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E_1938_Zeitung_Nr.018

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Bitte einheitliche Signalisierung! eigentlich hätte man erwarten dürfen, das.s mit dem Inkrafttreten der eidg. Verordnung über die Strassensignalisation vom 17. Oktober 1932 in allen Kantonen eine einheitliche Signalisierung Platz greife. Man ist heute aber noch weit entfernt von einer Einheitssignalisierung; noch immer bestehen Verschiedenheiten, und zwar nicht nur zwischen einzelnen Kantonen (Parkieren und Stationieren !), sondern sogar auch innerhalb des nämlichen Kantons, je nachdem die kantonale oder eine städtische Polizeigewalt die Signalisierung anordnet und durchführt. Art. 5 der vorgenannten Signälisationsverordnung schreibt klipp und klar vor, dass besondere Weisungen an Strassenbenützer auf einer rechteckigen, unter dem Signa] anzubringenden weissen Tafel bekanntgegeben werden können, kann man doch dem Fahrer nicht zumuten, all die vielen Verkehrsbeschränkungen auswendig zu lernen und stets im Kopf zu behalten. Dabei werden als Beispiele genannt: Zutoringerdienst gestattet, Plan des Parkplatzes usw. Was nun gerade den Zubringerdienst anbetrifft, so ist die einheitliche Regelung derart vorgesehen, dass gestatteter Zubringerdienst bei bestehendem Fahrverbot mit einer bezüglichen weissen Tafel markiert werden muss. Während im Kanton Zürich diese Vorschrift von den kantonalen Behörden sinngemäss gehandhabt wird, befolgt die Stadt Zürich gerade die umgekehrte Praxis. Besteht nämlich auf Stadtgebiet für eineStrasse ein Fahrverbot und ist darunter keine solche den Zubringerdienst gestattende weisse fiinweistafel angebracht, so ist dieser trotzdem erlaubt, es sei denn, auf einer weissen Hinweistafel stehe vermerkt : « Zubringerdienst verboten». Diese von der eidg. Signalordnung abweichende Praxis wurde seinerzeit beibehalten, um nicht zu viele solcher Hinweistafeln anbringen zu müssen. Ein Verfahren, das vielleicht aus gewissen, aber nicht allzu sehr ins Gewicht fallenden Gründen finanzieller Art zu verstehen ist, das auch auf die Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann, ist es oft schwer, festzustellen, wo in den Vororten das Stadtgebiet aufhört und das Kantonsgebiet anfängt. Der Automobilist darf wohl verlangen, dass sich auch die stadtzürcherisehen Behörden den .Vorschriften der/eidg. Signalqrdnung unterziehen und damit eine unliebsame Unsicherheit in der Beachtung der Fahrverbote zum Verschwinden bringen, um so mehr als für den Zubringerdienst nicht nur ortskundige, sondern sehr oft auch auswärtige Fahrer in Betracht kommen, die sich in diesen örtlichen Sonderheiten nicht auskennen. V TOURISTIK verbilligtes Benzin für ausländische Automobilisten in Oesterreich. Für die Hauptsaison 1938 ist in Oesterreich eine Verbilligung de§ Benzins für ausländische Touristen, die mit Automobilen einreisen, geplant. An der Grenze erhält der Fahrer ein Abzeichen, das am Wagen anzubringen ist, und ihn berechtigt, beim Tanken einen noch nicht näher bekannten Rabatt in Anspruch zu nehmen. Es ist übrigens angeregt worden, diese Verbilligung auch auf Schmieröle auszudehnen. Wie amtlich verlautet, hat sich die österreichische Regierung mit diesem Vorschlag einverstanden erklärt. Er. fragte Hubert. « Am Telephon hab ich einen Moment geglaubt, sie hätte etwas gemerkt.» Cary sah auf. Hubert hatte das Gefühl, dass sie nicht zugehört hatte. Aber sie sagte : « Nein, Theres hat nichts gemerkt.» Sie drehte die Zigarette zwischen den Fingern. « Sicher nicht», sagte sie nach einer Weile. «Ist irgend etwas, Cary ? » « Nein, mein Liebes. Gar nichts.» « Aber es ist irgend etwas.» «Ich hab Lois angerufen», sagte Cary. « Es ist alles' hübsch scheusslich. > « Hat sie sich mit Felix gestritten ? » « Nein », sagte Cary. « Gar nicht gestritten. Er will sich scheiden lassen.» Hubert sah sie, erstaunt an. « Warum ? » fragte er endlich. «Ich 'weiss nicht. Er will sich scheiden lassen und in Budapest bleiben. » • « Er will mit Rainer in Budapest bleiben », sagte Cary. « Das ist alles. > Hubert zündete sich eine Zigarette an und sah auf die schwarze .Grammophonplatte, in der sich das Licht spiegelte. « Walzer aus RosenkavalieF» stand auf der Platte. « Wir haben es alle gewusst», sagte Cary. Am zweiten Mai heirateten sie. In der U-Bahn