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E_1938_Zeitung_Nr.031

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 12. APRIL 1938 — N 31 JCanstiuktiaHsteadeHien: Alles unter Schloss und Riegel Vom berühmten Preussenkönig, der als der alte Fritz In die Geschichte einging, wird erzählt, dass er bei Diebstahl in der Kaserne jeweils nicht nur dem Dieb, sondern mit ihm dem Bestohlenen einige Stockhiebe applizieren Hess. Denn — so folgerte er — man soll sein Hab und Gut nicht so offen ausbreiten, dass einem moralisch etwas defekten Habenichts der Braten allzusehr in die Nase sticht und er die günstige Gelegenheit ergreift, sich am Besitz des Kameraden zu vergreifen. Das ist wohl auch im gewissen Sinne richtig, obschon zwar die Bestrafung des Betroffenen unserem heutigen Rechtsempfinden widerspricht. Auch bei Wagendiebstählen oder Entwendung von Gegenständen aus dem Automobil trägt nicht selten die Sorglosigkeit des Besitzers mit die Schuld. Die massenhaften Autodiebstähle in grossen Städten sprechen eine beredte Sprache. Dass allerdings daneben die berufliche « Erfahrung » des Diebes eine Rolle spielt, kann nicht bestritten werden. Vielfach vermag er sich vom Motorraum aus*Zugang zu verschaffen. Wie rasch ist dann die Türe aufgemacht, der Zündschalter überbrückt und i— ab haut er, der Schelm. Wer hätte schon unter dem über den Kotschützer gebeugten Mann, der sich scheinbar am Motor zu schaffen machte, einen nadern als den rechtmässi- Blick in den Gepäckraum des Hansa 2000. worin in der linken, hintern Ecke auch der Brennstoffeinfülletutzen angeordnet ist. Zum Schutz gegen Verletzung sowie zum Auffangen event. verschütteten Benzins ist er von einem becherartigen Leichtmetallgehäuse umgeben. gen Besitzer vermutet, sah doch alles so echt nach Panne aus. Begreiflich deshalb, dass immer wieder neue Schutzvorrichtungen gegen Diebstahl ersonnen werden. Man sieht Lenkradschlösser, Handbrems- und Schalthebelschlösser vor, einen abschliessbaren Hauptstromschalter, «geheime» Entlüftungshähne für die Brennstoffzuleitung zum Tank, alles nur als Ergänzung der bereits vorhandenen Diebstahlsicherungen wie Tür- und Zündschlösser. Neuerdings findet man an einer ganzen Reihe von Wagen, darunter auch an Grossserienmodellen, verschliessbare Motorhauben. Damit ist Wagendieben die Möglichkeit genommen oder zum mindesten erschwert, von dort her in das Fahrzeug einzudringen. Als Beispiel nennen wir den neuen Balilla, dessen Motorhaube sich von innen, vom Führersitz aus, abriegeln lässt, oder den neuen Opel- Kadett, der in den Seitendeckeln der Haube an Stelle der üblichen Verschlüsse eigene Schlösser besitzt. Manche Fabrikanten machen daneben auch den Einfüllstutzen des Benzintanks in irgendeiner Weise abschliessbar. Ja, dies ist keine überflüssige Massnahme, wie sich immer wieder zeigt. Gar so « gerissen» wie jene unlängst in Deutschland ausgehobene Verbrecherbande gehen zwar nicht alle Diebe vor: Ihre Spezialität bestand darin, mit ihrem Wagen möglichst dicht hinter einem andern Fahrzeug zu parken, einen Schlauch in seinen Tank zu stecken und dann den Brennstoff in das eigene «Überlebensgrosse» Reservoir zu pumpen. Damit sich die Herren Gauner nicht selbst mit dem Pumpen abplagen mussten, hatten sie eine Motorpumpe unter die Haube eingebaut. Geschnappt hat man sie freilich doch, als ihre Zeit um war. Solche Gangstermethoden gehören nun allerdings in unserem alten Kontinent zum Glück noch zu den ganz grossen Seltenheiten, dagegen ist ein gewöhnlicher Benzindiebstahl schon häufiger. Es sind uns Fälle zu Ohren gekommen, wo Wagenbesitzer den Tank ihres Platznachbarn in der Garage mit einer gewissen Regelmässigkeit und lange Zeit hindurch unbemerkt schröpften. Begreiflich, dass dann der Brennstoffverbrauch des « Geneppten » trotz Einbau eines neuen Sparvergasers, trotz sparsamster Fahrweise und einwandfreiem Motorzustand einfach nicht abnehmen will und sich bei ihm so nach und nach Verdruss über den Benzinfresser von Wagen einstellt. Verständlich anderseits auch, wenn nun da und dort diebssichere Tankverschlüsse