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E_1938_Zeitung_Nr.016

E_1938_Zeitung_Nr.016

Der Zürcher

Der Zürcher Strassenverkehr 1937. Es ist ein verdienstvolles Unternehmen des kantonalen Tiefbauamtes, alljährlich an ca. 220 Zählstellen, die über das ganze Kantonsstrassennetz verteilt sind, Verkehrszählungen durchzuführen, welche einen Einblick in die Entwicklung des Strassenverkehrs im Laufe der Jahre gewähren. Die zürcherischen Zählungen beziehen sich auf folgende fünf Kategorien von Strassenbenützern : 1. Lastautomobile, 2. Personenautos und Lieferungswagen, 3. Fuhrwerke, 4. Motorräder, Fahrräder und Handwagen, 5. Personen in beiden Richtungen, wobei nur zu wünschen wäre, dass auch für die Motorräder eine separate Kategorie geschaffen würde, da selbstverständlich eine einzige Zählgruppe für Motorräder, Fahrräder und Handwagen keine Anhaltspunkte für jede der drei Fahrzeugarten gibt. Die normalen Zählungen erstrecken sich auf den Tagesdurchschnitt des Verkehrs von drei Tagen (17., 19. und 20. August 1937), wobei die Erhebungen jeweils von 6—20 Uhr vorgenommen wurden. Sie schliessen zum Teil alle, zum Teil aber auch nur die zürcherischen Motorfahrzeuge in sich. Ausserdem wurden sogenannte durchgehende Zählungen über den Gesamtverkehr vom Samstag den 14. August, 12 Uhr mittags, bis Montag den 16. August, 6 Uhr morgens, vorgenommen, wobei jeweils der gesamte Weekendverkehr, der ja bei einer Stadt von der Ausdehnung Zürichs nicht eben gering ist, erfasst wurde. Greift man vorerst die Hauptverkehrsstrassen heraus, eo zeigt sieh als wichtigste Erscheinung, dass der Fuhrwerkverkehr nur noch eine äusserst bescheidene Rolle spielt. Die Tageshöchstfrequenz der Zählstellen wird mit 93 Wagen angegeben, während bei den Personen« und Liefer i nguwagen das Tageshöchstresultat bis auf 2101 ansteigt, bei den Lastwagen auf 463. Bei den Lastwagen wurden die grössten Frequenzen br*i der Hammermühle in Kemptthal an der Strasse Zürich- Winterthur mit 463 ermittelt. Bedenkt man, dass im Jahr vorher der "Durchschnitt noch auf 575 stand, so ergibt sich allein au« diesen zwei Zahlen ein Rückgang oder doch ein Stillstand im Lastwagenverkehr. Beim Personen- und Lieferungsautoverkehr offenbart es sich, das* der Vorortsverkehr eine gewichtige Rolle spielt, wie folgende Zählungen an der rechtsufrigen Seestrasse erkennen lassen: Kasino Zollikon 1981, Erlenbach 1421, Mäuncdorf 747, Feldbach 585 Personen- und Lieferungsautos. Die gröbste Zahl wurde auch hier bei der Hammermühl« Kemptthal mit 2101 festgestalit Welche Ausdehnung der Weekendverkeht (siehe oben) angenommen hat, wird durch folgen le Angaben illustriert: Adliswil an der Strasse Zürich- Zug 2748 Personenautos, Kasino Zollikon 3946, Seostrasse in Kilchberg 3934. Dass im August der internationale und interkantonale Zustrom von Motorfahrzeugen im Straßenverkehr des Kantons Zürich stark ins Gewicht fällt, erbellt aus folgenden Zählresultaien Von den bei der Mühle in A.dliswil festgestellten 1096 Personen- und Lieferungswagen trugen nur 520 oder nicht einmal die Hälfte das zürchprische ZH-Kontrollschild. Und «in ihniieba- Bei den Nicht-Hauptverkehrsstrassen bewegen sich die Verkehrsfrequenzen selbstvarstäuillich in geringeren Höhen. Stellt man den Resultaten der 1937er-Verkehrszählungen diejenigen des Jahres 1936 gegenüber, so lassen sich hinsichtlich