Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1938_Zeitung_Nr.015

E_1938_Zeitung_Nr.015

du vorstehende

du vorstehende Punkte-Schema, wobei aber die entsprechend gutzuschreibenden Punkte durch die Anzahl der gesteuerten Wagen dividiert werden müssen. c) Wenn beim gleichen Fahrzeug Fahrerwechee eintritt: Die Bewertung erfolgt wiederum nach der unter a) bekanntgegebenen Formel, doch werden die Punkte für den betr. Rang durch die Anzah der Fahrer dividiert. (Eine Ausnahme bilden in diesem Falle die 24 Stunden von Le Mans. bei welchen beide Piloten als Konkurrenten betrachtet werden). Der Fahrer, der bei Saisonschluss am meisten Punkte aufweist, erhält den Titel eines französischen Meisters pro 1938 und einen Barpreis von ffrs. 20.000.—. Fällt das Rennen um den Vanderbilt-Cup Ins Wasser? Laut «B. Z. am Mittag» ist es sehr wahrscheinlich, dass das für den 4. Juli in New York vorgesehene Automobilrennen um den Vanderbilt-Pokal abgesagt werden wird. Die veranstaltende Motor Development Corporation befindet sich zur Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. In die Roosevelt-Field- Autorennbahn hat man eine Million Dollar hineingesteckt, an deren Amortisation vorläufig nicht zu denken ist. Das Vanderbilt-Rennen 1936 war sehr Schwach besucht, und auch das Rennen 1937. das Bernd Rosemeyer gewann, hat trotz etwas besseren Besuches ein erhebliches Defizit gebracht. Dazu kommt, daps die führenden europäischen Firmen es vorziehen, am 3. Juli im französischen Grand Prix in Reims zu starten, anstatt die kostspielige Fahrt nach New York zu machen. ltlttrt£S»

NO 15 — DIENSTAG, 15. FEBRUAR 1938 F E U I L L E T O N Blatt Im Wind. Von Joe Lederer. 15. Fortsetzung. Das Zimmer war voll Zigarettenrauch. Beim F«nster entdeckte er Antoinette Bach, die kleine Person mit dem Vogelgesicht. Sie winkte ihm. Er entschuldigte sich und ging zu ihr hinüber. «Kommen Sie», sagte sie. «Setzen Sie sich zu mir. Wie hat Ihnen Linker gefallen? Haben Sie schon Tee bekommen?» Hubert setzte sich. Cary stand ganz in der Nähe, bei dem hohen weissen Kachelofen. Sie lächelte ihm zu. «Ich weiss nicht, Linker?» sagte er. Das Stubenmädchen kam und bot Cocktails an. «Das ist besser als Tee», meinte Antoinette Bach. Sie nahm einen grossen Schluck. «Linker ist der blonde junge Mensch, mit dem Sie gerade gesprochen haben. Rennfahrer, hat das Autorennen in Monza gewonnen. Weiss nicht, wo Carolina ihn aufgefischt hat.» Blass und winzig sass sie da. Sie hatte abgetragene Schuhe und ein schwarzes Kleid, das vor Alter glänzte. Aber der Kragen war mit einer grossen Smaragdbrosche zugesteckt. Sie musste Huberts Blick bemerkt haben. «Schön?» fragte sie. «Erbstück. Wird nicht verkauft. Wie gefällt Ihnen Wien?» «Sehr», sagte Hubert. «Wirklich?» «Wien ist wunderbar.» Hubert sah sich nach Cary um. Sie hatte den Arm auf die weissen Kacheln gestützt und unterhielt sich mit Himmelbauer und Dr. Engelmann. Sie waren nett, die ganze Bande. Es war nur, dass Hubert nichts mit ihnen zu sprechen wusste. Sie hatten diese leichte und unbefangene Herzlichkeit der Oesterreicher, aber er konnte trotzdem nicht mit ihnen sprechen. Das Stubenmädchen hatte die Lampen angedreht. Es waren drei oder vier Lampen im Zimmer verteilt, die ein gedämpftes Licht gaben. Es war schwül und rauchig im Zimmer. Er nahm eine Zigarette aus der grossen Holzschachtel und zündete sie an. Als er das Streichholz ausblies, stand Cary plötzlich neben ihm. Er hatte sie nicht kommen hören. Ihr Gesicht war bewegt und lachend. «Ist es schön?» fragte sie. «Ein grosser Nachmittag? Gefällt es dir, Hubert?» «0 ja», sagte er. «Es sind sehr nette Menschen. Und interessant. Natürlich gefallen mir deine