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E_1938_Zeitung_Nr.028

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8 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Freitag, 1. April 1938 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 28 Das fatale Spielzeug Ein niedlich neues Spielzeug haben die Menschlein erdacht, beliebt ist es geworden erdum und über Nacht. Millionen nennen's ihr eigen und rasen darin herum, die Städte von ihm wimmeln — 's wird einem im Kopf ganz dumm! Mag sich das Spielzeug mehren so viel es ihm gefällt, — nur eins nehm' ich ihm übel und sag's vor aller Welt: Bald sieht man auf der Strosse kein hübsches Wesen mehr, die Schönen rasen verborgen vorbei die Kreuz und Quer. Sie rasen im Spielzeug vorüber, unsichtbar unserm Blick — O heutiger Strassengänger, dich traf ein herb Geschick! Dominik Müller. Im Reifen spiegelt sich die Welt. Photo Schostal Der Detektiv der Rohstoffe Ein vollkommen unscheinbar aussehendes Instrument ist seit einigen Jahren im Begriffe, zahlreiche Wissenschaften förmlich zu revolutionieren. Dieses Instrument sieht etwa aus wie eine kleine Metallbüchse, die einen Schlitz hat und zu der ein Prisma und eine Linse gehören; sein Name ist Spektroskop. Bekannt ist es schon seit mehreren Jahrzehnten. Wozu man es aber benützen kann, das haben erst die letzten Jahre gelehrt, in denen sich die Forscher in den Laboratorien näher mit ihm befasst haben. Das Spektroskop ist der vollendetste Detektiv der Elemente, den man sich vorstellen kann. Es beruht auf der bekannten Erfahrung, dass jedes der 92 Elemente typische Spektrallinien gibt, wenn mqn es soweit erhitzt, dass es Lichtstrahlen durch ein Prisma sendet. Von der Schule her pflegt einem noch der Versuch in Erinnerung zu sein, alj dessen Endeffekt man die beiden charakteristischen Natriumlinien im gelben Teile des Spektrums zu sehen bekam. Nun sind die meisten anderen Elemente anspruchsvoller und «senden» Dutzende, ja sogar Tausende vor» Linien aus, deren Identität in «Jen Laboratorien festgestellt, mit Lichtwellenlängen mehr als haargenau gemessen, gebucht upd katalogisiert wird, und mit Hilfe eben dieses Kptalogs ist es möglich, jeden irgendwo vorhandenen Rohstoff mit absoluter Sicherheit als vorhanden oder nicht vorhanden zu ermitteln. Das Spektroskop übertrifft an Feinfühligkeit bei Weitem den besten Chemiker. Der Chemiker kommt allerbestenfalls, wenn ihm eine sehr teure Apparatur zur Verfügung steht, mit mikroskopischen Proben des zu untersuchenden Stoffes aus — dtr Spektroskopiker braucht weit weniger. Sehlag«nd wird dies durch den klassischen Versuch bewiesen, bei dem ein Forscher IQ Gramm Salz, also soviel wie auf einem Teelöffel Platz hat, in einen kleinen See von 500 000 Liter Wasser schüttete und so eine «Lösung» herstellte, die — nach Abzug der übrigen Unreinlichkeiten — von jedem Chemiker als absolut reines Wasser angesprochen worden wäre. Der Forscher brachte die Lösung unter das Spektroskop, die charakteristischen gelben Natriumlinien und die Chlorlinien leuchteten auf — die Existenz des Teelöffels Kochsalz im See war nachgewiesen! Hiernach leuchtet es sofort ein, dass die Gerichtsmedizin im Spektroskop ein geradezu ideales Hilfsmittel gewonnen hat. Wenn es sich darum handelt, im Körper eines Toten Gift nachzuweisen, so genügen «unbegreiflich» winzige Quantitäten, um es zu identifizieren. Ebenso kann die Metall- Legierung, die zur Herstellung von Geld benutzt wird, so genau untersucht werden, dass Falschmünzer, die sich bei der Zusammensetzung um ein tausendstel Prozent irren, mit Leichtigkeit zu überführen sind. In diesen Fällen hat sich das Spektroskop sogar als wesentlich wirksamer erwiesen als die gleichfalls junge Wissenschaft der Ultraviolettstrahlen-Untersuchung; deshalb sind die jetzt in London unternommenen Versuche, unter dem Spektroskop alte Gemälde auf ihre Echtheit zu prüfen, ausserordentlich bedeutsam. Ein Maler des 15. Jahrhunderts mischte, um ein Beispiel zu erwähnen, seine Farben nicht mit Antimon; Spuren von Antimon, durch das Spektroskop nachgewiesen, bestätigen, dass eine Fälschung vorliegt. Wohl die grösste Bedeutung kommt dem unscheinbaren Detektiv der Elemente aber in der Industrie zu. Vor einigen Jahren ergab sich bei einem westdeutschen schwerindustriellen Werk. Veloreifen hingegen lassen durchblicken... da« gewisse Stahlhalbfabrikate leicht brachen, andere aber, von anscheinend der gleichen Zusammensetzung, nicht. Chemische Materialuntersuchungen führten zu keinem Ergebnis. Nun wurde das Spektroskop zu Hilfe gerufen und bewies, dass Spuren von Molybdän-Verunreinigung die Qualität des Stahles in ausserordentlichem Masse steigerten; seitdem wird das gesamte Stahlhalbzeug dieser Fabrik mit winzigen Mengen Molybdän versehen. Wo immer ein neuer Werkstoff iq der Industrie unerwartet gute oder schlechte Ei- Photo Gattiker genschaften aufweist, löst das Spektroskop dos Rätsel. Damit zeigt es die Wege, die zur Qualitätsverbesserung führen. Zugleich dient es zum Schutz gegen Imitationen: minimale, praktisch völlig unwirksame Beimischungen eines Elementes unterscheiden ein bestimmtes Fabrikat von allen anderen. Umgekehrt entsteht der Werkspionage im Spektroskop ein wichtiges Hilfsmittel, mit dem sich das «unnachahmliche» Arpma, der «einzigartige» Farbton und ähnliche Schlager der Konkurrenz mit Leichtigkeit identifizieren lassen.