atbpn kommend, die Kontrolle von Saloniki am Mittwoch (26. Januar) um 10.10 Uhr, während sie die?e auf Grund der Fahrttabelle bis 11.43 Uhr strifpunktefrei hätte anfahren können. Der Kommissär nahm die entsprechende Eintragung im Bordbuch vor. worauf Paul mit seinem Wagen in eina Garage fuhr, um eine Reparatur vornehmen zu lassen. Als er dann später bei der Kontrolle anschwirrte, um sein Kontrollheft abzuholpn, wurde die ursprünglich registrierte Z«it annulliert und die neue eingeschrieben, die 1 Stde. 17 Min. Verspätung ergab. Paul und Maillard-Brune waren höchst erstaunt, zu einer solchen Strafe verbrummt zu werden, setzten die Fahrt aber dennoch fort. Sie beabsichtigen, bei der internationalen Sportkommission einen Rekurs einzureichen, der indessen zurückgewiesen werden dürfte, weil das Reslement ausdrücklich vorschreibt, dass untnrwegs und am Ziel nach Ueberfabren der Ziellinie fremde Hilfe zur Vornahme von Reparaturen nicht in Anspruch genommen werden darf. , Ohne diese in Saloniki pingefangenen Strafnunkte würden Paul/Maillard-Brune zusammen mit Le Begue (d. h.. wenn dieser bei der 2. Klassementsprüfurg nicht aus den obenerwähnten Gründen gestraft worden wäre) ex aecpio den ersten Rans im 17 Rallye Monte Carlo belegen. Ein falsches Manövr des einen und ungenaue Kenntnis des Reglements des andern haben zwei französische Mannschaften um den sicheren Sieg gebracht und einen lachenden Dritten obenaufschwingen lassen: den Holländer Bakker Schut auf Ford, der in der Geschi'-klicbkeitsnriifung sehr mittelmässig abspschnitten batte. Damit bähen Holland und Ford die Monte- Carlo-Sternfnhrt zum zweitenmal gewonnen, das Land im Jahre 1920 durch Dr. Sprenger van Eiik auf Grahnm-Paige und die Marke im Jahre 1936 durch Cristea und Zamfirescou. Von Rennmannschaften und Privatfahrern Nuvolari Spitzenfahrer bei Alfa-Corse. Alfa-Equipe pro 1938 komplett. Der Direktor von Alfa-Gorse, Enzo Ferrari, hat im Einverständnis mit Ins. Gobbato von den Aifa Bomeo-Werken die Mannschaft für die Rennsaison 1938 wie folgt zusammengestellt: Tazio Nuvolari, Giuseppe Farina, Raymond Sommer. Mario Tadini, Carlo Pintacuda, Clemente Biondetti, Francesco Severi. Eugenio Siena, Emilio Villoresi. Die Equipe von Alfa-Corse zieht also unter der Führung Nuvolaris in die ihr bevorstehenden, harten Kämpfe. Mit der Bestätigung dieser Meldung, die seit einiger Zeit herumgeboten wurde, sind alle Gerüchte, die von Verhandlungen zwischen dem Mantuaner und der Auto-Ünion, je sogar von einem definitiven Engagement Nuvolaris durch die Zschopauer Firma berichteten, einwandfrei dementiert. Der italienische Meisterfahrer wird im ersten Jahre der Rennen nach der neuen internationalen Grand-Prix-Formel die Farben seines Landes verteidigen, wobei ihm zur Unterstützung eine Reihe bekannter Piloten, unter denen man einzig Antonio Brivio vermisst. beigegeben werden.