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E_1938_Zeitung_Nr.012

E_1938_Zeitung_Nr.012

die Wehrbereitschaft und

die Wehrbereitschaft und die Widerstandskraft 'unserer Armee eine gewaltige Förderung erfahren. Mit Hochdruck wird zurzeit an der Verstärkung der Landesverteidigung weitergearbeitet, so dass wir mit Zuversicht der Zukunft entgegenblicken dürfen. Die Stärke unseres Landes liegt heute darin, dass sich unser Volk geschlossen hinter seine Armee stellt und für deren Verstärkung zu grössten Opfern bereit ist. Diese Geschlossenheit und Opferfreudigkeit auf dem Gebiete der Landesverteidigung wird auf das Ausland ganz zweifellos einen mächtigen Eindruck machen. Der schönste Beweis für die Opferbereitschaft unseres Volkes war die Zeichnung der Wehranleihe. 335 Millionen hat man uns zur Verfügung gestellt. Es wird nicht allzu lange dauern, bis diese Summe aufgebraucht sein wird. Wenn die Unsicherheit in der Welt und das allgemeine Rüstungsfieber weiter andauern, wofür alle Anzeichen vorhanden sind, dann werden auch bei uns neue Kreditbegehren für die Armee nicht zu umgehen sein. Diese Ankündigung mag unangenehm klingen, aber wenn wir durch die Instandhaltung unserer Armee den Krieg von unserem Lande fernhalten können, sind alle Aufwendungen eine bescheidene Versicherungsprämie beim Gedanken daran, dass, wenn wir in den Krieg hineingezogen würden, bei der heutigen Kriegsführung wenige Tage genügen dürften, um besonders in unseren grossen Städten und Verkehrszentren Werte zu vernichten, die in die Milliarden gehen. Für die Schlagfertigkeit unserer Armee spielt das Transportwesen eine wichtige Rolle. Hiefür stehen uns zur Verfügung: Die Bahnen, die Kraftfahrzeuge und die Pferde. Jede Gruppe ist von grösster Bedeutung. Dass dabei den Bahnen besonders für Ferntransporte die Priorität zukommt, braucht wohl keiner weitern Begründung. Für den Nahverkehr kommt heute der Motorisierung unserer Armee eine überragende Bedeutung zu, die noch gesteigert wird durch die Verletzbarkeit unserer Bahnen infolge von Fliegerangriffen auf Kraftwerke und Bahnkörper. Gerade bei einer Verteidigungsarmee, wie wir sie haben, kann eine rasche und rechtzeitige Verschiebung von Abwehrtruppen durch Motorfahrzeuge von entscheidender Bedeutung sein. Für die Motorisierung unserer Armee sind wir angewiesen auf die im Lande vorhandenen privaten Fährzeuge. Der Bestand an • bundeseigeneß Fahrzeugen wird immer ein «•ehr bescheidener sein. Vom Standpunkt der Landesverteidigung aus haben wir somit an der Erhaltung und Vermehrung des privaten Fahrzeugbestandes das grösste Interesse. Besonders knapp ist der Bestand an Motorlastwagen und ein weiterer Rückgang wäre beängstigend. Zurzeit ist ein Grosskampf im Gang zwischen Bahnen und Motortransportmittel. Beide Transportgruppen sind für die Landesverteidigung gleichermassen unentbehrlich. Es ist höchste Zeit, dass Massnahmen getroffen werden gegen die Gefahr, dass diese beiden Transportgruppen sich gegenseitig ruinieren. Das eidg. Post- und Eisenbahndepartement macht zurzeit die grössten Anstrengungen, um eine für beide Teile annehmbare Lösung zu finden. Es hat bekanntlich eine Studienkommission für Automobilund Transportwesen eingesetzt, die das ganze Problem eingehend zu bearbeiten hat. Diese Studienkommission hat eine militärische Unterkommission eingesetzt, in welcher das eidg. Militärdepartemerit durch einen Sektionschef der Generalstabsabteilung vertreten ist. Wir werden somit Gelegenheit haben, die Interessen der Armee zu verfechten. Der Arbeit dieser Kommission möchte ich heute nicht vorgreifen, sondern