der Verkehrsentwioklung eindeutige, nicht für alle Strassen geltenden Schlüsse nicht ziehen. Bei den Lastwagen wechseln Zunahmen mit Rückschlägen ab; im ganzaa betrachtet steht aber die Entwicklung im Zeichen einer Schrumpfung. Auch bei den Personen- und Lieferungswagen liegen die Dinge nicht anders und es fällt besonders auf, wie sehr der Weekendverkehr 1937 mit bedeutend niedrigem Ergebnissen aufwartet, die bi* zu 1000 Wagen unter dem l33öer- Resultat legen. Der zürcherische Finanzdirektor wird gut tun, wenn er diese aufschlus-sreichen VerkehrszähUmgen des kantonalen Tiefbauamtes etwa« näher unter die Lupe nimmt. Er wird dabei nicht um die Feststellung herumkommen, dass sich der Motorfahrzeugverkehr im Kanton Zürich nach wie vor in rückläufiger Bewegung befindet und dass rasch etwas getan werden muss, um aus dieser beängstigonlen Situation herauszukommen. Den Weg weist die Initiative für ein kantonales Verkehrsgeeetz mit dun Ziel einer Steuersenkung und den weiteren Erleichterungen! V yxoqtamm des Qe4t[ec=Sa£ous SAMSTAG, DEN 19. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Sitzung des Vorstandes des Verwaltungsrates des TCS. 11.00 Uhr: Jahres-Generalversammlung der Schweiz. Svndikalkammer (Konferenz-Saal). 12.30 Uhr: Mittagessen im Restaurant des Salons. 14.00 Uhr: Sitzung des Verwaltungsrates des TCS. Von 19.00 Uhr an: Abend zu herabgesetztem Preis (Fr. -.80 inkl. Steuer). 23.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. SONNTAG. DEN 20. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). Von 19.00 Uhr an: Abend zu herabgesetztem Preis (Fr. -.80 inkl. Steuer). 23.00 Uhr: Torschluss. Konzerte von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. Heute eröffnet Reichskanzler Hitler in Berlin die Automobil- und Motorradausstellung. Nach dem bisher vorliegenden Bericht wird die diesjährige Schau ihre Vorgänger sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Aufmachung wesentlich übertreffen. Seit dem vergangenen Jahr wurde eine neue grosse Ausstellungshalle an der Masurenallee fertiggestellt — trotzdem konnten nicht alle Aussteller Platz finden. Die Berliner Automobilausstellung stellt innerhalb des Kranzes der jährlich sich wiederholenden internationalen Automobil- Salons einen ganz besondern Typ dar. Vor allem tritt deutlich in Erscheinung, dass sie in einem Lande stattfindet, das wie kein anderes die Motorisierung des Verkehrs auf allen Gebieten unterstützt. Man weiss, welches besondere Interesse das Staatsoberhaupt selbst allen Fragen des Automobils entgegenbringt, und wie sehr der Reichskanzler persönlich eingegriffen hat, um der im Jahre 1932 auf einem Tiefpunkt angelangten Automobilwirtschaft neuen Auftrieb zu verleihen. Inzwischen sind nicht nur greifbare Massnahmen zur Förderung des Automobilwesens unternommen worden, wie beispielsweise die Beseitigung der Steuern und die Erbauung eines vollkommen neuen Strassennetzes, sondern es ist der Staatsführung gelungen, in der gesamten Bevölkerung, also auch bei den Nichtautomobilisten, eine positive Einstellung zum Automobil zu erreichen. Die Jugend wird planmässig zum Interesse am Automobil erzogen und d, einem Wagen von 230 PS, und Opel im neuen «Olympia» mit einem lK-Liter-Motor mit hängenden Ventilen sowie mit der vereinfachten Normallimousine des Opel-Kadett DIE KLEINWAGEN. Mit Rücksicht auf