zur Ausstellung herrscht ein greuliches Gedränge. Frauen stöhnen, Männer fluchen im berlinischen Brustton der Ueberzeugung. «Mensch, Sie sind wohl ganz varückt jeworn?» Man steht schon nicht mehr (oder wenn man es dennoch tut, dann auf anderer Leute Füssen), man schwebt, ringt verzweifelt nach Luft und Ellenbogenfreiheit und findet das Leben in solchen Momenten riesig unbequem. Dabei dauert dieser Moment immerhin eine halbe Stunde. Ob die wohl auf den Stationen Schilder mit der Aufschrift hängen haben: Strömt herbei, ihr Völkerscharen? Denn allerdings wird bei jedem Halt mit Macht geströmt. Rin in die gute Kinderstube ist die Losung, Platz hin oder her. Sie würgen, sie quetschen, sie stemmen sich hinein, noch und noch. In Worte lässt sich sowas gar nicht kleiden. Das Presse-fest in Reinkultur. Eine Heringskiste ist im Vergleich mit dem, was hier geschieht, geradezu locker besiedelt. Festgemauert in den Leibern kann ich gerade noch den Kopf bewegen, um anschliessena mit leisem Schauer zu gewahren, dass es mir, dem in der unterirdischen Geographie Berlins gänzlich unbewanderten Provinzler ein Ding der Unmöglichkeit ist, in diesem Gewimmel und Getümmel die Namen der Stationen zu entziffern. Behüt dich Gott! Es bleibt einem nichts erspart. Aber beim Kaiserdamm muss ich raus. Und beim Kaiserdamm spült mich die Woge ohne mein besonderes Zutun glücklich wieder an die Erdoberfläche empor. An der Bar im Eden sitzt der lange Seaman. Pardon: John Richard Bettie Seaman. Das heisst: erst muss er seine augedehnten Extremitäten kunstvoll ordnen und das Fahrgestell einziehen, bevor er «richtig» sitzt wie andere Mitteleuropäer. Seine Fassade ist noch immer etwas lädiert, aber dafür scheint mir die Nase an Formvollendung gewonnen zu haben. Und über diese Nase hinweg blickt er unverwandt und sichtlich interessiert dem Barman zu, wie der einen Cocktail braut. Na ja, auch das ist schliesslich Brennstoffmixerei. Allerdings bloss für den homo sapiens. Aber auch den bringt sie auf Touren. Unter den etwa 70 Auslandsjournalisten, welche die Ausstellung auf den Plan gerufen, bilden die Engländer ein Extrazüglein. So wild sind sie auf ihre splendid isolation, dass sie sich in Anschlusspolitik gar nicht erst versuchen. Wo hingegen man im übrigen Lager der Völkerverbrüderung frönt und allerlei Achsen schmiedet. Von den politischen gleitet das Gespräch sozusagen zwangsläufig zu den Schwing- und Starrachsen. Man simpelt Fach, dass sich die Balken biegen., denn das Reden tut dem Menschen gut, wenn er es nämlich selber tut. «Neue Strassenverkehrsordnung, neue Strassenverkehrsordnung» bollert mir ein Verkäufer auf der Friedrichstrasse ins Ohr. Na, wenn schon, denke ich mir, aber er könnte mir die Tatsache, dass er einen derartigen Gegenstand zu veräussern hat, immerhin etwas zarter und schonungsvoller zur Kenntnis bringen. Schon weil er es trotz seines respekteinflössenden Stimmaufwandes nicht zu verhindern imstande ist, dass sich noch der und jener im Verkehr verkehrt benimmt. Berichterstatter an der Berliner Ausstellung pflegen ein gehetztes Leben zu führen. Dauernd ist etwas los, und dauernd muss man seinem Gewissen einreden, dass man ja nicht zwecks Erfreuung, sondern behufs ernsthafter Arbeit hergekommen ist. Wundern Sie sich jetzt noch, wenn uns das Hotelzimmer bloss ausnahmsweise in seinen gastlichen Wänden sieht, weil*wir dieses Lokal nur relativ selten und auch dann nur zu vorübergehendem Aufenthalt zu frequentieren in die Lage kommen? Ist es versehentlich einmal soweit, dann wird entweder gearbeitet, dass die Schreibmaschine heissläuft und der Kopf raucht — oder aber konzentriert geschlafen. Wieder Schnauferlball bei Kroll. Alles ist da, was mit dem Automobil irgendwie zu tun hat, Industrie, Handel und zugewandte Orte. Und eine Menge hübscher Schnauferin, die unverzüglich anspringen, wenn es ans Tanzen geht. Bloss mit dem Am Abend vor der Hochzeit war ein grosser Empfang. Theres hatte die ganze Familie eingeladen, und sogar der alte Carl Maria Seilern war gekommen, der bei seiner verwitweten Schwiegertochter in Ungarn lebte. Er war neunzig Jahre, ein langer, hagerer Greis. Es waren lauter Seilern und Geyer da, und sie standen im Salon herum, unter den brennenden Kerzen des Kristallusters. Sie hatten sich alle lange nicht gesehn. Ihre Stimmen summten durcheinander. Sie