einzig noch betonen, dass wir vom Standpunkt der Landesverteidigung aus ein grosses Interesse daran haben, die Zahl der fronttauglichen Fahrzeuge und hier besonders die Zahl der Motorlastwagen zu steigern. Hoffen" wir, dass trotz dem heutigen Meinungsstreit sich schiiessüch doch eine befriedigende Lösung finden wird. Daran, dass die Vertreter der Motorfahrzeughalter ihren Standpunkt zu verteidigen wissen, ist jedenfalls nicht zu zweifeln. Die Via Vita ist nicht ein Blümchen, das im Verborgenen blüht. Sie hat gelegentlich auch schon mit sehr viel Nachdruck ihrem Begehren zum Durchbrüch zu verhelfen versucht. Sicher wird sie mit Genugtuung die Tatsache registriert haben, dass der sog., 53.537: Die Telephonnjuquner des Standes der « Automobil-Revue* am diesjährigen Genfer Salon. Haben Sie Mitteilungen für die Redaktion oder Administration zu machen? Oder wünschen'Sie eine Auskunft? Dann bitte : 53.537. Beimischungszwang sich vorläufig schlafen gelegt hat. Es erscheint mir nicht so ganz ausgeschlossen, dass sich daraus ein eigentlicher Dornröschenschlaf entwickeln könnte. Es kann nicht bestritten werden, dass der Motorfahrzeugverkehr zu jenen wenigen Hennen gehört, die goldene Bier legen. Das gilt sowohl für den Bund wie für die Kantone. Bei den heutigen allgemeinen Finanzsorgen hält es schwer, solche Hennen in ihren Leistungen herabzusetzen. Den Wink des Herrn Dechevrens betr. Verbilligung des Brennstoffes AUTOMOBID«EVörr habe ich verstanden. Was hier gefordert wird, ist ein Schnitt ins Fleisch des Finanzdepartements. Sie kennen die grossen Sorgen, die zurzeit auf unserem Finanzminister und dem Gesamtbundesrate lasten und wie: schwer die Lösung i des Problems ist, für die dauernde Herstellung des finanziellen Gleichgewichtes im Bundeshaushalt die entsprechenden verfassungsmässigen und gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Welche Gestaltung die neue Finanzreform in den eidg. Räten annehmen wird, lässt sich noch nicht überblicken. Bis man diesen Ueberblick hat, wird man Hochgeehrter Herr Bundesrat! Im Namen des Komitees des Genfer Automqbilsalöns habe ich die hohe Ehre, Ihnen den herzlich- 1 , sten Willkomm zu entbieten und Ihnen dafür zu; danken, dass Sie freundlichst die Aufgabe übernahmen, die eidgenössische Regierung beim Eröffnungsakt der XV. Internationalen Automobil-, 1 Motor- und Fahrrad-Ausstellung zu vertreten. Sehr geehrte Herren! Wir empfinden heute eine ganz besondere Genugtuung darüber, den Besuch des Herrn Bundesrat Minger, des Chefs des eidgenössischen Militärdepartements, verzeichnen zu können, der uns sicher^ von Problemen sprechen wird, die ihm am Herzen liegen, und die auch in den gegenwärtigen Ungewissen Zeiten im Vordergrund der Sorge des Landes stehen. Nachdem wir in den letzten Jahren durch die Gegenwart von Vertretern unserer hohen eidgenössischen Behörden beehrt worden waren, die uns über die Kontingentierungen, die Koordination der Vor; kehrsarten, die Wiftschafts- und Finanzpolitik unterhielten, sind wir glücklich, dassder XV Inter» nationale Automobjlsalon dem hervorragenden LeHer des eidgenössischen Militärdepartements Gelegenheit geben wird, sich von der Bedeutung des Strassentransportes zu überzeugen, der ebensosehr für unsere Wirtschaft im allgemeinen unentbehrlich ist, wie er einen entscheidenden Faktor für die Organisation unserer Landesverteidigung darstellt. Ich habe das Vergnügen, um diese Tafeln vereinigt zu sehen: Die Herren Vertreter der Bundesversammlung, der Armee, der Gerichtsbehörden und der Verwaltungsbehörden der Eidgenossenschaft, prominente Persönlichkeiten des Völkerbundes, des Internationalen Arbeitsamtes und des Ständigen Bureaus der Automobilkonstrukteure, die Vertreter des Konsularkorps der ausstellenden Länder, die Delegierten der Schweizer Kantone und Städte, dia^ Delegierten des Staatsrates, des Grossen. Rates und der städtischen Behörden von Genf, die Vertreter der französischen Behörden der Nachbargebiete, die Delegierten unserer Wirtschafts.