Freunde.» Sie lächelte und sah ihn an. «Nein», sagte sie plötzlich. «Sie gefallen dir nicht. > Hubert wollte widersprechen. «Nicht», sagte sie. «Plag dich nicht.» Sie sah ihn noch immer an und lächelte. «Du bist gut zu mir», sagte sie. «Du hast ein gutes Herz.» «Ich?» «Ja», sagte sie. Irgend jemand hatte das Grammophon wieder angedreht. Das Zimmer tönte und schallte. «Ich bin am liebsten mit dir allein», sagte Hubert. «Es ist viel schöner, wenn wir allein sind. Nur du und ich.» Sie beugte sich vor und strich ihm langsam über die Wange und das Haar. Hubert wurde verlegen. «Die andern sehen her», sagte er. «Ach», sagte sie. «Lass sie hersehn.» 8. Kapitel. In Schönbrunn sprangen jetzt die Fontänen. Sie warfen sich funkelnd in die blaue Luft. Hubert schickte ein Kabel an den jungen Ross, «betreffend vierundzwanzigsten Märzbrief mit Meyer arbeiten». Das hiess, dass sich Ross bei jeder Wendung der Silberlage mit dem Bankhaus Meyer beraten sollte. Meyer war ein Fuchs. Aber er hatte jedes Interesse daran, dass die Firma Maquardt nicht ins Abrutschen kam. Hubert hatte bei ihm einen offenen Bankkredit. Ross gab keine Antwort. Er war zu geizig, um ein Kabel telegraphisch zu bestätigen. Hubert fuhr mit Cary in den Prater, in den Auen wuchsen duftlose Veilchen, weiss und violett. Merkwürdig, wie schnell man sich daran gewöhnte, unter alten Bäumen spazieren zu gehen. In Shanghai ging kein Mensch spazieren. Es war immer zu heiss oder zu kalt dazu. Und die einzige Landschaft waren ein paar kleine Stadtgärten, in denen es von Chinesen wimmelte, die mit Sack und Pack und Picknickkörben auf dem Rasen hockten. Am nächsten Vormittag, als Hubert gerade bei Cary war, rief Lois an. Hubert ging an den Apparat. NEUE CARROSSERIE GANGLOFF AUTOMOBIL-REVUE «Ich kann euch nicht treffen», sagte Lois. «Hab einen verrückten Brief von Felix bekommen. Ich fahr heute nach Budapest zu ihm, um zu sehn, was los ist.» Sie war nervös am Telephon, Hubert fragte: «Lois, kann ich irgend etwas für Sie tun?» «Nichts, nichts», sagte Lois. Er gab Cary den Hörer und ging zum Fenster. Tief unten fuhren die Autos. Alles glänzte. Es war ein sonniger Vormittag. Hubert blieb am Fenster lehnen und sah zu Cary hinüber, die neben der Kommode beim Telephon sass. Sie fragte: «Wie lang bleibst du, Lois?» Sie horchte und lächelte Hubert zu. «Das ist gut», sagte Cary. «Lois, ich fahr mit dir. Wie? Nein, nur offiziell. Du sollst zu Theres sagen, dass Ich... Doch, du sagst es! Bitte, Lois. Bitte, sag es. Lois, du musst Theres sagen, dass ich dich begleite.» «Jetzt können wir nach Mauer fahren», sagte Cary, als sie den Hörer aufgelegt hatte. «Ist es grossartig? Ja? Bin ich klug?» Sie lachte. «Du bist wunderbar», sagte Hubert. «Und geistesgegenwärtig!» «Oh, du bist herrlich», sagte er. «Wie lang bleibt Lois fort?» Sie sagte: «Lang, lang, lang. Bis übermorgen.» Es kam nie heraus, ob Frau von Geyer daran glaubte, dass Cary an diesem Abend mit Lois nach Budapest fuhr. Hubert traf Cary um sechs in der Halle vom Ostbahnhof. Sie hatte nur einen kleinen Koffer bei sich. «Es ist alles in Ordnung», sagte sie. «Lois ist vor fünf Minuten abgefahren.» Vom Bahnsteig her kam das langgezogene Pfeifen einer Lokomotive. Auf der Strasse war es dämmrig. Sie nahmen eine Taxe und fuhren hinaus nach Mauer. Sie fuhren an Schönbrunn vorbei und die lange Hitzinger Hauptstrasse hinunter. Am Horizont stand noch ein Streifen Abendrot. In Mauer stiegen sie in einem kleinen einstöckigen Hotel ab. Sie waren die einzigen Gäste. Das Zimmer hatte alte schwere Nussholzmöbel. Cary packte ihren kleinen Koffer aus, sie warf ihren Morgenrock über einen Stuhl und stellte auf dem Tisch ihre Puderdosen auf, ihre