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E_1938_Zeitung_Nr.029

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 5. ÜFRIL 1938 — N 8 29 Auto-Ladaererei Gebr. Wind Glärnischstrasse Telephon 22.595 Karosserie Dietrich Aktiengesellschaft Güterstr./Delsbergerallee SO Telephon 26.851 WAUffIL Karosseriewerke J.Wartmann Telephon 56.431 "WOHLE N/Arg A. Graf Tel. 61.409 BASEL Karosserie EGLI Dornacherstrasse 160 Telephon 41.602 CARROSStRlt 0 Th. Waibel Tösstalstrasse 29b WINTERTHUR Telephon 22.758 Bianco & Bindnagel Duf ourstr. 60 Telephon 47.469 W. Garban! Söhne & Co. Greyerzstrasse 80 Telephon 22.417 P.Kupferschmid Erlachstrasse 7 Teleph. 23.695 ZÜRICH Gebr. Bosshart Alfr.-Escherstr. 76-78 Tel. 38.871 ZÜRICH Autospritzlackier-Werk Gebr. Meier Reinhardstrasse 12 Telephon 21.064 Auto-Lackiererei Fritz Struchen Mattenstrasse 82 Telephon 35.70 BURGDORF Fr, Born Auto-Lackiererei Telephon 680 Jean Hottinger Badenerstrasse 294 Telephon 33.204 ZÜRICH Jos. Widmer Gasometerstrasse 9 Telephon 39.33S Autospritzwerk Schriften, Monogramme etc. H. SCHSESSER-GUBLER Altwegstrasse 12 6.78 HORGEN Gebr. Keller Stockerstrasse 19 Telephon 924.622 FRAUENFELD TELEPHON LUZERN LIESTAL LUZERN ST. GALLEN Arthur Keiser Kanonengasse Telephon 72.931 Auto -Spritzerei Bosch & Müller Züxichstr. 22 Tel. 25.868 Fachmännische Arbeiten ULR. HÖHENERS ERBEN Fürstenlandstr. 21 Telephon 9.09 Eigene wagnerei. Schmiede, Spenglerei, Sattlexai md Dnco- Spritzexei OERLIK ST. GALLEN Amrein&imbach Mal er geschält und Autolackiererei. Schriftenmalerei. Granodine Service Schlagfeste • Emaillierungen im Ofen Vonmattstr. 28 u. 30 Telephon 25.500 A. Wehle Dörf listrasse 4 Telephon 68.081 ZÜRICH Karosserie u.Spritzwerk Ernst Joppich Meisenstrasse 6 Telephon 45.98 tt tt© *9 i Stfrfe Von Elisabeth Schlachter mit 13 farbigen Tafeln and 26 Versen. Fester, kartonierter Einband Fr. 2.80 „Sief im SSoIb tterjtecft, allei, gjtf) e§ Cfiertyajefoei — Jßattet, 2J?ueter unb füüf (Sfitnb, SSart, t fäg ber b'Sßäme g|d)roinb: 3t, gläcf, §ow§, SJhtcf unb ft. bie Sampenöijrli 1" Müller & Hane Bogenstrasse 9 a Telephon 45.75 ST. GALLEN SISSACH E. FRECH-HOCH Karosseriewerke «SL Telephon 74.206 SIRNACH P. Widmer Autospritzwerk Telephon 65.188 THUN Auto-Spntzlackier- Werkstätte E. Huber Aarestrasse-Speditionsweg Telephon 13.78 Bringen Sie Ihren Wagen direkt zu uns! Es ist Ihr Vorteil! Ein prächtiges, lehrreiches Ruch für unsere Kleinen Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. - VERLAG HALLWAG BERN llllll«

DIE KLEI „ADtomobll-Rivnt" _ n.Blitt, Nr. 29 BERN, Dienstag, 5. April 1938 Es ist in Handel und Wandel unbehaglicher geworden seit jenen Jahren, da der Automobilhändler pro Neuwagen noch einen Tausenderschein als Bruttogewinn einstreichen konnte und da Schneider, Bäcker, Arzt und Garagist noch nicht sechs, acht oder»gar zwölf Monate auf ihr Geld zu warten brauchten. Hat es nicht den Anschein, als ob der Föhn eine hemmende Schwere in den Wirtschaftsorganismus hineingejagt hätte und der Oelfilm im Getriebe des Alltags je länger je harziger werde? Krise. Nicht abwarten, anpacken! Gewiss hat man sich bis zu einem bestimmten Grad mit dieser Lage abgefunden. Man zog den Lendenriomen bereits um ein oder zwei Löcher an, griff auf diese und jene angesammelten Reserven zurück und wappnete sich daneben in abwartende Geduld in der Ueberzeugung, das Pendel müsse schliesslich um so stärker zurückschwingen, je mehr es vorher nach der andern Seite ausgeschlagen habe. Man wiegt sich in der Hoffnung auf bessere Zeiten und wartet. Wartet nun schon seit fünf, sechs oder acht Jahren ... und •wird immer weiter fcuwarten müssen. Wer aufmerksam den Gang der Dinge verfolgt, dem drängt sich immer mehr die Ueberzeugung auf, dass die sogenannte «Krise» für die ständige Schrumpfung