- und Arbeitgeberverbände, die Vertreter des Sekretariats für die Landesausstellung von 1939, der Basler Mustermesse und des Schweizerischen Comptoirs in Lausanne, des Genfer Verkehrsvereins, sowie unsere Freunde der grossen automobilistischen, sportlichen und touristischen Verbände und der unserem Ehrenkomitee angehörenden Vereinigungen. Ihnen allen danke ich, dass sie unter uns sind und durch ihre Gegenwart den Glanz des heutigen Eröffnungstages erhöhen helfen. Wir eröffnen den XV Salon der internationalen Serie, der, wie Sie wissen, verschiedene andere Veranstaltungen lokaler oder nationaler Art vorangegangen sind. Diese seit 15 Jahren ununterbrochene Serie von internationalen Automobilsnlons in Genf liefert jJie endgültige Rechtfertigung unserer schönen Veranstaltung, während (Jeren die ganze grosse Familie des Automobil« vereinigt ist, um, an Erfindungsgeist wedeifernd, die Mensre anzuziehen und zu fesseln; jenes Puhliktim, das sich über die Vervollkommnung des Motorfahrzeugs Rechenschaft ablegen will. Vergegenwärtigen Sie sich, meine Herren,, das Mass von Kämpfen und Opfern, aber auch von Erfolgen, welche der Zeitraum 1924—1938 u.mschliesst. und Sie werden nicht umhin kSun'en, meiner tiefen Dankbarkeit an jene beizupflichten, deren Weitblick und Initiative der Salon seine gut tun, mit dem Abbau bestehender Finanzquellen etwas vorsichtig zu sein. Sie werden es deshalb verstehen, dass ich mir betreffs der Frage des Benzinzolles in meinen Aeusserungen eine gewisse Reserve auferlegen muss. Im übrigen haben Sie meinen Ausführungen entnehmen können, dass sich die Bestrebungen des Automobil-Verkehrs mit denjenigen der Landesverteidigung in mancher Beziehung decken. Das war mit ein Grund, weshalb ich heute gerne nach Genf gekommen bin. Ich freue mich auf die Besichtigung des Salons und bin gespannt auf alle die technischen Neuerungen. Die Schaffung eines Automobil-Salons war ein ausgezeichneter Gedanke und ich möchte deshalb mit meiner Anerkennung all den Männern gegenüber, die sich um diese Einrichtung im Laufe der Jahre verdient gemacht haben, nicht zurückhalten. Ich erhebe mein Glas auf die glänzenden Erfolge des Automobil-Salons, auf das Wohl dessen Präsidenten Herrn Dechevrens und seiner Mitarbeiter und auf die Prosperität des Automobil-Gewerbes. Möge es sich weiter entwickeln zum Nutzen unserer Volkswirtschaft und unserer Landesverteidigung. Die Rede Herrn Charles Dechevrens des Salon-Präsidenten Entstehung verdankt, '• Unser Ehrenpräsident. Robert Marcharl1, : der immer in die Bresche tritt,, zusammen mit Albert Goy, Charles Hoffer, Rone Baezner und Frank Martin, unterstützt von all den opferbereiten Kräften unseres Bureaus und Organisationskomifees. haben es durch ihre Energie erreicht, nuä dem Internationalen Automobilsalon in Genf jene Veranstaltung zu machen, die hinsichtlich der Zahl der vertretenen Länder sowie der Mannigfaltigkeit der Marken und der ausgestellten Erzeugnisse in der nanzen Welt einzin dasteht. Aber der Wert piner Ausstellung, dersn Nutzen für die Branche und für die Volkswirtschaft des Landes, bemessen eich einzig nach dem Vertrauen der Aussteller. So sind wir, ohne weiter in die Vergangenheit zurückzugreifen, heute