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E_1938_Zeitung_Nr.011

E_1938_Zeitung_Nr.011

BERN, Dienstag, 8. Februar 1938 1. Salon-Nummer Nummer 20 Cts. 34. Jahrgang —* No 11 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONN EM ENTS-PREISEi Aui*»b« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. 10*— Ausland mit Portozuschlaa, wenn nicht Postamt lieh abonniert Ausgabe B (mit gew. Unfallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit InsassenvercicherunK) vierteljährlich Fr. 7.50 Schluss mit der exzessiven Fiskalität! Nur ein radikaler Kurswechsel vermag die Paralysierung unseres Automobilwesens zu beheben Einen Monat früher als bisher wird am nächsten Freitag der Genfer Salon seine Tore öffnen, nicht nur eine an Internationalität kaum zu überbietende Schau technischen Genies und konstruktiven Schöpfertums, sondern darüber hinaus auch eine Konzentration und eine Kundgebung all jener Kräfte, welche der Wirtschaftsfaktor Automobil in Bewegung setzt. Mag letzten Endes der Impuls zur Durchführung der Ausstellung auch von kommerziellen Momenten ausgehen — denn die Kauflust zu wecken ist ja ihr unmittelbarer Zweck —, so ändert dieser Umstand doch nicht das geringste daran, dass der Salon mit einer Eindringlichkeit, deren Sprache nicht missverstanden werden kann, die Revolution und Evolution, welche das Motorfahrzeug in unserem Leben hervorgerufen, seine kulturelle Sendung und seine wirtschaftliche Bedeutung ins Bewusstsein ruft. Es ist ein wahrhaft triumphaler Weg, den es in den 40 Jahren seit seiner Geburt zurückgelegt hat, und es sind ungeheure Wandlungen, welche seine Spur in allen Sphären menschlichen Tuns kennzeichnen. Zehntausenden und aber Zehntausenden gewährt es heute ihr täglich Brot und noch steht die Entwicklung in vollem Gang... In vollem Gang ? Wirklich ? Machen wir uns nichts vor : Auf schweizerische Verhältnisse angewendet, wäre dieser Ausdruck ein Euphemismus. Bei Licht betrachtet kann die eidgenössische Wirtschaftspolitik im Gebiet des Automobilwesens nicht anders als nachdenklich, um nicht zu sagen melancholisch stimmen. Vergegenwärtigen wir uns doch nur, wo wir heute stehen und wo wir stehen könnten, hätte man die Entwicklung ihrem natürlichen Lauf überlassen, anstatt ihr Bleigewichte anzuhängen, halten wir uns das Beispiel ausländischer Staaten vor Augen, deren Regierungen dem Motorfahrzeug planmässig die Wege ebnen, dieweil unsere gnädigen Herren und Oberen zu Bern ihr Heil in einer ebenso bewussten wie systematischen Erschwerung und Verzögerung des Motorisierungsprozesses suchen, zum Schaden des ganzen Landes und seiner Wirtschaft. Zwar pflegen die Vertreter unserer obersten Behörden bei der Saloneröffnung, « preisend mit viel schönen Worten >, das Lebensrecht des Automobils gerne zu betonen und tröstliche, beschwichtigende Töne anzuschlagen. Dabei ist es allerdings auch geblieben. Noch heute warten wir auf die Einlösung der Versprechen, die uns bei solchen und andern Gelegenheiten gegeben worden sind. Geht dann die Saat der Verbitterung über die Strangulationsmethoden auf, als deren Opfer man den Automobilisten seit Jahr und Tag ausersehen hat, greift er, von allen Seiten drangsaliert, zum Selbstschutz, so rauscht es im Blätterwald vernehmlich von « übertriebenen Forderungen >, von « Mangel an vaterländischer Gesinnung» und was der Apostrophierungen noch mehr sind. Ist vielleicht die Erkenntnis, dass das Automobil längst aufgehört hat. dem Luxus zuzuzählen, noch nicht bis in die geweihten Hallen und Amtsstuben des Bundeshauses vorgedrungen ? Eine solche Annahme würde schlechterdings grotesk anmuten. Weder der Bundesrat noch das Parlament können sich angesichts der Flut von Eingaben und Veröffentlichungen aus dem Lager der Strassenverkehrsinteressenten und ihrer Presse auf Unkenntnis der grundlegenden Wandlungen berufen, den die Funktion des Autos erfahren. Bncheint jeden Utenitaa und Freitag Wöchentliche Beilage „Auto-Magazin". Monatlich 1 mal „Gelbe Liste" REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breltenralnstr. 