die ausserordentlich günstigen Verhältnisse zwischen dem Gewicht des Wagens und der Leistung des Motors kann man heute als Kleinwagen jene Fahrzeuge ansprechen, deren Motor einen Hubraum bis etwa 1^ Liter, d. b. bis etwa 7 Schweizer Steuer-PS aufweist. Die meistgekauften Wagen dieser Klasse stammen von D.K.W, und Opel. Opel bringt mit dem. 1,1-Liter-Motor von 23 Brems-PS die Typen P4 und Kadett in den Handel. D K.W. die Modelle Reicbsklasse mit einem zweizylindrigen Zweitaktmotor Von 580 cem, die Meisterklasse mit ß84 cem und Sonderklasse mit 1047 cenj. Adler liefert weiter den bewährten, sportlichen Typ Trumpf-junior mit Vorderradantrieb und mit einem Einliter-Motor. Hanomag hält an dem bewährten Typ Kurier mit einem Motor, von 1.1 Liter Hubraum fest und zeigt auf der Ausstellung eine Schiebedachlimousine. Auch Hansa liefert das besonder« in seiner Form sehr ansprechende Modell H 1100 weiter. DIE WAGEN DER MITTELKLASSE. Als Mittelklasse kann man nach deutschen Marktbegriffen die Wagen von 1^—2% Liter Hubraum, aiso von etwa 7—12 Steuer-PS, bezeichnen. Sie umfasst folgende Wagen: Der meistgekaufte Wagen dieser Gruppe ist der 170 V von Mercedes-Benz, der sich durch seine Laufruhe und gute Ausstattung einen grossen AnhängerkTeir gesichert hat Gleich stark" ist der'Motor des Heckmotorwagene. Dieselbe Marke bringt in der Mittelklasse als grossen und doch sparsamen Reisewagen den Typ 230. Wie bereite erwähnt, stattet Opel seinen «Olympia» nunmehr mit einem \*A-Liter-Motor mit hängenden Ventilen aus, eo dass dieser Wagen, der an Gewicht kaum zugenommen hat, eine ganz besonders günstige Leistungskurve besitzt. Zudem ist er wesentlich geräumiger geworden. Der Super-Six von Opel hat schon im Vorjahr seine besondere Leistungefähigkeit bereits unter Beweis gestellt Adler hat den «Trumpf», der nunmehr seit fast fünf Jahren gebaut und während dieser Zeit ununterbrochen verbessert wurde, an Stelle des bisherigen Motors von 1,7 Liter mit einem 2-Liter- Motor ausgestattet und damit die sportliche Note dieses zugleich ausserordentlich ausgereiften Gehrauchswagens noch unterstrichen. Auf den neuen Stromlinienwagen mit Schiebedach und einem Motor von 2.5 Liter wurde bereits hingewiesen. Von der Auto-Union sind verschiedene Wanderer-Typen zwischen 1,7 und 2,6 Liter zur Schau gestellt-, ferner der Audi von 2,3 Liter als Frontantriebler. B.W W präsentiert nur Wagen mit dem einheitlichen Hubraum von 1971 cem. Als Neuheit Ist ein wunderschönes zweisitziges Cabriolet dazugekommen. Hanomag liefert wie bisher als bewährten Mitfelwagen mit 1^-Liter-Motor den «Rekord» und als leistungsfähigen Gebrauchs- und Sportwagen den Typ Sturm. Bei Hansa wird nunmehr der H 2000 mit einem 2-Litor-Motor von 50 PS Bremsleistung ausgestattet, während man Staswer neben dem «Greif» (nach Tatra-Lizenz mit luftgekühltem liegenden Vierzylinder-Motor) als Vertreter'der Mittelklasse noch dem «Seclina» mit einem VierrylindeT-Motor von 2.4 Liter begegnet, dem stärksten Vierzylinder-Benzinmotor des deutschen Marktes. DIE GROSSEN WAGEN. Wenn wir die Fahrzeuge dieser Klasse alphabetisch aufzählen, um einen summarischen Ueberhlick zu geben, eo müssen wir vorausschicken, dass in die Klasse von drei und mehr Liter Kubikinhalt sowohl starke Gebrauchswagen als auch reine Repräsentationswagen fallen. Adler produziert weiter den «Diplomat», der