besonders glücklich, die Chefs oder Vertreter der Firmen Bi&nchi, Buick, Cadillac, Ghevrolet, Citroen, Delage, Fiat, Ford, Hotchkiss, Lancia, Mercedes, Opel, Packard, Peugeot, Renault, Rolls-Royce, Studebaker, Berna, Saurer, Condor, Motosacoche, Robert Bosch,. Bougie Champion. Imex AG., Safia, Scintilla, Tecalämit und Lumina aufs wärmste begrüssen zu können. Seit 15 Jahren haben wir uns Treue gehalten, voll überzeugt von der nationalen Bedeutung unseres Werks, von dessen werbender Kraft und dessen Auswirkung auf die Entwicklung des ganzen Automobilhandels unseres Landes. So ist es uns, angesichts einer gewissan Anschwärzungskainpagne. die von einer Zürcher Gruppe ausgeht und von der tendenziösen Propaganda einer Marke gefolgt war, die ?a nennen hier überflüssig ist, eine ganz besondere Genugtuung, jenen zahlreichen Firmen danken zu dürfen, die durch ihre Stetigkeit in der Unterstützung unserer Bestrebungen in weitem Umfang zum Gelingen dieses XV Salons beigetragen haben, wie sie schon die Voraussetzung des Erfolges all jener Ausstellungen- boten, die ihm vorausgegangen sind. Sie bilden die sicherste Gewähr für die Zukunft unserer. Ausstellung und verkörpern den festen Kern, um den' sich alle jene gruppiert haben, die Jahr für Jahr- gekommen sind, um die Reihen unserer Aussteller zu verstärken. So vereinigt der 15. Internationale Salon gegen 200 Firmen, die sich' wie folgt verteilen. 49 Tourenwagen-Marken aus 6 Ländern. 9 last- und Nutzwagen-Marken aus 4 Ländern, 9 schweizerische Karosserie-Fabrikanten, 40 Motor- und Fahrradfirmen, 90 Firmen inden Gruppen. Motorschiffahrt. Motoren, Zubehör und Ausrüstung. Brenn- und Schmierstoffe usw Diese einfache Aufzählung führt zu der kurzen Feststellung, dass der 15. Genfer Automobil-Salon als der repräsentativste aller internationalen Salons des Jahres hinsichtlich der Z»b' ^".i Länder und der ausgestellten Marken angesprochen werden muss. Er bildet das getreue Spiegelbild des Wertes und der wirtschaftlichen Bedeutung unserer Automobilindustrie und des Handels, die weder der unersättliche Fiskus, noch die Schwierigkeiten aller Art bisher zu vernichten vermochten. Die Weltautomobilindustrie gelangt ••-nmer mehr zu einer Konzentration der Marken und Typen, um ein regelmässiges Produktionstempo einhalten zu können das für die Senkung der Gestehungskosten unerlässlich ist. Auch der Verkauf der Fahrzeuge muss sich einer gewissen Stetigkeit befleissen, am die Ueberfiillung der Lager zu rerüttndern. So sind die neuen Modelle bereits in der Nachsaison erhältlich, was dazu führt, die grossen europäischen oder amerikanischen Salons während der leUten Monate des Jahres zu organisieren. ; Aus den gleichen Gründen sind wir dazu gelangt. den üblichen Zeitpunkt des Genfer Salons um mehr als einen Monat vorzurücken, um noch zur rechten Zeit alle Neuheiten des Jahres vorführen zu können. In Anbetracht der winterlichen Temperaturen, haben wir uns auch entschliessen müssen, auf den provisorischen Anbau zu verzichten, der in den letzten Jahren, die Lastund Nutzwagen beherbergte, und den von unseren Ausstellern gemieteten Platz zu beschränken. Tourenautos, Last- und Nutzwagen, Karosseriefabrikanten, sie alle finden sich nun im Inneren des Ausstellungsgebäudes vereinigt, was unserem 15. Salon einen neuen Aspekt ..verleiht. Von einem freundlichen und besonders dankenswerten Angebot der Gesellschaft Berna Gebrauch machend, ist es uns gelungen, eine zusätzliche Heizung durch elektrische Heizkörper einzurichten, so dass der Besucher die behagliche Wärme keineswegs zu vermissen braucht • In einmütiger Weise hat