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E_1938_Zeitung_Nr.032

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Colmar, Lyon, eto. auch

Colmar, Lyon, eto. auch noch in sie? Man hätte voraussetzen dürfen, dass alle Ausreisen ausländischer Automobilisten in die Statistik einbezogen werden, weil «ich sonst grobe Fehler fast nicht verhüten lassen. Wenn daher schon aus diesem Grunde die neue Statistik keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben darf und der Anteil des Autotourismus In Wirklichkeit wesentlich höher ist, so scheint es auch wenig angezeigt, bei der Berechnung seiner Quote am gesamten Fremdenverkehr des Landes nur auf die Logiernächte allein abzustellen. Das Automobil gewährt seinem Besitzer den Vorzug grösserer Beweglichkeit, leichterer Dislozierung und grösserer Tagesetappen als bei Eisenbahnfahrten, mit dem Erfolg, dass von den Kurorten der oberitalienischen Seen, der Dolomiten, des Tirols, Oberbayerns, der Vogesen, des Jura und Savoyens weite Tagestouren in der Schweiz unternommen werden können, ohne dass man daselbst zu übernachten braucht. Auch von den grossen Städten der Grenzzonen aus fahren Tausende von Automobilisten an Sonntagen nach der Schweiz und abends wieder zurück (vide Elsass, Savoyen, Lothringen). Diese Leute geben aber doch allerhand Geld aus für Verpflegung und andere Einkäufe, für Brennstoff zum vollen Benzinpreis (weil nicht drei Tage in der Schweiz), für Reparaturen usw., ohne dass nur eine einzige dieser Einreisen in der Statistik der Logiernächte des eidg. statistischen Amtes figuriert, eben weil diese Leute nicht in der Schweiz übernachten, trotzdem sie sich zusammengerechnet im Jahr vielleicht 5, 10 oder 20 Tage bei uns aufhalten. Man wird aber diese Kategorie von Autogästen nicht geringer einschätzen dürfen als solche mit Logiernächten: sie lassen vielleicht, ohne zu übernachten, in einem Tag mehr Geld in der Schweiz liegen als diejenigen, die in einem Hotel absteigen, macht doch letzteres schiiessllch nicht den Hauptanteil der täglichen Ausgaben eines- Gastes aus. Es wäre daher verfehlt, auf die bezüglichen Angaben des eidg. statistischen Amtes allzu grosses Gewicht zu legen, da sie sich für Vergleichszwecke nicht eignen, ganz abgesehen davon, dass man sonst auch noch auf die Höhe der bezahlten Zimmerpreise abstellen müsste, wobei der Autotourist, der im Durchschnitt bessere Hotels benützt, wohl günstiger abschnitte. Massgebend Ist, was der Gast im Lande effektiv ausgibt Und da muss nun ftir den Automobilisten alles in allem genommen eine höhere Quote eingesetzt werden, zum einen aus den bereits dargelegten Gründen, und zum andern, weil er nicht nur für die Wageninsassen, sondern auch für den Wagen zu sorgen und zu bezahlen hat. Machen wir nur eine Probe aufs Exempel bei den Garagekosten: Das Statistische Amt rechnet mit 1726 000 Uebernachtungen. Ermittelt man auf Grund der durehschnitliehen Besetzung dieser Fahrzeuge die effektiven Garagierungen, so gelangt man zu einem Total von rund-550 000. Bei einer Garagemiete von Fr. 2.— pro Wagen, was nicht zu hoch gegriffen ist, wirft die Garagierung allein eine Einnahme von rund Fr. 1 100 QDO pro Jahr ab. Auch diese Einnahmen müssten in die ganze vergleichende Kalkulation miteinbezogen werden. Das Eidg. Statistische Amt führt ferner aus, dass beim Vergleich der Zahlen de« Autotourismus Liu trat auf den Hebel, mit einem Ruck sprang der Wagen an. Im Vorbeifahren blickte Hubert noch rasch zum ersten Stockwerk hinauf. Der Wagen fuhr durch die breite geschwungene Kurve, am Margueritenbeet vorbei, Platanen. Koniferen, zweite Kurve, das eiserne Tor mit dem grossen vergoldeten M auf jedem Flügel war