97, Bern Telephon 28.222 Postcheck 111414 Telegramm Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürichs Lfiwenstrasse 51, Telephon 39.743 Die Erklärung für die Unnachgiebigkeit der Bundesbehörden und für deren konsequent negative Einstellung liegt vielmehr darin, dass sie das Motorfabrzeug als Arbeitsinstrument und unentbehrlichen Helfer im Existenzkampf nicht anerkennen wollen» weil ihnen sonst nämlich der Boden unter den Füssen weggleiten und auch der letzte, ach so dürftige Schimmer der Verfassungsmässigkeit, womit sie ihre wirtschaftsfeindliche Treibstoffpolitik zu drapieren sich bemühen, in eitel Nichts zerrinnen würde. Dabei stehen wir mit unserer Auffassung, die Bewertung des Automobils als Luxusgegenstand verkörpere einen Anachronismus, durchaus nicht allein auf weiter Flur. Wie wären sonst die Tageszeitungen dazu gekommen, im Anschluss an die Abwertung nicht nur eine Senkung der Zölle für wichtigste Lebensmittel, sondern im gleichen Atemzug auch eine Zollreduktion für das Benzin zu fordern? 13.00 Uhr: Eröffnungsbankelt Im Hotel des Bergiies. 15.30 Uhr: Offizielle Eröffnung der Ausstellung. 16.00 Uhr: Eröffnung für die Besucher. Eintrittspreis Fr. 2.— (Inkl. Steuer). 20.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr. 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Sitzung des Direktionskomitees des ACS. 15.00 Uhr: Zusammenkunft der Mitglieder des Verbandes westschweizerischer Motorfahrer- Offiziere. Von 15.00 Uhr an: Ankunft der Konkurrenten der Schnee-Sternfahrt, Place des Alpes 1. Von 19.00 Uhr an: Abend zu ermässigtem Preis. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). Von 22.00 Uhr an: Ball des Salons im Hotel des Bergues. Bridge-Tournler von 20.30 Uhr an. 23.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 13.00 Uhr: Mittagessen in der Brasserie des Salons, 12.30 Uhr: Mittagessen der Konkurrenten der Schnee- Sternfahrt und der Sektion Genf des 14.00 Uhr: 14.00 Uhr: 15.00 Uhr: Von 19.00 23.00 Uhr: GenfepiriSaloro FREITAG, DEN 11. FEBRUAR: SAMSTAG, DEN 12. FEBRUAR: SONNTAG, DEN 13. FEBRUAR: ACS. (Restaurant des Salons). Preisverteilung der Schnee-Sternfahrt (Restaurant des Salons). Sitzung der Nationalen Sportkommission des ACS. Sitzung des Direktionskomitees des Auto- Camping-Clubs der Schweiz. Uhr an: Abend zu herabgesetztem Preis (Fr. -.80 inkl. Steuer). Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. MONTAG, DEN 14. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Versammlung der Sekretäre der Sektionen des ACS. 19.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr. DIENSTAG, DEN 15. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1,50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Tagung der Autosektion Genf des TCS. 12.30 Uhr: Mittagessen des Rotary Club (Restaurant des Salons). 19.30 Uhr: Nachtessen der Aufosektion des TCS. 23.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis Allgemeines Programm. Und wie vermöchte sonst eine Arbeiterzeitung den Satz zu prägen, die Tatsache sei nicht aus der Welt zu schaffen, «dass das gesamte Autogewerbe, wie auch die Motorfahrzeugindustrie der Schweiz, infolge der hahnebüchenen Bedrängung durch den Fiskus ungeheuer leide, ja zum Teil direkt dem Untergang entgegentreibe»? Wieviel Gehör indessen solche Stimme bei jenen finden, deren Hände das Geschick des schweizerischen Autowesens anvertraut ist, dafür lieferte dje Behandlung, welche der Nationalrat dem Kapitel Benzinzoll im 3. Finanzprogramm angedeihen Hess, ein geradezu bezeichnendes, aber auch ein deprimierendes Exempel. Unbeschwert von Hemmungen und in souveräner Sorglosigkeit wischte er die Frage, von deren vernünftiger Lösung das Wohl oder Wehe weitester Volksschichten abhängt, unter den Tisch. Einmal mehr dokumentierte er damit seine wahrhaft tragische Kurzzsichtigkeit in diesen Dingen, versteifte er sich auf seine bisher schon so «erfolgreich» geübte Praxis der Zwangsjacke. Und das, obwohl sogar der Verwaltungsrats- Präsident der SBB, der bestimmt nicht im Geruch besonderer Automobilfreundlichkeit steht, unumwunden zugab, dass ein weiteres Anziehen der fiskalischen Daumenschraube jeglicher Rechtfertigung entbehren müsste. Schluss auf Seite 2. 493$ 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. MITTWOCH, DEN 16. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 12.00 Uhr: Mittagessen und 14.30 Uhr: Sitzung der Kommissionen Schweiz. Propaganda-Organisationen zu Gunsten der einheimischen Produktion (Restaur. des Salons). 19.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr. DONNERSTAG, DEN 17. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Sitzung des Vorstandes und 1100 U'~>r< 10.00 Uhr: Sitzung des Vorstandes und 11A*0 Uhr: Generalversammlung der Syndikalkammer des Automobilhandels und der Garage-Industrie der Schweiz (Konferenz- Saal des Salons). Von 12.00 Uhr an: Ankunft der Konkurrentinnen des Rallye Feminin Paris—St. Raphael. Von 13.00 Uhr an: Kinder 60 Rp. (inkl. Steuer). 