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E_1938_Zeitung_Nr.030

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, S. APRIL 1938 — N° 30 Militär-Zuverlässigkeitsfahrt Moudon-Lausanne im Bild Die Equipe Blau-Weiss (Zürich), welche den Wanderbecher des Zentralkomitees der Schweiz. Gesellschaft der Motoffahrer-Offiziere gewann. Links- Lt Hochuli und Lt. Hammer, Sieger der 3. Etappe, sowie im Gesamtklassement. Mitte: Lt. Nizzola und Lt. Pestalozzi. Rechts: Oblt. Meier und Oblt. Tüscher. Letzte Sportnachrichten Technische Beschreibung des Mercedes-Benz-Rennwagens Modell 1938. Der neue Mercedes-Benz-Rennwagen, Modell 1938, welcher auf Grund der im vorigen Jahr beschlossenen internationalen Rennformel, welche für die Jahre 1938—1940 Gültigkeit hat, entwickelt •worden ist, unterscheidet sich von dem bisher bekannten und so ausserordentlich. erfolgreichen dadurch, dass er eine wesentlich tiefere Schwerpunktlage aufweist. Die bewährten Konstruktionsprinzipiien des Fahrgestells. Modell 1934—1937, •wurden auch für den Rennwagen, Modell 1938, •übernommen. Neu dagegen ist selbstverständlich der Motor, welcher den Richtlinien der neuen Formel entsprechen musste. Da man die Wahl zwisehen einem Kompressor-Motor und einem solchen ohne Kompressor hatte, wurde nach reiflichen TJeberlegungen ein 3-Liter-tKonrpressor-Motor gewählt. Entsprechend dem Gesagten wurde der erfolgreich verwendete Ovalrohrrahmen beibehalten, wie er auch beim Personenwagentyp 170 V und dem vor kurzem auf der Berliner Automobilausstellung als Neuheit gezeigten «Grossen Mercedes» 7,7 Liter erscheint. Die Vorderachskonslruktion gleicht der bekannten Ausführung des am internationalen Markt bestbekannten 5,4-Liter-Kompressor-Wagens und des «Grossen Mercedes». Charakteristik. Motor: 3-Liter-12-Zy!inder-Kompressor-Motor. Leichtmetallgehäuse. Mercedes-Benz-Vergaser. Bosch- Magnet-Zündung. Fahrgestell: Ovalrohrrahmen. Vorderachse Schwingarme und Schraubenfedern. Hinterachse ohne Spurveränderung, mit Stabfedern, Einzelradlenkung. Einscheiben-Trocken-Kupplung. Oeldruckbremse. Karosserie: Einsitzige windschnittige Metallkarosserie, welche, nur mit Schnappverschlüssen mit dem Fahrgestell verbunden, binnen weniger Minuten vollständig gelöst werden kann. Start eines Neuenburger Konkurrenten vom Bahnhof Moudon zur ersten Etappe. «einer fhithiaet wo Ihnen Motul-Aviation Geld spartwo es bei höchster Beanspruchung auch dann schützt, wenn andere Die zusammenbrechen. Keine sogenannte »SpezialrafFination« bringt das zustande, sondern ausschließliche Verwendung des kostbarsten.teuersten Pennsylvania Rohöles. Dieser Grundstoff ist von der Natur verschwenderisch mit der Eigenschaft ausgestattet worden, die andern Rohölen durch »Raffinationsmethoden« beigebrachtwerden soll «mit reicher, unverwüstlicher Schmierkraft. fr. 2.10 die raffinerieversiegelte Büchse Nr. 1 und jeder achte Oelwech sei beim MOTUL-Depositär voll kommen kostenlos. Zu verkaufen: Wegen Anschaffung eines grössern Wagens • F. B. W. 3 Tonnen 06 4-Zyl.-Benzinmotor Viergang-Getriebe,Vierradbremsen, geschl. 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BERN, Freitag, 8. April 1938 AutomobH-Revue - II. Blatt, Nr. 30 Als die Welt noch poetisch war ... „Die jBfamenspraehe" Im «Prager Montagsblatt» erzählt Richard Bunzl von einem 1890 erschienenen Büchlein »Die Blumensprache», das eine für die damalige Zeit berechnete Anleitung zur Benützung von Blumen als Uebermittlerinnen von Nachrichten enthält. Die Leser jener Schrift müssen samt und sonders gute Botaniker gewesen sein. Doch lassen wir das vergilbte Büchlein sprechen. Schon in seiner