sprachen über die Kinder, über die Vergangenheit und über Politik. Auch über Hubert. Der Verlobungsring von Cary war bei Kodiert am Graben gekauft. Jeder von ihnen hatte auf den ersten Blick bemerkt, dass der Ring nur von Köchert sein konnte. Früher hatten sie auch dort gekauft. Früher. Die Zeiten waren schon lang vorbei. Sie standen gruppenweise zusammen und unterhielten sich halblaut. Es war heiss im Salon. Es roch nach Blumen und brennendem Kerzenwachs und altem Holz. An den Wänden standen die verschossenen, seidenbezogenen Stühle. Cary kam zu Hubert. Sie lachte, sie trug den Ring mit der weissen Perle, und Ihr weissblondes Haar glänzte in Licht. « Du gefällst ihnen », sagte sie. «Sie finden, du hättest ein so ruhiges Wesen, ganz wie die jungen Leute vor dem Krieg. Wenigstens hat es Tante Alvine gesagt. Hast du die Geschenke gesehn ? Sie haben alle Silber gebracht, Löffel und Kerzenkandelaber und Platten. Drei ziselierte Suppenterrinen sind dabei. Standesgemäss. Damit du nicht merkst, dass wir arm und erledigt sind. » AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 25. FEBRUAR 1938 N«18 Am Rande der Bertiner Aassteilung (Von unserem Sonderberichterstatter.) Smoking angetan, dieweilen der Frack das Feld beherrscht, steigt dem Eidgenossen ein leises Minderwertigkeitsgefühl unter der gestärkten Hemdenbrust empor. Bis sich ihm plötzlich ein Seufzer der Erleichterung entringt. Weil nämlich die Aussicht, mit einem Angehörigen der an und für sich durchaus ehrenwerten Gilde der Kellner verwechselt und mit «Herr pba» herangepfiffen zu werden, geschwunden ist. Denn die sausen mit flatternden Frackschössen in den unzähligen Sälen und mehr oder weniger im Zeichen der Verdunkelung stehenden Bars herum. Womit für mich die Kostümierungsfrage für diesmal in befriedigendem Sinn gelöst wäre. Wer etwa wähnt, an den Käufertagen [mit erhöhtem Eintrittspreis) in gewissermassen idyllischer Ungestörtheit und Seelenruhe die Ausstellung durchwandeln zu können, der erlebt blaue und gestreifte Wunder, wenigstens in der Personenwagen-Halle. Ein Geschnatter und ein Gesumme erfüllt die Luft, ein Gewühl und Gedränge wogt auf den Ständen, dass ich mich erst nach innerlicher Sammlung und vermöge eines kraftigen Rucks ins Getümmel zu stürzen wage. Gleich am Eingang empfangen mich ganze Heerscharen von Ausrufern und Zeitungsverkäufern mit lieblichem Gezwitscher. Was diese Leute an Stimmaufwand leisten, ist enorm. Sie müssen Stahl- statt Stimmbänder in der Gurgel sitzen haben. Ihr Mundwerk läuft wie eine Grammophonplatte mit ewigem Umgang. «Die ganze Ausstellung für 40 Fenniche.» — «Alle Wagen, alle Typen, alle Preise für 50 Fenniche.» — «Das grosse Weltecho für 10 Pfennige» Also klaube ich meine 40 Pfennige hervor und kaufe mir dafür die ganze Ausstellung. Ich hab' den ganzen Zimt geglaubt, was soll man anderes machen? * «Aber nehmen Sie doch mal Platz, gnädiges Fräulein.» Der Verkäufer setzt sein gewinnendstes Lächeln auf und unterstreicht es mit einer einwandfrei gelungenen Verbeugung. Das gnädige Fräulein im Leopardenmantel und mit dem Koketten Hütchen tut verschämt und will erst nicht. Aber dann will sie doch und sinkt lässig und kenntnisreich ins Polster des Führersitzes, fingert an den Hebeln herum und macht, kurz und schlicht gesagt, reizende Figur Was auch die Blicke der diesen Vorgang mit stiller Bewunderung verfolgenden «Herrlichkeiten» eindeutig bezeugen. Wie denn überhaupt die Frauen nicht nur für Polsterung, Lackfarbe, Spiegel und andere Requisiten neuzeitlichen Komforts angelegentlichstes Interesse bekunden, sondern auch für das Innenleben des Motors. Und es wirkt ergreifend, zuzusehen, mit welcher hingebungsvollen Andacht sie den aufklärenden Voten der Leute vom Stand lauschen, die mit Fachausdrücken um sich schlagen wie rasende Rolande. «Obengesteuerter Motor — autobahnfest — verwindungsfrei — sehr stark gekröpft — synchronisch.es Getriebe — Querfeder — hängende Ventile — 117 gestoppt...» Ob ihnen yor soviel geballter Weisheit auch der Kopf brummt, ob sie diese Fremdsprache verstehen oder nicht: die Frauen harren mannhaft aus und weichen nicht vom Platz. «Denn am Sonntag hat man Zeit, geht spazieren, sieht herum.