Sie bereits die Presse mit diesen Einzelheiten vertraut gemacht, und ich freue mich, ihr unseren warmen Dank für den Eifer auszusprechen, womit sie unsere Sache verteidigt. Sie spart weder Zeit noch Mühe, um von einem Ende der Schweiz zum anderen die öffentliche Meinung in weitem TTmfang aufzuklären. Damit bleibt es mir erspart, Ihnen nochmals alle technischen Vervollkommnungen, die Qualität der FREITAG, 11. FEBiRjTJATS 15)38 N»I2 zahlreichen ausgestellten Erzeugnisse zu beschreiben; so wenig wie ich mich länger bei der Dekoration und den sinnreichen Einrichtungen aufhalten werde, die unser vertrautes Ausstellungsgebäude verschönert und verjüngt haben, das durch ein neues, elegantes Restaurant mit Teeraum auf der Galerie und eine behagliche Bierstube im Untergeschoss bereichert ist. Ich ziehe es vor, die Ueberraschung, welche Sie beim Betreten des Salons empfinden werden, für sich selbst wirken zu lassen und beschränke mich auf die Feststellung, dass all das Geschaffene die Frucht der engen Zusammenarbeit zwischen Ausstellern, Komitee und Sekretariat ist, denen ich bei diesem Anlass all unsere Glückwünsche und aufrichtige Dankbarkeit ausspreche. Ein Appell an die Bundesbehorden. Meine Herren! Ich möchte neuerdings diesen Eröffnungsakt dazu benützen, um mich mit der dringenden Bitte an die in diesem Saal versammelten Vertreter der eidgenössischen Regierung und der Bundesversammlung zu wenden, sich das Schicksal der Motorfahrzeugindustrie und des Handels angelegen sein zu lassen. Gewiss haiien einige unserer Freunde im Parlament ihre Stimme zugunsten des Automobils vernehmen lassen und wir danken ihnen lebhaft für diese Interventionen, die, wenn sie auch nicht von einem sofortigen Erfolg gekrönt waren, dazu beigetragen haben, die .Aufmerksamkeit der Bundesversammlung auf die Schwere unserer Lage zu lenken. Wenn wir einerseits die Bedeutung unserer Branche für die Volkswirtschaft der Schweiz und deren Notwendigkeit für unsere Landesverteidigung betrachten, wenn wir uns der glücklichen Perspektiven freuen, welche uns die heutige Veranstaltung bietet, so kommen wir doch anderseits nicht um die bittere Feststellung herum, dass alles, was unserer Branche den unerlässlichen Anrieb zu geben vermöchte, ohne Nutzen für irgend jemanden. an der Mauer einer übertriebenen Besteuerung zerschellt. In seiner Eigenschaft als Leiter des eidgenössischen Militärdepartements muss Herr Bundesrat Minger auf ein starkes und entwicklungsfähiges Strassentransportwesen zählen können. Und sicher ist er völlig einig mit uns, wenn wir verlangen, dass in unserem Lande die Kosten für die Haltung eines Motorfahrzeuges nicht merklich höher seien als bei unseren Nachbarn; denn die Entwicklung unseres nationalen Wagehparks hängt in allererster Linie von der Höhe der Betriebsspesen ab. Er wird auch auf unserer Seite stehen, wenn wir die Rückkehr zu einer unseren Bedürfnissen mehr Verständnis entgegenbringenden Fiskalpolitik befürworten oder wenn wir die Organisation des gewerbsmässijen Strassentransportes erstreben, um unser Land mit modernen und qualitativ hochstehenden Fahrzeugen, und zwar in einer allen Eventualitäten gewachsenen Menge, zu versehen. In einem letzte Woche in Lausanne gehaltenen Vortrag hat Herr Bundesrat Pilet- Golaz seinen Hörern die hervorragende Rolle de« Automobils im nationalen Leben vor Augen geführt, wobei er gleichzeitig darlegte, das« eine Koordination der Transporte zwischen Schient und Strasse eine komplexe Frage darstellt, deren Auswirkungen auf die Gesamtheit der Volkswirtschaff derartig sind, dass sie sich unmöglich durch ein