geöffnet, der Gartenkuli grinste, schon vorüber, mit einem lauten Hupenschrei schoss der Wagen in die Avenue Joffre hinein. Das Bankhaus Meyer & Co. war in der Nankingroad, im sechsten Stockwerk, ziemlich verräuchert sah es aus. Eine Stenotypistin lief durchs Vorzimmer, blassgepudert, mit blutrotem Mund, ein Bündel Briefe in der Hand. Hubert kannte sie nicht, sie müsste neu Ausser Reaktionszeit und c Ueberraschungsoder Schreckzeit spielt es dann noch eine Rolle, ob als Folge der Ueberraschung nicht eine falsche Handlung getätigt wird, welche dann das Unglück erhöht. Die Betätigung des Gashebels an Stelle der Fussbremse ist eine bekannte Erscheinung. Natürlich sind auch diese Dinge der experimentellen Untersuchung zugänglich. Wenn etwa gleichzeitig mit dem Glockenzeichen, auf das hin der Prüfling den Taster loslassen soll, hinter ihm eine Metallkugel mit ohrenbetäubendem Krachen in einen Blechkasten fällt, so sprechen wir von sogenannten Schreckversuchen. Wie wichtig es wäre, den Kandidaten bei der Fahrprüfung einer Reaktionszeitenprüfung zu unterziehen, ergibt sich nicht allein aus dem Gesagten, sondern auch aus der Erfahrung, dass selbst langjährige, unfallfreie Fahrer plötzlich einen Unfall erlitten, wobei dann die hinterher abgelegte Reaktionszeitenprüfung zeigte, dass der Betreffende eine abnorm hohe Reaktionszeit hatte, die ihm ein schnelleres Reagieren überhaupt unmöglich macht. Natürlich spielt hier auch die mit denjenigen des gesamten Fremdenverkehrs auch die Logiernächte der bei Privaten wohnenden Automobilisten berücksichtigt werden müssen. Wie die praktische Erfahrung lehrt, spielt aber dieses Gästekontingent beim Autotourismus eine verschwindende Rolle. Aus all diesen Gründen wäre es verfehlt, die Veröffentlichung des eidg; statistischen Amtes als massgebende Basis für die Bewertung der wirtschaftlichen Bedeutung des internationalen Autotourismus einschätzen zu wollen. Wenn dessen Logiernächte infolge dieser, unvollständigen Statistik angeblich nur 22 W ausmachen, so heisst das noch keineswegs';' 1 dass nun alles andere auf das Konto « Eisenbahn » zu setzen sei. Würde man auf gleicher Grundlage eine Statistik der Ausreisen im internationalen Eisenbahnverkehr der Schweiz vornehmen, so müsste sie zu den gleichen Trugschlüssen führen. Am gesamten Fremdenverkehr ist der Autotourismus, wenn alle Faktoren vollständig und gebührend berücksichtigt werden, weit stärker beteiligt, da es ja nicht nur auf die Logiernächte ankommt. Oder dann müsste man sich wirklich ernsthaft fragen, warum denn die Eisenbahnen ständig gegen das Auto wettern, wenn es sich doch nur um 22 % der Logiernächte handeln soll! Man wird daher gut tun, solchen nackten Statistiken nur jenen Wert und jene Bedeutung zuzumessen, die ihnen nach der wirklichen Lage der Dinge gebührt. V sein im Betrieb, aber sie blieb stehn und lächelte ihn an. Weißschimmernde Zähne, ein Duft von süssem Parfüm. «Zum Boss?» fragte sie. «Schon angemeldet?» «Ist Mr Meyer da?» «Nein>, sagte sie. «Oder vielleicht. Ich weiss nicht, Baby.» Sie lächelte ihn an, mit weissen Zähnen und kleinen Brüsten. Schmaler Blick aus den Augenwinkeln. Dann zuckte sie die Achseln. Wenn nicht, dann nicht. Sie fragte unbeleidigt: «Wen daif ich anmelden?» «Es ist nicht notwendig.» «Alter Freund?» «Ja», sagte Hubert. «Alter Freund.» Am Ende des dunklen langen Korridors Meyers Büro, die Glastür war noch immer nicht geölt und knarrte genau wie früher. Das Büro war leer, der Schreibtisch war leer, der Sessel war leer. Nur am Rand der Aschenschale lag eine brennende Zigarette aufgestützt. «... machen Sie, was Sie wollen!» rief Meyer im Nebenzimmer. Seine Stimme tiberschlug sich. «Meinetwegen