schon vor Jahren aus dem damals bereits sehr ausgereiften «Standard 6» hervorgegangen ist. Als grosse Wagen der Auto-Union sind die «Horch» anzusprechen, die. durchwegs mit Achtzylinder-Motoren ausgerüstet, zum Teil einen Hubranm von 3.5 Liter, zum Teil einen solchen von 5 Liter aufweisen. Da viersitzige Sportcabriolet des 5-Liter- Typs gilt nach wie vor als einer der gesehmarkvollpfpn und schönsten Wagen des internationalen Marktes. ' Ausser dem Dieselwagen zu 2,6 Liter bringt die Daimler-Benz AG. den im vergangenen Jahr mit grossem Erfolg neugeschaffenen 3,2-Liter, ferner als Starrachswagen das Modell mit dem 5-Liter- Motor, dann das Kompressormodell mit einem Motor von 5,4 Liter Hubraum, das der internationalen Spitzenklasse angehört und schliesslich als grossen Repräsentationswagen den «Grossen Mercedes» Er besitzt zwar wie der bisherige Typ, einen Aohtzylinder-Kompressormotor von 7.7 Liter Hubranm, jedoch ist das Fahrgestell vollkommen neu gestaltet worden mit Schwingachsen vorn und einer Sonderachse rückwärts, während der Rahmen aus ovalen Stahlrohren besteht, um vollkommene Verwind-anj»- festigkeit zu erzielen. Hansa liefert nunmehr den bereits im Vorjahre gezeigten 3,5-Liter-Wagen, der, wie die ühriren Typen, Zentralkastenrahmen besitzt Auch Maybach ist seinem bisherigen Fabriiationsprogramm treu geblieben und wartet mit dem Vollschwingachswagen auf, der mit einem Motor von 3,8 Liter Hubraum und 140 PS Leistung versehen ist, sowie mit dem Typ Zeppelin, dem einzigen deutschen Zwölfzylinderwagen. Als Grosswagen Opels sei der nunmehr eeriennrässig produzierte «Admiral» mit einem Motor von 3,0 Liter Hubraum und 75 Brems-PS genannt Auch Stoewer hat im vergangenen Jahre einen Typ herausgebracht, welcher der Gruppe der grossen Wagen zugezählt werden muss und einen • Sechszylinder-Motor von 80 PS Leistung und 3,6 Liter Hubraum besitzt; der «Arkona» wird auöb. heuer ausgestellt K. iM. Sttaisen Verlegung der Staatsstrasse zwischen Court und Münster. Durch die Schlucht der «Roches de Court» führt rechtsufrig der Birs die stark befahrene Strasse von Münster nach Court Im Frühjahr 1937 wurden Strasse und Eisenbahnlinie Münster-Tavannes- Biel durch einen gewaltigen Erdrutsch eingedeckt Durch provisorische Umgehungen ist es seither gelungen, die Strasse für den durchgehenden Verkehr zwischen dem nördlichen Jura und der Westschweiz offenzuhalten, doch kann dieser Zustand nicht auf die Dauer beibehalten werden. Die Untersuchungen des Gebietes haben gezeigt, dass noch mit weiteren Rutschungen zu rechnen sein dürfte, denn die Bewegung der über 2 MSI: ra* ist noch nicht beendet. Diese Tatsache, ebenso wie die hohen Kosten, welche eine Wiederherstellung der verschütteten Strasse verursachen würden, lassen es für angezeigt erscheinen, den Strassenzug vom gefährdeten rechten auf das linke Birsufer zu verlegen. Der Umbau wird mit einem Kostenaufwand von Fr. 750 000.— veranschlagt. Nach dem Beschluss des»Grossen "Rates des Kantons Bern soll er in zwei Abteilungen durchgeführt werden. Die erste (obere) Sektion umgeht das Rutschgebiet linksufrig der Birs. um dann bei der sog. Römerbrücke in die alte Staatsstrasse einzumünden. Dieses Teilstück von 1345 m Länge wird auf Fr. 430 000.