> Wir indessen gehen weder spazieren noch stehen wir herum, sondern wir verfrachten uns, betreut von einigen Herren der Reichsautobahn, in einen Bus mit Bestimmungsort Frankfurt a. O. Paläste, Kirchen, Vorstadtstrassen huschen vorbei, ein See lässt grüssen, bis wir endlich in den im Werden begriffenen Berliner-Autobahnring einschwenken, um sogleich in südöstlicher Richtung auf die Strecke nach Frankfurt abzubiegen. Und wiederum staunt man ob der gewaltigen bautechnischen Leistung, die hier vollbracht worden ist. Mitten durch endlose Föhrenwälder zieht sich das breite Band der Autobahn, bald in Einschnitten, bald auf Dämmen verlaufend. Vorbildlich sind die Betriebseinrichtungen, die Markierung der Zu -und Abfahrtsstrassen, der Stellen mit.Schnee und Glatteis. Bei einer schmucken Tankstelle schalten wir einen Halt ein, versenken uns a) in die Wetterdiensttafel und bl in den Anblick der Schneeräummaschine, eines schweren Lastwagens, der an seinem vorderen Ende einen sinnreich konstruierten, verstellbaren Schneepflug trägt. Tag und Sie sah so schön und fröhlich und unbekümmert aus. «Und liebst du mich, liebst du mich sehr ? > « Sehr ! » sagte er ernst. « Weil ich dich auch sehr liebe», sagte sie. « Und wir werden die grosse Ausnahme sein. Und ich bring dir drei silberne Suppenterrinen in die Ehe. Aber du darfst nie vergessen, dass ich bei dir in einem Hotelzimmer in Barcelona geschlafen hab. » Er blickte ihr nach, wie sie durch den grossen Raum auf eine dicke grauhaarige Dame zuging. Er war stolz auf ihren 'eichten sicheren Gang. Er war stolz auf ihre vornehmen Verwandten. Hubert blieb beim Klavier lehnen. Er lächelte hilflos und zufrieden. Die Stimmen summten durch den Salon. Ein alter Herr mit langen knochigen Händen trat zum Fenster. Hubert richtete sich hastig auf. « Bitt dich », sagte der andere. « Lass dich nicht stören, ich will nur Luft schnappen.» Er zündete sich eine krumme dünne Virginiazigarre an. «Ich hab nämlich einen Freund in Shanghai », sagte er. « Der Karli Kolowrat. Wir sind zusammen ins Theresianum gegangen. Ja. Ganz kleine Buben waren wir. Jetzt soll er in Shanghai sein. Kennst ihn ? » «Vor ein paar Jahren war ein Graf Kolowrat in Shanghai», sagte Hubert. « Er ist jetzt nach Peking übersiedelt. Persönlich war ich nicht mit ihm bekannt, nein.» Nacht steht dieser Koloss, der nebenbei auch mit einer Streueinrichtung versehen ist, auf Pikett, um jederzeit sofort eingesetzt werden zu können, ein handgreiflicher Beweis dafür, dass die Autobahnen die Technik vor völlig konstruktive Aufgaben gestellt haben. • Beim Mittagessen in Frankfurt a. O. hören wir am Radio die dreistündige Reichstagsrede Hitlers. In den Strossen ruht der Verkehr fast vollständig. Lautlose Stille, dass man eine Nadel hätte zu Boden fallen hören können, liegt über dem Speisesaal unseres Hotels. Die Kellner schleichen auf Zehenspitzen einher. Alles ist gespannte Aufmerksamkeit. Nur unser olle Schwedenkapitän (Erkennungszeichen: blaue Seemannsmütze und Robbenschnauz) tut ein sanftes Nickerchen. Von Zeit zu Zeit fährt er blinzelnd hoch, zückt Stift und Notizblock, kritzelt ein paar Worte und schläft im Bewusststein erfüllter Pflicht selig welter. «Schlafe, alter Knabe, schlafe, denn du kannst nichts Besseres tun, als von Zeit zu Zeit auf brave Art und Weise auszuruhn.» Mit beissendem Hohn und Spott überschüttete Hitler die Auslandsjournalisten, mit schneidender Schärfe wendete er sich gegen sie. Wir aber, die wir samt und sonders — Auslandsjournalisten waren, fühlten uns keineswegs betupft, weil wir abseits der Politik wandeln und lediglich danach trachten, Diener an der automobilistischen Menschheit zu sein. Zürdier Noftzen Zürich, das Polizeibussen-Eldorado. Es wird vielleicht nicht mehr lange dauern und die Stadt Zürich kann, wie vor etlichen Jahren der Kanton Schwyz, die « Auszeichnung > in Anspruch nehmen, die Stadt mit dem rigorosesten BussensystPm zu sein. Man ist heute so weit, daes der Motorfahrzeuglenker jeden Moment riskieren muss, mit irgend einer Busse bedacht zu werden. Und zwar nicht nur der Einheimische, sondern auch der Ortsfremde. In den letzten Jahren haben sich die Polizeibussen wegen Uebertretungen von Polizeivorschriften in der Stadt Zürich gewaltig vermehrt, derart sogar, dass die beiden Polizeirichter mit ihren Adjunkten die Bussenfälle nicht mehr zu bewältigen vermögen und dem Gemeinderat beantragt wird, die Stelle eines dritten Polizeirichters zu schaffen. Fast