der Verdienstmögliehkeiten nicht allein verantwortlich gemacht werden darf. Gewiss — die allgemeine Wirtschaftskurve geht seit einigen Jahren besonders kräftig « unten durch ». Aber diese Tatsache darf dort nicht einfach als bequemer VorWand dienen, wo andere Paktoren in bedeutender oder gar ausschlaggebender Weise die Verantwortung tragen. Abwarten, zusehen... ? Liegt in diesen Worten nicht etwas, das den aktiven Geschäftsmann unwillkürlich unangenehm, man möchte fast sagen abstossend berührt? Auch dann, wenn wir auch den Forschesten unter ihnen nicht ohne eine gewisse Dosis abwägender Vorsicht schalten und walten sehen möchten! Etwas, das grundsätzlich im Gegensatz steht zu jener verantwortungsbewussten Einstellung, nach der jeder seines eigenen Glückes Schmied ist? Wenn «abwarten» nur die Klärung noch verworrener Verhältnisse bedeuten würde, so liesse sich dagegen nicht viel einwenden. Aber es führt allzuleicht zu falschen Hoffnungen und irrigen Erwartungen. Es tin Autohändler an seinen Sohn Mein lieber Sohn! «Was soll ich tun? > so schreibst Du. «Vor kurzem Hess einer meiner Kunden die Bemerkung fallen, meine Höflichkeit wirke etwas übertrieben und berühre deshalb nicht gerade sympathisch; zwei Tage später ein anderer, dass etwas weniger Kälte und etwas mehr Aufgeräumtheit meinerseits dem Verkaufserfolg sicher nur förderlich wäre.» — Aus eigener Erfahrung kenne ich Dein Dilemma. Mein früherer Vorgesetzter wurde einmal gefragt, ob meine neue Hornbrille zum obligatorischen « Vertreteraufschnitt » gehöre... Deine Frage lässt sich nicht ohne weiteres beantworten, ja nicht einmal mit der in diesem Falle sehr bequemen Ausrede, Du müsstest eben das richtige Mass, den « goldenen Mittelweg » finden. Ein solcher schliesst nämlich die Gefähr in sich, dass wir Gelegenheiten unbenutzt vorübergehen lassen, die wir sonst unbedingt am Schöpfe gefasst hätten — Gelegenheiten, wie sie auch in der «guten alten Zeit» nie günstiger waren. — Abwarten heisst auch vielfach von unrichtigen Voraussetzungen ausgehen. Wir denken daran, wie unser Väter und seine Kollegen ihre Geschäfte betrieben haben, wie die Kündschaft stetig in die Läden und Werkstätten strömte und wie der Unisatz Jahr für Jahr mit dem wachsenden Wohlstand in ruhiger Entwicklung zunahm. Warum — so fragen wir uns — sollte die Kauflust für das, was wir anzubieten haben, früher oder später nicht wieder erwachen? ... Gelegenheiten verpassen! Wir übersehen verschiedenerlei. Zum Ersten: Auch unsere Väter konnten nicht einfach die Daumen abwar tenderweise in die Armlöcher ihrer Westen stecken, sondern mussten ihre geschäftlichen Methoden und ihre Rollen im wirtschaftlichen Geschehen mit derselben Hingabe aüs- Wir entnehmen der französischen Fachzeitschrift «Sücces Automobile» die nachstehenden Gedanken, die Unsere Leser sicher interessieren dürfen. Die Service-Station könnte eine Goldgrube sein, wenn ... ja wenn man sie richtig zu betreiben verstände. Aber dazu muss der Begriff < Service > im besten Sinne des Wortes verständen sein. Die Service-Station braucht kein Palast zu sein; ist sie sauber, hell und in Ordnung wie ein Laboratorium, so genügt das vollständig. Alles an der Service-Station: Gebäude, Material und Bedienung sollte beim Kunden sofort die Gewissheit verschaffen, dass er gut, sogar besser als andernorts bedient wird. Sorgen Sie sich um den Ruf Ihres Hauses. Dazu ist in erster Linie berufliche Gewissenhaftigkeit erförderlich. Berufliche Gewissenhaftigkeit verlangt Liebe zum Beruf und bedeutet nichts anderes als das Bestreben, ihm Ehre anzutun, indem man Sich seiner würdig erweist. Man vermag vielleicht den Kunden durch eine billige Offerte anzulocken, behält ihn aber nur durch die Qualität des Service. findig mächen und auf ihren Wert erproben, wie