— an Baukosten veranschlagt Wollte man es bei diesem Umbau bewenden lassen, so müssten die zwei sterinernen Bogenbrücken, welche ohnebin für den Verkehr nicht mehr genügen, durch zwei neue Brücken ersetzt werden. Die Mehrkosten dürften sich in diesem Falle auf Fr. 180 000.— belaufen. Um solche unnötige Auslagen zu vermeiden, hat die kantonale Baudirektion die spätere Ausgestaltung der weiteren Strecke in einer zweiten (unteren) Sektion vorgesehen, welche die Strasse von der Römerbrücke hinweg bis an den Ausgang der Schlucht verlegt Der Grosse Rat hat dieser Lösung ebenfalls zugestimmt und empfiehlt die Annahme, dieser Bausektion mit einem veranschlagten Kostenbetrage von Fr 320 000.—. Die Mittel für den Umbau sollen daher durch ein Anleihen beschafft werden. Das erlaubt aber' auch zugleich die Verzinsung und die Rückzahlung der Schuld auf eine längere Zeitspanne zu verteilen. Es ist vorgesehen, die Zinsen aus den Erträgnissen der Automobilsteuern zu decken und den Kredit in den Jahren 1943 bis 1945 aus derselben Quelle zurückzuerstatten. Bestimmt wird das bernische Volk anlässlich der Abstimmung vom 20. Februar dem Gesamtprojekte der Baudirektion zustimmen, um so mehr,, als die Erneuerung der Strosse es gleichzeitig gestattet, diese auf die für den Verkehr erforderliche Breite von 6 m auszubauen und mit einem Belag zu versehen. Voraussichtlich werden die Schweiz. Bundes-' bahnen für die neue Bahnlinie das Gebiet der alteni Strasse in Anspruch nehmen. Der Erlös aus dem Verkauf dos Terrains verringert somit die Kosten, des Strassenbaues, ebenso kommen die angerufenen Bundesbeiträge an diese Notstandsarbeit hiervon in Abzug. Endlich wird diese unfreiwillige Strassen-: Verlegung eine willkommene Arbeitsbeschaffung für. die betroffene Gegend darstellen. -e~ Der Automobilsalon in Genf I1.-T-20. Februar. Trotz der dichten Schneeschicht, die das ganr« schweizerische Hochplateau bedeckt, haben sich zahlreiche Automobilisten nicht abschrecken lassen, auf dem Strassenwege nach Genf zu kommen. Anderseits haben auch die S.B.B eine beträchtliche Anzahl von Reisenden befördert, so dass am Donnerstag im Salon das Leben von Stunde zu Stunde reger wurde. Das, was der Salon bietet, rechtfertigt' vollauf diesen Andrang. Der Grad der Vollkommenheit der ausgestellten Modelle bildet eine der Folgen der sportlichen und touristischen Wettbewerbe, da es diesen zu danken ist, wenn die Konstrukteure zur Lösung mancher Probleme gelangt sind. Die Renntätigkeit hat den Ingenieuren- ermöglicht, wertvolle Lehren aus ihren Ergebnissen zu ziehen, dia nun ihre Anwendung auch auf dem Gebiete des Tourenwagenbaues finden. Um nur zwei Beispiele zu nennen, seien die Auswahl und Behandlung der Metalle sowie das Problem der Schmierung erwähnt. Dazu ein zufällig herausgegriffenes Weiteres: Eine Firma hat beim Rennen festgestellt, dass ibre, Bremsen weit von der Wirksamkeit entfernt waren, die sie ihnen zuschrieb, während sie für die Tourenwagen reichlich genügend erschienen. Kaum zwei Monate später waren Renn- und Tcurenwagen mit einem neuen Bremssystem vorsehen, das seither vollständig befriedigt hat. Hauptsächlich den Rennerfahrungen sind auch die gegenwärtigen Formen der Karosserien zu danken, während der Komfort der heutigen Wagen eine Folge der zahlreichen Schönheitskonkurrenzen ist. Möge jerler mit eigenen Augen diese Fortschritte an den Modellen 1938 feststellen 1 Fortsetzung unseres Feuilletons «Blatt im Wind» In der nächsten Nummer.