scheint es. als ob das Woinl der Limmatstadt davon abhänge, dass noch mehr Polizeirichter angestellt werden, damit man die Bussenpraxis noch verschärfen kann. Wäre es nicht vernünftiger, den Weg eines Abbaues dieser unhaltbar gewordenen Bussenpraxis zu wählen? Die Sozialdemokratische Partei der Stadt Zürich hat die Unhaltharkeit des stadträtlichen Antrages eingesehen und beschlossen, den Antrag für Schaffung einer dritten Polizeirichterstelle zur Verwerfung zu empfehlen. In der bezüglichen Resolution wird mit Recht darauf hingewiesen, dass es der Polizeibussen heute mehr als genug sind und dass der ehrbare Bürger nicht als willfähriges Ausbeutungsobjekt für eine krankhafte Bussenmanie angesehen werden darf. Man muss heute in Zürich nicht mehr fragen, was verboten, sondern vielmehr, was eigentlich noch erlaubt ist. Besonders im Argen liegen die Verhältnisse in Zürich bezüglich der Parkierung. Die Stadt Bern hat jetzt die klare, eindeutige Lösung geschaffen, dass überall da, wo nicht Stationierungsverbote aufgestellt sind, das Stationieren und Parkieren von Fabrzeuugen erlaubt ist In Zürich vermag sich aber nicht einmal der Einheimische, geschweign denn der Ortsfremde darin auskennen, wo er soinen Wagen aufstellen darf oder nicht Ja, die Sache ist nicht einmal in allen Stadtkreisen in gleicher Weise geregelt, indem der Stadtkreis I eine vollständige Sonderstellung einnimmt. Warum kann sich nicht auch die Zürcher Polizei endlich zu einer klaren Lösung der Parkierungsfrage bequemen ? Will man wirklich dem Automobilisten zumuten, dass er das ganze Sammelsuurium der stadtzürcherischen Verkehrsbeschränkungen im Kopfe hat oder konsultiert? Die Klagen aus den Kreisen der züreherischen und speziell auch der ausserkantonalen Fahrer haben sich in den letzten Monaten stark gehäuft Zürich darf sein Heil nicht darin sehen, aus den Tatsachen der Automobilisten Jahr für Jahr grössere Summen in Form von unvernünftigen Polizeibussen herauszupressen. Das wäre eine schlechte Reklame für die Schweiz. Landesausstellung 1939! « So ? » sagte der alte Herr. « Wennst ihn siehst, grüss ihn halt von mir. Ein sehr lieber Bub war der Karli, musst ihm ausrichten, dass ich ihn grüssen lass. » « Ja», sagte Hubert verwirrt Er hatte keine Ahnung, wer der alte Herr war. Sein Gesicht war verwittert und scharf. Aber aus den Falten und Runzeln blickten Caryj helle Augen. Der Alte beugte sich leicht vor und legt© seine knochige Hand auf Huberts Aermel. « Bist glücklich ? » fragte er. « Die Cary ist' schon eine noble Person. Ja. Aber schwierig, schwierig. » Er nahm die lange schwärzliche Zigarre aus dem Mund und betrachtete sie mit gesenkten Lidern. «Das hat die Cary von ihrer Mutter », sagt er. « Hat sie von der Valerie. Ein schönes Mädel war die Valerie, aiber schwierig. Wie ihr der Mann gefallen ist, gleich am Anfang vom Krieg... oder hat dir's die Theres schon erzählt ? > « Nein », sagte Hubert. « Der Franz Seilern ist im September in Serbien gefallen, ist zu einer Inspektionsreise runter, und aus war's. Und im Dezember war die Valerie tot. Die hat's fertig gebracht, ohne eine Krankheit zu sterben. Nur weil sie nicht mehr hat leben wollen. Ja. (Fortsetzung folgt.)

N° 18 — FREITAG. 25. FEBRUAR 1938 ALTOMOBIL-REVUE wurde am letzten Dienstagmorgen in einem Teil der in- und ausländischen Presse serviert, welche in grossen Lettern und vereinzelt sogar mit Bild die Nachricht von einem Flugzeugabsturz in Nordafrika brachte, dem der bekannte italienische Automobilrennifahrer Achille Varzi zum Opfer gefallen sei. Mit Blitzesschnelle trat die Meldung ihre Runde durch die schweizerischen Automobilsportkreise an, bei denen sich Varzi von seinen Gastspielen auf der Bremgartenwaldrundstrecke her grösster Sympathien erfreut. Wir waren deshalb nicht überrascht, als wir im Laufe d^s frühen Vormittags zahlreiche telephonische Anrufe erhielten und mit Anfragen über das Drum und Dran des Unglücks bestürmt wurden. Wenn es uns auch nicht sofort möglich war, die Trauerbotschaft zu bestätigen, noch sie zu dementieren, so standen wir besagter Meldung des schweizerischen Presstelegraphen jedenfalls von allem Anfang an sehr skeptisch gegenüber, pt. berichtete nämlich, dass Varzi auf einem «Rekordflug» in der Lybischen Wüste abgestürzt sei. Wohl war uns bekannt, dass Varzi vor nicht allzulanger Zeit sein Fliegerbrevet erworben hat. Doch vermochten wir uns nicht erinnern, dass der Galliatese in den Lüften ausserordentliche Leistungen vollbracht und sich gar zum Rekordflieger entwickelt habe. Ergo hatten wir auch keine Veranlassung, der pt.