starres. Gesetz regeln lassen. Vorerst wird man gewisse Erfahrungen sammeln müssen und der mit der Dringlichkeitsklausel versehene, aber in seiner Dauer beschränkte Bundesbeschluss, der gegenwärtig dem Parlament vorliegt, scheint uns eine unerlässlicho Grundlage zu bieten, um zu einer gerechten Regelung auf diesem Gebiete zu gelangen. Vergegenwärtigen Sie sich, meine Herren, dass dieser Zustand der Unge\pssheit darüber, welchem System wir unterstellt werden sollen, seit mehr als fünf Jahren andauert. Es ist dringend nötig, diese Unklarheit zu beseitigen, damit Transporteure, Industrielle und der Handel ernstlich daran denken können, ihren Wagenpark zu erneuern, ihren Kundendienst zu verbessern und durch eine Reduktion der Transportkosten dazu beizutragen, die Steigerung der Kosten der Lebenshaltung aufzuhalten. Ueberflüssig. besonders daran zu erinnern, dass die Gesamtheit der Strassenbenützer den gegenwärtigen Benzinpreis nur sehr schwer zu tragen vermag. Eine Entscheidung auf diesem Gebiete darf nicht mehr .länger hinausgeschoben werden, denn einzelnenorts geht man so weit — nach meiner Auffassung — unwirksame Massnahmen vorzuschlagen, um auf gewaltsame Weise die Aufmerksamkeit unserer Behörden auf diese Dinge zu lenken und bei den massgebenden Stellen mehr Verständnis für unsere Bedürfnisse zu erwecken. Vielleicht bedenkt der Beschluss Her eidgenössischen Zollverwaltung, angesichts der durch die Benzinpreise im Zonengebiet verursachten, bedenklichen Lage des Genfer Handels, einen Teil des Zolles auf dem Brennstoff zurückzuvergüten, einen Vorläufer besserer Zeiten? Ich möchte das um so eher wünschen, als wir im vergangenen Monat, anlässlich einer den Vertretern der * Via Vitat von einer Delegation des Bundesrates gewährten Audienz neuerdings die Gelegenheit wahrnahmen, eine vollständige und eingehende Darlegung unserer Situation zu geben. Hatte ich die — allerdings bescheidene — Hoffnung gehegt, Ihnen die Nachricht von einer fühlbaren Entlastung der Brennstoffe überbringen zu können, so sehe ich mich darin leider getäuscht. Wie anlässlich jener Sitzung einer der höchsten eidgenössischen Beamten bemerkt hatte, gebe ich viel schneller, als es in Bern der Brauch ist. Und ich muss mich darauf beschränken, neuerdings der Hoffnung Ausdruck zu geben, unsere so oft wiederholten Argumente werden Bundesrat und Parlament doch von der Notwendigkeit überzeugen. die drückende Las! abzubauen. damit das Motorfahrzeug jene Aufgaben erfüllen kann, die ihm in der Volkswirtschaft und bei der Landesverteidigung zufällt. Möge das Finanzprogramm von 1938 eine Aera scharfer Beschneidung unnötiger Ausgaben eröffnen und gleichzeitig das Ende dieser gierigen Fiskalität bedeuten, welche die lebendigen Kräfte unseres Landes zu vernichten droht. Ich erbebe mein Glas auf die baldige Wiederherstellung einer vernünftigen fiskalischen Belastung der Brennstoffe und trinke auf das Wohl von Herrn Bundesrat Minger, sowie auf all unserer Gäste.

N» 12 FREITAG, 11. FEBRUAR 1938 AUTOMOBIL-REVUE Entwicklung der Weltrekorde über den fliegenden Kilometer (1922-1937) 500 Km,. A75K»V. TJlocaen Smtistcu}: Start zur Schnee-Sternfahrt nach Genf 46 Konkurrenten. — 11 Equipen. Wir haben uns nicht getäuscht, als wir der von der Sektion Genf des ACS erstmals organisierten schweizerischen Schnee-Sternfahrt einen erfreulichen Nennungserfolg voraussagten. Wenn auch das halbe Hundert Anmeldungen nicht ganz Wirklichkeit geworden ist — es fehlt übrigens herzlich wenig dazu —, so kann man zugunsten der bevorstehenden, für die Automobilmeisterschaft 1938 zählenden Konkurrenz doch feststellen, dass