N° 16 — 'FREITAG, 18. FEBRUAR 1938 AUTOMOBIL-REVUE Das Rallye Feminin Paris—St. Raphael hat am Dienstagmittag 12.30 Ohr mit dem Start zur 221 km langen Etappe Paris-Nevers seinen Anfang: genommen. Es kann sich einer internationalen Besetzung rühmen, sind doch an dieser Konkurrenz 6 Staaten (Belgien, England, Frankreich. Holland, die Tschecho- I Sämtliche 29 Konkurrentinnen sind am Donnerstag früh zur dritten Etappe Lyon-Genf aufgebrochen, auf der sie teilweise Schnee und Eis vorfanden. Dennoch wickelte sich auch auf diesem Abschnitt alles programmgemäss ab. Um 11. 30 Uhr passierte Mme Descollas auf Lancia als Erste die französischschweizerische Grenze bei Perly und ab 12.30 Die Konkurrentinnen des Rallye Feminin Paris—St. Raphael in Genf. Unks; Ankunft von Mme. Roux aul lAmücar. Rechts: Frau Lart (Ford), die einzige Vertreterin der Schweiz. Slowakei und die Schweiz) mit insgesamt 29 weiblichen Piloten vertreten. Bei den Französinnen nennen wir Mme Rouault auf Delahaye, die Siegerin von 1936 und 1937, ferner MUe Lamberjack auf Tälbot und Mme Descollas auf Lancia; bei den Engländerinnen die Weltfliegerin Amy Johnson-Mollison, die an diesem Rallye im internationalen Automobilsport debütiert, während die Schweizer Farben von Frau Loerz, St. Gallen, auif Ford verteidigt werden. Die erste Etappe brachte keinen Zwischenfall von Bedeutung, hingegen setzte es am Ziel in Nevers einige Aufregung ab, da man... ausgerechnet ... Amy Johnson vermisste. Endlich, 1 Minute vor Schluss der Kontrolle, tauchte £hr Talbot auf. Was war geschehen ? 4 km vor Fontainebleau hatte es in der elektrischen ' Anlage Kurzschluss gegeben und die Reparatur, die sie reglementsgemäss selbst besorgen musste, nahm längere Zeit in Anspruch, so dass sie gezwungen war, bis Nevers gehörig aufzudrehen, wenn sie strafpunktfrei durchkommen wollte. Vor Inangriffnahme der zweiten Etappe Nevers-Vlchy-Lyon am Mittwochmorgen wurde in Nevers die Klassementsprüfung über 500 Meter mit stehendem Start durchgeführt, bei der in den einzelnen Kategorien folgende Konkurrentinnen den 1. Platz belegten: Bis 1100 ecm: Mme Largeof (Simca-8), 26,2 Sek. 1100—1500 ccm: Comtesse Moy (Riley), 26,4 Sek. 1500—1800 ccm: MUe Riddel (M. G.), 23,4 Sek. 1800—2200 ccm: Mme Jourdan (Peugeot), 24,4 Sekunden. 2200—3000 ccm: Mme Roux (Amilcar), 21,0 Sek. 4. Mme Loerz. Schweiz (Ford), 30 Sek. Ueber 3000 ccm: JMlle Lamberjack (Talbot), 18,8 Sek. Die Geschwindigkeitsprüfung über den fliegenden Kilometer zeitigte folgende Resultate: Bis 1100 ccm: MMe Haia (M. G.), 34,8 Sek. 1100—1500 ccm: Comtesse Moy (Riley), 34,6 Sekunden. 1500—1800 ccm: Mlle Riddel (M.G.), 30,4 Sek. 1800—2200 ccm: Mme Jourdan (Peugeot), 33,2 Sekunden. 2200—3000 ccm: Mme Roux (Amilcar), 27,4 Sek.; 4. Mme Loerz, Schweiz (Ford), 36 Sek. Ueber 3000 ccm: Mlle Lamberjack (Talbot), 22 Sekunden. Die erste Halbtagesetappe, die bis Vichy führte, gibt zu keinen besondern Bemerkungen Anlass, obwohl die Strassen teilweise vereist und die vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten sehr hoch lagen. Mit motorischen Defekten, und zwar handelte es sich um einen Ventilschaden, hatte einzig Mme Vidalin (Salmson 1500) zu kämpfen. Sie besorgte die Reparatur im Laufe des Donnerstag vormittag nach dem Start in Lyon und vermochte Genf, trotz bedeutender Verspätung, vor Kontrollschluss zu erreichen. Uhr präsentierte sich die länge Autokolonne dem Kontrollposten auf der Grand-Place. Die mutigen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts waren auf ihrer Fahrt durch die Strassen der Völkerbundsstadt überall Gegenstand herzlicher Ovationen