können Sie überhaupt wegbleiben. Bitte, Kaiman!» «Meyer!» sagte Hubert. Meyer erschien in der offenen Tür, dunkelrot im Gesicht. Er grinste Hubert an und knallte die Tür hinter sich zu. «Dieser Kaiman!» schnaufteer. «JedenTag um zehn Minuten zu spät im Office. Wie geht's, Hubert ? Wie war der Urlaub ? Wie schmeckt die Ehe? Kaiman bringt mich noch ins Grab. Hundesohn. Seit zwanzig Jahren treibt er das mit mir. Meine Frau macht heute vormittag bei dir Besuch. Platzt vor Neugierde. Warum setzt du dich nicht, Hubert ? Diesmal werf ich Kaiman bestimmt hinaus. Alles, was Recht ist, lobt Gott, aber was zu viel ist, ist zu viel.» Durch die drei engen Fenster kam kein Luftzug. Der Ventilator über dem Schreibtisch wirbelte. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 19. APRIL 1938 — N° 32 Die psychische Bremsstrecke und die Schrecksekunde Fortsetzung von Seite 1. Frage der Strafbarkeit hinein, die in derartigen Fällen nicht so leicht bejaht werden kann. Nur ihrer Vorsicht haben es solche Fahrer vielfach zu verdanken, dass sie kein häufigeres Unheil stiften. Aus der beifolgenden Tabelle (aus : Industrielle Psychotechnik) Jässt sich ein ungefährer Ueberblick über die Reaktionsverhältnisse bei den einzelnen Geschwindigkeiten gewinnen. Ltft iiirOck (vor „,.„,,„ i — i» wirKungf wenn _ lttg.i iaii»niii»nw Ä 3Ä-ÄS £g B "" Bremsstr. nt bei 1 Bremsstr. Sek. i>t 2 Sek. bei 10 2,8 5,6 20 5,5 11,0 30 8,3 16,5 »•«»«•> 1 Sek. 2 Sek. 1,0 3,8 6,8 3,2 8,7 14,2 7,0 15,3 23,5 40 11,1 22,2 12,5 23,6 34,7 50 13,9 27,8 20,0 33,9 47,8 Natürlich wächst der mechanische Bremsweg gelegentlich um das Drei- und Vierfache. Bei « blockierten» Bremsen, wenn also die Räder feststehen, ist der Reibungskoeffizient noch geringer, als wenn sich die Räder eben noch drehen. Daher darf man z. B, bei Glatteis niemals sa stark bremsen, dass die Räder stillstehen und rutschen als seien sie Schlittenkufen. Vielleicht können vorstehende Tatsachen a : uch einmal propagandistisch für den Fussgänger ausgewertet werden. Wir erleben es häufig, dass ein auf sein Recht pochender Fussgänger bewusst nicht beiseitegeht, nur « weil der ja bremsen kann ». Diese Leute wissen vielfach nicht, in welcher Gefahr sie schweben und wie ungeheuer schwer es für den Fahrer unter Umständen ist, zu bremsen. Wir Fahrer aber wollen einmal genau aufpassen, wie lang eigentlich unsere eigentliche Leitung ist 1 Vielleicht gibt es da Überraschungen ... Dr. B. Schweizerische Rundschau Treibstoffimport im I. Quartal 1938. Gegensätzliche Entwicklung der Benzinund Dieselöl-Einfuhren. Im Verlaufe des ersten Quartals 1938 wurden insgesamt 342,229 q Benzin und Benzol zu motorischen Zwecken eingeführt, und zwar im Werte von 5,14 Mill. Fr. Demgegenüber stellt sich die Einfuhr dieser Treibstoffkätego/'je in den ersten drei Monaten des Vorjahres auf 377,526 q, resp. auf 5,08 Mill. Fr. Daraus resultiert ein Importausfall allein schon im ersten Quartal 1938 in der Höhe von..35/291 q. Die Mindereinfuhr wirkte sich insbesondere in den Monaten Januar (—12,250 q), Februar (—24,603 q) aus, während das anhaltend schöne Märzwetter wiederum einen vermehrten Benzinkonsum zur Folge hatte. Eingeführt wurden im März insgesamt 138,941 q Benzin und Benzol gegenüber 137,378 q (+1563 q) im entsprechenden Vorjahresmonat. Die in den ersten drei Monaten gegenüber der vorjährigen Parallelperiode verzeichnete « Meyer », sagte Hubert « Wird ein Silberembargo kommen ? » « Vielleicht», sagte Meyer. Er hatte sich gesetzt und band keuchend die Krawatte los. Dann knöpfte er den durchschwitzten Kragen ab. « Und wann ? Bald ? » «Ich bin kein Prophet», sagte Meyer: « Vielleicht in drei Jahren. Oder in zwanzig. Oder nie. Kann ein