sie hinsichtlich der Beteiligung nur von drei ihrer Vorgängerinnen überflügelt wurde, nämlich von den Genfer Sternfahrten der Jahre 1928, 1929 und 1930, zu denen, wie aus dem weiter unten veröffentlichten Auszug aus dem « Goldenen Buch» ersehen werden kann, 87 bzw. 53 bzw. 49 Automobilisten starteten. Wie schon früher gesagt, der Reiz der Neuheit einerseits und die Tatsache, dass der Wettbewerb als erstes Meisterschaftstreffen des Jahres ausgeschrieben wurde, anderseits dürften für den Entschluss, am Rallye teilzunehmen, bei manchem Fahrer ausschlaggebend gewesen sein. • 46 Konkurrenten werden, nachdem sie zuvor eine Strecke J von minimal 40 km Luftliniendistanz zurückgelegt haben, am Samstagvormittag ab 9.45 Uhr in Abständen von W2 Minuten von Freiburg losrollen, um einen 241 km langen Parcours, der sie von der Völkerbundsstadt trennt, hinter sich zu bringen. Unter 33 dieser Fahrer, die in GRUPPE I (bis 1100 ccm): Jean-Pierre Burckhardt, Genf Ernst Haldlmann. Bern Willy Hohl, Bern Edouard Moabits. Lausanne Willy Moser, La Chaux-de-Fonds Charles Paquin, Saint-Sulpice X.... Zürich Jean Stich, La Chaux-de-Fonds GRUPPE II (1101 bis 1500 ccm): Emilio Campolongo, Zürich O.-R. Im hoff, Lausanne Paul Nikiaus. Bern-Wahern Eugen RBck, Basel H. Trümpy, Glarus GRUPPE III (1501 bis 2000 ccm): J.-P. Aeschlimann, St-Imier Ernst Baumann, Genf , Emil Burri. Genf Otto Fricker, Basel H.-R. Gautschl, Bern Hans GUbelln. Zürich Pierre Hafeli, La Chaux-de-Fonds Ernst Jucker, Thalwil-Zürich Georges Lang, Montreux Helmut Nahl, Zürich Henri PeViai, Freiburg Frau L.-M. Schiipbach, Laueanrie GRUPPE IV (Über 2000 ccm): Willy Breitling, La Chaux-de-Fonda Frau Anny Büchl. Bern Albert Compagnon, Genf Die Nennlfste. Adler Fiat-Balilla Fiat-Balilla Aero Fiat D.K.W. Fiat Fiat Hanomag Fiat Riley Ford M.G. Vauxhall Adler Opel B..M.W. B.M.W. B.M.W. Citroen S. S. Jaguar Peugeot B.M.W. Peugeot Peugeot Stodebaker Dodge Renault 11 verschiedenen Equipen zusammengeschlossen sind, wird um den Dr. Mende-Wanderpreis, welcher der besten Mannschaft zufällt, ein heisser Kampf entbrennen. Die Strecke ist teilweise ausserordentlich schwer gewählt Sie führt ab Freiburg (617 m) durch das Saanetal aufwärts via Posieux (678 m) - Bulle (760 m) - Albeuve (757 m) nach Les Moulins (894 m) und windet sich von hier zum Col des Mosses (1448 m) empor, um dann in starkem Gefälle via Le S6pey (978 m) bei Aigle (407 m) das Rhonetal zu erreichen, von wo aus Genf auf folgendem Wege angefahren wird : Villeneuve (378 m) - Vevey (389 m) - Chexbres (591 m) - Cornes de Cerf (719 m) - Peney (847 m) - Cheseaux (610 m) - Crissier (469 m) - Morges (379 m) - Aubonne (521 m) - Gimel (726 m) - St- George (945 m) - Begnins (544 m) - Arzier (884 m) - St-Cergue (1073 m) - Gingins (545 m) - Commugny (422 m) - Versoix (391 m) - Genf (380 m). Das Reglement ist gegenüber den früheren Auflagen der Salon-Sternfahrten ganz bedeutend erschwert worden. Nicht nur, dass die Ueberquerung des Col des Mosses zur Winterszeit sowie das Passieren der Jura- Ausläufer an die Piloten und ihre Fahrzeuge ganz erhebliche Anforderungen stellen dürfte. Dieses Jahr heisst es rund 5% Stunden (ab Freiburg) ununterbrochen in fliessender Fahrt am Steuer ausharren und eine 100%ige Regelmässigkeit innehalten, wenn man mit Jules Daler. Freiburj Ford Willy Gempeler, Bern Hiep.