und erklärten sich über den ihnen bereiteten Empfang sehr erfreut. Nachmittags 16 Uhr — mit einstündiger Verspätung •— fuhren die Konkurrentinnen durch die Hauptstrassen der Stadt zum Ausstellungspalais, wo zu ihren Ehren abends ein grosses Bankett gegeben wurde. Eine weitere Million für den französischen Rennwagenfonds. Im Jahre 1936 haben Kammer und Senat in Frankreich den Beschluss gefasst, die Ausstellungsgebühr der Fahrbewilligung für Automobilisten um 10 'Fr. zu erhöhen und die Hälfte des sich ergebenden Mehrerlöses dem französischen Rennwagenfonds gutzuschreiben. Das Komitee dieses Fonds erhielt vom Staat© am 31. Dezember 1936 einen ersten Beitrag von 1 Million franz. Fr., worauf es ein Reglement aufstellte, demzufolge diese Million jenem französischen Konstrukteur zufallen solle, der bis spätestens 31. August 1937 mit einem nach der für die Jahre 1938/ 1940 gültigen Formel gebauten Rennwagen über 16 Runden der Strassenrundstrecke von Montlhery = 200 km einen Generaldurchschnitt von mindestens 146,508 km/St, erreiche. Dieser Preis ist bekanntlich den Delahaye-Werken zugefallen. Das Pariser «L'Auto > hat die Campagne zugunsten des Rennwagenfonds fortgesetzt und auch für das Jahr 1937 die Ausrichtung eines Staatsbeitrages von 1 Million verlangt. Nachdem man mehrere Wochen völlig im Ungewissen darüber war, ob mit dieser Summe gerechnet werden könne, ist der Kredit vom Ministerium für öffentliche Arbeiten vor wenigen Tagen bewilligt worden. In nächster Zeit wird das Komitee für den Rennwagenfonds über die Verwendung dieser Million den Entscheid treffen. Die Zusammensetzung der Scuderia Ambrosiana lautet für die kommende Rennsaison wie folgt: Graf Lurani, Gigi ViMoresi. Caipelli, Spotorno, Minetti. halten Schritt mit der Entwicklung im Automobilbau Schon der Konstrukteur rechnet auf solche Qualitäts-Erzeugnisse Essoleum ExpeeCompound Taruffi auf Talbot ? Wenigstens an der Mille Miglia, an der er laut « Gazzetta dello Sport» auf einem der neuen, nach der internationalen Formel konstruierten Sechszylinder-Talbot-Rennwagen starten solL DasSpezial-Hochdruckoel für alle Hinterachten und Getriebe Essoleum Fette Chassis-Fett Radnaben-Fett Wasserpumpen-Fett Essolube Einfahroel Das Spezialoel zum Ein* fahren neuer und neu ausgeschliffener Motoren STANDARD-M1NERAIOEIPROOUKI£ A.G. GEGRÜNDET 1894 Tour «•raus Der Winterverkehr auf der Gotthardroute. Seit bald 14 Tagen ist die Nordrampe der Gotthardstrasse nicht mehr bis Göschenen fahrbar. Man muss wieder in Erstfeld einladen, während auf der Südseite trotz 20 cm Neuschnee die Strasse ab Airolo benutzt werden kann. Fast scheint es. als ob die Verhältnisse auf der Nordseite noch lange so bleiben, es scheint aber auch, dass man diesem unerwarteten Eingriff des Winters mit einer unerschütterlichen Ruhe gegenübersteht. Und dies im gleichen Zeitpunkt, wo die bündnerische Regierung den viel höher gelegenen Julier trotz reichlichen Neuschneemengen durchgehend offenhält Woher das kommt ? Die bündnerische Strassenverwaltung hat sich eben die nötigen Schneeschleudermaschinen zugelegt, während am Gotthard die Schneefreimachung der Strasse immer noch mit' den gewöhnlichen Hilfsmitteln vorgenommen wird. Besteht denn keine Möglichkeit, auch die Teilstrecke Erstfeld-Göschenen, abgesehen von kurzen Intervallen bei ausserordentHch starken Schneefällen, freizuhalten und dafür zu sorgen, dass der Automobilist während des ganzen Winters den Einlad in Göschenen vornehmen kann ? Denn für ihn macht es immerhin einen Unterschied, ob er seinen Wagen dort oder schon in Erstfeld verladen muss. Göschenen-Airolo