normaler Mensch erraten, was in einem chinesischen Hirn vorgeht ? Ich kann es nicht erraten.» «Ich hab Informationen aus bester Quelle. Wir bekommen ein Silberembargo. Am Montag wird es in der Zeitung stehn. » « Aha 1» sagte Meyer. Sein rotes, rundes Gesicht glänzte vor Schweiss. Sogar die Glatze war rosa und nass. («Die beste Quelle ist Ross, was ? Und am Montag wird nichts in der Zeitung stehn. Zigarre, Hubert ? » « Nein », sagte Hubert. « Danke. » Die Stenotypistin von vorhin kam herein, legte ein Paket Briefe auf den Schreibtisch. Sie trug weisse Sandalen mit hohen Absätzen. Ein nackter Fuss mit scharlachrot lackierten Nägeln. « Da !» sagte Meyer und reichte ihr einen Brief. Er streifte ihre Hand dabei. < Für die Buchhaltung, Natascha.» Er sah ihr nach, als sie mit schlenkernden Armen hinausging. «Hübsches Kind, was ? Russin aus Charbin. Noch keine zwanzig.» Hubert sagte : «Zu wie viel machst du zehntausend Pfund ? Zehntausend per Juli. > Meyer wandte langsam die Augen von der Tür ab, hinter der Busen, scharlachrote Zehenspitzen, neunzehnjährige Hüften verschwunden waren. «Willst du wirklich dein schönes Geld verlieren ? Ich an deiner Stelle würde nicht einsteigen. Nein, ich nicht. Trotzdem ich die Wirtschaft hier schon ein bisschen länger kenn als du. Lieber noch mal überlegen, ja ? » < Schon überlegt! » sagte Hubert kurz. Mindereinfuhr an Motortreibstoffen für den Leichtverkehr illustriert mit aller Deutlichkeit die weit über die Grenze des Tragbaren gehende Belastung der einheimischen Benzinkonsumenten durch den eidg. Benzinzollansatz. Während für andere Erwerbszweig« mit Hilfe der Abwertung eine gewisse Entlastung, sozusagen ein Aufatmen innerhalb der Wirtschaftsfesseln geschaffen wurde, glaubten die Behörden mit den über 100,000 Treibstoffkonsumenten nach gegenteiligem Rezept verfahren zu müssen. Aus dem rückläufigen Benzinverbrauch dürfte aber auch eine vermehrte Verkehrsstillegung von Motorfahrzeugen während den ersten drei Monaten geschlossen werden, die sich ihrerseits in einem verminderten Pauschalsteueraufkommen in den kantonalen Staatshaushalten auswirken muss. Auch mit der kürzlich dekretierten Preisreduktion von 45 auf 44 Rp. pro Liter lässt sich kaum die erhoffte Belebung erzielen. Man braucht sich diesbezüglich nur die Tatsache vor Augen zu halten dass der eidg. Fiskus niemals Bedenken hegte, den Benzinzoll im Jahre 1921 von 30 Rp. auf 10 Fr., im Jahre 1923 von 10 auf 20 Fr. und 1935 von 20 auf 28 Fr. hinaufzuschrauben, während sich die Korrektur nach unten diesen saftigen Ansätzen gegenüber recht • bescheiden ausnimmt — nämlich ein einziges Mal von 28 Fr. auf 26 Fr. 50. Gewiss anerkennen wir Automobilisten selbst das kleinste Entgegenkommen seitens der Behörden; es ist aber ausserordentlich bedauerlich, dass man sich nie ganz darob freuen kann: so sind die vorletzte Woche getroffenen Benzinmarktbeschlüsse mit der angedrohten Einführung des Zonenpreissystems verbunden worden. Auch diese vorgeschlagene Regelung verkündet die Absicht, mit Teufelsgewalt den Konkurrenten der Schiene an die Wand zu drücken, ungeachtet der dadurch für das übrige Wirtschaftsleben und namentlich für die Hotelierie sich auftürmenden Gefahren* Im Gegensatz zu den rückläufigen Benzin* und Benzoleinfuhren verzeichnen die Importe von Mineral- und Teerölen zum Antrieb von Fahrzeugmotoren eine etwas günstigere Entwicklung. Die im ersten Quartal eingeführte Menge dieser dem Schwerverkehr dienenden Treibstoffkategorien stellte sich auf 26222 q resp. 25,639 q in der vorjährigen Parallelperiode (Mehreinfuhr 583 q). Die Einfuhrdifferenz beträgt in den ersten drei Monaten im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahrsperioden im Januar +2028 Q, im Februar —3206 q und im März +1762 q. Ebenfalls vermochten sich die Importe von .Petroleum zum Antrieb von Fahrzeugmotoren zu erholen, und zwar von 3486 auf 3955. resp. um 469 q im ersten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres (Januar —416, Februar +212, März +308). Eine von dieser Treibstoffkategorie abweichende Einfuhrentwicklung verzeichnen wiederum die Importe für Petroleumsurrogate. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden nämlich nur 1011 gegenüber 1244 q im ersten Vorjahresquartal eingeführt. Glarner Strassenprojekte. Anlässlich der Beratung des Amtsgerichtes im Glarner Landrat teilte Landammann Hefti mit. dass das Projekt für die linksufrige Walenseestrasse von ,Mühlehorn nach Tiefwinkel in Bern eingereicht worden, die Strassenfiihrung gegen Niederurnen jedoch noch nicht abgeklärt sei. Bezüglich des Panixerprojektes werde demnächst der Bundesrat um seine Stellungsnahme angefragt. Er war plötzlich wütend. Lieber noch mal überlegen. Dieser verkalkte dicke Schullehrer, dem der Schlaganfall schon im Genick sass. Ich an deiner Stelle, egal, hang it. «Zehntausend », sagte Meyer. « Also zehntausend per Juli würde ich zu... zu ein Schilling fünfeinhalb Pence pro Mexdollar machen.» «Schön», sagte Hubert. Er stand auf. « Schick mir den Kurskontrakt hinüber. » Jetzt war es entschieden. Nur aus Jähzorn. Idiot. Ross wird sich freuen. Ross kann was erleben, wenn Montag... Herzklopfen. Heiss. Fünftausend Pfund wären genug gewesen. «Wie geht es deiner Frau ? Und Flockie ? » fragte Hubert bei der Tür. Auch tausend Pfund wären genug gewesen. Aber nein, nur um diesem schwitzenden, asthmatischen KIoss zu — ' «Danke, danke. Flockie hat sich herausgemacht. Seit diesem Winter hocken die Anbeter bei uns herum wie die Fliegen. » «Schon einen Schwiegersohn in Aussicht ?» « Nein», sagte Meyer. « Hat noch Zeit. Soll sich erst ein bisschen unterhalten, das Mädel. Die Jugend gemessen. Der Schwiegersohn wird sich schon finden.» Hubert stieg- in den Lift, der schmale Kasten sauste die sechs Stockwerke hinunter. Auf der Strasse sprang ihm das grelle Sonnenlicht in die Augen. Liu öffnete den Wagenschlag. .(Fortsetzung folgt.)

N° 32 — IDIENSTAG, 19..APRIL 1938 AUTOMOBIL-REVUE Nuvolari tritt vom Schauplatz ab! „Nie wieder Rennen fahren", erklärt der italienische Campionissimo unter dem Eindruck seines Unfalls in Pau. Wie eine Bombe ist am vergangenen Samstag in italienischen Sportkreisen die Nachricht geplatzt, dass Tazio Nuvolari dem Rennsport Valet zu sagen beabsichtige. Tatsächlich hatte der Meisterfahrer von Pau aus, wo er sich damals nach seinem Trainingsunfall noch in ärztlicher Behandlung befand, den Grafen Bonacossa, Kommissär des RACI, von seinem Entschluss in Kenntnis gesetzt, keine Rennen mehr zu fahren. Was ihn dazu bewog, das ist — wie er in seinem Telegramm sagt — der bereits erwähnte Unfall beim Training zum Grossen Preis von Pau, wobei sein Wagen Feuer fing. Durch einen kühnen Sprung aus dem brennenden Alfa rettete sich Nuvolari aus der ungemütlichen Situation. Aber die Episode hat ihn psychisch derart beeindruckt und sein Nervensystem in einem Masse mitgenommen, dass er nicht weiter zu können glaubt Wie ernst es ihm mit seinem Entschluss ist, geht daraus hervor, dass er seinen Kontrakt mit Alfa-Corse bereits gelöst hat, womit die Mailänder Fabrik — welche übrigens die Meldung bestätigt — ihren Mannschaftsführer verliert. Indessen soll Nuvolari nicht ersetzt werden, vielmehr gedenkt Alfa, die Rennen der kommenden Saison mit seinen übrigen Fahrern Farina, Pintacuda, Biondetti, Tadini und Villoresi zu bestreiten. Inzwischen hat Nuvolari die Klinik in Pau