-Suiza Cesar Godefroy, Bern-Muri Delahaye Andre Holz. Neuenburg Ford Ch. Maspoli-R Bloch, Chaux-de-Fds Ford Gaeton Mollei, Lausanne Delahaye Dr. C. Napp, Basel Ford Charles Phllipposslan, Genf Terraplane B. Pierrehumbert, Le Locle Lancia Hans Portmann, Basel Ford Andre Sandoz, Neuenburg Ford Henri Sauthier. Martigny Ford K. Schäfer, Bern Dodge August Scheibler. Laupen Bugatti Charles Schneider, Basel Ford Max Schlolterbeck, Basel Hudson Mario Spagnol, Lausanne Ford Martin Waliher, Bern B.M.W. DIE EQUIPEN Basel: 1. Portmann, Rock, Napp. 2. Schneider. Fricker, Schlotterbeck Bern: 1. NLklaus, Scheibler, Godefroy. 2. Haldimann, Gautschi. Schäfer. 3. Hohl, Gempeler, Walther. Genf: Baumann, Burri, Compagnon, Montagnes-Neuchateloises; 1. Pierrehumbert, Maspoli/Bloch, Breitling. 2. Moser. Stich, HafelL Waadt: 1. Mcebus. Spagnol. Mollet. 2. Lang, Imhoff, Paquin. Zürich: Gobelin, Nahl, CampoJongo. ZOOKwv 1922 1924 19 25 1926 1927 1929 I9"3J IÄ2 19*35 1935 Unsere graphische Darstellung gibt einen Ueberblick betr. die Entwicklung des absoluten Weltrekordes über den Kilometer mit fliegendem Start seit dem Jahre 1922. Strafpunkten nicht gesegnet werden will. Sind schon die Durchschnittsgeschwindigkeiten ausserordentlich hoch (sie betragen auf der Strecke Freiburg—Les Moulins für Gruppe I 52 km/St., für Gruppe II 54 km/St., für Gruppe III 56 km/St, und für Gruppe IV 58 km/St, und auf dem Gesamtparcours Freiburg— Bellevue (Genf) für Gruppe I 43,5 km/St., für Gruppe II 45,5 km/St., für Gruppe HI 47,5 km/St, und für Gruppe IV 49,5 km/St.), so haben die Organisatoren auf der den einzelnen Konkurrenten ausgehändigten Fahrttabelle rund 70 Ortschaften und Strassenkreuzungen bezeichnet, bei denen eine Zeitkontrolle möglich wäre. In Tat und Wahrheit wird die Durchfahrt der Teilnehmer nur an ca. 10 verschiedenen Posten kontrolliert. Wo diese sind, darüber schweigt man sich an zuständiger Stelle begreiflicherweise aus und den Piloten bleibt nichts anderes übrig, als den Fahrplan genau zu befolgen. Unterwegs werden zwei Klassementsprüfungen eingeschaltet, wobei die eine in Form einer Bergprüfungsfahrt am Col des Mosses eingelegt wird, während die andere rund 1000 Meter nach Passieren der Zielkontrolle Bellevue vor Genf als Kilometer-Lance ihren Anfang nimmt. Nach Absolvieren dieser Geschwindigkeitsprüfung setzen die Konkurrenten die Fahrt — ohne anzuhalten — via Route de Lausanne—Quai du Pr6sident Wilson—Quai du Mont-Blanc—Pont du Mont- Blanc bis zum Caf6 de la Couronne fort» wo ihnen die Sektion Genf des ACS einen herzlichen Empfang bereiten wird. Den Teilnehmern an der Schnee-Sternfahrt 1938 wünschen wir « Hals- und Beinbruch » und hoffen, dass ihnen der Wettergott gnädig gesinnt sei, ansonsten — im Falle von ganz ungünstigen Witterungsverhältnissen — sich die Fahrtleitung gezwungen sähe, von der Ueberquerung des Col des Mosses Umgang zu nehmen und den Sternfahrern beim Start in Freiburg ein anderes ItinSraire in die Hände zu drücken. Aus dem Goldenen Buch der Genfer Salonsternfahrten. Jahr Zahl der Sieger Startenden 1923 27 E. Koch, Luzern, Fiat 1924* 19 E. Koöh. Luzem, Fiat 1928 34 A. Gut, Luzem. Fiat 1926 15 Haas, Luzem, Delage 1927 29 F. Meyer, Martigny, F. N. 1928 87 J. Fortmann, Bern, Farman 1929 53 H. Moser, Bern, und Pierrehumbert. Mont Neuchat. 1930 49 F W. Geiser, Emmental 1931 10 E. H. Tbommen, Bern, Fiat 1932 27 Thommen. Bern, Fiat 1933 29 W. Petermann, Deleberjc, Chrysler 1934 39 "ü. Eberhard, Ohaux-de-Fd.s, Delag« 1935 43 L. Chytil-Straub, Rorschach, Chrysler 1936 32 H. Sauthier, Martigny, Ford, und weitere 17 ex aequo 1937 20 H. Portmann, Basel, Ford DIE MODELLE UND EBENFALLS ?•'?• DIE 2O2'< - LIMOUSINE, 4 Türig • 4 plätzig • 4 Zylinder obengesteuert • 6 PS (30 Brems-PS.) • 100 km Geschwindigkeit • Benzinverbrauch bei 60 km Durchschnitt 7-8 Liter pro 100 km. Sind am Genfer Automobil-Salon ail.