vorgesehen werden. Bei Spezialkarosserren trifft man sie schon häufig an. Entweder wird die Verschraubung selbst mit einem Schloss versehen, oder dann ordnet man sie derart an, dass der Tankeinfüllstutzen hinter einer Ansicht der Motorhaube des neuen Opel-Kadett. Der Pfeil weist auf das Schloss im Seitenblech der Haube hin. Klappe im Kotschützer oder einem andern Teil der Wagenhaut verborgen liegt. Die Klappe ist alsdann selbst abschliessbar. Beim neuen Hansa 2000 hat man serienmässig den Einfüllstutzen dadurch unter Verschluss gelegt, dass man seine Oeffnung in den Gepäckraum ragen lässt. Angebracht in einer Ecke, wo er nicht im geringsten stört, ist er von einem becherartigen Leichtmetallgehäuse umgeben, das ihn vor Verletzung schützt und zugleich allfällig verschüttetes Benzin auffängt, so dass es nicht auf den Boden des Gepäckraumes fliessen und an den Koffern Flecken bilden kann. Besonders abschliessbare Handschuhfächer sind neuerdings beispielsweise bei Amerikaner Wagen öfters serienmässig im Instrumentenbrett eingelassen. Sie erlauben, Handtaschen, kleinere Pakete und dergleichen mehr unter zusätzlichem Verschluss zu halten. Hierdurch ist Langfingern die Möglichkeit genommen, Vierwaldstätter und Umgebung Vom Tod eines reichen amerikanischen Sonderlings, Mister John Motz von Jawa. Sein Spleen bestand unter anderem darin, nie und bei keiner Gelegenheit seinen Fuss in ein Auto zu setzen. Und dabei blieb es sogar über seinen Tod hinaus, denn Herr Motz Hess sich auf einem alten, durch Pferde gezogenen Leichenwagen zu Grabe fahren. Weiter verfügte er, dass sein Vermögen zur Gründung eines Instituts dienen solle, das alljährlich an diejenigen Personen Prämien austeilen wird, die sich dem technischen Fortschritt am energischsten entgegengestemmt haben. In den Bureaus des Instituts wird der Gebrauch des elektritrischen Lichts, des Telephons und der Schreibmaschine verpönt sein. Dass nach Meldungen des «Auto italianar> in Amerikas Autozentrum Detroit gegenwärtig die Möglichkeit studiert werde, alle Wagen des kommenden Jahres mit Luft-Konditionier-anlagen auszurüsten. Wer die amerikanische Sommerhitze je am eigenen Leibe verspürt hat, dem erscheint dies begreiflich. Immerhin müssen wir die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Angaben unsern italienischen Freunden überlassen. Dass die Metallteile von rasch auf Asphaltstrassen dahinrollenden Automobilen sich bei trockenem Wetter stark mit statischer Elektrizität aufladen können. Gewisse Brückenwärter in U. S. A. sollen dies bei der Erhebung des Brückenzolls derart oft zu ihrem Leidewesen erfahren haben, dass nun Schutzmassnahmen gegen diese Erscheinung ergriffen wurden. Entweder werden nahe de~m Ende der Brücke über die ganze Strassenbreite verteilt eine Reihe kleiner Salzwasserspringbrunnen von vielleicht 30 cm Höhe angeordnet, deren Wasserstrahl die Elektrizität an die Rohrleitung und die Eisenteile der Brücke ableitet, oder man sieht zum gleichen Zweck eine Anzahl federnder, etwa 30 cm Stahlstäbchen vor, welche kurz vor dem Brückenende mit der Hinterachse des Wagens Kontakt machen. See Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich im CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. OSTERN in ein herrliches FrDhjahrserlebnis. Sonnenberg ob Luzern T. s. c. Hotel und Kurhaus T. C. S. auf guter, neuerstellter Strasse in 15 Minuten von Luzern via Kriens erreichbar. Prachtvolle Rundsicht auf Seen und Alpen. Grosse Restaurations- und Gartenterrasse. Ia. 