es die Pioniere unserer Zeit (auch solche gibt es) heute noch tun. Zum Zweiten: Sie lebten bedeutend bescheidener als wir, hatten in jeder Hinsicht bedeutend bescheidenere Ansprüche und waren viel weniger auf Neues und Verbessertes erpicht. Zum Dritten: Das Leben war darum beschaulicher, bedächtiger und damit auch viel stetiger und gleichmässiger; die Wandlungen der wirtschaftlichen Struktur waren weniger häufig und weniger intensiv. Unsere Väter durften ein « Abwarten » eher wagen als unsere Generation; sie liefen kleinere Risiken als wir, wenn sie den Gang der Dinge beobachtend verfolgten. Das Leben hat geändert. Wie ist es heutet Was besser, vorteilhafter, zweckmässiger oder schöner zu sein Um die Service-Station Man kann es nie genug betonen: Im Geschäftsleben hat man bis beute noch keine besseren Erfolgsmethoden gefunden als Offenheit und Ehrlichkeit. Gott sei Dank! Um einen Wagen verkaufen zu können, gibt man sich oft alle erdenkliche Mühe, denn die Konkurrenz ist scharf und der Kunde anspruchsvoll. Wenn man auf dem Geschäft endlich Geld verdienen könnte — indem man sich nachher um den « Service i bemüht — lässt man ihn vollständig fallen. Ist es da zu verwundern, wenn der Kunde das gleiche tut? Die Zahl der jährlich verkauften Wagen ist der Gradmesser über den Erfolg eines Unternehmens. Ist soweit richtig. Aber ist dabei der Kunde zufrieden? Wird diese Frage ebenso gewissenhaft erwogen? Vergessen Sie nie, dass Sie es im Geschäftsleben noch mit andern mechanischen Organismen zu tun haben als mit dem Motor: Mit dem Menschen und seinen Gedanken, die viel komplizierter sind. Bat wäre nichts anderes, als eine Irreführung, denn kein Mensch besitzt die Fähigkeit, sein Gehaben so auszuklügeln und so zu überwachen, dass auch das letzte Glied der buntgewürfelten Menschheit daran seine uneingeschränkte Freude hätte. Wenn es Dir auch gelingt, Deine Einstellung in Zukunft nach gewissen bestimmten Grundsätzen zu richten, so wirst Du deswegen eine Kritik auf immer und ewig doch nicht vermeiden können. Aber es liegt mir fern, Dir zu einem « Laissez-aller, laissez-f aire » zu raten. Das Problem ist zu wichtig, als dass es nicht ein gründliches Nachdenken rechtfertigen würde. Wir Schweizer lieben bekanntlich, uns über den Nächsten unsere Meinung zu bilden und unsere Glossen zu machen. Der Abstand Deiner Ellbogen von denen Deines Nachbars ist so klein, dass dieser auch die geringste Bewegung Deinerseits zu spüren bekommt. Die Lust an der meist gär nicht so bös gemeinten Kritik erfährt in dem Augenblick ganz automatisch eine Steigerung, da die Anschaffung eines Wagens beschlossen wird. Diese Steigerung ist sogar unvermeidlich aus Gründen, die sich weniger durch eine logische Analyse ableiten, denn im Leben draussen erfahren lassen. Im Grunde genommen suchen und wünschen unsere Kunden — mit ganz wenigen Ausnahmen — gar keine Schikanen, sondern etwas ganz anderes. Auch sie stehen mitten im täglichen Leben und müssen manchen erwarteten, aber auch manchen unerwarteten Ellbogenstoss einstecken. Eine solche dauernde Belastung ohne jeglichen Ausgleich hat notwendigerweise eine seelische Spannung zur Folge. (Die Psychiater nennen sie, soviel ich weiss, « Komplexe » oder « Minderwertigkeitsgefühle », die bei Gelegenheit ihren Ausdruck in mehr oder weniger erklärlichen Kapriolen finden.) Im Moment, wo unsere Kunden als Käufer auftreten und uns die Gunst erweisen sollen, so und so viele tausend Franken für die Anschaffung eines Wagens zu bezahlen, hegen sie auch bestimmte Erwartungen in bezug auf unsere Einstellung ihnen gegenüber, Erwartungen, die immer mehr oder weniger individuell gefärbt sind. Sollen wir diese Einstellung rügen? Ich glaube kaum, denn wir besitzen dazu ZCifdcaulisde Stossdämpfec wollen qepjteqt sein