verlassen, obwohl er noch nicht ganz geheilt ist und noch immer an seinen Verbrennungswunden herumlaboriert. Freunden und Presseleuten gegenüber betonte er in Paris die Unwiderrufliohkeit seines Entscheides: «Keine Rennen mehr, man wird mich nie wieder an einer Konkurrenz teilnehmen sehen. Schluss! Aus!» Trotzdem aber hoffen seine Freunde, Nuvolari werde sich die Sache vielleicht doch noch anders überlegen, wenn er einmal die Schreckenswirkung und die übrigen Folgen des «Intermezzos von Pau» überwunden haben werde. Man darf dabei allerdings nicht übersehen, dass der Mantuaner kein heuriges Häschen mehr ist und dass sich bei ihm Anzeichen einer gewissen 'Müdigkeit geltend machen. Ungeachtet seines unbezähmbaren kämpferischen Temperamentes scheinen seine physischen Fähigkeiten den Anstrengungen des Rennfahrerberufs doch wohl nicht mehr voll gewachsen zu sein und es wäre durchaus denkbar, dass ihm die Aerzte ein etwas geruhsameres Leben angeraten hätten. Schliesslich hat der «alte » Tazio schon allerhand mitgemacht und eine weniger zähe Natur wie er hätte die Waffen schon früher gestreckt. Man denke nur an seine Stürze in Alessandria, in San Sebastian, in Tripolis und jetzt in Pau, die seine körperliche Widerstandskraft auf eine harte Probe stellten; man vergegenwärtige sich auch, dass kaum ein anderer Fahrer eine ähnliche Aktivität entwickelt hat wie gerade Nuvolari. Mit Pau hätte er während seiner 17jährigen Tätigkeit als Autorennfahrer just das 150. Rennen bestritten. Auf einem Ansaldo stieg er 1921 beim Circuito del Garda zum erstenmal in die Arena, doch bewahrte er daneben dem Motorrad seine Treue und wechselte erst später endgültig zum Rennwagen hinüber. Trat er von 1921—1927 nur bei zehn Autorennen an, so häuften sich von 1928 an seine Starts — und seine Erfolge, sahen ihn doch von den 150 Rennen, die ihn zu den höchsten Triumphen emporgeführt, rund 50 als Sieger. Nuvolaris Genesung scheint übrigens auf guten Wegen zu sein, hat er doch die Absicht kundgegeben, in ein paar Tagen von Paris aus nach seiner italienischen Heimat zurückzukehren. Europa-Meisterschaft 1938. Gemäss einem Ton der internationalen Sportkommission der AIACR gefassten Beschluss zählen für die Europameisterschaft 1938 die nachstehenden Grossen Preise: 3. Juli: Grosser Preis von Frankreich, 24. Juli: Grosser Preis von Deutschland, 21. August; Grosser Preis der Schweiz, 11. September: Grosser Preis von Italien. Die Klassierung der Piloten für die Europameisterschaft geschieht an den einzelnen Rennen nach folgendem Grundsatz: Sieger 1 Punkt, Zweiter 2 P., Dritter 3 P., Vierter 4 P. 4 Punkte werden jedem weiteren Fahrer gutgeschrieben, der mindestens Yt der vom Sieger zurückgelegten Distanz abgefahren hat; 5 Punkte erhalten jene Piloten, welche wenigstens % der Siegerdistanz hinter sich gebracht haben. Wer endlich Vi der Siegerdistanz absolviert hat. kriegt 6 Punkte, und wer weniger als H dieser Strecke abrollt, hat Anspruch auf Gutschrift von 7 Punkten. Europameister 1938 und Inhaber der goldenen Medaille der AIACR wird demnach jener Pilot, der das geringste Punktetotal aufweist Von Rennmannschaften und Privatfahrern Alfa-Cors'. nicht In Cork. Zufolge der Zwischenfälle von Pau und Nuvolaris Rückzug vom Rennsport hat der Rennstall Alfa-Corse seine Beteiligung am internationalen Automobilrennen vom nächsten Samstag in Cork (Irland) abgesagt. Dagegen wird Farina am 24. April mit einem 3 Liter 8 Zylinder das Rennen der Colli Torinesi bestreiten. Das Programm von Alfa Corse richtet sich nach den Ergebnissen der Probefahrten mit den drei neuen Wagen, welche die Mailänder Fabrik in Bau hat und wobei es sich um einen l,5-Liter-8-Zylinder, einen 