20.00 Uhr: Gala-Nachtessen der Konkurrentinnen des Rallye Feminin Paris—St. Raphael (Restaurant des Salons). 23.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. FREITAG, DEN 18. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 11.00 Uhr: Sitzung des Organisafionskomitees der Automobil-Ausstellung (Konferenzsaal). 12.30 Uhr: Mittagessen im Restaurant des Sjalons. 19.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr. SAMSTAG, DEN 19. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). 10.00 Uhr: Sitzung des Vorstandes des Verwaltungsrates des TCS. 11.00 Uhr: Jahres-Generalversammlung der Schweiz. Syndikalkammer (Konferenz-Saal). 12.30 Uhr: Mittagessen im Restaurant des Salons. 14.00 Uhr: Sitzung des Verwaltungsrates des TCS. Von 19.00 Uhr an: Abend zu herabgesetztem Preis (Fr. -.80 inkl. Steuer). 23.00 Uhr: Torschluss. Konzert von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. SONNTAG, DEN 20. FEBRUAR: 9.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellungsräume. Eintrittspreis Fr. 1.50 (inkl. Steuer). Von 19.00 Uhr an: Abend zu herabgesetztem Preis (Fr. -.80 inkl. Steuer). 23.00 Uhr: Torschluss. Konzerte von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr, von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr und von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr. INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Rpu Grössere Inserate nach Spezialtarif tnseratcnsehluss 4 Taoe »or Ersehelnm der Nummer Wir berichten heute über: Schnee-Sternfahrt nach Genf. Normale Automotoren als Antriebsaggregat für Sportwagen und Flugzeuge. Amerikanischer Autotourismus. In dieser Nummer: Die Kleine Revue Die Zürcher Verkehrsgesetzinitiative. Die Unterschriftensammlung für die neue Zürcher Verkehrsgesetzinitiative hat bei der Bevölkerung im allgemeinen eine sehr gute Aufnähme gefunden und bereits sind etliche Tausende von Unterschriften bei den Sammelstellen eingegangen. Das Initiativkomitee hat den Schluss der Unterschriftensammlung auf den 28. Februar angesetzt; alsdann sollen alle in Zirkulation befindlichen Bogen, selbst wenn sie auch nur mit einzelnen Unterschriften versehen sind, an die Kantonale Strassenverkehrs-Liga, Postfach Neumünster, Zürich, zurückgesandt werden. Dabei sei nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass die Unterschriften nicht beglaubigt werden müssen, weil diese Arbeit nach Einreichung aller Unterschriftenbogen durch die Staatskanzlei selbst besorgt wird. Also Unterschritten ohne Beglaubigung retour senden! Es gibt stets zahlreiche Automobilisten und Motorradfahrer, die das ganze Jahr hindurch ihren Klagen über die allzu weitgehende, finanzielle Belastung in oft etwas vehementer Form Ausdruck geben. Man wird nun an Hand der eingehenden Unterschriften feststellen können, ob hinter diesen Beschwerden, die oft auch den Verbandsorganen wegen ihrer angeblichen Untätigkeit gelten, auch die nötige Kraft und Aufopferung steht, oder ob es sich nur um eine prahlerische Wichtigtuerei und Schimpferei handelte, hinter der nichts steckt. Die kantonalen Behörden sollen sich bereits daran gemacht haben, das Initiativbegehren auf seine Auswirkungen, besonders in finanzieller Hinsicht, zu prüfen, wobei dann wohl als Schlussresultat ein Gegenvorschlag für ein kantonales Verkehrsgesetz herauskommen wird. Wenn auch das Initiativkomitee im Volksbegehren die Möglichkeit einer Aenderung oder sogar des Rückzuges desselben vorgesehen hat, so wird man sich im Kaspar Escher Haus doch darüber klar sein müssen, dass diese Eventualität nur in Betracht kommt, wenn am Volksbegehren keine massgebenden Aenderungen vorgenommen werden, andernfalls wird man unbedingt auf das Resultat der Volksabstimmung abstellen wollen. Zürcher Automobilisten, benützt noch die zur Verfügung stehenden Tage für die Unterschriftensammlung! Es ist die letzte Möglichkeit, der letzte Ausweg, um die unhaltbare finanzielle Belastung der Motorfahrzeughaltung irgendwie verbessern zu können. V Erscheinungsweise der «A. R.» während des Salons. Um die Berichterstattung über den Genfer Salon der Bedeutung dieses Ereignisses anzupassen und unsere Leser so prompt und ausführlich wie möglich darüber zu orientieren, erscheint die « Automobil-Revue» während der Ausstellung an folgenden Tagen : FREITAG, II. Februar SAMSTAG, 12. Februar MONTAG, 14. Februar DILNSTAG, 15. Februar FREITAG, 18. Februar Wir bitten, von diesen Änderungen Kenntnis nehmen zu wollen.