Bürsten und eine Flasche Verbenenparfum. Ueber dem Bett hing ein grosses Marienbild. Abends, nach dem Nachtessen, gingen sie spazieren. Im Hotelzimmer, wie sie zurückkamen, waren die Fenster offen, und von der Strasse schallte manchmal der langsame Schritt eines Vorübergehenden herein. Später in der Nacht wurde es kühl. «Frierst du nicht? Soll ich die Fenster zumachen?» «Nein, ich hab die frische Luft gem. Und ich will auch hören, wie still es draussen ist.» Ihr Gesicht lag auf dem grossen Kissen, und sie hatte die Arme hinter dem Nacken verschränkt. Es war noch dunkel im Zimmer, Hubert konnte ihr Gesicht nur undeutlich erkennen. Ihre Wangen waren sehr glatt und weich. Er staunte jedesmal, wenn er sie küsste. Er nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände, vorsichtig und ganz leicht, um die glatte Haut besser zu fühlen. «Weicher als Seide, und zart wie Pfirsich.» «Was für eine Haut haben die Chinesinnen?» «Ich weiss nicht», sagte er. «Eine bemalte.» «Und du hast nie eine Chinesin gestreichelt?» «0 ja. Oft», sagte Hubert. «Aber sie hat Pockennarben gehabt. Und es war meine Amah. Meine Kinderfrau.» Er beugte sich nieder und legte wieder seine Hände um ihre Wangen. «Herrlich weich! Meine Hände sind absolut verliebt in deine Wangen.» «Und meine Wangen sind in deine Hände verliebt.» Er hörte mit Erregung ihre dunkle Stimme und roch das Verbenenparfum, das von ihrer Haut aufstieg, und er hielt seine Hände noch immer um ihre Wangen geschlossen. Er war stumm. Er war glücklicher als glücklich. «Was denkst du, Hubert?» «An dich», sagte er. «Das erste Mal hab ich dich im Caf6 Formentor gesehn.» «Und du hast mich gleich geliebt?» «Ja», log er. «Ist das wahr, Hubert?» «Nein», sagte er. «Ich hab dich erst zwei Stunden später geliebt. Auf der Landstrasse ist ein Auto an mir vorbeigefahren, und ich hab so gewünscht, du solltest in dem Auto sitzen. Aber es war leer. Und auf-einmal hab ich gewusst, dass ich die ganze Zeit an dich gedacht hab. Und du?» Sie sagte: «Es hat am Morgen im'Hotel Falcon angefangen.» «Ja», sagte er. «In der kleinen Halle, und wir haben uns geküsst, während die andern araussen beim Portier waren.» (Fortsetzung folgt.) Automobil-Salon -Stand ÜPa 81-links vom Haupteingang Außouten in Stahl und tekhtmetail Ankauf auf Kredit von Luxus- und Lastwagen sämtlicher Marken, neu oder. Occasion. Zahlbar in 12 oder 18 Monaten durch die DIFFUSION INDUSTRIELLE S.A., GENF 13, Bd Georges-Favon Telephon 43.377 Stoewer 1938 STOEWER, Typ „Greif", 4 Zyl., 8 PS, 5 PL STOEWER, Typ „Sedina", 4 Zyl., 12 PS, 5 Pl. STOEWER, Typ „Ärkona" 6 Zyl., 18 PS, 7 PL Unverbindliche Vorführung des neuen Balilla an der SCHWEIZER SCHNEE-STERNFAHRT Fnbourg - Col des Mosses (1448 m) - Genf 12. Februar 1938 46 Konkurrenten - 32 Klassierte - 18 Marken bis 4000 ccm Der neue BALILLA 1100 ccm, 6 PS ERSTER ERSTER ERSTER ERSTE klassiert sich als im Gesamt-Klassement, Fahrer J.Stich (La Chaux-de-Fonds). sämtlicher Kategorien in der Bergpröfungsfahrt am Col des Mosses (6 Minuten 27 Sek., beste Tageszeit) Fahrer J. Stich (La Chaux-de- Fonds). in der Kategorie bis 1100 ccm im Kilometer- Lanc6. Fahrer M. Troesch (Zürich). Im Gesamt-Klassement nach Equipen: Sektion „Montagnes Neuchäteloises" mit den Fahrern J. Stich auf dem NEUEN BALILLA, W. Moser auf BALILLA und P. Haefeli auf Citroen 1911 ccm. Versuchen Sie unverbindlich eines der zahlreichen Modelle und urteilen Sie selbst, ob ein anderer Wagen Ihnen technische und andere Vorteile in dieser Fülle bietet. Vollständiges Ersatztoillag«r Es werden noch einige Kahtonsvertreter gesucht Generalvertreter: Josef Stierli & Co., Zürich 3, Tel. 33.855 Probieren Sie den neuen BALILLA 6 PS, 1100 ccm