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E_1938_Zeitung_Nr.012

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BERN, Freitag, 11. Februar 1938 2. Salon-Nummer Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 12 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREIS Ei A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, jährlich Fr. 10.— Ausland mit Portozuschlaa, wenn nicht postamtlieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicheruna) vierteljährlich Fr. 7.50 Erscheint jeden Dienst«« und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „CMbe Urte" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck III414 Telegramm-Adresse: Autorevue. Bern GeselilrtKtfUV Zürleht Ldwenstrasse 51, Telephon 39.743 INSERTIONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rp. Grössere Inserate nach Speziattari' lnseratensrhlus? 4 Tage vor Eivcheinrn der Nommrr Genfer Nalon eröffnet Die Rede Bundesrat Mingers Landesverteidigung an der Erhaltung und Mehrung des privaten Motorfahrzeugbestandes ausserordentlich interessiert Für die freundlichen Worte der Begrüssung durch Ihren Präsidenten Herrn Dechevrens und den warmen Empfang, der dem Vertreter des Bundesrates heute zuteil wurde, danke ich herzlich. Wir Bundesräte bekommen gelegentlich auch andere, weniger schmeichelhafte Melodien kritischer Natur zu hören. Die Hauptursache dieser Kritik I Kurse steht, sind wir uns mehr als je bewusst, dass es gerade die Schweiz ist, der die hohe Mission zukommt, die Demokratie zu erhalten und in eine bessere Zukunft hinüber zu retten. Wir haben die Vollmachten, die man dem Bundesrat heute so schwer ankreidet, nicht gesucht. Sie wurden uns aufgezwungen durch die Macht der Verhältnisse in der schweren Krisenzeit und die eidgenössischen Räte waren es, die uns diese Vollmachten erteilt haben. Wir haben keinen sehnlicheren Wunsch, als so rasch wie möglich auf den Boden von Verfassung und Gesetz zurückzukehren. Aber im Hinblick auf die veränderte Wirtschaftsstruktur ist das nicht von heute auf morgen möglich. Eine gewisse Anpassungs- .ünd Uebergangsperiode ist unvermeidlich.» Ich freue mich der Ehre, den Bundesrat bei der diesjährigen Eröffnung des Automobil-Salons in Genf Vertreten zu dürfen. Dem Präsidenten Herrn Dechevrens und den übrigen Veranstaltern dieses Salons, den Ausstellern und den Vertretern des Handels, sowie Ihnen allen, verehrte Anwesende, überbringe ich den Gruss des Bundesrates. Immer noch verdüstern gefährliche Ge- witterwolken den politischen Himmel von Europa. Niemand weiss, ob und wann es zu kriegerischen Entladungen kommen kann. Aber eines wissen wir, nämlich dass wir in einem künftigen europäischen Krieg in erster Linie auf unsere Selbsthilfe angewiesen sind. Wir Schweizer sind ein Volk, das nichts anderes will als den Frieden. Wir verabscheuen den Krieg. Was wir verlangen, das ist, dass uns die andern Staaten in Ruhe lassen. Dass wir vom letzten Weltkrieg verschont blieben, mutet uns an wie ein Wunder. Ist es möglich, dass in einem künftigen europäischen Krieg sich dieses Wunder wiederholt? Das ist die bange Frage, die sich für unser Volk stellt. Die Schweiz, im Herzen Europas gelegen, stellt eine Art strategische Schlüsselstellung dar. Bei einem europäischen Kriegsausbruch ist die Versuchung seitens unserer Nachbarstaaten gross, von dieser Stellung Besitz zu ergreifen. Wenn wir in diesem Moment ein wehleidiges Volk sind, das dazu noch über eine ungenügende Armee verfügt, dann wird die Schweiz von den ersten-Tagen an zum grassen internationalen Kriegsschauplatz iwerden. Wenn wir' dieses Unglück von unserem Lande abwenden wollen, dann müssen wir in erster Linie über eine Grenzschutztruppe verfügen, die imstande ist, jeden strategischen Ueberfall an der Grenze sofort zu stoppen, und zwar so lange, bis das Gros der Armee aufmarschiert ist und in den Grenzkampf Sie fahren zum Salon nach Genf? Dann vertiefen Sie sich vor Antritt Ihrer Reise mit Vorteil in die eben erschienene Katalognummer der «Illustrierten Automobil-Revue ». Der vielseitige und vor allem auf den Käufer eines Wagens zugeschnittene Inhalt dieses Heftes, das an allen Kiosken zu 1 Fr. erhältlich ist, wird auch Sie interessieren. Herr Bundesrat Minger stellte in seiner Rede am Eröffnungsbankett die Motorisierung der Armee als eine gebieterische Notwendigkeit hin, konnte aber hinsichtlich der Aenderung der Benzinpohtik keine Versprechungen abgeben. Hegt im grossen Umbruch, der sich zur Zeit auf internationalem Boden auf geistigem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet vollzieht. Durch die Wogen dieses Umbruches wird auch unser Land in Mitleidenschaft gezogen. Dass beim Suchen nach neuen Wegen in einer Demokratie wie der unsrigen die Geister aufeinander prallen und heftige Meinungsverschiedenheiten entstehen können, ist eine Selbstverständlichkeit. Je grösser die Verantwortung der Behörde, desto schärfer ist auch die Kritik. Nachdem heute in unserem Lande eine verantwortliche Mehrheitspartei fehlt, so ist der Bundesrat zur Hauptzielscheibe dieser Kritik geworden. Aber der Bundesrat hat keine Zeit, sein Ohr an die Wand zu halten und abzuhorchen, was alles über ihn gesagt wird. Er trägt mutig seine Last, ist sich seiner grossen Verantwortung bewusst und setzt all' seine Kräfte ein, i