-Meldung blindlings Glauben zu schenken. Unsere Annahme, dass wir es vielmehr mit einer fetten Zeitungsente zu tun hätten, fanden wir bereits um 9 Uhr vormittags in der Dienstagausgabe des «Paris-Soir> bestätigt, der die Unglücksnachricht dahin richtigstellte, als es sich beim verunglückten Varzi nicht um den berühmten Rennfahrer, sondern um dessen Cousin und Sohn des italienischen Senators, Oliviero Varzi, handle, welcher, zusammen mit einem gewissen Professor Rinaldi aus Novara, auf einem Genua-Kapstadtflug seit Samstag verschollen war. Der irrtümlich Totgesagte halte sich zur Stunde gesund und wohl in Zürich auf und denke nicht im entferntesten an Rekordflüge. Also, Achille Varzi lebt und wird, wie wir in der « Automobil-Revue » vor kurzem berichtet haben, im kommenden Sommer als Spitzenfahrer der Bologneser-Werke auf einem 3-Liter-Maserati mit Kompressor in die Kämpfe auf den europäischen Rennbahnen eingreifen. Sternfahrten Eine fette Ente Nochmals die Schnee-Sternfahrt. Zur nationalen Schnee-Sternfahrt an den Genfer Automobilsalon vom 12. Februar erhalten wir nachträglich noch eine Zuschrift von einem Zürcher Konkurrenten, der wir gerne Raum gewähren. Die Strecke war sehr geschickt gewählt; schon ohne Sohnee wäre sie abwechslungsreich gewesen und hätte an Wagen und Fahrer mannigfaltige Ansprüche gestellt. Schade ist. dass sie etwas gekürzt werden musste. Temperatursturz und reichliche Schneefälle sorgten für das weitere, so dass praktisch alle Möglichkeiten der winterlichen Fahrbahnbeschaffenheit «serviert» wurden. Am spärlichsten waren wohl «Pfliider und Gflotsch» anzutreffen, die manchmal für schnelles und sicheres Fortkommen eben so hinderlich sein können wie Vereisung. Kontrollen waren nicht gerade viele eingeschaltet; wenigstens solche, die für die Klassierung wirklich massgebend waren. Dafür waren die Kontrollmögliohkeiten laut Fahrttabelle sehr zahlreich. Durchschnittlich alle 3,3 km hatte man auf 10 Sekunden genau durchzufahren. Wenn es gelegentlich eine Hetze gab, so hauptsächlich deshalb, weil die Teilstrecken so kurz waren, dass auch kleine Hindernisse beschleunigtes Aufholen 'verlangten. Damit komme ioh zu den Durchschnittsgeschwindigkeiten. Sie waren nicht zu hoch, wenigstens nicht für die kleinen und mittelgrossen Wagen. Grosse Wagen waren speziell bei der Col des Mosses-Abfahrt beim Kreuzen oder Vorfahren etwas handicapiert — aber schliesslich ist jeder Fahrer an seine Wagenbreite am besten gewöhnt. Es ist auch nicht jedermanns Sache, einen leichten Wagen auf Schnee und Eis zu fahren — besonders dann nicht, wenn er hinten zu leicht ist. Zur Winterfahrt muss ein Wagen, ob gross oder klein, gute Strassenhaltung haben, vor allem beim Bremsen. Schnell fahren kann man noch bald mal, aber schnell bremsen? Und da kommen wir auf den springenden Punkt der ganzen Winterfahrerei, ob mit oder ohne Sternfahrt: Nicht nur zur vorgeschriebenen Zeit am Ziel, sondern auch mit heilen Passagieren und ganzen Kotflügeln. Safety first! Es kann gelegentlich sehr gefährlich werden, wenn man restlichen Schuss, mit dem die Bremsen nicht fertig geworden sind, an entgegenkommenden oder stationären Hindernissen auffangen muss. Jeder eingebeulte Kotflügel und beschädigte Trittbretter sollten mit 20 Strafpunkten bedacht werden. Die Fahrer sind zu vorsichtigem Fahren zu erziehen, nioht zum «Heuen», deshalb wäre es auch angezeigt, die Sollzeiten etwas weiter zu distanzieren. Die Anzahl der beschädigten Wagen (ca. 60 bis 70%) dürfte dadurch beträchtlich reduziert werden! M. A. C. Troesch. Langstrecken- und Zuve rlässigkeitsfah rten Das Damen-Rallye Paris—St. Raphael hat, wie wir noch in der Dienstagnummer berichten konnten, am Sonntagnachmittag mit der ueschwindigkeitsprüfung an der Bergrampe von Saint-Sebastien seinen Abschluss gefunden. Die Resultate dieses «Rennens», das über genau 500 m ging, lauten wie folgt : Bis 1100 ccm: 1. Miss Haig (M.G.) UA Sek., 2. Mine. Largeot CSimca) 45,6 Sek.; 3. Mlle. Carsignol (G. Irat) 46 Sek.; 4. Mlle d'Oncieu (G. Irat) 46,2 Sek., 5. Miss Stanley Turner (MG.) 47 Sck; 6. Mme. Lefevre (G. Irat) 50,8 Sek.; 7. Mme. Kronbauerova (Aero) 52 Sek.; 8. Mme. Gobert (.Simca). 