kostet für ein Auto bis 2000 kg 20 Fr., die Strecke Erstfeld- Göschenen dagegen 36 Fr. Dazu kommen noch die höheren Billetkosten für die Wageninsassen. Es bedeutet aber auch sonst eine zweifelhafte Reklame für die «internationale» Gotthardroute, wenn Mitte Februar überallhin ins Ausland die Mitteilung weitergegeben werden muss, dass diese wichtige Nordsüdverbindung durch die Alpen auf lange Distanz nur per Bahn befahrbar sei. Da vermag der Gotthard gegen den Brenner einfach nicht mehr aufzukommen. In Berlin, in Nürnberg, Leipzig und Stuttgart wird man sich diese Unterbrechungen merken, ebenso auch in Mailand, Florenz und Venedig, mit dem Erfolg, dass der sicherere Brennerweg vor dem Gotthard immer mehr den Vorzug erhält. Angesichts dieser Situation schiesst die Forderung, dass der Kanton Uri nun doch einmal daran gehe, sich auch in der Schneefreimachung der Gotthardstrasse etwas zu modernisieren, nicht übers Ziel hinaus. Man hat früher einmal die Zusicherung gegeben, die Nordrampe bis Göschenen durchgehend offenzuhalten. Heute gilt es, diese Zusage einzulösen, was um so eher verlängt werden darf, als ja der Kanton Uri alljährlich für Schneefreimachung und Arbeiten an den Atpenstrassen wie die Kantone Graubünden, Tessin und Wallis einen separaten Bundesbeitrag erhält, der nicht weniger als 160,000 Franken erreicht. V V«»»l*«»h» Benützung des Trottolrs auf Ausserortsstrecken. In Ermangelung von Radfahrwegen weist der Thurgau die Trottoirs bald den Fussgängern, bald den Radfahrern zu. Im Kanton Thurgau kennt man zur Zeit noch keine besonderen Radfahrwege, wohl aber haben in den letzten Jahren eine Reihe von Ueberlandstrassen auch ausserorts Trottoirs erhalten. Die Erfahrung lehrt nun, dass über das Recht und die Pflicht zur Benützung dieser Trottoirs noch gewisse Unklarheiten bestehen, denn werden sie stellenweise von den Pussgängern sehr stark in Anspruch genommen, so ist diese Frequentierung auf andern Strecken sehr gering, weshalb die Gehsteige gerade hier häufig von den Radfahrern «bevölkert» werden. Die Frage, ob ein solches Verhalten zulässig sei, hat nunmehr durch einen behördlichen Entscheid ihre Erledigung gefunden. Nach der Weisung des kant. Bau- und Strassendepartementes an die Polizei werden die Trottoirs je nach Bedarf für die Fussgänger oder für die Radfahrer reserviert. Auf Abschnitten mit starkem Fussgängerverkehr haben die Radfahrer die Trottoirs zu meiden, sofern nicht deren zwei bestehen. So soll jetzt auf der Strecke Islikon-Frauenfeld, die beidseitig mit Trottoirs ausgestattet ist, das eine den Fussgängern, das andere den Velofahrern zugewiesen werden. Umgekehrt soll auf der Strasse Müllheim- Engwilen, auf der sich kein nennenswerter Fussgängerverkehr abwickelt, das leider nur einseitig angelegte Trottoir als Radfahrweg dienen, während der Gehweg von Steckborn nach Berlingen aiisschliesslich den Fussgängern vorbehalten bleibt. Wenn diese Regelung auch nur als Provisorium gedacht ist, solange die eigentlichen Fahrradwege fehlen, so steht doch zu erwarten, dass sich die Velofahrer an die ihnen zugewiesenen und als solche markierten Trottoirs halten werden, nicht nur um der Entlastung der Fahrbahn, sondern auch um ihrer eigenen Sicherheit willen. Die schwedische Fordmotorgesellschaft. Das schwedische Tochterunternehmen der Fordwerke verzeichnet für das Jahr 1937 einen Nettogewinn von 1,7 Mill. Kronen oder 0,6 Mill. Kronen mehr als im Jahre 1936. Die Gesellschaft wird eine Dividende von 12 Kronen pro Aktie gegen 10 Kronen im Vorjahre aueschütten, während ein Betrag von 0,6 Mill. Kronen der Pensionskasse zufliegst.