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N° 81 — DIENSTAG, 12. APRIL 1938 AUTOMOBIL-REVUE derartige Kleinigkeiten aus dem Wagen « abzustauben », während wir den Rücken gedreht haben, um vielleicht an einem Kiosk schnell eine Zeitung zu kaufen. Zugegeben, dass dies in 100 Fällen nicht ein einziges Mal zu passieren braucht, und wir wollen auch unsern Mitmenschen darum grundsätzlich nicht mit Misstrauen entgegentreten, sondern ganz im Gegenteil. Das Abschliessen soll nur zur Gewohnheit werden, ohne dass wir uns weiter etwas dabei denken. —b— Prakliisdie Winke Wenn Oeldämpfe aus dem Motor ins Wageninnere dringen. Das Kurbelgehäuse braucht zur Ableitung der am Kolben entlang nach unten durchblasenden Abgase eine Entlüftungsöffnung. Durch diese entweichen mit den Gasen auch Oeldämpfe, die unangenehm riechen, weshalb man sie vom Wageninnern gern fernhalten möchte. Ebenso unerwünscht sind natürlich die schädlichen Abgase selbst. Die Abdichtung der Spritzwand gegen den Motorraum hin bietet oft keinen genügenden Schutz wider das Eindringen solch unliebsamer Dämpfe. Das hängt ganz von den Strömungsverhältnissen unter der Haube und rund um den Wagen ab. In solchen Fällen kann man sich dadurch helfen, dass man an die Entlüftungsöffnung, wo immer sie sich befindet (bei manchen Wagen ist sie beispielsweise an dem mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung stehenden Kipphebelgehäuse oder am Stösselgehäusedeckel angebracht), einen ölfesten Schlauch oder eine Rohrleitung anschliesst, welche die Dämpfe entweder unter den Wagen ableitet oder sie dem Luftfilter zuführt. Durch das zweite Verfahren schlägt man gleich zwei Fliegen auf einen Schlag, da die Oeidämpfe gleichzeitig eine gewisse Obenschmierung bewirken. Befestigung der Fahrttabelle am Blendschutzschild. Ein englischer Fahrer, der öfter längere Touren in unbekannten Gegenden zu machen hat, empfiehlt, sich hiefür eine Streckentabelle anzulegen und diese mit Gummibändern am Blendschutzschild zu befestigen. Auf der Rückseite macht er das skizzierte Strassenplänchen der in der Route enthaltenen grösseren Städte fest, um auch dort eine sichere und rasche Orientierung zu erlauben. Bei der Einfahrt in das Stadtgebiet braucht er dann lediglich das Schild herunterzuklappen, um die schematischen Strassenplänchen vor Augen zu haben. Die Schrift auf der Fahrtabelle sollte gut leserlich, am besten mit der Maschine geschrieben sein und neben den Ortsnamen auch die Strassennummern sowie die kumulative Fahrstrecke vom Ausgangspunkt bis dorthin enthalten. Buntf«» Chionik Zuckerstrassen. Nach Meldungen aus Indien sollen dort Versuche im Gang sein, Zuckermolasse in ein Material zu verwandeln, das sich als Strassenbelag eignet. Dies klingt recht seltsam, zugegeben. Aber die Initianten weisen darauf hin, dass die Molasse natürlich erst m eine unlösliche Form übergeführt wird, wobei sie den Charakter eines Kunstharzes annimmt. Diese chemische Verwandlung wird dadurch eingeleitet, dass man die Molasse mit Steinkohlenteer und Asphalt bei Gegenwart gewisser Säuren mischt. Die Kosten'des neuen Materials sollen sich pro Tonne nur auf ein Drittel des Preises der gleichen Menge Asphalt belaufen, -b- Der Mann, der mehr als 11 km frei in die Tiefe stürzte und heil davonkam. Es soll schon vorgekommen sein, dass einer nur vom Stuhl oder vom Fußsteig unglücklich herunterfiel und sich dabei das Genick brach. Und auf der andern Seite kennt man Fälle, wo Menschen mit heiler Haut davonkamen, nachdem sie kirchturmhoch hinunterstürzten, da vielleicht eine Tanne oder dergleichen den Fall sanft abbremste. Bei Williams, der nun den Rekord für glücklich überstandene Fallhöhe besitzt, besorgte dies ein Fallschirm, den der kühne Springer erst 245 m über dem Boden öffnete, nachdem er das Flugzeug, das ihn in die Höhe trug, bei 11,265 m verlassen hatte. Tedh *•» e. JcUunpfi Vier „B.M.W." starten vier „B.M.W." siegen Qualität des Materials, Präzision der Arbelt, modernste technische Konstruktion fuhren B.M.W.-Erzeugnisse, wie Flugmotoren, Automobile und Motorräder, alljährlich von Sieg zu Sieg. • Wollen Sie ein wirklich gutes Fahrzeug, leistungsfähige Tourenwagen, schnittige Cabriolets oder schnelle Sportwagen, verlangen Sie bitte Offerte durch die tentraliertretms der B*Y£RISCHEK MOTORENWERKE AG. Kulm «nJ Eisenacb in Zirico, Staulfacherquai SS/SU, Tel. 70.228 Rasch den * * Die Versicherung vergütet nur den Tageswert, nicht den Zeitverlust und Arbeltsausfall MINIMAX- Feuerlöscher, der sicher und schnell löscht. Tausendfach bewäh rtes, 100°/ 0 iges Schweizerfabrikat der MINIMAX A. G. 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