Seite 10 Amerika leuchtet Seite 10 WiuAeläcdieJladwittstaieaüoit Seite 11 VoviüAtmaen zum SeMstAau Seite ll Tleuheiten eund tun den lüaatn Seite 11 scheint als das Bisherige, wird um ein Vielfaches rascher zur Mode und zum Allgemeingut. Altes und Bewährtes geht dabei um so viel schneller der Zuneigung verlustig. Den Vorteil haben wir, die Allgemeinheit, die wir mit jeder Verbesserung einen Schritt einer besseren Lebenshaltung entgegen tun. — Darüber vergessen wir aber nur allzu leicht die Rückseite und das Negative dieses schnelleren Lebenstempos. Wir vergessen, dass wir nicht nur Verbraucher all dessen sind, was uns die Wirtschaft an « Besserem » zu bieten hat, sondern, dass wir dessen nur dann teilhaftig werden, wenn wir uns als « Produzenten » in irgendeiner Weise dazu auch dxe Möglichkeit verschaffen. Wir übersehen, dass wir uns als solche «Produzenten» ständig anpassen ölüssen, und zwar in einem weit grösseren Mass als unsere Väter, und dass wir nur dadurch der sonst unweigerlichen Ausschaltung entgehen können. Wir verschliessen uns der Einsicht, dass diese ständige Leistung und Anpassung an das Gegenwärtige die Grundlage jeder Erwerbstätigkeit ist und wundern uns, wenn es einer flinken und anpassungswilligen Konkurrenz gelingt, uns vor unserer Nase den Rahm von der Milch wegzuschöpfen. Wir Aeltern... Wir, die wir mit einem Bein noch im alten Jahrhundert stehen, sind nicht zu beneiden. Nicht etwa deswegen, weil wir den Weltkrieg und seine Folgeerscheinungen in allen Phasen bewusst miterlebt haben, sondern wegen etwas ganz anderem. Schluss siehe Seite 10 unten. Auch da heisst es, ein guter Mechaniker, das heisst ein feinfühliger Psychologe zu sein. Im Grunde genommen hängt jeder Kunde an seinen Gewohnheiten; er hat «seinen > Coiffeur und «seinen» Schneider,- nur von Ihnen hängt es ab, dass er Sie zu t seinem > Garagisten macht. Geld verdienen ist sehr nett. Vorteilhafter ist, das Vertrauen der Kundschaft zu verdienen. Sie verlieren Ihre Brieftasche und stellen fest, dass das Futter ein Loch hat. Sie lassen das Loch reparieren. Sie verlieren einen Kunden. Trösten Sie sich nicht einfach mit einem gleichgültigen «und wenn auch >. Suchen Sie das « Loch >, durch welches er Ihnen entwischt ist. Vor allem glauben Sie nicht, dass Ihre Organisation nicht mehr verbesserungsfähig sei; sie hat, wie jede andere, immer wieder « Löcher», die gestopft werden müssen. Der Kunde schätzt es, dass man sich um ihn und seinen Wagen interessiert. Es schmeichelt ihm. Vergessen Sie darum nie, dass er enttäuscht ist, wenn Sie sich, nachdem die sechs- oder achttausend Franken für seinen Wagen in Ihrer Tasche verschwunden sind, nicht mehr um ihn bekümmern. = eigentlich gar kein Recht, weil sie meist unbcwusst erfolgt und sich zudem niemand rühmen kann, davon vollständig frei zu sein. Es ist eine kleine menschliche Schwäche, mit der wir nun einmal rechnen müssen. Sie ist um so harmloser, als der Kunde meist gar nicht so viel verlangt. Er will weder einen Kniefall, noch salbungsvolle Schmeichelworte, sondern nur die Gewissheit, dass wir seine persönliche Denkweise verstehen und achten. Er will nichts anderes, denn als Mensch geschätzt werden. Meine ehrliche Ueberzeugung sträubt sich dagegen, ein derartiges Entgegenkommen der Kundschaft gegenüber als Charakterlosigkeit oder «Händlermentalität » zu brandmarken. Eine solche Kritik bedingt, dass der Kritiker selbst frei ist von jeglichem Fehl und Tadel. Ist es nicht würdiger, seine Mitgefährten auf dem gemeinsamen Lebensweg als « Menschen » zu betrachten, als Kreaturen, denen nun einmal eigene Wünsche, Sorgen, Vorzüge und Nächteile in die Wiege gelegt wurden? Und ihnen jene seelische Befriedigung zu verschaffen, nach der sie sich nun einmal alle sehnen? Dieses Bewusstsein lässt