Einleitung, die von einem ausführlichen Lexikon gefolgt ist, erahnen wir die Schwierigkeiten und Feinheiten dieser blumigen Gespräche, denn es ist nicht nur die Blume, die spricht. Auch die Art, wie sie gereicht wird, hat Bedeutung. Man liest beispielsweise: «So drückt eine Blume oder Pflanze, die man gerade überreicht, das heisst mit dem Stiele nach unten, den beabsichtigten Gedanken in seiner wahren Fassung aus; mit dem Stiele nach oben überreicht, bedeutet sie das Gegenteil des ursprünglichen Satzes.» Die Pflanzen selbst, die Mannigfaltiges ausdrücken, sind Legion. Nachstehend einige Beispiele aus dem «Blumen-Wörterbuch» aus dem Jahre 1890: Salat: Ich möchte dich allein finden. Augentrost: Der Anblick deiner Reize raubt mir die Ruhe. Distel: Beleidigung. Ulme: Besuche mich. Kümmel: Trunkenheit. Reseda: Deine Eigenschaften übertreffen deine Reize. Roter Apfel: Einladung zu kommen. Ranunkel: Eitler Stutzer! Eitle Modenärrin! Pilz: Emporkömmling. Lavatere: Errate meine Wünsche. Muskatblüte: Dein Herz möchte ich fesseln. Rettich: Freudentränen. Tausendgüldenkraut: Du willst Geld erheiraten. Kastanienbaum: Laß mir Gerechtigkeit werden. Möhre: Schone deine Gesundheit. Schnittlauch: Glücklich kann man überall sein. Sarazenischer Schwarzkümmel: Deine Haare sind für mich Liebesfesseln. Kornähre: Wir wollen einen eigenen Herd gründen. Kultivierter Tabak: Alle Hindernisse werde ich besiegen. Spinatblüte: Hunger verscheucht die Liebe. Trichterwinde: Ich schmiege mich an dich, Süsse Mandeln: Ich klage über die versagten Küsse. Linde: Eheliche Liebe. Birkenzweig: Nachgiebige Liebe. Spanische Anonc: Die Liebe bereitet die hundert Freuden und tausend Schmerzen. Rosskastanie: Luxus. Brennessel: Bestrafte Naschhaftigkeit. Rosenstengel: Nein! Pechnelke: Ich habe überall Pech. Kirschen: Lass uns vom Liebesglück plaudern. Ananas: Du bist vollkommen. 'Distel: Beissender Witz, Johanniskraut: Zweifelst du noch an meiner Liebe? Dies eine kurze Auswahl unter den Hunderten blumigen Worten. Und nun ein praktisches Beispiel: In einer Tanzschule lernt ein schüchterner Jüngling ein nettes Mädchen kennen. Flugs schickt er ihr ein Gauchheil (jetzt bedauerst du, lieber Leser, dass du nicht fleissiger Botanik gelernt hast, aber tröste dich; Ein Sträußchen Primeln im Knopfloch ihres neuen Frühjahrskostüms ging sie los. Vielleicht würde sie den Frühling entdecken. In irgend einer Form. Irgendwo. Sie schritt wohlgemut ins Blaue hinein und hielt Ausschau. Plötzlich kam jemand auf sie zu. «Wirklich? Was sehe ich? Du bisfs, Lili?» Sie wurde rot bis über die Ohren. Griff un- ich weiss auch nicht, was ein Gauchheil ist — das weiss nur der Held unserer Erzählung). Errötend merkt die Jungfrau — wir leben 1890 — dass sie um ein Rendez-vous angegangen wird und senkt verschämt das holde Köpfchen. Aber ihr Bewunderer ist hartnäckig. Er überreicht ihr — so was hat man immer bei der Hand — einen Indianischen Feigenbaum, um seiner dringenden Werbung nach Erhörung seiner Bitte Nachdruck zu verleihen. Vor fünfzig Jahren hat man also Schon «durch die Blume» zu sprechen verstanden — nur dass die damalige Generation ein ganzes beholfen Wörterbuch und ausserdem ein Pflanzenbuch brauchte, um aus dem Sinn der Blumengeschenke klug zu werden. Frühling Photo Echostal nach ihrem Primelsträusschen, als suche sie Halt. Dann reichte sie die Rechte. «Wo geht's hin? Darf ich meine Begleitung anbieten?» Sie gingen zusammen weiter, einen Hügel hinan, der mit grünem Gras und gelben Schlüsselblumen bestickt war. Sanft hielt ihn der blaue Himmel in den Armen. «Wie schön die Welt heute ist...» «Ja, ich ging aus, den Frühling zu b