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E_1938_Zeitung_Nr.015

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BERN, Dienstag, 15. Februar 1938 5. Salon-Nummer Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang — No 15 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS- PREISE: Autgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Kr. 5.-, jährlich Fr. 10 Ausland mit Portozuschlag, wenn mcht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassenversicheruna) vierteljährlich Fr. 7.50 Europäische Oelbilanz Für den europäischen Mineralölhandel als Ganzes betrachtet war 1937 ganz entschieden das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Krisenbeginn. Gesteigerte Umsätze und höhere Erträge als Folge vergrösserten Bedarfs und besserer Preise sind seine hervorstehendsten Merkmale. Obwohl die politischen Ereignisse einer normalen Geschäftsentfaltung alles andere als günstig waren, erwiesen sich die wirtschaftlichen Expansivkräfte doch stärker als die destruktiven Gegenkräfte sozialer und politischer Unrast. Und da auch im Bereich der Oelindustrie die ehedem so erbitterten Marktkämpfe praktisch kaum noch eine Rolle spielten, konnte auch der Handel aus seiner Betätigung besseren Nutzen ziehen. Diese summarische Feststellung gilt begreiflicherweise für das eine Land mehr und für das andere weniger; aber so gross die Unterschiede im einzelnen auch sein mögen, so wenig lässt sich eine gewisse Parallelität des Geschäftsverlaufs verkennen. Im allgemeinen ist die Konjunkturkurve in Europa recht günstig -verlaufen. Die industrielle Produktion ist, vor allem auch unter dem Einfluss der allerorts mit verstärkter Intensität betriebenen Rüstungen, weiter in die Höhe gegangen oder sie hielt sich aauf ihrem in den voraufgegangenen Jahren erreichten Höchststand. Erst in den Herbstmonaten traten hier und dort — ausgehend vT>m Wirtschaftsrückschlag in Amerika — Stockungserscheinungen auf. die aber bisher, soweit zu sehen ist, nirgends eine ernsteres Ausmass angenommen haben. Jedenfalls hat die sporadische Verschlechterung nicht ausgereicht, das befriedigendere Gesamtergebnis des Oelhandels fühlbar zu beeinträchtigen. Auf der andern Seite hat es natürlich auch nicht an Storungsfaktoren gefehlt, die die normale Entwicklung des Oelbedarfs auch weiterhin behindert haben. Unangemessen hohe Zölle und Steuern bestanden zumeist weiter fort, Handels- und Zahlungserschwerungen wurden nur selten gemildert und das Streben nach Selbstgenügsamkeit griff von den totalitären Staaten selbst auf solche Länder hinüber, die weder nach ihrer grundsätzlich freiwirtschaftlichen Einstellung noch in bezug auf ihre Rohstoffgrundlagen die Voraussetzungen für eine Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal ..Gflbc U«te" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97. Bern Telephon 28.222 Postcheck III 414 Telegramm Adresse: Autorevue. Bern Ge«>li8rtsMeUr Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 30.743 autarkische Treibstoffversorgung in sich tragen. Aber auch wo solche Tendenzen nicht allzu betont hervortraten, machte sich im Zuge der immer mehr an Raum gewinnenden, auf staatliche Wirtschaftslenkung gerichteten Politik vieler Regierungen das Bemühen geltend, auf die Gestaltung der Oelpreise kontrollierend und reglementierend Einfluss zu gewinnen. Diesen nicht immer verbraucherfreundlichen Kräften ist es in hohem Grade zuzuschreiben, dass der Mineralölhandel nicht überall Anlass hat, mit der Bilanz seinejr Geschäftstätigkeit zufrieden zu sein. England, das hinsichtlich der Grosse seines Oelbedarfs allen andern europäischen Ländern weit voran ist, konnte sich trotz gewisser Ermüdungsanzeichen in seiner jahrelangen Hochkonjunktur auch weiterhin zunehmender Wirtschaftsprosperität erfreuen, die, teilweise gespeist durch die verstärkt in Gang gebrachte Aufrüstung, der Oelindustrie in Gestalt erhöhter Nachfrage nach allen Derivaten zugute gekommen ist. Obwohl auch im Motorfahrzeugvorkehr in den letzten Monaten Symptome einer verlangsamten Entwicklung hervorgetreten sind, haben doch die Gesamtverkäufe an Mineralölen im abgelaufenen Jahr noch etwas stärker zugenommen als in 1036. Weniger zufriedenstellend war demgegenüber die Entwicklung in Frankreich. Schwierigkeiten resultierten vor allem aus der neuen Sozialgesetzgebung, und sie wurden in ihrer Wir- Kung noch verstärkt durch die wiederholten Währungsabwertungen, zu denen sich schliesslich auch noch erhöhte Fiskallasten gesellten. Der Konsum von Mineralölprodukten ist gestiegen, aber bei Benzin hielt diese Steigerung sich in recht bescheidenen Grenzen, obwohl nicht nur erheblich weniger Motorenalkohol zum Absatz gelangte, sondern auch d