1100—1500 ccm: 1. Mme. Descollas (Lancia) 49,8 Sek., 2. Gomtesse Moy (Riley) 51,2 Sek. 1500—1800 ccm: 1. Miss Riddel (M.G.) 45,2 Sek.; 2. Mme. Vidalin (Salmson) 58,4 Sek.; 3. Mme. Lambert (Peugeot) 63,2 Sek. 1800—2200 ccm: 1. Mme. Jourdan (Peugeot) 52,8 Sek. 2200—3000 ccm: 1. Mme. Roux (Amilcar) 41 Sekunden; 2. Mme. Fleury (Talbot) 46 Sek.; 3. Mme. Reybert (Renault) 46,4 Sek., 4. Mme. P.robst (Renau'.t) 51.8 Sek., 5. Mme. Loerz, Schweiz (Ford), 54,8 Sekunden. Ueber 3000 ccm: 1. Mlle. Lamberjack (Talbot) 34,6 Sek.; 2. Mrs. Lace (Talbot) 38 Sek.; 3. Mme. Rouault (Delahaye) 30,8 Sek.; 4. Mrs. Amy Johnson (Talbot) 42,2 Sek.; 5. Mme. Simon (Hotehkiss) 44,8 Sek.; 6. Mme. Boscher (Hotchkiss) 47 Sek.; 7. Mme. Dequeker (Delahaye) 48,4 Sek.; 8. Mme. Blandin (Bugatti) 50,4 Sek., 9. Mme. Boufridi (Hotchkiss) 52,4 Sek. KATEGORIENKLASSEMENT Bis 1100 ccm; 1. Mlle. Haig (MG.) 0 Strafpunkte; 2. Mme Largeot (Simca-8) 0 P., 3. Mlle. d'Oncieu (G. Irat) 0 P.. 4. Mlle. Carsignol (G. Irat) 0 P., 5. Miss Stanley Turner (M.G.) 0 P , 6. Mme. Kronbauerova (Aero) 0 P., 7 Mme Lefßvre (G. Irat) 5 P. 8. Mme. Gobert (Simca-5) 264'P 1100—1500 ccm: 1. Mme. Descollas (Lancia) 0 P., 2. Comtesse Moy (Riley) 2 P 1500—1800 ccm: 1. Mlle. Riddel (M.G.) 5 P., 2. Mme. Lambert (Peugeot) 5 P., 3. Mme. Vidalin (Salmson) 42 P 1800—2200 ccm: 1- Mlle Dassonville (Peugeot) 0 P., 2. Mme Jourdan (Peugeot) 0 P 2200—3000 ccm: 1. Mme. Roux (Amilcar) 0 F., 2 Mme. Reybert (Renault) 0 P., 3. Mme. Prost (Renault) 0 P., 4 Mme. Loerz, Schweiz (Ford), 0 P., 5. Mme. Fleury (Talbot) 1 P Ueber 3000 ccm: 1 Mme Lace (Talbol) 0 P., 2. Mlle. Lamberjack (Talbot) 0 P., 3 Mme. Rouault (Delabaye) 0 P., 4. Mrs. Amy Johnson (Talbot) 0 R, S. Mme. Simon (Hatohkiss) 0 P , 6. Mme. Bnseiher (Delahaye) 0 P., 7. Mme. Dequeker ODelahave) 0 P.; 8. Mme. Blandin (Bugatti) 0 P., 9. Mme. Boufridi (Hotchkiss) 4 P INTERKATEGORIENKLASSEMENT (Klasse A, offene Konkurrenz): 1. Miss Haig (M.G. 930 ccm) 2380 P. 2. Mrs. Lace (Talbot 3906 ccm) 2324 P 3. Mme. Desoollas (Lancia 13^2 ccm) 2323 P x 4. Mme. Rouault (Delahave 3557 ccm) 2237 P 5. Miss Stanley Turner (M. G. 939 ccm) 2213 P 6. Mrs. Amy Johnson (Taftot 3M>6 ccm) 2176 P 7. Mlle. Lamberjack (Talbot 3906 ccm) 2098 P. 8. Mme Simon (Hotchkiss 3485 ccm) ?064 P. 9. Mlle. Garsignol (G. Irat 1076 ccm) 2057 P 10. Mlle. d'Oncieu (G. Irat 1096 ccm) 2029 P 11. Mme. Kronbauerova (Aero 908 ccm) 1767 P 12. Mme Loerz, Schweiz (Ford 2220 ccm), 1025 P Klasse B, den Konkurrentinnen reserviert, die zum erstenmal am Rallye teilnahmen.) 1. Mme. Largeot (Simca 995 ccm) 22«6 P 2. Mme. Roux (Amilcar 2495 ccm) 1889 P 3. Mlle. Dassonville (Peugeot 2150 cc-mi 1701 P 4. Mme Boscher (iHotehkiss 31-85 ccm) 1764 P. 5. Mme. Jourdan (Peugeot 1991) 1738 P 6. Mme Prost (Renault 2383 ccm) 1696 P. 7. Mme. Reybert (Renault 2383 ccm) 1689 P 8. Mme. Dequekor (Delahaye 8227 ccm) 1492 P 9. Mme. Blandin (Bugatti 3527 ccm) 1420 P. Am Montag fand im Anschluss an das Rallye Feminin in Cannes die Schönheitskonkurrenz für Automobile statt, welche von der Fliegerin Amy Johnson-Mollison auf Talbot gewonnen wurde. Sie erhielt den Grand Prix d'Honneur. Internat. Drei-Bundesländer- Wertungsfahrt. Das Reglement für die am 28. und 29. Mai 1938 durch die Bundesländer Nipderösterreioh, Steiermark und das Burgenland führende internationale Fahrt ist soeben erschienen. Die Sirecke führt von Perchtoldsdorf durch den Wiener Wald zur Donaubrücke bei Tulln, dann über die Bundes- In allen grossen Rennen der Welt siegen BOSCH-K Bei Höchstbeanspruchungen, als auch im Tagesgebrauch bewähren sie sich gleichermassen Fahren Sie mit BOSCH-Kerzen, den Kerzen, die Ihren Motor verjüngen ROBERT BOSCH A.