3-Liter-12-Zylinder mit Kompressor und einen 3-Liter-16-ZyIinder, ebenfalls mit Kompressor, handelt. Schon während der laufenden Woche SÖÜ mit den Versuchen begonnen werden, wobei man hofft, die Wagen auf den Grossen Preis von Tripolis hin fit zu kriegen. Eine Entscheidung über die Beteiligung Alfas a,m Millionen-Rennen von Ti^jiolis ist indessen noch nicht getroffen worden. IN DER SCHWEIZ Der Schweizer Armand Huz, von dessen Projekten unlängst (Nr. 27 vom 29. März) an dieser Stelle die Rede war, wird mit seinem neuen l,5-Liter-.Maserati-Rennwagen definitiv am Grossen Preis von Cork (23. April), am Grossen Preis von Tripolis (15. Mai) und an der Targa Florio (22. Mai) starten. IN FRANKREICH Dreyfus an der Spitze der französischen Automobilmeisterschaft. etwa 169 km/St bei der Probefahrt verlangt. Nach dem Grossen Preis von Pau, der als erster Wettbewerb um die französische Automobilmeisterschaft des Jahres 1938 ausgetragen wurde, lautet das Klassement dieses Championats wie folgt: 1. Dreyfus, 10 P.; 2. Raph, 4 P.; 3. Trintignant, Homologierte Rekorde. 3 P.; 4. Matra, 1 P. Der Ausbau der Marne-Rundstrecke. Im Hinblick auf den am 3. Juli auf der Marne- Rundstrecke bei Reims stattfindenden Grossen Preis von Frankreich für Rennwagen nach der internationalen Formel hat der französische Automobil-Club schon vor einigen Monaten den Ausbau dieses Circuit in die Wege geleitet, der nun nahezu beendigt ist. Die Piste, welche 9 Kilometer von Reims entfernt gelegen ist und eine Länge von 8,6 Kilometer aufweist, hat durchwegs einer Verbreiterung auf 7 Meter erfahren. Auf der Tribünengeraden soll eine Geschwindigkeit von 300 km/St, zu erreichen sein. Für die Zuschauer ist die Schaffung von rund 4000 Sitzplätzen geplant; ferner werden für die Parkierung von ca. 20 000 Automobilen in nächster Nähe der Rennstrecke die nötigen Vorkehrungen getroffen. Alles in allem verausgabt der franz. Automobil-Club für diese Ausbauarbeiten 1 Million Franken. Meeting in Montlhery. Der französische Verband •der unabhängigen Automobil-Rennfahrer organisiert am 8. Mai in Montlhery sein 7 Meeting, dem folgendes Programm zugrundeliegt: 1. eine Sternfahrt mit Ziel in Montlhery, bei welcher 2 Klassemonte aufgestellt werden, das eine unter Berücksichtigung der sportlichen und das andere auf Grund der touristischen Leistung. In Montlhery ist sodann eine Klassementsprüfung vorgesehen mit dem Zweck, die Konkurrenten nach Rängen aufzuteilen. 2. ein «Grossos Handicap-Rennen von Montlhery», an welchem Wagen aller Kategorien — auch von Amateuren gesteuert —• auf Grund einer Formel teilnehmen können, die allen Startenden eine Gewinnchance bietet. Geplant ist die Durchführung eines Ausscheidungsrennens über 6 Runden ä 3,333 km und eines Schlusslaufes über 30 Runden. 3. Rennen um die «Coupe de Paris» für Sportund Tourenwagen mit und ohne Kompressor, wobei eine Preissumme von ffr. 50.000.— zur Verfügung steht. IN AMERIKA 500 Meilen von Indianapolis. Das grösste amerikanische Bahn - Automobilrennen des Jahres wird auch 1938 der Grosse Preis von Indianapolis sein, der von der Indianapolis Motor Speedway Corporation für Montag, 30. Mai, nach der neuen Grand-Prix-Formel ausgeschrieben wird. Die Gesamtpreise belaufen sich auf 50 000 Dollar, von denen der Sieger 20 000. der Zweite 10 000 Dollar erhält. Die Distanz des Rennens beträgt 500 Meilen oder 804,67 km. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 33 beschränkt, und zum Start werden nur die Bewerber zugelassen, die bei der offiziellen Probefahrt über 10 Runden die vorgeschriebene Mindest-Durehschnittsj>eschwinolip;l;pit von 177 km/St, erzielt haben. Für mit Dieselmotoren ausgerüstete Wagen werden fünf Prozent weniger, also Schneller, immer schneller... Die von der Mannschaft Gauthier Delanlace. T.evy und Caron am 25./29 März 1938 in Montlhprj auf Simca-Fiat aufgestellten internationalen Rekorde der Klasse G (750—1100 wm) sind von doj AIACR wie folgt anerkannt worden: 30PO Meilen: 41:54:21.07 = 115,21 km/St. 4000 Kilometer- 34-40:58,38 == 115,33 km/St. 4000 Meilen: 55:56:10.32 = 115,08 km/St. 5000 Kilometer: 43:22:44.fiß = 115,36 km'St. 5000 Meilen: 69:50:12.09 = 115,22 km/St. 10000 Kilometer: 86:50:58.02 = 115,14 km/S«. 2 Tafle; 5533 km 229 = 115,28 km/St. 3 Tage: 8288 km 749 = 115,12 km/St. fpovt in d< Sdiw« Die Geschicklichkeits-Prüfung in Baden findet Samstag, den 28. Mai 1938 nachmittags, statt und wird von der Sektion Aargau des A C.S. organisiert. Sie bezweckt die Prüfung der fahrtechnischen Eigenschaften der Fahrer, wobei die gestellten Aufgaben zum Grossteil dem täglicbei Strassenverkehr entnommen sind und von jerlen Personenwagentyp erfüllt werden können. Die Veranstaltung ist nur für Fahrzeuge der Touren- uni Sportwagen-Kategorie offen und umfasst folgend! zwei Wettbewerbe: a) Nationale Sportveranstaltung, offen für alk Inhaber der vom A.C.S. für das Jahr 1938 ausgestellten internationalen Konkurrenten- oder Fahrer- Lizenzen. b) Reservierte Sportveranstaltung, offen nur fiii Mitglieder der Sektion Aargau und die angrenzenden Sektionen des A.C.S. Die Anmeldungen sind auf dem offiziellen Anmeldeformular an das Sekretariat der Sektion Aargau des A.C.S., Vorstadt 21, Aarau, zu richten, wo auch weitere Formulare bezogen werden können (Tel. 20.60). Anmeldungen zum einfachen Nenngeld (Fr. 10.— für jeden Touren- orler Sportwagen) werden bis Donnerstag, den 19. Mai, 18 Uhr, solche zum doppelten Nenngeld (Fr. 20.—) bis Montag, den 23. Mai, 18 Uhr. angenommen. Einzahlungen haben auf Postcheckkonto VI 3095 Aarau zu erfolgen. Im Hinblick auf die Fahrzeuge ist noch zu bemerken, dass eine Unterte.iluna der Touren- und Sportwagen nach dem Zylinderinhalt nicht vorpenommen wird. Für jeden der beiden Wettbewerbe erfolgt eine Gesamtklassierung getrennt für Amateure und Experten. Luftfahrt Die Aktion « Pro Aero ». Unter dem Vorsitze von Oberstlt. W a 1 o Gerber. Vizepräsident des Aero-Clubs der Schweiz, fand in Bern die konstituierende Sitzung des eidg. Aktionskomitees der Aktion «Pro Aero» zur Förderung der nationalen Luftfahrt statt. Unter den rund 150 Vertretern aller Kantone und zahlreicher schweizerischer Verbände bemerkte man die Herren Oberst Messner, Präsident des Aero-Clubs der Schweiz, Dr. Mende, Präsident des Schweiz. Automobil-Clubs, Louis Blondel, Bundesfeldmeister der Pfadfinder u.a.m. Der Vorsitzende wies auf die Entwicklung rler Luftfahrt in unserem Lande hin. Er betonte, dass im Auslande die Jugend gesetzmässig für die Aviatik herangebildet wird, dass wir demgegenüber dasselbe Ziel auf der Grundlage der Freiwiligkeit erreichen wollen. Die Schweiz ist das einzige, kulturell hochstehende Land Europas, das vom Meere abgeschnitten ist. Durch die Luftfahrt wird die erforderliche direkte Verbindung hergestellt. Der Ausbau unserer nationalen Luftfahrt soll durch die Aktion «Pro Aero> in die Wege geleitet werden. Zu diesem Zwecke wird im ganzen Lande am 21 und 22. Mai ein Abzeichenverkauf, verbunden mit Flugpropaganda-Tagen durchgeführt werden. Die Erträgnisse werden in einer Stiftung «Pro Aero» vereint, welche von einem Komitee unter dem Vorsitze von Oberstkorpskommandant Prisi verwaltet wird. Die Stiftung soll dazu dienen, eine landeseigene Flugzeugindustrie zu schaffen, unseren schweizerischen Luftverkehr zu fördern und die heranwachsend» Jugend für die zivile wie für die militärische Aviatik auszubilden.