-G. - GENF-ZÜRICH strasse zum nördlichsten Wendepunkt Waidhofcii a. Th., durch da® Waldviertel in die Wacbau und nach dem Passieren der Donaubrücke bei Mautern durch den Dunkpisteiner Wald nach Loosdorf. im Pielaclitale aufwärts. übe-r Puchenstuhen - Ulreiclisberg - Kernhof - St. Kgyd - Oberpax in das Schwarzatal bis Gloggnitz, dann über den Semmering und von Spittal über den Pfaffensattel - Ratten - Birkfeld - Weiz zum südlichsten Wendepunkt Gleisdorf bei Graz, und von hier über Hartberg - Oberwart - Bernstein - Rattpr«'lorf - Ober-Pi'Uendorf - Mattersburg - Ebreicbsdorf - Traiskirchcn - Mödling - Brunn nach Percbtolfisdorf zurück Total 788 km. Die Fahrzeugeinteilung in Wertungsgruppen ist wie folgt vorgesehen: Automobile: über 1500 ccm, bis 1500 ccm und bis 1100 ccm; Motorräder; über 250 ccm und bis 250 ccm; Sidecars: über 600 ccm und bis 600 ccm. Die Vorschrevbung der einzuhaltenden Durchschnittsgeschwindigkeiten erfolgt bei Automobilen nach dem «Leistungsgewicht», wobei die Gruppen gegenüber dem Vorjahr einige Abänderungen erFuhren und bei den Motorrädern nach Klassen, wobei für Maschinen bis 200 com niederere Durchschnittsgeschwindigkeiten vorgesehen sind als für die Klasse A. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten für die Gesamtstrecke (von Zeitkontrolle zu Zeitkontrolle) bewegen sich zwischen 56 und 45 km/St, bei Automobilen; zwischen 51 und 44 km'St. bei Motorrädern; und zwischen 50 und 47 km/St, bei Motorrädern mit Seitenwagen. In der Gesamtstrecke ist eine sog «Sperrstrecke» (ca. 30 km in welligem Gelände, bei Strassensperre) eingeschaltet, für welche rund 7 km/St, höhere Leistungen vorgeschrieben sind. Als Nennungsschluss ist der 20. Mai bestimmt. Auskünfte jeder Art, sowie Ausschreibungen sind im Sekretariat des Oqsterr. Automobil-Club, Wien I., Kärutnerrins 10. erhältlich. Eane auf BMW an der Mille Miglia. Der englische Sportwagenfahrer A.F.P. Fan» wird laut einer Meldung in der britischen Fachpresse mit seinem Zweisitzer-Frazer-Nash-B.M W., Typ 328, an der Mille Miglia starten. Er gedenkt die 1600 Kilometer ohne Fahrer-Wechsel zurückzulegen und lediglich einen Mechaniker an Bord mitzunehmen. , Von Rennmannschaften und Privatfahrern George Eyston, der Inhaber des absoluten Weltrekordes im Automobil, ist kürzlich in Paris eingetroffen und hat dem Mitarbeiter eines französischen Fachblattes erklärt, dass er die Rekordpiste in der Salzwüste von BonneviHe nicht, wie unlängst gemeldet worden sei, für dreiviertel Jahre gemietet habe. Vielmehr hat er sich als absoluter Weltrekordman einzig und allein insofern ein Privileg gesichert, als er, falls ein anderer Rekordanwärter die Piste benützen wollte, vor diesem zu einem Weltrekordversuch starten kann. Goffredo Zehender. der Vertreter der Daimlei-Benz A.-G., der letztes Jahr von der Untertür&heimer Firma als Nachwuchsfahrer eingesetzt wurde, hat bei einem Skiunfall in Olaviere ein Wadenbein gebrochen und ist zur Untätigkeit während mindestens 40 Tagen verurteilt. Aus Renn-Reglementen Für das Rennen um die Trophäe des britischen Weltreiches wurden die Reglements-Bestimmungen dieser Tage bekanntgegeben. Die Veranstaltung gelangt a*n 9. April im Donington-Park zur Durchführung und geht über 64 Runden = ca. 320 Kilometer. Die startenden Fahrzeuge werden in folgende Kategorien eingeteilt: Gruppe A: 750 ccm mit Kompr. und 1100 ccm ;phne Kompressor Gruppe B: ilOO ccm m. K. und 1500 ccm o. K. Gruppe C: 1500 ccm m. K. und 3000 ccm o. K. Gruppe D: Ueb6r 1500 ccm m. K. und über 3000 ccm o. K. Das Empire Trophy Race wird nach einer Handicapformel ausgetragen, und zwar betragen die von den einzelnen Klassen gewährten Vorgaben: Für Gruppe A : 7 Runden, Stundenmittel 113,563 Vra Für Gruppe B: 5 Runden, Stundenmittel 117,537 km Für Gruppe C: 3 Runden, Stundenmittel 121,480 km Für Gruppe D: Scratoh. Stundenmittel 127,481 km. Dem Sieger fallen die British Empire Trophy sowie 250 Pfund in bar, dem Zweiten die Canada Trophy und 100 Pfund und dem Dritten dlie Australia Trophy und 75 Pfund zu. Luftfahrt Vorschau auf den Sommerluftverkehr der Schweiz. Der Sommerflugplan 1936 beginnt am 27. Mär». Von diesem Tage an werden folgende internationale Linien der Schweiz im Betrieb sein: Zürich - Basel - London (2 Kurse), Zürich - Basel - Paria, Zürich - Stuttgart - Halle/Leipzig - Berlin (-Stockholm), Zürich - Stuttgart - Frankfurt - Hannover - Hamburg, Züriah - München - Salzburg - Wien - Budapest, Genf - Paris - London, Genf - Lyon - Paris, Genf - Marseille - Salamanca - Lissabon, Genf - Stuttgart - Berlin, sowie die beiden internen .Anschlußstrecken Bern - Zürich und Basel - Zürich. Das übrige interne Anschlussnetz, sowie die internationalen Strecken Zürich - Wien (direkt), Zürich - St. Gallen - München und Prag - Zürich - Genf - Marseille nehmen am 2. iMai den Betrieb auf. Die Vorausgabe der Flugpläne ist durch d;» Dienststellen der Swiesair erhältlich. «vz.